Detox 2: Das Cutler-Protokoll (Alpha-Liponsäure, DMPS, DMSA & „frequent-low-dose chelation“)

Von | 15. April 2020
Amalgam Illness - diagnosis and treamtment , Andrew Hall Cuttler, Pdh

Buch: Amalgam Illness – Diagnosis an Treatment (1999) von Andrew Hall Cutler

Buchtip: The Mercury Detoxification Manual: A Guide to Mercury Chelation, Rebecca Rust Lee and Andrew Hall Cutler, PhD, PE, 2019, ISBN 978-0-9676168-4-1

Buch: The Mercury Detoxification Manual: A Guide to Mercury Chelation, R. Rust Lee and Andrew Hall Cutler (2019)

Mit diesem Beitrag möchte ich kurz das Cutler-Protokoll vorstellen. Dieses Chelatierungs-Protokoll, speziell mit Fokus auf die Ausleitung von Quecksilber, wurde vom US-Chemiker Andrew Hall Cutler in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt.

Um mich nicht allzu stark zu Wiederholen verweise ich gleich auf meine Buch-Empfehlung zum 2019er Buch von Cutler [1] – in dem das Komplett-Werk aus 1999 [2] in vielen Teilen überarbeitet (aber auch verkürzt) gut lesbar & mit vielen praktischen Tipps erklärt wird.

In diesem Artikel geht es nun konkret um:

  • Was bei Cutler im Vergleich zu allen anderen (mir bekannten) Protokollen anders ist.
  • Was der Unterschied von Alphaliponsäure (hier RS-ALA) im Vergleich zu DMPS und DMSA ist.
  • Was andere Vorteile der Alphaliponsäure sind.
  • Was das Einnahmeschema und die Basis-Supplemente bei Cutler sind.
  • Was über alles hinaus – speziell am Anfang – noch wichtig ist.

Ach ja, wichtig im Corona-Kontext: Eine Schwermetall-Belastung belastet auch das Immunsystem und verschiedenste Organe und Systeme. Alles nicht gut in Bezug auf jegliche Viren (u.a. EBV), Bakterien, Pilze & Parasiten – nicht nur beim Corona-Virus.

Was ist bei Cutler anders bzw. besonders?

Im Kern macht Cutler eine orale „frequent-low-dose chelation“ mit RS-Alpha-Liponsäure (ALA) und optional auch DMPS und DMSA als zusätzliche Chelatoren.

Das bedeutet in ‘Lang’: Die Chelatoren werden anstatt Hoch-Dosiert per Infusion oder 1-3 mal am Tag Oral (z.B. 600 mg DMPS) – eher niedrig dosiert (z.B. 1, 5, 10, 15, 25 bzw. maximal 50 mg DMPS) – aber dafür regelmäßig (u.a. alle 6 h bei DMPS) über mehrere Tage (mindestens drei) eingenommen. Allerdings würde ich selber in der Regel immer erst mit DMPS (und bei Blei auch DMSA) anfangen und die (späteren) Runden mit Alpha-Liponsäure (RS-ALA) immer mit einer kleinen Dosis an DMPS unterstützen.

Das Problem ‘üblicher Protokolle & Infusionen’ nach Cutler: Die Chelatoren (ALA, DMSA, DMPS, etc.) binden zwar sich an ein Quecksilber-Ion (bzw. Atom) – jedoch ist diese Verbindung nicht stabil und kann wieder zerfallen kann – vor der Ausscheidung aus dem Körper! Zudem wird auch der ungebundene Chelator metabolisiert, so das seine Konzentration im Blut sinkt. Die Zeit in der ca. 50% des Chelators im Blut nicht mehr nachweisbar sind, nennt man ‘Halbwertszeit’ – wie auch bei radioaktiven Stoffen.

Das auch eine Verbindung zwischen Schwermetall und Chelator zerfallen kann ist die aus meiner Sicht die kritische Sache – wobei es hier aus meiner Sicht keine vernünftigen Daten gibt, wann un wie das nun genau passiert & auch Cutler hier keine Daten nennt. Was ist da so schlimm? Beim Zerfall wird das Hg-Ion wieder freigesetzt und kann neuen Schaden anrichten. Damit der schädliche Effekt vermindert wird, besteht das Cutler-Protokoll auf der konstanten Zufuhr der Chelatoren im Abstand der jeweiligen Halbwertszeit (z.B. alle 2-3h bei DMSA und RS-ALA). So (der Theorie nach) ist (hoffentlich) immer genug ‘Chelator’ in der Blut-Zirkulation, so das Hg aus zerfallenen Verbindungen wieder eingefangen werden kann. Hier und hier hatte ich schon einiges zu der Problematik geschrieben. ‘Einmalprotokolle’, ala Infusion, beachten diese Thematik denn auch gar nicht….

