EMF 9: Die US NTP-Studie, die IT-Rammazzini Studie zu Mobilfunk & Prof. Olle Johansson

Zusammenfassung der NTP-Studie in Bezug auf die beobachteten Auswirkungen & Krankheiten. Quelle: [13]

Zusammenfassung der NTP-Studie in Bezug auf die beobachteten Auswirkungen & Krankheiten. Quelle: [13]

Der ‘Drops’ in Bezug auf die Schädlichkeit von gepulsten Mikrowellen (Mobilfunk, WLAN, DECT, Bluetooth, etc.) ist bei mir schon lange ‘gelutscht’.

Ich habe so viele Studien und Meta-Studien gelesen oder überflogen, so viele Vortrage angeschaut und Interviews gehört… es ist mir unverständlich, das diese Technik in der Öffentlichkeit und den Medien nicht mehr hinterfragt wird. In diesem Kontext möchte ich denn auch 3 (aktuell) Dinge vorstellen:

  • Die US NTP-Studie aus 2016/18 -> Krebs und mehr…
  • Die Italienische Ramazzini-Studie aus 2017 -> Krebs und mehr…
  • Prof. Olle  Johansson (Schweden, Mitbegründer Bio-Initiative), der das Zitat geprägt hatte das der Mobilfunk das größte human-biologische Experiment in der menschlichen Geschichte’ sei.

Wo andere Länder zumindest bei Kindergärten und Schulen langsam aufwachen (u.a. Frankreich, Israel, einige in Afrika) und WLAN + Mobilfunk dort verbieten bzw. einschränken – sehe ich gleiches nicht in Deutschland. Ich denke inzwischen jedoch, das viele Probleme und Veränderungen der letzten 5-7 Jahre auf die dramatisch steigende Mobilfunkbelastung und andere Aspekte von Smartphones & Co. zurückzuführen sind (-> Stichwort: VGCC). Den Krebs gibt es dann nach 10-30 Jahren als ‘Nachschlag’ oben drauf – andere Effekte (und gesundheitliche Einschränkungen) jedoch viel früher….

Hinweis: Für mehr zum Thema EMF, Mobilfunk & Co. schaut mal auf meine Seite zu EMF & Co.

Die US NTP-Studie zu Mobilfunk

In diesem Bereich gab es jedoch etwas neues: Die Mobilfunkstudie des Nationalen Toxikologischen Programmes (NTP) der USA, welches die weltweit bisher größte Studie zu Mobilfunk darstellt (>25 Millionen $ über 10 Jahre) und dessen erste Ergebnisse 2016 vorgestellt wurden [2][3][4][5]. In diesem Jahr (2018) folgt dann der finale Abschlussbericht. Der Studie wird uneingeschränkt bescheinigt, dass sie höchste wissenschaftliche Standards erfüllt [12].

Das wichtigste in der Zusammenfassung: Die Studie belegt bei Test mit Ratten und Mäusen für mich ganz klar einen Zusammenhang zwischen Mobilfunk (getestet wurden GSM & CDMA) und der Entwicklung von Krebs (u.a. malignen Schwannomen im Herzen und Gliomen im Gehirn [12]) – und das eindeutig [14] bzw. statistisch (sehr) signifikant. In der NTP-Studie wurde jedoch weit mehr gefunden. Dr. Devra Davis schreibt dazu, das der Nachwuchs der Tiere kleiner war und mehr Defekte im Herz auftraten [2]:

The NTP study found far more than evidence of cancer. Animals exposed in their lifetimes to the same amount of radiation that a human can receive in theirs gave birth to smaller babies with more defects in their hearts. What also makes these results especially compelling is the fact that all well-designed studies of people with 10 or more years of exposures to cell phones find higher risks for comparable tumors—gliomas and acoustic neuromas.”

In Bezug auf Interviews & Präsentationen zur NTP-Studie kann ich 4 Stück empfehlen:

Wer jedoch nicht so viel Zeit hat, der sollte sich einfach mal weiter unten Prof. Olle Johansson anhören.

