Lithium – Im Kontext psychische Gesundheit, Formen (Orotat, Aspartat, …), B12 & Quecksilber-Belastung

By | 3. Juli 2019

Lithium – ist nicht nur wichtig für Batterien, sondern auch den menschlichen Körper. Quelle: Pixabay

Lithium – ja, das aus den Batterien – wird auch als Element in unserem Körper benötigt.

Ein Mangel an Lithium kann dabei nach meiner Recherche große Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben (u.a. Depressionen, ADHD, Bipolar, Süchte, Serotonin-Mangel, Alzheimer..), weswegen es international auch breit verwendet wird [3][4][14][15][16][17][18][19].  Zudem Spielt Lithium wohl auch eine Rolle im B12-Metabolismus [3], bei der Methylierung [18][19] und der Insulin-Sensitivität [38][39][40].

Bei meiner Suche nach den Vor- und ggf. möglichen Nachteilen einer Supplementierung mit Lithium bin ich schon am Anfang über eine Aussage von (Lithium-) Buchautor Dr. James Greenblatt (MD) gestolpert, welcher schreibt [29]:

“After twenty six years of experience, the single intervention I believe that has the most significant effect on the health of my patients is nutritional lithium.”

Die größten therapeutischen Effekte durch eine Supplementierung mit Lithium? Klar, die ‘übliche Autoren-Übertreibung’ – mag man meinen und das halte ich auch für angebracht. Jedoch ist an solchen Aussagen von Praktikern ist sehr oft auch ein (großer) Teil Wahrheit – und gerade den möchte ich verstehen!

So hatte ich denn schon (vorab) einige eigene Erfahrungen mit Lithium gemacht, die auch Joe Cohen von Selfhacked, welchen ich für eine gute Referenz halte, grob bestätigt [25]. Bei Dr. Greenblatt geht es denn auch speziell um die Verwendung von Lithium-Orotat im Bereich von 1-30 mg (Nettogehalt), was deutlich unter den durchaus üblichen pharmazeutischen Dosen von 300 bis 2700 mg (z.B. Lithiumcarbonat, Bruttogehalt) liegt [30]. Genau dies ist auch der Fokus dieses Artikels.

Der Artikel im Überblick

Deutschland gilt meiner Lesart nach eher als Mangelland’ bei Lithium, wie auch bei Jod und Selen – wenn eine vorläufige Empfehlung für die Zufuhr über die Nahrung mit 1 mg / Tag angesetzt wird [1]. Die DGE hat denn auch keinen Referenzwert für Lithium herausgegeben, weil es sich nach Ihr nicht um ein ‘essentielles Spurenelement’ handelt.

Die Zufuhr über die Nahrung, insbesondere beim Wasser, unterliegt global jedoch großen Schwankungen. Wo in den USA Werte um 650 bis 3100 µg (für einen 70 Kg schweren Mann) angegeben werden, scheint die Situation in Deutschland und Österreich, mit Werten um 348-494 µg (Potsdam, München, Gera, Wien) deutlich schlechter [5].

In diesem Artikel möchte ich dann folgendes Besprechen:

  • Wo in der Nahrung kommt Lithium vor?
  • Wie viel Lithium pro Tag brauch der Mensch?
  • Auffälligkeiten & Symptome bei Lithium-Mangel
  • Die positiven Wirkungen von Lithium u.a. in Bezug auf die psychischen Gesundheit (Serotonin, Stimmung, etc.)
    • aber auch Interaktionen mit B12 und der Insulin-Sensitivität
  • Auswirkung auf die Na-Ka ATPase und intrazelluläres Calcium
  • Quecksilber-Belastung (u.a. Amalgam) & Lithium-Mangel – gibt es da Muster?
  • Welche Lithium-Formen gibt es, was unterscheidet Sie?
  • Ist Lithium-Orotat gefährlich? Zur Kritik an Orotat-Salzen der EFSA & Co.
  • Nebenwirkungen und Interaktionen

Hinweis: Lithium-Orotat und Aspartat, auf welche dieser Artikel seinen Fokus legt, sind im Gegensatz zu den Lithium-Salzen in vielen Ländern (auch der EU) in geringen Dosierungen (z.B. 5 mg) frei verkäuflich. Allerdings gestaltet sich die Lage in Deutschland unübersichtlicher: Dort ist Lithium wohl generell verschreibungspflichtig bzw. der Verkauf als Nahrungsergänzungsmittel (u.a. Orotat) nicht gestattet. Ich weise darauf hin, das die Überlegungen in diesem Artikel rein hypothetisch sind und eine mögliche Einnahme von Lithium vorab mit einem Arzt abgesprochen und von diesem begleitet werden sollte.

