Detox 6: Ist Irminix® (auch OSR #1, NBMI) ein idealer Quecksilber-Chelator, also besser als z.B. DMPS und ALA?

Die Struktur von Irminix®, (NBMI / OSR #1). Quelle: Wikimedia. Lizenz: GNU V1.2, Autor: Fritzs

In meiner Übersicht zu den Schwermetall-Chelatoren hatte ich es schon in Verweis auf Bjørklund et al. [18] und George et al. [19] angedeutet: DMPS und DMSA sind wohl keine idealen Chelatoren – und auch die von Cutler favorisierte Alpha-Liponsäure hat selbiges Problem.

Mit selbiger Botschaft reist Boyd Haley (Ph.D. in Chemie und Biochemie, viel Forschung zu Alzheimer) schon länger um die Welt. Haley, in dessen Abteilung der Universität of Kentucky der Chemie-Professor David Atwood mit seinem Team N,N’-bis(2-mercaptoethyl)isophthalamide (damals NBMI genannt) als effektiven Quecksilber-Chelator entdeckte, lizenzierte diese Entdeckung und gründete in 2006 CTI Science. [12]

OSR #1: NBMI (bzw. Irminix) als es noch “frei” als Nahrungsergänzungsmittel in den USA zu kaufen war.

Zuerst wurde NBMI (heute Irminix®) als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit dem namen ‘Oxidative Stress Relief’ (OSR #1) auf den US-Markt gebracht, dann aber von der FDA der Vertrieb als NEM verboten [10][12]. ‘Man’ könnte meinen: Weil es zu effektiv war und sich zu viele Fragen stellen wenn es Menschen, die offiziell gar kein Quecksilber-Problem haben, auf einmal ohne das ‘bisschen’ Quecksilber (u.a. aus Amalgam) deutlich besser geht. In dieser Richtung interpretiert auch Dr. Retzek das damalige Verbot [2], wobei Haley es noch etwas deutlicher ausführt [9] (-> mehr am Ende des Artikels).

Seit 2010 befindet sich NBMI nun in verschiedenen klinischen Testphasen, zuletzt welche der Phase II [9]. Soweit ich es durch Lesen der weiter unten verlinkten Quellen beurteilen kann, scheint es effektiv, zumindest nicht schädlich, und es gibt keine wesentlichen Kontraindikationen oder festgestellte Probleme. Allerdings ist NBMI kein “Impfstoff” und Haley hat keine ‘speziellen Freunde’, weswegen die Zulassung 10-20 Jahre (oder mehr) dauert, und nicht nur 5-10 Monate ‘im Schnellverfahren’. Eine Notfallzulassung gibt es auch nicht, denn es sind ja nur einige Milliarden Menschen betroffen (Anm.: Das war jetzt sarkastisch gemeint).

Worum geht es mir nun in diesem Artikel?

  • Der Unterschied zwischen DMPS, DMSA, ALA und idealen Chelatoren (z.B. NBMI / Irminix)
  • NBMI / Irminix® im Detail: Die grundlegenden Eigenschaften die ich recherchieren konnte….
  • (Irreversible) Bindung im Körperoder Chelation mit Ausleitung – oder mehr?
  • Halbwertzeiten von NBMI
  • Preise und Verfügbarkeit
  • Wirkungen & Nebenwirkungen
  • Die ‘offizielle’ Dosierung von NBMI

Am Ende des Artikels folgt dann mein übliches Fazit sowie noch zwei Anmerkungen:

  • Ein Nachtrag zu der Verbotsgeschichte seitens der FDA,
  • Rückmeldungen, etwas zur Beschaffung / Verfügbarkeit und letzte Überlegungen,

wobei der letzte Punkt nur für Freunde des Blog einsehbar ist.

Tip: Hier geht es zu meiner Schwermetall- und ‘Entgiftungs’-Übersichtsseite

Der Unterschied zwischen DMPS, DMSA, ALA und idealen Chelatoren (z.B. NBMI)

Berechnete Strukturen der beiden Diastereomere des kleinstmöglichen DMSA Hg 2+ Komplexes. Die Kohlenstoffatome werden als dunkelgrau, Sauerstoffatome als rot, Wasserstoffatome als weiß, Quecksilberatome als hellgrau und Schwefelatome als gelb dargestellt.

Berechnete Strukturen der beiden Diastereomere des kleinstmöglichen DMSA Hg 2+ Komplexes. Die Kohlenstoffatome werden als dunkelgrau, Sauerstoffatome als rot, Wasserstoffatome als weiß, Quecksilberatome als hellgrau und Schwefelatome als gelb dargestellt.. Quelle: A Review on Coordination Properties of Thiol-Containing Chelating Agents Towards Mercury, Cadmium, and Lead, Bjorklund et al., Lizenz: CC BY SA 4.0

Nach Definition von Flora [20] zeichnet sich ein Chelator durch folgendes aus (übersetzt mit Deepl.com):

Chelatbildner sind chemische Verbindungen, deren Struktur es erlaubt, dass sich ihre zwei oder mehr Donoratome (oder -stellen) gleichzeitig an dasselbe Metallion anlagern und einen oder mehrere Ringe bilden.“

Zudem sollte ein idealer Chelator a) Fettlöslich sein, damit er die Blut-Hirn-Schranke (BHS) überwindet, b) Zellgängig sein und die Schwermetalle c) möglichst unlösbar und damit sicher an sich binden können, meint: Der Chelator-Hg-Komplex sollt zumindest bis zur potentiellen Ausscheidung über Urin bzw. Stuhl nicht zerfallen bzw. Re-Absorbiert werden.