Wer meint, das die pharmakologische Halbwertszeit keine Rolle spielt – der schaut ggf. mal bei What NOT to do! – CutlerSuccessStories.com [6]vorbei. Das ist zwar ‘anekdotisch’ – aber da gibt es trotzdem einiges zu IV-Therapie mit DMSA und DMPS, Chelations-Mobilisations-Tests und anderen Chelatoren zu lesen. Klar, oft liegt es sicher auch an den anderen Baustellen, welche die Menschen da nicht auf dem ‘Radar’ hatten – aber genau auf viele dieser ‘anderen’ Baustellen geht ja das Cutler-Protokoll ein. Also wenn der Therapeut es wirklich versteht…

DMSA und DMPS überwinden die Blut-Gehirn Schranke nicht (richtig) – RS-ALA schon

Ein weiteres Problem bei der Chelatierung mit DMSA und DMPS ist dann wohl auch, das nach meinen [u.a. 3] und auch Cutlers Informationen beide die Blut-Gehirn-Schranke (BHS) nicht (nennenswert) überwinden und DMSA dann wohl gar nicht und DMPS nur im (sehr) geringen Maßen auch intrazellulär wirksam ist. Das bedeutet dann auch – soweit wie ich es nachvollziehen und recherchieren konnte – das Gehirn und viele Zellen, Organe, etc. durch DMPS und DMSA nicht (effektiv) ‘entgiftet’ werden. Das Hg geht aus diesen Bereichen nur langsam in das Blut über – wo DMPS und DMSA es dann ‘immer wieder mal’ etwas chelieren.

Die Struktur des Komplexes, der aus zwei DHLA-Molekülen, einem Hg2+-Ion und zwei Phenyl-Hg-Gruppen besteht. Quecksilber in grün, Schwefel in gelb und Sauerstoff in rot.

Die Struktur des Komplexes, der aus zwei DHLA-Molekülen, einem Hg2+-Ion und zwei Phenyl-Hg-Gruppen besteht. Quecksilber in grün, Schwefel in gelb und Sauerstoff in rot. Quelle: [5], Lizenz: CC BY SA 4.0

Die Alpha-Liponsäure (ALA) kann jedoch die BHS überwinden und auch intrazellulär wirksam werden – u.a. dort auch Gluthation erhöhen. Dies macht Sie in Ihrer reduzierten Form als DHLA, wo Sie dann über Ihre zwei SH-Gruppen, ähnliche DMSA und DMPS, Quecksilber an sich binden kann [4]. Allerdings scheint die Bindungsstärke von DHLA zu Hg2+ nicht so gut zu sein, wie die von DMSA und DMPS [5] – wozu ich in einem späteren Artikel ggf. noch etwas mehr schreibe.

So ist die Alpha-Liponsäure für mich erst der zweite Schritt, da diese auch Hg in das Gehirn bzw. die Zellen verschleppen kann, wenn noch viel Hg im Blut herumschwirrt. Insofern empfiehlt Cutler (im 1999er Buch) erst mal alles Hg was ‘frei umher schwimmt’ abzusammeln bzw. zu reduzieren -> mit DMPS oder DMSA. Erst im zweiten Schritt kommt dann ALA zum Einsatz – meist in der Verbindung mit DMPS oder auch DMSA (bei gleichzeitiger Belastung mit Blei).

Alpha-Liponsäure macht aber noch viel mehr!

NADH recycelt DHLA, was Vitamin C aus oxidiertem Ascorbat recycelt und somit Vitamin E wieder herstellt.

NADH recycelt DHLA, was Vitamin C aus oxidiertem Ascorbat recycelt und somit Vitamin E wieder herstellt. Quelle: [5]

Das tolle an Cutlers ‘Kniff’ mit der Alpha-Liponsäure (als wohl recht guten Chelator für auch intrazelluläres Hg) ist, das dieses noch ganz viele weitere positive Eigenschaften hat – zu viele um Sie hier alle aufzuzählen. ALA fördert jedoch auch [5]:

  • die Bildung von Gluthation – unserem Super-Antioxidanz,
  • recycelt das Vitamin C und E,
  • wirkt Anti-Inflammatorisch,
  • wirkt Anti-Apoptotisch,
  • wirkt positiv auf AMPK,
  • wirkt auf NRF2-KEAP1,
  • aktivierend auf den Insulin-Rezeptor,
  • etc. pp.

