Buchtip: The Mercury Detoxification Manual von Andrew Hall Cutler und R. Rust Lee (Amalgam, Quecksilber)

Von | 8. Januar 2020
Buchtip: The Mercury Detoxification Manual: A Guide to Mercury Chelation, Rebecca Rust Lee and Andrew Hall Cutler, PhD, PE, 2019, ISBN 978-0-9676168-4-1

Buchtip: The Mercury Detoxification Manual, Rebecca Rust Lee and Andrew Hall Cutler, PhD, PE (2019)

Wenn mich jemand fragen würde, was für mich das ‘Gesundheitsbuch’ mit dem größten fachlichen und praktischen Nutzwert war bzw. ist, dann würde ich antworten: ‘Amalgam Illness: Diagnosis & Treatment: What You Can Do to Get Better, How Your Doctor Can Help You’ [1] von Andrew Hall Cutler.

Was hat das mit dem Buch in diesem Artikel zu tun? Dies ist das ‘neue Buch’ (2019) von A. Hall Cutler & Co-Autorin Rebecca Rust Lee – mit welchem beide Cutlers Standardwerk (von 1999) zu Quecksilber und der Chelatierung (Ausleitung) auf den Stand der Zeit bringen – aber auch deutlich abspecken, damit die Thematik auch dem ‘normalen’ Anwender und Leser zugänglich ist.

Worum geht es im neuen Buch?

Das Buch dreht sich im Kern um ein Thema: Wie bekomme ich Quecksilber (und ggf. Blei) aus meinem Körper? 

Was ist besonderes an Cutlers Protokoll?

Der Chemiker Andrew H. Cutler, der selber unter einer sehr starken Quecksilber-Belastung durch Amalgam litt, hatte vor über 20 Jahres das so-genannte ‘Cutler-Protocol’ beschrieben das im Kern (neben DMSA und insb. DMPS) mit dem einfachen Nahrungsergänzungsmittel RS-Alpha-Liponsäure (ALA) als Oral eingenommener Chelator funktioniert. Optional kommen auch noch die klassischen DMSA und DMPS als weitere (orale!) Chelatoren zum Einsatz – wobei gerade DMSA auch Seiteneffekte haben kann, die nicht immer wünschenswert sind (-> ggf. mehr Hefe-Bakterien im Darm).

Der große Unterschied bei Cutler zu allen anderen mir bekannten Ausleitungs (bzw. Chelations-) Strategien ist, das Cutler wert legte auf die Halbwertszeit der Chelatorensowie eine regelmäßige und eher niedrig dosierte Einnahme in Intervallen (3-14 Tage) -> “Frequent Low Dose Chelation”.

Die verschiedenen Formen der Quecksilber (Amalgam) und Schwermetall-Ausleitung: A) Gar nichts machen, B) Staub aufwirbeln und schön in Gehirn + Organe verteilen, C) effektiv binden & ausleiten

Die verschiedenen Formen der Quecksilber (Amalgam) und Schwermetall-Ausleitung: A) Gar nichts machen, B) Staub aufwirbeln und schön in Gehirn + Organe verteilen, C) effektiv binden & ausleiten. Bild: H.C. Fricke, basierend auf [2] und der Bildquelle Pixabay, Torso

Das Problem: Die Chelatoren (ALA, DMSA, DMPS, etc.) binden zwar sich an ein Quecksilber-Ion (bzw. Atom) – wobei diese Verbindung des Chelators mit dem Schwermetall aber auch wieder zerfallen kann. Leider gibt es zu der Zerfalls-Zeit einer Chelator-Hg-Verbindung keine vernünftigen Daten und auch Cutler geht darauf nicht weiter ein. Zudem wird auch der ungebundene Chelator selber aus dem Körper ausgeschieden & metabolisiert, so das seine Konzentration im Blut sinkt. Die Zeit in der ca. 50% des Chelators im Blut nicht mehr nachweisbar sind, nennt man ‘Halbwertszeit’ – wie auch bei radioaktiven Stoffen.

