Detox 2: Das Cutler-Protokoll (Alpha-Liponsäure, DMPS, DMSA & „frequent-low-dose chelation“)

Von | 15. April 2020
Amalgam Illness - diagnosis and treamtment , Andrew Hall Cuttler, Pdh

Buch: Amalgam Illness – Diagnosis an Treatment (1999) von Andrew Hall Cutler

Buchtip: The Mercury Detoxification Manual: A Guide to Mercury Chelation, Rebecca Rust Lee and Andrew Hall Cutler, PhD, PE, 2019, ISBN 978-0-9676168-4-1

Buch: The Mercury Detoxification Manual: A Guide to Mercury Chelation, R. Rust Lee and Andrew Hall Cutler (2019)

Mit diesem Beitrag möchte ich kurz das Cutler-Protokoll vorstellen. Dieses Chelatierungs-Protokoll, speziell mit Fokus auf die Ausleitung von Quecksilber, wurde vom US-Chemiker Andrew Hall Cutler in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt.

Um mich nicht allzu stark zu Wiederholen verweise ich gleich auf meine Buch-Empfehlung zum 2019er Buch von Cutler [1] – in dem das Komplett-Werk aus 1999 [2] in vielen Teilen überarbeitet (aber auch verkürzt) gut lesbar & mit vielen praktischen Tipps erklärt wird.

In diesem Artikel geht es nun konkret um:

  • Was bei Cutler im Vergleich zu allen anderen (mir bekannten) Protokollen anders ist.
  • Was der Unterschied von Alphaliponsäure (hier RS-ALA) im Vergleich zu DMPS und DMSA ist.
  • Was andere Vorteile der Alphaliponsäure sind.
  • Was die Schattenseiten von Alpha-Liponsäure sind.
  • Was das Einnahmeschema und die Basis-Supplemente bei Cutler sind.
  • Was über alles hinaus – speziell am Anfang – noch wichtig ist.

Ach ja, wichtig im Corona-Kontext: Eine Schwermetall-Belastung belastet auch das Immunsystem und verschiedenste Organe und Systeme. Alles nicht gut in Bezug auf jegliche Viren (u.a. EBV), Bakterien, Pilze & Parasiten – nicht nur beim Corona-Virus.

Was ist bei Cutler anders bzw. besonders?

Im Kern macht Cutler eine orale „frequent-low-dose chelation“ mit RS-Alpha-Liponsäure (RS-ALA) sowie DMPS und optional DMSA als zusätzliche Chelatoren.

Das bedeutet in ‚Lang‘: Die Chelatoren werden anstatt Hoch-Dosiert per Infusion oder 1-3 mal am Tag Oral (z.B. 600 mg DMPS) – eher niedrig dosiert (z.B. 1, 5, 10, 15, 25 bzw. maximal 50 mg DMPS) – und regelmäßig (u.a. alle 6 h bei DMPS) über mehrere Tage (mindestens drei) eingenommen. Allerdings würde ich selber in der Regel immer erst mit DMPS (und bei Blei auch DMSA) anfangen und die (späteren) Runden mit Alpha-Liponsäure (RS-ALA) immer mit einer kleinen Dosis an DMPS unterstützen.

Das Problem ‚üblicher Protokolle & Infusionen‘ nach Cutler: Die Chelatoren (ALA, DMSA, DMPS, etc.) binden zwar sich an ein Quecksilber-Ion (bzw. Atom) – jedoch ist diese Verbindung nicht stabil und kann wieder zerfallen kann – vor der Ausscheidung aus dem Körper! Zudem wird auch der ungebundene Chelator metabolisiert, so das seine Konzentration im Blut sinkt. Das Problem: Wird das Quecksilber-Ion wieder frei – dann ist schnell nicht mehr genug ‚Chelator‘ da um dieses ‚halbwegs‘ sicher aufzufangen.

Was ist da so schlimm? Beim Zerfall wird das Hg-Ion wieder freigesetzt und kann neuen Schaden anrichten. Damit der schädliche Effekt vermindert wird, besteht das Cutler-Protokoll auf der konstanten Zufuhr der Chelatoren im Abstand der jeweiligen Halbwertszeit, also der Zeit in der ca. 50% des Chelators ‚zerfällt‘ und im Blut nicht mehr nachweisbar ist, wie auch bei radioaktiven Stoffen. Die Halbwertszeit gibt Cutler mit ca. 2-3h bei DMSA und RS-ALA sowie ca. 6-8 h bei DMPS an.

So ist Cuttlers Theorie nach, bei konstanter Zufuhr, (hoffentlich) immer genug ‚Chelator‘ in der Blut-Zirkulation, so das Hg aus zerfallenen Verbindungen wieder eingefangen werden kann. Hier und hier hatte ich schon einiges zu der Problematik geschrieben. ‚Einmalprotokolle‘, ala Infusion, beachten diese Thematik denn auch gar nicht….