Ggf. sind dieses auch alles Gründe warum das Cutler-Protokoll mit ALA recht gut zu funktionieren scheint, auch wenn die Alpha-Liponsäure nicht der beste (-> Bindungsstärkste) Hg-Chelator ist. Insofern nutze ich selber ALA immer mit einer kleinen Dosis von DMPS. Die Idee: ALA mobilisiert aus den Zellen, DMPS ‘fängt’ dann vieles auf, weil ALA auch noch für andere Dinge verbraucht wird und die Bindungszeit eher kurz zu sein scheint..

Das grobe Einnahme-Schemata der Chelatoren beim Cutler-Protokoll

Die Chelatoren werden bei Cutler im ungefähren Rahmen Ihrer ‘ungefähren’ Halbwertszeit eingenommen. Was die ‘Halbwertszeit’ genau ist bzw. bedeutet, das beschreibe ich in einem folgendem Artikel dieser Serie. Cutler gibt folgendes für ALA, DMPS und DMSA an [1]:

  • ALA: Spätestens alle 3h oder weniger (z.B. alle 2,5h oder 2h – wobei für mich nur alle 3h praktikabel ist)
    • Nach Cutler kann man aber auch alle 2h ALA einnehmen und den Zeitraum in der Nacht auf 2,5-3h ausdehnen.
  • DMPS: Spätestens alle 8h oder weniger (z.B. alle 6h – wobei ich selber 6h bevorzuge)
  • DMSA: Spätestens alle 4h oder weniger (z.B. alle 3h – wobei ich selber 3h bevorzuge)

Die Einnahme muss dann im jeweils gewählten Abstand (+/- ca. 5-15 Minuten) in den Kombinationen ALA alleine, DMPS alleine, DMSA alleine, ALA+DMPS oder ALA+DMSA erfolgen und dauert mindestens 3 Tage und maximal 14 Tage und wird von einer Pause von mindestens 4 Tagen gefolgt. Diese Pause ist insbesondere bei Anwendung von ALA sehr, sehr wichtigda sich bei der dauerhaften Anwendung von ALA Methyl-Hg, Kupfer, Zink und anderes in der Leber konzentriert – und diese nur in der Pause diese Verbindungen effektiv ausscheiden kann [2, Seite 203].

Kurzer Einwurf: Ratte mal, was nun (nach Cutler) passiert, wenn irgendwer regelmäßig ALA mit Supplementen einnimmt und noch eine hohe Belastung mit Quecksilber hat? Nicht viel gutes….

Die Basis-Supplemente beim Cutler-Protokoll

Das Cutler-Protokoll wird unter anderen durch viele Supplemente begleitet, welche u.a. den erhöhten Verlust an Mineralstoffen durch die Chelatoren (insb. DMPS und DMSA) kompensieren – aber auch den oxidativen Stress der entsteht reduzieren sollen. Die “Core 4” nach Cutler sind im neuen Buch aus 2019 [1]:

  • Magnesium 100 mg
    • zu jeder Mahlzeit & vor dem Schlafengehen => 300-400 mg / Tag
  • Zink 15-50 mg nach Bedarf & Vertragen
    • zu einer Mahlzeit (Anm.: wobei 50 mg schon recht viel ist).
  • Vitamin C (Antioxidant)
    • 4-8 g über den Tag verteilt (Anm.: ich würde heutzutage ggf. sogar mehr nutzen)
  • Vitamin E (Antiox)
    • Komplex mit 1000 IE/IU

Allerdings sind diese Supplemente wirklich nur die absolute Basis – und einiges an den Dosierungen sehe ich auch kritisch, u.a. die 1000 IE Vitamin E – wenn hier nicht auch auf die ganzen 8 Tocopherole und Tocotrienole geachtet wird. Auf eine HPU oder Bindemittel geht dann Cutler dann gar nicht ein, was aus meiner Sicht ein Versäumnis ist – also für ein Buch aus 2019. Aber das haben leider (immer noch viele) nicht auf dem Radar.