Nach Haley [6][9], Bjørklund et al. [18] und George et al. [19] ist das Problem bei DMPS, DMSA und ALA jedoch der, das ein Hg-Ion nicht zwischen die beiden SH-Liganden (Thiol-Gruppen) passt (-> 3D-Stereochemie). So braucht es in der Regel wohl 2 Moleküle DMPS, DMSA und auch ALA um ein Hg-Ion zu komplexieren bzw. zu binden. Dadurch ist jedoch der gesamte Komplex, wie nebenan abgebildet, nicht so stabil wie ursprünglich angenommen. Dies könnte dann auch einen Teil der vielen unterschiedlichen bzw. widersprüchlichen Erfahrungen mit DMPS und DMSA erklären. Mercola schreibt zusammenfassend in Bezug auf ein Interview mit Haley [9] (Deepl.com):

“Laut Haley sind sie in der Tat keine echten Chelatbildner. Vielmehr bilden sie einen ‘Sandwich-Komplex’, bei dem an jedes Quecksilbermolekül zwei DMSA-Moleküle gebunden sind, im Gegensatz zu nur einem.”

Ein weiteres Problem ist, das DMPS und DMSA nicht die BHS überwinden und nicht sehr Zellgängig sein sollen (-> beide sind negativ geladen, was eine effektive Zellpenetration verhindert und die Mittel hauptsächlich im Blut hält [1]). Zwar überwindet die Alpha-Liponsäure (ALA) die BHS und ist Zellgängig, allerdings ist zu vermuten, das seine Bindungsstärke als Chelator nicht optimal ist und viele der Wirkungen von ALA indirekt, über Induktion von Nrf2 und der Förderung der Glutathion-Systeme bedingt ist (u.a. GSSG->GSH Recycling, GSH-Synthese und Beförderung der Glutathion-S-Transferasen). [18]

DMSA. Quelle: Wikipedia

Ein anderer Aspekt ist noch das Ausscheidungsorgan: Bei DMPS primär die Niere, bei DMSA auch der Stuhl (über die Leber). Eine Ausscheidung über die Niere belastet jedoch auch die Filtrationskapazität und die Tuboli der Niere [1], so das im allgemeinen, ‘meiner Lesart nach’ eine Ausscheidung über die Leber (analog zu natürlichen GSH-Hg-Komplexen) zu bevorzugen wäre.

NBMI soll nun nach Haley all diese Probleme bzw. Limitationen nicht haben – sich also wie ein idealer Chelator verhalten und zudem auch kein Potential für Nebenwirkungen im Menschen haben.

NBMI/Irminix® im Detail: Die grundlegenden Eigenschaften die ich recherchieren konnte….

Die Struktur von Irminix® (bzw. NBMI) in Bindung mit einem Hg-Ion. Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY SA 3.0, Autor: Fritzs

NBMI (auch Emeramide, N,N′-Bis(2-mercaptoethyl)isophthalamid (IUPAC), Irminix®, OSR#1, OSR, B9, MetX, BDET, BDTH2; BDETH2, CAS#: 351994-94-0 [A]) wurde als Chelator für Quecksilber entwickelt [12], wobei er natürlich auch anderes Komplexiert. Die grundlegenden Eigenschaften sind folgend beschrieben [1] (Übersetzt mit deepl.com):

“NBMI, ein nicht geladener, lipophiler, auf Dithiol basierender Chelator, der spezifisch für Schwermetalle ist, die von -SH-Gruppen angezogen werden, aber keine allgemeine ionische Anziehungskraft auf essentielle Metalle hat, schien ein guter Kandidat zu sein. Zumal die Rotations- und Orientierungsfreiheit der beiden Thiolgruppen die Bindung von Quecksilber eins zu eins durch NBMI in der bevorzugten 180°-Koordinationsgeometrie ermöglicht, was zu einem sehr stabilen NBMI-Hg-Komplex führt, der das Quecksilber in In-vitro-Tests selbst unter extrem strengen chemischen Bedingungen nicht freisetzt

Nun erst einmal eine Zusammenfassung:

  • Komplexiert wohl sehr gut mit anorganischem Hg++ zu einem nicht-reaktiven Komplex [1], jedoch auch mit organischem Methyl-Quecksilber in Zellkulturen [21] und Nematoden, wobei Studien in Säugetieren zur noch ausstehen [13].
  • Der NBMI-Hg-Komplex soll extrem Basen und Säure-Stabil sein (-> ‘leaches low-ppm levels of mercury only under extremely acidic and basic conditions’) [16]
  • Hat auch eine hohe Affinität zu Pb2+, Cd2+ [1][13]
  • Kann wohl auch Arsen (As) und schwach an Selen (Se) binden [16], ggf. auch an Molybdän (Mo), wobei Mo bei einer Hg-Ausleitung grundsätzlich ergänzt werden sollte.
  • Kann ggf. auch (aber schwächer und bei pH-Werten von 4 und 6) auch Zn2+, Cu2+ und Fe2+ chelieren [1], was nicht immer wünschenswert ist (aber ähnlich zu DMPS & DMSA).
  • Bindet freies Kupfer und freies Eisen – nicht jedoch an Proteine komplexiertes Cu & Fe [25, ca. Min 29:00].
  • Erhöht bzw. normalisiert Glutathion-Spiegel bei toxischer Last [25, ca. Min 44:30]
  • Die Ausscheidung der NBMI-Hg-Komplexe erfolgt über die Leber im Stuhl [3][6][9] – wo es nicht die Niere belastet [25]
  • Ist Lipophil, überwindet die Blut-Hirn-Schranke [1][6][9][14] und erreicht wohl alle Gewebe im Körper [25, ca. Min. 39:00]
  • Scheint hoch effizient zu sein [15]: ‘Of all the reagents examined, only K2BDET was capable of reducing mercury concentrations to below instrumental detection limits of 0.05 ppb’
  • NBMI soll untoxisch (-> ‘no known biological toxicity’) [16] für biologische Organismen sein [1].