Beim Zerfall wird dann jedoch das Hg-Ion freigesetzt und kann neuen Schaden anrichten. Damit der schädliche Effekt vermindert wird, besteht das Cutler-Protokoll auf die regelmäßige Zufuhr der Chelatoren im Abstand der jeweiligen Halbwertszeit (z.B. alle 2-3h bei DMPS). So soll (der Theorie nach) immer genug ‘Chelator’ in der Blut-Zirkulation sein – so dass das Hg aus den zerfallenen Verbindungen wieder ‘eingefangen’ werden kann bzw. einen ‘Bindungspartner’ hat. Hier und hier hatte ich schon einiges zu der Problematik geschrieben.

Ganz wichtig: Alle Schwermetall-Ausleitungen die das (-> Halbwertszeit) nicht beachten u.a. wenn DMPS, DMSA, Glutahtion, ALA, Chlorella, Bärlauch, Koriander unregelmäßig eingenommen oder per IV verabreicht wird – helfen nach Cutler ggf. anfänglich – verteilen jedoch mittelfristig das Quecksilber aus ungefährlichen Stellen wie dem Bindegeweben hin zu kritischen Organen und auch in das Gehirn. So kommt es aus Cutlers Sicht nach einigen Monaten oder Jahren dann zu deutlichen Verschlechterungen – wenn nicht sogar unmittelbar.

Was wird im Buch alles besschrieben?

Im Buch werden die vielen Grundlagen, Schritte und (einige) Vorbereitungen auf dem Wege zur Quecksilber (und Blei-) Ausleitung besprochen. Dabei gibt es viele praktische Tips – u.a. wie mit Ärzten umzugehen ist und was man alles nicht machen sollte. Und grade letzteres ist Mega-Wichtig!

Grob umrissen werden folgende Aspekte behandelt:

  • Was sind die Vergiftungsquellen von Quecksilber (insb. auch Zahn-Amalgam)?
  • Was sind die Vergiftungs-Symptome?
  • Wie kann man die Hg-Belastung testen (und wie besser nicht…)?
  • Was muss bei der Zahn-Sanierung beachtet werden?
  • Ein Vergleich verschiedener Methoden und was ‘Chelation’ bedeutet.
  • Das Cutler-Protokoll zur Quecksilber-Ausleitung.
  • Eine massive Anzahl an Tips (Supplemente-Listen) für die Unterstützung von
    • Organen (Leber, Niere, Schilddrüse, …),
    • bei Symptomen (Depression, Energielosigkeit, CFS, Hefe und Dysbiose im Verdauungstrakt, etc.) und
    • (Symptom-) Krankheiten (Diabetes II, Allergien, etc.).
    • Meint: Nahrungsergänzungsmittel und rezeptpflichtige Arzneimittel (über den Arzt).
      • Sowie deren Dosierungen, Wirkungen & potentielle Nebenwirkungen, etc. pp
  • Allgemeine Ernährungstips und vieles zur Thiol-Sensitivität (Schwefelhaltige Nahrungsmittel).
  • Alles um die Organisation (Pillenbox, Tagebuch, Zeiten).
  • Wichtiges für die Schwangerschaft & Stillzeit.
  • Wichtiges für Kinder mit Amalgam.
  • Sowie einem wirklich großen FAQ.

Was unterscheidet das neue vom ‘alten’ Buch Cutlers aus 1999?

