Magnesium – Formen (Malat, Citrat, Glycinat, Oxid, L-Threonat …) und überhaupt!?

By | 10. Dezember 2017

Magnesium im PSE. Quelle: Wikipedia

Über Magnesium gibt es so viele Informationen, was soll ich da noch zusätzlich drüber schreiben? Es ist wichtig – für ganz viele Funktionen im Körper: den Energiestoffwechsel, die Muskelentspannung (Ca-Mg-ATPase), ist ein potenter Calcium-Kanal Blocker zum damit extrem wichtig um oxidativen Stress (u.a. durch EMF)  zu reduzieren, schützt die Telomere (Telomerase -> DNA Endkappen), ist wichtig für das Nervensystem, relevant für über 300 enzymatische Prozesse [27] und ist wohl in über 80% aller metabolischen Prozesse im Körper involviert [50]. Das ein Mangel an Mg nicht optimal sein kann – kann sich sicher jeder Leser hier vorstellen.

Was mich über dies hinaus (damals) interessierte war:

  • Gibt es überhaupt einen Magnesium-Mangel bei ‘normaler’ Ernährung?
  • Wo kommt Magnesium in Lebensmitteln natürlich vor?
  • Wofür ist Magnesium neben den üblichen Sachen die so zu lesen sind noch gut?
  • Die Frage nach den verschiedenen Magnesium-Formen und Ihren Vor- und Nachteilen und
  • Ob das Magnesium L-Threonat, was angeblich gut für das Gehirn sein soll, was taugt?
  • Verschiedene Verbindungen: Wirkungen und Anwendungsbereiche
  • Faktoren, welche die Aufnahme von Magnesium-Verbindungen beeinflussen
  • Was der Unterschied bei der Aufnahme von Salzen und AminosäurenChelaten ist.
  • Etwas zur Dosierung und Empfehlungen
  • Was bei der Blut-Diagnostik zu beachten ist?

sowie ein bisschen “dies uns das”. Speziell die verschiedenen Mg-Formen hatten es mir angetan, da hier am Markt alles angeboten wird und jeder Verkäufer genau sein Produkt mit allen möglichen Lobpreisungen bewirbt. Allerdings gibt es wohl doch schon gewaltige Unterschiede in den Verträglichkeiten, den Aufnahmen (-> Resorption im Magen- und Darmtrakt) und den Anwendungsbereichen der verschiedenen Formen. Einige Formen sind dann auch eher ‘ungut’ – wirken Abführend, werden schlecht aufgenommen, etc. pp. Genau diese Formen sind dann auch meist ‘günstig’ – zumindest für den Hersteller der Supplemente…

Gibt es überhaupt einen Mangel in Deutschland?

Bevor man sich mit irgendetwas auseinandersetzt ist ja durchaus interessant erst einmal zu wissen ob es überhaupt und theoretisch ein Problem geben könnte. So erreichen nach der nationalen Verzehrstudie II ca. 1/3 der deutschen Bevölkerung die Empfehlung der DGE [6] in Bezug auf die (mindest-) Zufuhr an Magnesium nicht. Aus dem Text von DocMedicus [7]:

“Ca. ein Drittel der deutschen Bevölkerung erreicht die tägliche Zufuhr-Empfehlung für Magnesium nicht. Bei den weiblichen Jugendlichen (14-18 Jahre) nehmen sogar 56 % nicht genügend Magnesium auf. Den am schlechtesten Versorgten Männern wie auch Frauen fehlen 169 mg Magnesium pro Tag.”

Und ob das was die DGE als Zufuhr empfiehlt wirklich ein optimaler Gesundheitswert (also genug) ist – das ist noch eine andere Frage. Die empfohlene Zufuhr seitens der DGE liegt für Männer unter 25 bei 400 mg und für Erwachsene Männer ab 25 Jahren bei (nur noch) 350 mg /Tag. Das Food and Nutrition Board of the Institute of Medicine (FNB) in den USA entspricht: Diese hat RDA (Empfohlene Diätzufuhr) auf 400 mg für jüngere Männer (unter 31) und auf 420 mg / Tag für Männer ab 31 festgelegt [1]. Schon mal ein kleiner Unterschied. Nach den US-Maßstäben wären also sicher deutlich mehr Menschen in Deutschland ‘mangelversorgt’ mit Magnesium.

Wer meint betroffen zu sein und/oder mehr Interesse hat, der lese gerne weiter. Dr. Mercola und Dr. Levy (letzterer hat ein interessantes Buch zu Magnesium verfasst -> ‘Magnesium – Reversing Disease’) schätzen jedoch das über 90% der Bevölkerung einem realen Magnesium-Mangel haben [49]. Ich kann das in jedem Falle nachvollziehen, da Magnesium, als potenter Calcium-Kanal-Blocker, heutzutage deutlich mehr benötigt werden dürfte als noch vor 20 oder 50 Jahren – wegen der Belastung durch EMF, also Mobilfunk, WLAN, Mikrowellen & Co., wie ich es auch schon hier berichtete.

Aber das ist noch nicht die ganze Wahrheit. Levy schreibt, das der Anteil von Magnesium in nicht-Bio-Lebensmitteln in den letzten 60 Jahren um ca. 20-30% gesunken ist, was auch zu meinen anderen Recherchen diesbezüglich passt, und das gerade die Moderne Nahrungsmittelverarbeitung (von Lebens-Mittel mag ich hier nicht mehr sprechen) den Mg-Inhalt teils um bis zu 80%, oder sogar 90%, vermindert. [50] Ob das, was ‘wir’ also statistisch gesehen (nach den Lebensmitteltabetten von der DGE & Co.) zu uns führen also das ist was Netto ankommt – ist also noch eine andere (offene) Frage.

