Vollwertig, Pflanzlich & Fisch – die Ernährungs-Basics & extra Tips

Verschiedene Sachen die ich esse: z.B. Müsli, zwei verschiedene Abendessen, einen grünen Smoothie und Brokkolisprossen Fotos: H.C.

Warum dieser Blogpost?

Bezüglich jeder ‘Ernährungsform’ (meint eine, welche einem festem Konzept unterliegt) kann man sich leicht ins Knie schießen und kurz-, mittel- oder langfristig Probleme kreieren, die nicht sein müssen. Hier im Blog – bzw. mir – geht es es ja darum nicht so zu enden wie der Durchschnitt der Menschen ab 60 oder 70 (falls Sie überhaupt so alt werden) welche ich regelmäßig in der Sauna, im Supermarkt oder in der Stadt sehe… Irgendwie sahen die vor 30-40 Jahren auch noch besser aus… also die älteren Menschen, welche damals oft noch mit 80 in Ihren Gärten rumgebuddelt haben… meine ich zumindest…

Mir selber ist ja nicht mal langes Leben wichtig – ich könnte schon morgen von einem Bus überfahren werden oder einen tödlichen Unfall haben. So ist mein Ziel auch maximale Vitalität und eine fitte Rübe bis zum Exitus – wann immer der auf natürlichem oder unnatürlichem Wege eintreten mag.

Da ich selber gerade noch mal auf mögliche Fallen bei der Umstellung auf eine vorwiegend pflanzlich und vollwertige Ernährung geantwortet habe – dachte ich mir das ich doch mal gleich einen Blogeintrag daraus mache. Für den ganz frischen Einsteiger mag es zu viel auf einmal sein – komplett verständlich. Ich würde dann empfehlen eine individuelle To-Do-Liste oder einzelne (Etappen-)Ziele aus dem nachfolgendem abzuleiten. Das Umsetzten kann dann durchaus Jahre dauern… Jahrzehntelang angewöhntes ist nicht mal eben so geändert… ich spreche aus (eigener) Erfahrung!

Einiges vom folgenden hatte ich ja auch schon auf der Seite ‘Zweck’ in Bezug auf den Sinn dieses Blogs geschrieben – also was ich für mich (unabhängig einer speziellen Ernährung oder Diät) annehme das förderlich und/oder nicht förderlich für die Gesundheit ist. Eine spezielle Richtung – oder ein Etikett – hat das ganze nicht, weil es viel ‘kann man machen oder auch nicht’ gibt. Am besten ist das ganze wohl mit ‘Pflanzlich-Vollwertig-(Paleo)-Pescetarisch’ zu beschreiben. In Bezug auf ‘Paleo’ sehe ich das jedoch in Bezug auf (Süß-) Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Pseudo-Getreide (u.a. Buchweizen, Hirse) sehr entspannt – verzichte jedoch selber auf Milchprodukte und habe die Standard-Getreide in Form von Pasta & Co. im Vergleich zu früher deutlich reduziert.

Am Ende gebe ich auch noch ein paar Vorschläge in Bezug auf alles was NICHT mit Ernährung zu tun hat, ggf. jedoch sogar wichtiger als diese ist… 

Die Basis-Tips von Nutritionfacts.org

Grundsätzlich hatte ich schon mal in diesem Blog über die wichtigsten Tips etwas geschrieben – besser gesagt einen Artikel von Nutritionfacts.org übersetzt: ‘Empfehlungen für eine optimale Ernährung’ und Anmerkungen hinzugefügt. Diese Tips sind schon mal eine ganz gute Basis.

Meine eigenen Ernährungs-Basics und Tips

Also, auf folgendes würde ich achten – wobei die Tips nicht spezifisch für eine pflanzlich-vollwertige Ernährung mit Fisch, sondern eher universell angelegt sind. Wichtig: Sachen bei der Ernährung weg zu lassen bringt oft mehr als Dinge hinzuzufügen!

