Buchempfehlung: Schmutzige Gene (Dirty Genes) von Dr. Ben Lynch. Über die 7 häufigsten Gen-Polymorphismen (SNP’s): MTHFR, COMT, MAOA, DAO, NOS3, GST/GPX, PEMT

Von | 31. März 2021

Buch: Schmutzige Gene (Dirty Genes) von Dr. Ben Lynch

In diesem, für mich sehr lesenswertem, Buch von Dr. Ben Lynch geht es um 7 sogenannte Einzelnukleotid-Gen-Polymorphismen (SNP’s -> ‘Snips’): MTHFR, COMT, MAOA, DAO, NOS2, GST/GPX, PEMT, welche dem Autor nach weit verbreitet sind und zudem eine große Auswirkung auf die Gesundheit haben.

Da ich dem Inhalt nicht zu weit vorweg greifen mag, nur so viel zu den SNP’s: Dieses sind Erb-Varianten von Genen unserer Mutter und unseres Vaters (-> ‘Mutationen’) , welche mal ‘so’ oder ‘anders’ ausfallen können und dann in der Praxis die ‘Effizienz’ bestimmter Enzyme und damit biochemischer Prozesse mit-bestimmen. Dabei gibt es nicht nur gut oder schlecht – sondern auch viel ‘sowohl-als-auch’ (z.B. bei COMT und MAOA) oder theoretische ‘Nachteile’, die aber auch ein Teil eines positiven Warnsystems sein können, wie z.B. die Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien (z.B. bei GST/GPX), welche man dann (hoffentlich) sehr schnell vermeidet.

Wichtig bei dem ganzen ‘Gen-Krams’ ist es, zu verstehen bzw. zu bedenken, dass die Gene so etwas wie eine große Bibliothek mit Büchern und Bauplänen sind. Welches Buch und welcher Bauplan zum Einsatz kommt – das bestimmen nicht die Gene, sondern die aktuellen Lebens- und Umweltfaktoren. Die Gen-Polymorphismen sind dann so etwas wie Fehler oder Variationen im Bauplan. Allerdings nützt der beste Bauplan und der beste Baumeister nichts – wenn beide nicht zum Einsatz kommen. So können z.B. (chronische) Entzündungen im Körper eine Straßenblockade verursachen -> der Baumeister kommt nicht zum Bauen – oder Türen in der Bibliothek sind verschlossen -> der Baumeister gelangt dann nicht an den Bauplan. Zudem muss auch genug Energie & Baumaterial vorhanden sein (u.a. Mikronährstoffe, Aminosäuren, eine gute Mitochondrienfunktion), damit der Bauplan auch effizient in die ‘Teileproduktion’ (-> z.B. Enzyme) umgesetzt werden kann. Letzteres ist aber abhängig vom Lebensstil, der Ernährung & Co. Ein anderer Begriff für die Auswirkung der Lebensumstände und unsere Gene ist der Begriff Epi-Genetik (u.a. geprägt von Bruce Lipton). ‘Gute Gene’ in einem Gentest sind also kein Garant für ein ‘gutes Leben’ – und ‘schlechte Gene’ haben wenig(er) Relevanz, wenn die Umfeldfaktoren stimmen. Lynch [1], Strutz [2] auch auch Bruce Lipton weisen so darauf hin, dass der ‘Lifestyle’ ganz wichtig ist:

“Laut Dr. Jaffe werden 92% der Genexpression und der langfristigen Gesundheit durch den Lebensstil bestimmt.” [2]

Ich schreibe das, weil viele beim Thema Genetik noch auf dem Stand der Ideen von vor 20-40 Jahren sind, von denen heute viele widerlegt bzw. überholt sind. Angst und Panik im Zusammenhang mit genetischen Faktoren sind also nicht angesagt, sondern Hoffnung und Zuversicht – weil Wissen über die Zusammenhänge Handlungsmöglichkeiten eröffnet! So genug der Vorrede: Was machen nun diese sieben Gene bzw. Enzyme, auf die sich Dr. Lynch konzentriert hat? Im Buch werden sie folgend überschrieben:

  • MTHFR: Meister der Methylierung (-> Abbau von Homocystein, Regeneration von Methyldonatoren wie SAMe aber auch BH4)
  • COMT: Fokus und Elan oder Sanftmut und Gelassenheit (-> Abbau von Neutrotransmittern & Hormonen)
  • DAO: Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln (-> Abbau von Histamin)
  • MAOA: Stimmungsschwankungen und Heißhungerattacken auf Kohlenhydrate (-> Abbau von Neutrotransmittern)
  • GST/GPX: Entgiftungsprobleme (-> Abbau von freien Radikalen, Ausscheidung von Toxinen & Schwermetallen)
  • NOS3: Herz-Probleme (-> Produktion von NO -> Stickstoffmonoxid)
  • PEMT: Zellmembran- und Leberprobleme (-> körpereigene Produktion von Phosphatidylcholin)

