Buchkritik: The 4th Phase of Water (Wasser – viel mehr als H2O) – von Dr. Gerald H. Pollack

Von | 23. Dezember 2017
Buch: 4th Phase of Water auf eReader

Buch: 4th Phase of Water. Foto: H.C.

Das vorliegende Buch von Dr. Pollack war für mich wirklich der Hammer – und hat in meinem Verständnis ganz viele Dinge zusammengebracht. Dies war u.a. auch sehr wichtig für mich um die Dinge, die z.B. Dr. Jack Kruse in Bezug auf Mitochondrien, Sonne, Licht und Energieproduktion so erzählt, besser zu verstehen.

Da das Buch (in Deutsch ‘Wasser – viel mehr als H2O’, VAK-Verlag -> hier eine Leseprobe) mit ca. 30€  nicht ganz so günstig ist – habe ich dieses mal auf die englische eBook Ausgabe zurückgegriffen. Zudem weiß ich nie, wie gut die Übersetzungen von Fachbüchern sind 😉

Der ‘4te’ Aggregatzustand des Wassers

… wäre dann auch der richtige deutsche Titel gewesen. Denn es geht hier nicht um mehr und nicht um weniger als die Erklärung für sehr, sehr viele Effekte von Wasser die bisher nicht allgemein erklärt werden konnten, z.B. warum warmes Wasser schneller als kaltes gefriert. Es werden zudem Dinge wie die ‘Spezialfälle’ der brownschen Bewegung mit der allgemeinen Theorie (und Praxis) der 4ten Phase des Wassers erklärt – also die, welche mit Einsteins Gleichung nicht zu erklären sind. Pollack bietet unzählige (mir sehr schlüssig und logisch erscheinende) Theorien & Erklärungen an, mit der auf einmal sehr viel alltäglich zu beobachtenden Phänomene erklärbar sind.

Dabei ist das was Pollack beschreibt nicht neu – viele der Puzzleteile gab es schon. Nur vereint Pollack alles in eine sehr schlüssig erscheinende Theorie (welche über sehr viele Experimente validiert wurde) und ein sehr gute lesbares Buch, das die Geschichte des Wassers, der Wasser-Forschung, die Phänomene des Wassers dem allgemeinen Publikum zugänglich macht.

In Kürze: Nach Pollack bildet Wasser an hydrophilen (Wasser liebenden) Schichten eine so genannte ‘Exclusion Zone’ (EZ) . Dies ist ein spezielles Verhalten der molekularen Ordnung von Wasser, das es u.a. ermöglicht Licht, insb. jedoch Wärmestrahlung (IR), in ein elektrisches Potential (durch Ladungstrennung) umzusetzen – welches dann Arbeit (Stromfluss) leisten kann! Ach ja: Das ganze ist keine ‘esoterische’ Spinnerei, sondern inzwischen Universitäts-Lehrstoff für eine Einführungsveranstaltung in Biophysik [2].

Interesse geweckt?

Worum geht es im Buch ‘im Kern’?

Bildung von EZ-Wasser an hydrophilen Oberflächen.

Bildung von EZ-Wasser an hydrophilen Oberflächen.

EZ-Wasser Struktur

EZ-Wasser Struktur & Schichtung. Quelle

Es geht im Buch um eine spezielle Eigenschaft von Wasser, an Wasser-liebenden (hydrophilen) Oberflächen, ein spezielle kristallartige Gitterstruktur in übereinanderliegenden Schichten auszubilden. Diese bienenwabenartige Gitterstruktur (‘Honeycomb-Sheet’) ist dabei negativ geladen (Elektronenüberschuss) und bildet sich selbstständig an faktisch allen Wasser liebenden Schichten (also nicht an Teflon – das ist Hydrophob). Das besondere: Diese Schicht ist nicht nur einige Atomlagen bzw. Moleküle stark, sondern erstreckt sich u.a. in den Makrobereich – also durchaus mehrere 100um bis fast und auch (teilweise) über 1 Millimeter!

Diese quasi-kristalline Struktur verdrängt Wasser (H2O) von den Oberflächen, ist selber jedoch selbst kein Wasser (dazu später noch mehr im Detail). Womit wird dann schon beim Namen sind: ‘Verdrängungszone’ -> ‘Exclusion Zone’ mit der Abkürzung ‘EZ’ und in lang: ‘EZ-Water’ (ausgesprochen: ‘Ea-Sy-Water’). Der Name mag heute, auch nach Dr. Pollack, nicht mehr optimal erscheinen – ist jedoch sehr Eingänglich.

Weiter im Detail…

H2O Molekül, Neutral.

H2O Molekül, Neutral. Bild: H.C.

Hydronium Ion (H3O)

Hydronium Ion (H3O), positiv geladen (+1) -> Protoiniertes Wasser

EZ-Honeycomb Struktur. Ladung: (6*1/2 H) + (6*1/3 O) = -1 Elektr.)

EZ-Honeycomb Struktur. Ladung: (6*1/2 H) + (6*1/3 O) = -1 Elektr.). Bild: H.C.

Normales Wasser enthält H20 Moleküle, welche nach außen neutral geladen sind. Durch irgend einen Mechanismus bildet sich jedoch an hydrophilen Schichten eine quasi-kristallines Gitter aus O (Sauerstoff) & H (Wasserstoff) Atomen. Durch die Struktur bedingt wird, um es mal umgangssprachlich auszudrücken, ein Wasserstoff-Atom pro Gitterelement in der hexagonalen Struktur frei.