Lithium – wohl oft im Mangel bei Menschen mit relevanter Quecksilber-Belastung

Bestimmung von Lithium ‘im Körper’ mittels Haar-Analyse. Ein Mangel zeigt sind ich genau dieser Form aus meiner Erfahrung oft bei Menschen mit hoher Quecksilber-Belastung (u.a. Zahn-Amalgam).

Auf Lithium bin ich in Bezug meiner Recherchen über Quecksilber-Vergiftung (u.a. Amalgam) und Schwermetall-Ausleitungen gestoßen. In diesem Kontext habe ich schon einige Haar-Analysen ausgewertet, bei denen sich immer ein Muster zeigte: Wenn eine starke Belastung mit Quecksilber und ggf. Blei vorlag, dann lag der Messwert für das das Lithium im Kopf-Haar bisher faktisch immer unterhalb der Nachweisgrenze.

A. Hall Cutler [27] gibt denn auch ein Haar-Lithium unter 0,005 als ein potentiellen Marker für eine (starke) Vergiftung bzw. Belastung mit Quecksilber- (Hg-) an. Nach Cutler wirkt (genügend) Lithium denn auch beruhigend und Stimmungs-Stabilisierend. Zu viel Lithium sollte dagegen vermieden werden, da Lithium wohl auch einen engeren Normal- bzw. Anwendungsbereich hat – also nichts übertreiben! Das insb. Haar-Werte ein guter Marker für den Lithium-Bestand im Körper ist, bestätigt aus meiner Sicht auch eine neuere Studie aus 2016 [42]. Dort steht u.a.:

“The resulted dataindicated that the contents of Li in scalp hair samples of different types of psychiatric patients (schizophrenia,depression and bipolar disorder) were 46.0-55.7% lower as compared to healthy individuals (p<0.001).”

Spannend fand ich in diesem Zusammenhang, das ein anderer Autor explizit auf Lithium im Verbindung bei Quecksilber-Vergiftung hinweist, was auch mit meinen Beobachtungen (wenig Li bei Menschen mit potentiell hoher Hg-Intoxikation) überein geht [7]:

Lithium may benefit those with elevated mercury levels from fish consumption or dental amalgams”

So gehen dann wohl auch einige Symptome einer Quecksilber-Vergiftung (Hg) dann mit denen eines Lithium-Mangels über ein – wobei ich mich Frage was hier die reale Ursache ist… das wenige Lithium und / oder das viele Quecksilber? Aus [7]:

Symptoms of mercury toxicity include irritability, depression, anxiety, sensitivity to stress, and emotional lability, which interestingly enough are similar to the proposed symptoms of lithium insufficiency in humans.”

Lithium sollte im Falle einer Supplementuierung (bei Mangel) und einer Hg-Intoxikation dann ggf. einigen Effekten von Quecksilber, hier u.a. auf die Glutamat-Rezeptoren, entgegenwirken [7][32]. Aus [7]:

This similarity likely results from the fact that along with increasing oxidative stress, mercury increases levels of the excitatory neurotransmitter glutamate in the brain by impairing glial function, while lithium has a modulating and opposing action on glutamate (NDMA) receptors.”

Doch zu Anwendungen und potentiellen Nebenwirkungen später noch mehr. Spannend ist die (für mich ungeklärte) Frage, warum denn nun (stark) Hg-Belastete so niedrige Lithium-Werte im Haar haben. Kommt es eventuell zu einem Mehrverbrauch durch den modulierenden Effekt (sowie einem‘Verbrauch’) von Lithium? Viele Fragen…

Wo in der Nahrung ist Lithium überhaupt enthalten?

Zu der Thematik habe ich viele Quellen gefunden – einen abschließenden Reim konnte ich mir noch nicht darauf machen. Eine Quelle schreibt, das Lithium insbesondere [5]:

  • Primär in Gemüse und Getreiden
  • sowie teils auch (in signifikanten Mengen) im Mineral- sowie teils auch Trinkwasser

zu finden ist. Eine andere Quelle [9] gibt an, das:

“On average, eggs, meat, sausage, and fish deliver significantly more lithium per kg of dry matter than most cereal foodstuffs. Eggs, liver, and kidneys of cattle had a mean lithium content of 5 mg kg-1.”

