Buchempfehlung: ‘China Study’ & ‘InterEssen’ von Dr. T. Colin Campbell

Bücher: China Study & InterEssen. Foto: H.C.

Wer sich für einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Ernährung, Gesundheit, Empfehlungen, (reduktionistische) Forschung, Medien, Politik, Organisationen – also insb. auch die (oft indirekte) Einflussnahme von Firmen und Konzernen auf die Forschung und die Empfehlungen in Bezug auf Gesundheit und Ernährung interessiert – der sollte weiter lesen 😉

Wer lesen nicht mag, dem empfehle ich den neuen Film ‘What the health’ zu schauen. Der ist zwar nicht so tiefgründig wie die beiden Bücher – jedoch kommt die Kernbotschaft sehr gut herüber.

Warum zwei Bücher in einer Besprechung?

Weil sie das gleiche Thema behandeln – nur mit jeweils anderen Schwerpunkten. Wo es bei der ‘China Study’ mehr um die wissenschaftliche Seite in Bezug auf die Ernährung und Risikofaktoren geht, ist der Fokus beim Buch ‘InterEssen’ (im englischem ‘Whole’) das reduktionistische System aus Forschung & Wissenschaft das uns zusammen mit Interessen aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik, Tierwirtschaft und ‘Junk & Fast-Food’. Dieses System möchte uns gerne weis machen, das die Ernährung bei den Krankheiten nur eine untergeordnete Rolle spielt – und die Chancen zur Heilung in der nächsten Wunderpille & OP-Technik liegen.

Kurz zur ‘China Study’

Dieses (etwas ältere) Buch und die in Ihm angeführten Studien stellt so etwas wie die (wissenschaftliche) Basis der Begründung für eine vorwiegend pflanzliche, vollwertige Ernährung dar. Der Untertitel der deutschen Ausgabe ist definitiv irreführend (bzw. Falsch) und tut meiner Ansicht nach der Verbreitung des Buches keinen guten Dienst. Auch ich distanziere mich ganz klar von dem Wort ‘Vegan’.

Einen wichtigen Platz im Buch nimmt dann auch die so genannten ‘China Studie’ ein, welche vor ca. 30 Jahren als Gemeinschaftsprojekt der USA und Chinas durchgeführt wurde um Daten in Bezug auf Krankheiten und ggf. auslösende Ernährungs-, Lebens- und Umweltfaktoren zu sammeln.

Diese Daten und Erkenntnisse werden dann mit den Daten aus vielen anderen Forschungen und großen Studien verbunden, so das dem Leser der Zusammenhang von Erkrankungen und Ernährung klarer wird. Schlussendlich laufen die bekannten Daten darauf hinaus, das tierisches Protein/Fett – und hier insb. Milchprodukte (jedoch auch Fleisch in größeren Mengen) – die hauptsächlichen Krankheitsauslöser, Beförderer bzw. Beschleuniger sind. Was auch immer es nun genau sein mag – es ist in jedem Fall in den tierischen Produkten & insb. in Milch, enthalten. Wer mehr über Milch wissen will, sollte meinen Artikel zu Calcium lesen – da Schreibe ich Klartext.

Kurz zum Buch ‘InterEssen’

In diesem Buch überschneidet sich viel mit dem Buch China Study: Der Werdegang Campbells, seine Forschungen zu Proteinen, und die grundsätzliche Kritik am System aus Wissenschaft, Pharma, Medizintechnik, Nahrungsmittelindustrie und dem vorherrschenden Geist die Ernährung als Ursache und Heilung der meisten (Zivilisations-)Krankheiten auszumachen. Dabei sagte schon Hippokrates vor mehreren tausend Jahren:

„Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung.“

Mit seinen tiefen und praktischen Einblicken aus über 50 Jahren Forschung & Co. zeigt Campbell auf, wie subtil das System funktioniert und oft sicherstellt das aktuelle (Geschäfts-)interessen bedient werden – nicht jedoch das Bedürfnis der vielen Menschen und Bürger nach effektiver Information – um eine Erkrankung zu vermeiden bzw. in vielen Fällen ohne Pharma, OP und aufwändige Gerätemedizin zu genesen.

