Ratgeber Wasser: Welche Umkehrosmose- (UO-) Anlage ist die richtige? Tank oder Direct-Flow, 75 GPD oder mehr, Armaturen, Spülautomatik, Installation, Wasserdruck & Co.

Eine sehr einfache Direct-Flow Umkehrosmose-Anlage (UO) mit zwei Vor-Filtern und Hauptfilter (UO-Membran).

Da mich in letzter Zeit einige Menschen zum Thema Wasserfiltration und Umkehrosmose- (UO-) Anlagen (an-)gefragt haben, möchte ich meine Tipps & Sicht der Dinge kurz in einem Artikel hier niederschreiben. Für alle ‘Neueinsteiger’ im Thema empfehle ich, meinen älteren Artikel zur Wasserfiltration zu lesen, wo auch beantwortet wird warum ein Filter eine gute Idee sein kann, wie z.B.:

  • alte Leitungen aus Blei oder mit Bleiloten,
  • Eisen bzw. Rost aus Metallleitungen oder eisenhaltigem Wasser,
  • Kupfer aus Kupferrohren (-> bei falschem pH-Wert),
  • Wasserrohre aus Asbestzement (-> irgendwo in der Zuleitung),
  • Additive von den Stadtwerken zur Entflockung (-> u.a. Polyaluminiumchlorid) und dem pH-Wert Management,
  • Luftverschmutzungen (-> u.a. Industrie, SRM) bei Fluss & Oberflächenwasser (-> Talsperren),
  • Fluor-Zusätze (z.B. viele Teile der USA, Kanada & Co.),
  • Radon & Uran (auch in DE),
  • Chemikalienreste und hormonaktive Substanzen,

etc. sind da noch die “üblichen” Dinge. Wenn das der Fall ist, dann ist die Frage UO oder nicht eher philosophisch, auch wenn einige meinen, das UO-Wasser nicht “optimal” ist. Nichts ist “optimal”, frisches Superquellwasser sicher oft besser als UO-Wasser, aber UO-Wasser ist immer noch besser als Blei-Eisen-Asbest-Fluor-Hormon-Chemie-Kupfer-Radon-Uran-Entflockungsmittelwasser. Punkt.

Vorweg: Eine einfache Entscheidung für ein Gerät ist in den wenigsten Fällen pauschal möglich. Zudem ist der Anbieter-Markt sehr unübersichtlich, wobei letztendlich, im Segment < 1000€, fast immer die gleichen (oft China-) Komponenten verbaut werden (dürften). An letzterem ändert auch eine hübsche Webseite, ein hoher Preis oder ein (schickes) Plastegehäuse nichts. So gibt es aus meiner Sicht in der Regel keinen pauschalen Grund, mehr als ca. 500€ für eine komplette Umkehrosmose-Anlage mit einer Marken-Membran (z.B. DOW) auszugeben.

Mehrausgaben sind in der Regel nur für einen schicken 3-Wege Wasserhahn mit extra Osmose-Wasserausgang (praktisch), elektronische Steuerungen wie Spülautomatiken (sinnvoll), oder von auch technisch un-versierten Menschen sehr einfach (und schnell) zu wechselnde Kombifilter einzuplanen.

Folgende Aspekte als Ratgeber für eine Kaufentscheidung möchte ich euch in diesem Artikel an die Hand geben:

  • Die elementare Frage: UO-Anlage mit Tank oder ohne Tank (“Direct-Flow“) ?
  • Meine Fragen für die “Klarwerdung” welche Anlage geeignet sein könnte
  • 1. “Zapfkomfort” – wie schnell kann, darf oder soll das Wasser fließen
  • 2. Spülautomatik – wenn ab und zu keiner zuhause ist (> 1 Woche Abwesenheit)
  • 3. Grundsätzlicher Wasserbedarf & Filterleistung
  • 4. Niedriger Wasserdruck? –  z.B. Wohnung im 3ten Stock oder höher?
  • 5. Vorhandener Platz: Passt ein Tank überhaupt unter die Spüle?
  • 6. Installation & Wartung: Einfach – oder darf es auch kompliziert(er) sein?
  • 7. Armatur / Zapfstelle: Kombi oder einzeln, bohren oder nicht?
  • 8. Sicherheitsfunktionen: Irgendwann leckt alles!
  • 9. “Preisbereiche”