Im Buch werden diese Gene bzw. Faktoren dann einzeln besprochen und es gibt viele Tips zur fragenbasierter Selbstdiagnose, konkrete Hinweise zur Verbesserung der Ernährung und vieler Lifestyle-Faktoren. Wer dieses Blog schon länger liest, der wird vieles wieder erkennen. In den späteren Kapiteln erweitert Lynch die Tips und Hinweise in Bezug auf spezifische Nahrungsergänzungsmittel, welche in Bezug auf die ‘schmutzigen Gene’ helfen können bzw. sollen.

Inhaltsverzeichnis für den Schnellzugriff

Zum Autor und dem Buch

Dr. Ben Lynch beschäftigt sich schon länger mit den genetischen Faktoren und begann mit der Webseite mthfr.net bezüglich der Aufklärung über diesen SNP und die Schädlichkeit der synthetischen Folsäure. Irgendwann folgten dann andere genetisch Faktoren. Lynch selber ist ein naturheilkundlicher Arzt, in Englisch ein “ND”. Das Buch selber hat einen ‘Typischen US-Stil’ mit einer eher persönlichen Einführung und vielen kleinen Geschichten um eine Verbindung zur Thematik aufzubauen. Auffällig ist zudem, dass es im Buch zwar viele sehr gut strukturierte Listen gibt – jedoch keine Bilder. Was auch auffällig ist – in der englischen Ausgabe wie der Deutschen ist die blumige Sprache die Lynch verwendet, u.a.:

  • ‘Schmutzige Gene’
  • ‘Reinigung’
  • ‘Wäscheliste’
  • ‘Spot Clean Reinigung’

So sind ‘schmutzige Gene’ die, die einen ungünstigen Polymorphismus haben – also eine Abweichung gegenüber dem vorherrschenden ‘Normal’, welche zu Einschränkungen führen kann. Eine ‘Reinigung’ ist der Versuch, die Enzyme, die nach dem Bauplan des Gens im Körper abgelesen und gebaut werden, besser zu unterstützen, also a) mit Co-Faktoren (Mikronährstoffe & Co.) zu versorgen und/oder b) Situationen und Umweltfaktoren zu vermeiden, welche Probleme mit diesen Genen bzw. Enzymen fördern.

Was mir aktuell etwas negativ aufgefallen ist, war dass dem Buch gleich ein Heft beilag, wo man die im Buch angesprochenen Supplemente (in Deutschland beim Verlag) erwerben kann. So hat auch Dr. Ben Lynch seine eigene Webseite in den USA (Seekinghealth) inzwischen zu einem eher größerem Unternehmen mit einem vollständigen Supplemente-Shop unter eigener Marke ausgebaut. Dort steht der Webseite in Bezug auf die Supplemente: “Physician formulated by Dr. Ben Lynch, the world’s foremost expert on Methylation and Nutrigenomics”.

Das alles tut dem Buch jedoch keinen Abbruch – weil es wirklich umfassend in jeden Themenkomplex eingeht – von einfach über tief bis hin zu detailliert. Lynch ist überaus konkret, gibt auch sehr genaue Tips und Hinweise, welche auch die allgemeine Lebensführung, die Ernährung, Schlaf, Licht, Sport, Psyche & Co. abdecken. Lynch geht u.a. sehr detailliert auf Diagnose mittel Fragebogen, Symptomen, Bluttests (Anhang) ein und gibt dem Leser konkrete, abgestufte Vorgehensweisen für die ‘sieben’ Problemethematiken an die Hand. Dies umschließt konkrete Tips bezüglich der Supplemente, Dosierungen, dem ‘finden’ der Dosierungen, Hinweise auf ggf. negative Interaktionen, viele übergreifende Zusammenhänge & Interaktionen – welche man ansonsten lange sucht und die auch sehr vielen (engagierten) Therapeuten nicht bekannt sind.

Lynch hält nichts zurück (wie es teils andere Autoren tun) und nimmt den Leser mit auf eine Reise – die mit jedem Kapitel etwas detaillierter wird. Dem Buch selber kann ich nur meine allerhöchste Empfehlung aussprechenes ist inzwischen zu einem Standardwerk für mich geworden, was auch Lücken im Verständnis meiner eigenen ‘Problemchen’ und der Interpretation von genetischen Daten geschlossen hat.