Wo kommt Magnesium natürlich vor?

Bevor ich zu Supplementen greife – schaue ich immer erst ob es nicht auch (irgendwie) mit einer sinnvollen Ernährung klappt – z.B. über Cronometer. Hier mal nur einige Quellen für Magnesium als Anhaltspunkte:

Magnesiumgehaltmg/100g
Sonnenblumenkerne420
Kakaopulver420
Leinsamen350
Sojaprodukte260-280
Mandeln220-252
Pilze190
Hirse170
Reis (Vollkorn)157
Haselnüsse155
Haferflocken139
Kidneybohnen140
Walnüsse131

Weißer Reis (30 mg), Weißbrot (30 mg), Eier (14 mg) oder Milch- (3-12 mg) und Fleischprodukte (17-37 mg) sind jedenfalls keine guten Quellen für Magnesium. Den Mangel mit 100 g Sonnenblumenkerne, Mandeln oder Kakao zu beheben, mag lecker sein, ist jedoch nicht unbedingt gesund. Soja ist denn für mich auch keine Alernative.

Dabei beeinflusst auch die Art der Nahrung bzw. Kombination die Aufnahme von Mg – einige Ballaststoffe (z.B. Hemi-Zellulose, Lignine) , Oxalate und Phytinsäuren sollen Sie bremsen, mittelkettige Triglyceride, resistente Stärke, Oligosaccharide, Inulin, Mannitol sollen Sie verbessern [31]. Wer also ein klassisches Müsli isst und viel (Vollkorn-)Getreide zu sich nicht, sollte keine Probleme haben, wobei ich meine Getreide und einen Teil des Müslis keime um Phytinsäuren (und anderes) abzubauen um so die Aufnahme der Mineralien (potenziell) zu verbessern.

Nach Cronometer komme ich, mit meinem Ernährungskonzept (und bei meinen Mengen), so in der Regel auf >900-1200 mg – mein omnivorischer Kantinen-Mischlköstler aber nur auf ca. 280 mg am Tag. Aua!, denn damit erreicht mein Vergleichs-Mischköstler nicht mal die DGE-Empfehlung von ca. 350 mg / Tag (Mann, Erwachsen) und liegt um Faktor 4 hinter meiner Ernährung zurück. Egal wie viele Phytinsäuren & Co. ich mir da gleichzeitig zuführen mag – meine ‘Bretto’-Verfügbarkeit (-> also das was Netto von elementar zugeführten Brutto aufgenommen wird) wird sicher deutlichst besser sein.

Kurzer Abschweif: Wofür ist Magnesium generell ‘noch so’ gut?

Wie anfangs schon geschrieben mag ich in diesem Artikel nicht auf alle Aspekte eingehen wollen, wie z.B. Herzgesundheit, Diabetes II, Stimmung und neuroprotektive Eigenschaften, Kopfschmerzen (Migräne), Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD, Knochen; Muskeln und Gelenke, die verschiedenen Organe (Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, das Hören), Anti-Toxische Eigenschaften, protektive Eigenschaften gegenüber Pathogenen und oxidativem Stresse [50]. Insofern hier noch ein kleiner Nachschlag für Dinge die ich wichtig finde [3]:

  • Hilft Calcium-Ionenkanäle zu schließen:  u.a. gegen hohes intrazelluläres Calcium -> was maximal oxidativen Stress fördert (-> also das Calcium!),
    • u.a. wichtig für die Muskelentspannung und letztendlich als Unterstützung für jede Zelle.
  • Nach Dr. Lee Crowden soll insb. der Mg-Status bei Menschen mit starker EMF-Belastung niedrig sein [26, min. 42].
  • Da EMF’s nach Dr. M.Pall die Ca-Ionenkanäle aktivieren führe dieses zu einem Mehrverbrauch von Mg.

Weil es mit so wichtig ist und ich es als eine der absolut wichtigsten Funktionen von Magnesium in der heutigen, EMF-Verseuchten Zeit, halte hier noch einmal:

Nach Dr. Levy [50] & Dr. Mercola [49], aber auch Dr. M. Pall ist Magnesium DER natürlich Calcium-Antagonist und damit DAS grundlegende Mittel gegen oxidativen Stress in den Zellen.

Damit wirkt Mg letztendlich oder an der Wurzel gegen den oxidativen Stress – also das, was alle unsere Modernen Krankheiten gemeinsam haben – siehe auch Pacher et al [51]. Das Verständnis dieses Aspektes ist nicht unterzubewerten und aus meiner Sicht von fundamentaler bedeutung. Deswegen ist es aus meiner Sicht auch wichtig, die Calcium-Zufuhr über Supplemente in der Regel bei “Null” zu belassen und die Calcium-Zufuhr über die Nahrung auf ein gesundes Maß zu reduzieren (also ohne Milchprodukte!). Doch nun weiter in der Liste:

  • Mitochondrialer Energiestoffwechsel: Ein Mg-Mangel kann dort u.a. die Reduktion von Enzymaktivitäten mit Schrittmacheraufgaben bewirken [19].
  • Telomerase: Auch die Telomerase ist Magnesium-abhängig. Zudem stabilisiert Mg die DNA (Replikation) und reduziert die Lipidperoxidation. [19]
  • Niedriger Vitamin D-Spiegel (25 OH): Noch unklarer Mechanismus, jedoch ist Mg auch wichtig im Bezug auf den D3-Stoffwechsel und umgekehrt [12].
  • Innere Unruhe: Mg ist wohl das Tor zum NDMA-Rezeptor , der mit dem GABA-Rezeptor interagiert.
    • Ein Mangel an Mg kann dann ggf. die Symptome der inneren Unruhe auslösen [11].
  • Depressionen: Niedrige zelluläre Mg-Werte können Depressionen vorausgehen bzw. diese begünstigen.
    • 125-300 mg Mg-Glycinat oder Mg-Taurinat zu jeder Mahlzeit und vor dem schlafen gehen sollen hier hilfreich sein [13].
  • Stress & Burnout: Ein niedriger Mg-Spiegel führt wohl zu einer Hyperaktivität der Stress-Achse im Hypothalamus, der Hypophyse und den Hoden (HPTA),
    • was zur Überlastung des zentralen Nervensystems (Burnout) führen kann [11].
  • Methyl-Quecksilberbelastung: Methyl-Quecksilber, wie auch Formaldehyd und andere Toxine, beeinflussen nach Levy [50, Seite 59] die intrazelluläre Calcium-Homöostase, was zu erhöhten Ca-Spiegeln in Neuronen führt. Magnesium ist hier ein potentes Gegenmittel.

Magnesium ist u.a. sehr wichtig für unsere Mitochondrien – welche für weit über 90% der Energieproduktion in den Zellen verantwortlich sind. Ein Mangel an Magnesium hat, neben einem Mangeln an Vitamin C, also fundamentale Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Schreibe ich und es ist auch die Kernaussage von Dr. Levys neuem Buch: Magnesium – Reversing Disease [50].

Übliche und unübliche Formen von (oralem) Magnesium

Was noch immer ein Aspekt ist, durch den keiner? bzw. zumindest ich nicht so richtig Durchblick(t)e: Welche Form von Mg ist denn nun die ‘beste’ bzw. preiswerteste im Bezug auf Zweck, Wirkung, Verträglichkeit und Kosten? Grundsätzlich gibt es verschiedene Magnesium-Verbindungen:

  • Organische Verbindungen & Salze (u.a. Malat, Gluconat, Orotat, Aspartat, Citrat, Glutamat, Pidolat, Picolinat),
  • Anorganische Verdindungen (u.a. Carbonat, Chlorid, Hydroxid, Oxid)
  • Chelate mit Aminosäuren, (u.a. Bisglycinat, Threonat, Taureat)

Diese Varianten unterscheiden sich schon mal in Ihrer pharmakologischen Kinetik (-> also wie Sie sich im Organismus Verhalten, etc.), den propagierten Einsatzbereichen, der Resorption in Magen und Darm, etc. pp. Magnesium-XY ist also != Magnesium-YX. Aus all den Varianten über die ich in meinen vielen Stunden der Recherche gestolpert bin, haben ich dann mal die, welche mir am sinnvollsten erscheinen in Fett markiert:

  • Magnesium-(Bis)glycinat
    • mit Glycin cheliert und geht so nicht die üblichen Aufnahmewege sondern wird wegen dem Glycin aktiv durch die Darmwand transportiert [36].
    • Nach [24][33] die höchste Bioverfügbarkeit, gut verträglich, Aufnahme wird nicht durch Phytinsäure & Co. behindert, wohl gut für den Schlaf, kein Durchfall
  • Magnesium-Taurat (mit Taurin)
    • Unterstützt wohl durch das Taurin (nachweislich) die Herzfunktionen [36] und hat eine (sehr) gute Bioverfügbarkeit (zumindest als Acetyl-Form) [46].
  • Magnesium-Malat
    • hat Malat, wichtig für den Citrat-Zyklus [32] und schleppt wohl so auch das Mg in die Mitos [36]. Soll bei Erschöpfungszuständen wirkungsvoll sein.
    • Die Bioverfügbarkeit scheint jedoch nach neueren Studien ebenfalls (sehr) gut [46]. Teils aber auch zu lesen, das die Studienlage diesbezüglich doch nicht so gut ist [42].
  • Magnesium-Gluconat
    • nach [3] die höchste Bioverfügbarkeit -> mit einer Mahlzeit einnehmen.
  • Magnesium-Citrat
    • weit verbreitet, wird wohl gut aufgenommen, günstig, geht recht schnell ins Blut (Spitze).
    • Kann in hohen Dosen (>400 mg) abführend wirken (was ich bestätigen kann!) -> eher mit einer Mahlzeit einnehmen.
    • Das Citrat kann sich wohl positiv in bez. auf Nierensteine auswirken bzw. auch basische Puffer auffüllen sollen [35].
    • Mir wurde noch zugetragen das Menschen mit einer Histamin-Problematik Citrate nicht gut vertragen.
  • Magnesium-Chlorid
    • mit Chlorid, soll ebenfalls wohl gut aufgenommen werden [42] und gerade bei viralen Belastungen oder Erkrankungen gut wirksam sein [50].
  • Magnesium-Oxid
    • Wohl eher zeit-verzögerte Aufnahme [26], was es in Kombinationen interessant macht – jedoch Verfügbarkeit insgesamt schlechter als beim Citrat [26][38].
    • Es gibt positive Stimmen – aber auch sehr viele negative, die es als ineffektiv bezeichnen [39][40][48]. Teils wird auch nur 4% Bioverfügbarkeit angegeben [42]).
    • Kann wohl auch abführend wirken & neutralisiert die Magensäure.

