Chronische Entzündungen & Nitrostress – Ursachen, Umweltfaktoren (EMF, Chemie, …), Problemkaskade, Hormonsystem (DHEA, Cortisol, ‘Testo’, …) & Diagnostik

By | 29. Mai 2019

Selbstverstärkender Kreislauf der chronischen Entzündung durch nitrosativen Stress, basierend auf Umwelt-Faktoren und u.a. VGCC, NMDA2-Rezeptor Aktivierung.

Selbstverstärkender Kreislauf der chronischen Entzündung durch nitrosativen Stress, basierend auf Umwelt-Faktoren und u.a. VGCC, NMDA2-Rezeptor Aktivierung. Bild basierend auf M. Pall und V. v. Baehr [11]

Wie entstehen chronische Entzündungen wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Asthma, Allergien, Histamin-Intoleranz, Elektro-Hypersensitivität (EHS), Multiple Chemikalien Sensitivität (MCS), aber auch ein verrücktspielendes Hormonsystem (inkl. einer Schilddrüsen-Unterfunktion), Inbalancen bei den Neuro-Transmittern, Depressionen, Schlafstörungen, Paradontitis, Stoffwechselstörungen, Insulinresistenz & Co.?

Zufällig habe ich letztes eine Präsentation von Dr. med. Volker von Bähr vom Institut für Medizinische Diagnostik (IMD) Berlin gefunden – der die Ideen und Theorien von M. Pall aufgegriffen hatte und sich auf die dadurch ausgelöste Problem-Kaskade in Bezug auf das Immunsystem und chronische Entzündungen fokussiert. Da das IMD Berlin sehr viel Labor-Diagnostik anbietet, ist das denn auch ein Schwerpunkt von Baehr -> also was an Blutwerten genau untersucht werden kann bzw. sollte – um zu schauen wo der ‚Hase im Pfeffer liegt‘. Bei der ganzen Thematik spielen dann auch wieder die Themen von Dr. M. Pall in Bezug auf EMF und VGCCs eine Rolle.

Zum Inhalt des Artikels

Dieser Artikel versucht ganz viel zusammen zu bringen: Einen theoretischen Teil: siehe nachfolgende Liste – und einen praktischen Teil: Die Blutwert-Diagnostik (was das eingangs präsentierte Bild ja schon andeutet). Umweltfaktoren wie EMF (‘Elektrosmog’), Chemikalien, etc.,

  • Welche eine übermäßige Ca-Kanal-Aktivierung zur Folge haben
    • u.a. VGCCs (EMF) , NDMA2 Rezeptor (Chemie)
  • dadurch induzierte NO-Synthasen (NOS) Entgleisung (-> sehr viel NO),
  • die Bildung von freien Radikalen (-> Superoxid, OO),
  • in Folge dann Bildung con Peroxinitrid (ONOO) – dem Super-Superradikal [14],
  • was dann die Spirale der chronischen Entzündungen befördert,
  • ggf. eine Histamin-Problematik auslöst bzw. noch befördert (-> Mastzellen-Aktivierung),
  • eine Mitochondriophatie auslöst (mtDNA Zerstörung, Probleme mit der Elektronen-Transportkette, ETC)
  • und insgesamt einen Teufelskreislauf darstellt.

Wenn man Weiß was man messen kann – dann ist dies ein Schritt zum Verständnis der Situation. Deswegen bespreche ich auch:

  • Die Diagnostik (Blutwerte) im Falle von chronischen Entzündungen, Nitrostress & Co. U.a.:
    • TNF-alpha, Cortisol, Progesteron, DHEA -> Entzündung?
    • IP-10 -> TH1-Immunaktivierung?
    • Histamin -> Mastzellaktivierung?
    • MDA-LDL -> Oxidativer Stress?
    • Nitrotyrosin -> Nitrosativer Stress?
    • ATP (in Leukozyten) -> Mitochondrienfunktion?
  • Erweiterte Diagnostik (Blutwerte) in Bezug auf oxidativen Stress
    • Lipidperoxidation (PerOx) -> Oxidativer Stress in Bezug auf Plasmamembranen & Lipide
    • GSH / GSSG -> Gluthathion reduziert und oxidiert
    • Superoxid-Dismutase (Cu/Zn-SOD) -> Aktivität als Marker für oxidativen Stress im Körper
    • Gluthation-Peroxidase (GPX) -> Aktivität vom GPX-Enzym als Marker für oxidativer Stress
  • Dysregulationen im Steroid-Hormonsystem mit Folgen für die Nebenniere
  • Auswirkungen auf Serotonin und die Neurotransmitter (u.a. IDO, KMO)
  • Immunsystem: TH1/TH2, TH17 und Treg-Zellen
  • und vieles mehr…

Das Ganze hat zumindest mir geholfen zu verstehen wie man ggf. lokalisieren kann was wo schief geht und was dann auch mögliche Interventionen sein könnten – bzw. worauf ggf. zu achten ist.

Ursachen chronischer Entzündungen – Wieso, Weshalb, Warum (heute so viel)?

Inverse Beziehung zwischen der Inzidenz prototypischer Infektionskrankheiten (Panel A) und der Inzidenz von Immunstörungen (Panel B) von 1950 bis 2000

Inverse Beziehung zwischen der Inzidenz prototypischer Infektionskrankheiten (Panel A) und der Inzidenz von Immunstörungen (Panel B) von 1950 bis 2000. Quelle: Bach [11]

Infektiöse Krankheiten sind heute stark zurückgedrängt – jedoch nehmen die autoimmunen und allergischen Symptome (und Krankheiten) ab spätestens 1970 dramatisch zu. Hier einige Beispiele – und die sind schon wieder ca. 10-20 Jahre alt! [8]:

  • Verdopplung der Allergiker in den letzten 20 Jahren (Schlaud M et al. 2008)
  • Inzidenz des Morbus Crohn in 24 Jahren mehr als verdoppelt (Jacobsen BA et al. 2006)
  • Multiple Sklerose heute fast 3 x häufiger als noch 1970 (Alonso A & Hernán MA. 2008)
  • Autoimmun bedingter Diabetes mellitus in 12 Jahren um 70 % gestiegen (Neu A et al. 2001)

Warum ist das so? Die chronisch entzündlichen Krankheiten, haben nach Baehr (IMD) alle eines gemeinsam: Sie beruhen auf immunologischen Überreaktionen , u.a. gegen:

  • Allergene (Pollen, Hausstaub, Medikamente, etc.),
  • allgemeine Schadstoffe (u.a. Metalle, Actylate),
  • Infektionserreger (Candidiasis, Paradontitis, ggf. Epstein-Barr, etc.) sowie
  • Autoanti- und bisher unbekannte Zielantigene sein.

Wo eine akute Entzündung biologisch sinnvoll ist um Pathogene und entartete Körperzellen in die Schwanken zu weisen, kommt es bei einer chronischen Entzündung zu einer dauerhaften Über- bzw. Fehlfunktion des Immunsystems. Und letzteres ist nicht gut.

Die Frage ist nun, warum nehmen diese chronischen Krankheitsbilder gerade in der westlichen Welt so stark zu? Die Genetik ändert sich nicht in ein paar Dekaden, so das hier hauptsächlich Umweltfaktoren als Trigger übrig bleiben – und letztere setzten sich faktisch aus allem zusammen, was sich primär in den letzten 50-70 Jahren geändert hat. In Kürze:

  • Chemieprodukte in allen Arten und Formen
    • Konservierung, Flammschutz, Pestizide, Weichmacher (Plastik)
  • Nahrungsmittel aus aller Welt
    • u.a. Antigene, Lektine, aber auch Nahrungsmittelzusätze, etc.
  • Medikamente, Kosmetika und auch NEMs,
  • Fremdmaterialien im Körper
    • (Zahn-) Implantate, etc.
  • Wohnungsbau & Möbel
    • mit immer neuen Materialien, sowie luftdichte / zwangsbelüftete Häuser
  • Psychischer Stress in Arbeitswelt, Familie & Co.
    • Zeitverdichtung, Informationsüberladung
  • Luftschadstoffe, Feinpartikel, Ozon, etc.
  • WLAN, Mobilfunk und elektromagnetische Felder
    • u.a. im Haushalt, Auto, Bahnen, Schlafbereich.

Kommt dem Leser hier irgendetwas bekannt vor? Deswegen vermeide ich wo es nur geht EMF, Chemikalien, Waschmittel, Kosmetika, verarbeitete Nahrung und habe auch meine Arbeitszeit reduziert. Ich Arbeite nicht weniger – ganz im Gegenteil – jedoch an Dingen die mir tiefe Motivation und Freude bereiten – soweit es praktikabel ist um gleichzeitig auch noch wirtschaftlich existieren zu können, denn vom Bloggen kann ich nicht leben.

Die drei Entzündungssysteme im Körper – die uns normalerweise schützen

Symptome und Wirkungen der akuten und chronischen Entzündung.

Symptome und Wirkungen der akuten und chronischen Entzündung. Basierend auf Volker von Baehr [11].

Wir haben in unseren Körper drei (3) ‚Entzündungssysteme‘, welche uns helfen mit verschiedenen Pathogenen & Co. ‚fertig zu werden‘. Jedes dieser Systeme schüttet dann bei Aktivierung noch bestimmte Zytokine (Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren) bzw. andere Botenstoffe aus:

  • Makrophage (Fresszellen, Lymphozyten)
    • Aktivierung: Bakterien, Pilze, Partikel (u.a. Titanoxid), Xenobiotika, etc.
    • Ausschüttung: TNF-α, IL-1, IL-6, IL-8, TGF-β, (hs)CRP
  • T-Lymphozyt (Weisse Blutzwellen zur Immunabwehr)
    • Aktivierung: Viren, (intrazellulär persistierende) Bakterien, Xenobiotika
    • Ausschüttung: INF-γ, IL17, IL-2, IL-4, IL-10
  • Mastzelle (Zellen der körpereigenen Abwehr, die u.a. Histamin speichern)
    • Aktivierung durch: Allergene (Sensibilisierung), Bakterien, Pilze, Xenobiotika
    • Ausschüttung: Histamin (biogenes Amin), Leukotriene, TGF-β, Serotonin, TNF-α

Nebenstehend sind dann auch mal verschiedene Entzündungsreaktionen aufgeführt – welche im akutem Falle alle Sinn machen.

Das Problem entsteht nun, wenn unsere geschätzt 70 Millionen Jahre alten Systeme dauerhaft aktiviert werden – was evolutionär nicht vorgesehen ist und sich so schnell auch nicht ändern wird. Nach Straub (2012) liegt der Übergang zwischen akut & chronisch zwischen 19-43 Tagen und hat in vielen Fällen wohl auch Hypertonie und Wassereinlagerungen zur Folge [15].

Die ‚Entzündungsdiagnostik‘ – und warum hsCRP hier nicht verlässlich ist

Ein klassischer Entzündungsmarker bei ‚Allerwelts-Blutests‘ ist das (hs)CRP – das hoch sensitive C-Reaktives Protein. Wer oben bei den Ausschüttungen der Makrophage schaut, der sieht dies an der letzten Stelle. Dies ist deswegen so, weil der Blutwert an CRP erst nach vielen Stunden bzw. Tagen steigt.

Die Mengen der ausgeschütteten Zytokine: TNF-α, IL-1, IL-6, IL-8, TGF-β (in dieser Reihenfolge) steigen jedoch nach Baehr deutlich schneller an und sind in diesem Zusammenhang deutlich verlässlicher für die (Blutwert-)Diagnose. Doch dazu später noch mehr.