Am Ende des Artikels folgt dann mein übliches Fazit mit weiteren Überlegungen zu zusätzlichen Hinweisen. Ob eine UO-Anlage für den jeweiligen Zweck Sinn macht, ist nicht Bestandteil dieses Artikels. Auch gehe ich in diesem Beitrag nicht auf “Energetisierer”, Mineralisierungskartuschen, “Wassser-Wirbler”, Edelsteinchen & Co. ein. Dies alles mag seine Berechtigung haben, ist für mich jedoch nicht Bestandteil einer preiswerten und effektiven UO-Anlage in einer sinnvollen Basisausstattung.

Die elementare Frage: UO-Anlage mit Tank oder ohne Tank (“Direct-Flow“) ?

In meinem Osmose-Artikel war ich dieser Frage schon im Detail nachgegangen und meine Ansicht zum Thema hat sich nicht geändert: Technisch optimal ist eine sogenannte Direct-Flow Anlage ohne einen Tank und optimalerweise mit einer “Spülautomatik”. Die Automatik lässt das Wasser ca. 4 mal am Tag ein paar Minuten laufen, so das es effektiv kein stehendes (und potentiell verkeimendes) Wasser in der Anlage gibt. So kann der Besitzer auch mal 4-8 Wochen ohne Risiko in den Urlaub fahren oder eine Anlage problemlos im Ferienhaus betreiben.

Allerdings gibt es auch Gründe für einen Tank: Der Fluss des gefilterten Osmose-Wassers ohne eine extra Pumpe und mit einer “normalen” UO-Membran ist in der Regel langsam. Wer das Trinkwasser nicht mit Karaffen zapfen möchte, sondern dies auch für das Spülen von Keimsaaten, als Kochwasser, als Waschwasser für Gemüse, eine große Familie verwenden will, der braucht eine Alternative. Diese Alternative ist in der Regel ein Tank oder eine Direct-Flow-Anlage mit sehr hohem Durchfluss (größer als 1,5 Liter pro Minute). Leider kann ein Tank verkeimen, speziell wenn das Wasser für mehr als eine Woche nicht verwendet wird und im Tank “steht”. Genau deswegen ist in vielen Anlagen mit Tank ein Aktivkohlefilter “nachgeschaltet”.

Alternative “Großverbraucher” Direct-Flow Anlagen haben in der Regel eine 600 bzw. 800 GDP-Membran und eine Druckerhöhungspumpe. Solch eine Membran kann bis zu 600 oder 800 Gallonen UO-Wasser am Tag (24 Stunden)produzieren, also bis zu ca. 2 Liter die Minute. Allerdings kosten diese Membranen ca. 100-120€ im Vergleich zu ca. 30-40 € für 75 oder 100 GPD Membranen.

Grundsätzlich gilt: Je einfacher die Anlage, also je weniger Komponenten, Schläuche, Verbinder, Pumpen, Elektronik, Sensoren, Schalter und insbesondere Bauteile nach der UO-Membran (u.a. Tank, Nachfilter), desto weniger potentielle Risiken der Verkeimung gibt es, desto weniger kann kaputt gehen, muss ausgetauscht & kann auch nicht undicht werden und in Folge, im Falle des Falles, so auch keinen Wasserschaden anrichten. Das ist auch bei den 600/800 GPD Direct-Flow Anlagen zu beachten, welche schon aufwändiger konstruiert sind.