Ein weiterer Mechanismus für den Schutz von NBMI könnte seine Fähigkeit sein, freie Hydroxylradikale abzufangen, was positiv für die Glutathion- (GSH-)-Spiegel wäre und übermäßige GSSG-Produktion (-> oxidiertes GSH) verhindern würde [1]. So könnte die Erhöhung von GSH eine wichtige Rolle beim Schutz vor Quecksilberexposition spielen, da schlussendlich der NBMI-Hg-Komplex mittels Glutathion-S-Transferasen an GSH Konjugiert werden muss [9]. Boyd Haley erwähnt es auch in einem Gespräch mit Dr. Mercola [9, Min. 1:10:15]:

“a) You oxidize the benzine ring., b) You put a hydroxyl group on it, c) the Glutathion-S-Transferase (GST) puts GSH on it (ungefährer Wortlaut)

Den Mechanismus hatte ich dann auch schon im Kontext natürliche Hg-Entgiftung mittels GSH in meinem Basis-Artikel über Schwermetall-Chelatoren beschrieben. Askert [3] führt dann noch weiter aus, das Haley (auf alten FAQ-Seiten von CTI) angab, dass NBMI/OSR#1 lipidlöslich ist, jedoch in der Lage ist, wasserlöslich zu werden, wenn es mit Glutathion gekoppelt wird – was zu der Erklärung von Haley bei Mercola [9] passt.

(Irreversible) Bindung im Körper – oder Chelation mit Ausleitung – oder mehr?

Der Hg-Gehalt in jedem Organ wurde 5 Tage nach HgCl2-Injektion und/oder Behandlung mit NBMI gemessen. Tiere in der Gruppe “Unexponiert” wurden nur mit Kochsalzlösung behandelt. Quelle: [1]

Wer sich mit der dünnen Studienlage zu NBMI beschäftigt, wird auch über meine erstgenannte Studie [1] stolpern. Ganz aktuell gibt es auch noch eine Studie aus 2018 an 36 Goldschürfern in Ecuador [26]. Die anderen Studien ‘drehen’ sich denn primär ‘nur’ um die Fähigkeit von NBMI Hg im Klärwasser oder ggf. Fadenwürmern [13] zu binden. Allerdings ist die Situation im Menschen etwas komplexer, denn hier muss der NBMI-Hg bzw. der NBMI-Hg-GSH Komplex auch noch aus der Zelle in das Blut, von dort in die Leber(zelle) und von dort mit der Galle zusammen in den Dünndarm entlassen werden.

Ob und wie der NBMI-Hg-Irgendwas-Komplex dort transportiert wird, weiß anscheinend keiner. Insofern ist es wichtig zu schauen wie viel ‘mehr’ Quecksilber nach der Gabe von NBMI im Stuhl bzw. Urin landet. Darauf gehen die beiden genannten Studien ein [1][26]. Bei der Studie an Ratten, bei der Hg im Urin und im Stuhl gemessen wurde, wurde leider nur einmal, 20 Minuten nach Vergiftung durch Hg, NBMI verabreicht [1] (deepl.com):

“In dieser Studie wurde NBMI jedoch innerhalb von 20 Minuten nach der Quecksilberchlorid-Exposition verabreicht und ist möglicherweise nicht so wirksam, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht wird. Außerdem wurde diese Studie nur mit HgCl2 durchgeführt, das Hg2+ freisetzt. Die Behandlung von inhaliertem Quecksilberdampf (Hgo) oder eingenommenen oder injizierten organischen Quecksilberverbindungen mit NBMI funktioniert möglicherweise nicht so gut.”

Bezogen auf die Einmalgabe induzierte NBMI jedoch wenig bis keine signifikanten Veränderungen in der organspezifischen Hg-Verteilung, Akkumulation (Abbildung 2 aus [1]) oder Ausscheidung (nachfolgende Tabelle 6 aus [1]) bei Ratten, die akuten HgCl2-Konzentrationen ausgesetzt waren. Die Autoren folgern daraus, das die schützenden Wirkungen von NBMI nicht direkt mit einer erhöhten Ausscheidung oder einer Veränderung in der organischen Verteilung von Quecksilber zusammenzuhängen.

Tabelle 6 aus [1]: Mittlere Quecksilberkonzentration, gemessen in Urin und Fäkalien, die während der 5-tägigen Expositionszeit gesammelt wurden. Die Werte werden als Mittelwert (in Teilen pro Milliarde) ± SEM ausgedrückt.