Zum Autor

Dr. T. Colin Campbell, der Hauptautor des Buches ‘China Study’ hat über 50 Jahre Erfahrung im Bereich der internationalen Krebs- und Ernährungsforschung. Angefangen mit der Forschung zu Dioxinen (er war Mitentdecker) und Aflatoxinen hat Campbell in seinem Werdegang über 350 wissenschaftliche Veröffentlichungen hingelegt – in allen großen Journals. Er hat war führendes (Gründungs-) Mitglied vieler Organisationen im Bereich der Ernährung und der Krebsforschung, hat große Konferenzen organisiert, war in vielen (staatlichen) Ausschlüssen und Gremien die u.a. wissenschaftliche Veröffentlichungen bewerten und Forschungsprojekte auswählen. Krönung seiner Forschung war sicher einer der weltgrößten epidemiologischen Ernährungsstudien – zusammen mit China in den 80er Jahren. Seine Erfahrungen, Eindrücke und Schlussfolgerungen kommen also aus erster Hand – im Gutem, wie insbesondere auch im Schlechten – letzteres, wenn es darum geht aufzuzeigen, warum auch heute noch lukrativ lieber die Symptome kuriert werden anstatt bei den Ursachen zu schauen.

Denn Campbell konnte oder durfte oft nicht das Sagen oder empfehlen was er wirklich wollte, wurde in seinen arbeiten (subtil) behindert und/oder musste (viele) Kompromisse machen… dazu im Detail später.

Buch InterEssen. Foto: H.C.

Zum Buch ‘InterEssen’

Das Buch selber gliedert sich in drei Bereiche und ist eine Kombination 1) aus einen Einblick in die Rolle der Ernährung, 2) einer Analyse des reduktionistischen Wissenschaftlich-Medizinisch-Pharmazeutischen Forschungsbetriebes und 3) einem Einblick wie subtil verhindert wird, das sich daran etwas ändert – weil zu vielen vom aktuellen Status-Quo einer teuren Symptombehandlungsmedizin profitieren:

  • Abschnitt I – Sklaven des Systems
  • Abschnitt II – Gefangen in Paradigmen
  • Abschnitt III – Subtile Mächte und wer dahintersteckt

Nachfolgend beschreibe ich meinen Eindruck bezüglich der drei Abschnitte.

Sklaven des Systems

Der erste Abschnitt besteht aus drei Kapiteln und geht kurz auf die größten Todesursachen ein. Es beschreibt ein (medizinisches) System, das scheinbar immer besser die Symptome der Krankheiten verwaltet als den Ursachen nachzugehen. Danach wird kurz die pflanzenbasierte Ernährung (PBE) vorgestellt und die Vorteile werden in eine hypothetische ‘Pille’ verpackt:

  • Verhindert 95% aller Krebserkrankungen.
  • Verhindert nahezu alle Herz- und Schlaganfälle.
  • Kann sogar schwere Verläufe von Herzerkrankungen verbessern.
  • Verhindert oder verbessert einen Diabetes II schnell und nachhaltig.

Die Nebenwirkungen sind:

  • Führt in gesunder und nachhaltiger Weise an Ihr Idealgewicht heran,
  • beseitigt vielfach Migräne, Akne, häufige Erkältungskrankheiten, Verdauungsstörungen, …
  • verbessert das Energiepotential,
  • heilt Erektionsstörungen.

Würden Sie solch eine Pille schlucken?

Das verwunderliche ist, das diese wohl bekannte Pille (in Form der Ernährung) nicht die (langfristige) Basis bei der Genesung der tödlichsten Zivilisationskrankheiten ist – und das der Faktor Ernährung zur Heilung dieser Krankheitsbilder in der Forschung und medizinischen Praxis weitgehend ausgeklammert wird. So werden Blutdrucksenker die 10% besser sind gefeiert – jedoch Interventionen über die Ernährung, die viel mehr und eine langfristige Normalisierung (bei rein positiven Nebenwirkungen) erreichen (u.a. Ornish, Esselstyn, McDougal, etc.), faktisch ignoriert.