Die Studie des italienischen Ramazzini-Institutes

Ebenso fand eine große Studie in Italien (Ramazzini) einen klaren Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Krebs – welche in Art und Auswirkungen die Ergebnisse der Studien des US NTP Programmes bestätigen [6][7]. Aus einer Pressemitteilung [7]:

“Our findings of cancerous tumors in rats exposed to environmental levels of RF are consistent with and reinforce the results of the US NTP studies on cell phone radiation, as both reported increases in the same types of tumors of the brain and heart in Sprague-Dawley rats.” (Fiorella Belpoggi PhD, study author and RI Director of Research).

Für eine gute Zusammenfassung kann ich folgendes Interview empfehlen:

Hier im Blogbeitrag möchte ich jedoch nicht tiefer auf beide Studien eingehen – letztendlich nichts neues für alle, welche sich mit dem Thema beschäftigen. Was jedoch wichtig ist: Diese Studien belegen die existierenden Erkenntnisse so eindeutig, das wohl auch die WHO demnächst die Einstufung von Mobilfunk in Bezug auf Krebs ändern wird: Entweder gleich Kategorie 1 (macht Krebs) oder zumindest die Hochstufung in 2A (macht höchstwahrscheinlich Krebs).

Dann wird es hoffentlich auch in Bezug auf den Schutz von Kinder, Schulen und der (fast schon obligatorischen) Verwendung von Mobiltelefonen auf der Arbeit besser – und es gibt dann hoffentlich auch endlich Mobilfunk freie Zonen an Bahnhöfen, in ÖPNV & Co.

Zwei tolle Vorträge von Prof. Olle Johansson

Ist Krebs das schlimmste was einen passieren kann? Nein, denn Depressionen, Auswirkungen auf das Immunsystem, Allergien, Ekzeme, schlechtere Spermienqualität, Herabsetzung der Lernfähigkeit bzw. kognitiven Fähigkeiten, Zelltod im Hippocampus, Alzheimer, DNA-Schäden, Genotoxische Effekte,  Immunsystem-Stress, Auswirkungen auf die Blut-Hirn Schranke, den Melatoninhaushalt & die zirkadianen Rhythmen, Förderung von bakterieller Antibiotikaresistenz… [1] das alles kann einen schon viele Jahre vor dem Krebs  das Leben versauern.

Dazu möchte ich zwei Videos von Prof Olle Johansson (Dermatologische Einheit in der Abteilung für Neurowissenschaften des Karolinska Institute in Stockholm, Schweden) vorstellen. In beiden gibt Johansson einen meiner Ansicht nach gut verständlichen Überblick über die vielfältigen Auswirkungen von EMF. Was Ihn herausstechen lässt, ist das er Mitverfasser des ersten Reports der Bio-Initiative ist – einem Report der mehrere tausend Studien zum Thema EMF zusammenfasst. Hier erst mal das Video:

Wireless Radiation Health Effects: Prof. Olle Johannson, Neuroscientist Danish Parliament hearing

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Ein zweites Video ist hier zu finden [8] und ein drittes hier [9] – das sind dann die Langversion des 20 minütigen Vortrages. Da gibts jedoch eine Perle: Die rechtliche Situation & Ansprüche in Bezug auf die UNO/Menschenrechte, wenn man selber ein ‘Impairment’ in Bezug auf EMF hat. Genau so wie ein körperlich behinderter ein Anrecht auf behindertengerechten Transport in Bus & Bahn hat – gilt das gleiche Recht auch für EMF-Sensitive. Sie könnte ein zusätzliches Argument bzw. ein Hebel bei der Diskussion mit Arbeitgeber, Verwaltungen, ÖPNV-Betreiber & Co. sein – wenn es z.B. um von funkfreie Zonen geht. Johansson dazu:

“I will also touch upon the functional impairment electrohypersensitivity, and which laws and regulations that guide us regarding such a disability.”