Dann noch Magnesium-Verbindungen für speziellen Anwendungen bzw. welche die teils in Deutschland ‘nicht marktfähig’ sind:

  • Magnesium L-Threonat
    • ‘neueste’ Mg-Verbindung, chelatiert mit der Aminosäure L-Threonat, passiert angeblich Blut-Hirn-Schranke sehr gut, gilt als Nootropikum.
    • Aus meiner persönlichen Sicht eine hoch spannende Verbindung, leider sehr teuer. Weiter unten im Text mehr dazu.
  • Magnesium-Orotat
    • soll Muskelzellen gut regenerieren, fürs Herz, Nervenzellen, Spannungs-Kopfschmerzen, sehr gute Studienlage [41].
    • Jedoch ggf. nur für Kurzzeitanwendung wenn Probleme mit der Harnsäure bestehen, da diese erhöht werden kann.
    • Auch sollen hohe Mengen an Orotat (>100 mg / Kg-Körpergewicht) ungünstig sein und nach EFSA ggf. Mutagen wirken [44][45].
      • Ob das bei den üblichen Mg-Mengen bereits relevant ist, konnte ich nicht ermitteln. Die ‘No Observed Adverse Effect Level (NOAEL)’ liegt den Artikeln nach bei 50 mg je Kg Körpergewicht.
  • Magnesium-Ascorbat
    • mit Ascorbinsäure -> eine Form von gepufferten Vitamin C – weniger eine Magnesium-Form.
    • Kann wohl abführend wirken, hatte damit keine Probleme.
    • Wer Vitamin C & Mg zuführen will – der ist hier jedoch ganz gut bedient.
  • Magnesium-Carbonat
    • Wohl gut verträglich [25], günstig im 2 Kg Eimer, ist auch in den Mineralwässern und Sango-Koralle.
    • Wird im Magen (mit der Säure) zu Mg-Chlorid und setzt CO2 frei.
    • Neutralisiert also die Magensäure, was für viele Menschen ziemlich ungünstig ist – aber auch o.k. sein kann.
  • Magnesium 2-AEP
    • mit Phosphorylethanolaminen cheliert, soll Myelinschichten (Nervenzellen) schützen [18].
  • Magnesium-ZMK
    • hat alle Mg-Formen des Citrat-Zyklus: Citrat, Fumarat, Malat, Succinat und Alpha-Keto-Glutarat [32].
  • Magnesium-Fumerat, Succinat und Alpha-Keto-Glutarat (ähnlich ZMK)
  • Magnesium-Arginat (mit Arginin)
  • Magnesium-Lysinat (mit Lysin)

Wobei für mich das Orotat hier sehr interessant erscheint, da es wohl sehr gut Zell-Membranen passiert und so Mg wohl gut in Zellen und Mitochondrien transportieren kann [36].

Und Magnesium-Verbindungen auf die eher Verzichtet werden sollte:

  • Magnesium-Sulfat
    • Spezieller, teils auch in Badesalzen, ansonsten eher Abführmittel
    • Allerdings wird Mg-Sulfat in Infusionen genutzt und ist dort absolut o.k.!
  • Magnesium-Aspartat
    • Wohl nicht so gut wegen der Asparaginsäure, aber ggf. bessere Aufnahme als Citrat und wohl gut bei chronischer Erschöpfung [36].
    • Soll aber auch toxische Nebenwirkungen haben können [42][43].
  • Magnesium-Hydroxid
    • Schlechte Absorption, mehr Stuhlgang
  • Magnesium-Laktat
    • Senkt wohl die Leistungsfähigeit – oft in Reinigungsmitteln
  • Magnesium-Peroxid
    • wohl nur was für die nachhaltige Darmreinigung…

Ich mag noch(mal) anmerken, das für Infusionen Mg-Sulfat und Mg-Chlorid benutzt wird. Das ist nach Dr. Levy o.k., wobei das Chlorid besser gegen Parasiten wirken soll, ansonsten eben das Sulfat [49].

Bioverfügbarkeit: Verschiedene Studien – verschiedene Ergebnisse

Wer das Thema recherchiert, der wird feststellen, das es die ‘eine optimale’ Mg-Verbindung wohl nicht gibt. Zudem ist auch der ganze ‘Wald’ an Studien, die teils das Gegenteil der jeweilig anderen zu behaupten scheinen, auch für den ambitionierten ‘Freak’ kaum zu übersehen. Hier einige Beispiele:

  • So soll z.B. das Citrat schneller aufgenommen werden als das Oxid – über die Zeit sind die Absorptionsmengen jedoch wohl ähnlich [26].
    • Was ist nun besser – oder ist dies egal?
  • Wo anders soll Oxid die intrazellulär gespeicherte Menge mehr erhöhen als Citrat-Supplementation [28],
    • wobei diese Studie wohl eher ‘Müll’ ist, wie der Kommentar von Kisters [38] vermuten lässt.
    • Allerdings wird u.a. die erste Studie [28] oft bei Anbietern referenziert, die Oxid-haltige Magnesium-Supplemente anbieten… hmm…..
    • Und ganz neu (2019) haben meiner Lesart nach Oxid-Produkte in einer großen Studie in Nutrients [48] ziemlich schlecht abgeschnitten.
  • Eine Oxid-Supplementation soll nichts bei nächtlichen Muskelkrämpfen gebracht haben [29],was nach [38] plausibel wäre
    • wobei fraglich ist ob ca. 865 mg an Oxid (Brutto), nur 1 * am Tag eingenommen! (über 4 Wochen) eine sinnvolle Dosierung bzw. ein probates Einnahme-Schema ist…
  • Aspartate sollen dann gar nicht gut sein, weil es eine exzito-toxische Aminosäure ist (->  Substanzen, die an einen Nervenzellrezeptor binden und durch Überstimulation Schäden verursachen).
    • Nach Dr. Russell Blaycock kann überschüssiges Aspartat bei sensiblen Personen zu exzitotoxischen Reaktionen führen [43].
    • Dies, da wohl Aspartat (wie auch Glutamat) Glutamatrezeptoren (genauer: den Untertyp der NMDA-Rezeptoren) stimuliert.
    • Ggf. kann das Ca-Ionenkanäle öffen, wo wir dann bei der Problematik sind, welche M. Pall in Bezug auf VGCCs und EMF beschreibt.
      • Würde bedeuten: Mehr oxidativer Stress -> Ungut!