Wer meint, das die pharmakologische Halbwertszeit keine Rolle spielt – der schaut ggf. mal bei What NOT to do! – CutlerSuccessStories.com [6]vorbei. Das ist zwar ‚anekdotisch‘ – aber da gibt es trotzdem einiges zu IV-Therapie mit DMSA und DMPS, Chelations-Mobilisations-Tests und anderen Chelatoren zu lesen. Klar, oft liegt es sicher auch an den anderen Baustellen (-> Leber, Niere, Transport-Proteine, etc.), welche die Menschen nicht auf dem ‚Radar‘ hatten. Das Cutler-Protokoll geht dann jedoch auf viele dieser ‚anderen‘ Baustellen ein, was es von anderen Herangehensweisen deutlich unterscheidet, also wenn der Therapeut es wirklich versteht…

DMSA und DMPS überwinden die Blut-Gehirn Schranke nicht (richtig) – RS-ALA schon

Ein weiteres Problem bei der Chelatierung mit DMSA und DMPS ist dann wohl auch, das nach meinen [u.a. 3] und auch Cutlers Informationen beide die Blut-Gehirn-Schranke (BHS) nicht (nennenswert) überwinden und DMSA dann wohl gar nicht und DMPS nur im (sehr) geringen Maßen auch intrazellulär wirksam ist. Das bedeutet dann auch – soweit wie ich es nachvollziehen und recherchieren konnte – das Gehirn und viele Zellen, Organe, etc. durch DMPS und DMSA nicht (effektiv) ‚entgiftet‘ werden. Das Hg geht aus diesen Bereichen nur langsam in das Blut über – wo DMPS und DMSA es dann ‚immer wieder mal‘ etwas chelieren.

Die Struktur des Komplexes, der aus zwei DHLA-Molekülen, einem Hg2+-Ion und zwei Phenyl-Hg-Gruppen besteht. Quecksilber in grün, Schwefel in gelb und Sauerstoff in rot.

Die Struktur des Komplexes, der aus zwei DHLA-Molekülen, einem Hg2+-Ion und zwei Phenyl-Hg-Gruppen besteht. Quecksilber in grün, Schwefel in gelb und Sauerstoff in rot. Quelle: [5], Lizenz: CC BY SA 4.0

Die Alpha-Liponsäure (ALA) kann jedoch die BHS überwinden und auch intrazellulär wirksam werden – u.a. dort auch Gluthation (GSH) erhöhen und die Expression von NRF2 (-> fördert Faktoren & Enzyme der Phase II der Entgiftung bzw. Biotransformation).

Nach Cutler wirkt ALA in Ihrer reduzierten Form als DHLA, wo Sie dann über Ihre zwei SH-Gruppen, ähnliche DMSA und DMPS, Quecksilber an sich binden kann [4]. Allerdings scheint die Bindungsstärke von DHLA zu Hg2+ nicht so gut zu sein, wie die von DMSA und DMPS [5] – wozu ich in einem späteren Artikel ggf. noch etwas mehr schreibe. Wichtig ist auch, das ALA aus meiner Sicht zweigleisig wirkt, also nicht nur als direkter Chelator, sondern, wie schon angemerkt, auch als Mobilisator und Co-Faktor für die Systeme der Phase II & III der körpereigenen Entgiftung. Wer etwas mobilisiert – sollte dieses auch binden können.

So ist die Alpha-Liponsäure für mich denn auch erst der zweite Schritt, da diese auch Hg in das Gehirn bzw. die Zellen verschleppen könnte, wenn noch viel Hg im Blut herumschwirrt. Insofern empfiehlt Cutler (im 1999er Buch) erst mal alles Hg was ‚frei umher schwimmt‘ abzusammeln bzw. zu reduzieren -> mit DMPS oder (bei Co-Belastung mit Blei) auch mit DMSA. Erst im zweiten Schritt kommt dann, langsam gesteigert, ALA zum Einsatz – in der Regel der Verbindung mit DMPS oder auch DMSA. Optimaler Weise wird hier jedoch auch mit Bindemitteln ergänzt.

Alpha-Liponsäure macht noch viel mehr!

NADH recycelt DHLA, was Vitamin C aus oxidiertem Ascorbat recycelt und somit Vitamin E wieder herstellt.

NADH recycelt DHLA, was Vitamin C aus oxidiertem Ascorbat recycelt und somit Vitamin E wieder herstellt. Quelle: [5]

Das tolle an Cutlers ‚Kniff‘ mit der Alpha-Liponsäure ist, das dieses noch ganz viele weitere positive Eigenschaften hat – zu viele um Sie hier alle aufzuzählen. ALA fördert jedoch auch [5]:

  • die Bildung von Gluthation – unserem Super-Antioxidanz,
  • recycelt das Vitamin C und E,
  • wirkt Anti-Inflammatorisch,
  • wirkt Anti-Apoptotisch,
  • wirkt positiv auf AMPK,
  • aktivierend auf den Insulin-Rezeptor und es
  • wirkt (wie schon geschrieben) hoch potent auf Nrf2 – also die antioxidativen und Entgiftungs-Systeme der Phase II & III.

Was viele Menschen und Therapeuten noch vergessen: ALA ist einer der stärksten Quecksilber-Mobilisatoren – gerade weil es ein starker Nrf2-Inducer und Gluthation-Beförderer ist.

Die Schattenseiten von Alpha-Liponsäure!

