Buchtip: Stoffwechselstörung HPU – Dr. Tina Maria Ritter und Dr. Liutgard Baumeister-Jesch

Von | 30. September 2020
Buch: Stoffwechselstörung HPU - Dr. Tina Ritter

Buchtip: Stoffwechselstörung HPU – Dr. Tina Maria Ritter & Dr. Liutgard Baumeister-Jesch

Über HPU (Hämopyrrollaktamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie), beides Sonderformen der Pyrrolurie, habe ich schon einiges in diesem Blog geschrieben (Übersichtsseite). Beide haben zur Folge, das es zur Fehlbildung des Häm kommt. Häm ist u.a. der Grundstoff für die roten Blutkörperchen, sowie Basis für viele wichtige Enzyme. So hat fehlendes Häm Auswirkungen auf:

  • den Sauerstofftransport im Blut,
  • die Cytochrome P450 Enzyme, welche für die körpereigene Entgiftung notwendig sind,
  • aber auch der Katalase, welche Wasserstoffperoxid abbaut und somit entschärft.

Zusätzlich geht im Prozess der Bildung & Ausscheidung der fehlerhaften Häm-Komplexe noch sehr viel aktives Vitamin B6 (P5P), Zink & ggf. auch Mangan verloren. Da Vitamin B6-P5P wieder die Basis für Häm ist, aber auch für wichtige Antioxidantien wie Glutathion, Co-Enzym Q10, der Superoxid-Dismutase (SOD) – beißt sich die ‘Katze hier in den Schwanz’: Ein Teufelskreislauf entsteht.

Aus diesen, teils eklatanten Mängeln an Häm und Mikronährstoffen, ergeben sich dann, in Folge, zahlreiche Probleme, Symptome und letztendlich auch Krankheiten. Grundlage für vieles ist aus meiner Sicht hier insbesondere die Störung der körpereigenen Entgiftungsfunktionen. So sind wohl sehr viele ‘übliche’ Krankheiten letztendlich nur eine Folge, also ein Symptom, der HPU (bzw. KPU) – oder werden durch diese verschärft.

Betroffen sind nach Schätzungen ca. 10% der Frauen und 1% der Männer. Ärzte wie Dr. J. Mutter (Interview im Buch) gehen heutzutage jedoch durchaus von bis zu 20-30% der Bevölkerung (mit verschieden ausgeprägten Schweregraden) aus. Letzteres entspricht dem auch meiner Wahrnehmung – und ist u.a. auch der Hintergrund, warum ich die HPU hier im Blog immer wieder erwähne.

Zum Buch und den Autoren

Das vorliegende Buch (-> Leseprobe), der Heilpraktikerin und Biochemikerin Dr. Tina Maria Ritter sowie der Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin Dr. med. Liutgard Baumeister-Jensch, ist das aktuell beste was ich zu dem Themenfeld der HPU bisher gelesen habe. Im Vergleich zu anderen Büchern über HPU & KPU sticht dieses Buch für mich stark (positiv) heraus – was wohl dem biochemischen Hintergrund von Dr. Ritter zu verdanken ist, mit dem sie viele vermeintlicher Krankheiten als Symptome einer HPU sehr plausibel erklären kann.

Wichtig vorab: Wer einen therapeutischen Ratgeber erwartet, der beschreibt, wie, in welchen (genauen) Schritten und mit welchen (genauen) Dosen von welchen Mikronährstoffen, Aminosäuren, Bindemitteln, Hormonen & Co. man eine HPU konkret behandeln kann – den muss ich (bzw. das Buch) enttäuschen. Das Buch geht zwar auf wirklich fast jeden biochemischen Aspekt einer HPU ein – und das sehr, sehr gut – jedoch nicht auf ein konkretes (therapeutisches) Vorgehen (also u.a. mit Dosierungshilfen der Mikronährstoffe). Wer hier etwas mehr Hintergrund mag – der sollte in diesem Falle meinen Artikel zur HPU lesen. Aber auch diese Informationen können nur ein erster Anhaltspunkt sein – weil Menschen eben individuell sind – und jeder seine eigene Geschichte, Generit, Grunderkrankungen, individuellen Umstände, Symptome & Syndrome mit bringt.