Je nach eigenen Problemen, Budget & Co. gibt Cutler jedoch viele Hinweise auf zusätzliche Supplemente und auch verschreibungspflichtige Arzneimittel – welche in Zusammenarbeit mit einem Arzt bei den verschiedensten Symptomen helfen können (bzw. sollen). So gesellen sich schnell ein B-Komplex (wobei auch hier der Teufel bei B6 im Detail liegt), Ubiquinol bzw. Q10, Mariendistel & Taurin, Phosphatidylcholin, ggf. Selen, meist Molybdän, Glycin, Glutamin, ggf. NAC, oft Lithium, sehr oft Schilddrüsenhormone, Hydro-Cortinson und andere Supplemente & Arzneimittel zu den Core-4. Cutler geht auf jeden dieser Stoffe in seinem Buch aus 1999 ein. Bei Eisen, Mangan, Jod und Kupfer ist Cutler jedoch sehr zurückhaltend – wie auch ich. Deswegen finde ich auch einen Haar-Test und eine Blutwertanalyse so wichtig, denn nichts ist ungünstiger als mit pro-oxidativen Spurenelementen ins blaue hinein zu supplementieren.

Mehr als Hg-Ausleitung: Schilddrüse, Nebenniere, Hormonsystem, Leber & Co.

Auswirkungen von Quecksilber auf das Hormonsystem über De-Regulierung von Hypothese & Hypothalamus und Blockade wichtiger Enzyme und Organfunktionen. Bild Basierend auf Cutler [1]

Cutler geht in seinem Basis-Werk aus 1999 [2] jedoch noch auf viel mehr, als auf Alpha-Liponsäure, Einnahme-Schemata und Supplemente ein. Zum Cutler-Protokoll gehört auch die entsprechende Vorbereitung und Begleitung. Menschen mit Hg-Symptomen haben meist noch viele andere Probleme und müssen oft in erster Linie auch eine Entgiftungsfähigkeit herstellen.

Deswegen bespricht Cutler auch im Detail Dinge um Symptome zu mildern und Organe entsprechend zu unterstützen. Im 2019’er Buch ist das zwar alles etwas vereinfacht, aber gerade das Buch aus 1999 geht auch speziell auf die Thematiken Schilddrüse, das Steroid-Hormonsystem (Pregnenolon, Progesteron, Testosteron, DHEA, etc.), die Nebenniere und Cortisol sowie die Neutrotransmitter (u.a. Dopamin, Serotonin) ein.

Wer auf das nebenstehende Bild schaut, der gewinnt einen Überblick was eine substantielle Hg-Belastung nach Cutler alles deregulieren kann. Vielen Menschen ist einfach nicht bewusst wie systemisch weitreichend eine Hg-Belastung sein kann. Wird dann noch die Leber mit zu viel Fett, zu viel Protein (insb. am Abend) und ggf. zu viel Fruktose überlastet – all das muss die Leber ja verstoffwechseln, dann klappt es auch mit der Entgiftung nicht mehr richtig. Aus meiner Sicht ist denn auch eine überstrapazierte Leber (-> Gamma-GT, GPT, GOT) eine der primären Problematiken, warum es mit der Entgiftung nicht klappt bzw. schon kleine Mengen an SD-Hormonen Entgiftungssysmptome produzieren.

Auch auf das Differential-Blutbild und das Immunsystem geht Cutler recht differenziert (im 1999er Buch) ein – haben doch viele Hg-Belastete Problem mit Ihrem Immunsystem, IgG, IgE und teils reduzierte Neutrophile, Lymphozyten und Leukozyten. In Zeiten von Corona und Co. keine gute Idee.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wie alle Menschen hat auch Cutler aus meiner Sicht einige blinde Flecken gehabt. Primär sind dieses für mich die im Protokoll fehlenden Bindemittel, wie z.B. Zeolith, Huminsäuren, Modifiziertes Citrus Pektin und andere. Auch die Ernährung kommt für mich zu kurz – speziell in Hinblick auf die Belastung der Leber. So müssen z.B. Fette und Protein über die Leber verstoffwechselt werden. Mit einer Ernährung die viel Fett hat (-> ‘Low-Carb’) oder viel Protein (-> mehr als 1,2 g pro Kg Körpergewicht & Tag) bzw. viel Fett & Protein am Abend – tut sich aus meiner Sicht keiner bei einer Entgiftung einen Gefallen. So sollten aus meiner Sicht eher die Aminosäuren in L-Formen, Taurin, Glycin, Glutamin, Lysin, NAC & Co. in sinnvollen Mengen Dinge ergänzt werden – anstatt (zu viel) Tierisches zu essen. Cutler hat hier jedoch im altem Buch gute Vorschläge parat.