Rebecca Lee, Co-Autorin des 2019er Buches von A. Hall Cutler zur Quecksilber-Ausleitung, schrieb letztens folgendes zu Cutler & Alpha Liponsäure [40] (übersetzt mit deepl.com):

„Andy erwähnte einmal zu mir, dass der Missbrauch von Liponsäure ‚der Beitrag der Alternativmedizin-Gemeinschaft zum Quecksilber-Holocaust‘ sei.“

Das Problem an der Alpha-Liponsäure ist denn auch, das diese im Kontext der Vorbelastungen und des Gesundheitsstatus zugeführt werden sollte. ALA ist eben nicht nur ein (schwacher) Chelator – sondern auch auch effektiver Mobilisator von Quecksilber. Passen jedoch Dosis, zeitliche Zufuhr und begleitende Maßnahmen nicht – dann kann das Ergebnis einer unkoordinierten Zufuhr von ALA (z.B. per Einmal-Infusion) zu deutlichen Verschlechterungen des Gesundheitszustandes durch massive Umverteilungen von Hg im Körper (u.a. in das Gehirn) führen!

Auch Sears [37] merkt treffend an, das Alpha-Liponsäure (ALA) zwar andere Antioxidantien (z. B. die Vitamine E und C sowie reduziertes Glutathion) regeneriert – aber auch eine metallchelatbildende Wirkung hat, was aufgrund seiner fett- und wasserlöslich vorsichtig eingesetzt werden muss, da es besondere Risiken der Umverteilung von Metallen birgt. So sein DMSA oder DMPS sind die oralen Medikamente der Wahl, wobei die gleichzeitige Anwendung von N-Acetyl-Cystein und ALA so lange vermieden bzw. vorbehalten bleiben sollte, bis der Patient die volle Chelatbildnerdosis (an DMPS bzw. DMSA) verträgt und die ausgeschiedenen Metallmengen deutlich gesunken sind. [8]

Insofern nutze ich selber ALA immer mit einer entsprechenden Dosis von DMPS. Die Idee: ALA mobilisiert Hg (direkt oder indirekt) aus den Zellen und DMPS ist ein bisschen ein Schutzwall und ‚fängt‘ u.a. aus den Zellen und dem Gehirn mobilisiertes Hg auf, wenn ALA ‚es fallen lässt‘. Die Bindung von ALA an Hg-Ionen ist ggf. nicht ganz so stark, die Bindungszeit im Vergleich zu DMPS wohl eher kurz und die genaue Pharmakokinetik bis zur Ausscheidung als Urin oder Stuhl (mir und damals auch Cutler) nicht ganz klar ist.

Das grobe Einnahme-Schemata der Chelatoren beim Cutler-Protokoll

Die Chelatoren werden bei Cutler im ungefähren Rahmen Ihrer ‚ungefähren‘ Halbwertszeit eingenommen. Was die ‚Halbwertszeit‘ genau ist bzw. bedeutet, das beschreibe ich in einem folgendem Artikel dieser Serie. Cutler gibt folgendes für die Chelatoren ALA, DMPS und DMSA an [1]:

  • DMPS: Spätestens alle 8h oder weniger (z.B. alle 6h – wobei ich selber 6h bevorzuge)
  • DMSA: Spätestens alle 4h oder weniger (z.B. alle 3h – wobei ich selber 3h bevorzuge)
  • ALA: Spätestens alle 3h oder weniger (z.B. alle 2,5h oder 2h – wobei für mich nur alle 3h praktikabel ist)
    • Nach Cutler kann man aber auch alle 2h ALA einnehmen und den Zeitraum in der Nacht auf 2,5-3h ausdehnen.

Die Einnahme sollte im jeweils gewählten Zeit-Abstand (optimal +/- ca. 5 Minuten) in den Kombinationen ALA alleine, DMPS alleine, DMSA alleine, ALA+DMPS oder ALA+DMSA erfolgen. Eine ‚Cutler-Runde‘ dauert dann mindestens 3 Tage und maximal 14 Tage. Danach sollte eine Pause  von mindestens 4 Tagen eingelegt werden. Diese Pause ist insbesondere bei Anwendung von ALA sehr, sehr wichtigda sich bei der dauerhaften Anwendung von ALA Methyl-Hg, Kupfer, Zink und anderes in der Leber konzentriert – und die Leber nur in der Pause diese Verbindungen effektiv ausscheiden kann [2, Seite 203]. Ich selber lege die Zeiten so, das ich immer VOR dem Essen die Chelatoren einnehme. Ein Beispiel:

  • 7:00 Uhr ALA + optional DMPS
  • 10:00 Uhr ALA
  • 13:00 Uhr ALA + optional DMPS
  • 16:00 Uhr ALA
  • 19:00 Uhr ALA + optional DMPS
  • 21:00 Uhr ALA
  • 1:00 Uhr ALA + optional DMPS
  • 4:00 Uhr ALA

Das ganze wird dann min. 3, ggf. 4-5 Tage und maximal 14 Tage wiederholt – ohne irgend eine Einnahme zu vergessen. Wird eine Einnahme vergessen, dann wird abgebrochen, bzw. nach den Hinweisen von Cutler verfahren. Allerdings würde ich selber, je nachdem, erst einmal mit DMPS bzw. DMSA anfangen – ohne ALA – und natürlich alles in ärztlicher Begleitung. Hier noch ein paar Tips zu Dosierungen und Steigerungen der Dosis von ALA:


Hinweis: Der nachfolgende Abschnitt ist nur für Unterstützer sichtbar.