Zum Inhaltsverzeichnis & Inhalt

Das Buch hat ca. 170 Seiten Inhalt (ohne Inhaltsverzeichnis und Anhänge) auf denen das Thema HPU beleuchtet wird. Für mich ist das Buch gut lesbar, strukturiert aufgebaut und hat ein ansprechendes Layout, das mit Diagrammen ergänzt ist. Am Ende der Abschnitte bzw. Kapitel werden dann noch mal die wichtigsten Punkte in einem farblich abgesetzten Kasten zusammengefasst.

Das Buch selber ist in Einführung, 7 inhaltliche Kapitel und einen Anhang unterteilt. Das Vorwort wurde von Dr. J. Mutter verfasst:

  • Kapitel 1: HPU – Characteristika, Diagnostik & Therapie
    • Biochemie, Abgrenzung HPU/KPU, Diagnostik, Symptome, Merkmale, Therapie
  • Kapitel 2: HPU – Ursache einer Entgiftungsstörung
    • Körpereigene Entgiftung, Entgiftung & HPU, Interview mit Dr. J. Mutter
  • Kapitel 3: HPU und Mikronährstoffe
    • B6, Zink, Mangan, Interview mit Uwe Gröber, Checkliste Mikronährstoffe
  • Kapitel 4: Mit HPU assoziierte Erkrankungen und Beschwerden
    • Schilddrüse, Interview mit Dr. Kamsteeg (Keac), Nebennierenschwäche
    • Verdauuungsprobleme (Histamin, Fructose, Gluten, Lactose, Pellagra, ADHS, etc.)
    • Infektionen, Menstruation, HWS, Zähne, Schlaf, Medikamente
  • Kapitel 5: HPU und die Psyche
    • Wechselwirkungen von Mikronährstoffdefiziten & psychischen Befinden
  • Kapitel 6: HPU und Mitochondriophatie
  • Kapitel 7: Umgang mit HPU im Alltag
    • Elektrosmog, Impfungen & Risiken, Ernährung
  • Anhang

Die Kapitel sind dann noch mal untergliedert – hier habe ich nur die wichtigsten Überschriften kurz aufgeführt.

Der Inhalt des Buches – für das Blog stark zusammengefasst

Im Folgenden werde ich die ‘Highlights‘ der Kapitel zusammenzufassen, wobei ich dort – wo ich es als angemessen empfinde – gleich meine Kommentare einflechte. Am Ende dieses Blog-Beitrages schließt sich dann meine Kritik zum Buche an.

Vorwort von Dr. J. Mutter

Dr. Mutter leitet kurz in die HPU ein und eröffnet die Perspektive das die HPU als Stoffwechsel- und Entgiftungsstörung ein zentrales Bindeglied (bzw. eine Gemeinsamkeit) für eine Vielzahl von Symptomen sein könnte – welche wird heute als eigenständige Krankheiten auffassen. Zusammen mit der Unterversorgung an Mikronährstoffen, mit immer mehr Umweltgiften, Chemikalien, künstlicher  Strahlenexposition, etc. reagieren die Menschen (insb. welche mit der HPU) dann mit einer höheren Anfälligkeit in Bezug auf chronische Infektionen und eben Krankheiten.

Einführung – Warum uns die HPU so wichtig ist

Die HPU behindert die körpereigene Entgiftung – wird sie behandelt, so kann diese wieder arbeiten und ist nach den Autoren ‘der Schlüssel, der die Tür zum Verstehen der Problematik öffnet’.

Viele Betroffene der HPU werden dann auch als ‘psychisch Krank’ abgestempelt – der Zusammenhang mit Mikronährstoffdefiziten, einer Entgiftungstörung sowie der Entgleisung zahlreicher biochemischer Prozesse im Körper wird jedoch nicht hergestellt – wobei ein HPU-Test einfach, gut verfügbar und recht günstig ist.

