Hochdosis-Supplemente – Vitamin A, B6, B12, D3, Jod, Eisen, Kupfer, Mangan, Gluthation, Alpha-Liponsäure, Chelatoren, Fasten & Co. – Nicht immer gut, speziell bei Quecksilber-Vermüllung, HPU & Co.

By | 2. Oktober 2019

Hochdosierte NEM’s – immer gut? Quelle: Pixabay

Ich schreibe diesen Artikel, weil vielen Menschen sich der Risiken einiger Mikronährstoffe, Vitamine, Supplemente und Praktiken (u.a. längeres Fasten) nicht bewusst sind.

Mir geht es dabei nicht darum das etwas per-see schlecht wäre – nein, nein – Mikronährstoffe, Vitamine, Supplemente, Fasten & Co. sind in der Regel schon eine wichtige und in der Regel gute Sache. Was jedoch oft nicht beachtet wird, sind:

  • Die Dosis & die Dauer,
  • die Interaktionen (-> von Mikronährstoffen & Praktiken),
  • der Kontext (-> eigene Umstände -> Krankheiten, Belastungen)

von Interventionen. Die (Mikro-)Nährstoffe und Verbindungen die ich hier (kurz) besprechen möchte – und bei denen man aufpassen sollte – sind folgende:

  • Mineralien/Spurenelemente
    • Eisen
    • Kupfer
    • Mangan
    • Jod
    • Selen (als Natrium-Selenit)
  • Vitamine (hohe Dosen)
    • Vitamin A
    • Vitamin D3
    • Vitamin B6-P5P (hohe Dosen ggf. problematisch im Kontext HPU & Schwermetall-Belastungen)
    • B12 als Methlycolbalamin (ggf. problematisch bei Belastung mit Quecksilber)
    • Folsäure anstatt L-Methylfolat (-> die feinen Unterschiede….)
  • Antioxidanzien & sonstiges
    • Gluthation (Oral, Sublingual, IV)
    • Alpha-Liponsäure (gut, aber mit Einschränkungen)
    • MSM, L-Cystein, N-Acetyl-Cystein (hohe Dosen bei Belastung mit Quecksilber ggf. problematisch)
    • Arginin, Citrullin (wenn ohne Lysin eingenommen und bei höheren Dosen)
  • Chelatoren (Schwermetalle)
    • DMSA, DMPS (gut, aber mit Einschränkungen in der Anwendung)
    • Alpha-Liponsäure (gut, aber mit Einschränkungen in der Anwendung und Form)
    • EDTA (Never ever…. – solange Quecksilber im System ist!)
    • Chlorella, Koriander, Bärlauch (niemals bei Belastung mit Quecksilber!)
  • Praktiken
    • (Längeres) Wasser-, Saft-, etc. Fasten und
    • eine längerfristige stark unterkalorische Ernährung (-> Mobilisierung von Giftstoffen durch Abbau von Fettdepots)

Wichtig: All die vorgestellten Dinge sind in der Regel durchaus probate Dinge – also das es Sie gibt und was Sie tun. Das Problem was ich sehe ist, das oft der eigene Zustand, Bedarf & Status sowie Empfehlungen für sinnvolle Dosierungen nicht beachtet werden. Genau darum geht es mit in diesem Artikel!

Die Risiken einer Schwermetall-Belastung mit Quecksilber (u.a. Amalgam)

Viele Leser hier, speziell die über 40 Jahre, werden sicher in der Regel mal Amalgam– (Quecksilber-) Füllungen gehabt haben. Dazu kommt sicher noch die eine oder andere Impfung mit Thiomersal (Quecksilber) als Stabilisator, die ein oder andere zerbrochene Leuchtstoffröhre und/oder Fieberthermometer, einer Mutter die ggf. auch viel Quecksilber in den Zähnen hatte, Augentropfen mit Quecksilber, Tattoos, gestrecktes Marihuana, 2 Jahre jeden tag Thunfisch aus Dosen, etc. pp. – ich mag da gar nicht über alles nachdenken… zu viel habe ich schon mitbekommen.

Ich habe nun schon einige Haar-Analysen ausgewertet und egal wie ‘man’ es dreht: Wer Amalgam im Mund hatte, der oder die hat meist ein Problem mit dem Mineralstoffhaushalt (-> gestört) – und dann (sicher) meist auch relevante Mengen an Hg in den Zellen & Organen [1]. Allerdings sieht man dies nicht direkt im Haar-Test, weil dort faktisch nur das Methyl-Quecksilber, aber nicht das anorganische auftaucht. Insofern muss der, der einen Haar-Test auswertet wirklich wissen was er da macht…

Glutathion (GSH) mit einer SH- (bzw. HS-) Gruppe. Quelle: Wikipedia

Besteht eine Belastung mit Hg, dann können Substanzen welche so-genannte Thiol- (SH-) Gruppen enthalten an Hg ‘andocken’, dieses mobilisieren und dann im Körper verschleppen. Dies, weil die Bindung nicht stabil genug ist bzw. meist nicht bis zum Ausscheiden über Stuhl und Urin überlebt. Speziell-schlecht sind dabei wohl Stoffe mit nur einer Thiol-Gruppe, wie ich es schon in meinem Artikel zu Chlorella & Co. geschrieben hatte . Welche Verbindungen gehören dazu? [1][2][3][4]:

  • Gluthation (GSH, exogen -> Oral, Liposomal, IV)
  • Chlorella
  • Bärlauch (aber auch und insbesondere Koriander)
  • Alpha-Liponsäure (RS, R, Natrium R, etc.) – gut & böse – mehr weiter unten.
  • MSM, L-Cystein, Methionin (… über die Nahrung sollte ausreichen)
  • Vitamin B12 als Methylcolbalamin (hohe Dosen)

Letzteres (Methyl-B12) scheint auch ‘nicht ohne’ zu sein – zumindest bei hohen (dauer-) Dosen. Nach Studien [3] kann sich wohl die Methyl-Gruppe des B12 mit anorganischen Quecksilber (Hg2+) zum toxischen Methlyquecksilber (MeHg) verbinden. So raten einige davon ab, bei ungeklärter Hg-Belastung hohe Dosen an B12-Methlycolbalamin einzunehmen [4], was ich auch schon in meinem Artikel zu B12 thematisiert hatte.

Klar, Methylgruppen braucht der Mensch – aber die schleichende Methylierung von anorganischen Hg2+ muss man ja nicht in den Turbo-Modus schalten. Von oralen Dosen >= 100 µg Täglich bzw. Wochendosen >1000 µg würde ich daher absehen (es sei denn, es wird aktiv Cheliert). Von Methylcolbalamin per IV rate ich komplett ab – bei Hg-Vermüllung. Dr. Daunderer rät ebenfalls komplett von Methylcolbalamin bei Hg-Verdacht oder Möglichkeit einer Hg-Intoxikation ab – er meint sogar, das ein niedriger B12-Spiegel eine Schutzfunktion des Körpers sei [16]. Die Methylierung muss aber nicht immer nur schlecht sein, weil dadurch wohl auch das Hg2+ mobilisiert wird – aber nur wenn es dann auch effektiv gebunden und ausgeleitet wird (-> aber das ist ein Thema eines anderes Blog-Artikels).

Von der Einnahme (Oral oder IV) von Gluthation (aber auch extra (L-)Cystein, (L-)Methionin und MSM als Supplement) sollte dann ebenfalls nach Cutler [1] und auch Daunderer [17][18] verzichtet werden, da dieses Quecksilber über die Blut-Gehirn-Schranke und vom Gewebe in die Zellen verschleppen könne. Daunderer schreibt u.a.:

“Das Ärgerliche an dieser Sache ist, dass künstlich zugeführtes Glutathion keinesfalls Gifte aus dem Körper transportiert, sondern ganz im Gegenteil sehr gefährlich ist und das Gehirn vergiftet durch Umgiftung. Die Verbindung Glutathion und Gift wie Quecksilber geht durch die Blut-Gehirn-Schranke in Ihr Gehirn und richtet dort einen irreversiblen Schaden an.” [17]

Der ‘Entgiftungsarzt’ Chris Shade (-> Shade Protokoll) sieht dies wohl anders und nutzt u.a. liposomales Gluthation, was zu einem Streit zwischen Ihm und Cutler führte, wobei Cutler aus meiner Sicht die Thematik wie Daunderer einschätzte (-> mobilisierung von Hg und intrazelluläre Verschleppung, u.a. über die Blut-Gehirn-Schranke, BHS). Aus einer US-Studie zu CFS geht dann auch noch hervor, das zumindest nasales Gluthation nicht so gut bzw. sehr ambivalent abgeschnitten hatte [21][22]. Da aus meiner Sicht viele CFS-Patienten auch eine Hg-Belastung haben dürften – wäre dieses Ergebnis für mich nahe liegend.

Nach Cutler [1] ist N-Acetyl-Cystein (NAC) + Glutamin + Glycin das beste Mittel um die körpereigene Produktion von Gluthation zu verbessern, wenn man die Körper-interne (intrazelluläre) GSH-Produktion steigern möchte. Cutler empfiehlt hier einen 4:2:1 Mix – ich würde eher 1:2:1 bevorzugen. Das Problem: Wird GSH exogen zugeführt, dann kann es (wie schon beschrieben) extrazelluläres Hg, z.B. aus dem Bindegewebe, verschleppen und neu verteilen (wie ggf. auch hohe Dosen an Cystein, NAC und MSM).