Das ist jetzt nur ein ganz kleiner Aspekt der Studienlage – und vergleichbar ist meist nichts. Dosierungen, Einnahmezeitpunkte, analytische Verfahren und restliche Umstände sind verschieden, teils nicht voll ersichtlich. Wer hier Studien vergleichen will – der vergleicht sprichwörtlich Äpfel mit Birnen.

Verschiedene Verbindungen: Wirkungen und Anwendungsbereiche

Die verschiedenen Mg-Verbindungen sollen teils unterschiedlich ‘Gut’ (bzw. spezifisch) wirken, z.B. das bessere überwinden der Blut-Hirn Schranke (Threnonat, ggf. auch Taureat) – so das auch hier wieder geschaut werden sollte was eigentlich das Ziel einer Supplementation ist. Dr. Lee Crowden benutzt u.a. für die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen seinen Angaben nach einen Mix aus Threonat,  2-AEP, Orotat und insb. auch Malat [34, ab min. 38]. Dr. Mercola favorisiert Mg-Malat – was durch das Malat direkt den Citrat-Zyklus unterstützte und wohl auch Mitochondrien-Gängig sein soll. Beide weißen jedoch auch darauf hin, das es wohl der Mix ist, der entscheidend ist, da die verschiedenen Formen verschiedene Vorteile haben. So fasst auch AOR eine Übersicht der verschiedenen Mg-Formen folgend zusammen [36]:

Form% MgZusammenfassungKlinischer Einsatz
Oxid58%In billigen PräparatenAbführmittel
Citrat11%Breit genutzte Form – gute Bio-Verfügbarkeit, aber auch abführendAbführmittel, Basis-Mg-Unterstützung
(Bis)glycinat11-14%Beruhigender Effekt auf das NervensystemsSchlaflosigkeit, Restless Leg, Muskel-Zuckungen
Malat11%Malat erhöht die Energieproduktion in den ZellenMuskel-Schmerzen, Fibromyalgie
Aspartat7%Hilft Fett in die Zellen zu transportierenChronische Erschöpfung
Taurat8.8%Normalisiert elektr. Aktivität von Membranen in Herz und GehirnHerz-Kreislauf Krankheiten & Störungen
Orotat7.2%Orotsäure erhöht die Bildung von RNA und DNA, was helfen kann Herz-Zellen zu reparieren und die Stress-Toleranz zu erhöhenHypertonie Herzinsuffizienz Mitralklappenprolaps Stabile Angina Elastizität der Blutgefäße/td>
Threonat8.1%Durchdringt die Blut-HirnschrankeHirnverletzungen, Gedächtnis-Leistung, Fokus

was recht gut mit meiner Recherche korreliert.

Sonderform ‘für das Gehirn’: Magnesium L-Threonat?

Diese Sonderform von Magnesium (Mg(C4H7O5)2), ein Magnesiumsalz der L-Threonsäure und natürlicher Metabolit des Vitamin C wurde er vor wenigen Jahren unter Beteiligung von Wissenschaftlern der US-Universität MIT entwickelt und erlaubt wohl eine bessere Passage der Blut-Hirn-Schranke und auch der Membran der Mitochondrien überwinden kann:

 “with the ability to pentrate the mitochondrial membrane” [4]

wobei mir nicht klar ist, ob das andere Formen von Mg nun nicht machen – denn gehe ich nach Levy [50], dann ist ja 50% des Mg im Körper in den Mitochondrien – und da muss es ja irgendwie hinkommen. Praktischer weise hat dann auch die erste [15] und zweite Studie [16] (ebenfalls von MIT-Forschern… düdelü…) zu L-Threonat an Ratten positive Effekte herausgefunden, u.a. was die Lernfähigkeit (Erhöhung der synaptische Plastizität im Hippokampus) und Unterdrückung von Angstzuständen betrifft.

Aktuell laufen vier klinische Studien zu dieser Magnesiumverbindung (u.a. Demenz, ADHD, XMEN Syndrom mit Epstein-Barr Infektion sowie Schizophrenie), wobei es auch eine Studie gibt, die schon abgeschlossen ist. Diese hat sich auf Lernschwierigkeiten in älteren Menschen konzentriert und deren Ergebnisse (in Bezug auf L-Threonat) sehen recht interessant aus [17].

Da diese Sonderform von den üblichen Supplementeherstellern wohl aus der gleichen (lizensierten) Herstellung bezogen wird, scheint es nach Superfoodly [4] egal zu sein von welchem Supplementehersteller (LEF, NOW, Doctors Best, Jarrows, etc.) diese Form bezogen wird – so das primär Preis, Zusatzstoffe und das Vertrauen in die Qualitätssicherung einer bestimmte Marke für die Kaufentscheidung relevant scheinen. Allerdings hat diese Mg-Form deswegen auch einen relativ hohen Preis.

Das diese Form sehr gut im Gehirn wirkt scheinen auch anekdotische Beiträge in Foren zu bestätigen. So schreibt eine Frau bei jackkuse.com, das ihre Elektrosensitivität unter Einnahme von Mg-Threonat erhöht: “It caused an flare up of my electrohypersensitivity – specifically my brainstem area and brain.”. Dr. Kruse antwortete:

“sensitizes neurons and receptors…….no shocker.”