Das erste Kapitel schließt dann mit Informationen zum Werdegang, Hintergrund und der Motivation Campbells.

Gefangen in Paradigmen

In diesem Teil des Buches mit neun Unterkapiteln vertieft Campbell eine Vorstellung des vorherrschenden (wissenschaftlichen) Paradigmas:

  • Der Triumph des Reduktionismus
  • Der Reduktionismus erobert die Ernährungswissenschaft
  • Reduktionistische Forschung
  • Reduktionistische Biologie
  • Genetik Kontra Ernährung (Teil I & II)
  • Reduktionismus  in der Medizin
  • Reduktionistische Nahrungsergänzung
  • Reduktionismus Sozialpolitik

… das seiner Sicht nach der Reduktionismus ist. Die Überschriften der Kapitel lassen schon erahnen, das Campbells Systemanalyse sehr breit angelegt ist. Er macht das Problem im Kern bei der vorherrschenden Herangehensweise des wissenschaftlich-medizinisch-pharmakologischen Betriebes aus, welcher sich auf vorwiegend auf sehr eng gefasste Aspekte, einzelne ‘Wirkstoffe’ und Effekte konzentriert – dabei jedoch oft das große ganze aus dem Blick verliert.

Er beschreibt auch warum das so ist: Es beginnt schon mit der Genehmigung von Forschungsgeldern und Vorhaben, bei denen holistische Ansätze eher als unwissenschaftlich und nicht fokussiert beurteilt werden. Je enger und klarer der Fokus des Forschungsvorhaben in Bezug auf das zu untersuchende Ursache-Wirkungs-Prinzip beschrieben und eingegrenzt ist, desto einfacher ist es seiner Sicht nach Forschungs- und Fördergelder zu bekommen. Das verwenden von Wörtern wie z.B. ‘Holistisch’ oder ‘Ganzheitlich’ ist hingegen ein gutes Rezept keine Forschungsgelder zu erhalten.

Grundsätzlich bestehe der Drang ‘den’ Hauptwirkstoff, z.B. aus einer Pflanze oder bei einer Intervention, zu identifizieren und zu Isolieren – um Ihn dann (möglichst patentgeschützt) chemisch nach zubauen und ggf. hoch-potent dosieren und einsetzten zu können. Um die Forschung handhabbar zu machen wird eben versucht nur einen Teil des Gesamtsystems zu betrachten und zu vereinfachen. Leider werden dann auch Wechselwirkungen übersehen, weil z.B. bestimmte Substanzen aus ihrem natürlichen Kontext herausgerissen werden und die pharmazeutische Replik nicht 100% gleich der natürlichen ist – ein Apfel ist eben mehr als Ascorbinsäure (Vitamin C).

Reduktionistische Forschung ist nach Campbell nicht in sich schlecht und trage stark zum Wissen & Verständnis bei – er habe selber genug solcher Vorhaben betrieben und begleitet. Jedoch müssten diese Ergebnisse in einen ganzheitliche Vorgehensweise, welche insb. auch die Ernährung und die ernährungsbedingten Ursachen berücksichtige, eingebettet sein – und genau das passiere kaum.

So führt er im weiteren auch die Genetik an und gibt zu bedenken das die Ernährung und Umwelt steuert welche genetischen Faktoren zum tragen kommen – und das diese Interaktionen noch kaum verstanden werden. Sich also die Brust amputieren zu lassen, nur weil ein bestimmter genetischer Faktor vorliegt ist seines Erachtens ein Wahnsinn. Ähnlich äußert er sich auch zur Supplementierung von (künstlichen) Vitaminen in hohen Dosen – und führt hier sogar (epidemiologische) Studien an.