UnexponiertHg OnlyHg und NBMINur NBMI
Urin0.72±0.2392±70.6*242±52.7*0.30±0.1
Fäkalien132±66.831418±5906*23447±4877*110±30

Es fällt auf, das der Vergleich der Organ-Hg-Gehalte und der in Urin und Kot ausgeschiedenen Hg-Menge von “nicht exponierten” Tieren und denen der “Nur-NBMI”-Gruppe deutet darauf hin, dass NBMI die Hg-Ausscheidung sowohl im Urin als auch im Kot leicht verringerteDie Autoren folgern weiter, da sich die Hg-Ausscheidung im Urin oder in den Fäzes nicht signifikant veränderte, dass der Schutzmechanismus auf der Bildung eines nicht-toxischen Komplexes innerhalb des Tieres zu basieren scheint und nicht auf einer schnellen Ausscheidung des Metalls aus dem Körper. Die Daten deuten jedoch auch darauf hin, dass NBMI verfügbares Hg2+ chelatiert.

Interessant ist in diesem Kontext auch noch ein altes Interview von Haley aus dem Jahre 2011, in dem er diese Studie (damals noch unveröffentlicht) kommentiert [24]. Dort sagt Haley u.a., das Menschen die OSR (NBMI) nahmen nach wenigen Monaten keine messbaren Mengen von Hg mehr im Blut und Urin hatten [24, ab ca. Min. 5] und auch, das Glutathion ist ein (natürlicher) Hg-Chelator ist, denn alles Hg was den Körper (natürlich) verlässt sei mit GSH komplexiert, wobei Hg-Toxische Menschen durch den zusätzlichen oxidativen Stress oft niedrige GSH-Spiegel haben [24, ab ca. Min. 6:30]. Zum Ende wird es dann jedoch spannend und sagt zur Rattenstudie [1], das wenn Sie die Organe der mit NBMI behandelten Ratten untersuchen, das das Hg weiter da war – aber kein Zeichen von Hg-Toxizität (z.B.  Entzündungen in der Niere wie in den Vergleichstieren) [24, ab Min. 8:30]. Das fasst Haley dann auch noch mal zusammen:

The mercury is still in your bodybut it is tied up by this compound and is rendered non-toxic” [24, Min. 9:40] und “The mercury that is tied up is going out in the feces of the rats – but it wasn’t going out any faster with out without the compound …. as the body can only transport so much at a time” [24, Min. 9:45]

Zusammenfassung der Quecksilberwerte in Urin und Plasma bei Screening, Tag 15 und Tag 45. Quelle: [26]

Die zweite Studie an den Goldschürfern [26] hatte diesen dann 100 oder 300 mg NBMI pro Tag für 14 Tage verabreicht und ebenfalls das Hg im Urin gemessen (-> Werte nebenstehend). Auch hier verbesserte die Gabe die Ausscheidung von Hg im Urin nicht – wobei diese sogar mit steigender Dosis abnahm. Allerdings sind Messwerte nicht alles, den innerhalb der kurzen Studiendauer von 14 Tagen verbesserten sich das Befinden der Gruppen mit NBMI-Einnahme deutlich (Deepl.com):

“Der deutlichste Effekt von NBMI im Vergleich zu Placebo zeigte sich bei der Müdigkeit der Probanden. Im Gegensatz zur 100 mg NBMI-Dosis verbesserte sich der physische Ermüdungsscore in der 300 mg NBMI-Gruppe, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung mit einem p-Wert < 0,05 für den Unterschied zur Placebo-Gruppe hindeutet.”

Die Autoren merken an, das zudem einige der Männer Einige der Männer hatten vor der Medikation Probleme mit erektiler Dysfunktion hatten, die sich mit NBMI zu verbessern schienen.

Da sich die (Blut-) Plasma-Hg-Werte der einzelnen Gruppen nicht stark unterschieden, was natürlich auch der kurzen Studiendauer geschuldet sein kann, denke ich das auch hier der Effekt von NBMI über die Inaktivierung von Hg im Körper erzielt wurde – und nicht über die forcierte Ausscheidung. Die Autoren merken jedoch an, dass bei einer hohen Hg-Bindung an Albumin in weiteren Studien eine Vollblutanalyse (in Bezug auf Hg) zwingend erforderlich wäre. Final merken die Autoren an (Deepl.com):

“Obwohl diese Studie mit einer kleinen Stichprobengröße konzipiert wurde, um die Machbarkeit zu testen, zeigten die gewonnenen Ergebnisse mit 300 mg NBMI bereits einen Effekt auf die körperliche Müdigkeit mit statistischer Signifikanz und es gab Hinweise auf positive Effekte auf andere Symptome, wie Schlafprobleme.”

Anmerkung: Cutler wies oft darauf hin, das eine Hg-Vergiftung komplex ist und viele Studienergebnisse (bzw. deren Interpretationen) mit “Vorsicht zu genießen” sind. So wandelt sich z.B. Hg in verschiedene Formen um, und ‘geht’ nur langsam über die Blut-Hirn-Schranke, die aber in Ratten deutlich durchlässiger als beim Menschen ist.

Positiv anzumerken ist jedoch, das die Autoren in [1][26] auf die Unzulänglichkeit Ihrer Ergebnisse hinweisen. Wenn nun NBMI chelatiert und inaktiviert und dann nur langsam ausgeschieden wird, dann stellen sich natürlich viele weitere Fragen, wie z.B. der der Langzeitstabilität der Komplexe – also auch wie lange z.B. mit NBMI ‘nachgefüttert’ werden muss – oder ob dieses nicht nötig ist.