Die Risiken von Hg- und Schwermetall-Chelatoren (bei falscher Einnahme)

RS-Alpha-Lipoic Acid

Echte (Hg-) Chelatoren (‘Bindemittel’) wie DMPS, DMSA, (RS-)Alpha-Liponsäure (RS-ALA) sowie EDTA für andere Metalle haben auch einige Nachteile – wenn diese falsch (-> insb. unregelmäßig, hohe Dosen) eingenommen bzw. zugeführt werden [1][2]. EDTA sollte dann auch aufgrund vieler Neben- und Wechselwirkungen heutzutage nicht mehr für die Hg-Ausleitung verwendet werden [1], wobei sich auch Daunderer [19][20] hier der Ansicht von Cutler anschließt. Zwar mobilisiert ETDA das Hg – und es lässt sich dann im Urin nachweisen, jedoch ist EDTA nach Cutler kein guter Hg-Chelator und verteilt mehr Hg im Körper (-> in das Gehirn und die Organe), als das es das Hg ausleitet (-> bildet wohl ungünstige Komplexe mit Hg). Da EDTA (noch) Rezept-Frei zu bekommen ist, erfreut es sich noch deutlicher Beliebtheit – u.a. bei Heilberufen die keine rezeptpflichtigen Mittel verschreiben können. Wenn EDTA verwendet werden sollte – dann ist aus meiner Sicht unbedingt eine weitgehende Hg- bzw. Amalgam-Freiheit sicherzustellen.

Nun bitte ganz genau aufpassen: Bei den Hg-Chelatoren DMPS, DMSA, (RS-)Alpha-Liponsäure, welche jeweils 2 SH-Gruppen haben, besteht nach Cutler [1] das Problem, das diese Verbindungen mit der Zeit zerfallen. Werden die Chelatoren nur einmal oder unregelmäßig eingenommen – dann mobilisieren und Binden Sie zwar das Hg, zerfallen nach kurzer Zeit (meist einige Stunden) und lassen das Hg-Atom so wieder frei – vor der Ausscheidung über Stuhl und Urin. Das führt zur Umverteilung von Hg aus dem Bindegewebe in die Organe und ggf. auch in das Gehirn – komplett ungut.

In Bezug auf den Abbau der Verbindungen (RS-ALA ca. 3h, DMPS ca. 8h, DMSA ca. 3h) spricht man auch von der Halbwertszeit – wie beim Zerfall von Radionukliden. Wichtig: Die anderen ALA-Formen zerfallen in der Regel noch schneller als RS-ALA, haben also eine noch geringere bzw. unbekannte Halbwertszeit.

Nach Cutler [1] sollte denn auch oral zugeführtes RS-ALA regelmäßig exakt alle 3h (oder kürzer – wohl bis hinab zu 2h) über mindestens 72 h (pro Sitzung) zugeführt werden. Dabei ist die Dosis zu halten bzw. darf im Zweifelsfall nur erhöht werden. Bei DMSA beträgt die Zeit ebenfalls 3h und bei DMPS 8h (besser kürzer: 6h oder etwas weniger) – auch jeweils über mindestens 72h in den genauen & regelmäßigen Abständen bei gleicher Dosis. Wird dies nicht so gehandhabt, dann kommt es vermehrt zur Mobilisierung und Umverteilung von Hg und anderen Schwermetallen – absolut ungut.

Weil ALA ein sehr gutes Anti-Oxidanz ist, wird es gerne von vielen Ärzten verwendet – weil es eben erfolgreich und wirksam ist. Leider führ es nebenbei zu einer ‘umgiftung’ und mobilisierung des Hg im Körper. Dieser (negative) Effekt ist dann schleichend…

Ach ja: Von einer (unregelmäßigen) Verabreichung von DMSA & DMPS per IV (z.B. 1 mal am Tag oder 1 mal die Woche) sollte dann auch komplett Abstand genommen werden. Das erklärt sich ja über die Halbwertszeiten und vorher geschriebenes. Ich kenne zwar viele Aussagen das Alpha-Liponsäure per IV gut wirkt, was ich komplett nachvollziehen kann, jedoch sollte diese Verwendung bei mit Hg-Belasteten Menschen aus meiner Sicht eine Notfall-Option bleiben. Cutler rät davon komplett ab, da der langfristige Preis zu hoch sei [1].

Das heisst auch: Keine Schwermetall-Mobilisations-Tests (z.B. Urin) mit DMSA oder DMPS! Niemals! Warum? Genau das hatte ich einen Absatz zuvor geschrieben: Einmaldosen von Chelatoren mobilisieren zwar, führen jedoch auch zu einer Neuverteilung im Körper. Arbeiten dann irgendwelche Organe (Niere, Leber, etc.) nicht einwandfrei – und es gibt ein Problem mit dem Entgiftungssystem (Phase 1-3, etc.)  – dann wird es ganz “unlustig”. Die Aussagekraft dieser Tests ist zudem auch unklar – da die Menge des ausgeschiedenen Quecksilbers von vielen (individuellen) Faktoren abhängt und beim Test auch nicht zwischen Methyl-Hg und anorganischem Hg unterschieden wird, so das ein Rückschluss auf die Belastung im Körper nur schwer möglich ist [23]. So raten denn auch Cutler [1] und Shade [23] vor Mobilisations-Tests ab.