Vorab: Das für mich persönlich alle (A1-Beta-Casein) Kuh-Milchprodukte, alle Wurstwaren generell + Fleisch aus der (unnatürlichen) Mais-, Soja-, Getreide- und Antibiotika-Mast nichts in dieser Ernährung zu suchen haben – erwähne ich nachfolgend nicht noch mal extra. Guten (Demeter?) Eiern stehe ich agnostisch gegenüber – und würde Sie bei Schwangerschaft zur Sicherheit (u.a. in Bezug auf Cholin) jedoch durchaus auch ‘Veganern’ anraten (Alternativ: ordentlich Brokkoli) wie auch Fisch!

Allgemein

  • Zu Anfang, bzw. bei starken Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, ab und zu mal das tägliche Essen in FDDB oder Cronometer eingeben
    • … um zu checken ob die Mikronährstoffe (Vitamine & Mineralien) ‘so grob’ passen – also das zumindest das Minimum der Referenzwerte von DGE und/oder FDA erreicht werden.
      • die Makros (Kohlenhydrate, Protein und Fett) sind auch noch interessant.. dazu mehr unten im Text.
    • Zu wenig bei den Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) ist jedenfalls tendenziell nicht gut.
    • ‘Genug’ muss jedoch nicht heißen, das diese auch aufgenommen werden oder ausreichend sind, wenn z.B. (noch) Medikamente eingenommen werden oder der Darm (noch) nicht in Ordnung ist.

Gemüse & Obst (in dieser Reihenfolge)

  • Genug Gemüse, ggf. schon zum Frühstück und eher moderat Obst.
    • Am besten in vielen Farben.
    • Möglichst Frisch & Seasonal, Regional, Bio.
    • Gemüse und auch Obst liefern eine Unzahl an Vitaminen, Mineralstoffen & Co. und ganz viele Ballaststoffe.
    • Ich esse min. 1 Kilo am Tag… eher mehr….
  • Bei Nachtschattengewächsen (u.a. Tomate, Paprika, Aubergine) ggf. vorsichtig sein
    • Bei Unverträglichkeit bzw. Sensitivität den Verzicht üben bzw. Haut und Samen entfernen & Kochen. Machen die Italiener auch so. Siehe auch hier.
  • Ordentlich Grünzeugs (Dunkle Salate, Löwenzahn, Brokkoli, Grünkohl, etc.)
  • Bei Obst Fokus auf Season, Lokalität & ggf. Beerenobst
    • Ich selber reduziere Obst im (norddeutschen) Winter.
      • Gerade (importierte) Südfrüchte versuche ich im Winter nicht zu viel zu essen.
    • Trockenobst ist jedoch weiterhin meine ‘Ersatz-Süßigkeit’ – und genau dass: Eine Süßigkeit!

Kohlenhydrate

  • Stärke für Energie: Hirse & (Süß-)Kartoffeln und ggf. Reis sind in der Regel deine Freunde.
    • Reis hat leider eine Arsenproblematik. – da muss jeder selber entscheiden.
    • Anderes Pseudo-Getreide wie Buchweizen, Sorghum und Amarant wird meist gut vertragen.
      • Am besten vorher gewässert und/oder gekeimt.
      • Wenn sowas wie Quinoa genutzt wird – bitte immer im Dampfdruckkochtopf kochen (Lektine!)
    • Haferflocken (ggf. als gekochter Brei) wird auch meist gut vertragen – oder am vorabend wässern oder ankeimen.
      • Gerade Unterwegs sind Haferflocken bei mir sehr beliebt.
    • Kartoffeln immer schälen, kochen und grüne Stellen großzügig entfernen.
      • Nie Kartoffeln essen die schon keimen und auch nicht roh (Solanin!).
      • Kartoffeln nicht Braten oder im Ofen bräunen (Acrylamid!).
      • Kartoffeln ggf. Kalt essen (vorher kochen) -> Resistente Stärke.
  • Klassische Getreide wie insb. Weizen, Gerste, Roggen, Mais aber auch Dinkel, Kamut, Einkorn, etc. eher reduzieren.
    • Insbesondere auf (Vollkorn-)Weizen verzichten bzw. stark reduzieren (WGA und Lektin-Problematik).
    • Alles aus Mehlen und Brot gibt es bei mir kaum noch
      • oder es ist explizit tagesfrisch gemahlen und als Sauerteig verarbeitet.
      • also bis auf Ausnahmen keine Pasta oder ‘normale’ Kuchen & Kekse – die nicht zumindest selber gemacht sind.
  • Keine (raffinierten) Zucker – auch kein brauner, kein Agavendicksaft, kein Kokosblütenzucker, kein Sirup.
    • Viel zu hoch konzentrierte Fruktose ohne Ballaststoffe, insb. bei Agavendicksaft.
    • Zum Süßen ggf. pürierte Datteln oder sehr reife Bananen verwenden.
    • ‘Mal ist egal’ 🙂