Meine Fragen für die “Klarwerdung” welche Anlage geeignet sein könnte

Nachfolgend folgt meine 9-Punkte Fragenliste bezüglich vieler Aspekte, die beim Kauf einer UO-Anlage zu beachten sind. Das ganze könnte mit einem Flow-Chart sicherlich noch schöner dargestellt werden – aber das wäre die Arbeit eines Verkäufers um den Kunden das passende Gerät anzubieten. Das wird aus meiner Sicht jedoch kaum einer machen, denn dann würden die Verkäufer oft in die Situation geraten, wo sie dem Kunden mitteilen müssen, das sie die für ihn passende Anlage nicht anbieten können. Genau deswegen ist der Markt der UO-Anlagen aus meiner Sicht auch so unübersichtlich, denn in erster Linie geht es den Verkäufern darum Geld zu verdienen und nicht das beste Produkt am Markt anzubieten.

1. “Zapfkomfort” – wie schnell kann, darf oder soll das Wasser fließen

Diese Punkt ist für mich wesentlich: Muss viel Wasser komfortabel auf einmal zur Verfügung stehen, z.B. um einen Topf oder einen Wasserkocher zu füllen, sollen Keimsaaten gespült werden, etc.? Oder wird die Osmoseanlage nur für Kaffee, Tee und Trinkwasser benutzt, wobei es kein Problem ist, dass man für einen Liter Wasser 2-3 Minuten wartet?

  • Werden öfters mehrere Liter Wasser auf einmal und spontan benötigt?
    • Ja -> Anlage mit Tank oder Direct-Flow mit 600/800 GPD-Membran und Pumpe
    • Nein -> Auch jede Direct-Flow Anlage möglich
  • Kann mit Karaffen gearbeitet werden, die (langsam) volllaufen?
    • Ja -> Direct-Flow möglich
    • Nein -> Anlage mit Tank sinnvoll.
  • Sollen auch oft Keimsaaten mit dem UO-Wasser gespült werden?
    • Ja -> Anlage mit Tank oder oder Direct-Flow mit min. 600/800 GPD-Membran und Pumpe
    • Nein -> Auch jede Direct-Flow Anlage möglich

2. Spülautomatik – wenn ab und zu keiner zuhause ist (> 1 Woche Abwesenheit)

Bei den meisten Menschen ist es der Fall, das man 2-3 mal im Jahr für mehr als eine Woche nicht zuhause ist. Dieses ist kritisch, weil dann das Wasser in den Komponenten der US-Anlage “steht” und sich nicht bewegt. Ganz kritisch ist es bei Anlagen mit Tank und Nachfiltern bzw. Mineralisierungs-Kartuschen. Wer öfters kein Wasser zapft, z.B. auch in einer Ferienwohnung, der sollte eine Anlage mit Spülautomatik und optimalerweise ohne Tank anschaffen. Die Spülautomatik lässt dann mehrfach am Tag das US-Wasser über den UO-Hahn oder einen extra Ausfluss ablaufen, so dass das Wasser in der Anlage nicht “steht”.

  • Gibt es öfters größere Zeiten der Abwesenheit (> 1 Woche)?
    • Nein -> Keine Einschränkung
    • Ja -> Kann jemand anders in dieser Zeit Wasser zapfen?
      • Ja -> Keine Einschränkung
      • Nein -> Spülautomatik

Alternativ sollte die Anlage stillgelegt werden bzw. nach der Rückkehr ein Filtertausch stattfinden. Wie das geht, sollte in der Betriebsanleitung der Anlage stehen bzw. der Verkäufer beantworten können. Bastler könnten auch selber eine Spülautomatik mit einem timergesteuerten Ventil bauen, welches einen zusätzlichen UO-Wasserauslass (realisiert mit einem T-Verbinder) in die Spüle  öffnet. Bitte so etwas, wegen dem Verkeimungsrisiko, nie direkt mit dem Abfluss in Verbindung bringen.