In einem älteren Beitrag von Dr. Kruse (Neurochirurg) schreibt er jedoch, das er diese Form oft bei seinen Patienten nutzt, weil diese wohl die Zerebrospinale Flüssigkeit im Gehirn erreicht: “In my surgical practice I use threonate more than other forms because it penetrates the CSF pathways in the brain and spinal cord.”. Das ganze scheint also mal wieder nicht so einfach…

Faktoren, welche die Aufnahme von Magnesium-Verbindungen beeinflussen

Neben allem was ich schon aufgezählt hatte unterliegt die Absorption von Mg dann auch noch verschiedensten anderen Faktoren, u.a.:

  • dem individuellen Magnesium– [27] aber auch Kalium– [34] Staus,
  • der jeweiligen Zufuhrmenge pro Zeitintervall (öfters weniger ist besser) [31],
  • dem Status zumindest einiger der Gruppe der Östrogene (Hormone) [27]
  • sowie auch dem Status an Vitamin D, wobei pharmakologische Dosen von Vitamin D die Aufnahme verbessern sollen [30].

Grundsätzlich könnte dann wohl auch die Mg-Form in Bezug auf die Resorption sogar weniger relevant sein als gedacht – bzw. einige Studien können dieses falsch wiedergeben, weil der Mg-Status der Menschen, das Einnahme-Schema und der Zustand des Magen- und Darmtraktes die Absorption sehr stark beeinflussen können [31]. Aus der letzten Studie:

“Due to the lack of standardized tests to assess Mg2+ status and intestinal absorption, it remains unclear which Mg2+ binding form produces the highest bioavailability. The Mg2+ intake dose combined with the endogenous Mg2+ status is more important.” [31]

Es scheint also, das die über den Tag verteilte Dosierung und der eigene Mg-Status die wichtigsten Kriterien für die Mg-Resporption bzw. die Bioverfügbarkeit sind. Zumindest praktiziere ich es so und verteile meine Mg-Einnahme auf 3-4 Zeitpunkte am Tag.

Salze oder Aminosäuren-Chelate: Was ist ‘besser’?

Uwe Gröber – ein recht bekannter Deutscher Apotheker mit vielen guten Fachbüchern für Mikronährstoffe – und Kisters (Präsident der Society of Magnesium Research) empfehlen zusammen mit anderen Autoren in einer Veröffentlichung aus 2015 bei Mg-Mangel eher die Magnesium-Salze: Gluconat, Orotat, Aspartat und Citrat [37]:

“In the treatment of magnesium deficiency we would recommend, because of their high bioavailability, organic bound magnesium salts, such as magnesium citrate, gluconate, orotate, or aspartate”

Nach Kisters, der ja die Arbeit von Shechter et al. [28] kritisiert hatte, ist Oxid nicht der Hit [38] – ein Fazit das auch in einer Kursarbeit von 3 Studenten der Keiser-Universität geteilt wird, die ebenfalls verschiedenste Studien zur Magnesium-Resportion untersuchten [39]. So gäbe es keine standardisierten Tests für die Absorptions-Rate und die Bioverfügbarkeit. Sie kommen jedoch zum Schluss, das Mg-Oxid wohl die bei weitem schlechteste Form für die Supplementierung ist [39]:

“The lack of standardized teststo assessMg statusand absorptionremains a barrier to quality research on magnesium bioavailability. Through several studies, MgOxide, the most common form used in nutritional supplements, was clearly the least bioavailable”

Also immer aufpassen: Den Oxid ist wirklich oft enthalten, teils an erster Stelle von Präparaten. Teils wird dann auch noch mit eine angeblich doch existierenden guten Bio-Verfügbarkeit von Oxid geworben – die es nach allem was ich gelesen habe eher nicht gibt.

… wobei die Aminosäuren-Chelate wohl doch am besten resorbiert werden…

Der australische Supplemente-Hersteller CanPrev beschreibt auf seiner Webseite mit viele Details mal ganz gut, warum die Chelate besser absorbiert werden (auch nach vielen Studien in der Praxis) – wie die Salze [47]:

  • Die starken und stabilen Bindungen zwischen Magnesium und den Aminosäuren halten das gesamte Molekül in saurer Umgebung (z.B. dem Verdauungstrakt) intakt.
    • Wobei Mg-Salze sich wohl mit Phytinsäuren, z.B. aus Getreiden, etc. verbinden können – was die Aufnahme über die Ionenkanäle behindert.
  • Wenn sich (Amino-) Komplexe durch den Darmtrakt bewegen, umgehen sie die Ionenkanäle, über welche die Magnesium-Salze aufgenommen werden (müssen).
    • Stattdessen verwenden sie andere Transportstellen, die als Dipeptidkanäle bezeichnet werden.

Beim letzteren werden Aminosäure und Magnesium gemeinsam über die Darm-Membran transportiert. Dies hat dann wohl einige wesentliche Vorteile:

  • Zum einen gibt es weit mehr Dipeptidkanäle als Ionenkanäle im Darm
    • Magnesiumkomplexe konkurrieren also nicht um dieselben Ionenkanäle, die von anderen Mineralien verwendet werden.
  • Ein weiterer Vorteil besteht zudem wohl darin, dass die stabilen Bindungen Magnesium vor ungünstigen chemischen Reaktionen schützen,
    • die zur Bildung nicht resorbierbarer Komplexe führen können.

Für mich klingt das schlüssig und wiederlegt Gröber [37], was auch eine neue Studie aus 2019 zu bestätigen scheint [46] – welche für mich viele andere Studien in Bezug auf die Bioverfügbarkeit von Magnesium-Aminosäurechelaten bestätigt. In der 2019er Studie aus Nutrients [48] wurde dann ein Magen & Darm-Model (Dünndarm) gebastelt. Die organischen Verbindungen werden hier ebenfalls schnell und gut absorbiert – die anorganischen (Oxid, etc.) eher nicht. Das Problem an der Studie: Es gibt auch noch einen Dickdarm in dem die Resportion von Oxid ggf. weiter geht – nichts genaues weiß man nicht.