Fette

  • Genug Omega-3 Fettsäuren zuführen!
  • Omega-6 Fette unbedingt reduzieren.
    • Sonst gibt es deutlich weniger Umwandlung von Omega-3-ALA in EPA/DHA.
    • Optimal gilt ein Verhältnis von Omega 3 zu 6 von ca. 1:3 oder besser zu Gunsten von Omega 3.
    • Öle mit hohem Omega-3 und auch 6 Anteil niemals erhitzen (und auch nicht verwenden… Oxidation!)
      • Also auch bzw. insbesondere kein Sonnenblumen-, Mais-, Soja-, Raps-, Kürbis-, Hanf- und Leinöl.
  • Auf der Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fetten achten
    • Die Relation ungesättigt zu gesättigt sollte meiner Einschätzung nach ca. 2:1 betragen (ist historisches Normal und auch die Relation im gesunden menschlichen Körper).
  • Keine Transfette, raffinierte Öle, Margarinen oder (teil-)gehärteten Fette!
  • Wenn Öle, dann Olivenöl (Kalt-Anwendung) und Kokosöl (Heiß-Anwendung). Ende.
    • Wobei ich nur Wasser in der Pfanne nutze und Öle niemals erhitze!

Protein

  • (Ordentlich) Hülsenfrüchte, also Linsen, Kichererbsen, (grüne) Bohnen, etc. essen!
  • Soja eher meiden
    • Soja hat u.a. Phytoöstrogene – nicht unbedingt gut für den Hormonhaushalt,
      • wobei es da viele widersprüchliche Aussagen gibt. Für mich ist es das Risiko nicht wert.
    • Natto (fermentiertes Soja) für Vitamin K2 geht jedoch voll in Ordnung.
  • Man kann es mit Protein übertreiben und untertreiben.
    • So zwischen 10-15% der täglichen Kalorien bzw. 1g pro Kg Körpergewicht halte ich für einen guten Daumenwert,
    • bei Sportlern oder in bestimmten Phasen (Gewichtsabnahme, etc. pp) durchaus mehr.

Mikronährstoffe & Vitamine

  • Auf Jodzufuhr achten – Deutschland ist Jod-Mangelgebiet!
    • Am einfachsten über Algen (z.B. Wakame oder Kelp) oder (verdünnte) lugolsche Lösung ca. 1h vor/nach den Mahlzeiten einnehmen (günstiger).
    • Wichtig für Schilddrüse & Co. & insb. Frauen (vermehrter Bedarf) – denn Jodsalz alleine reicht nicht!
    • Bei akuten Schilddrüsenproblemen alle Kohlarten am besten Kochen bzw. erhitzen
      • und Soja und auch Mais meiden (Östrogene Wirkung -> Hormonsystem).
  • Ein oder max. zwei Paranüsse (wenn man das Radium akzeptiert) am Tag für Selen.
    • Oder z.B. selenhaltischen Fisch, wie z.B. Sardinen. Alternativ: Ein Supplement.
    • Wichtig: Deutschland ist Selen-Mangelgebiet!
  • Zink & Eisenaufnahme optimieren.
    • z.B. Vitamin-C reiches Obst zum Getreide-Müsli.
    • Zwiebelgewächse bei Kartoffeln, Reis, etc. und Gemüse verbessern ebenfalls die Aufnahme.
  • Smoothies verbessern die Aufnahme der Nährstoffe aus Grünzeug.
    • Am besten nur grüne Smoothies (ohne oder mit max. 1 Stück Obst) zubereiten.
    • Löffeln & Einspeicheln (die Verdauung fängt im Mund an!) – nie trinken.
    • Ggf. zusammen mit festem Gemüse essen – verträgt sich bei mir besser.
  • Für fettlösliche Vitamine (u.a. Pro-Vitamin A & K  in Karotten, Grünzeug & Co.) immer etwas Fett hinzugeben.
    • Fett verbessert die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine dramatisch.
    • 3-5g Fett (u.a. Nüsse, Avocado, gemahlene Lein- und/oder Hanfsamen, ein paar Tropfen Olivenöl) reichen meist.
  • Mandeln und Walnüsse (gute Vitamin E Quelle) immer vorher wässern (min. 24h).
    • Dann in Kühlschrank bis zu 5 Tagen lagern und Verzehren.
    • Wässern ist für mich wichtig bez. dem Abbau von Antinährstoffen und Aufwertung der Vitamine.
    • Nüsse enthalten viel Omega-6 Fettsäuren – also sparsam damit. Max. 30g / Tag Reichen.
  • Mit Salz (Natrium) wohl nicht zu sparsam sein (da streiten sich die Gelehrten…),
    • denn die Risiken von zu wenig Salz werden fast nie thematisiert…. (meint: ein faktisch salzfreie Ernährung)
    • bis zu 3g Natrium (7,5g Salz) pro Tag passen wohl für die meisten (Erwachsenen) Menschen,
    • So 1,5g Natrium (3,75g Salz) ist aktuell mein Zielvektor.
      • Also inkl. aller ggf. verarbeiteten Speisen, Brot, etc. pp – was sowieso kaum einer schafft.

