Brokkoli(sprossen), Sulforaphan, NRF2, Krebsprävention, & Co.

Von | 14. Juni 2017
Brokkoli: Stark in Vitamin C, E, K und vielem mehr!

Brokkoli: Stark in Vitamin C, E, K und Sulforaphan! Quelle: Pixabay

Das Sulforaphan ziemlich gesund ist, hatte ich mal kurz in meinem Blogpost Gemüse zum Frühstück angeschnitten. Wegen der die Leber-entgiftenden sowie der Krebsunterdrückenden Wirkung dieses Stoffes sind Brokkoli, Brokkoli-Sprossen und auch andere Kohlgewächse für mich das Power-Food.

Dr Greger von Nutritionfacts.org weisst ja schon lange auf die Vorteile von Brokkoli und Brokkoli-Sprossen hin, u.a. in seinem Buch ‘How not to die’ – und gibt auch Tips für die Zubereitung.

Im Kern geht es dabei um die Wirkung von Sulforaphan als NRF2-Aktivator (-> Gen-Expression). NRF2 ist, vereinfacht, ein genetischer Schalter für antioxidative ‘Response’-Elemente und verstärkt z.B. die Ausscheidung von Karzinogenen über Glutathion-S-Konjugate oder auch die Bildung von Gluthation (GSH) als starkes Antioxidanz.

Dr. Rhonda Patrick  & ein starkes Video zu Sulforaphan, NRF2, Krebs & Co.

Nun habe ich einen regelrechten Knaller gefunden: Ein ca. 47 min Video von Dr. Rhonda Patrick, welche aktuell bei Dr. Bruce Ames forscht. Das Video hat den Titel: ‘Sulforaphane and Its Effects on Cancer, Mortality, Aging, Brain and Behavior, Heart Disease & More’.

Sulforaphane and Its Effects on Cancer, Mortality, Aging, Brain and Behavior, Heart Disease & More
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Krebs, (vorzeitige) Alterung, Auswirkung auf Gehirn und Verhalten, Dosierung – das sind die Kernthemen dieses Vortrages. Da Frau Dr. Patrick in der Videobeschreibung schon eine detaillierte Liste der Themen mit liefert möchte ich diese hier nur wiedergeben und mich selber mit einem detaillierten Überblick zurückhalten – dafür ist das Video einfach zu gespickt mit vielen Informationen. Hier mal der Video-Index:

Krebs (das volle Programm)

  • 00:00:34 – Einführung von Sulforaphan, einem Hauptschwerpunkt des Videos.
  • 00:01:14 – Verzehr von Kreuzblütengemüse und Verringerung der Gesamtmortalität.
  • 00:02:12 – Prostatakrebs-Risiko.
  • 00:02:23 – Blasenkrebs-Risiko.
  • 00:02:34 – Lungenkrebsrisiko bei Rauchern.
  • 00:02:48 – Brustkrebs-Risiko.
  • 00:03:13 – Hypothetisch: Was, wenn Sie bereits Krebs haben? (interventionell)
  • 00:03:35 – Plausibler Mechanismus, der die Krebs- und Sterblichkeitsassoziationsdaten beeinflusst.
  • 00:04:38 – Sulforaphan und Krebs.
  • 00:05:32 – Tierversuche, die eine starke Wirkung des Brokkolisprossenextrakts auf die Entwicklung von Blasentumoren bei Ratten zeigen.
  • 00:06:06 – Wirkung einer direkten Supplementation von Sulforaphan bei Prostatakrebspatienten.
  • 00:07:09 – Bioakkumulation von Isothiocyanat-Metaboliten im eigentlichen Brustgewebe.
  • 00:08:32 – Hemmung von Brustkrebs-Stammzellen.
  • 00:08:53 – Geschichtsstunde: Schon im alten Rom wurden den Brassicas gesundheitsfördernde Eigenschaften bescheinigt.
  • 00:09:16 – Die Fähigkeit von Sulforaphan, die Ausscheidung von Karzinogenen (Benzol, Akrolein) zu verbessern.
  • 00:09:51 – NRF2 als genetischer Schalter über antioxidative Response-Elemente.
  • 00:10:10 – Wie die NRF2-Aktivierung die Ausscheidung von Karzinogenen über Glutathion-S-Konjugate verstärkt.
  • 00:10:34 – Rosenkohl erhöht die Glutathion-S-Transferase und reduziert DNA-Schäden.
  • 00:11:20 – Brokkoli-Sprossen-Getränk erhöht die Benzol-Ausscheidung um 61%.
  • 00:13:31 – Brokkoli-Sprossen-Homogenat erhöht die antioxidativen Enzyme in den oberen Atemwegen.
  • 00:15:45 – Verzehr von Kreuzblütlergemüse und Sterblichkeit bei Herzkrankheiten.
  • 00:16:55 – Brokkolikeimpulver verbessert die Blutfette und das allgemeine Risiko für Herzerkrankungen bei Typ-2-Diabetikern.