Hier nennen die Autoren auch Zahlen: 1% der Männer, 10% der Frauen sind wohl potentiell betroffen – wobei dieser Prozentsatz bei chronisch Kranken wesentlich höher sein dürfte (wie auch Dr. Mutter es sieht). Nach den Autoren ist dann die HPU ein zentraler Schlüssel, der Türen u.a. bei folgenden Krankheiten & Behandlungsmethoden öffnet:

  • AD(H)S (und die Behandlung mit Mikronährstoffen)
  • Psychotherapie in Bezug auf Depressionen, Burnout, Angsterkrankungen, etc.
  • Chronic Fatigue Syndrome (CFS), Multipler Chemikaliensesitivität (MCS), Borreliose, etc.
  • etc.

Kapitel 1: HPU – Characteristika, Diagnostik & Therapie

Dieses Kapitel führt in die (mitochondriale und vererbbare) Stoffwechselstörung HPU (Hämopyrrollaktamurie) ein. Der Name kommt von Hämopyrrollaktam (HPL), eine Substanz aus dem Häm-Stoffwechsel, die bei der HPU über den Urin ausgeschieden wird. Aus Sicht der konventionellen Medizin ist die HPU den toxisch induzierten Porphyrien (ICD-10; E80) zuzuordnen.

Spannend gleich zu Anfang: Nach Beobachtungen der Autoren betrifft eine HPU fast jeden zweiten der eine Psychotherapie in Anspruch nimmt.

Biochemischer Hintergrund

Bei einer HPU liegt eine Störung der Häm-Biosynthese vor, welche dann ausnahmslos alle Zellen des Körpers (mit Zellkern & Mitochondrien) betrifft. Das Häm ist dabei die Grundlage des Hämoglobin-Moleküls, dem ‘Farbstoff’ der roten Blutkörperchen, welche Sauerstoff im Körper transportieren. Einige kennen ja die Eisen- bzw. Blutarmut (Anämie durch Eisenmangel) bei welcher es vermehrt zu Müdigkeit & Schlappheit kommt, wobei hier dem Häm das Eisenatom zu seiner Vollständigkeit fehlt. In Folge kommt es zu zuwenig Häm und zu zuwenig Sauerstofftransport. Häm ist außerdem noch an vielen weiteren biochemischen Prozessen im Körper beteiligt, u.a. Cytochrom C (in der ETC der Mitochondrien), Cytochrom P450 (Entgiftung), etc. (Anm.: aber auch der NO-Synthase).

Um Häm herzustellen sind 8 enzymatische Schritte notwendig, wobei bei einer HPU einige (in der Regel 3 oder 4) dieser Enzyme nicht korrekt arbeiten, was zu einer Fehlbildung von Häm führt. Dieses Molekül muss dann vom Körper entsorgt werden, in dem es Zink, teilweise auch Mangan, sowie die aktive Form von Vitamin B6 (P5P) an das Molekül anhängt und über die Nieren ausscheidet (und damit die vorgenannten Mikronährstoffe im Übermaß verliert). Nach den Autoren ist der Verlust nicht über die Ernährung kompensierbar. Zum Nährstoffverlust kommt meist noch eine Unterversorgung mit Häm, was viele Stoffwechselvorgänge im Körper betrifft (u.a. Entgiftung, Sauerstofftransport im Blut, Energiegewinnung). Die Autoren dann geben noch folgendes an:

  • Schäden an Nervenzellen, Mitochondrien,
  • eine gesteigerte NO-Produktion und damit (nach Dr. Kuklinski) einen
  • erhöhten B12-Verbrauch und
  • einen Abfall der intrazellulären Zink-Konzentration um die Hälfte an.
  • Quecksilber (z.B. aus Zahn-Amalgam) hemmt dann noch zusätzliche die Häm-Biosynthese.

Anm.: Der Mangel an Häm befördert auch die Entgleisung der NO-Synthase und die Bildung von Peroxinitrid, einem freien Radikal. Das bedeutet aus meiner Sicht, das Menschen mit HPU auch anfälliger für elektromagnetische Felder (EHS) und Chemikalien (MCS) sein dürften.

Eine HPU ist dabei wohl genetisch vererbbar (über die Mutter bzw. den Vater) und kann möglicherweise auch erworben werden – z.B. via Halswirbel-Trauma (HWS) oder einer Schwermetallbelastung (u.a. Amalgam), Borrelien, etc. In jedem Fall können letztgenannte auch Auslöser bzw. Verstärker für eine genetisch Bbedingte HPU sein.