Buch: Amalgam Illness - Diagnosis an Treatment (1999) von Andrew Hall Cutler

Buch: Amalgam Illness – Diagnosis an Treatment (1999) von Andrew Hall Cutler

Das alte Buch ‘Amalgam-Illness’ (um die 100€) geht sehr tief in die Materie hinein – was jedoch für den Einsteiger aus meiner Sicht absolut überfordernd ist. Selbst nach meinen eigenen jahrelangen Beschäftigung mit vielen Themen ist das alte Werk Cutlers eine Herausforderung. Zudem verteilt sich viele in der Praxis relevantes über die einzelnen Kapitel und muss teils mit etwas Aufwand Herausgearbeitet werden. Grob würde ich die Unterschiede folgend zusammenfassen:

  • Das alte Buch hat 226 Din-A4 Seiten, das neue Buch hat nur 209 A5-Seiten.
  • Das neue Buch ist sehr, sehr klar in Bezug auf die möglichen Supplemente, Dosen und Einnahmezeiten.
  • Das neue Buch geht explizit auf die Thematik der Zahn-Sanierung ein.
  • Das neue Buch erwähnt auch explizit Schwangere, Kinder und Bindemittel (MCP, Zeolith, etc.)
  • Das neue Buch ist für den Einsteiger deutlich strukturierter – und schreibt auch klar was man nicht machen soll.

Hingegen ist das alte Buch deutlich überlegen in Bezug auf:

  • Das Hormonsystem und die Störungen die Hg hier verursacht.
  • Das Thema Hormone (u.a. Pregnenolon, Progsteron, DHEA, Hydro-Cortison, T3, T4), was im Detail behandelt wird.
  • Anamnese, Blutwerte und Detail-Diagnostik in Bezug auf Quecksilber-Belastungen.
  • Detaillierte Überlegungen wie mit verschiedensten Beschwerden und Symptomen umzugehen ist.
  • Eine recht ausführliche Übersicht über Amalgam und die Symptomatiken.
  • Einiges zu der Nebenniere, Hypophyse und Hypothalamus.
  • Einer ‘Supplemente-Bibel’ – die es in sich hat (speziell wenn man an das Erscheinungsjahr denkt).

Wer beide Bücher hat ist klar im Vorteil – wobei ich das alte Buch eher Therapeuten empfehlen würde, da einiges veraltet ist und das Verständnis gutes Englisch und doch einiges an Vorwissen voraussetzt. Aber ich habe auch ein paar Anmerkungen und klare Kritikpunkte in Bezug auf das neue Buch – Wer die Kritikpunkt nicht auf dem Radar hat, für den kann es ggf. ungemütlich werden. Wie üblich findet sich das dann alles im Fazit am Ende dieses Artikels.

Ganz klar aber: Nur basierend auf diesem Buch sollte keine Schwermetall-Ausleitung in Eigenregie unternommen werden. Das wäre für mich Fahrlässig. Das Buch selber ist aus meiner Sicht jedoch klar eine Kaufempfehlung – das vermittelte Wissen ist in jedem Falle sehr, gut und recht umfangreich.

Ein Ausblick?: Ein Cutler Protokoll ++ bzw. FAQ?

Wenn es mir zeitlich möglich ist, werde ich für den Blog, zum Ende meiner Detox-Reihe, ein paar Anmerkungen zu Cutler-Protokoll zusammen fassen. Also insbesondere zusammenfassen, was aus meiner Sicht im neuen Buch gar nicht beschrieben ist (bzw. zu kurz kommt) und im altem Buch eher untergeht.

Das ist aus meiner Sicht dann auch das primäre Problem wenn einige Menschen ‘nicht gut’ dem Cutler-Protokoll (oder anderen ‘Protokollen’) fahren: Es wurden nicht alle spezifischen Schritte beachtet die irgendwo im alten Buch beschrieben, angedeutet oder eingeschränkt wurden. Zudem gab es von Cutler auch einige Klarstellungen – und in Bezug auf die Supplemente hat sich nun wirklich einiges in den letzten 20 Jahren getan.

So leitet Alpha-Liponsäure wohl kein Methyl-Hg aus – aber die meisten wissen nicht wie Sie den Anteil der Methyl-Hg-Belastung bei sich feststellen können. Auch ist vielen nicht klar wann z.B. ALA zusammen mit DMPS oder DMSA eingenommen werden sollte – und wann es ggf. auch ohne ganz gut klappt. Auch in Cutlers Büchern wird der letzte Punkt nicht so richtig klar. Und das waren jetzt nur 2 von sicher 20+ Anmerkungen die ich machen könnte.