Lithium in der Nahrung – Angaben in Bezug auf das Trockengewicht. Quelle: [9]

Das Problem an der zweiten Quelle [9] ist das Wort ‘Drymatter’ -> ‘Trockenmasse’. Wie vergleiche ich nun getrocknetes Ei & Fleisch mit sowieso trockenen Getreiden (meist nur ca. 15% Feuchtigkeit)? Allerdings wird diese Studie oft zitiert – jedoch ohne darauf hinzuweisen, das es sich um Vergleiche der Trockenmasse handelt. So sind auch die Werte von Früchten irreführend: 1 Kg Trockenfrüchte entsprechen schnell 10 Kg (und mehr) an frischen Obst bzw. Beeren. Im Volltext ergänzen die Autoren dann noch, das alle Gemüse >1 mg / Kg (Trockengewicht) enthalten und deutlich besser als die Früchte und auch Getreide abschneiden – was natürlich in der Praxis wieder irreführend ist, weill kaum wer Trocken-Gemüse essen dürfte – jedoch (trockene) Haferflocken. So schließt sich zumindest Szklarska [38] in einer Meta-Studie der von mir inzwischen übernommenen Ansicht an, das Fleisch (außer Fisch) und Milchprodukte keine gute Quelle für Lithium sind – Getreide und Gemüse jedoch schon.

Das ganze ist dann auch wieder abhängig vom Lithium im Boden. So findet sich Lithium wohl primär im Lehmanteil der Böden – mit ziemlich unterschiedlichen Angaben (7-200 µg /g) [5]:

“Lithium is found in trace amounts in all soils primarily inthe clay fraction, and to a lesser extent in the organic soilfraction [8], in amounts ranging from 7 to 200 µg/g”

In Bezug auf die Lithium-Aufnahme ist dann wohl das Trinkwasser der primäre Faktor neben der reinen Menge und auch Art der verzehrten Nahrung, wobei Kekse, Kuchen und Süsses sehr schlecht abschneiden [9]:

“The lithium content of water seems most likely as an explanation for the different lithium intake.”

Lithium-Zufuhr in verschiedenen Ländern. Quelle: [5]

Letztendlich ist es für den Verbraucher kaum abzusehen wo wie viel Lithium enthalten ist. Spannend fand ich noch, das nach ‘der Wende’ sich die Lithium-Zufuhr verdoppelt haben solle – bei Männern von 419 µg (1988) auf 990 µg (1992) – also innerhalb von 4 Jahren, was die Autoren durch mehr Importwaren folgern [9]. Das ist mehr als unplausibel für mich, denn eine andere Studie aus 2002 gibt für Deutschland (viel später) denn auch deutlich niedrige Werte an (364-494 µg) [5]. Eine andere Meta-Studie gibt für polnische Studenten bzw. Menschen in Belgien Tagesaufnahmen von ca. 10µg an – was ich jedoch kaum für plausibel halte [38]. Es zeigt jedoch für mich auf, das Lithium ein sehr variabel-unsicherer Faktor in der Ernährung sein kann.

Die Situation bleibt undurchsichtig – zumindest für mich. Wer misst ist hier aus meiner Sicht mal wieder klar im Vorteil.

Lithium in Mineral- und Quellwässern

In Bezug zu den ‘Wässerchen’ in Flaschen habe ich auch noch eine Liste gefunden, welche u.a. folgendes angibt [13][37]:

WassermarkeLithium-Gehalt (mg/l)
Staatl. Bad Kissinger Rakoczy5,00
Preblauer Sunshine1,4
Hirschquelle Heilwasser (Uran!)1,31
Bad Vilbeler Römerbrunnen1,2
Bad Liebenzeller Paracelsusquelle1,00-1,21
Zurzacher1,1
Adelheid Quelle (fast kein Uran)0,98
Biskirchener Heilssprudel0,88
Dunaris0,79
Ensinger Schillerquelle0,82
Heppinger Extra0,84
Staatl. Fachingen Still (auch gut)0,77

Anm.: Einige Wasser mit sehr viel Uran habe ich aus der Liste bereits entfernt. Leider ist das Thema Uran im Quell- und Mineralwasser kein gutes. Wer mehr wissen mag, der schaut mal in die Liste von Foodwatch [45]. Ich würde den Uran-Gehalt in jedem falle beachten und optimaler Weise Wässer <1 µg/l bevorzugen.