Die Kritik und die Beispiele in diesem Abschnitt sind meines Erachtens sehr gut gewählt, gut lesbar und machen Campbells Kritik sehr verständlich.

Subtile Mächte und wer dahintersteckt

Im nächsten Abschnitt geht darum wie das System der Informationsbeeinflussung und insb. der Selbstzensur in Medien, Publikationen & Co. funktioniert.

  • Wie das System funktioniert
  • Industrielle Ausbeutung und Kontrolle
  • Forschung und Profit
  • Die Medien
  • Staatliche Desinformation
  • Den Verführern erlegen

Ich könnte hier jetzt zig Beispiele aus dem Buch aufführen – interessant ist jedoch bei all dieses, das Dr. T. Campbell sie aus erster Hand berichtet! Hier geht es nicht um Vermutungen, sondern um Tatsachen – wobei sich Herr Campbell in seiner Interpretation und Wertung der geschilderten Geschehnisse deutlich zurückhält. Sein Fokus liegt im Bereich der Aufklärung und Aufdeckung – nicht in der Verurteilung.

Buch: China Study

Zum Buch ‘China Study’

Dieses Buch habe ich auf englisch gelesen. Die deutsche Ausgabe schreckt leider durch den Untertitel ‘Die wissenschaftliche Begründung für eine Vegane Ernährung’ ab. Warum schreibe ich das? Weil T. Campbell im Original das Wort ‘Vegan’ nie gebraucht und immer nur von einer vollwertigen und vorwiegend pflanzenbasierten Ernährung schreibt. Vegan hingegen ist alles mit Ausnahme von Tierprodukten – also egal ob gesund, fettig, industrieverarbeitet, Cola, Chips, etc. pp.

Wie eingangs schon geschrieben gibt es viele Überschneidungen mit Cambells Buch ‘InterEssen’. Das was unterschiedlich ist bezieht sich auf viele sehr viel Forschung, u.a. von T. Campbell und sehr große epidemiologische (Meint: Bevölkerungs) Studien.

In allem was Campbell präsentiert zeichnet sich dann auch immer wieder ein und das gleiche Muster ab: je mehr tierische Produkte verzehrt werden – insb. Fette und Milchprodukte – desto mehr Probleme gibt es mit den üblichen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes I & II, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie allen Arten von Krebs. Es sind also nicht nur irgendwelche reduktionistischen Studien die irgend eine einzelne Substanz an Mäusen oder Ratten in Bezug auf die Toxizität bzw. Auswirkungen studieren – sondern all dies wird verbunden mit der Suche nach Übereinstimmungen in großen Bevölkerungsstudien (eine davon u.a. die ‘China Study’).

Tierisches Protein & eine kurze Kritik

In seinem Buch macht Campbell immer wieder tierisches Protein, insb. das Casein aus der Milch, für die Probleme verantwortlich. Was mich daran stört: Er präsentiert (für mein Verständnis) leider keinen schlüssigen Beweis sondern nur oder eine Theorie dafür. Letztendlich sind das jedoch (für mich) Details – welche von einigen Menschen als Angriffsfläche genutzt werden – ohne jedoch auf das große Bild der Daten zu schauen (bzw. von diesem abzulenken).

Damit meine ich: Was das Buch klar aufzeigt ist die Assoziation & die Korrelation des Fett- & Tierproduktekonsums mit Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes (I & II) sowie den Herz- und Kreislauferkrankungen. Jedoch: Ob das nun an der (ungünstigen) Proteinverteilung liegt (u.a. viel Methionin), an Wachstumshormonen, an Toxinen im Fettgewebe der Tiere, an den gesättigten Fetten, am Häm-Eisen – oder der Kombination all dessen – das wird nicht genau geklärt. Dies ist jedoch auch nicht das Ziel des Buches und wäre angesichts der Komplexität der Thematik auch vermessen zu verlangen. In den Link ganz unten habe ich dann noch einen Beitrag einer östereicherischen Ärztin verlinkt, die sich mit ähnlichen Gedanken zu Campbells Schlussfolgerung bzw. Theorie beschäftigt hat.