Zum Inhaltsverzeichnis & Inhalt

Das neue Buch ist klar gegliedert und gut zu lesen. Wie üblich werde ich nun die einzelnen Kapitel und Sektionen kurz vorstellen und das wichtige großzügig (also recht ausführlich) zusammenfassen – was die Buch-Artikel hier im Blog ja sehr lang macht. Allerdings ist meine deutsche Zusammenfassung (+ Anmerkungen) nur für Unterstützer des Blogs voll einsehbar. Der freie Text umfasst nur die allgemeinen Thematiken – so das nur ca. 30% den Artikels öffentlich sind.

Zu bedenken möchte ich geben, das eine Schwermetall-Ausleitung nur mit einem kompetenten Arzt bzw. Therapeuten durchgeführt werden sollte. Eine selbst, also ohne kompetente fachliche Begleitung, durchgeführte Schwermetall-Ausleitung kommt aus meiner Sicht einer Selbstverstümmelung gleich.

Introduction

Einleitendes zum Cutler-Protokoll und die grundsätzlichen Supplementen, welche eingenommen werden sollen – und in Kapitel 7 noch mal im Detail erklärt werden. Es geht grob um The Core 4′:

Wichtig auch: Die empfohlenen Basis-Supplemente haben sich seit dem 1999er Buch teils geändert. damals waren auch folgende bei den Basis-Supplementen dabei:

Heute sind diese Komponenten nicht mehr im Basis-Protokoll, sondern in den Erweiterungen für bestimmte Problemen und Symptome (-> Kapitel 8) was ich für sinnvoll halte. Q10 / Ubiquinol taucht dann gar nicht mehr im neuen Buch auf – was mich wundert.

Hinweis: Mehr Details dann in den Besprechungen der Kapitel 7 & 8 – die ich weitestgehend zusammengefast habe.

1. Where and how people get toxic

Dieses Kapitel zeigt auf welche teils absurd klingenden Vergiftungsquellen möglich sind – denn diese sollten unbedingt abgestellt werden, bevor man eine Hg- bzw. Schwermetall-Ausleitung beginnt. Zudem wird noch darauf eingegangen warum Hg so giftig ist, was es macht und wie man dazu kommt. Hier einige der üblichen Quellen:

  • Medizin & Co.
    • Dentales Amalgam (wichtigste Quelle)
    • Impfungen (bis ca. 2008) und (einigen) Injektionen
      • Teils wohl noch in Mehrfachimpfungen!
      • Impfungen in der dritten Welt (immer noch!)
    • Medizin, Augentropfen, Nasentropfen, Ohrentropfen
    • Bis vor kurzen wohl auch mittel gegen Allergien!
    • TCM, Ayurveda Medizin
    • Abführmittel (Calomel)
    • Zahnarztpraxen- viel “Spilling” – was dann überall freudig ausdamft….
    • Kosmetika, Mascara bis 65 ppm
    • Hautbleich-Produkten
    • Zerbrochene Fieberthermometer
  • Nahrung
    • Fisch, insb. Alter, Großer und Raubfisch (u.a. Thunfisch)
    • Teils als Biozide und Konservierungsmittel (Historisch)
  • Industrie
    • Belastungen durch Goldförderung und industrielle Nutzung
    • Allen möglichen Messgeräten für Drücke (Manometer, Barometer, etc. pp)
      • So z.B. in alten (Automobil-) Werkstätten
      • Manometer (Milchwirtschaft) enthielten bis zu 500 g Quecksilber
        • keiner weiß was damit passiert ist und wie das entsorgt wurde…
      • Fabriken die mal Thermo-, Baro- oder Manometer hergestellt haben…
    • Verunreinigungen in Laboren und langsam verdampfendes Quecksilber
  • Technik
    • Lichtschalter… die nicht mechanisch mit Klick umschalteten…
    • Batterien
    • Energiesparlampen & Leuchtstoffröhren…
  • Freizeit
    • “Leuchtschuhe” für Kinder….
    • Farben, Historisch in Latexfarben (300 ppm Innenraum, 2000 pm Drausen)
      • Musste nicht als Inhalt aufgeführt werden!
      • Von 1960-1991 ca. 227 Tonnen pro Jahr in Farben!
    • Auch in Fußböden von Schul-Sportstätten
    • Antiquitäten
    • Versilberte Spiegel und Vasen

Wahnsinnig, oder?