Passt die Ernährung nicht, wird ggf. nicht alles nötige für eine ausreichende Unterstützung der Phase 1, 2 und 2 der körpereigenen Entgiftung, u.a. Cytochrome P450 abhängigen Entgiftungsysteme, den Gluthation-S-Transferasen, Gallenfluss & Co. zugeführt oder die Leber überlastet. Alternativ muss hier auf Supplemente gebaut werden – worauf Cutler schon recht gut eingeht, was aber für den Laien nicht so schnell klar wird. Denn werden zu viel Giftstoffe auf einmal Mobilisiert, kann das ganze nach hinten los gehen… aber mächtig.

Zur Zahn-Geschichte steht zwar etwas mehr im 2019’er Buch, jedoch ist auch hier das Thema Zahnherde (u.a. NICOS, FDOKs, CAP, Wurzelbehandelte Zähne) aus meiner Sicht nicht ausreichend präsent. Ohne eine umfangreiche Kontrolle auf (Eiter- und) Zahnherde im Kiefer, sowie deren Sanierung, würde ich mit einer Schwermetall-Ausleitung durch Chelatoren vorsichtig sein. Zudem:

“Inflamation blocks detoxification!”

NICO’s/FDOKs/CAP und wurzelbehandelte Zähne produzieren (konstant) inflammatorische Stoffe (-> Zytokine, ‘Eiter’) und so etwas blockiert die Entgiftungsenzyme (Phase 1, 2, etc.). Insofern würde ich erst einmal den Kiefer (kompetent und mit 3D-Bildgebung) checken und im Zweifelsfall (kompetent) sanieren lassen – bevor ich mit DMPS & ALA anfangen würde. Fallen Stichworte wie Ozon & PRGF-Behandlung nicht -> weiter suchen. Will euch jemand noch Titan-Implantate einbauen -> weiter suchen. Aus meiner Sicht sind die Entzündungsblockaden auch ein Grund, warum einige Menschen schon mit Dosen von 1 bis 5 mg DMPS arge Probleme haben.

Auch die HPU ist für Cutler im 2019er Buch eine unbekannte – wobei er in 1999 die ‘Porphyria’ (zu der die HPU gehört) mehrfach erwähnte. Zudem bin ich nicht mit allen Angaben für die Nahrungsergänzung zufrieden und finde einiges an den angegebenen Dosierungen ‘etwas’ übertrieben, speziell im 1999er Buch. Das 2019er Buch hält sich hier zwar mehr zurück – jedoch fehlen mir hier wiederum die Hinweise auf viele wichtige Supplemente. Molybdän und ein (sinnvoll dosierter) B-Komplex tauchen im neuen Buch faktisch kaum auf – was ich überhaupt nicht verstehe!

Dann gibt es noch ‘externe’ Kritik an Cutler – wie sicher bei jeder Methode der Schwermetall-Ausleitung. Jedoch bezieht sich das, aus meiner subjektiven Sicht, weniger auf den grundsätzlichen Ansatz der Ausleitung innerhalb der Halbwertszeiten der Chelatoren, sondern oft auf die Verwendung von RS-ALA, welche teils als wenig Effektiv betrachtet wird. Oft hatte ich jedoch das Gefühl, das viele der Kritiker sich nicht eingehend mit dem Protokoll und allen Begleitumständen beschäftigt haben, speziell der hormonellen Unterstützung sowie auch der Unterstützung der Leber & Niere. Das Cutler dann auch darauf hinweist ALA ggf. zusammen mit DMPS zu benutzen – das geht meist komplett unter. Insofern sehe ich bis jetzt nur anekdotische Berichte ohne dedizierte Hintergründe. Bei genauer Nachfrage wurden aus meiner Sicht bisher immer Fehler bei der Durchführung des Protokolls gemacht – wenn es zu (den berichteten) Problemen kam.

