Wasser: Umkehrosmose (UO), Aktivekohle, Destillierung, pH-Wert, basisches Wasser & Co.

By | 11. November 2017
Direct-Flow Umkehrosmose Anlage (UO) mit Vor-Filtern und Hauptfilter.

Direct-Flow Umkehrosmose Anlage (UO) mit Vor-Filtern und Hauptfilter.

Wasserfiltrierung, Aufbearbeitung und Umkehrosmose – wieder mal ein sehr breites und unübersichtliches Thema.

Zu jedem und allem fand ich hier Pro- und Contra. Wenn ich dann mal tiefer schaute wurde  dann oft auf irgendeinen Hersteller mit Heilversprechen verlinkt – welcher natürlich nur das beste verkauft und nebenbei auch mein Portmonnaie leerer machen möchte.

Die Themen Wasserfiltration (z.B. einfacher Aktivkohle bzw. Carbonitfilter bzw. Umkehr-Osmose), optimaler pH-Wert für das Wasser, ggf. Remineralisierung des (gefilterten Wassers) & Co. sind komplex. Auf vielen Seiten wird dann noch ein Bericht an die WHO [1] in Bezug auf demineralierung des Wasser bei der ‘Umkehrosmose im speziellen’ und von Filtern im allgemeinen angeführt. Gleichwohl werden mit diesem Argument ‘Remineralisierungen’ oft zweifelhafter Art angeboten – weil meist nicht klar ist, was in diesen Plaste-Kartuschen wirklich steckt. Ein Schelm wer böses Denkt.

Andere bemängeln den sehr niedrigen pH-Wert des Osmosewassers (pH <6.0, oft 5,5) und ebenfalls die wenigen verbleibenden Mineralstoffe. Dazu kann ich nur schreiben: Mein Leitungswasser hat einen pH um die 8,8 und kaum Mineralstoffe – auch ausweislich der Wasseranalyse. Zudem ist der pH-Wert des UO-Wassers nach der Filtration >7,5. Mein TDS-Tester zeigt beim Leitungswasser ca. 20 an – das geht überein mit den Angaben der Wasserwerke und ist das, was viele nach einer UO-Superfiltration noch im Wasser haben. So währe mein Leitungswasser nach den Laborwerten und dem TDS-Wert in Bezug auf den Report an die WHO [1] schon demineralisiertes Wasser… muss ich mir Gedanken machen? Ich denke nicht….

Dinge, denen ich in diesem Beitrag auf den ‘Grund’ gehen möchte

Nun weiß ich nicht was mit dem Wasser auf dem Weg zu mir passiert… langer weg, altes Haus, alte Installationen – und der Geschmack wechselt doch schon stark im Jahr (Talsperrenwasser…) + ist von ‘leichten’ Mineralwässern und Osmosewasser (was ich selber als neutral empfinde) klar zu unterscheiden. Aber es gibt ja noch andere Thematiken bei den Filtern: Verkeimungsrisiko wenn länger kein Wasser fließt, sowie das ganze Angebot an Wasserwirblern & Co. Was ist also dran an:

  • Wasserfiltration
    • Umkehrosmose (UO), Destillation, Aktivkohle
    • angeblichen Mineralstoffdefiziten durch das Filtern,
    • Remineralisierung und
    • Verkeimungsrisiken?
  • pH-Wert
    • u.a. pH-Wert Reduzierung bei UO (sauer, pH-Wert <6)
    • basischem Wasser (pH-Wert >>7) und
    • Wasser-Ionisierung?
  • Sonstigem
    • Wasserwirblern,
    • Re-Energetisierern,
    • Steinchen & EM-Keramik?
    • und etwas zu Dr. Kruse und G. Pollack in Bezug auf Wasser

Mit diesem Blog-Beitrag versuche ich etwas Licht in die (bzw. meine) Konfusion zu bringen… Eines schon vorab: Komplett überzeugende Informationen habe ich nicht gefunden. Das beste ist wohl gutes Quellwasser mit pH-Wert um 6,5 oder 7,5, gerne basischer – was dann hoffentlich nicht die falschen Mineralien enthält (insb. keine Schwermetalle, Uran, Arsen, Fluor, etc. pp)…

Die verschiedenen Flitrationssysteme

Magnetventil, angesteuert über einen Funkschalter mit Spülautomatik.

Funkschalter für die UO-Anlage

Basierend auf recht kritischen US-Blogs bzw. Ärzten [2][3] und eigenen Erfahrungen und Recherchen möchte ich nur kurz die verschiedenen Systeme vorstellen:

  • Umkehrosmose (UO): Hier wird Wasser mit hohem Druck durch eine semi-permeable (Plastik)-Membran ganz kleinen löchern bzw. Poren gepresst, so das hoffentlich nur die Wassermoleküle durch passen. UO gilt als sehr effektiv (ca. 92-97% Filtrationsrate) gegen die meisten Verunreinigungen mineralischer und chemischer Art – so wie auch in Bezug auf Bakterien & Co. Bei diesem Prozess gibt es jedoch auch Schmutzwasser, so das je nach System 50-75% des zugeführten Wassers in den Ausguss gehen.
    • Bei Installationen in höheren Stockwerken von Gebäuden fällt der Wasser-/Leitungsdruck ab und es ist ggf. eine Wasser-Druckerhöhungspumpe (Membranpumpe) nötig um das System sinnvoll zu betreiben.
    • Der UO-Hauptfilter (Membran) muss nach spätestens 2 Jahren getauscht werden (ca. 40-50€), mindestens zwei Vorfilter, welche die Membran schützen, alle 6 Monate (ca. 25€).
    • Es gibt Systeme mit Wasserspeicher und welche ohne (Direct-Flow). Das Problem bei den Speichersystemen ist eine potentielle Verkeimung bei mehrwöchiger nicht-Nutzung. Dem wird dann teils mit einer nachgeschalteten UV-Sterilisierung abgeholfen. Bei Direct-Flow Systemen erledigt dies im besten Falle eine Spülautomatik, die z.B. alle 6h die Anlage für 1-2 Minuten in Betrieb nimmt.
    • Eine Installation geschieht meist unter der Spüle mittels eines T-Stücks mit Magnetschalter, welches das Wasser zur UO-Anlage führt (siehe auch nebenstehende Bilder).
  • Destillierung: Hier wird Wasser verdampft (gekocht) und wieder kondensiert. Die festen Bestandteile verbleiben dann am am Boden des Verdampfers. Teilweise werden die Systeme noch mit einem Vor- bzw. Nachfiltrierungssystem ausgestattet. Das System ist ebenfalls sehr Effektiv gegenüber den meisten Verschmutzungen.
    • Durch das abkochen entstehen leider sehr hohe Stromkosten pro Liter Wasser.
    • Das Dampf-destilieren ist recht zeitaufwändig und für Mehrpersonenhaushalte meiner Ansicht nach nicht praktikabel.
    • Systeme ohne spezielle Vor- oder (Aktivkohle-)Nachfilter sollten (wenn richtig konstruiert) kein Verkeimungsrisiko aufweisen. Bei jeder Art von Filtern und stehendem Wasser bzw. Luftzugang ist jedoch Vorsicht geboten.
  • Aktivkohlefilter: Sind mit die günstigsten (Einstiegs-)Systeme. Hier reagiert die Aktivkohle mit einigen Schadstoffen aus dem Wasser – wobei es hier bei der Filterleistung und bei der Art der gefilterten Stoffe große Unterschiede gibt. Oft könne jedoch anorganische Stoffe wie Arsen, Fluor, Chrom, Nitrate und Perchlorate nicht effektiv entfernt werden und verlangen dann spezielle Vor- oder Nachfilter. Vorteilhaft soll hier sein, das die guten Mineralien nicht alle drastisch reduziert werden (Magnesium, Kalzium & Co.) wie bei der Destillation und der UO.
    • Einfachste Auf-Tisch-Systeme bestehen nur aus einem Filterelement und sind sehr Günstig.
    • Auch hier müssen die Filter (spätestens nach 6 Monaten) regelmäßig ausgetauscht werden.
    • In Bezug auf Verkeimungsrisiken sind die Filter meist mit zusätzlichem Silber ausgestattet. Stehendes Wasser – also mehrere Tage oder Wochen keine Nutzung – kann jedoch problematisch sein.

So, das erst einmal grob zu den wichtigsten Filtrierungssystemen.

Mineralstoffdefizite durch das Filtern?

Eingangs hatte ich ja schon einen Bericht der sich bei der WHO finden lässt angegeben [1]. Dieser äußert sich kritisch zur Entsalzung bzw. UO, weil dadurch auch alle Mineralstoff entfernt werden. Hintergrund war wohl eine breitere Nutzung von UO-Geräten in Tschechien. Aus dem Bericht:

“Sufficient evidence is now available to confirm the health consequences from drinking water deficient in calcium or magnesium. Many studies show that higher water magnesium is related to decreased risks for CVD and especially for sudden death from CVD. ” (Anm.: CVD = Herz-Kreislauf-Krankheiten)

Am Ende schlägt der Bericht vor den gefilterten Wasser wieder Magnesium und Calcium zuzugeben und auf einen entsprechenden Mindest-TDS Wert zu achten. Zu den Auswirkungen von niedrigen TDS-Werten schreibt der Bericht u.a.:

“Experiments in animals, primarily rats, for up to one-year periods have repeatedly shown that the intake of distilled water or water with TDS ≤ 75 mg/L leads to: 1.) increased water intake, diuresis, extracellular fluid volume, and serum concentrations of sodium (Na) and chloride (Cl) ions and their increased elimination from the body, resulting in an overall negative balance.., and 2.) lower volumes of red cells and some other hematocrit changes (3). Although Rakhmanin et al. (6) did not find mutagenic or gonadotoxic effects of distilled water, they did report decreased secretion of tri-iodothyronine and aldosterone, increased secretion of cortisol, …”

Auf diesen Bericht verlinken dann meiner Recherche nach insb. die Hersteller von Aktivkohle und Sedimentfiltrationsanlagen bzw. alles was nicht mit UO und Destillation zu tun hat. Komisch ist hier nur, das selbst mein Leitungswasser nur einen TDS-Wert von ca. 20 hat sowie kaum Magnesium- und Calcium enthält (siehe den Link auf die Wasseranalyse weiter oben). Mein Leitungswasser ist damit ‘reiner’ also viele UO-Wasser in Gebieten mit einer hohen Belastung – muss ich mir jetzt diesbezüglich Gedanken machen?

Demineralisierung durch Kochen mit UO-Wasser?

Eine indische Studie (Arme) [9] gibt noch an, das beim Kochen mit demineralisiertem Wasser mehr Spurenelemente und Mineralien in das Kochwasser verloren gehen (bis zu 60%) und schließt am Ende damit, das Chlorieren billiger als UO & Co. wären. Ein Schelm wer böses denkt. Eine andere Indische Studie will B12-Mangel bei Menschen mit UO-Wasser ausgemacht haben – Sie wissen jedoch nicht warum das so sein könnte [12].

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