Um auf 150 mg ALA oder mehr zu steigern vergehen oft mehr als 100 Runden – also in der Regel, mit Pausen, min. 2 Jahre. Es gibt viele negative Erfahrungsberichten von Menschen die zu schnell gesteigert oder zu hoch angefangen haben – insofern würde ich meine Anmerkungen und das, was Cutler geschrieben hat sehr, sehr ernst nehmen.

Die Basis-Supplemente beim Cutler-Protokoll

Das Cutler-Protokoll wird unter anderen durch viele Supplemente begleitet, welche u.a. den erhöhten Verlust an Mineralstoffen durch die Chelatoren (insb. DMPS und DMSA) kompensieren – aber auch den oxidativen Stress der entsteht reduzieren sollen. Die „Core 4“ nach Cutler sind im neuen Buch aus 2019 [1]:

  • Magnesium 100 mg
    • zu jeder Mahlzeit & vor dem Schlafengehen => 300-400 mg / Tag
  • Zink 15-50 mg nach Bedarf & Vertragen
    • zu einer Mahlzeit.
  • Vitamin C (Antioxidant)
    • bis zu 4 g zu (bzw. vor) jeder Mahlzeit und ggf. 4 g vor dem Schlafengehen.
  • Vitamin E (Antioxidant)
    • Komplex mit 1000 IE/IU, natürliche „d-“ Form, keine „dl-“ Form

Allerdings sind diese Supplemente wirklich nur die absolute Basis – und einiges an den Dosierungen sehe ich auch kritisch, u.a. die 1000 IE Vitamin E – wenn hier nicht auch auf die ganzen 8 Tocopherole und Tocotrienole geachtet wird. Auf eine HPU oder Bindemittel geht dann Cutler dann gar nicht ein, was aus meiner Sicht ein Versäumnis ist – also für ein Buch aus 2019. Aber das haben leider (immer noch viele) nicht auf dem Radar.

Je nach eigenen Problemen, Budget & Co. gibt Cutler jedoch viele Hinweise auf zusätzliche Supplemente und auch verschreibungspflichtige Arzneimittel – welche in Zusammenarbeit mit einem Arzt bei den verschiedensten Symptomen helfen können (bzw. sollen). Aus meiner Sicht ist die Unterstützung der Phase II & III der Biochemischen Entgiftung hier zwingend. Meint: Mariendistel & Taurin, Phosphatidylcholin (welche Cutler beschreibt) und Bitterstoffe für die Leber. Bindemittel für den Darm ‚unterschlägt‘ Cutler dann komplett – was 1999 verzeihlich war, aber nicht mehr in 2019.

Zudem gesellen sich schnell ein B-Komplex (wobei auch hier der Teufel bei B6 im Detail liegt), oft Selen, meist Molybdän, Glycin, Glutamin, ggf. NAC, Ubiquinol bzw. Q10, oft Lithium, sehr oft Schilddrüsenhormone, Hydro-Cortinson und andere Supplemente & Arzneimittel zu den Core-4. Cutler geht auf jeden dieser Stoffe in seinem Buch aus 1999 ein. Bei Eisen, Mangan, Jod und Kupfer ist Cutler jedoch sehr zurückhaltend – wie auch ich. Deswegen finde ich auch einen Haar-Test und eine Blutwertanalyse so wichtig, denn nichts ist ungünstiger als mit pro-oxidativen Spurenelementen ins blaue hinein zu supplementieren.

Mehr als Hg-Ausleitung: Schilddrüse, Nebenniere, Hormonsystem, Leber & Co.

Auswirkungen von Quecksilber auf das Hormonsystem über De-Regulierung von Hypothese & Hypothalamus und Blockade wichtiger Enzyme und Organfunktionen. Bild Basierend auf Cutler [1]

Cutler geht in seinem Basis-Werk aus 1999 [2] jedoch noch auf viel mehr, als auf Alpha-Liponsäure, Einnahme-Schemata und Supplemente ein. Zum Cutler-Protokoll gehört auch die entsprechende Vorbereitung und Begleitung. Menschen mit Hg-Symptomen haben meist noch viele andere Probleme und müssen oft in erster Linie auch eine Entgiftungsfähigkeit herstellen.

Deswegen bespricht Cutler auch im Detail Dinge um Symptome zu mildern und Organe entsprechend zu unterstützen. Im 2019’er Buch ist das zwar alles etwas vereinfacht, aber gerade das Buch aus 1999 geht auch speziell auf die Thematiken Schilddrüse, das Steroid-Hormonsystem (Pregnenolon, Progesteron, Testosteron, DHEA, etc.), die Nebenniere und Cortisol sowie die Neutrotransmitter (u.a. Dopamin, Serotonin) ein.