2. What mercury poisoning looks like

Hier geht es um die Symptome einer Hg-Vergiftung – diese sind mannigfaltig. Eine aktuelle Studie [3] listet denn auch über 250 verschiedene Symptome, Syndrome sowie Krankheiten die damit in Verbindung stehen auf. Auch Cutler bespricht alles im Detail – zu lang für diese Zusammenfassung, weswegen ich hier nur die Tabelle aus der Studie [3] und eine kurze Deutsche Zusammenfassung schreibe:

  • Tinnitus, Schwindel, Geruchssinn wird schlecht, Hören geht zurück
  • Fibromyalgie, Multiple Sklerose, Lupus, Multiple Chemische Sensitivität
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit (auch am Tage), Spätes aufstehen, nachts lange wach – Biorhythmus kommt durcheinander
  • Appetitverlust, Durchfall und Verstopfung
  • Kalte Hände und Füße, Tendenz zum Schwitzen – oder auch gar nicht, Gestörte Körper-Temperatur Regulation
  • Zittern in Finger, Augenlider, Lippen und zuletzt die Beine, Koordination der Augen und der Fokuskontrolle
  • Trockene Haut, Nagelpilz, Fußpilz, Haar werden dünner, trockener, weniger Wachstum, etc. pp
  • Photophobie – helles Licht wird Unkomfortabel
  • Zahnfleischbluten, lockere Zähne, schlechter Atem
  • Herz-Rasen (Tachycardia), Angina, Flache T-Welle oder eine verlängertes QT-Intervall (EKG)
  • Frauen haben Menstruationen mit starken abdominalen Schmerzen
  • Schlechte Blutzucker-Regulierung, Verlangen nach Süßem
  • Immun Dysregulation, Längere Krankheitsperioden (Erkältung)
  • Allergien, Asthma, andere Atemwegserkrankungen
  • Neigung zu blauen Flecken und bluten
  • Darmfehlbesiedlung, Leaky Gut
  • etc.

Krasser ‘Scheiss’, oder? Ganz an Ende des Artikels habe ich dann noch die Tabelle aus der Studie angefügt, auf die Cutler verweist [3].

3. Other toxic metals

In diesem Kapitel werden dann die Auswirkungen von anderen toxischen Metallen beschrieben. Cutler geht auf Symptome ein und beschreibt, welche Chelatoren sich am besten für die Reduzierung der verschiedenen toxischen Elemente verwendet werden können. Besprochen werden u.a.:

  • Blei
    • Chelatoren: DMSA!
  • Aluminium
    • Interessant: Cutler & Co. gehen nicht davon aus, das Al eine Rolle bei den Neuro-Krankheiten hat. Wird Hg chelatiert, dann geht es insb. den Kindern (auch Autismus, AHDS) besser. Hg zu chelatieren ist denn nach Cutler auch das beste mittel gegen hohe Körperbestände an Aluminium.
  • Antimon
    • Chelatoren: 1: ALA, 2: DMSA/DMPS
  • Arsen
    • Chelatoren: 1: ALA, 2: DMSA/DMPS – genau wie bei Hg
  • Cadmium
    • Chelatoren: 1: DMSA, wobei der Urin Alkalisiert werden muss.
  • Kupfer
    • Hg hält Cu zurück, Cutler empfiehlt Zink & Molybdän deutlich zu steigern (reduzieren u.a. Aufnahme von Kupfer im Darm).