Abgrenzung der HPU zur KPU

Die HPU wird auch oft als KPU (Kryptopyrrolurie) bezeichnet, wobei es schon zwei verschiedene Sachen sind: Bei einer KPU wird 2,4-Dimethyl-3-Ethylpyrrol (Kryptopyrrol) ausgeschieden – und bei der HPU der 5-Hydroxy-Hämopyrrollaktam-Zink-Chelat-Komplex (HPL-Komplex). Beide sind strukturell ähnlich – jedoch nicht identisch.

Wo ein KPU-Test unter Umständen bei Menschen mit aktueller Gilt- und/oder Schwermetall-Exposition (und Medikamenten) positiv ausfallen kann, detektiert der HPU-Test nur Menschen, welche wirklich den HPL-Komplex (Hämopyrrollaktam) ausscheiden. Deswegen ist zum Erkennen der HPU (nach den Autoren) nur ein HPU-Test sinnvoll, welcher wohl aktuell nur bei der Firma KEAC (24h-Sammelurin-Test) durchgeführt wird. Ein negativer KPU-Test bedeutet somit auch nicht, dass der Getestete auch HPU-Negativ ist. Dies hat nach den Autoren auch Auswirkungen auf die Therapie.

HPU oder KPU? – Irrungen und Wirrungen

Die HPU ist in der Grundform wohl schon seit 1958 bekannt und wurde von Dr. Abraham Hoffer beschrieben (-> „Malvenfaktor“ im Urin psychiatrischer Patienten) D. G. Irvine extrahierte dann den Faktor aus dem Urin und ordnete ihn der Gruppe der Pyrrole zu. Durch eine Gruppe um C.C. Pfeifer wurde das Testverfahren dann weiter verbessert und als Standard (-> die bekannte Substanz zum Vergleich der Proben) das Kryptopyrrol benutzt.

Der Forscher A. Gorchein erkannte jedoch um 1980, dass der Malvenfaktor (-> biochemisch der HPL-Komplex), welcher über Jahr dem Kryptopyrrol zugeordnet wurde, zwar ähnlich mit diesem, jedoch nicht identisch ist. Genau dieses Hin- und Her und die Verwirrung um die Testverfahren macht es nach den Autoren auch heute noch schwer sich zu orientieren, wenn über HPU, KPU, HPL- und KLP-Komplex gesprochen wird (bei denen einige meinen, dass es das gleiche sei).

Wichtig nach den Autoren ist auch, dass diese Stoffwechselstörung, welche einfach mit Mikro­nährstoffen behandelt werden kann, seitens des Pharmabereiches kein Interesse besteht – denn Mikronährstoffe sind günstig und nicht patentierbar. Dann wird noch darauf hingewiesen, dass der HPU-Test der Firma Keac sensitiver und genauer ist, als der (veraltete) KPU-Test.

Abgrenzung zur Porphyrie

Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese.

Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese. Quelle: Pixabay

Eine Porphyrie ist ein anerkanntes Krankheitsbild in der konventionellen Medizin. Sie ist ein Überbegriff für Stoffwechselerkrankungen beim Häm-Biosyntheseweg. Dabei bedeutet Porphyrie das eines von acht Enzymen der Biosynthese fehlerhaft bzw. gestört ist. Bei einer HPU sind nach den Autoren jedoch drei bis vier Schritte des Syntheseweges betroffen.

Dabei sind Porphyrien in der Regel genetisch bedingt, können jedoch auch von akuten Vergiftungen (-> z.B. Blei, Pflanzenschutzmittel) oder auch Infektionen (EBV) sowie Nahrungskarenzen (Fasten) ausgelöst werden und verlaufen oft auch schubweise. Die HPU zeigt nach den Autoren hier eher milden und chronischen Verlauf. Erste Symptome zeigen sich oft erst zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei diese dann nur bei ernsteren Beschwerden (Stress, Infektionen, etc.) – mit zunehmenden Alter jedoch immer häufiger auftreten.

Diagnostik der HPU

Die HPU wird mittels der HPL-Komplexe im Urin nachgewiesen und ist nicht so stark von Verfälschungen durch Medikamente und toxischen Belastungen betroffen wie die Diagnostik des KPL-Komplexes.