Nahrungsergänzung & Supplemente

  • Mal einen Blutest machen in dem die ganzen Mikros (Eisen, Selen, Zink, Kupfer, Magnesium, B-Vitamine & B12, D3, Q10, etc.) gemessen werden.
    • Messen heißt wissen! (Achtung: Einige Werte müssen im Serum, andere im Vollblut gemessen werden).
  • Unbedingt Vitamin B12 Status checken und bei Mangel Supplementieren!
    • Für mich scheint ein Kombi-B12 das primär aus Methylcolbalamin und ggf.  auch noch 5‘-Desoxyadenosyl- & Hydroxocobalamin besteht recht gut zu funktionieren.
    • B12 wird generell ab 50 Jahren empfohlen – vermehrter Verbrauch (u.a. als Methylgruppendonator) bzw. schlechte Aufnahme wird angenommen wegen heutigen Umweltfaktoren, Medikamenten & Co.
    • Muss nicht sofort passieren, sollte jedoch spätestens 6-24 Monate nach Beginn einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung in Betracht gezogen werden. Je älter und je weniger Fleisch schon vorher, je eher…
  • Vitamin D3 stehe ich ambivalent gegenüber – einfach mal meinen Artikel lesen.
    • Genug Sonne zur Mittagszeit im Sommer zum Auffüllen der natürlichen Speicher ist am besten.
    • Ein Bluttest kann nie schaden – um Gewissheit zu haben (ggf. mit Vitamin K2 MK4/7 kombinieren).
    • Bei Mangel würde ich selber (kurzfristig, bis zum April) immer supplementieren.
    • Ein D3-Mangel heißt jedoch auch: Sonnenmangel im Sommer + ggf. zu viel Kunstlicht, andere Stressoren & Co.
  • Genug DHA (Omega-3 Fettsäure) finde ich sehr wichtig -> für Gehirn & Co.
    • Bei DHA werden oft 250 mg/Tag empfohlen – halte ich für sinnvoll.
    • Ein gute Quelle sind z.B. ca. 250-300 g Sardinen die Woche – oder anderer fetter Fisch.
    • Bei einer Supplementierung mit Fischölkapseln gut überlegen obs nicht lieber doch Fisch sein sollte…
  • Eventuell interessant sind dann noch
    • CoEnzym Q10 ggf. für ältere Menschen ab 50 Jahren…
      • Kann wohl bei vielen externen Stressoren (u.a. blaues Kunstlicht) helfen… wer weiß.
    • Cholin kann interessant sein.
      • Wichtiger Grundstoff für Acetyl-Cholin, den wichtigsten Neurotransmitter im Gehirn.
      • Beste natürlichste Quelle: Eigelb. Alternativ auch Brokkoli, etc.