3. Grundsätzlicher Wasserbedarf & Filterleistung

Alle UO-Filter-Membrane haben Angaben wie viel “US-Gallonen” (3,785 Liter) an filtriertem UO-Wasser diese pro Tag leisten können. In der Regel werden Anlagen mit 75 GPD (Gallons per Day), 100 GPD und 150 GPD angeboten, meint: 284 Liter, 387,5 Liter und 581 Liter. Natürlich werden diese Werte in der Praxis nur unter optimalem Wasserdruck erreicht und auch nur dann, wenn der Wasserhahn den ganzen Tag geöffnet ist. Allerdings gibt es eine Manko bei den 100 und 150 GPD-Membranen: Die “Rückhalteleistung”, also das, was an “Dreck” entfernt wird,  ist umso geringer, je mehr Wasser die Membran produzieren kann. Nur die 75 GPD Membran filtert wirklich >98% des “Drecks” aus dem Trinkwasser der Stadtwerke.

  • Maximale Filterleistung, also Entfernung von allem möglichen “Dreck”?
    • Ja -> 75 GPD Membran (z.B. DOW), wobei auch die Werte von einigen 600 GPD-Membranen (Vontron) sehr gut aussehen.
  • Maximaler Wasserdurchfluss?
    • Ja -> 100, 150 oder mehr GPD Membran.

Es ist jedoch noch etwas anderes zu beachten: Wenn das “Zu”-Wasser der Stadtwerke viel Sediment, Kalk, Eisen, etc. enthält, dann belastet dieses die (Vor-) Filter stark. Es kann also Sinn machen so-genannte (große) 10 Zoll Filter als Vorfilter einzusetzen, wenn im Haus keine zentrale Vor-Filterung existiert. In der Regel werden in der Osmose-Anlage zwei Partikel-Vorfilter mit verschiedener Größe sowie ein Aktivkohlefilter eingesetzt. Integrierte 3-in-1 Kombi-Filter kompakter UO-Anlagen würde ich bei Sediment & Co. im Zuwasser denn auch nicht nutzen wollen.

Merke: Was in Deutschland gut funktioniert muss nicht für jeden Ort im Ausland Sinn machen. Wenn die Durchflussleistung schon nach wenigen Wochen abnimmt, dann kann ein Blick auf (bzw. in) die Vorfilter Sinn machen. Sind diese stark mit Lehm- oder Eisenablagerungen bzw. anderen Sedimenten bedeckt, dann macht z.B. ein Vorfilter am Haus durchaus Sinn um auch Gas-Therme, Spül- und Waschmaschinen zu schützen.

4. Niedriger Wasserdruck? –  z.B. Wohnung im 3ten Stock oder höher?

Manometer einer einfachen UO-Anlage, welche den Wasserdruck der Stadtwerke anzeigt.

Je niedriger der Wasserdruck ist, speziell wenn dieser unter 4 Bar liegt, desto weniger Wasser fließt durch die UO-Membran und umso mehr anteiliges “Abwasser” (> 1:3) gibt es bei der Filterung. Dies ist speziell ein Problem, wenn Häuser auf Hügeln oder eine Wohnung im 3ten Stock bzw. höher liegt. Muss nicht so sein, aber kann sein. In diesem Fall kann eine Permeat- oder Druckerhöhungspumpe sinnvoll sein, welche optimal in der Anlage integriert und sich automatisch an und abschalten sollte.

  • Soll der Fluss des gefilterten Wassers bei einer Direct-Flow-Anlage bzw. die Tank-Befüllung möglichst hoch/schnell sein?
    • Ja -> Druckerhöhungspumpe
  • Soll die Menge des Abwassers möglichst gering sein?
    • Ja -> Permeat- oder Druckerhöhungspumpe

5. Vorhandener Platz: Passt ein Tank überhaupt unter die Spüle?

Tank einer UO-Anlage mit ca. 6 Litern Kapazität

Ein Tank braucht Platz – eine Direct-Flow UO-Anlage ist kompakt. da die Anlage da installiert werden muss, wo das Kaltwasser aus der “Wand kommt”, muss dort auch genug Platz, sein um die Anlage zu installieren. Im Ernstfall sollte alles ausgemessen werden sowie etwas Platz für die Schläuche und den Einbau berücksichtigt werden.