Inhaltsverzeichnis

Das Buch hat in der deutschem Übersetzung 346 Seiten Text, ca. 15 Seiten Anhänge, ein Index mit Referenzen und ein Schlagwortverzeichnis. Der Textsatz ist o.k. und die Übersetzung liest sich gut & flüssig, bis auf die doch etwas ‘eigenen’ Wortkreationen wie ‘Wäscheliste’ & Co. Folgende Kapitel erwarten den Leser, wobei der Teil II der Kernteil ist und Teil III in Bezug auf die tiefere Diagnose und Supplemente den Teil II ergänzt.

  • Einleitung: Ihre Gene sind nicht Ihr Schicksal!
  • Teil I: Können Sie Ihre Gene kontrollieren?
    • 1: Die Reinigung Ihrer schmutzigen Gene
    • 2: Gen-Geheimnisse: Was man Ihnen im Biologieunterricht nicht beigebracht hat
    • 3: Was ist Ihr genetisches Profil?
  • Teil II: Treffen Sie Ihre schmutzigen Gene
    • 4: Reinigungsliste 1: Welche Ihrer Gene müssen gereinigt werden?
    • 5: MTHFR: Meister der Methylierung
    • 6: COMT: Fokus und Elan oder Sanftmut und Gelassenheit
    • 7: DAO: Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln
    • 8: MAOA: Stimmungsschwankungen und Heißhungerattacken auf Kohlenhydrate
    • 9: GST/GPX: Entgiftungsprobleme
    • 10: NOS3: Herz-Probleme
    • 11: PEMT: Zellmembran- und Leberprobleme
  • Teil III: Ihr Clean Genes Protokoll
    • 12: Einweichen und Waschen: Ihre ersten zwei Wochen
    • 13: Ihre Clean Genes-Rezepte
    • 14: Wäscheliste 2: Welche Gene brauchen mehr Reinigung?
    • 15: Punktuelle Reinigung: Ihre zweiten zwei Wochen
  • Fazit: Die Zukunft der Gengesundheit
  • Anhänge
  • Anmerkungen
  • Produkte & Dienstleistungsverzeichnis
  • Index
  • Über den Autor
  • Bezugsquellen

Buchzusammenfassung

Ab hier folgt meine ‘übliche’ Buchzusammenfassung der Kernaspekte des Buches – also der praktischen und informativen Seite. Da das Buch schon sehr umfangreich ist und die besprochenen genetischen Faktoren durchaus viel an Vorwissen voraussetzen, versuche ich mich hier auf was wichtigste zu beschränken und in Folgeartikeln wichtige Aspekte, wie z.B. die MTHFR-Mutation im Kontext Folat einzeln vorzustellen.

Einleitung: Ihre Gene sind nicht Ihr Schicksal!

Ben Lynch seine eigene Geschichte…. bitte selber nachlesen 😉

Teil I: Können Sie Ihre Gene kontrollieren?

1: Die Reinigung Ihrer schmutzigen Gene

Viel ‘geschichtiges’ zum Einstieg, dann jedoch der Hinweis, das es zwei Arten von schmutzigen Genen gibt: Einige Gene werden “schmutzig geboren”, andere verhalten sich einfach “schmutzig”.

Lynch führt aus, dass der wissenschaftliche Name für ein “geborenes” schmutziges Gen genetischer Polymorphismus ist, was eine schicke Art ist, “genetische Variation” zu sagen. Diese werden auch als Einzelnukleotid-Polymorphismen oder SNP – sprich “Snips” – bezeichnet. Diese schmutzigen Gene – und jeder von uns hat mehrere – können uns zusetzen. Sie bestimmen mit, ob wir schwer oder schlank, träge oder energiegeladen, depressiv oder optimistisch, ängstlich oder ruhig sind. Wir haben etwa zwanzigtausend Gene in unserem Körper. Es gibt mehr als zehn Millionen bekannte genetische Polymorphismen (SNPs), und eine Person kann bis zu 1,2 Millionen davon haben. Allerdings sind nur etwa vierzigtausend bekannt, die potenziell unsere genetische Funktion verändern können.

Von all diese hat Lynch die “Super Seven”, die Super-7, ausgewählt, weil jedes von ihnen Hunderte von anderen Genen beeinflusst. Wenn eines dieser sieben Gene verschmutzt ist, kann man nach Lynch sicher sein, dass es auch Auswirkungen auf andere Gene hat. Die gute Nachricht nach Lynch ist, dass wir mit unseren SNPs arbeiten können, indem wir Ihre Stärken erhöhen und die Schwächen verringern. Lynch verweist hier auf sein “Clean Genes Protocol”, was Lebensstil, Ernährung und das Umfeld umfasst.