Das mehr Lithium im (Trink-) Wasser dann eine gute Idee sein könnte thematisiert im Kontext Demenz & Co. dann auch ein Bericht im Ärzteblatt in Bezug auf eine neuere dänische Studie [14] und ein Artikel (‘Opinion’) in der New York Times [15] welcher ebenfalls die protektive Wirkung von  Lithium u.a. in Bezug auf Demenz hervorhebt. Spannend fand ich jedoch, das die Bandbreite in Dänemark bei Lithium im Trinkwasser zwischen 0,6 µg/l und 30,7 µg/l erreichen kann und bei Menschen mit Demenz tendenziell niedriger ausfiel [28]. Gleiches wird dann auch durch andere Studien und Berichte angeführt [1][3][5][21].

Was ist der (natürliche) Bedarf an Lithium?

Wie eingangs schon angegeben, liegt eine vorläufige Empfehlung für die Zufuhr über die Nahrung bei 1 mg / Tag [1], wobei eine andere Studie von minimal 100µg / Tag spricht, jedoch auch die 1mg referenziert [9]. Die durchschnittliche Zufuhr in Deutschland dürfte jedoch unter 1000 µg / Tag liegen – ggf. ist Sie nicht einmal halb so hoch (364-494 µg [5])- wenn nicht an Lithium reiche Mineral- und Quellwässer getrunken werden, die aber teils auch reich an Uran sind [13]. Um die mindestens 1 mg Lithium zu erreichen wird eine Supplementierung vorgeschlagen, wobei Schwangere, Kinder, und stillende relativ gesehen mehr Lithium benötigen [9]:

“For subjects subsisting on special diets or for populations residing in naturally low Li areas, Li supplementation or other appropriate measures to meet this RDA would be required. Special attention should be accorded to the potentially higher relative Li needs of children, adolescents and lactating mothers.”.

Zudem soll Lithium bei viel sportlicher Betätigung verloren gehen – wie auch bei Dialyse-Patienten.

Als Dosen im Bereich der Nahrungsergänzung gelten Marshall [7] nach Dosen im 1-20 mg, wobei dieser betont, dass bei Lithium die der sicheren Anwendung in Bezug auf die Empfehlung vom 1 mg größer sei als die von z.B. Zink (RDA in den USA 15 mg). bei 300 mg Zink am Tag würde es denn so schon zu massivsten Nebenwirkungen kommen – und mittelfristig selbst durch geringe Dosen an Zink (z.B. 30 mg / Tag) auch zu einer klaren Senkung der Kupferspiegel. Dem gegenüber sind solche Interaktionen bei Lithium nicht bekannt [7]:

“The safety of low-dose lithium is comparable to low-dose forms of other nutrients such as zinc. In fact, lithium has a much wider therapeutic and biologically compatible (nontoxic) window than zinc.”

Marshall verweist auf die lange Erfahrung vieler funktioneller Mediziner mit niedrigen Dosen an Lithium (bis 20 mg Dosis je Tag) und gibt im Vergleich auch Studien mit therapeutischen Dosen im dreistelligen Bereich an (u.a. 150 mg Lithium Orotat bei Alkoholikern). Auf höhere Dosierungen als 20 (bzw. 30) mg / Tag möchte ich denn auch hier im Beitrag nicht eingehen – weil dieses außerhalb des Bereiches der Nahrungsergänzung liegt.

Lithium – Mangel, Anwendungsgebiete & Nebenwirkungen (bei Pharm. Dosen)

Bekannte Interaktionen von Lithium mit biologischen Prozessen im Körper. Quelle: [1]

Lithium wirkt anscheinend auf viele Systeme und metabolische Pfade im Körper [1][38] – wie alles im positiven (bei optimaler Zufuhr und Verfügbarkeit im Körper) und im negativen – bei zu wenig oder zu viel (-> siehe auch nebenstehende Tabelle).