Wer auf das nebenstehende Bild schaut, der gewinnt einen Überblick was eine substantielle Hg-Belastung nach Cutler alles deregulieren kann. Vielen Menschen ist einfach nicht bewusst wie systemisch weitreichend eine Hg-Belastung sein kann. Wird dann noch die Leber mit zu viel Fett, zu viel Protein (insb. am Abend) und ggf. zu viel Fruktose überlastet – all das muss die Leber ja verstoffwechseln, dann klappt es auch mit der Entgiftung nicht mehr richtig. Aus meiner Sicht ist denn auch eine überstrapazierte Leber (-> Gamma-GT, GPT, GOT) eine der primären Problematiken, warum es mit der Entgiftung nicht klappt bzw. schon kleine Mengen an SD-Hormonen Entgiftungssysmptome produzieren.

Auch auf das Differential-Blutbild und das Immunsystem geht Cutler recht differenziert (im 1999er Buch) ein – haben doch viele Hg-Belastete Problem mit Ihrem Immunsystem, IgG, IgE und teils reduzierte Neutrophile, Lymphozyten und Leukozyten. In Zeiten von Corona und Co. keine gute Idee.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wie alle Menschen hat auch Cutler aus meiner Sicht einige blinde Flecken gehabt. Primär sind dieses für mich die im Protokoll fehlenden Bindemittel, wie z.B. Zeolith, Huminsäuren, Modifiziertes Citrus Pektin und andere. Auch die Ernährung kommt für mich zu kurz – speziell in Hinblick auf die Belastung der Leber. So müssen z.B. Fette und Protein über die Leber verstoffwechselt werden. Mit einer Ernährung die viel Fett hat (-> ‚Low-Carb‘) oder viel Fett & Protein am Abend – tut sich aus meiner Sicht keiner bei einer Entgiftung einen Gefallen. So sollten aus meiner Sicht eher die Aminosäuren in L-Formen, Taurin, Glycin, Glutamin & Co. in sinnvollen Mengen Dinge ergänzt werden – anstatt (zu viel) tierisches zu essen. Cutler hat hier jedoch im altem Buch auch gute Vorschläge parat.

Passt die Ernährung nicht, wird ggf. nicht alles nötige für eine ausreichende Unterstützung der Phase 1, 2 und 3 der körpereigenen Entgiftung, u.a. Cytochrome P450 abhängigen Entgiftungsysteme, den Gluthation-S-Transferasen, Gallenfluss & Co. zugeführt – dann kann es zu Entgiftungskrisen kommen. Cutler gibt schon einige sehr gute Hinweise – die Wichtigkeit wird jedoch im altem Buch aus meiner Sicht nicht klar. Basierend auf dem Stand von 1999 ist das verzeihlich – denn da gab es viele heutige Forschungsergebnisse und Erkenntnisse noch nicht. Das 2019er Buch fällt aus meiner Sicht jedoch klar hinter den heutigen Erkenntnisstand zurück. Mit den ‚Core-4‘ alleine würde ich nicht eine ‚Entgiftung‘ durchführen wollen.

Zur Zahn-Geschichte steht zwar etwas mehr im 2019’er Buch, jedoch ist auch hier das Thema Zahnherde (u.a. NICOS, FDOKs, CAP, Wurzelbehandelte Zähne) aus meiner Sicht nicht ausreichend präsent. Ohne eine umfangreiche Kontrolle auf (Eiter- und) Zahnherde im Kiefer, sowie deren Sanierung, würde ich mit einer Schwermetall-Ausleitung durch Chelatoren vorsichtig sein, denn:

„Inflamation blocks detoxification!“

NICO’s/FDOKs/CAP und wurzelbehandelte Zähne produzieren (konstant) inflammatorische Stoffe (-> Zytokine, ‚Eiter‘) und so etwas blockiert die Entgiftungsenzyme (Phase 1, 2, 3, etc.). Insofern würde ich erst einmal den Kiefer (kompetent und mit 3D-Bildgebung) checken und im Zweifelsfall (kompetent) sanieren lassen – bevor ich mit DMPS & ALA anfangen würde. Fallen Stichworte wie Ozon & PRGF-Behandlung nicht -> weiter suchen. Will euch jemand noch Titan-Implantate einbauen -> weiter suchen. Aus meiner Sicht sind die Entgiftungsblockaden durch chronische Entzündungen auch ein Grund, warum einige Menschen schon mit Dosen von 1 bis 5 mg DMPS arge Probleme haben. Das gleiche gilt natürlich auch für chronische Entzündungen im Darmtrakt (SIBO, LPS, Endotonie & Co.).

Auch die HPU ist für Cutler im 2019er Buch eine unbekannte – wobei er in 1999 die ‚Porphyria‘ (zu der die HPU gehört) mehrfach erwähnte. Zudem bin ich nicht mit allen Angaben für die Nahrungsergänzung zufrieden und finde einiges an den angegebenen Dosierungen ‚etwas‘ übertrieben, speziell im 1999er Buch. Das 2019er Buch hält sich hier zwar mehr zurück – jedoch fehlen mir hier wiederum die Hinweise auf viele wichtige Supplemente. Molybdän und ein (sinnvoll dosierter) B-Komplex tauchen im neuen Buch faktisch kaum auf – was ich überhaupt nicht verstehe!