Cutler geht davon aus, das die meisten Metalle außer Blei oft nur deswegen ein Problem sind, weil Hg die Ausleitung bzw. Elimination (-> natürliches Detox) verhindert. Zudem gibt es eine Reihe von Krankheiten und genetischen Faktoren, welche dis Ausscheidung und Akkumulation von Hg und Schwermetallen beeinflusst. So steigert wohl eine Hepatitis die Hg-Akkumulation bis um den Faktor 4.

4.  How to test for chronic mercury poisoning

Cutler schreibt klar und deutlich, das Quecksilber-Tests im Blut irreführend sind, weil Hg innerhalb weniger Monate Intrazellulär bzw. die Organe geht. Ganz klar rät Cutler vor DMSA / DMPS Mobilisationstests abhier steht warum.

Die Kernfrage nach Cutler ist letztendlich: Hat man zu viel Amalgam – oder nicht?

Wenn das unklar ist, kann ein Chelationstest mit ALA durchgeführt werden – aber nur, wenn kein Amalgam mehr im Zahnbereich ist (Check per DVT oder Spiral-CT und qualifiziertem Mediziner)! Jedwede positive oder negative Reaktion auf den ALA-Mobilisationstest (-> welcher im Kern nur eine höher dosierte min. 64h Cutler-Runde mit ALA, alle 3h eingenommen, ist) – weißt nach Cutler auf Probleme mit Hg und/oder Arsen bzw. Antimon hin! Bei diesem Test sollten unbedingt alle Supplemente die Cutler empfiehlt eingenommen werden um die Entgiftungssysteme zu unterstützten. Aus meiner Sicht sind hier Mg, Zink, Vitamin C (alle 3h) & E, ein B-Komplex (mit wenig B6), Q10 (als Ubiquinol), Taurin, Mariendistel, Glycin, Phosphatidylcholin und oft auch Molybdän und Selen obligatorisch, wobei die Supplemente schon ein paar Tage vorher regelmäßig eingenommen werden sollten. Bindemittel sind aus meiner Sicht ebenfalls hilfreich. Die Dosierungen sind hier mit dem (hoffentlich) kompetenten Therapeuten abzusprechen.

Alternativ kann auch ein Haar-Test für die Bestimmung einer relevanten Hg-Belastung herangezogen werden. Die Details stehen dabei im 2004’er Buch von Cutler: ‘Hair-Test Interpretation’ [4]. Das vorliegende Buch geht nur ganz grob auf die Thematik ein und verweist für alle Detail auf das Haar-Test Buch.

5. Dental work: the biggest hurdle

Der ‘Zahnkrams’ ist aus meiner Sicht der aufwändigste Vorbereitungs-Schritt. Vor der Chelatierung muss absolut sichergestellt sein, das kein, noch so kleiner Fitzel Amalgam mehr da ist (auch nicht im Zahnfleisch)! In diesem Kapitel geht es dann darum wie sichergestellt werden kann ob der jeweilige Zahnarzt ‘Plan’ hat und was mindestens beachtet werden muss:

  • Immer einen Kofferdamm bei Amalgam-Entfernung!
  • Vitamin C als Antioxidanz nutzen (z.B. per IV während der OP oder vorher)
    • Kann aber ggf. mit der Betäubung interferieren (als IV)!
  • Einen Nieder-Drehzahl Bohrer nutzen.
  • Wasserkühlung auf den Zahn – damit Amalgam nicht verdampft!
  • Sauerstoff- / Luftmaske verwenden.
  • Nie einen Zahnarzt nehmen, der noch Amalgam einbaut bzw. empfiehlt!
  • Nie annehmen, das der Zahnarzt wirklich ‘bescheid’ weiß – alles Hinterfragen und konkret vereinbaren!
  • Alle Brücken & Kronen inspizieren, ggf. entfernen & neu machen lassen
    • Cutler (USA): Bei bis zu 40% der alten Kronen & Brücken ist Amalgam darunter….
    • Mein Zahnarzt: Bei ca. 20% des Zahnersatzes (Brücken/Krone) Älter als 15 Jahre ist Hg drunter!
    • Weil: Zahnärzten wurde gesagt das Amalgam unter einer Brücke ‘Sicher’ ist. Aua…
  • Vor neuer Krone, etc. pp. Röntgenbild oder Foto machen lassen – alles selber kontrollieren!
  • Keine Chelatoren (EDTA, ALA, DMPS, DMSA), insb. kein Chlorella, etc. pp. in der Woche vor oder nach der Behandlung!
  • Kein ALA bis zu 3 Monate nach der Behandlung!