Alterung (Immunfunktion und Entzündungen)

  • 00:19:04 – Beginn des Alterungsabschnitts.
  • 00:19:21 – Mit Sulforaphan angereicherte Nahrung erhöht die Lebensdauer der Käfer von 15 bis 30% (unter bestimmten Bedingungen).
  • 00:20:34 – Bedeutung einer geringen Entzündung für die Langlebigkeit.
  • 00:22:05 – Kreuzblütengemüse und Brokkoli-Sprossenpulver scheinen eine Vielzahl von Entzündungsmarkern beim Menschen zu reduzieren.
  • 00:23:40 – Halb-Video-Rückblick: Krebs, Alterungsabschnitte
  • 00:24:14 – Studien an Mäusen deuten darauf hin, dass Sulforaphan die adaptive Immunfunktion im Alter verbessern könnte.
  • 00:25:18 – Sulforaphan verbesserte das Haarwachstum in einem Mausmodell der Glatzenbildung.

Auswirkung auf Gehirn (Demenz, Alzheimer & Co.) und Verhalten

  • 00:26:30 – Beginn der Gehirn- und Verhaltenssektion.
  • 00:27:18 – Wirkung des Brokkolisprossenextrakts auf Autismus.
  • 00:27:48 – Wirkung von Glucoraphanin auf Schizophrenie.
  • 00:28:17 – Beginn der Diskussion über Depressionen (plausibler Mechanismus und Studien).
  • 00:31:21 – Mausstudie mit 10 verschiedenen Modellen stressbedingter Depression zeigt, dass Sulforaphan ähnlich wirksam ist wie Fluoxetin (Prozac).
  • 00:32:00 – Studie zeigt, dass die direkte Einnahme von Glucoraphanin bei Mäusen ähnlich wirksam bei der Prävention von Depressionen nach dem Stressmodell der sozialen Niederlage ist.
  • 00:33:01 – Beginn des Abschnitts über Neurodegeneration.
  • 00:33:30 – Sulforaphan und Alzheimer-Krankheit.
  • 00:33:44 – Sulforaphan und Parkinson-Krankheit.
  • 00:33:51 – Sulforaphan und Hungtington-Krankheit.
  • 00:34:13 – Sulforaphan erhöht Hitzeschockproteine.
  • 00:34:43 – Beginn der Sektion für traumatische Hirnverletzungen.
  • 00:35:01 – Sulforaphan, das unmittelbar nach TBI injiziert wird, verbessert das Gedächtnis (Mausstudie).
  • 00:35:55 – Sulforaphan und neuronale Plastizität.
  • 00:36:32 – Sulforaphan verbessert das Lernen im Modell des Typ-II-Diabetes bei Mäusen.
  • 00:37:19 – Sulforaphan und Duchenne-Muskeldystrophie.
  • 00:37:44 – Hemmung von Myostatin in Muskelsatellitenzellen (in vitro).