Haley hat aber einen wichtigen Punkt [25], denn die Ausscheidungssysteme, Niere bzw. Leber und Darm, sind durch die (forcierte) Mobilisation von zu viel Hg oft überfordert. Das Hg im ersten Schritt dort zu “inaktivieren” wo es ist – und es dann langsam und natürlich über GSH-Komplexe ausscheiden zu lassen wäre natürlich recht Genial. So haben sich nicht wenige Menschen mit Chelatoren, speziell auch Alpha-Liponsäure, keinen Gefallen getan, wenn Sie die Dosis zu schnell steigerten bzw. bestimmte Grenzen überschritten. Die Möglichkeiten der Leber und Niere begrenzen aus meiner Sicht jede forcierte Ausleitung!

Halbwertzeiten von NBMI

Für alle Menschen die eine Affinität für das Cutler-Protokoll haben, interessieren sich sicher für die Halbwertzeiten, welche u.a. folgend angegeben sind [1]:

  • Nach intravenöser Zufuhr bei einer Dosis von 1 mg pro kg Körpergewicht (Ratte) war die durchschnittliche Halbwertzeit im Plasma (t1/2) für NBMI 6.18 ± 0.98 Stunden.
  • Bei oraler Zufuhr (in Ratten) war die Halbwertzeit im Plasma 5.47 ± 1.75 Stunden bei 7 mg /Kg (sowie 5.60 ± 1.02 h bei 35 mg / Kg) und das durchschnittliche Zeit bis zum cmax wurde mit 2.3 ± 1.2 Stunden (bei beiden Dosierungen) erreicht, wobei Haley im Interview bei Menschen ca. 2 h (t bis cmax) angibt (Phase I Studie) [9].

Soweit ich die Datenlage interpretiere(n kann) ergibt sich daraus eine (hypothetisch) ähnliche Einnahme-Logik wie bei DMPS im Sinne des Cutler-Protokolls: Alle 6 Stunden eine orale Kapsel mit NBMI. Patrik Askert [3] schreibt ähnliches zu den Haltbwertzeiten (6-7 h) und dem Cutler-Protokoll. Askert schreibt zudem [3]:

“Auf der alten FAQ-Seite von CTI Science gibt Haley an, dass die Halbwertszeit des Produkts im Blutplasma verlängert ist, weil es lipidlöslich ist (ca. 6-7 Stunden) im Vergleich zu wasserlöslichen Antioxidantien.”

Weiterhin habe ich auch einen Kommentar von Cutler aus 2010 gefunden – welcher auf den damalig verfügbaren Daten stützt [AC3]. Cutler basiert seine Berechnungen dabei auf der damaligen Aussage von Haley sagt, dass der OSR-Spiegel im Blut bis zum Zeitpunkt einer 24-Stunden-Messung auf 4-12 % des 2-Stunden-Spiegels fiel. Cutler nimmt zudem ca. 2 h an damit sich das OSR (über den oralen Aufnahmeweg) verteilt (deepl.com):

“Der Bereich der Halbwertszeit liegt zwischen -22*ln(2)/ln(0,04) und ?22*ln(2)/ln(0,12) oder 4,74 und 7,19 Stunden.”

Daraus berechnet Cutler, zuzüglich einer oralen Absorptionszeit einen Einnahmeintervall von ca. 6 Stunden, wobei wenige ggf. auch eine 8-Stunden-Dosierung vertragen würden. Cutler schreibt zudem (deepl.com):

“Eine weniger häufige Einnahme WIRD bei jedem, der eine klinisch signifikante Menge an Schwermetallen aufweist, Schaden anrichten und es ihm später schwerer machen, zu helfen.”

Allerdings ging Cutler damals davon aus, das NBMI ein ‘üblicher’ Chelator ist, der seine Bindung zu Hg verliert und auch forciert ausgeschieden wird. Ob dies bei NBMI, im Sinne eines DMSA oder DMPS der Fall ist, ist auf Basis der verfügbaren Daten letztendlich nicht klar. So kann es sicher nicht bzw. kaum schaden, eine Tagesdosis NBMI auf 4 einzelne Gaben (nach Cutler) zu verteilen.

Preise und Verfügbarkeit

NBMI (bzw. Irminix®) ist in den USA und auch Europa nicht für die Verwendung am (bzw. im) Menschen zugelassen – jedoch anscheinend ein gutes Mittel um das Quecksilber im Klärwasser oder seinem Aquarium zu binden. Es ist zwar theoretisch möglich eine Einzelzulassung für klinische Tests zu beantragen [5], jedoch ist der Aufwand wohl enorm – zumindest so, wie ich Dr. Retzek interpretiere [2]. Retzek schrieb in 2017, das es, also wenn man eine Einzelzulassung erwirken kann, ca. 600€ für eine 3-Wöchige Anwendung kostet. Vor ca. 10 Jahren war der Preis für 30 Kapseln an 100 mg (3 g) ca. 70$ [17]. Andere Hersteller, wobei mir unklar ist ob diese NMBI unter Lizenz herstellen, geben ca. 450$ für 20 g Reinsubstanz an [A], wobei diese Versionen nicht für Mensch oder Tier – sondern nur für Laborzwecke offeriert werden und nicht vom EmeraMed stammt. Andere alternative Quellen [C][D] rufen 190-230€ pro 5g auf., wobei hier teils eine hohe Reinheit angegeben wird.