Dann gibt es noch ‚externe‘ Kritik an Cutler – wie sicher bei jeder Methode der Schwermetall-Ausleitung. Jedoch bezieht sich das, aus meiner subjektiven Sicht, weniger auf den grundsätzlichen Ansatz der Ausleitung innerhalb der Halbwertszeiten der Chelatoren, sondern oft auf die Verwendung von RS-ALA, welche teils als wenig Effektiv betrachtet wird. Cutler wich jedoch nicht von RS-ALA ab, weil die primären Erfahrungen aus der Praxis auf dieser Version von ALA beruhten – wie auch der größte Teil der Studienlage. Eantiomer- (RS- bzw. DL-) Formen verhalten sich eben anders als die D- oder L-Formen, was jeder weiß, der sich schon mal mit DL-Phenylalanin beschäftigt hat. Wenn R-ALA Formen ‚Schneller‘ wirken oder ‚mehr Wumms‘ haben – dann ist genau das der Beweis dafür vorsichtig zu sein.

Oft hatte ich jedoch das Gefühl, das viele der Kritiker sich nicht eingehend mit dem Protokoll und allen Begleitumständen beschäftigt haben, speziell der hormonellen Unterstützung sowie auch der Unterstützung der Leber & Niere. Das Cutler dann auch darauf hinweist ALA eher zusammen mit DMPS zu benutzen – das geht meist komplett unter. Insofern sehe ich bis jetzt nur anekdotische Berichte ohne dedizierte Hintergründe. Bei genauer Nachfrage wurden aus meiner Sicht bisher immer Fehler bei der Durchführung des Protokolls gemacht und zusätzliche Begleitumstände nicht beachtet  – also wenn es zu (den berichteten) Problemen kam. Zudem gehe ich (eigentlich) davon aus, das ein Therapeut heutzutage, also in 2020, über das was Cutler auf 300 Seiten beschrieben hat ‚hinausdenkt‘, die Lücken füllt und die wissenschaftlichen Erkenntnis der letzten 20 Jahre berücksichtigt.

Mein Fazit

Andrew Hall Cutler

Das Cutler-Protokoll ist das für mich (bisher) sinnfälligste und (aus meiner Sicht) am besten ‚beschriebenste‘ Schwermetall-Ausleitungs-Protokoll, was nicht abhängig von speziellen Produkten einer einzelnen Firma ist. Insbesondere berücksichtigt Cutler auch sehr viele Begleitumstände [1][2]. Im Prinzip kann das Protokoll nach Cutler auch nur mit ein paar einfachen Nahrungsergänzungsmittel & ALA durchgeführt werden, was aus meiner Sicht jedoch nicht angeraten und schon gar nicht optimal ist. Die Verwendung von DMPS und ggf. (ab und zu) DMSA (-> bei Blei Co-Belastung) ist für mich selber obligatorisch, bedingt jedoch zwingend die ärztliche Begleitung – weil diese Chelatoren verschreibungspflichtige Arzneimittel sind.

RS-ALA alleine, ohne die Vorbereitungen von Cutler (aus dem 1999’er) Buch, das kann ein sehr holprige Sache sein. Denn das, worauf Cutler in beiden Büchern gar nicht oder nur sehr wenig eingeht ist das Thema Bindemittel für den Darm. Auch das Thema Schimmel und Endotoxine, welche die Entgiftung faktisch ‚ausknipsen‘ können, ist deutlich unterrepräsentiert.

Wer aufmerksam gelesen hat, der wird sicherlich überschlagen können das > 100 Runden Cutler-Protokoll mindesten 2 Jahre Chelation bedeuten. Wie lange es im Einzelfall dauert kann keiner Sachen – ich würde mit allen Vorbereitungen Jahre einplanen. Cutler schrieb so auch mal (Deepl.com):

„Ich kenne nur sehr wenige Leute, denen es mit anderen Protokollen besser ging, aber viele, denen es mit meinem besser ging. Ich stimme zu, dass es wirklich scheiße ist, dass es so lange dauert! Aber es ist die einzige wirkliche Wahl, die man hat, wenn man gesund werden will.“

Megawichtig: EMF aus Smartphone, WLAN, Schnurlos-Telefon & Co.

Als Cutler sein Protokoll entwickelte, war die Welt noch eine andere. Heute ist die Belastung und der oxidative ‚Grund-‚ Stress durch Handys, Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth und Co. wahrscheinlich 100.000.000 mal höher als damals – kein Scherz! Dies u.a. deswegen, weil die meisten den Handymasten am Körper tragen und ein WLAN im Haus haben. Quecksilber im Körper, u.a. durch ALA zu mobilisieren & gleichzeitig EMF aus Mikrowellenstrahlung sind jedoch keine gute Idee. Aus meiner Erfahrung – und dem was ich von anderen mitgeteilt bekommen habe, verstärkt die ‚Aufwirbelung von Hg‘ eine ggf. verdeckte EMF-Empfindlichkeit um ein vielfaches.

Dies ist aus meiner Sicht auch der Grund, warum viele heute mit sehr niedrigen Dosen um 1-5 mg ALA beginnen müssen und die 25 mg lange nicht überschreiten können.

Der Anfang….