Die Autoren weisen nochmals darauf hin, dass nur die (schon weiter oben genannte) Firma Keac einen ‘wirklich richtigen’ Test auf den HPL-Komplex in Europa durchführt (welcher Standard in den USA ist). Dabei wird der eigene Urin über einen Zeitraum von 24h gesammelt und dann eine kleine stabilisierte Probe in einem Röhrchen – möglichst am Wochenanfang – an die Firma Keac in den Niederlanden verschickt.

Tipps und Empfehlungen zum HPU-Test

In diesem Abschnitt gibt es dann noch einige praktische Hinweise zum HPU-Test, u.a. dem Absetzten der B-Vitamine und von Zink. Ebenfalls wird die weiterführende Diagnostik bei Problemen mit der Schilddrüse diskutiert und kurz ein HPU-Screening (TSH, Histamin, Gesamt IgA (Gluten) und Fructosamin-Spiegel) vorgestellt.

Körperzeichen und Symptome der HPU

Auch wenn es meiner eigenen Ansicht nach etwas unspezifisch und sehr allgemein liest, listen die Autoren in diesem Abschnitt verschiedene Körperzeichen, mögliche Charakter-Merkmale und Symptome bei einer HPU auf, u.a.:

  • Körper: Blässe, blasse Lippen, engstehende Vorderzähne, gelbbraune Färbung durch die Sonne, Gesichtsschwellungen, Hypermobilität der Gelenke, Mühe am Seil hochzuklettern, Ränder unter den Augen, Schwangerschaftsstreifen
  • Charakter: Diener/Helfer; alles muss Sinn ergeben; Furcht davor, die Kreativität zu verlieren; Vermeiden von Stress; schlechtes Kurzzeitgedächnis; leidenschaftliches Verhalten
  • Symptome: Allergien, Ängstlichkeit / Stressempfindlichkeit, Diabetes / Hypoglykämie, Magen-Darm-Beschwerden, Medikamenten-Unverträglichkeit, Müdigkeit / leicht erschöpfbar

Viele der Probleme basieren auf mangelndem Häm, was den Sauerstofftransport in die Zellen und damit die ATP-Produktion limitiert (-> Leistungsschwäche, schnelle Ermüdung). Auch wird die körpereigene Entgiftung (Phase 1) limitiert (-> Bildung von Gluthation). Zu wenig Zink bedeutet dann u.a. Haut- und Haarprobleme, Störungen der Sexualität, Infektanfälligkeit und ebenfalls eine eingeschränkte Entgiftungsleistung, etc. pp. Das fehlende B6 wird ganz stark auf die Neurotransmitter (-> psychische Probleme), den Aminosäure-Stoffwechsel, den Histaminabbau – aber auch die Entgiftung (Phase 2) und ebenfalls Gluthation. Mangan ist zuguterletzt für den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und nochmals für die Entgiftung (-> SOD) sehr wichtig.

Häufige Persönlichkeitsmerkmale von HPU-Patienten

Hier zählt Frau Ritter u.a. auf:

  • Ein weniger gut funktionierendes Kurzzeitgedächnis
  • Ängstlicher Charakter
  • Perfektionismuß
  • Ungeduldig und zwanghaft produktiv
  • Diener-Helfer Syndrom

Um bestimmte Aspekte zu kompensieren, entwickeln viele Menschen auch viele nützliche Fähigkeiten bzw. Strategien. Bei Interesse sollte der das im Buch genauer durchlesen.

Folgen der Nichtbehandlung von HPU

HPU’ler reagieren nach Dr. Ritter et al. wohl mit dem Fortschreiten der Symptomatik leicht überfordert und dann bei Stress oft (verbal) aggressiv. Die Konzentrationsfähigkeit kann immer mehr leiden und Ordnung kann ein hoffnungsloses Unterfangen werden (-> Messie Haushalt). Zwar haben HPU’ler oft einen sehr hohen IQ – aber der nützt in diesem Fallen den Patienten immer weniger. So können Stress-Phasen die Ausscheidung von HPL-Komplexen nach den Autoren erhöhen und zu akuten Schwächezuständen führen (.> Bei Frauen auch mehr Fehlgeburten, etc).

