Nahrungsergänzungsmittel (NEM) – Und was man wissen sollte!

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Familienangehörigen – über Nahrungsergänzungsmittel. Da auch für mich das Pro/Kontra, was ist Bullshit?, was ggf. hilfreich?, etc. pp. ein sehr langer Prozess war – bei dem ich viel wieder verworfen, weggeschmissen!, geändert und gelernt habe – möchte ich hier einmal die wichtigen Dinge zusammenfassen.

Vorab: Grundsätzlich bin ich der Meinung das alles was wir brauchen über eine natürliche Ernährung, mäßige Bewegung (oder Sport) und Aufenthalt in der Natur / Sonne ausreichend geregelt werden kann. NEM’s können jedoch in bestimmten Phasen (Krankheiten, Umstellung, Schwangerschaft, Aufbau, Stress) eine sinnvolle Ergänzung zu einer gesunden Ernährung sein.Diese Ansicht vertritt z.B. auch der Orthomonekular-Medizin praktizierende Arzt Dr. Peter Volkmann. U.a. weist Herr Dr. Volkmann darauf hin, das es wichtig ist das die NEM’s (möglichst) frei von Zusatzstoffen sind und unbedenkliche Füllstoffe nutzen (z.B. Reismehl).

Auf was sollte grundsätzlich bei NEM’s geachtet werden?

  • Zusatz- und Füllstoffe
    • Oft sind in NEM’s Füll- und Zusatzstoffe, Trennmittel, etc. pp. enthalten die der Gesundheit nicht förderlich sind.
      • Hier ist insbesondere Titandioxid zu nennen (Entzündungsfördernd).
      • Auch Süßstoffe (Aspatam, Sorbitol, Sucralose, etc.) sind für mich absolut zu vermeiden.
    • Siliziumdioxid ist für mich zumindest umstritten, jedoch fast immer anzutreffen und breit in Arzneimitteln, Kosmetika, Zahnpasta & Co. verwendet. Wenn es enthalten ist, sollte es zumindest als letzte Komponente aufgeführt sein (-> mengenmäßig geringster Anteil).
    • Magnesiumstereat ist ebenfalls umstritten.
    • Polysorbat 80, Carragen sind ebenfalls sehr umstritten.
    • Sojalecitin würde ich selber vermeiden, Sonnenblumenlecitin geht für mich noch.
    • Aromen, Farb- und Geschmacksstoffe haben für mich in NEM’s in der Regel nichts zu suchen.
    • Optimal ist für mich natürliches wie Reismehl & Co. als Füllstoff.
  • Chemische oder natürliche Herkunft?
    • Viele Studien und Berichte (die ich gelesen habe) deuten darauf hin, das insb. chemisch erzeugte Vitamine (welche nicht naturidentisch sind), der Gesundheit bei Anwendung über längere Zeit schaden könnten.
    • Als Alternative bieten sich Pulver und Extrakte aus getrockneten Früchten, Getreide und Gemüse an – bei Jod z.B. auch Algen. Dieses sollte dann auch exakt gekennzeichnet sein (und am besten in BIO-Qualität wie z.B. bei Acerola Vitamin-C Pulver).
    • Bei Öl-Extrakten (z.B. Omega3, EPA, DHA) in Kapseln ist eher die frische bzw. natürliche Quelle (Leinsamen, Hering, etc.) zu bevorzugen – siehe auch meinen Beitrag zu Fischölkapseln und Oxidation.
  • Was ist der genaue Wirkstoff bzw. die chemische Zusammensetzung?
    • Oft ließt man Inhaltsstoff: “Vitamin B12”, “Vitamin D”, “Zink”, “Magnesium”. Das sagt aber rein gar nichts aus! Vitamin D2 oder D3? Bei Vitamin B12 – da gibt es verschiedene Formen – vor- und aktive Formen, sowie einige die nicht verwertbar sein sollen (Pseudo-B12, u.a. in Algenprodukten). Oder auch Magnesium – ist das als Oxid, Citrat oder xyz da drin? Dies ist entscheidend für die Bioverfügbarkeit und die Aufnahme im Margen- & Darmtrakt. Das gleiche gilt z.B. für Zink sowie Kalzium.
  • Unvollständige Angaben
    • Angaben für Kapseln wie “Inhalt: 100% Magnesium” sollten Vorsichtig stimmen. Erst einmal besteht die Kapsel auch aus irgendwas (ggf. tierischer Gelatine) und Magnesium ist nur der Oberbegriff für einen Inhaltsstoff – jedoch keine genaue Deklaration (siehe letzter Punkt).
    • Also unbedingt auf eine Feindeklaration achten. Tip: Gibt es die nicht – dann Finger weg!
  • Nicht-optimale Wirkstoffkombinationen und Darreichungsformen
    • Dr. Mutter gibt an (Seite 126/7), das manche Mineralien (Kalium, Kalzium und Magnesium) getrennt von Vitaminen und Wirkstoffen eingenommen werden sollten (nach Dr. Mutter ca. 30-60 min. vor- oder Nachher). So auch Spurenelemente (z.B. Zink) in zeitlichem Abstand zu Mineralstoffen. Gleichzeitig verbessert Vitamin C (und Zwiebelgewächse) die Aufnahme von Eisen und Zink. Insofern wären die “alles-in-einem” Tabletten nicht optimal.
  • Seriöser Anbieter?
    • Dies ist das am wenigsten übersichtliche Thema. Alle Pülverchen sind oft Weiß und bunte Aufkleber und eine schicke Webseite kann heute fast jeder erstellen.
    • Mein Fazit: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…. wenn Inhaltsangaben unvollständig sind, (große) Versprechungen über die Wirkung gemacht werden, etc. pp. – dann nehme ich lieber Abstand von dem jeweiligen Anbieter.