Ich kann dem ganzen folgen, da mein hsCRP bisher immer unter oder nur knapp über 0,20 (Referenzwert <5) lag. Aus meiner Sicht ist das einfach zu erreichen, wenn man viele der Stressoren vermeidet, die auf dem ersten Bild im Artikel abgebildet sind.

Ein Beispiel für die systemischen Auswirkungen von Entzündungen: Cortisol, DHEA und die Nebenniere

Zytokin induzierter Cortisolanstieg - der mittelfristig zur Nebennierenerschöpfung führen kann.

Zytokin induzierter Cortisolanstieg – der mittelfristig zur Nebennierenerschöpfung führen kann. Bild basierend auf Baehr [11].

Bei Entzündungen kommt es zum Cortisol-Anstieg, welcher der Immunregulation dient. Über die proentzündlichen Zytokine (TNF-α, IL-1, etc.) regulieren Hypothalamus (HT, der Hormon- und Regulations-Zentralcomputer im Gehirn) und Hypophyse (HP, der ausführende Steuermann) bestimmte Hormone hoch, hier u.a.

  • CRH (Corticotropin-Releasing Hormone)
    • -> Signal vom HT and die HP
  • ACTH (Adreno-Cortico-Tropes Hormon)
    • -> Signal der HP an die Nebenniere (NN)
  • Die Nebenniere reguliert dann Cortison & Co.
    • Wenn die Entzündung jedoch chronisch wird, kann auch die NN mal schlapp machen – denn eine chronische Entzündung bzw. dauerhaft viel Cortisol ist kein Normalzustand…

Der Hypothalamus & die Hypophyse stellen dabei ein komplexes Regelsystem dar – welche ja auch ganz stark in die Regulation der Schilddrüse (u.a. TRH, TSH) und all die vielen anderen Steroidhormone involviert ist. In diesem System gibt es quasi nichts, was nicht mit allem zusammenhängt!

Kommt es nun zu einer chronischen Entzündung, dann besteht die Gefahr, dass z.B. TNF-α bewirkt, das dauerhaft mehr Pregnenolon zu Cortisol gewandelt wird – was dann zu einem geringen Progesteron-Spiegel führt. Das ist nicht gut, denn Progesteron ist die Basis für viele Steroid-Hormone, was auch bei zunehmenden Alter oft ein Problem ist.

TNF-α (Zytokin) induzierter Cortisolanstieg (Progesteron-'Steal') mit Erniedrigung von DHEA, Testosteron und weiteren Steroid-Hormonen.

TNF-α (Zytokin) induzierter Cortisolanstieg (Progesteron-‘Steal’) mit Erniedrigung von DHEA, Testosteron und weiteren Steroid-Hormonen. Bild basierend auf Baehr [11] & Straub [15].

Weiterhin wird wenig DHEA(-S) gebildet und viel 7β-hydroxy-DHEA – was aber nicht als DHEA verwertbar ist. Das dann noch Testosteron erniedrigt und 17β-Östradiol erhöht wird, ist für Frau und insb. Mann auf die Dauer auch nicht gut. Über die Blutwerte dieser Steroidhormone ist das jedoch feststellbar – dazu misst man dann (am besten Morgens):

  • TNF-alpha i.S. (im Serum)
  • DHEA-S i.S. (DHEA-Sulfat, die ‘Speicherform’)
  • Cortisol i.S. (ggf. auch zusätzlich mit einem 24h Speicheltest -> NeuroSpot®)

Und optimaler Weise auch noch:

  • Pregnenolon
  • Progesteron
  • Freies Testosteron
  • 17β-Östradiol
  • wobei man sich DHEA wohl spaaren kann (sehr variables über den Tag, DHEA-S ist aussagekräftiger)

Damit u.a. geprüft werden kann, ob es bei Erhöhungen von Cortisol wirklich zu den im Schaubild angedeuteten Auswirkungen kommt. Die gemessenen Hormone erlauben jedoch noch weitere Rückschlüsse – wobei dies nicht Fokus dieses Artikels ist.