Manche Gene verhalten sich aber einfach “schmutzig”, also insofern, das ein Gen ohne SNP trotzdem Probleme bereitet. Das könnte daran liegen, dass die Enzyme, die aus dem Gen-Bauplan gebaut werden, nicht die Nährstoffe, den Lebensstil oder die Umwelt bekommen, die sie brauchen, um optimal zu funktionieren – meint: zuwenig Vitamine, zu wenig Schlaf, zu viele Chemikalien, zu viel Stress. Der wissenschaftliche Name dafür ist (Epi-) genetische Expression: die Art und Weise, wie sich die Gene als Reaktion auf eure Umwelt, eure Ernährung, euren Lebensstil und eure Denkweise ausdrücken.  Die Gute Nachricht: Ändern sich diese Faktoren, dann kann sich auch die Expression des Gens ändern!

Treffen Sie Ihre schmutzigen Gene

Hier stellt Lynch das erste mal die sieben Gene, die Super Seven, im Detail vor. Er hat sie ausgewählt, weil sie extrem häufig vorkommen, gut erforscht sind und die weitreichendsten Auswirkungen auf Ihren Körper haben. Wenn diese Typen schmutzig sind,  ob sie nun schmutzig geboren wurden oder sich einfach nur schmutzig verhalten, wird nach Lynch auch der Rest unserer Gene verschmutzt sein – also nicht optimal arbeiten. Ich möchte hier anmerken, das Lynch in Bezug auf das Gen und die Folgen der (fehlerhaften) Expression eines Genes für meine Lesart nicht korrekt unterscheidet.

Lynch schreibt, dass jedes der Gene sowohl eine gute als auch eine schlechte Seite hat. Mit schmutzigen Genen geboren zu werden, kann einem für einige unangenehme gesundheitliche Probleme anfällig machen – aber sie helfen auch, die Persönlichkeit zu formen, indem sie sowohl Stärken als auch Schwächen aktivieren. Ziel ist es, mit der Ernährung, der chemischen Belastung und dem Lebensstil zu arbeiten, um die Vorteile zu maximieren und die Nachteile zu minimieren. Folgend die Super-7 und die Stärken und Schwächen im Falle, dass das Gen ‘verschmutzt’ ist:

  • MTHFR (Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase), das Methylierungs-Master-Gen
    • Dieses Gen initiiert Ihre Fähigkeit zu methylieren, ein Schlüsselprozess, der Ihre Stressreaktion, Entzündungen, Gehirnchemie, Energieproduktion, Immunreaktion, Entgiftung, Antioxidantienproduktion, Zellreparatur und genetische Expression beeinflusst.
    • Stärken: Intensität, Wachsamkeit, Produktivität, Fokus, verbesserte DNA-Reparatur, vermindertes Risiko für Dickdarmkrebs
    • Schwächen: Depressionen, Angstzustände, Autoimmunität, Migräne, erhöhtes Risiko für Magenkrebs, Autismus, Schwangerschaftskomplikationen, Down-Syndrom, Geburtsfehler und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombose
  • COMT (Catechol-O-Methyltransferase), das Gen, dessen SNPs mitbestimmen, ob Sie konzentriert und beschwingt oder entspannt und ruhig sind
    • COMT und seine SNPs haben starke Auswirkungen auf die Stimmung, die Konzentration und darauf, wie Ihr Körper mit Östrogenen umgeht, einem Schlüsselfaktor für den Menstruationszyklus, für Myome und für einige östrogenempfindliche Krebsarten.
    • Stärken: Fokus, viel Energie und Wachsamkeit, gute Laune, strahlende Haut
    • Schwächen: Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Myome, erhöhtes Risiko für östrogenempfindliche Krebsarten, Prüfungsangst, neurologische Störungen, Migräne, PMS, Ungeduld, Anfälligkeit für Süchte
  • DAO (Diaminoxidase), das Gen, dessen SNPs Sie überempfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel und Chemikalien machen können
    • Wenn dieses Gen verschmutzt ist, beeinflusst es Ihre Reaktion auf das Histamin, dass in verschiedenen Nahrungsmitteln und Getränken lauert und das auch von einigen Darmbakterien produziert wird, was Ihre Wahrscheinlichkeit von Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten und allergischen Reaktionen beeinflusst.
    • Stärken: sofortiges Erkennen von Allergenen und Trigger-Nahrungsmitteln (damit Sie diese aus Ihrer Ernährung entfernen können, bevor sie ernsthafte langfristige Probleme verursachen)
    • Schwächen: Nahrungsmittelempfindlichkeiten, Schwangerschaftskomplikationen, Leaky-Gut-Syndrom, allergische Reaktionen, das Risiko für ernstere Erkrankungen wie Autoimmunität
  • MAOA (Monoamine Oxidase A), das Gen, das Stimmungsschwankungen und Heißhunger auf Kohlenhydrate beeinflusst
    • Dieses Gen steuert Ihren Dopamin-, Noradrenalin- und Serotoninspiegel: wichtige Gehirnchemikalien, die Stimmung, Wachsamkeit, Energie, Anfälligkeit für Süchte, Selbstvertrauen und Schlaf beeinflussen.
    • Stärken: Energie, Selbstvertrauen, Fokus, “Hochs” der Produktivität und Freude
    • Schwächen: Stimmungsschwankungen, Heißhunger auf Kohlenhydrate, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Süchte
  • GST/GPX (Glutathion Peroxidase (GPx), Glutathion-S-Transferase (GST)), die Gene, die Entgiftungsdilemmata verursachen können
    • Ein verschmutztes GST oder GPX beeinflusst die Fähigkeit Ihres Körpers, sich von Chemikalien zu befreien.
    • Stärken: sofortiges Erkennen von potenziell schädlichen Chemikalien (bevor sie die Chance haben, Sie wirklich krank zu machen), verbesserte Reaktion auf Chemotherapie
    • Schwächen: Überempfindlichkeit gegenüber potenziell schädlichen Chemikalien (mit Reaktionen, die von leichten Symptomen bis zu schweren Autoimmunerkrankungen und Krebs reichen), erhöhte DNA-Schäden (was das Krebsrisiko erhöht)
  • NOS3 (Nitric Oxide Synthas 3) , das Gen, das Herzprobleme verursachen kann
    • NOS3 beeinflusst Ihre Produktion von Stickstoffmonoxid, das ein wichtiger Faktor für die Gesundheit des Herzens ist und Prozesse wie den Blutfluss und die Bildung von Blutgefäßen beeinflusst.
    • Stärken: verminderte Blutgefäßbildung (Angiogenese) bei Krebs, was das Wachstum von Krebs reduziert
    • Schwächen: Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Anfälligkeit für Herzerkrankungen und Herzinfarkt, Demenz
  • PEMT (Phosphatidylethanolamine N-methyltransferase), das Gen, das Ihre Zellmembranen und die Leber unterstützt
    • Dieses Gen beeinflusst die Fähigkeit Ihres Körpers, Phosphatidylcholin zu produzieren, eine essentielle Verbindung, die Sie zur Aufrechterhaltung der Zellmembranen, des Gallenflusses, der Muskelgesundheit und der Gehirnentwicklung benötigen.
    • Stärken: mehr Unterstützung für die Methylierung (meint: Verbraucht weniger, ggf. anderswo knappe Methylgruppen), besseres Ansprechen auf Chemotherapie
    • Schwächen: Gallenblasenstörungen, bakterielle Dünndarmüberwucherung (SIBO), Schwangerschaftskomplikationen, Zellmembranschwäche, Muskelschmerzen

Was lässt Ihre Gene schmutzig werden?

Hier beschreibt Lynch, dass selbst, wenn unsere Gene o.k. sind, wir diese Gene mit der falschen Ernährung und dem falschen Lebensstil kaputt machen können. Wenn jemand zum Beispiel Antazida (Magensäureblocker) einnimmt, bringen sie viele wichtige Gene durcheinander, darunter MTHFR, MAOA und DAO. Wenn jemand Metformin einnimmt, ein gängiges Medikament gegen Diabetes, stören Sie die Funktion Ihrer MAOA und DAO. Antibabypillen, Hormonersatztherapie und sogar bioidentische Hormone können Ihre MTHFR und COMT belasten.

Auch wenn keine Medikamente eingenommen werden, kann die genetische Expression durch schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, zu viel Bewegung, zu wenig Schlaf, Umweltgifte und den ganz normalen Alltagsstress gestört werden – und das sind nur die häufigsten Probleme. Lynch weist auch auf einen kumulativen Effekt hin, der das ganze Problem noch schlimmer macht: Anstatt 1 + 1 + 1 + 1 = 4, erhält man 1 + 1 + 1 + 1 = 50, weil die verschiedenen Gene (bzw. die dadurch abgelesenen und gebauten Enzyme) miteinander interagieren.

Die gute Nachricht nach Lynch: Vieles davon ist zumindest zum Teil reversibel bzw. kann sinnvoll im Sinne einer guten Funktion unterstützt werden.