Cutler schreibt in etwa: Ja, auch wenn das alles sehr Teuer ist und viele Monate dauert ist es notwendig – ansonsten kann alles schlimmer werden… Monate oder Jahre später, wenn sich Zahn- bzw. Kiefern-Amalgam in Organe & Gehirn verteilt. Es sollte alles mit Röntgenbild überprüft werden. Optimal auch Fotos von Zähnen mit entfernter Krone, etc. pp. – also bevor das Metall oder eine neue Füllung bzw. Krone wieder drauf kommt.

Meine Anmerkung: Optimal alles mit einem hoch auflösenden CT (>120 KVolt), mindestens mit einem modernen DVT untersuchen lassen. Ein normales Panorama-Bild (ca. 60 KVolt) ist meist zu niedrig auflösend! Alles von einem kompetenten Arzt inspizieren lassen.

Cutler schreibt dann auch etwas zu Wurzelkanal-Behandlungen & Nicos (Seite 39). Nach Cutler sind diese nicht das primäre Problem in Bezug auf Hg – also ggf. in Ruhe lassen, wenn Sie nicht akut entzündet sind. Diese Dinge können nach Cutler angegangen werden – nach dem die Hg-Vermüllung raus ist und der Organismus wieder besser funktioniert.

Kritische Anm.: Hier möchte ich anmerken, das einige Menschen davon ausgehen, das sich in Nicos ggf. auch Giftstoffe und Schwermetalle ablagern bzw. dort im Fettgeschwulst gebunden werden. Sollte dies so sein, würde es doch Sinn machen Nicos vor der Hg-Ausleitung (und ggf. Mobilisierung) zu entfernen. Zudem: Inflamation blocks detoxification! NICO’s/FDOKs produzieren inflammatorische Stoffe (Zytokine, RANTES) und so etwas blockiert die Entgiftungsenzyme (Phase 1, 2, etc.). Insofern würde ich erst einmal die NICO’s raus machen lassen – bevor ich mit DMPS & ALA anfange.

Cutler hat dann noch einige wichtige Hinweise wie mit Zahnärzten umzugehen ist… alles nicht so einfach. Dieser Punkt war auch für mich sehr Zeit- und Geldaufwändig!

6. The ins and outs of chelation

In diesem Kapitel geht es um die Chelation als solche, den Vergleich der verschiedenen Ansätze, die verschiedenen Chelatoren und was man niemals machen sollte! Cutler schreibt so eingangs, das:

“Die meisten Medikamente werden in Bezug auf die Halbwertszeit der Inhaltsstoffe dosiert werden – komischer Weise aber nicht die Chelatoren…

Ich hatte ja eingangs schon etwas zu diesem Thema geschrieben. Zwei der bekanntesten Chelatoren, DMPS und DMSA, haben nach Cutler in den USA nur spezielle Zulassungs-Stati (-> ‘orphan drug’ -> DMSA). Insofern verstehen viele Ärzte die Pharmakokinetik dieser Mittel nicht – meint: Wie sich diese Mittel im Körper verhalten, abgebaut und ausgeschieden werden. Meist ist das die Aufgabe der Chemiker in den Pharma-Konzernen – aber nicht der Ärzte. Cutler hatte 15 Jahre Chemierfahrung, war lizenzierter und akkreditierter Berater für Chemie, hatte dort sein Ph.D – was u.a. erklärt war um selber ein Stück weiter schauen konnte.