Auch Wichtig: ALA gibt es in verschiedenen Formen (R-, Natrium R-, RS-ALA). Nur bei RS-ALA ist die Halbwertszeit (ca. 3h) nach Cutler bekannt [1]. Zu beachten ist, das Alpha-Liponsäure ein Bestandteil vieler NEM-Rezepturen ist – was für Hg-Belastete dann ungut wäre.  Hier würde ich auf jeden Fall immer im Detail nachschauen und entsprechende Produkte meiden.

Andere Stimmen: Dr. J. Mutter (zumindest in 2009) scheint diese Erfahrungen in Bezug auf IV-Verabreichung nicht zu teilen und äußert insb. Kritik an der oralen Gabe von DMSA im Cutler-Protokoll [24]. Allerdings ist die Verwendung von DMSA und DMPS bei Cutler nur Optional (z.B. für Blei) und für Hg nicht notwendig. Mutter weist dann noch darauf hin, das wohl aus seiner Sicht das Cutler-Protokoll nicht bei sehr starker Hg-Belastung greifen kann [24]. Ich mag hier einschränken, das das Cutler-Protokoll meist ‘alleine’, ohne ärztliche Begleitung und ohne vorherige Stabilisierung von Immunsystem, (Neben-)Niere, Schilddrüse, Darm und Leber durchgeführt wird. Cutler geht in seinem Buch explizit auf all diese Sachen ein [1], so das ich auch kritische Berichte zum Cutler-Protokoll in Eigentherapie sehr ambivalent sehe, da die Details oft im unklaren bleiben… also was genau gemacht und nicht gemacht wurde. Wichtig zu wissen ist auch das das Cutler-Protokoll recht zart, mit kleinen Dosen arbeitet – was dann eben mal 1-3 Jahre (oder länger) dauern kann. Schnelle Lösungen gibt es bei einer ordentlichen Schwermetall-Ausleitung denn wohl auch nicht.

Die Risiken der Mobilisierung von Giftstoffen (ohne Bindung)

Giftstoffe aller Art (auch chemische) lagern sich oft im Fettgewebe ein. Wird das Fettgewebe abgebaut, dann werden auch diese Giftstoffe zwangsweise mobilisiert [8]. Erfolgt nun eine starke kalorische Restriktion, also

  • (längeres) Fasten über mehrere Tage (z.B. Wasser- oder Saft-fasten),
  • eine stark unterkalorische Diät bzw. Ernährung

dann werden auch Giftstoffe (aus dem Fettpolster) mobilisiert. ‘Früher’, also die Umwelt und Körper noch nicht so belastet (bzw. verseucht) waren – war Fasten ein probates Mittel – heutzutage gibt es jedoch durch die Giftstoff-Mobilisierung immer mehr Nebenwirkungen und Probleme. Zusätzlich kommt beim längeren Fasten und der unterkalorischen Ernährung auch noch dazu, das dann meist zu wenige Mikronährstoffe zugeführt werden, was natürlich für die Versorgung der Entgiftungssysteme im Körper überhaupt nicht gut ist.

In jedem Fall scheint es mir hier sinnvoll einfache Bindemittel zuzuführen. Ob dieses dann eher Zeolith, Bentonit, Aktivkohle, Chitosan, Citrus-Pektin (MCP), Algen-Pektine, Huminsäure – oder ein Mix der vorgenannten sein mag, das wird Thema späterer Artikel.

Die Risiken von Stoffwechsel-Turbos

Mit Stoffwechsel-Turbos meine ich Dinge, die den Stoffwechsel ankurbeln. Das ist einerseits natürlich toll: Mehr Energie! Aber es hat auch (zumindest) eine Schattenseite: Mehr Zell-Entgiftung! Wenn nun die Zell-Entgiftung hoch gefahren wird, dann sind meine Fragen:

  • Wer bindet das Gift bzw. das mobilisierte Schwermetall?
    • also: werden genug Ballaststoffe, ggf. Bindemittel zugeführt?
  • Wie wird das Gift ausgeleitet bzw. metabolisiert?
    • also: Arbeiten insbesondere Leber & Niere optimal?
  • Funktionieren die Entgiftungs-Systeme?
    • also: u.a. Glutathion-Reduktase (GSR), Glutathion-S-Transferasen (GSTs) , Superoxid-Dismutase (SOD)?
  • Passt alles mit den nötigen Mikronährstoffen?

Wer Stoffwechsel-Turbos ‘einschmeißt’ – der sollte darauf achten das vorher der ‘Werkstatt-Termin’ stattgefunden hat (-> also z.B. Kontrolle von Blutwerten und Feststellung eines Mangels). Ansonsten kann es einem (bei zu hohen Dosen) kurzfristig ggf. gut – aber langfristig schlechter gehen. Was sind für mich nun Stoffwechsel-Turbos?

  • Jod
    • wirkt indirekt u.a. die Schilddrüsen- (SD-) Hormone T3 und T4
    • Wobei auch Selen in höheren Dosen hier ‘aktivierend’ sein kann…
  • Vitamin B6-P5P
    • insbesondere im Kontext HPU

Wer hier mit höheren Dosen ausprobiert, oder nach langem Mangel auf einmal zuführt, der sollte meiner Ansicht nach die Unterstützung der Entgiftungssysteme & Pfade sowie die Bindemittel nicht vergessen. Aber auch Zink kann wohl eine Zell-Entgiftung verstärken – hohe Dosen sind auch hier mit Vorsicht zu genießen. Der Kontext ist auch hier sehr wichtig!