Irminix® Echtheitstest mit DMSO – es muss eine absolut klare Flüssigkeit ergeben. Quelle: EmeraMed

Wichtig mag sein, das EmeraMed, der Patenthalter von Irminix®, darauf hinweist, dass es auch “komplett” gefälschtes NBMI auf dem Markt gibt – also etwas “wo nix passt”. Um letzteres zumindest grob zu Testen kann angeblich ein Lösungstest gemacht werden [1] (übersetzt mit deepl.com):

“NBMI, löst sich leicht in 95%igem Ethanol oder Dimethylsulfoxid (DMSO)”

EmeraMed schreibt selber auf seiner Webseite [23]:

“Bitte beachten Sie das obige Bild. Emeramid löst sich in DMSO (klare Lösung) auf und die gefälschte Emeramide-Internetfälschung nicht (da es unbekannte weiße Trümmer enthält).”

So scheidet wohl zum aktuellen Zeitpunkt, bis auf die Tiermedizin, der Bezug von Irminix® über EmeraMed in den meisten Ländern aus – es sei denn man wohl in Neuseeland, der Schweiz [5]. In Deutschland und Österreich kann man es versuchen – jedoch muss der unterstützende Arzt hier kompetent sein und mitmachen, was durchaus Zeitaufwändig sein kann. Positiv scheint hingegen zu sein, das NBMI sehr stabil sein soll [3]:

“Boyd Haley has stated on the old CTI Science web site FAQs page that OSR#1 powder sealed in its bag unopened degrades at a rate of 3% over 3 years if stored at room temperature. “

Optimaler Weise wird es jedoch im Gefrierschrank bei -20C gelagert [A].

Wirkungen & potentielle Nebenwirkungen

Zusammenfassung einer Präsentation zu OSR aus dem Jahre 2011 (John Wilson, MD bei IAOMT)

Ich konnte nichts ‘substanziell’ negatives bezüglich der humanen Verwendung von NBMI finden, was jedoch nichts bedeuten muss – solche Informationen sind immer schwer zu finden (-> es verdient ja keiner was daran). Allerdings müssen die Co-Faktoren wie Molybdän, Mikronährstoffe & Co. aufgefüllt sein und (Epi-) genetische Detox-Störungen können anscheinend auch Probleme mit der Verträglichkeit von NBMI bereiten [7]. Das FAQ zu NBMI bei F******k weißt auf ähnliches hin und gibt an, dass einige Menschen Probleme mit bereits 10 mg verspüren. Askert schreibt [3] bezüglich seiner eigenen Erfahrungen (deepl.com):

“Nach nur 3-monatiger Anwendung war ich der Meinung, dass es der bequemste und symptomfreieste Chelatbildner für Quecksilber war, den ich verwendet hatte, wobei die neurologischen Symptome abklangen und bei dieser niedrigen Dosierung keine unerwünschten Nebenwirkungen auftraten.”

Bei Retzek ist ähnlich positives seitens eines Patienten zu lesen [2]. Haley [6][9] berichtet auch gleiches – also keinerlei substantielle Nebenwirkungen, wobei er selber NBMI täglich (200 bis 300 mg) seit 2006 nutze [9]. Haley sagt noch bei Mercola im Interview [9] (Deepl.com):

“Wir gaben diesen Tieren mindestens 290 mg pro Kilogramm Körpergewicht, um sie krank zu machen. Manche Tiere werden überhaupt nicht krank. Menschen nicht. Ich meine, das ist unterschiedlich. Aber da ist nichts drin, was nicht reversibel ist. Es ist etwas, das man abstellt und es geht weg. Es ist völlig sicher …”

Weiterhin sagte Haley [9] (Deepl.com):

Es gelangt in das Gehirn. Man bekommt mehr davon in den Nieren und der Leber als im Gehirn, aber es gelangt ins Gehirn. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und ist wirksam bei der Beseitigung des Eisens aus dem Gehirn [auch] …”

Cutler [AC3] merkt jedoch an, das NMBI (Deepl.com):

“hat einen aromatischen Ring und ist daher fast garantiert giftig für Menschen mit Chemikalienempfindlichkeit.”

Weiterhin hat Cutler noch viele Anmerkung zu einer Kritik von Boyd Haley an Ihn, welche mich beim Lesen an einigen Kompetenzen von Haley zweifeln lassen – egal wie gut und ehrlich Haley es ggf. meint [AC4]. Grundsätzlich kann es immer zu Nebenwirkungen kommen, wobei aus meiner Sicht hier immer wieder Probleme mit den Detox-Pfaden, chronischen Entzündungen & Organen die Ursache sind, u.a.:

  • Gestörte Phase II, III Entgiftung -> Glutathion-S-Transferase, Sulfatierung, Membrantransporter (u.a. MRP1/2, BSEP)
  • Organschäden an Leber, Niere -> u.a. schlechte Leber- und Nierenwerte (-> GOT, GPT, GGT, Cystatin C, Harnsäure, Kreatinin, etc.)
  • Fehlende Mikronährstoffe -> Phosphatidylcholin, Zink, Molybdän, Selen, Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C & E, Folat, etc.
  • Chronische Entzündungen -> Endotoxine, orale Toxine (-> Wurzelbehandlungen, NICO/FDOK, CAP)

So sollten Menschen mit allergischen Reaktionen auf Sulfa-Medikamenten vorsichtig sein, ebenso wie bei Reaktionen auf Thiole und schlechtem Stuhlgang (-> Reabsorption), da die NMBI-Hg-Komplexe über die Galle in den Dünndarm ausgeschieden werden. Cutler [AC1][AC2] hatte in Bezug auf OSR (NBMI) eher unklare bzw. zweifelhafte Kommentare abgeben – welche jedoch nicht zu dem passen, was Haley über NMBI bei Mercola sagt. Aber Cutler ist vor ein paar Jahren gestorben und die letzten Kommentare zu NBMI sind ca. 10 Jahre alt.