Therapie der HPU

In diesem kleinen Abschnitt wird ein grober Überblick über den Therapie-Ansatz gegeben – welcher dann im Buch später noch im Detail ausgeführt wird. ‘Grundsätzlich’ basiert die Behandlung einer HPU auf folgenden Mikronährstoffen:

  • Zink
  • Aktives Vitamin B6 (P5P)
  • Magnesium
  • Mangan

… wobei (in der Regel bis auf Magnesium) niedrige Einstiegsdosen gewählt werden. Sollten Kopfschmerzen auftauchen, so empfehlen Ritter & Co. unbedingt den Histaminspiegel zu überprüfen und dies mit Priorität zu behandeln. Kommt es zu starken Stimmungsschwankungen kann auch eine Schwermetallbelastung (u.a. durch Zahn-Amalgam -> Quecksilber) zu Grunde liegen. Das Problem: Es hat sich über die Jahre der Unterfunktion der Entgiftungs-Systeme viel ‘Müll’ angesammelt, der nun entgiftet wird. Hier sollte auf eine geeignete Unterstützung zur Entgiftung (u.a. Bindemittel) geachtet werden.

Patienten mit Reizdarm-Syndrom wird empfohlen, ggf. zu Anfang nur mit Zink und Taurin zu starten – wobei insgesamt noch einmal auf ein langsames Vorgehen bei den Interventionen hingewiesen wird. Da eine Kupfer-Überladung der Zellen durch den jahrelangen Zink-Mangel möglich ist, raten die Autoren am Anfang der Therapie von Kupfer-Präparaten oder Kupfer in (Multivitamin-)Präparaten ab. Wichtig ist in jedem Falle, das Vitamin B6 in der aktiven Form zuzuführen – da wegen Zinkmangel & Co. eine Aktivierung des B6 eingeschränkt ist.

Nach 4-6 Monaten sind dann wohl deutliche Verbesserungen zu erreichen, je nachdem wie weit auch die Eisenspeicher gefüllt sind – denn diese limitieren ebenfalls die nun hoffentlich angekurbelte Bildung von Häm.

Allerdings, und das schon vorab: Genau & konkret wird es dann bis zum Ende des Buches nicht – also was, im Sinne eines konkreten Handlungsleitfadens, zu tun ist. Aber dazu mehr in meinem Fazit am Ende dieses Artikels.

Richtig entgiften bei HPU

Hier gehen die Autoren insb. auf die Problematik einer Schwermetall-Belastung ein. Denn bei der (Re-)Aktivierung des Stoffwechsels wird auch vermehrt entgiftet – und die Stoffe sollten dann auf dem Weg ‘nach draußen’ gebunden werden (-> Bindemittel), so dass es nicht zu Re- oder Neuvergiftungen kommt. Dabei werden Chlorella, Bärlauch und Koriander empfohlen. Von diesen Mittelchen würde ich in jedem Falle Abstand nehmen. All diese Stoffe sind keine effektive Bindemittel und können bei falschem Einsatz (und eigener hoher Belastung) zu Re-Vergiftung bzw. Umverteilung von Quecksilber führen – also bei vorhandener Belastung u.a. mit Amalgam! So raten auch die Autoren, in diesen Aspekte ebenfalls von einer Selbstbehandung ab, einer Schlussfolgerung der ich zustimmen kann. Leider jedoch gibt es genug Therapeuten die solch einen ‘Quatsch’ mit Koriander, Bärlauch, Chlorella & Co. noch machen – ohne vorher auf eine Quecksilber-Belastung, z.B. mit einem Haar-Test, zu prüfen.

Kapitel 2: HPU – Ursache einer Entgiftungsstörung

In diesem Kapitel geht es um das Thema der körpereigenen Entgiftung – wie sie funktioniert und was die HPU dabei für Probleme macht.

Was bedeutet “Entgiftung”?


Hinweis:

Der weitere Artikel ist nur für Unterstützer lesbar. In diesem sind dann die anderen Buchkapitel (sehr ausführlich) zusammengefasst, teils von mir kommentiert und ergänzt durch Links in das Blog. Am Ende folgt dann noch meine Kritik zu einigen Stellen im Buch und ein paar Tips.

H.C.


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