Was verschmutzt Ihre Gene?

Nach Lynch gibt es folgende Faktoren, die ich hier nur komprimiert wiedergebe:

  • Ernährung
    • Zu viele Kohlenhydrate
    • Zu viel Zucker
    • Zu viel Eiweiß
    • Zu wenig Eiweiß
    • Zu wenig gesundes Fett
    • Ein Mangel an Nährstoffen, die Ihre Gene benötigen, um richtig zu funktionieren, wie z. B. B-Vitamine, Vitamin C, Kupfer und Zink
  • Bewegung
    • Sesshafter Lebensstil
    • Übertraining
    • Elektrolytmangel
    • Dehydrierung
  • Schlaf
    • Nicht genügend tiefer, erholsamer Schlaf
    • Spät ins Bett gehen, spät aufstehen
    • Unregelmäßiger Schlafrhythmus
  • Umweltgifte
    • “Schmutzige” Nahrung
    • “Verschmutztes” Wasser
    • “Schmutzige” Luft – auch Innenraumluft
    • “Schmutzige” Produkte: Sprays, Reinigungsmittel, Kosmetika, Farben, Pestizide, Herbizide
  • Stress
    • Körperlicher Stress: Langzeiterkrankungen, chronische Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien, zu wenig Schlaf
    • Psychischer Stress: Probleme am Arbeitsplatz, zu Hause, mit Ihren Lieben, mit dem Leben

Unsere giftige Umwelt

Ein Exkurs in unsere heutigen über 120 Millionen chemische Stoffe die, es vor der industriellen Revolution nicht gab…

Das vierwöchige Clean Genes Protokoll

Eine Übersicht des Protokolls von Lynch:

  • Schritt 1: Zwei Wochen lang einweichen und schrubben
    • Fragebogen aus Kapitel 4 ausfüllen – als Grob-Anamnese für die Gene die Aufmerksamkeit brauchen.
    • Ein zweiwöchiges Programm mit gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf, reduzierter Schadstoffbelastung und Stressabbau, etc.
  • Schritt 2: Spot Clean für zwei Wochen
    • Fragebogen aus Kapitel 14 ausfüllen: “Welche Gene brauchen mehr Reinigung?” – für die Tiefbohrung.
    • Hier kommen dann auch Supplemente / NEM mit ins Spiel.
  • Schritt 3: Sauber bleiben fürs Leben
    • Schritt 2 alle 3-6 Monate wiederholen und anpassen.

Zum Schluss: “Befolgen Sie das Programm. Halten Sie sich an die gesunde Ernährung und Lebensweise, die Sie in Ihrem vierwöchigen Programm gelernt haben, und bringen Sie Ihre speziellen Spot Cleaning-Techniken ein, wenn Sie sie brauchen.”

Das Clean Genes Protocol: Wie Sie Ihre Gene reinigen können

In diesem Abschnitt gibt Lynch noch mal grundsätzliche Tips:

  • Ernährung
    • Nur angemessene Mengen an Eiweiß und gesunden Fetten essen.
    • Darauf zu achten, dass man alle Nährstoffe zu sich nimmt, welche die Gene brauchen, um richtig zu funktionieren, z.B. B-Vitamine, Vitamin C, Kupfer und Zink.
    • Auf Kuhmilchprodukte, Gluten, übermäßige Kohlenhydrate und weißen Zucker zu verzichten.
    • Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Pestiziden, Herbiziden, Konservierungsmitteln und/oder künstlichen Inhaltsstoffen vermeiden
    • Fermentierte Lebensmittel, Speisereste oder Lebensmittel, die wahrscheinlich überschüssige Bakterien enthalten vermeiden, wenn man feststellt, dass diese Symptome auslösen.
    • Lebensmittel mit hohem Histamingehalt vermeiden: Wein, einige Käsesorten und geräuchertes und/oder konserviertes Fleisch und Fisch, wenn man besonders anfällig ist.
    • In Maßen essen: Aufhören zu essen, wenn man zu 80 Prozent satt ist.
    • Keine Zwischenmahlzeiten und Mahlzeiten am späten Abend.
  • Bewegen Sie sich
    • Bewegung im richtigen Maß für den Körper – nicht zu viel und nicht zu wenig.
    • Bewegung wenn man ausgeruht ist und nur, bis man angenehm müde ist. Keine Überanstrengung – nichts erzwingen.
    • Training, wenn es sich nicht negativ auf den Schlaf auswirkt. Nie Schlaf ausfallen lassen, um zu trainieren; training nicht später am Abend, speziell wenn dieses den Schlaf stört.
  • Schlaf
    • Tiefer, erholsamer Schlaf hat Priorität.
    • Den Schlafrhythmus konsequent an den natürlichen Tagesrhythmus anpassen: um 22:30 Uhr schlafen, sieben bis acht Stunden später wach sein.
    • Keine elektronische Bildschirme in der Stunde vor dem Schlafengehen.
    • Künstliches Licht ausblenden oder schalten Sie es ab. Natürliches Mondlicht ist großartig.
  • Umweltgifte
    • Bio-Lebensmittel essen oder vermeiden die “schmutzigsten” konventionellen Lebensmittel zu verzehren.
    • Das Wasser filtern, das zum Trinken, Kochen und Baden verwendet wird.
    • Den Einsatz von Haushalts- und Gartenchemikalien vermeiden.
    • Plastikbehälter für Lebensmittel und Wasser, insbesondere BPA-Plastik und vor allem in der Mikrowelle vermeiden.
    • Idealerweise lagern und kocht man Lebensmittel nur in Glas oder Edelstahl.
    • Die Richtlinien zur Reinhaltung der Innenraumluft befolgen, wobei zu beachten ist, dass die Luft in Innenräumen oft giftiger ist als die Luft im Freien.
  • Stress
    • Sich um Quellen der körperlicher Belastung zu kümmern: Langzeiterkrankungen, chronische Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien, zu wenig Schlaf.
    • Psychische Belastungen reduzieren und abbauen: Probleme am Arbeitsplatz, zu Hause, …