Zytokine haben vielfältige Auswirkungen: z.B. auf Tryptophan, Serotonin & Co.

Weniger 5-HTP wegen IDO (Über-)Aktivierung durch inflammatorische Zytokine.

Weniger 5-HTP wegen IDO (Über-)Aktivierung durch inflammatorische Zytokine. Bild Basierend auf Volker von Baehr [11].

In meinem Beitrag zu Peroxinitrid hatte ich das Thema der Überschrift schon angeschnitten. Durch die inflammatorischen Zytokine (IFN-α, -ß, -γ, TNF-α, IL-6, etc.) wird die IDO (Indolamin-2,3-Dioxygenase) aktiviert und Tryptophan wird anstatt in 5-HTP und Serotonin in Kynurenin gewandelt. Das selber ist nicht so tragisch, jedoch wird auch die Kynurenin-3-Monooxygenase (KMO) angekurbelt was dann u.a. Quinolinsäure ergibt, welche u.a. Neurotoxisch ist.

Die Bildung von ggf. zu viel Kynureninsäure hat dann wieder andere Auswirkungen auf das Immunsystem (TH1/2, TH17) und die Immunantwort.

Mal ganz abgesehen von dem Zellstress und dem überspannten Immunsystem – kann mir das ganze schon viel von dem erklären was ich in meiner Umwelt war nehme: Von der Grundstimmung wirklich gut durchschlafende, energetisch erscheinende, motivierte und freudige Menschen begegnen mir gefühlt immer weniger.

Spezifisches und unspezifisches Immunsystem – etwas zum T- (und CD8) Lymphozyten TH1/2, TH17 und Treg

All diese Begriffe wie TH1 oder TH2-Dominant & Co. habe ich lange nicht verstanden. Deswegen möchte ich kurz darin einführen, so dass das vorher geschriebene und das folgende etwas klarer ist. Letztendlich dreht sich alles um die weiter oben schon eingeführten ‚Entzündungssysteme‘, welche sich noch weiter untergliedern. So haben wir in unserem Körper grundsätzlich zwei Immunsysteme – ein [8]:

  • unspezifisches (angeborenes, nicht lernfähiges), bestehend aus:
    • Makrophagen (Monozyten)
    • Mastzellen,
    • Granulozyten (Neutrophile, Eosinophile, Basophile),
    • Natürliche Killerzellen
  • spezifisches (lernfähiges)
    • T-Lymphozyten (CD4 Helferzellen und CD8 Lymphozyten)
    • B-Lymphozyten (-> Antikörper)

Die CD4-Helferzellen untergliedern sich dann in die verschiedenen TH- & T-Helferzellen [8]:

  • TH1 -> Angriffszellen
    • Sezernieren (setzen frei) IFN-γ
    • Eliminieren infizierte und veränderte Körperzellen
  • TH2 -> Immunmodulierende Zellen
    • Sezernieren IL-4 und 5
    • Stärken die Antikörperproduktion, u.a. IgE – welcher auch für die Soforttyp-Allergie verantwortlich ist.
  • TH17 -> Kontrollzellen
    • Sezernieren IL 17
    • Kontrollieren persistierende Erreger
  • Treg (CD25+/CD127) -> Bremserzellen (auch TH3 genannt -> Darm)
    • Sezernieren IL-10 und TGF-ß
    • Erhalten die Toleranz und verhindern bzw. bremsen übermäßige (CD4/8) Immunreaktionen

Nun wird auch klar, warum ein so genanntes TH2-Dominates Immunsystem Stress bei bzw. mit allergischen Reaktionen machen kann. Das Problem u.a. bei chronischen Entzündungen: Es findet wohl ein TH1 -> TH2 ‚Shift‘ statt [8].