Das Auffüllen von Selen – kann nach nach einer längeren Mangel-Phase dazu führen das die Schilddrüse wieder mehr ‘Gas’ gibt, mehr T4 und insbesondere T3 produziert wird. Dieses kann dann auch Nebenwirkungen haben – weil indirekt Stoffwechsel und die körpereigene Entgiftung aktiviert werden. Menschen mit Problemen (u.a. MCS, CFS), Schwermetall-Belastung & Co. sollten auch hier vorsichtig sein – und nicht einfach 200 µg Dosen ‘einschmeissen’. Die Einnahme von Bindemitteln ist aus meiner Sicht auch hier nicht verkehrt.

Stoffwechsel-Turbo Jod

Jod

Jod ist bei vielen Menschen im Mangel und so ein bremsender Faktor für die Produktion von Schilddrüsen-Hormonen, insbesondere T3 & T4. Werden nun plötzlich hohe Mengen an Jod zugeführt – dann wird (soweit nicht andere Faktoren ebenfalls fehlen) auf einmal Vollgas gegeben (-> also T4 & T3 produziert). Ist der Motor (-> die Schilddrüse) aber nicht in Ordnung, wird zu viel Gas (-> zu viel Jod) gegeben, dann kommt es nach dem anfänglichen Spurt schnell zu einem Motorschaden (u.a. der Schilddrüse). Zudem leiden auch die anderen Teile des Autos (bzw. Körpers). Durch den schnellen ‘Spurt’ wird alles strapaziert (-> ‘Reifenabrief’, ‘Abgase’, ‘Fahrwerk’, etc.) . Übertragen auf den Körper bedeutet dies z.B., das  zellinterne Giftstoffe mobilisiert, aber nicht richtig über Darm & Co. ausgeschieden werden können. Dies, da durch das viele Gas geben ‘zu viel auf einmal’ mobilisiert wird bzw. wurde.

Der Hintergrund: Faktisch jede Zelle hat einen T3-Rezeptor, so das dieses Hormon ein wichtiger Schrittmacher im ganzen Energiestoffwechsel des Körpers ist. Wird hier zu viel Gas gegeben – dann kann das auch hinten los gehen. Das ist auch ein (bzw. der) Grund, warum mit den SD-Hormonen T4 und T3 in kleinen µg-Dosen umgegangen – und nur vorsichtig unter (ständiger) Kontrolle der Blutwerte gesteigert wird. Hier muss langsam Gas gegeben werden, wobei dies immer abhängig von individuellen Umfeld ist – kein Körper ist gleich dem anderen.

Stoffwechsel-Turbo aktives B6 (P5P)

Vitamin B6 ist ein wichtiges Vitamin, was mit vielen Stoffwechsel-Prozessen im Körper zusammenhängt. Gerade bei (mitochondrialen) Stoffwechsel-Störungen wie HPU, die aus meiner Sicht stark mit Quecksilber-Belastungen im Einklag stehen (ggf. reicht hier auch die Belastung der Mutter bzw. auch des Vaters), kommt es ja zu einem hohen Verlust an Vitamin B6, der nach aktuellen Erkenntnissen nicht über die Ernährung ausgeglichen werden kann [9].

Ein Mangel an (aktiven) Vitamin B6 hat dann starke Auswirkungen auf das Immunsystem, nitrosativem Stress (NOS), der Entgiftungsfähigkeit, dem KH-, Fett- und Protein-Stoffwechsel, dem Hormonsystem, vielen Neurotransmittern und mehr. Ein Mangel hat also multisystemische Auswirkungen auf den ganzen Organismus. Hier mal ein kleiner Überblick wo B6 überall ‘mit rein spielt’:

  • Häm-Synthese, Eisenverwertung – wobei Häm ein Bestandteil der NO-Synthasen (NOS) ist
  • Homocystein-Entgiftung (+ B12 & Folsäure) – Megawichtig
  • Sexual- & SD-Hormone – hatten wir gerade im Kontext der Schilddrüsen-Hormone als Schrittmacher im Körper.
  • Gluthation (GSH) – Das ‘Master’-Antioxidanz im Körper!
  • B3 – Ohne aktives B6, keine körpereigenes Vitamin B3-Produktion, weniger NAD+, NADPH….
  • Q10 – Ein wichtiges Antioxidanz und Elektronentransporter in der ETC (-> ATP-Produktion)
  • Produktion der Aminosäuren Taurin, CarnitinKreatin sowie generell Protein Auf- und Umbau
  • Lipidstoffwechsel & Glykogenmobilisierung (-> KH-Stoffwechsel)
  • Synthese von Myelin- & Phospholipiden, EHA/DHA (Endogen)
  • Neurotransmitter: Serotonin (aus 5-HTP), GABA, Dopamin, Noadrenalin
  • Histamin Synthese und Abbau
  • etc.