Mein Fazit

Das Cutler-Protokoll ist das für mich (bisher) sinnfälligste und (aus meiner Sicht) am besten ‘beschriebenste’ Schwermetall-Ausleitungs-Protokoll. Insbesondere berücksichtigt Cutler auch sehr viele Begleitumstände [1][2]. Im Prinzip kann das Protokoll nach Cutler auch nur mit einfachen Nahrungsergänzungsmittel durchgeführt werden (u.a. ALA, Vitamin C), was aus meiner Sicht jedoch nicht angeraten und schon gar nicht optimal ist. Die von Cutler erwähnten DMPS und DMSA haben schon, je nach dem, Ihren Sinn – bedingen aber zwingend die ärztliche Begleitung – weil diese Chelatoren verschreibungspflichtige Arzneimittel sind.

Ich selber würde, speziell am Anfang, mit DMPS anfangen und dann auch RS-ALA nur zusammen mit niedrig dosiertem DMPS nehmen. Liegt eine Hg-Blei-Kombibelastung vor – dann gerne auch im Wechsel DMSA. Aus Cutlers Buch geht das alles hervor – aber dazu muss man wirklich alles sehr, sehr genau lesen und auch verstehen – inklusiver aller Anhänge & Co. Auch würde ich sehr viele von Cutler’s Supplementen nutzen, speziell zur Unterstützung der Phasen 1, 2, 3 der Entgiftung. Gerade die Verbesserung des Gallenflusses und die Unterstützung der Konjungierung der toxischen Metaboliten in der Leber halte ich für essentiell – wie auch die Verbesserung der endogenen Glutathion-Produktion.

Ganz klar aber für mich: Wie jede andere Schwermetall-Ausleitung ist auch das Cutler-Protokoll kein Alleingang. Die Bücher von Cutler sollten aus meiner Sicht mindestens 2 mal im Original durchgearbeitet werden. Zudem sollte eine wirklich kompetente therapeutische Begleitung alles unterstützten  – wenn man Glück hat und überhaupt jemanden findet, der halbwegs durchblickt.

Allerdings habe ich selber die Erfahrung gemacht, das Cutler in seiner gänze, speziell auch in Bezug auf die Schilddrüse & das Steroid-Hormonsystem kaum erfasst wird. Cutler beschreibt einen breiten therapeutischen Rahmen – und kein 0815-Koch-Rezept das nur aus ein paar Supplementen und einer Einnahme-Regel besteht. Cutler beschreibt sehr viele individuelle Umstände – und gibt hier Tips, Hinweise und Anregungen für ein sehr differenziertes Vorgehen.

Problematisch kann sein, das dass 1999er Buch in einigen Aspekten nicht mehr ganz aktuell ist – und das 2019er Buch in vielen Aspekten nicht so komplett wie das aus 1999 ist. Auch gibt es teils andere Ansichten zu einigen Details und viel neues Wissen. Auf diese speziellen Aspekte werde ich später in der Detox-Reihe noch eingehen – zumindest ist das der Plan.

Cutler lehrt schlussendlich ein paar ganz wichtige Dinge: Richtig gemachtes Detox kann (auch aus meiner Sicht) nicht abgekürzt werden. Nur mit ein paar Pillen schlucken oder Infusionen ist das ganze nicht getan. Ohne funktionierende Leber & Niere gibt es bei den (nach Cutler sowieso oft problematischen ALA-, Glutathion-, DMSA- und DMPS-) Infusionen häufig Probleme – denn sonst können viele Gift- und Stoffwechsel-Metaboliten nicht effizient prozessiert (Phase 1 & 2 der Entgiftung) und ausgeschieden werden (Phase 3 der Entgiftung). Das alles hatte ich in Detox 1 und meinem Beitrag zu problematischen NEM bei Quecksilber-Belastung schon etwas thematisiert.

Ein geeigneter Therapeut der ‘Up-To-Date’ ist sollte insofern folgendes auf dem ‘Radar’ haben: Den 1999’er Cutler, die HPU, eine SD-Diagnostik inkl. Ultraschall, das 1 *1 des Steroid-Hormonsystems, den Nebennieren-Aufbau, die Unterstützung der Leber & Niere, die Thematik Viren/EBV, ‘Zahnkrams’ (CAP, NIKO/FDOK) in Zusammenarbeit mit einem kompetenten Chirurg, eine gescheite Nahrungsergänzung, Infusionen (Vitamin C, etc.), ggf. auch Ozon (-> Mandeln), die Haar-, Blutwert- und ggf. auch etwas DNA-Analytik sowie Bioresonanz.


Links / Quellen