Wenn Sie sich einem Gentest unterzogen haben…

In diesem Teil schreibt Lynch, der selber solch Tests anbietet, einiges zu den Vor- und Nachteilen solcher Tests. Er beginnt damit, dass wenn man sich richtig ernährt, ausreichend schläft, Giftstoffe vermeidet und Stress in Schach hält, viele der angeborenen schmutzigen Gene – also die SNPs – vielleicht keine Probleme machen.

Zudem bringen die schmutzige Gene sowohl Stärken als auch Schwächen mit sich. SNPs im MTHFR-Gen zum Beispiel können einem unglaublich fokussiert und entschlossen machen, Probleme zu lösen. COMT-SNPs können jemandem tonnenweise Energie und Auftrieb geben und einen befähigen, dem Leben mit einem Enthusiasmus zu begegnen, um den einen viele weniger energiegeladene Menschen beneiden könnten. GST/GPX- und DAO-SNPs warnen Sie frühzeitig vor den katastrophalen Auswirkungen, die bestimmte Chemikalien und Lebensmittel auf den Körper haben, was jemanden dazu bringt, langfristig gesündere Entscheidungen zu treffen.

Also: Jedes schmutzige Gen hat sowohl seine Licht- als auch seine Schattenseiten.

So vermuten einige Wissenschaftler, dass SNPs nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gemeinschaft einen Vorteil haben. Stellen wir uns eine kleine Gruppe von Frühmenschen vor, die versuchen, im Wald oder in der Tundra zu überleben. Wäre es nicht nützlich, eine Person zu haben, die besonders intensiv auf potenziell giftige Nahrungsmittel zu ernähren und den Rest der Gruppe warnt, sich von diesen Nahrungsmitteln fernzuhalten? Würde man nicht eine Art besessenen Kerl haben wollen, der nie etwas loslassen konnte, damit die Gruppe nicht aufgibt, Probleme zu lösen, oder eine Frau, die besonders wachsam auf die Geräusche der Gefahr reagierte, wenn alle anderen gerade einschlafen?

2: Gen-Geheimnisse: Was man uns im Biologieunterricht nicht beigebracht hat

Viele Mechanismen, in welche die Super-7 involviert sind: Methylierung (MTHFR), die Leber (wo 80% der Methylierung passiert), Gen-Expression (Methylierung), Energiestoffwechsel (Methylierung, Carnitin-Synthese), Zellschutz (Methylierung -> Phosphatidylcholin), Gehirn und Muskeln (Methylierung -> Kreatin), Neurotransmitter (Methylierung , COMT, MAOA), Stress-Response (COMT, MAOA), Entgiftung (GST/GPX), Immunsystem (Methylierung), Herz-Kreislaufsystem (Methylierung, NOS3), DNA Reparatur (Methylierung), zusammenfassend:

  • Die Methylierung produziert viele wichtige Chemikalien, darunter:
    • Phosphatidylcholin: zur Herstellung von Zellmembranen, die es den Zellen ermöglichen, Nährstoffe aufzunehmen und schädliche Bestandteile abzuwehren und für die Produktion der Gallenflüssigkeit, die bei der Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen hilft und das Wachstum überschüssiger Bakterien im Dünndarm verhindert.
    • Kreatin, wichtig für die Gehirn- und Muskelfunktion.
    • Noradrenalin und Adrenalin, für Energie, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit.
    • Melatonin, um den Schlaf zu begleiten.
    • Carnitin, für die Fettverbrennung und Energie.
    • Polyamine, zur Regulierung des Immunsystems.
  • Methylierung reduziert viele Schlüsselchemikalien, darunter:
    • Histamin, das zu Asthma, Migräne und anderen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Manie, Allergien und Hauterkrankungen beiträgt.
    • Östrogene, die in zu hohen Konzentrationen zu Akne, Reizbarkeit, starker Menstruation und Krebs beitragen können.
    • Dopamin und Noradrenalin, die bei hohen Konzentrationen Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Stress verstärken.
    • Arsen, das in hohen Konzentrationen in vielen gängigen Lebensmitteln und Getränken (z. B. Wasser, Apfelsaft, Huhn und Reis) vorkommt und zu Muskelschwäche, Kribbeln und braunen Flecken auf der Haut beiträgt.

Dann schreibt Lynch noch einiges zu den unterstützenden Faktoren sowie Schadstoffen, welche die Methylierung einschränken:

  • Alkohol
  • Antazida
  • Schwermetalle
  • Infektionen
  • Entzündungen
  • Hefepilzüberwucherung im Darm
  • Distickstoffoxid
  • Oxidativer Stress (verursacht durch freie Radikale)
  • Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO) und andere Darminfektionen

Was letztendlich alles an Shade und Levy erinnert: Oxidativer Stress ist die Grundlage aller Erkrankungen (Levy) und Entzündungen verhindern die körpereigene Entgiftung und fördern damit vorgenannten oxidativen Stress (Shade).

3: Was ist Ihr genetisches Profil?

Ein paar Geschichten über Menschen mit Problemen (Klienten von Lynch) und einiges an Wiederholung in Bezug auf die Super-7. Gut für einige, um die Auswirkungen im realen Leben zu antizipieren – für diese Zusammenfassung aber zu weitreichend.

Teil II: Treffen Sie Ihre schmutzigen Gene

4: Reinigungsliste 1: Welche Ihrer Gene müssen gereinigt werden?

Hier gibt uns Lynch eine ganz grobe Liste an Fragen mit auf den Weg, mit denen wir uns beantworten können, ob wir ggf. bestimmte ‘Schmutzige Gene’ haben. Er schreibt:

“Das Ziel dieser Übung ist es, herauszufinden, welche Gene schmutzig sind, damit Sie signifikante und strategische Änderungen zum Besseren vornehmen können.”

Wichtig ist das mentale ‘Framing’:  Es geht darum ggf. negative Gedanken (“Oh, ich bin ein Wrack!”) in welche umzuwandeln, die sowohl positiver als auch genauer sind: “Wow! Ich habe so viel Potenzial, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es ausschöpfen kann!”

In dem Test geht es darum überall dort ein Kreuz zu machen (bzw. mit Ja zu Antworten), wenn der Zustand in den letzten sechzig Tagen häufig aufgetreten ist oder generell zutrifft:

  • MTHFR
    • Ich leide unter Kopfschmerzen.
    • Ich schwitze leicht und stark bei sportlicher Betätigung.
    • Ich nehme Ergänzungsmittel mit Folsäure ein und/oder esse Lebensmittel, die mit Folsäure angereichert sind.
    • Ich kämpfe mit Depressionen.
    • Ich habe kalte Hände und Füße.
  • DAO
    • Ich neige nach dem Verzehr von Speiseresten, Zitrusfrüchten oder Fisch zu einem oder mehreren der folgenden Symptome: Reizbarkeit, Schweißausbrüche, Nasenbluten, laufende Nase und/oder Kopfschmerzen.
    • Ich reagiere empfindlich auf Rotwein oder Alkohol.
    • Ich reagiere empfindlich auf viele Lebensmittel oder leide an einem Leaky-Gut-Syndrom.
    • Ich fühle mich im Allgemeinen zwei oder drei Stunden nach einer Mahlzeit besser, als zwanzig Minuten nach dem Essen.
    • Ich habe mich während der Schwangerschaft besser gefühlt und konnte mehr abwechslungsreiche Lebensmittel essen.
  • COMT (langsam)
    • Ich bekomme Kopfschmerzen.
    • Einschlafen ist für mich eine Herausforderung.
    • Ich werde leicht ängstlich oder reizbar.
    • Ich leide unter PMS.
    • Ich bin schmerzempfindlich.
  • COMT (schnell)


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