Hinweis: Der nachfolgende Abschnitt ist nur für Unterstützer sichtbar.



Was mir zu denken gibt, ist die Fähigkeit von NBMI die BHS zu überwinden. Cutler beschreibt mehrfach, das KEIN Chelator Hg aus dem Gehirn entfernen kann, wenn die Konzentration von Hg im Gehirn geringer ist also die im Rest des Körpers. Liegt kein Konzentrationsgefälle vor, dann könnte NBMI an Hg binden und dieses dann mehrheitlich IN das Gehirn verschieben. In diesem Kontext empfiehlt es sich ggf. NBMI erst später in der Hg-Ausleitung zu verwenden und mittels DMPS & Co. im Kontext des Cutler-Protokolls anzufangen.

Die ‘offizielle’ Dosierung von NBMI

Auf einer Webseite, die OSR#1 in 2010 vertrieb, stand folgendes (übersetzt mit deepl.com) [17]:

  • Die empfohlene Dosis von OSR#1 für Erwachsene beträgt 100 mg einmal täglich.
  • Wenn Ihr Arzt eine höhere als die empfohlene Menge befürwortet, dann warten Sie, bis Sie die empfohlene Menge mindestens einen Monat lang vertragen haben, bevor Sie Ihre Einnahme erhöhen, und tun Sie dies nur auf Anraten Ihres Arztes.
  • Danach sollten Sie Ihre Tagesdosis nicht um mehr als 100 mg auf einmal erhöhen, und Sie sollten nicht öfter als einmal im Monat erhöhen.
  • Wenn Ihr Arzt Ihnen also z. B. rät, sich auf 300 mg OSR #1 täglich hochzuarbeiten, werden Sie drei Monate brauchen, um auf diese Menge zu kommen.
  • Die tägliche Einnahme sollte 500 mg pro Tag nicht überschreiten.

Askert ergänzt [3] (deepl.com):

  • Anfangs gab es Leberprobleme bei mehr als 3-4 Kapseln (100 mg) pro Woche, was sich nach Leberreinigungen besserte.
  • Lecithin-Granulat (im Bereich bis zu 36 Stunden nach NBMI) produzierte (anfangs) Seiteneffekte, was Askert auf einen kumulativen Effekt der Übermobilisierung von Toxinen zurückführt.

Die Problematik mit dem Lecithin kann ich mir nicht erklären, weil dieses ja gerade den Gallenfluss und damit die Entgiftung in Phase III fördert. Ggf. hatte Askert Probleme mit der Aktivierung der Phase III Membrantransporter oder Probleme mit Endotoxinen im Darm, welche die (Expression der) Phase II & III Enzyme, inkl. Membrantransportern wie MRP2 und BSEP, bremsen können.

In Bezug auf die Nebenwirkungen ist teils zu lesen, das mit Dosen ab 3-6 mg NBMI begonnen werden sollte. Treten dann Probleme auf gibt es höchstwahrscheinlich ein Problem in der Detox-Kette, die ich unter Nebenwirkungen beschrieben habe. Teilweise wird NBMI auch in DMSO gelöst und dann im Mund unter der Zunge verabreicht, wobei zumindest ein Teil die ggf. schlechtere Aufnahme im Magen umgeht. Hier ist aus meiner Sicht jedoch Vorsicht geboten, da das DMSO die gesamte Pharmakokinetik (u.a. ggf. auch die Halbwertzeit) verändert. Zudem sollte dem jeweiligen Anwender auch sehr klar sein, was DMSO eigentlich macht.

Mein Fazit

Zusammenfassung einer Präsentation von Haley in 2016 [25] in Bezug auf die Studienlage, speziell [1] und [26]

NBMI scheint mir ein theoretisch sehr sinnvoller Chelator zu sein, wobei es viele offene Fragen gibt, speziell ob der NBMI-Hg-GSH-Komplex (effektiv) ausgeschieden wird bzw. im Körper das Hg langzeitstabil bindet. Träfe beides zu, dann wäre NBMI wirklich ein ‘idealer’ Chelator, der bindet, deaktiviert und bei der Ausscheidung Leber & Niere nicht überfordert. In diesem Kontext empfehle ich auch einen Vortrag von Haley aus 2016 [25] sowie die vorgenannte Studie an 36 Goldschürfern [26] in Ecuador.

Da NBMI für die (breite) Allgemeinheit nur schlecht verfügbar ist, sind diese Überlegungen wohl eher hypothetisch. Ich würde NBMI (ohne zwingenden Grund) nicht pauschal als ‘first-in-line’ Chelator verwenden – also nicht ganz zu Anfang zu Anfang einer Hg-Ausleitung, da die Thematik der potentiellen Hg-Verschleppung über die Blut-Hirn-Schranke (BHS) und die der Langzeitstabilität aus meiner Sicht nicht befriedigend geklärt ist. Insofern würde ich selber NBMI ‘potentiell’ nur in kleinen Dosen ab 10 mg einnehmen, langsam steigern, ggf. den 6h-Zyklus im Rahmen des bzw. eines Cutler-Protokolls einhalten – nach dem mittels DMPS / DMSA (nach Cutler-Schema) der Hg-Bestand des Rest-Körpers gesenkt wurde.