Der (allgemein sichere) Dosierungsbereich bei B6 scheint jedoch nicht allzu groß [10][11] – und zu schnell sollte man die Systeme nach meiner Ansicht auch nicht ‘hoch fahren’ – Meint: Die Dosis eher langsam steigern. ‘Viel hilft viel’ – ist hier aus meiner Sicht (wie so oft) ein schlechter Ratgeber. Für mich ist die ‘vernünftig-vorsichtige’ Grenze hier im Bereich von max. 5-10 mg / Tag (optimal verteilt). Weiterhin ist es wohl wichtig die aktive Form B6-P5P zu nutzen, weil das einfache B6 (Pyridoxin) wohl negativ auf die B6-Verwertung (bzw. Umwandlung in die Aktive Form) zurückkoppelt [12]. Aus der Studie:

“The inactive form pyridoxine competitively inhibits the active pyridoxal-5′-phosphate. Consequently, symptoms of vitamin B6 supplementation are similar to those of vitamin B6 deficiency.”

Zumindest in SHSY5Y Zellen. Alles wohl nicht so einfach – also mit den Hoch-Dosis Supplementen in jeder Form. Wer dann noch eine HPU hat – also sowieso schon Probleme mit der Umwandlung von B6 nach B6-P5P (u.a. wohl wegen einem Mangel an Zink) – der hat dann ggf. richtige Probleme.

Die Risiken von Speicher-Vitaminen und Spurenelementen die sich akkumulieren

Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beachten viele Menschen nicht, das einige davon nicht einfach ausgeschieden werden, wenn zu viel davon ausgenommen wird – sondern sich im Körper anreichern. Ganz prominent dabei sind u.a.:

  • Eisen
  • Kupfer
  • Mangan
  • Vitamin A (Retinol)
  • aber auch Vitamin D3 (insb. Hochdosis-Supplementation > 10.000 IE am Tag)

Einige Menschen (-> eher Männer) habe einen Überladung mit Eisen bzw. eine Stoffwechselstörung (selben) bei der Eisen schlecht ausgeschieden werden kann. In der Folge kommen dann Ferritin-Spiegel deutlichst über 150 ng/ml zu Stande. Wer also Eisen-Supplemente einwirft oder ständig rotes Fleisch & Innereien isst – jedoch nicht darauf achtet, das sein Ferritin-Wert <150 ng/ml bleibt – der schafft sich ggf. viele Pro-Oxidativ wirkende Probleme. Eisen kann zwar schnell zugeführt werden – eine Senkung zu hoher Spiegel ist jedoch langwierig (-> u.a. Aderlass). Cutler rät u.a. bei Hg-Belastung bzw. generell nur Eisen einzunehmen wenn MCH und MCV niedrig sind – und dann auch nur mit Bedacht, da Ferritin alleine kein sicherer Marker ist [1].

Kupfer – nicht zu viel (u.a. aus Rohren & Kochgeschirr) und nicht zu wenig. Quelle: Pixabay

Kupfer ist ein anderes wichtiges Schwermetall mit einem sehr engen ‘gesundem’ Bereich. Zu wenig Cu ist schlecht für den Eisen-Transport (-> Coeruloplasmin) und die Entgiftungsysteme (u.a. Cu/Zn-SOD), aber zu viel kann viele u.a. neurologischen und andere Symptome, ähnlich einer Vergiftung mit Quecksilber auslösen. Da der Körper nur ca. 100 mg Kupfer enthält – ist eine Überdosierung mit Supplementen oder dem massiven Verzehr von Innereien (insbesondere Leber) im Bereich des ‘schnell machbaren’.

Vitamin A in der Form des Speichervitamins Retinol ist für den Menschen Lebenswichtig. Bei pflanzlichen Quellen wird Retinol aus Pro-Vitaminen gebildet – je nach Bedarf. Wird jedoch sehr viel über Supplemente (-> z.B. Retinolpalmitat) oder Innereien (z.B. Leber) zugeführt, dann kann es auch zu einem (zu) hohen Speicherwert im Körper (Leber) kommen – was dann wieder unangenehme Folgen hat. Da der Speicherwert in der Leber nicht gemessen werden kann, ist eine zu hohe Anreicherung in der Leber (bzw. der Haut) auch schlecht erkenn- und nachweisbar.

Aber auch mit Selen & Mangan und selbst mit Zink kann ‘Man’ oder ‘Frau’ es übertreiben, wobei Selen, & Zink oft im Mangel sind.

  • Zwar ist Mangan teils auch im Mangel – sollte aber aus meiner Sicht nur nach Überprüfung der Vollblutwerte zugeführt werden (auf jeden Fall bei Dosen >1-2 mg / Tag).
  • Insofern würde ich für eine (eher unkontrollierte) Dauer-Supplementierung von Selen ca. 50 µg / Tag  nicht überschreiten und
  • in der Regel auch nicht unkontrolliert mehr als 10-15 mg Zink zuführen.