Trinken

  • Wasser – ohne Kohlensäure & nicht aus Plastik
    • Durchaus 2-3 Liter am Tag & je nach Wetter und sportlicher Aktivität
    • 1/2 Stunde vor dem Essen aufhören & erst 1-1,5 h nach dem Essen wieder anfangen zu trinken.
      • Hintergrund: Den Speisebrei im Magen nicht verdünnen.
  • ggf. auch Tee, dann jedoch eher Kräutertees und grünen Tee – wobei letzteren nicht abends (Coffein).
    • Hintergrund: Schwarzer Tee enthält oft mehr Schwermetalle und Fluor (wenn nicht 1st Flush) die durch die Fermentierung bis zu 10 mal ‘besser’ in das Teewasser übergehen (Quelle).
  • Obst anstatt irgendwelche Säfte….
    • und wenn überhaupt Obstsäfte, dann frisch und selber gepresst.
  • Wer sich eine Wasserfiltirierung überlegt… sollte das hier vorab lesen.

Extra-Tips

  • Eher nicht (sehr) Fettreiches und (konzentrierte) Kohlenhydrate (Reis, Brot, Kartoffeln, etc.) mischen.
    • Entweder/oder bzw. KH & Protein oder Fett & Protein.-> Insulin & Co.
  • Ein Rohkostanteil von ca. 50% kann nicht schaden
  • Wenn ich irgendetwas zusätzlich machen würde, dann Brokkolisprossen essen – hier ist meine Keimanleitung!
    • Angeblich das beste in Richtung antikarzinogenen Lebensmitteln was man machen kann (Sulforaphane).
  • Keine Milchprodukte von A1 Beta-Casein-Kühen (Holsteinern, also alles in Deutschland & Co.)
    • Ziege und Schaf in sehr begrenzten Mengen mag für einige o.k. sein.
    • Schließe mich da Nutritionfacts.org und auch Dr. S. Gundry an.

Verteilung der Makronährstoffe

Meine Verteilung ist aktuell (Kalorisch) ca. bei:

  • Kohlenhydrate: 60-75%
  • Protein: 10-15% (je nach sportlicher Betätigung, Muskelaufbau, etc.)
  • Fett: 15-25% (je nach Energieumsatz und im Winter eher in Richtung 25%)

Bei Übergewicht bzw. akuten Herzproblemen werden teils nur 10% Fett empfohlen (McDougal, Essestyn & Co.) – Dr. Gundry sieht es (das mit dem Fettanteil) und die Ursachen anders. Es mag da jedoch viele Wege geben ‘die nach Rom führen’. Aktuell ist dies mein Weg der für mich (scheinbar) funktioniert. Ob er optimal ist? Keine Ahnung. Deswegen ändere ich ab und zu immer wieder einzelne Dinge und probiere neues aus. Alter, Seasonalität, etc. pp. – vieles schein eine Rolle zu spielen.

Was ich jedoch denke ist das ggf. entweder-oder gegessen werden sollte… also entweder mit viel KH-Anteil (z.B. im Sommer oder Äquatornah) oder eben mit einem hohen Fett-Anteil (z.B. im Winter bzw. in den nördlichen Ländern). Also KH- oder Fettstoffwechsel. Darauf im Detail einzugehen ist jedoch nichts für diesen Blogpost – im ‘Handbuch’ von C. Michalk steht mehr… was auch meine Sicht zum Teil reflektiert.

Haplotypes & Ausbreitung Quelle

Was jedoch für Menschen viel weiter südlich (als Norddeutschland -> 52′ Breitengrad) optimal ist (z.B. Bluezones ala Sardinen, Griechenland, Okinawa, etc. -> 28-40′ Breitengrad) – muss nicht für Nordeuropäer oder Eskimos optimal sein – wir alle haben verschiedene Haplotypen (und ausführlicher in der engl. Wikipedia). Nach Dr. Doug Wallace (min. 15:57) produzieren die Menschen, die den nordeuropäischen Haplotypen haben weniger ATP pro Kalorie (jedoch mehr Wärme -> Lose gekoppelte, min 44:09 im Video) im Vergleich zu den afrikanischen Ur-Typen (Eng-gekoppelt -> Mehr ATP). Dann gibts noch alles dazwischen – je nach Herkunft der Mutter und Familienhistorie (mütterlicher seits). Update: Wer mehr wissen möchte, lese meinen Blogpost über Dr. Douglas!