Wenn NBMI jedoch wirklich so funktioniert wie Haley [24][25] und die Rattenstudie [1] es darlegen bzw. theoretisieren, dann könnte sogar auf das Cutler-Schema bei der Einnahme verzichtet werden. Allerdings, und das ist der Knackpunkt, lassen mich die Berichte der F*****k-Gruppe mit dosisbezogenen Unverträglichkeiten bzw. Nebenwirkungen ab ca. 10 mg etwas vorsichtiger sein, als Haley in 2011 [24] oder 2016 [25]. Vielleicht hatten diese Leute zu wenig Molybdän oder was auch immer – niemand weiß es, wie bei den Leuten, die nicht alle Aspekte des Cutler-Protokolls halten und dann schlechtes berichten. So würde ich, rein aus Vorsicht, auch bei NBMI eine Nutzung nach dem Cutler-Schema, im Sinne der pharmakologischen Halbwertzeit in Betracht ziehen – aber vorher alles an Mikronährstoffen aufladen und die Dinge in meinem Detox 1 Artikel ernst nehmen – denn eine Hg-Belastung kommt selten allein.

Wie die Anmerkung von Cutler bezüglich des aromatischen Ringes von NBMI seitens Cutler zu verstehen ist weiß ich nicht. Ob NBMI letztendlich (am Ende) effektiver ist als eine DMPS+ALA Kombi nach dem Cutler-Protokoll konnte ich nicht klären. In jedem Falle wäre alleine schon eine 6-Stündige Einnahmezeit eines einzelnen gehirngängigen Chelators begrüßenswert. Ganz klar möchte ich noch einmal auf das hinweisen, was nicht nur Cutler sondern auch z.B. Retzek [2] schreibt:

“Hier sehen wir dass die Organ-Aktivierung VOR jeder DETOX der zentrale und wichtige Punkt ist und dass bei blockierter Galle/Leber/Niere die Präparate nicht gut tun oder nicht helfen.”

Genau letzteres ist Mega-Essentiell und wird von vielen vergessen oder missachtet. Aus meiner Sicht sind so sehr viele der ‘üblichen Nebenwirkungen’ von NBMI, DMPS, DMSA, ALA & Co. zu erklären – von denen die meisten nicht ‘sein müssten’. Eine unteraktivierte Phase II & III der Entgiftung, einem Mangel an Molybdän und grundlegenden Mikronährstoffen sowie Bindemitteln sind, nicht nur aus meiner Sicht [2][3], keine gute Idee. Unter dem Abschnitt Nebenwirkungen hatte ich dies ja schon weiter ausgeführt. Mehr steht in anderen Artikeln hier im Blog, wie z.B. diesem. Denn wer den Artikel wirklich genau gelesen hat, der hat hoffentlich auch die Aussage aus den Haley-Interview mit Mercola gelesen [9]:

“a) You oxidize the benzine ring., b) You put a hydroxyl group on it, c) the Glutathion-S-Transferase (GST) puts GSH on it (ungefährer Wortlaut)

Meint: Ohne genug GSH und GST geht auch an Hg komplexiertes NBMI nicht (schnell) aus dem Körper. Um den Chelat-Hg-Komplex aus der Zelle zu bekommen braucht es (unter anderem) eine funktionierende Phase II & III der Entgiftung (u.a. GST’s, MRP1) + eine funktionierende Leber (sowie die OATP, MRP2 & BSEP Membrantransporter). Wem es bei diesem Satz nicht klingelt, oder wer ihn hier nicht versteht – der sollte sich auf die Suche begeben.

Ein Nachtrag zu der Verbotsgeschichte seitens der FDA

Irminix® (damals NMBI/OSR#1) ist klar mehr als ein ‘antioxidatives Supplement’ – aber von der Wirkung her auch nichts anderes als die Alpha-Liponsäure (ALA). Mit genau dieser Angabe, worunter auch ALA fällt, wurde es damals verkauft. Jeder mag sich deswegen ‘seinen Teil’ denken, den Haley im Interview mit Mercola [9] aussagt (Deepl.com):

“Als sie mich abschalteten, sagte mir [mein Anwalt, ein FDA-Experte]: ‘Dr. Haley, das ist albern. Die Verbindung hat eine In-Struktur, Dicarboxylbenzoat, das in Cranberries und Cystamin vorkommt, das sich am Ende von Coenzym A befindet. Es ist einfach Cystein ohne die Carbonsäuregruppe. Es ist ein Naturprodukt.
Zwei Naturprodukte [kombiniert], genau wie Niacin mit langsamer Freisetzung und n-Acetylcystein … Es kann als Naturprodukt und Nahrungsergänzungsmittel [verkauft werden], wenn es eines der Naturprodukte oder eine Kombination von zwei enthält. Das ist, was [die FDA-Regeln] sagten. Und dann haben sie das geändert. Wir nennen es jetzt die Boyd-Haley-Regel. [Die FDA] sagte: ‘Nicht, wenn man [zwei natürliche Produkte] chemisch zusammenfügt’ …”

Meint: Die FDA hat Ihre Regeln geändert und unter diesen geänderten Regeln Haleys Chelator OSR #1 verboten. Wer Retzek ließt [2] bekommt eine Ahnung warum man den Quecksilber-Amalgam-Verharmlosungs-Komplex (u.a. das Amalgam noch heute in Deutschland als ‘Kasse-Standard’ in Menschen eingebaut wird) unter den Teppich kehren möchte…

Rückmeldungen, etwas zur Beschaffung / Verfügbarkeit und letzte Überlegungen


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Links / Quellen:

Kommentare von Cutler:

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