Was ist das Problem an Mangan? Mangan ist Pro-Oxidativ und kann zu mehr Kupfer in der Leber führen [26] und ist bei Dosen über 11 mg / Tag (oder vorher) ggf. Neurotoxisch – je nach dem Bestand im Körper. Alles ganz schlecht für Menschen mit Quecksilber-Belastung & Co. – da Mangan nach Cutler hier noch als synergistisches Toxin wirkt.

Fazit?: Erst Messen bevor man diese Dinge ‘auffüllt’ und dann Kontrolle – also wieder Messen bevor man irgendwas zu lange fortsetzt. Allerdings sollte man dazu auch etwas Klarheit haben, welche ‘irreführenden’ Interpretationen man aus Blutwerten folgern kann. Das für mich beste Beispiel ist: Kupfer. Genau deswegen gibt es ja z.B. auch Haar-Tests. Leider kennt sich mit der komplexen Dynamik kaum jemand aus, weswegen die Diagnostik auch oft Bestandteil meiner Artikel ist.

Das Sonnenvitamin “D” – auch hier kann es ein zuviel geben

Vitamin D ist wichtig für viele Stellen im Stoffwechsel, u.a. bei der Resorption von Calcium und hat eine Immun-modulierende Wirkung. Zu wenig ist ganz ungut – wo ein zu viel davon liegt ist umstritten. Allerdings ist Vitamin D(3) ein Speichervitamin und dies kann durch dauerhaft hohe Dosen (>10.000 IE/Tag) hohe Werte erreichen. So verdrängen (dauerhaft) hohe Dosen an das Vitamin A aus der Leber – und der Vitamin D-Stoffwechsel benötigt auch Co-Faktoren wie Vitamin K, Magnesium und andere Mikronährstoffe.

So trägt Vitamin D3 auch zur besseren Verstoffwechselung von Kupfer, Zink, Eisen und Selen bei. Leider wird jedoch auch die Aufnahme toxischer Elemente wie Blei, Arsen, Aluminium, Cadmium und Strontium durch Vitamin D gefördert [4][5][6]. In Bezug auf Hg soll Vitamin D eher protektiv wirken [5], aufgrund einer gesteigerten Glutathionsynthese (-> Zellentgiftung) [4]. Eventuell ist das ja der Hintergrund einiger positiven (anekdotischen) Erfahrungsberichte in Bezug auf hohe Dosen (> 100.000 IE /Tag), wobei eine Langzeitbetrachtung meist nicht erfolgt(e).

Durch den besseren Stoffwechsel bei extra Vitamin D3-Zufuhr kann es, wie schon beschrieben, zu einer besseren (Zell-) Entgiftung kommen – die Frage ist nun, ob alle Entgiftungssysteme (u.a. Phase 1,2 und 3) auch korrekt arbeiten und der ‘Entgiftungsstress’ bewältigt werden kann. Aus meiner Sicht würde ich hier nicht (dauerhaft) mit höheren Dosen (>5000 IE) nachhelfen – ohne zumindest die Co-Faktoren (Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren) zu ergänzen (bzw. durch gute Ernährung zuzuführen) und auf ausreichende Bindung bei einer Belastung mit Schwermetallen zu achten.

Ein anderer Aspekt kann sein, das der Körper wegen zu viel Calcium (-> nach Dr. Kruse ‘Calcium Efflux’ – u.a. durch nnEMF -> Okt. 2014 Webinar)  den Vitamin D-Spiegel senkt. Eine Supplementation mit oralem D3 können nun Probleme mit dem Ca-Metabolismus (und anderen Prozessen) machen, da der Körper hier nicht mehr gegensteuern könne. Im Okt. 2014 Webinar geht Kruse noch auf viele andere Faktoren ein, die mich darin bestärken das Vitamin D3 kein ‘Spielzeug’ ist.

Die Risiken von Supplementen die ggf. ‘nach hinten’ los gehen können

Ich möchte hier fünf weitere Supplemente anführen – die gerne überall verwendet werden, wobei eines (Folsäure) jedoch hoch problematisch ist und zwei weitere dieses (je nachdem) sein können:

  • Folsäure (anstatt L-Methylfolat)
  • Arginin & Citrullin (jeweils ohne Lysin)
  • Selen als Natrium-Selenit

Die Problem der synthetischen Folsäure liegt darin begründet, das diese zur Umsetzung u.a. das limitierte DHFR Enzym benötigt. Das verhindert im zweiten Schritt u.a. die Nutzung des (natürlichen) Folates aus der Nahrung. Zudem gelangt auch noch viel der synthetischen Folsäure ins Blut (-> DHFR-Begrenzung im Margen/Darm). Die Folsäure besetzt dann wohl Rezeptoren für das natürliche Folat (bzw. L-Methylfolat), reichet sich ggf. in der Leber an und stört so u.a. viele weitere Stoffwechsel-Pfade. Das Resultat ist: Folsäure kann den ganzen Folsäuremetabolismus (bzw. die Methylierung) abwürgen bzw. behindern! [13][15]

Insofern sollte immer 6(S)- bzw. L-Methylfolat (z.B. Quantrefolic oder Metafolin) und niemals Folsäure zugeführt werden. Zu beachten ist jedoch, das in vielen verarbeiteten Produkten auch die billige Folsäure steckt z.B. Frühstücks-Cerealien wie Cornflakes. Solche Produkte sind aus meiner Sicht absolut zu vermeiden [13][14].