Also alles nicht so einfach mit generellen Empfehlungen in Bezug auf Kalorien und Fett bzw. Kohlenhydrate-Anteil in der eigenen Ernährung, wenn der Geografisch-Mitochondrial-(Epi-)Genetische Kontext nicht beachtet wird. Da spielen dann sogar Faktoren wie die Erkrankungen der Mutter, Defizite in der Ernährung während der Schwangerschaft (z.B. Folat, Jod, etc.) und dann die eigene Lebens-Story mit rein. Ggf. mache ich auch noch mal ein Artikel dazu.

Autoimmunkrankheiten, Diabetes, Lebensmittelallergien?

Wer sich mit mit diesen Sachen rumschlagen muss, dem würde ich zusätzlich mal ein Blick auf meine Buchkritik zu ‘Plant Paradox’ empfehlen. Zumindest die Yes- & No-Listen dort sind in Bezug auf potentiell Allergien auslösende Lebensmittel sehr interessant. Wichtig ist hier jedoch auch das Thema Licht (Sonne, UV, IR & Mitochondrien) – was ich in Zukunft noch weiter beleuchten werde. Das haben dann fast alle Ernährungs-Doc’s (noch) nicht so richtig auf dem Schirm… mehr dazu weiter unten….

Kochbuch?

Da einige Menschen ein Kochbuch brauchen: Das ‘Gabel statt Skalpel’ Kochbuch (Achtung: Amazon-Link) soll ganz gut sein. Jedoch kenne ich eigentlich keines das alles was ich meine was wichtig ist berücksichtigt – u.a. das richtige Kochen von Hülsenfrüchten im Dampfdruckkochtopf, potentiell unverträgliche Lebensmittel, etc. pp. So koche ich meist ‘frei nach Schnautze’ und lasse mich von Rezepten nur inspirieren. Dazu gibt es dann genug auch Chefkoch & Co.

Spezielle Ernährungsformen (Rohkost, Fruktarier, …)

Von allen sehr speziellen Ernährungsformen, also Obst/Fruchtbasiert mit etwas Gemüse, Keim/Sprossen und Säftebasiert, reiner Rohkost (75-100% Roh), (Saft-)fasten, etc. pp. würde ich zu Anfang die Finger lassen. Diese Sachen funktionieren durchaus alle (mittelfristig oder für eine begrenzten Zeitraum) – für die richtige Umsetzung ist jedoch sehr viel Detail-Wissen und ausreichende Planung wichtig. Ist das wissen am Anfang nicht vorhanden, kann es schon mittelfristig zu Mangelerscheinungen kommen, deren negative Auswirkungen dann auch langfristige Auswirkungen haben können – wie z.B. brüchige Nägel (Calciummangel) und Karies an den Zähnen (u.a. durch viele Fruchtsäuren).

Auch ‘Standard’ Paleo, Keto (mit Wurst & Steak anstatt Fisch & Co.), Atkins, Low-Carb & Co. sind meiner Ansicht nach (insb. langfristig praktiziert) nicht optimal (Paleo) oder sehr kritisch (u.a. Atkins) – die Zusammenhänge jedoch für diesen Artikel zu komplex. Hier bin ich um Ende des Blogpost etwas darauf eingegangen. Eine reine (und zeitbeschränkte) ketogene Ernährung ist jedoch davon zu unterscheiden und kann wohl bei Krebs Vorteile bieten. Eine ketogene Ernährung ist jedoch nicht identisch mit Low-Carb und dem was allgemein unter ‘Keto’ verkauft wird – denn für richtige Ketose muss auch der Kohlenhydrat- (KH) und Proteinkonsum drastisch beschränkt werden (ca. 50g/Tag KH und max. 5% kalorischer Anteil an Protein)… und der Rest muss dann auch stimmen…

So gibt es also beliebig viele Varianten und Diäten mit den man seine Biochemie und den Hormonhaushalt massiv durcheinanderbringen ‘und sich in den Fuß schießen’ kann…

Tip: Wer Paleo mach sollte ggf. mal über Pegan (Pflanzlich-Paleo-Pescetarisch) nachdenken… damit kann ich mich anfreunden! Ich denke den größten Schub bringt bei Paleo & Pegan, das hier die A1-Casein Milchprodukte, Zucker und die ganzen (Weizen-)Mehle & Co. raus fliegen.