Zwischenfazit: Die drei Videos haben mir noch einmal klar gemacht in welcher Breite in der EMF auf uns und andere Lebewesen konkret wirken. Und das alles sind keine Spekulationen – das ist alles wissenschaftlich durch! Die Studien sind da – und viele schon sehr alt. Gehandelt wurde (und wird) kaum…

Warum so viel hin und her? Gefährlich & Ungefährlich

Ca. 80% der Studien der Telekommunikationsunternehmen sagen: Kein Problem mit EMF & Co. Jedoch 80-90% der Studien die unabhängig von den Unternehmen durchgeführt werden (u.a. Universitäten, freie Forscher, staatlich Gesponsert, Gesundheitsbehörden, etc. pp) kommen zum Schluss das es Probleme gibt – und das nicht gerade wenig (wie es ja auch die US-NTP Studie ganz klar bestätigt hat).

Welche Dinge bei Studien zu beachten sind und wie differenziert nnEMF je nach Dosis, der eigener gesundheitlichen Verfassung und dem genetischen Paket wirken können besprechen Prof. Frank Barnes [10] und Prof. David O Carpenter [11] im SuperDads Podcast. Beide beschäftigen sich mit der Thematik und der Toxikologie seit Jahrzehnten. Wer meine Buchkritik zu Andrew Marinos Buch ‘Going Somewhere’ gelesen hat dem werden viele Aspekte bekannt vorkommen. Nichts richtig neues also…

Beide Interviews sind in jedem Fall hochklassig, sehr reflektiert, differenziert und gehen fachlich in die Tiefe. Wer Fakten basiertes Material zur Argumentation gegenüber Mobilfunk-Befürwortern sucht – der ist hier richtig aufgehoben. Grundsätzlich jedoch deutet fast alles darauf hin, das die biologischen Effekten von EMF in Folge der Aktivierung von Calcium-Ionenkanälen (VGCC) von Zellen geschehen, wie Dr. M. Pall es ausführt. Je nach Zelle, Organ und Funktion (Nerven-, Glia-, Muskel-, etc. Zellen) sowie der Art & Dosis der EMF (u.a. Intensität, Pulsung, Expositionsdauer) kommt es dann zu den vielfältigen Symptomen. Ich denke das dies den beiden Professoren selbst noch nicht so richtig klar ist.

Mein Fazit

Gruselig! Speziell wenn man auch noch den Bericht bei diagnose:funk [14] ließt. Eigentlich ist ja alles klar – so klar, das man darüber nicht mehr diskutieren und zumindest dem Ausbau von 5G absagen müsste.

Was man man selber machen?

Das habe ich bereits in meinem ersten Post zu EMF beschrieben: Maximale Meidung und Vermeidung aller Art von nnEMF. Das ganze fängt mit den Sendemasten an, die man selber am Körper trägt bzw. in seiner Wohnung bzw. dem Haus betreibt.

Dazu kommt jedoch heute noch ein Aspekt den viele übersehen – und welchen auch ich lange übersehen habe: Die Vermeidung von ÖPNV zu Stoßzeiten. Warum? Weil fast alle anderen Fahrgäste während der Fahrt mit Ihren Geräten aktiv bzw. passiv rum-funken. Dies ist dann doppelt-schlimm, weil a) der Bus & bzw. die Bahn ein faradayschen Käfig darstellen und b) das Smartphone & Co. dann oft mit maximaler Sendeleistung sendet – so das viel der Sendeleistung den Bus & Co. nicht verlässt und (zurück) reflektiert wird.

Wann wird es besser?

Wenn Sie, der/die/das jetzt gerade ließt selber damit anfangen etwas zu ändern! Smartphone auf Flugmodus, die Nutzung einschränken und alles an WLAN, DECT & Co. aus dem Haus schmeißen. Fertig. Ohne Nachfrage nach Mobilfunk & Co. – kein (bzw. weniger) Angebot. So einfach ist das in einer Marktwirtschaft bzw. dem Kapitalismus.

 


Quellen / Links