Klar ist: Tierprodukte kommen immer als Gesamtpackung – genau wie die einzelnen Pflanzen. Und genau in dieser Gesamtheit bewerte ich für mich auch den gesundheitliche Effekt. Und das Ergebnis – und darauf stellt das meiste in der China-Study ab – sieht nicht gut aus für die Tierprodukte. Das Campbell das ganze ‘etwas sehr vereinfacht’ und dann das tierische Protein als Hauptauslöser darstellt, das ist die Kernkritik die ich am beiden Büchern hätte.

Ggf. ist diese Vereinfachung auch der Audienz des Buches geschuldet – es ist ja kein hoch wissenschaftliches Fachbuch (mit Fach-chinesisch), sondern eine Übersetzung der Forschungsergebnisse für den interessierten Leser. Am Ende möchte der Leser denn auch etwas mitnehmen mit dem er sein Leben verbessern kann.

Mein Fazit?

Neben der Reduktion des Verzehrs von tierischen Produkten und des Fettanteils in der Ernährung ist der wirtschaftliche Aspekt ein ganz wichtiger in beiden Büchern: Eine gesunde Ernährung ist nicht patentiertbar, stellt kein Alleinstellungsmerkmal dar und gibt keine speziellen (markenbezogenen) Produkte her.

So etwas ist natürlich nicht im Interesse von genau Konzernen und Markenherstellern (‘Nes..e’, ‘Suc..rd’, ‘Kr..t’, ‘Dan..e’, ‘Ma..i’, etc.) mit Ihren oft hoch verarbeiteten Produkten (‘Ke…gs Cornflakes’) – in denen die Vitamine die durch den Produktionsprozess zerstört werden, dann wieder künstlich hinzugefügt werden…. und das dann teils noch in ungesundem Maßstab. Auch können bei guter Gesundheit der Bevölkerung weniger Medikamente verkauft werden – und auch eine (intensive) Gerätemedizin wird weniger benötigt.

So haben die Interessen, welche am aktuellen Status-Quo verdienen und mit jedem zusätzlichen Leid wachsen natürlich kein wirtschaftliches Interesse an einer Änderung. Was ist da nun eine bessere Strategie als (den Verbraucher) irritierende Informationen zu verbreiten bzw. zu versuchen die Meinungsmultiplikatoren (u.a. Medien, Ärzte, Ausbildung, …) zu beeinflussen und/oder zu kontrollieren? Das ganz wird natürlich immer unter Aufklärung, Information, Prävention, etc. pp. verkauft – um einen guten Anstrich und ein gutes Image zu erzeugen. All diese Aktionen von Herstellern und Konzernen dürften jedoch in den wenigsten Fällen aus purer Menschenliebe und reiner Selbstlosigkeit erfolgen.

Das ganze wird auch durch Dr. Margaret Chan (Generaldirektorin der WHO) in einer Rede zur 8ten Konferenz über Gesundheit bestätigt, wie es auch Nutritionfacts.org (NF)  aufgreift. Aus den NF Artikel:

Das größte Problem nach Chen sei, das die bemühungen in der Prävention der ”Top Killer’ go against the business interests of powerful economic operators. Es sind nicht nur die großen Tabak-Konzerne. “Public health must also contend with Big Food, Big Soda, and Big Alcohol. All of these industries fear regulation and protect themselves by using the same tactics…front groups, lobbies, promises of self-regulation, lawsuits, and industry-funded research that confuses the evidence and keeps the public in doubt.

So wird (nicht nur meiner Ansicht nach) versucht die grundsätzliche Lösung welche (im Sinne der Prävention) auf Ernährung & Eigenverantwortlichkeit basiert zu stören und die Menschen zu verwirren: Viele, teils widersprüchliche erscheinende und / oder (gezielt) lancierte Botschaften erschweren es dem Konsumenten Entscheidungen zu treffen – bis er oft verzweifelt aufgibt und so weiter macht wie bisher.