Verwendet wird Lithium primär bei vielem was mit dem Gehirn zu tun hat (-> ‘Brain Health’ bzw. psychische Gesundheit). Lithium werden neuro-protektive und neuro-tropische Effekte zugeschrieben, wie auch der Erhöhung der grauen Substanz im Gehirn [2]. Zudem werden Lernschwierigkeiten und Herz-Probleme auch mit Lithium-Mangel assoziiert [3]. So hat ein Mangel an Lithium vielen Studien nach weitreichende Folgen auf die geistige Gesundheit. Eine geringe Aufnahme (u.a. durch wenig Lithium im Trinkwasser) bzw. ein geringer Bestand im Körper geht wohl einher mit (gesteigerten) Raten an Selbstmorden, Morden und Verbrechen [1][3]:

“low lithium intakes from water supplies were associated with increased rates of suicides, homicides and the arrest rates for drug use and other crimes” [1]

Mütter, deren Kinder an Autismus leiden haben wohl niedrige Lithium-Spiegeln im Blut (56% niedriger, p=0.005), wie auch Ihre jungen Kinder (-30%, p=0.04). Die Autoren der Studie vermuten einen Einfluss vom (fehlenden) auf die neurologischen und immunologische Entwicklung des Kinder [4]. Kinder die unter Autismus leiden, sollen jedoch generell zu denen mit den niedrigsten Spiegeln an Lithium gehören [21].

Die Anwendungsgebiete von Lithium – Psychische Gesundheit

Energielos?, Depressiv? Neurologische Störungen? Ggf. sind EMF die Ursache.

Depressiv? Neurologische Störungen? Ggf. ist ein Mangel an Lithium die Ursache. Quelle: Pixabay

Die Anwendungsgebiete sind breit, wobei ich mich hier auf die wichtigsten (auch alternativen) Gebiete beschränke. Auf das Thema B12 und Methylierung später noch gesondert eingehen. Hier erst mal die Liste bei denen Lithium Anwendung findet [3][4][14][15][16][17][18][19][29]:

  • Reizbarkeit, starke Erregbarkeit
    • Lithium soll helfen mehr GABA freisetzten (beruhigend) [16]
  • ADHD, Autismus und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Angststörungen, Psychosen
  • Prävention der Suizidalität und Selbstverletzungen bei Affektstörungen [17]
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen (wiederholend unipolar / bipolaren / manisch)
  • Serotonin-Mängel (z.B. bei Zigaretten- und Alkoholentzug), Süchten
    • Lithium soll die Abgabe von Serotonin fördern und den Abbau hemmen [16]
  • Alzheimer und anderen neurodegenerativen Krankheiten (MS, Parkinson)
  • Cluster [48] und (chronischen) Kopfschmerzen, zur Schmerzminderung bei Migräne
  • Epilepsie
    • Inaktivierung von Ionenkanälen (Natrium-Kalium), ggf. Herabsetzung der zentralen Erregbarkeit des Gehirns [16]

Wie macht Lithium all die tollen Sachen? Eine aktuelle Meta-Studie aus 2019 fasst dazu sehr viel zusammen. Hier nur einige Highlights [38]:

  • Lithium wirkt positiv auf die Na-Ka-ATPase (-> Natrium-Kalium Pumpe) , welche dafür zuständig ist das Natrium aus den Zellen und das Kalium in die Zellen zu befördern [41]. Die Intrazelluläre Calcium (Ca2+) Konzentration (wie auch die von Na) werde gesenkt [38]
  • cAMP abhängige Signal-Kaskaden werden moduliert, wobei die cAMP-Aktivität nach A. Hall Cutler durch Quecksilber gesenkt wird.
  • Lithium moduliert (u.a. wohl über die Reduktion von Ca2+) die Aktivität von Glutamat, Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, GABA, Acetlycholin und Glutamin. Zudem soll es intrazelluläre Prozesse im Kontext der synaptischen Neurotransmitter über Wirken auf Phosphatidylinositol und Adenylylcyclasen regulieren.

Einiges davon bezieht sich (sicher) auf pharmakologische Dosen, wobei Effekte – auch schon bei geringen Dosen mit 5-10 mg, welche theoretisch mit an Lithium reichem Wasser erreicht werden könnten, schon erreicht werden sollten. So steht selbst im Ärzteblatt, was Wasser wohl schon in der Antike für derartige Symptome eingesetzt wurde [17]:

“Schon aus der Antike gibt es Hinweise, dass Lithium-haltiges Quellwasser genutzt wurde, um Menschen mit manisch-depressiven Störungen zu heilen.”