Treg‚Bremser’ Zellen und die Immuntolleranz

Dr. Baehr schreibt [1][8] das die Immuntoleranz (-> die Fähigkeit eines intakten Immunsystems, Immunreaktionen gegen definierte Antigene zu unterlassen) wesentlich durch die regulatorischen T-Lymphozyten (Treg‚Bremser‘ Zellen) realisiert wird. Eine ‚Störung‘ im Immunsystem habe dann auch den Verlust der Toleranz zur Folge, was bedeutet, das:

„entzündungsbedingte Immunfehlfunktionen die Entwicklung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und Chronischen Entzündungen fördern.“ [1]

Dabei stören u.a. die im Bild aufgeführten Umwelttrigger die Funktion der Treg ‚Bremserzellen‘ – und tragen so zur dem beschriebenen Entwicklung von chronischen Entzündungserkrankungen bei. Weitere Störfaktoren nach Baehr sind:

  • Chronische Entzündung (‚Alarmstimmung‘) – myelomonozytäre Entzündung
    • TNF-a, IL-1, Histamin,
    • TH1 -> TH2-Shift,
    • oxidativer und nitrosativer Stress
  • gestörte Zellinterkationen im Immunsystem
    • Adhäsionsmoleküle, T-Zellaktivierung
  • ungünstiges Reaktionemilieu (Matrix)
    • Säure-/Basenhaushalt,
    • Mitochondriopathie,
    • Spurenelementmangel
  • gestörte neuroendokrine Regelkreise
    • Anm.: meint das (Steroid-)Hormonsystem

Das Ganze ist also ein Teufelskreislauf aus vielen selbstverstärkenden Effekten, welche den Organismus immer mehr empfindlich gegen die Effekte der Umwelttrigger macht.

Das gesamte pathologische Bild, Peroxinitrid & die Arbeiten von M. Pall

Die 3 Komponenten der selbstverstärkenden Kreisläufe der chronischen Entzündung

Die 3 Komponenten der selbstverstärkenden Kreisläufe der chronischen Entzündung. Bild basierend auf M. Pall und V. v. Baehr [11]

Nebenstehend noch einmal das eingangs gezeigte Bild mit zusätzlich 3 Umrandungen, welche die Problem-Domänen kennzeichnen:

  • a) Umwelt- und Triggerfaktoren
    • alle möglichen Chemie-Artefakt, EMF und Stress
  • b) Der Teufelskreislauf aus nitrosativem- und oxidativem Stress (nach M. Pall)
    • Vermittelt durch übermäßige iNOS-Aktivierung,
    • Dadurch zusammen mit Superoxid viel Peroxinitrid-Bildung (ONOO)
    • welches dann u.a. die Mitochondrien schädigt (ETC-Komplexe)
    • und unzählige andere Auswirkungen hat [14].
  • c) Der Teufelskreislauf aus chronischer Entzündung und gestörter Immuntoleranz (nach V. v. Baehr)
    • mit TH1 -> TH2 Shift und Verlust von Treg-Zellen

Wird dieser Teufelskreislauf nicht durchschlagen – u.a. und insbesondere durch Minimierung der Exposition in Bezug auf die Triggerfaktoren, dann helfen auch alle Mikronährstoffe (u.a. B-Vitamine, Q10, Magnesium, Zink, Taurin), Hormone (u.a. Progesteron, DHEA), Schilddrüsen-Medikation (L-Thyroxin, Thybon) und auch kein 5-HTP. Zwar können diese Dinge sicher einiges lindern – eine Normalisierung ist meiner persönlichen Meinung nach nur durch das konsequente Vermeiden der Trigger möglich.

Die Labordiagnostik

Hinweis: Da ich im Diagnostik-Teil dieses Beitrages auch Blutwerte zeige – ist dieser und das Fazit nur für Unterstützer des Blogs zugänglich.

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