Festnetznummer auf dem Mobiltelefon (& Co) mit Sipgate.de

Telefon. Quelle: Wikimedia. Autor: Flanker. Lizenz: CC BY 3.0

Haben Sie folgende Anforderungen:

  • Eine (oder mehrere) ortsunabhängige Festnetznummer(n) zu haben?
  • Mit dem Mobiltelefon über eine (für den Anrufer günstige) Festnetznummer erreichbar sein?
  • Über WLAN (z.B. im Urlaub) mit dem Mobiltelefon nach hause zu telefonieren?
  • Eine spezielle Ortsrufnummer für private oder geschäftliche Anrufe?
  • Mit dem Mobiltelefon über eine Ortsrufnumer (abgehend) zu telefonieren?

dann ist ein Internettelefonie-Anbieter welcher das SIP-Protokoll benutzt – wie z.B. Sipgate.de – eine Lösung für Ihre Wünsche!

Sipgate.de

stellt hier (kostenlos) sogenannte SIP- bzw. Voice-Over-IP Telefonie Anschlüsse mit Ortsrufnummer zur Verfügung – faktisch das gleiche was Sie heute auch von Ihrem Telefonanschlussanbieter bekommen. Kostenlos bezieht sich dabei auf einen ‘virtuellen’ Anschluss – welcher Anrufe unter einer Ortsrufnummer entgegen nehmen kann. Die Verbindung zum ‘virtuellen’ Anschluss muss hier über eine bereits existierende Internetverbindung erfolgen (WLAN, DSL, etc. pp). Ach ja, Kostenlos heißt nicht umsonst: Für abgehende Gespräche möchte Sipgate.de verständlicherweise auch etwas Geld (ab 1.79 Cent/min) haben. Auch die leben nicht von Luft alleine.

Anmeldung

Nach der Anmeldung bei Sipgate.de und der Ortsnetzauswahl kann eine von ca. 10 vorgeschlagenen Nummern ausgewählt werden. Danach versendet Sipgate einen Brief mit einem Aktivierungscode an die angegebene Anschrift (keine Postfächer) – womit dann ein paar Tage später der Sipgate-Account (und die Ortsrufnummer) aktiviert werden können.

Ist die Nummer aktiviert stehen dann einige kostenlose und sehr viele ‘kostenvolle’ Optionen zur Verfügung – was jedoch für das reine annehmen von Anrufen unter der registrierten Ortsrufnummer irrelevant ist. Ganz wichtig jedoch: Endlich gibt es hier die Zugangsdaten (Benutzername & Passwort) für die SIP-Rufnummer.

Nutzung der neuen Nummer

FritzBox 7170 und SIP-Telefonie

Genutzt werden kann die Ortsrufnummer über Sipgate.de dann z.B. mit einer FRITZ!Box (inkl. Uraltmodelle wie einer 7170) oder jedem normalen Android-Telefon (in der Telefonie-App unter Einstellungen->Anrufe->Anrufkonten->SIP Konten). Natürlich sind auch Windows-PC, iOS & Co. möglich – dann braucht es jedoch Zusatzsoftware.

In Verbindung mit einem ‘alten’ ISDN-Telefon an einer Fritzbox können auf einem Gerät verschiedenste Nummer empfangen und verwaltet werden – inklusive der Auswahl der Nummer bzw. Verbindung für abgehende Anrufe. Mit analogen Telefonen ist über die Fritzbox ähnliches möglich – nur muss sich dann auf eine abgehende Nummer (und den Anbieter) festgelegt werden.

Anbei mal ein paar Dialoge von einem altem T-Com ISDN Telefon (Anmerkung: die kompletten Telefonnummern wurden unkenntlich gemacht) in Bezug auf die Auswahl der abgehenden Telefonnummer:

Im System-Menü des Telefons müssen dazu unter der MSM-Konfiguration die SIP-Rufnummern (wie in der FRITZ!Box konfiguriert) mit Ortsvorwahl eingetragen werden (Anm.: Die Ortsvorwahl ist für eine ‘richtige’ ISDN-Nummer nicht nötig). Zwar gibts ‘richtiges’ ISDN faktisch nicht mehr für Neuanschlüsse – jedoch unterstützten es die ‘großen’ FRITZ!Box’en (z.B. 7170 oder 7490) ISDN weiterhin für lokale Anschlüsse – alte Endgeräte können so weiterhin verwendet werden.

… unter Android

Beim Android-Telefon ist das auch alles sehr einfach, wenn auch ziemlich versteckt. Das schöne an Android ist, das es seit der Version 4.x die Funktion mitbringt SIP-Konten zu verwalten – was auch z.B. unter LineageOS einwandfrei funktioniert (also nicht Android Telefonen mit Google-Apps vorbehalten ist).

Wie weiter oben schon beschrieben geschieht das ganze in der Telefonie-App unter Einstellungen -> Anrufe. Wie in den nebenstehenden Screenshots zu sehen ist können dann unter Anrufkonten -> SIP-Konten beliebige SIP-Nummern hinzugefügt werden. Durch ein Häkchen bei “Eingehende Anrufe annehmen” ist es auch möglich das das Android-Telefon auch eingehende SIP-Telefonate berücksichtigt (über WLAN oder Mobilfunk), was jedoch zu etwas mehr Stromverbrauch führt, weil im Hintergrund die Verbindung zum SIP-Server über WLAN oder Mobilfunk(daten) aktiv gehalten wird.

Wird nun ein Anruf getätigt, dann fragt das Telefon ob dieser Anruf über die SIM-Karte oder die SIP-Verbindung erfolgen soll. Natürlich kann unter der Option “Telefonieren mit” auch nur das einen oder das andere als Standard vorgegeben werden.

Mein Fazit?

SIP-Telefonie ist eine tolle Sache – immer erreichbar unter der gleichen Festnetznummer – ohne jedoch einen Festnetzanschluss zu haben. Speziell bei einem Aufenthalt im Ausland und auf Reisen kann das sehr attraktiv sein mit einer “Heimat-Nummer” ausgehend zu telefonieren und für Freunde und Verwandte im Festnetz erreichbar zu sein – ist doch das Anrufen einer Nummer im deutschem Festnetz heute weitestgehend inklusive.

So kann nun auch der Internet- bzw. WLAN-Anschluss in einem Hotel, Apartment oder Mietshaus von verschiedenen Parteien genutzt werden – jeder hat sein Festnetztelefon (z.B. über eine FRITZ!Box), IP-Telefon (z.B. Yealink T21P über eine Ethernetdose an einem WLAN-Repeater mit Ethernet-Anschluss) oder einem Mobiltelefon (mit WLAN) als Ersatz für das DECT-Telefon. Hier kann dann sogar ein uraltes Android-Telefon noch gute Dienste verrichten. Natürlich ist auch ein PC mit entsprechender Software und Headset eine Option.

Auch wer nur eine Festnetznummer von seinem Telefonanbieter bekommt – jedoch mehr benötigt – der kann sich über Sipgate.de (& Co) zusätzliche Telefonnummern beschaffen (welche zumindest für eingehende Telefonate kostenlos sind). Und wenn das nicht reicht: Sipgate.de bietet für 9,95€/Monat eine Flatrate (Festnetz + Mobilfunk) an – was vergleichbar ist mit der Option bei den meisten Festnetzanschluss-Anbietern.

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