Im alternativen Bereich wird jedoch anstatt Wasser und Lithium-Carbonat das Lithium-Orotat eingesetzt, wobei gerade die Orotat-Verbindung das Lithium effektiver in die Zellen befördern soll – doch auch dazu später mehr. Wer jedoch Probleme mit den oben aufgeführten Thematiken hat, der kann sich auf Lithium testen lassen, wobei Hundley (CNS) eine Haar-Analyse empfiehlt [18] – was auch meine Erfahrung bestätigt. Haar-Analysen gelten nach Hundley [18] und auch Cutler [27] als gutes Mittel für eine Bestimmung des ‘Körperinventars’.

Bessere Insulin-Sensitivität durch ausreichend Lithium?

Ein Aspekt den ist fast übersehen hätte ist, das Lithium wohl auch stark auf den Glukose-Transport und Insulin im Körper wirkt [39]. In Ratten konnte so schon 1994 gezeigt werden, das in der Anwesenheit von Lithium der Glukose-Transport im Muskel (bei Gabe von Insulin bzw. hohen Insulin-Spiegeln) bis um Faktor 2,5 besser funktioniert – als ohne Lithium. Zudem sei die Insulin-Reaktion verbessert wurden. Aus der Studie [44]:

“Instead, lithium markedly increased the sensitivity of glucose transport to insulin, so that the increase in glucose transport activity induced by 300 pM insulin was ∼2.5-fold greater in the presence of lithium than in its absence.” und “Lithium also caused a modest increase in insulin responsiveness”

Eine Studie mit Hamstern folgerte 1997 das in Tieren mit Diabetes die Lithium-Spiegel deutlich niedriger sind als in solchen ohne Diabetes, wobei die Supplementation mit Lithium-Carbonat positive Werte auf die Werte von Glukose (im Blut) hatte. Zudem verbesserten sich die Insulin-Sensitivität (ISI) und die Insulin-Resistenz wurde gesenkt. Aus der Studie [40]:

“Hepatic lithium levels are significantly lower in diabetic hamsters when compared to healthy controls” sowie “Supplementation with lithium carbonate eliminated tissue lithium deficiency, and had a normalizing effect on blood glucose and glycosylated serum protein levels. The insulin sensitivity index (ISI) increased, thus reducing insulin resistance.”

… zumindest in einigen Insulin-Sensitiven Geweben. Fand ich unwirklich spannend!

Andere Anwendungsgebiete

Doch damit ist das ganze noch nicht vorbei. Lithium soll u.a. nach Hundley und Szklarska bei weiteren Dinge zu helfen [18][25][38]:

  • den zirkadianen Rhythmus zu normalisieren (bzw. verlängern [25]). Hier wohl durch Wirkung auf die ‘Clock-Genes’.
    • “By modulating the expression of clock genes (TIMELESS, ARNTL1, PER3, NR1D1, CLOCK), Li can resynchronize circadian rhythms.” [38]
  • den Wachstumsfaktor BDNF und die Neuroplastizität (NGF und GDNF) zu erhöhen,
  • Neurogenese (Hippocampus) steigern,
  • die Verwertung von B12 und Methylfolat in den Gehirnzellen verbessern,
  • ggf. auch die Knochengesundheit,
  • die Energieproduktion (ATP) der Mitochondrien,
  • verbessert wohl einige Immunsystem relevante Faktoren
    • “increases the immunological activity of monocytes, NK cells, and lymphocytes, particularly increases the synthesis of IgG and IgM immunoglobulins by B cells” [38]
  • kann helfen (Stress induzierte) neuronale Schädigungen zu reduzieren,
  • ein Mangel an Lithium ist dann wohl nicht gut für die Thymus-Drüse [46] und
  • Lithium kann wohl den WNT-Pfad aktivieren [47], welcher u.a. für die Regulation des intrazellulären Ca wichtig ist.

In Bezug auf die Natrium-Kalium-Pumpe [41] und ggf. normalisierte Ca2+ [38] Konzentration in Zellen kann ich mir bei Beseitigung eines mangels eine Verbesserung bei Problemen mit dem Herzen und ggf. auch eine bessere Resilenz gegenüber den Auswirkungen von Nitrostress, EMF, MCS & Co. vorstellen. Natürlich ist das Spekulativ und nur meine ganz persönliche Hypothese.

Lithium – Auswirkungen auf B12, Methylierung, BH4 und die MTR-Mutation

Was ich überaus spannend fand – ist das Lithium wohl auch mit B12 und der Methylierung (u.a. Methyl-Folat) zu bzw. einen Einfluss darauf hat [3]:

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