Wenn ich ‚Cutlern‘ würde, dann würde ich selber (nach allen obligatorischen Vorbereitungen!) immer mit DMPS anfangen und, erst deutlich später, RS-ALA nur zusammen mit entsprechend dosiertem DMPS nehmen. Liegt eine Hg-Blei-Kombi-Belastung vor – dann gerne auch im Wechsel DMSA. Aus Cutlers Buch geht das alles hervor – aber dazu muss man wirklich alles sehr, sehr genau lesen und auch verstehen – inklusiver aller Anhänge & Co. So schreibt Cutler u.a. (übersetzt mit deepl.com):

Alpha-Liponsäure transportiert von Natur aus kein Quecksilber ins oder aus dem Gehirn. Nichts kann das. Dies zu tun, widerspricht den Gesetzen der Thermodynamik. Alles, was sie tun kann, ist, ein Gleichgewicht über die Blut-Hirn-Schranke (BHS) zu ermöglichen und freies Quecksilber auf beiden Seiten davon zu binden. Die relativen Niveaus im Körper und im Gehirn bestimmen die Netto-Bewegungsrichtung

Meint: Ist mehr Quecksilber im Körper als im Gehirn – dann verschiebt der Körper bei Gabe von ALA Hg ins Gehirn. Ungut.

Wegen dieser Thematik sollte (aus meiner Sicht) zwingend erst einmal das Hg im Körper gesenkt werden (-> DMPS, DMSA) bevor ALA & Konsorten (ggf. auch NAC) eingesetzt werden bzw. irgend etwas über die BHS geht oder diese öffnet (wie z.B. EMF aus Mobilfunk).

Auch würde ich sehr viele von Cutler’s Supplement-Vorschlägen nutzen, speziell zur Unterstützung der Phasen 1, 2 & 3 der Entgiftung. Gerade die Verbesserung des Gallenflusses (-> u.a. Taurin, Vitamin C) und die Unterstützung der Konjungierung der toxischen Metaboliten in der Leber (-> u.a. Phosphatidylcholin, Mariendistel) halte ich für essentiell – wie auch die Verbesserung der endogenen Glutathion-Produktion (-> NRF2-Aktivatoren, ggf. auch NAC). Wer richtig gut drauf ist achtet auch auf genug NAD+ Vorläufer und AMPK-Aktivierung – auch Themen für die Zukunft.

Im Detail: Warum sollte ALA zusammen mit DMSA oder DMPS eingenommen werden?

Meine Theorie dazu habe ich weiter oben erklärt. Es gibt jedoch noch eine weitere Erklärung bzw. Theorie von Cutler (aus 2001) [10]. Cutler Schreibt, das ALA aus seiner Sicht klar der bessere Chelatbildner ist – also im Vergleich zu DMSA bzw. DMPS. Die Standard-Chelatoren werden jedoch zusätzlich zu ALA verwendet, um den ‚Massentransfer von Quecksilber aus dem Gehirn zu verbessern‘ bzw. den Transport von Hg in das Gehirn zu reduzieren. Im Detail schreibt Cutler (übersetzt mit Hilfe von Deepl.com) [10]:

Das Gleichgewicht ist ein dynamischer Prozess. Wir haben besprochen, wie sich Quecksilber fest an DMSA (oder DMPS, oder ALA*) bindet, aber abfällt und wieder anhaftet – viele Male in dem Zeitraum, in dem DMSA nach einer einzigen Dosis im Körper verbleibt.“

Meint: Hg spielt im Körper Ping-Pong. Es bindet sich an DMPS, DMSA oder ALA – und fällt wieder ab… endlos.

„Auch der Stofftransport durch Diffusion ist dynamisch. Wenn Sie zwei Kompartimente haben, die etwas Quecksilber enthalten, und die Barriere zwischen durchlässig gemacht wird, geht etwas Quecksilber von Kompartiment 1 nach Kompartiment 2, und etwas geht von Kompartiment 2 nach Kompartiment 1. Die Menge, die jedes Kompartiment verlässt, wird durch die Menge im Kompartiment bestimmt. Die Gesamtmenge an Quecksilber, die sich von einer Seite zur anderen bewegt, ist die Differenz zwischen den Flüssen in beide Richtungen.“

Meint: Das Gehirn ist ‚Kompartment 1‘, der Rest des Körpers ‚Kompartment 2‘ – die Barriere ist die Blut-Hirn-Schranke (BHS). Deswegen fliest das Hg zu Anfang der Vergiftung langsam vom Blut in die Zelle, die Organe und auch über die BHS in das Gehirn. Deswegen sind am Beginn einer Hg-Vergiftung (Akut) DMPS und DMSA in Studien wirksam – aber schlechter, wenn die Belastung chronifiziert ist – also insb. im Gehirn und tief in den Zellen vorliegt.

„Wenn Sie also die Blut-Hirn-Schranke mit ALA durchlässig machen, geht etwas Quecksilber aus dem Blut IN das Gehirn, obwohl Sie unter dem Strich Quecksilber aus dem Gehirn entfernen. In der Tat, ein Teil des Quecksilbers, das Quecksilber, das an einer Stelle aus dem Gehirn austritt, kann an einer anderen Stelle wieder hineingelangen, so dass selbst wenn kein Quecksilber im Blut vorhanden ist, wird es eine Hin- und Herbewegung des Quecksilbers unter ALA-Chelatisierung.“

„Der Zweck von DMSA ist es, den Fluss von Quecksilber aus dem Blut ins Gehirn zu reduzieren. Da DMSA (und DMPS) NICHT die Blut-Hirn-Schranke passieren, und die DMSA/DMPS-Hg-Komplexe wahrscheinlich auch nicht, wird die Menge an Quecksilber verringert, die in freier Form an der Blut-Hirn-Schranke vorliegt und sich ansonsten an  ALA anlagern und damit ins Hirn verschleppt werden könnte.