Über die Ernährung hinaus…

Hier kann ich mich nur diesem Blogpost anschließen:

  • Sonnenlicht
    • Wenn immer es geht, gleich früh morgens beim Sonnenaufgang – ohne Glas davor… (Brille Absetzen, Fenster auf!)
    • Am besten mindestens 15-30 min. zum Mittag UV-A & B Licht Tanken (wann immer es geht!)
  • Saubere Luft
    • und richtiges Atmen, Spazierengehen, etc. pp.
  • Sauberes Wasser
    • Quellwasser wenn es geht – auf jeden Fall keine Kohlensäure und nicht aus Plastik!
  • Eine gute (vollwertige) Ernährung
    • Wobei ich eine Pflanzlich-Vollwertig-Pescatarische Ernährung (siehe oben) oder
    • eine Pegane Ernährung (Pflanzlich-Vollwertig-Paleo-Pescetarisch) bevorzugen würde.
      • Also fast das was ich mache, ohne Getreide… ggf. je 1-2 * Woche Reis, kalte (geschälte) Kartoffeln & Hülsenfrüchte
      • und mit deutlich mehr Fett…
  • Guter Schlaf
    • Optimaler weise mit Sonnenuntergang schlafen gehen und mit dem Sonnenaufgang aufstehen.
      • wenn das nicht geht, dann eine BlueBlocker-Brille nutzen.
      • ca. 7,5-8,5h Schlaf als Optimum (weniger im Sommer, mehr im nordeuropäischem Winter)
    • Die zirkadianen Rhythmen (Chronobiologie) pflegen
  • Gute (elektromagnetische) Frequenzen (EMF)
    • Erden!
      • Ohne Schuhe auf dem Rasen laufen, gehen, stehen, legen!
    • Kein LED- und Energiesparlicht, keine Monitore in der Nacht ->Hoher Blauanteil
      • denn Blaulicht behindert u.a. die Melatoninproduktion am Abend… und nicht nur das…
      • Wenn, dann IR/Rotlicht, Kerzen oder Glühbirnen am Abend… oder zumindest BlueBlocker
    • Mobilfunk, WLAN, DECT-Funktelefone & Co. meiden… und so wenig nutzen wie möglich…
      • da schlechte EMF u.a. die Melatoninproduktion am Abend behindern… und nicht nur das…
      • In Ballungsgebieten oder beim Mobilfunkmast um die Ecke oder auch 20 WLANs bei den Nachbarn über, unter und neben einem ggf. über Umzug nachdenken bzw. mit den Nachbarn sprechen.
      • WLAN-Nachschaltung ist faktisch ein muss und DECT-Telefone mindestens auf ECO-Dect umschalten.

Fazit

Ich hoffe das meine Tips hier auch möglichst Frei von Dingen sind mit denen man sich in den Fuß schießen kann – Nutzung auf eigene Verantwortung 🙂 Die Vorschläge und Anhaltspunkte sind zumindest das Ergebnis von > 3,5 Jahren intensiver Beschäftigung mit diesen Themen. Wer noch ein paar andere gute allgemeine Überlegungen lesen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel von C. Michalk (Edubily.de)

Guten Appetit!

Ein Gedanke zu „Vollwertig, Pflanzlich & Fisch – die Ernährungs-Basics & extra Tips

  1. Wieder mal toll, wie viel Mühe du dir gegeben hast. Interessanter Bericht über deine Ansichten und Erfahrungen und Gedankengänge. Ich denke, mit dem Lesen dieses Textes wäre sogar einigen (unabhängig von einigen Ansichten und dem grundsätzlichen Ernährungsstil) “geholfen”, einfach was das Reflektieren der eigenen Ernährung angeht.

    Lese deine Beiträge wirklich gerne 🙂

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