Zusammenfassung zu DNA-Schäden, Diabetes II, Neurodegenerative Krankheiten

  • 00:38:06 – Rückblickende Video-Zusammenfassung: Mortalität und Krebs, DNA-Schäden, oxidativer Stress und Entzündungen, Benzolausscheidung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ II, Auswirkungen auf das Gehirn (Depression, Autismus, Schizophrenie, Neurodegeneration), NRF2-Signalweg.

Dosierung & Zubereitung

  • 00:40:27 – Gedanken zu einer Dosis Brokkoli-Sprossen oder Sulforaphan.
  • 00:41:01 – Anekdoten über das Keimen zu Hause.
  • 00:43:14 – Über Kochtemperaturen und Sulforaphanaktivität.
  • 00:43:45 – Umwandlung von Sulforaphan aus Glucoraphanin durch Darmbakterien.
  • 00:44:24 – Nahrungsergänzungsmittel wirken besser, wenn sie mit aktiver Myrosinase aus Gemüse kombiniert werden.
  • 00:44:56 – Kochtechniken und Kreuzblütler-Gemüse.
  • 00:46:06 – Isothiocyanate als Kropfstoffe.

Wow – nicht wahr?

Was macht Sulforaphan (NRF2) in kürze?

Es aktiviert das NRF2-Protein (Transkriptionsfaktor) –   ein Molekül, welches die Gen-Expression reguliert und dafür sorgt das andere (antioxidative) Proteine hergestellt werden (u.a. Glutathion). Praktischer Weise braucht die Glutathion-Synthese schwefelhaltige Proteine (u.a. Cystein) und Sulforaphan zerfällt nach der NRF2-Aktivierung u.a. zu Cystein, was dann den Baustoff für Glutathion bereit stellt [1]. Praktisch nicht?

Mein Fazit

Gesund leben bzw. etwas für seine Gesundheit tun ist einfach und kostet auch nicht viel Geld. Ganz im Gegenteil: vorbereitete, getrocknete, zubereitete, etc. ‘Powerfoods’ im (Bio-)laden kosten Geld – wer selber Keimt und zubereitet für den gibt es alles für ein paar Cents.

Vor allem sind selbst gezogene und frische Keime und Sprossen viel Gesünder als gekaufte (u.a. wegen der langen Transport- und Kühlstrecke, Lichtentzug, Verkeimungsgefahr, Übergang von Weichmachern aus Plasteverpackung in das Keimgut). Das gleiche gilt auch für Weizengras & Co – insbesondere die Pulver. Der Saft wird meist verkauft und der Trester, also der Abfall, wird zu Weizengrasspulver & Co. vermahlen. Selbst wenn alles verwertet wird – die Sauerstoffoxidation mit der Luft erledigt den Rest. Frisch aus dem Keimglas können kommerzielle und verarbeitete Produkte aus dem Laden nicht schlagen. So gehören Brokkolisprossen zu meinen Klassikern beim Keimen (Hier meine Keimanleitung). Allerdings würde ich von um 140 g/Tag eher absehen – also die Mengen die Frau Dr. Patrick bespricht

Ach ja: Nicht nur Brokkoli(sprossen) enthalten Sulforaphan, sondern auch Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi und anderer Kohl (Weiß, Spitz, etc. pp) [1]. Also im Winter immer schön Kohl essen 😉

Ganz wichtig noch: Erhitzung macht Sulforaphan kaputt bzw. führt dazu, das es sich nicht bildet! Dies, da zwei Enzyme im Kohl sich dafür verbinden müssen – das eine (Myrosinase) jedoch durch Hitze zum großen Teil zerstört wird. Alternativ, neben reduzierter Kochzeit und Tem kann auch gemahlener Senfsamen über den erhitzten (bzw. TK-) Kohl gestreut werden – der enthält das zerstörte Enzym ebenfalls.

 


Quellen

  • [1] Activate #Nrf2, then optimize: Brussels sprouts, November 28, 2017, CaloriesPropper

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