Ein weiteres Problem ist, das mit Quecksilber-Detox wohl auch nur schwerlich bzw. schlecht Geld verdient werden kann – ansonsten wäre es ein großer (Pharma-) Markt. Das macht das ganze dann auch nicht allzu attraktiv.

6.1 The Cutler protocol vs other methods

Chelation per IV (Intravenös) oder ‘infrequent’ Chelation (alle paar Tage oder Wochen) kann funktionieren – muss es aber nicht. Es gibt viele Nebenwirkungen – und über diese Patienten wird dann nach Cutler nicht gesprochen. Nach Cutler ist nur eine ‘frequent, low-dose chelation’ sicher und langfristig erfolgsversprechend.

Viele HPs, Ärzte, etc. nutzen oft ‘Protokolle’, die sie nicht verstehen – und nur ‘nachmachen’. Die meisten Protokolle stammen nicht von Chemikern und auch nicht von dafür qualifizierten Menschen. Hier ist nach Cutler speziell die Verwendung von ‘Alpha-Liponsäure um die Mitochondrien’ unterstützten (am (nicht-)besten ein paar mal am Tag) als Negativbeispiel hervorzuheben.

6.2 How chelation works

DMSA. Quelle: Wikipedia

Das hier habe ich schon in meinen Artikel zu Chlorella genauer erklärt. Cutler schreibt hier, das ‘Chelation’ kommt vom griechischem Wort ‘Klaue’ kommt. Ein richtiger Chelator hat dabei zwei (schwefelhaltge) SH- (Thiol)-Gruppen, mit entsprechenden räumlichen Abstand, so das ein Hg-Atom/Ion in die Mitte passt. Hg zieht es dabei speziell zum Thiol-Schwefel (-> der SH-Gruppe). Das SH/SH-Hg-Molekül schwimmt nun im Blut bis es ausgeschieden wird.

Das Problem: Das SH/SH-Hg-Molekül (z.B. ein DMSA+Hg-Ion) kann in seiner Bindung zerfallen. Zudem wird der Chelator (ALA, DMSA, DMPS, etc.) innerhalb seiner Halbwertszeit metabolisiert und / oder ausgeschieden. Wenn ersteres passiert wird das Hg-Atom/Ion freisetzt und sucht sich etwas anderes ‘schwefliges’ zum dort wieder ‘Anzudocken’. Ist zu wenig ‘Chelator’ vorhanden, dann ist die Chance gering, das dieses ‘schwefelige’ auch wieder ein Chelator-Molekül ist.

Die Lösung: Um das Neuverteilen von Quecksilber (Hg) größtenteils zu verhindern wird immer wieder neuer Chelator (in Bezug auf die Halbwertszeit) zugeführt um die Menge an Chelator im Körper bzw. Blut einigermaßen konstant hoch zu halten -> das Cutler-Protokoll.

Mit einem ‘Ab-Und-Zu-Protokoll’ kann zwar die messbare Last an Hg verringert werden – jedoch besteht die große Problematik das Hg aus Knochen, Muskelgewebe, Fett und Haut (-> eher unkritisch) in sensitive Organe verschoben wird (-> Gehirn, Leber, Schilddrüse, Hypothyse, Immunsystem-Zellen, etc.). Das kann dann langfristig zum ‘Abschuss’… bzw. einem ungünstigen Lebens- bzw. Symptomverlauf führen.

6.3 The chelating agents and waiting periods for taking the

Hier werden die drei wichtigsten Chelatoren des Cutler-Protokolls besprochen – wobei die Detaillierung (u.a. auch Kapitel 7 & 8, was ich in allen wichtigen Punkten übersetzt habe) über das alte Buch deutlich hinaus geht. Da es hier teils konkreter wird –  ist der Rest der sehr, sehr langen ‘quasi’ Buchzusammenfassung nur für Unterstützer einsehbar.

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