Zu guter Letzt: Es sollte neben der Kapsel möglichst nur der Wirkstoff bzw. die Wirkstoffe enthalten sein. Als Füllstoff bietet sich z.B. Kartoffelstärke oder Reismehl an, teilweise wird auch Magnesium verwendet. Je nach Inhalt wäre auch ein Fruchtpulver sehr gut. Die Suche ist etwas aufwändiger – aber es sollte sich lohnen.

Fazit

Kritisches hinterfragen ist wichtig. Insbesondere wenn eine Webseite mit sehr (oder nur) positiven Informationen daherkommen und auch gleich noch das passende Pülverchen anbieten. Um eine verlässliche Einschätzung zu Wirkstoffen als Laie zu bekommen ist sehr viel Recherche notwendig – und auch dann bleibt die Lage (oft) unübersichtlich. Helfen tut mir hier in der Regel nutritionfacts.org.

Was mache ich?

Ich nehme, da ich mich vorwiegend pflanzlich ernähre, regelmäßig Vitamin B12 ein. Als Ergänzung Jod über Algen und optional in bestimmten Situationen u.a. Vitamin D3 & K2, Magnesium und ggf. Zink sowie Bor.

Für alles andere was oft angepriesen wird bevorzuge ich in erster Linie natürliche Quellen wie z.B.

  • Omega 3 Fette: u.a. Lein- und Hanfsaamen, ggf. auch Hering bzw. anderen ölhaltigen Fisch.
  • Selen: z.B. eine Paranuss am Tag (wenn man nichts gegen ein bisschen Radium hat…) oder Sardinen.
  • E-Vitamine: Brokkoli, (Gesprosste) Sonnenblumenkerne, (gewässerte) Mandeln
  • B-Vitamine: U.a. gekeimtes (Pseudo-) Getreide (z.B. Buchweizen und Hafer) – aber  auch Kartoffeln und Brokkoli!
  • Vitamin K(1): dunkles Grünzeug, Brokkoli, Spinat, etc. pp.
  • Kalium: Kartoffeln, Kürbis, Brokkoli oder Bananen.
  • Calcium: u.a “Grünzeug” (Salate, Brokkoli, etc. pp)
  • Protein (Aminosäuren): Linsen, (Kicher-)erbsen, Bohnen, Brokkoli
  • Fette: Avocado, Samen & Saaten (Sonnenblumen- & Kürbiskerne, Sesam, etc,), (gewässerte) Nüsse.
  • Sowie viel Gemüse, Obst in Maßen und insb. auch Keimsaaten und gekeimte Sprossen – welche die absoluten Vitamin-Turbos sind!

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzten – doch dafür gibt es z.B. gute Ernährungsdatenbanken wie fddb, meinen Favorit Cronometer und viele Artikel hier in meinem Blog.

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