In diesem Kontext sehe ich auch Ernährungsratgeber die viel Fett, Fleisch, Protein & viel Salz (bis zu 20g Tag – wirklich!) empfehlen – oder fast alleinig Getreide und Kohlenhydrate als Übel ausmachen. Hier wird meiner Ansicht nach versucht von den Kernproblemen  (u.a. entzündliche Autoimun-Prozesse) abzulenken, es werden Fakten aus dem Gesamtkontext isoliert und dann verzerrt dargestellt. Der ‘Witz’ dabei ist für mich, das selbst der Erfinder der Paleo-Diät, Loren Cordain, einen (Gesamt-)Cholesterinspiegel von max. 150 mg/dl (und optimalerweise 70 mg/dl LDL) empfiehlt wie es auch die Framington-Heart Study und Dr. Essestyn machen. Das klappt, wenn überhaupt, nur mit magerem Wildfleisch und ohne viele Fette.

Und zudem: Haben die traditionellen Asiaten oder Afrikaner mit viel Reis, Weizen, wenig Fleisch und wenig Salz ein Problem? Oder erst neuerdings die Europäer und Nordamerikaner – seit Sie immer mehr fettiges und hoch erhitztes Fastfood, viel mehr Fleisch, viel mehr Milch(produkte), viel mehr Salz (in verarbeiteten Produkten) und viel mehr raffinierten Zucker (in Abgrenzung zu komplexen und vollwertigen Kohlenhydraten) verspeisen?

Wer jedoch verstehen möchte wie subtil die Meinungen (im Sinne der Industrie) manipuliert bzw. gesteuert werden dem kann ich das Buch InterEssen sehr empfehlen. Ich kenne kein anderes Buch das diesen Aspekt mit der gleichen Breite, Tiefe und Erfahrungen aus erster Hand behandelt.

Zum Abschluss

Anmerken möchte ich, das beide Bücher keine Rezepte enthalten, keine konkreten Ernährungstips geben, etc. pp. So werden zum Ende der China Study die Geschichten von Dr. Essestyn (‘Essen gegen des Herzinfarkt’) und Dr. McDougal (‘Starch Solution’, im Deutschen: ‘Die HighCarb Diät’) erzählt – welche unabhängig von Campbell zu den gleichen Ergebnissen gekommen waren um die üblichen Zivilisationskrankheiten zu heilen: Pflanzlich und Vollwertig. In deren Bücher wird deutlich stärker auf die Ernährung, Komponenten, Rezepte, etc. pp. eingegangen.

Wer einen Gesundheits-, Essens- oder Diätratgeber Sucht, der sollte besser bei Dr. Greger, Dr. McDougal, Dr. Esselstyn oder Dr. Jacobs stöbern. Dort wird spezifisch auf die verschiedenen Krankheiten, die Ernährung, Lebensmittel und (zum Teil auch) Rezepte eingegangen. Ob die richtig liegen? Wer weiss – jedenfalls lassen die sehr viel weg, von dem ich Ausgehe das es nicht gut für uns ist. Wer mehr wissen möchte schaue mal hier (was ich so mache) und hier (3ZU) rein.

 


Links

5 Gedanken zu „Buchempfehlung: ‘China Study’ & ‘InterEssen’ von Dr. T. Colin Campbell

    • Ich kenne Udo Pollmer aus zahlreichen Videos (und seinen vom Ihm? gegründeten e.V.). Vieles von Ihm ist interessant – jedoch hat er sich komplett gegen eine vorwiegend pflanzliche Nahrung eingeschossen, was für mich schon dogmatische bzw. k(r)ampfhafte Züge hat. Warum ist das so? Keine Ahnung – ggf. liegt es ja an den Geldgebern sines e.V?