Arginin und auch Citrullin interagieren Stark mit den NO-Synthasen, dem NO-Stoffwechsel und können viele positive Effekte haben. Leider interagieren diese Substanzen wohl auch mit der Immunantwort (u.a. Adaptives und TH1/2 Immunsystem) und können auch Nitrosativen Stress auslösen (z.B. bei Störung des NOS3-Gens). Dauergaben im höheren einstelligen Grammbereich können bei latenter Herpes- bzw. EBV-Infektion diese unter Umständen befördern bzw. ausbrechen lassen, was auch schon A. Cutler 1999 (Amalgam Illness) beschrieben hat [1]:

Arginine can enhance the growth of herpes and other viruses. It is not recommended if there are lots of viral problems or a family history of lymphoma. In order to make the immune system handle both viruses AND bacteria, it is best to take arginine and lysine together.”

Deswegen ist für mich die Einnahme von Lysin absolut zwingend, wenn Arginin und / oder  Citrullin zugeführt wird. Zudem würde ich Citrullin / Arginin nur Intervall-Weise einnehmen und das in physiologischen Dosen.

Bei Selen als Natrium-Form bestehen dann auch bedenken. Bei Natrium-Selenit weist Cutler [1] auf die höhere Toxizität von Natrium-Selenit im Vergleich zu Selen-Hefe und Selen-Methionin hin. Natrium-Selenit wird nach Cutler u.a. dazu benutzt in Versuchs-Ratten Katarakte zu erzeugen. Ich denke das es bei Selen jedoch viele gute Alternativen (-> also andere Formen) zum Ausweichen gibt.

Mein Fazit

Achtung – nicht einfach alles ‘einfach so’ einwerfen! Quelle: Pixabay

Bei einigen Supplementen und Stoffen ist es noch wichtiger auf Dosis, Anwendungsdauer, Interaktionen und den Kontext zu achten. Gerade wenn eine substantielle Schwermetall-Belastung existiert, und dann kann eine (ungewollte) Entgiftung (bzw. Mobilisierung), von beispielsweise Schwermetallen, durch ein (zu stark) beschleunigten Stoffwechsel mittels hochdosierten Spurenelementen, Vitaminen und pflanzlichen Stoffen unvorteilhaft sein.

Ist eine ‘Entgiftung’ gewollt, dann sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Bindemittel, Co-Faktoren (u.a. andere Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren) sowie eine entsprechende Ernährung geachtet werden. Zudem sollten Organe wie Nebenniere, Leber und Nieren gut arbeiten oder – vorab solcher Interventionen – unterstützt und aufgebaut werden.

Liegt jedoch eine enzymatisch oder mitochondrial bedingte Entgiftungsstörung wie HPU oder Gen-Polymorphismen wie GST-M1 (Gluthation-S-Transferase M1), etc. vor, so kann der Organismus deutlich sensibler reagieren. Gerade deswegen wirken (hochdosierte) Vitalstoffe (und Umweltgifte) teils so unterschiedlich bei verschiedenen Menschen.

Andere Mikronährstoffe haben dann einen Teil eher engen Anwendungsbereich (u.a. Kupfer, Eisen, Vitamin A – aber auch Mangan und Selen). Hohe Dauerdosen können hier arg nach hinten ‘los gehen’ und die Blutwert-Diagnostik ist hier auch teils kaum existent, verfügbar oder zu ungenau (insbesondere bei Vitamin A und Kupfer). Aber ganz ohne den Status im Körper zu kennen und was ‘einzuschmeissen’ ist oft keine gute Idee… zumindest bei den vorgenannten Mikronährstoffen.

Bei den potentiellen Hg-Chelatoren ist das ganze dann noch einmal kritischer – da hier auch auf das zeitliche ‘Timing’ der Zufuhr und die (Mindest-) Dauer der Anwendungs-Phasen geachtet werden sollte, um keine unerwünschten Reaktionen hervor zu rufen. Zudem gibt es auch Pseudo-Chelatoren wie Chlorella & Co. – die aufgrund nur einer Thiol-Gruppe und unbekannter Halbwertszeit gemieden werden sollten.

 


Links/Quellen

One thought on “Hochdosis-Supplemente – Vitamin A, B6, B12, D3, Jod, Eisen, Kupfer, Mangan, Gluthation, Alpha-Liponsäure, Chelatoren, Fasten & Co. – Nicht immer gut, speziell bei Quecksilber-Vermüllung, HPU & Co.

  1. Borimat

    Ich sage einfach mal DANKE für diese umfassende und ausführliche Abhandlung. Eine mächtiger Informationsquell. Ich habe mir den Text einige Male durchgelesen, heute geschah es gewiss nicht zum letzten Mal. Ich bin begeistert.

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