Man könnte also auch daraus schließen oder theoretisieren, das organische Mg-Verbindungen rasch resorbiert werden und wirken, während anorganische Mg-Verbindungen dieses langsam und/oder Zeitversetzt (-> Retard-Form, Time-Release). Was aber nun am Ende ganz genau passiert, welche Form “Netto” am besten ‘insgesamt’ aufgenommen wird  – das steht für mich dabei in den Sternen. Für eine schnelle Wirkung, z.B. bei Krämpfen, nach dem Sport, bei Migräne, etc. pp. scheinen jedenfalls für mich die ‘schnellen Versionen’ vorteilhaft.

Mein Zwischenfazit: Ggf. lassen sich die teils komplett gegensätzlichen Studien-Ergebnisse zu der Resorption der verschiedenen Mg-Verbindungen wie dargelegt erklären. Da frage ich mich denn aber: Fällt das nur mir auf?

Magnesium und die Diagnostik: Bitte im Vollblut messen, nicht im Serum

Die Serumswerte sagen wohl nicht viel aus – wie auch bei Natrium und Calcium mobilisiert der Körper die Mineralien aus den Speichern (u.a. Knochen & Muskelgewebe) um den Wert im Blutserum konstant zu halten. Die Blutserumswerte geben also eher nur eine komplette Unterversorgung oder eine Überversorgung an – bei ‘normalen’ Referenzwerten kann schon ein Mangel vorliegen [50]. Deswegen sollte Magnesium auch im Vollblut gemessen werden, wie auch bei Zink, Selen und Kupfer [14].

Die Anteile an Mg im Körper sind u.a. [4][27]:

  • Blutserum: 0,3%
  • Rote Blutkörperchen: 0.5%
  • Erythrozyten: 0,5%
  • Weichteile: 19,3%
  • Muskeln: 27%
  • Knochen: 52,9%

Eine Unterversorgung mit Magnesiums, welche dann für die Mobilisierung aus den Knochen sorgt, ist also nicht gut. Ggf. wird auch jetzt klar, das der Magnesium-Antagonist Calcium nicht das erste ist, was man bei Osteoporose einnehmen sollte. Wenn dann aber ggf. auch eine Versorgung aus den Muskeln geschieht, bzw. diese Unterversorgt sind, dann merkt man das mittels Krämpfen – und spätestens dann sollte ggf. das Nachdenken einsetzten: Mehr Magnesium!

Etwas zur Dosierung und den Empfehlungen

Die Europäische Lebenmittelsicherheitsbehörde EFSA hat für eine extra Ergänzung durch NEM den NOAEL-Wert (‘no observed adverse effect level’) auf 250 mg Mg pro Tag und das ‘Upper Limit’ (UL) ebenfalls auf 250 mg Mg / Tag festgelegt [21]. Warum so niedrig? Ich kann es nicht nachvollziehen. So schreibt die EFSA ebenfalls, das Toxische Hypermagnesiämie, die z.B. mit Hypotonie oder Muskelschwäche einhergeht, nur bei Dosen von mehr als 2.500 mg / Tag auftritt – also dem 10-fachen des UL. Die eingangs schon zitierten Autoren [19] referenzieren für diesen Aspekt auf eine andere (eigene) Studie [20] und schreiben:

“Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 350 bis 400 mg Magnesium. Für eine adäquate Versorgung sollte man auf Magnesium-reiche Mineralwässer (z.B. 100 mg Magnesium pro Liter) achten. Auch die regelmässige Supplementierung von Magnesium (z.B. 4–6 mg Magnesium pro kg Körpergewicht) in gut bioverfügbarer Form kann empfohlen werden.

Die Autoren positionieren sich damit also bei der ’empfohlenen Zufuhr’ der DGE von ebenfalls ca. 350-400 mg/Tag (Erwachsener Mann), empfehlen bei einem 70 Kg schweren Erwachsenen jedoch bis zu 420 mg / Tag als mögliches ‘Extra’ – und dieses noch ohne Risikofaktoren wie bestehende Krankheiten (Diabetes, Krämpfe, Herzschwäche, Arrhythmie, etc.).

Das Linus Pauling Institute (LPI), dem viele Orthomonekularier folgen, empfiehlt sich an den US-Empfehlungen zu orientieren (also über der DGE). Das LPI weißt jedoch darauf hin, das bei Menschen über 50 Jahren eine zusätzlich als Supplement zugeführte Menge von max. 350 mg/Tag (ohne Konsultation eines Arztes) nicht überschritten werden sollte – u.a. im Hinblick auf eine ggf. eingeschränkte Funktion der Nieren. Für jüngere Menschen empfiehlt das LPI mindestens 100 mg/Tag in Form eines Supplements [22].

Wie man hier schon sieht, liegen die Empfehlungen für eine Ergänzung in der Regel über dem UL der EFSA (und auch des BfR). Ich selber führe über 400 mg / Tag zu (bei ca. 72-73 Kg) und kenne dabei viele Menschen die dieses ebenso praktizieren – und (als Sportler) teils deutlich mehr zuführen um keine Krämpfe zu bekommen. Natürlich geht einer höheren Supplementierung sinnvoller Weise eine Messung des Magnesium-Status im Vollblut voraus. Falls Magnesium überdosiert wird, gibt es dann in der Regel auch (max. 1-2 Tage) Durchfall bzw. flüssigen Stuhl [1] – solange keine massive Verstopfung vorliegt. Davon geht aber auch nach EFSA (nach meiner Lesart) keine Gefahr aus [1].

Ach ja: Oft wird vergessen, das es auch bei Magnesium ein Brutto und ein Netto gibt. die Werte die ich hier angegeben habe, beziehen sich auf das elementare ‘Netto’-Magnesium in den Kapseln bzw. Pulver (-> steht auch meist auf der Verpackung). So haben die meisten Kapseln (je nach Form) um die 100-120 mg Netto-Magnesium. Einzig bei Kapseln mit viel Mg-Oxid (was ich nicht nutze) kommt es zu deutlich höheren Netto-Mengen.