      Zu dem Buch China Study: Das Buch dreht sich nicht nur um die Studie.. die macht nur ein kleinen Teil aus. Campbell sagt/schreibt dazu, das der Verlag unbedingt diesen Titel haben wollte. Sein Buch auf die große Studie, an der er federführend beteiligt war zu reduzieren, wird dem Buch nicht recht und führt den Leser (von Pollmer) in die falsche Richtung.

      Zumindest sehen die pflanzlichen Dr.’s C. Campbell, McDougal, Esselstyn, Barnard, Jacobs – aber auch Brenda Davis, etc. besser (gesünder) aus als Pollmer und haben sicher im Bereich Ernährung und Biochemie auch mehr Plan als er. Jeder mag glauben und für sich machen was er möchte.

  1. Der Verdacht liegt sehr nahe, dass man sich in dem Buch die Fakten zurechtgezimmert hat. Ich finde, sowas sollte man wissen.
    Natürlich bleibt es Dir unbenommen, das Buch trotzdem ganz toll zu finden.

    Die Aussage
    “Zumindest sehen die pflanzlichen Dr.’s C. Campbell, McDougal, Esselstyn, Barnard, Jacobs – aber auch Brenda Davis, etc. besser (gesünder) aus als Pollmer und haben sicher im Bereich Ernährung und Biochemie auch mehr Plan als er.”
    kann ich so nicht stehenlassen.
    Ein Arzt, der seinem Patienten sagt, dass Rauchen schädlich ist, ist doch deswegen nicht fachlich ahnungslos, nur weil er selbst (privat) raucht.
    Ich hab mich sehr in die Wissenschaft hinter der Ernährung eingearbeitet – und bin trotzdem fett/übergewichtig. Das heißt nicht, dass ich keine Ahnung hätte.
    Wenn jemand für sich selbst entscheidet, dass er/sie lieber genussvoll isst als medial-vorzeigbar auszusehen, macht ihn/sie das nicht inkompetent.
    Und zuletzt: Der äußere Schein trügt sehr, sehr oft.

    • Wenn jemand für sich selbst entscheidet, dass er/sie lieber genussvoll isst als medial-vorzeigbar auszusehen, macht ihn/sie das nicht inkompetent.

      Was hat genussvoll Essen mit medial-vorzeigbar bzw. Gesund oder Ungesund zu tun? Für mich zumindest ist das Essen was ich esse ein Genuss. Weiterhin hatte ich geschrieben das die Dr.s Gesünder! aussehen – und nicht irgendwie ‘Vorzeigbar’. IM medialen Kontext währe letzteres (für mich) auch eher über Frisur, Makeup und Kleidung zu steuern.

      Ich hab mich sehr in die Wissenschaft hinter der Ernährung eingearbeitet – und bin trotzdem fett/übergewichtig. Das heißt nicht, dass ich keine Ahnung hätte.

      Als Außenstehender gehe ich davon aus, das irgendwer der sehr stark eine Einstellung / Meinung öffentlich propagiert – diese zumindest selber für sich umsetzt. Das gleiche währe für mich ein Arzt, der sehr überzeugend & energetisch gegen das Rauchen auftreten würde – und dann selber Rauchen würde. Er wäre für mich nicht ernst zu nehmen. Alternativ müsste er sich von dem gesagten in Referenz auf Empfehlungen, etc. persönlich distanzieren. Diese Trennung nehme ich bei Herrn Pollmer nicht wahr – so das ich erst einmal davon ausgehe das er sein propagiertes Wissen auch selber für sich selber umsetzt. Gegenteiliges behauptet er ja auch nicht.

      • Schön, dass Du konsequent alle Deine Erkenntnisse umsetzt.
        Ich schaffe das leider oft nicht.

        Ich ganz persönlich höre lieber auf jemanden, der sein Fach versteht.
        Und manchmal sogar grade auf Leute, die auch dieselben Schwierigkeiten haben/hatten wie ich und auch mal beim Umsetzen scheitern. Es macht ihre Erkenntnisse nicht falsch.

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