  • Ist viel / genug Platz dort, wo die Anlage aufgebaut werden soll?
    • Ja -> Keine Einschränkungen
    • Nein -> Auf Anlagen mit Tank eher verzichten.

6. Installation & Wartung: Einfach – oder darf es auch kompliziert(er) sein?

Machen wir uns nix vor: Für den Einbau einer UO-Anlage muss man an die Kaltwasserleitung “ran”, einen T-Adapter einbauen, die Armatur austauschen bzw. ein Loch in die Arbeitsplatte der Spüle bohren, Platz für die gesamte UO-Anlage schaffen, ggf. noch ein Stromkabel unter die Spüle legen, etc. Dann müssen alle 6 Monate zumindest die Vor- und Nachfilter, wenn vorhanden, gewechselt werden und spätestens alle 2 Jahre die UO-Membran.

Für die Filter gibt es Systeme mit Schnellverschluss, wobei die Filter hier teurer sind, Oder Gehäuse, die mit deutlichem Kraftaufwand geöffnet und geschlossen werden müssen, um die innenliegenden Filter zu wechseln (-> Günstiger). Die UO-Membran ist aber bei fast allen Anlagen in einem Gehäuse, das mit einem Beiliegenden Werkzeug und etwas Kraft geöffnet und geschlossen werden muss. Bei den günstigsten Anlagen braucht es dann auch noch Dichtungsband und Vaseline um ggf. Adapter oder Gummiringe “nachzudichten”, wenn sich dort doch ab und zu ein Wassertröpfchen zeigt.

  • Handwerklich geschickt?
    • Ja -> Keine Einschränkungen
    • Nein -> Einbauservice und System mit einfachem Filterwechsel für Vor- und ggf. Nachfilter wählen. Ggf. auch Anlage, die mit Adapter am Wasserhahn angeschlossen wird.
  • Gibt es Strom bzw. eine Steckdose dort wo die Anlage aufgestellt werden soll?
    • Ja -> Keine Einschränkungen
    • Nein -> Keine Druckerhöhungspumpe, keine Anlage mit Spülautomatik bzw. elektronischen Komfortfunktionen

7. Armatur / Zapfstelle: Kombi oder einzeln, bohren oder nicht?

UO-Auslauf für Rein- und Schmutzwasser

UO 3-Wege Kombiarmatur

Irgendwo muss das UO-Wasser gezapft werden. Dazu gibt es sogenannte 3-Wege Armaturen, welche einen extra Hebel + Auslass haben und in der Regel im Austausch mit der existierenden Warm/Kaltwasser-Armatur installiert werden. Allerdings funktioniert dies NICHT mit Boiler-Armaturen, welche bereits eine spezielle Armatur mit 3 Anschlüssen benötigen. Alternativ muss ein Loch in die Arbeitsplatte gebohrt werden um einen extra Auslass bzw. Wasserhahn für das UO-Wasser zu montieren.

  • Warmwasser für die Küche wird über einen 5/10l Boiler unter der Spüle erzeugt?
    • Ja -> Extra Armatur / Wasserhahn
    • Nein -> Freie Auswahl zwischen 3-Wege oder extra Hahn (mit extra Loch)

8. Sicherheitsfunktionen: Irgendwann Leckt alles!

Alles kann einmal undicht werden und ein Wasserschaden ist oft extrem teuer. Deswegen bietet sich a) ein Wasser- bzw. Feuchtigkeitswächter an, der bei Leckage / Feuchtigkeit (-> Pfützenbildung neben der Anlage) das zulaufende Wasser in die UO-Anlage über ein Ventil abstellt. Alternativ ist eine Direct-Flow Anlage zu empfehlen, welche über ein (Magnet-) Ventil gespeist wird. Nur wenn das Magnetventil über einen Schalter aktiviert wird, also das UO-Wasser fließt, ist die Anlage aktiv. Ansonsten ist die Anlage Drucklos und es kann nichts passieren.