Wer sich nebenstehendes Bild ansieht, wird sehen, das jedes Sauerstoff-Atom an drei Wasserstoffatome gebunden ist. Da das ganze in dem Gitter passiert muss die effektive Ladung anteilig berechnet werden: (6*1/2 H) + (6*1/3 O). Wenn die Basis für das Gitter H2O ist, dann wird pro zwei (2) Wassermoleküle ein (1) Wasserstoff-Atom (H) aus der Verbindung gelöst. Die effektive Ladung des Gitters ist also negativ.

Die frei werdenden Wasserstoff-Atome scheinen dann, bei Bildung der einzelnen Schichten des EZ-Gitters, mit Wassermolekülen (H2o) im ‘normalen Wasser’ schwache Bildungen einzugehen -> und Hydronium-Ionen (H3O+), auch protoiniertes Wasser genannt, zu bilden.

Von pH-Wert, Licht und Ladung

Misst man nun den pH-Wert des Wassers in der EZ-Schicht, dann ist der pH-Wert hoch (basisch) im normalen Wasser nahe der Grenzschicht niedrig (sauer), was der entsprechenden Ladung entspricht. Durch Experimente mit verschiedenen Lichtfrequenzen (Wellenlängen) konnten Pollack & Co. herausfinden, das die Ladungsseparation (-> Ausdehnung der ‘EZ’) insb. durch IR-Licht ab 700nm, mit einem Peak bei 3000nm, geschieht. Bei UV-Licht mit 270 wurde ein Minimum erreicht.

Wer jetzt denkt: Ist das ganze nicht wie eine Batterie, welche durch Wärmestrahlung (IR) geladen wird: Ja! In der tat ist die Ladungsdifferenz zwischen der EZ und dem protoiniertem Wasser so ausgeprägt, das, wenn zwei Elektroden in das Wasser eingetaucht werden, ein Strom fließt -> also Arbeit verrichtet wird!

Implikationen der Forschung von Pollack & Co.?

Massiv!

Die Ladungsseparation durch ubiquitäres Licht bzw. infrarote Strahlung an hydrophilen Flächen bzw. Materialien und Partikeln kann sehr viele Phänomene erklären für die es bisher keine schlüssigen Theorien gab. Weiterhin ist zu bedenken was dies in Bezug auf Photosynthese und Energieproduktion in eukaryontischen Zellen (Mensch!) und insb. den Mitochondrien (ATP-Synthese) in diesem Zellen bedeutet…

So, nun weiter zur Buchübersicht.

Zum Inhalt(sverzeichnis)

Der Einfachheit liste ich hier mal die deutsche Version des Inhaltsverzeichnisses auf. Die Namen der Kapitel sind im Kontrast zum Buchtitel sehr gut übersetzt. Leider lesen sich diese nicht so wissenschaftlich akkurat & präzise wie der Inhalt der einzelnen Kapitel.

Im Unterschied zu anderen Buchkritiken von mir gab es dieses mal das wichtige zum Einstieg. In diesem Abschnitt werde ich dann bereits etwas mehr auf den Inhalt der Kapitel eingehen – und nachfolgend werde ich versuchen noch einige Kernaspekte des Buches zusammenzufassen und verständlich zu machen. Mir ist dies wichtig, da ein Verständnis der Zusammenhänge und Implikationen die Pollack präsentiert sehr wichtig ist um andere (zukünftige) Beiträge in diesem Blog verstehen zu können – insb. diejenigen die sich auch Dr. Jack Kruse beziehen.

So, nun zum Inhalt – welcher sich neben einer Einleitung in vier Abschnitte mit 17 Sektionen (bzw. Kapitel) gliedert:

Teil I: Wasser gibt uns Rätsel auf

  • 1. Wir sind umgeben von Geheimnissen
    • Einführung in die Thematik, insbesondere Alltagsphänomene die mit aktuellen Theorien in Bezug auf Wasser nicht erklärt werden können, z.B. Warum tropft kein Wasser aus der Gelatine?, Warum gefriert warmes Wasser schneller als Kaltes?, Wasserbrücken, Lord Kelvins Entladung, etc. pp.
  • 2. Das Sozialverhalten von H2O
    • Diese Sektion umfasst eine Einführung in die verschiedenen vorherrschenden und aktuellen Theorien um das Verhalten und die Struktur von Wasser.
    • Dann gibt es noch einiges zu Hintergrund zur Forschungsgeschichte, u.a. das ‘Polywater’-Debakel (Derjaguin) in der Zeit des kalten Krieges (späte 1960er) und das ‘Wassergedächnis’-Debakel um Jaques Benvenviste, welche alle das Thema ‘Wasser’ als Forschungsgebiet verbrannt hatten (obwohl beiden, Derjagujin & Benveniste, wohl letztendlich zu unrecht kritisiert wurden).
  • 3. Das Rätsel des Grenzflächenwassers
    • In dieser Sektion geht es dann um weitere Phänomene von Wasser – insb. an (Grenz-)flächen und mit Hilfe von Gelen & Mikrokugeln, welche Bewegungen im Wasser sichtbar machen. Auf ersten Fotos wird die ‘Exclusion Zone’ sichtbar – eine Zone die sich in verschiedenen Größenordnungen zwischen Oberflächen und dem normalem Wasser bildet.
    • Es wird dann versucht mit den ‘geläufigen’ Theorien und Vorstellung zum Verhalten von Wasser die durchgeführten Experimente zu erklären – was jedoch nicht gelingt. Dann wird auf Theorien & Arbeiten von Szent-Györgyi und Gilbert Ling eingegangen.
    • Erste Experimente mit Licht in verschiedenen Wellenlängen und Infrarotkameras werden durchgeführt – es Zeigt sich, das insb. Licht mit einer Wellenlänge um 270nm von der Exclusion Zone absorbiert wird…..

Dieser Beitrag ist nur für Unterstützer dieses Blog einsehbar. Bitte logge Dich ein, oder registriere Dich als Unterstützer.

Anmelden