Etwas zu Magnesium-Antagonisten, Timing & Co.

Neben Oxalaten, Phytinsäuren & Co. gibt es noch andere Stoffe, welche die Mg-Aufnahme beeinflussen. So konkurieren z.B. Calcium und Magnesium um die Aufnahme: Calcium ist ein Potenter Magnesium-Angatonist! Wo ist (überflüssiges) Calcium enthalten? In Milchprodukten – diese enthalten deutlich mehr Calcium als Magnesium (10:1), so das dies die Aufnahme von Magnesium, aber auch Eisen und anderen, teils beträchtlich reduziert (z.B. im Müsli mit ‘gesunder’ Milch). Bei der Dosierung und dem Timing der Supplementation sollte diese Abhängigkeit ggf. beachtet werden [23].

Angesichts dessen, das Mg über den Tag verteilt & in kleinen Dosen (z.B. 100-150 mg) am besten aufgenommen wird [27][31] macht es Sinn die Zufuhr auf 3-4 Dosen (Morgens, Mittags, Abends und zur Nacht) zu verteilen – zumindest mache ich das so.

Tip: Wenn der Magnesium-Status  trotz der Supplementation nicht steigen will, dann sollte nach Dr. Lee Crowden zuerst einmal Kalium überprüft und ggf. ergänzt werden [34]. Ohne genug Kalium kann (Crowden nach) Mg nicht aufgenommen werden bzw. die Mg-Verwertung funktioniert nicht.

Mein Fazit

Magnesium ist wichtig für viele Funktionen und ob es fehlt merkt man (hoffentlich) spätestens wenn man regelmäßig (Waden-)Krämpfe bekommt. Eine Supplementation mit Magnesium ist recht günstig und ist für mich selber faktisch unumgänglich – in der heutig ‘modernen’ Zeit. Selber finde ich einen guten Mix aus den verschiedenen Formen am sinnvollsten, wobei ich bei einer Einzelform aktuell hin zu Mg-Malat tendiere (-> in Bezug auf das Preis/Leistungsverhältnis).

Gegen Muskel- und Wadenkrämpfe bietet sich ggf. auch Magnesiumöl (Magnesiumchlorid Hexahydrat) zur transdermalen Aufnahme – z.B. im Badewasser – an, wobei diese Vorteile wohl (noch) nicht (wissenschaftlich) belegt sind. Natürlich kann auch magnesiumreiches Mineralwasser getrunken werden – was jedoch viel Schlepperei bedeutet und auch nicht günstig oder gerade umweltfreundlich (in Bezug auf die anfallenden Transporte) ist.

Ob es an Magnesium (auf Basis der DGE Empfehlungen zur Mindestzufuhr) überhaupt mangeln könnte kann überschlagsmäßig z.B. mit Cronometer oder fddb festgestellt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, das das Magnesium u.a. in Vollkorngetreiden von/mit Phytinsäure gebunden ist und die Bruttomenge nicht Netto zur Verfügung steht. Zudem basiert die Empfehlung der DGE auf dem, ‘was der Bundesdeutsche sich so im Schnitt über die Ernährung reinfuttert’ – aber das ist heute weniger als noch vor über 100 Jahren – weil immer weniger von allem in der Nahrung ist. Dass die Empfehlungen nicht ausreichend oder insb. optimal sein müssen liegt für mich auf der Hand – und durch vielfältige Stressoren wird heute sicher auch mehr verbraucht als vor 50 oder 100 Jahren.

Magnesium ist für mich persönlich so das wichtigste von allen Supplementen! Ich selber nutze im Schnitt 400 mg (oder deutlich mehr) täglich. Noch bevor ich irgend etwas anderes machen würde – würde ich erst einmal Magnesium ergänzen. D3 & K2 – ohne Magnesium? Keine gute Idee! Andere teure Supplemente – wo dann am Ende Mg als Co-Faktor fehlt? Aus meiner Sicht unsinnig! Auch Dr. Mercola und Dr. Levy (aber auch andere) teilen diese Meinung [49]. Im Zeitalter von allgegenwärtigen EMF ist Mg für mich, wie auch B3 in kleiner Dosis (optimal wohl als Niacin + TMG), unverzichtbar.

Spannend scheint zu sein, was aus den Studien zu Magnesium L-Threonat wird. Bewertungen bei den üblichen Verdächtigen (iHerb, Amazon) lesen sich interessant – wobei man hier natürlich nie weiß wie legitim oder ‘echt’ diese Kommentare sind. Insofern empfehle ich hier den Superfoodly-Artikel [4] als recht informative Quelle. Ob der Mehrpreis bei Mg-L-Threonat gerechtfertigt ist – das kann ich nicht beurteilen. Unter hoher EMF-Belastung würde ich jedoch Abstand von dem Mg-L-Threonat nehmen, da es nach Dr. Jack Kruse die Neuronen sensitiviert.

Zur Einnahme von Magnesium (generell) kann ich nur schreiben, das ich es ich es meist mehrfach am Tag zu den Mahlzeiten in kleinen Dosen (z.B. 100-200 mg) sowie ggf. 1-2 h vor dem Schlafengehen einnehme. Alternativ auch zwischen den Mahlzeiten – aber das ist mir zu kompliziert. Bevorzugen tue ich dabei ganz klar Formen wie Malat, Taureat und Bisglycinat. Das Mg-L-Threonat ist sehr interessant, mir für die Dauerergänzung jedoch etwas zu teuer.


Quellen / Links

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