9. “Preisbereiche”

Je nach Funktionen gibt es Anlagen in der Basis-Ausführung (mit 10 Zoll Kartuschen) bereits ab ca. 250€. Für 500€ bei “0815”-Anlagen aus Standardkomponenten ist in der Regel alles relevante dabei. Mehrkosten entstehen oft für elegante 3-Wegewasserhähne, elektronisch gesteuerte Spülautomatik bzw. bei Anlagen mit einfachem Filterwechsel.

Zusätzlich zur Anschaffung sollten die jährlichen Betriebskosten durch (Vor-) Filterwechsel (2 * im Jahr) eingeplant werden. Ab und so bietet sich sicher auch der Austausch von Schläuchen und Adaptern an. Auch die Filtergehäuse der Anlagen (z.B. die für 10 Zoll-Kartuschen) werden nicht besser und ich würde diese ggf. nach 4-6 Jahren austauschen.

Ein Preisbereich von 1000€ wäre für mich aktuell jedoch eine Preisgrenze für die ein Hersteller wirklich alles bieten müsste was ich mir vorstellen kann: 3 Vorfilter, GPD 75/100/150/600/800 Markenmembran, Druckerhöhungspumpe, Spülautomatik, elegante 3-Wege Armatur, Wasserwächter und Filter mit Schnellwechselsystem sowie einer guten in Deutsch verfassten Anleitung und einer min. 3 Jahresgarantie auf das Grundgerät. Ob nun ein Tank dabei ist oder nicht, sollte bei dem Preis egal sein. Ein Abstellen des Tanks sollte immer möglich sein.

Mein Fazit

Alles nicht so einfach!

In der Regel verbauen die meisten Anbieter standardisierte Komponenten und eine Handelsübliche UO-Membran von einem der großen Hersteller. Welches verbaute Kleinteil nun wirklich woher kommt kann kein Kunde im Nachhinein bewerten. So wird kaum ein Hersteller von UO-Geräten seine eigenen Filterkartuschen und Steckverbinder exklusiv für sich herstellen lassen – oder er müsste sich dies sehr teuer bezahlen lassen.

Aufgrund der Komplexität kann ich hier auch kein Gerät empfehlen, da auch die UO-Anlagen, welche ich in Benutzung habe, nicht das machen was ich will. Gerne würde ich auch etwas mehr ausgeben, aber die technischen Informationen vieler “teurer” Anlagen reichen mir nicht aus um diese zu bewerten. Von blumigen Worten kann ich mir nichts kaufen und zudem möchte ich wissen, was hinter dem “schicken” Gehäuse ist. Hilfreich wären auch genauste Angaben zu den verbauten Filtern.

Abstand würde ich so von allen Anbietern nehmen, die sehr blumige Versprechen machen, Garantien über Jahrzehnte geben und / oder in einer “Schwurbelsprache” reden. Eine “Garantie” bedeutet erst einmal nichts, speziell wenn nicht klar ist was genau garantiert wird, wer in welchem Umfang haftet und was dafür seitens des Käufers getan werden muss. Wenn für eine “Garantie” immer der teure Service kommen muss – dann wird die Garantie teuer erkauft. Zudem besteht eine UO-Anlage faktisch nur aus “Verbrauchsteilen”: Filter, Schläuche, Gehäuse, Verbinder und auch Tank müssen regelmäßig, spätestens nach 5, maximal ggf. 8 Jahren für den Tank, u.a. aus Sicherheitsgründen, gewechselt werden. Was bringt mir hier eine Garantiezeit von 30 Jahren und was wird da denn noch garantiert? Genau….