Das hört sich aus meiner Sicht plausibel an. Meint: Das freie Hg im ‚Restkörper‘ wird besser gebunden und kann dort weniger Bindung mit ALA (bzw. DHLA, was ja der eigentliche Chelator ist) eingehen.

„Das ist der Grund, warum DMSA oder DMPS mit ALA normalerweise die Nebenwirkungen mildert – sie reduzieren die Hin- und Herbewegung von Quecksilber über die Blut-Hirn-Schranke. Dies ist jedoch auch der Grund, warum die ALA-Chelatisierung allein für die Entgiftung wirksam ist und auch alleine das Gehirn, die Leber und den Rest des Körpers sehr gut reinigen kann.“

Ob es nur nur die ALA- (bzw. DHLA-) Chelatisierung ist, welche den Fluss von Hg aus dem Gehirn & Co. bestimmt – da bin ich vorsichtig. Ich denke hier spielt auch Glutathion eine Rolle, woran der Körper mittels GST ebenfalls das Hg konjugieren kann, damit es aus den Zellen exportiert – und hoffentlich irgendwann ausgeschieden wird.

Kein Alleingang…

Wie jede andere Schwermetall-Ausleitung ist auch das Cutler-Protokoll kein Alleingang. Die Bücher von Cutler sollten aus meiner Sicht mindestens 2 mal im Original durchgearbeitet werden. Zudem sollte eine wirklich kompetente therapeutische Begleitung alles unterstützten  – wenn man Glück hat und überhaupt jemanden findet, der halbwegs durchblickt.

Allerdings habe ich selber die Erfahrung gemacht, das Cutler in seiner gänze, speziell auch in Bezug auf die Schilddrüse & das Steroid-Hormonsystem kaum erfasst wird. Cutler beschreibt einen breiten therapeutischen Rahmen – und kein 0815-Koch-Rezept das nur aus ein paar Supplementen und einer Einnahme-Regel besteht. Cutler beschreibt sehr viele individuelle Umstände – und gibt hier Tips, Hinweise und Anregungen für ein sehr differenziertes Vorgehen.

Problematisch kann sein, das dass 1999er Buch in einigen Aspekten nicht mehr ganz aktuell ist – und das 2019er Buch in vielen Aspekten nicht so komplett wie das aus 1999 ist. Auch gibt es teils andere Ansichten zu einigen Details und viel neues Wissen. Auf diese speziellen Aspekte werde ich später in der Detox-Reihe noch eingehen – zumindest ist das der Plan.

Cutler lehrt schlussendlich ein paar ganz wichtige Dinge: Richtig gemachtes Detox kann (auch aus meiner Sicht) nicht abgekürzt werden. Nur mit ein paar Pillen schlucken oder Infusionen ist das ganze nicht getan. Ohne funktionierende Leber & Niere gibt es bei den (nach Cutler sowieso oft problematischen ALA-, Glutathion-, DMSA- und DMPS-) Infusionen häufig Probleme – denn sonst können viele Gift- und Stoffwechsel-Metaboliten nicht effizient prozessiert (Phase 1 & 2 der Entgiftung) und ausgeschieden werden (Phase 3 der Entgiftung). Das alles hatte ich in Detox 1 und meinem Beitrag zu problematischen NEM bei Quecksilber-Belastung schon etwas thematisiert.

Tips zum Therapeuten-Check

Ein geeigneter Therapeut der ‚Up-To-Date‘ ist sollte insofern folgendes auf dem ‚Radar‘ haben: Den 1999’er Cutler, die HPU, eine SD-Diagnostik inkl. Ultraschall, das 1 *1 des Steroid-Hormonsystems, den Nebennieren-Aufbau, die Unterstützung der Leber & Niere, die Thematik Viren/EBV, ‚Zahnkrams‘ (CAP, NIKO/FDOK) in Zusammenarbeit mit einem kompetenten Kiefern-Chirurg bzw. Zahnarzt, eine gescheite Nahrungsergänzung, Infusionen (Vitamin C, etc.), ggf. auch Ozon (-> Mandeln), die Haar-, Blutwert- und ggf. auch etwas DNA-Analytik sowie Bioresonanz.

Und noch ein abschliessender Tip

Es gibt im Internet und auch in Buchform einige ‚Selbsterfahrungsberichte‘ – zudem auch ein paar vereinfachte Supplementelisten und Einnahme-Regeln. All diese ‚vereinfachten‘ Versionen der 300 Seiten von Cutler führen aus meiner Sicht in die Irre. Gut gemachtes ‚Detox‘ geht weit über das, was Cutler beschrieben hat. ‚Detox‘ in 2020 geht dann noch mal über das hinaus – die Welt ist seit 1999 nicht stehen geblieben.


Links / Quellen

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