Wenn der Hersteller etwas für die spezielle Anlage von Interesse nicht genau (und schriftlich) zusichert – dann sind alle Werbeversprechen auf der Webseite nur “Allgemeinplätze”. Jedoch: Auch mit einer Zusicherung ist nicht sicher, dass wirklich gute Materialien verwendet werden bzw. bessere als “sonstwo am Markt”. Gerade die “Mineral- und Energetisierungskartuschen”, welche auch ein zusätzliches Verkeimungsrisiko darstellen, bewerte ich kritisch. Außer blumigen Worten habe ich zu dem, was dort mit dem Wasser passieren soll, noch nie konkrete technische Daten, konkrete und ausführliche Erklärungen, Messwerte oder Zusicherungen gefunden. Ob die (Edel-) Steine darin nun aus Australien, Chile oder Deutschland kommen – wer will bewerten was hier besser, schlechter oder kompletter Humbug ist?

Ein Material-Prüfbericht von verkauften Edelstahlwasserhähnen, Bergkristallen aus “Australien”, oder die Nennung, dass die Firma verschiedene (Welt-) Patente hält, ohne aber konkret zu werden welches herausragende Alleinstellungsmerkmal & Anlage das nun konkret betrifft, gehören für mich zu Dingen, die mich aufhorchen und vorsichtig werden lassen. Man sollte sich immer klar machen, was nun für die Anlage relevant ist, oder wo eine Selbstverständlichkeit hervorgehoben um die “Feature-Liste” länger zu machen. Wer sich Gedanken macht, ob das Plastik-Granulat für die Schläuche und Filter-Kartuschen aus Deutschland oder sonstwo kommt, sollte sich eher Gedanken machen, wer das Plastik in seinen Tetra-Paks, seiner Fleece-Bekleidung sowie der Dosen und Plasteflaschen herstellt.

Insofern würde ich zuerst einmal darauf achten das die Anlage das Wasser per Umkehrosmose mit einer Markenmembran filtert. Alles was an Vorfiltern vor der UO-Membran ist – schützt diese. Je “dreckiger” das Wasser von den Stadtwerken (-> Kalk, Eisen, alte Leitungen, chemische Belastungen), desto relevanter ist es min. 2 Vorfilter + einem Aktivkohle-Vorfilter zu haben. Eventuelle Partikel aus den Vorfiltern werden von der UO-Membran zurückgehalten, welche dann länger “lebt”. Wenn ein Hersteller nicht klar sagt, was für eine UO-Membran von welchem Hersteller verbaut ist, dann besser Abstand halten!

Alles was nun zusätzlich passiert, Tank, Nachfilter, Wasserhähne, Spulautomatiken, “Energetisierer”, Wirbler, UV-Behandlung, Permeat- oder Druck-Erhöhungs-Pumpen, Design-Gehäuse, Multi-Level Vertriebssysteme – das muss extra bezahlt werden, macht aber die UO-Wasserqualität aus meiner Sicht in der Regel nicht besser. Nachfilter und UV-Behandlung sollten dann oft nur die potentielle Verkeimungsproblematik des stehenden Wassers im Tank “heilen”. Wie große hier die Chance ist das so etwas passieren kann, kann ich nicht bewerten. Einen Tischfilter oder einen offene Filteranlage, wo das Wasser von oben in einen Behälter eingefüllt wird, schätze ich kritischer ein. Das ist für den Notfall und das Camping o.k. – aber aus meiner Sicht nicht für eine Dauerversorgung mit gefiltertem Wasser.

Zu mir: Ich selber hatte verschiedene UO-Anlagen in der Nutzung. Aktuell überlege ich den Tausch gegen eine 600/800 GPD-Directflow Anlage mit Pumpe und drei Vorfiltern. Letztendlich ist etwas Pragmatismus bei der Entscheidung gefragt.

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