Detox, Quecksilber & Chlorella: Teurer Bullshit? Gefährlich? oder wirkliche Hilfe?

Chlorella als Presslinge

Chlorella. Quelle: Pixabay

Chlorella wird in der Rohkost-, Bio- & Gesundheits-(Blogger-)Szene als allgegenwärtiges Wundermittel gepriesen: Protein-Lieferant, Entgiftung in Bezug auf Quecksilber, anderer Schwermetalle und organischer Gifte, angeblich enthält es auch ‘natürliches’ Vitamin-B12, verbessert die Haut und vieles mehr – angeblich.

Bei Preisen von (günstigsten falls) ca. 100€ pro Kg (bei Abnahme von deutschem Marken-Chlorella ab 1 Kg in Pulverform) – bei Presslingen gerne auch 130€/Kg oder mehr – sollte Chlorella dann allerdings auch vorgenannte Wunder(dinge) vollbringen. Natürlich gibt es Chlorella auch günstiger, wenn einen die Herkunft, potentielle Verunreinigungen mit Schwermetallen & Co. [8] sowie Produktionsbedingungen in China oder irgendwo-sonst in Asien nicht interessieren. Dazu lassen sich im Internet allerlei unschöne Berichte finden – so das ich in diesem Artikel nicht weiter darauf eingehe. Teurer (>250€/Kg) geht es bei Chlorella dann auch – insb. bei Verpackungsgrößen um 100 g. Alleine diese Preisspannen zeigen für mich auf, das mit Chlorella & Co. gut verdient wird. Grünes Gold sozusagen. Aber gerade wenn die Gewinnspannen groß sind, dann verhält es sich mit der Wahrheit oft reziprok.

Worum geht es mir im Detail?

  • Kann Chlorella sicher Quecksilber ausleiten?
  • Nur eine Thiol- (SH-) Gruppe bei Chlorella
  • Chlorella mobilisiert wohl Quecksilber – bindet jedoch schlecht
  • Meine Chlorella-Kritik – Blödsinn? – nicht nach Dr. Mutter!
  • Meine Chlorella-Kritik – Blödsinn? – nicht nach Dr. Retzek!
  • Was sagt die Wissenschaft so in Bezug auf Chlorella?
  • Was macht eigentlich Quecksilber so giftig?
  • Was ist mit N-Acetyl-Cystein und anderen Supplementen?
  • Ist wenigstens ‘richtiges’ B12 in Chlorella?

Mein Fazit vom Ende vorweg: Mobilisiere nie, was Du nicht richtig binden und ausleiten kannst! – und Chlorella scheint nach der Datenlage kein effektives Quecksilber-Bindemittel zu sein, zumindest bei Dosierungen kleiner 40-50 g / Tag. Ja, Gramm.

Das Problem: Chlorella mobilisiert anscheinend Quecksilber, was zu Problemen führen kann, wenn kein effektiver Binder vorhanden ist. Insofern würde ich Chlorella nur nutzen wollen, wenn eine Quecksilberfreiheit des jeweiligen Menschen der es (ein-) nimmt attestiert ist.

Ganz wichtig: Klappt es nicht mit dem Stuhlgang – also viel, mittelfest & regelmäßig – dann sollte von allen ‘Detox-Versuchen’ aus meiner Sicht abgesehen werden. Ohne “ordentlich & regelmäßig Kacken” wird das ggf. gut gemeinte DeTox zum ReTox. Mehr dazu findet Ihr hier (Detox-3-2-1), hier (zu der Schwermetall-Ausleitung allgemein) und hier (Chelatoren und Mobilisatoren, u.a. DMPS, DMSA, ALA & Co.)

Kann Chlorella sicher Quecksilber ausleiten?

Viele Blogs, Bücher, Therapeuten, Heilpraktiker & Co. empfehlen Chlorella aus verschiedensten Gründen, u.a. auch zur Ausleitung von Schwermetallen, speziell Quecksilber (aus Amalgam). Leider habe ich dann gerade für letzteres, also den Beleg, das Chlorella sicher Quecksilber ausleiten kann, nie eine Studie oder einen wissenschaftlichen Beweis gesehen. Wenn, dann führten die Quellen oder Recherchen meist zu Dr. Kinghardt, von welchem ein ziemlich langes Vortrags-Video zur Entgiftungsprotokollen aus dem Jahre 1998 bei Youtube & Co. rumgeistert [1] – über welches ich damals selber zu Chlorella (und auch Bärlauch + Koriander) gekommen war. Dem schließt sich eine Veröffentlichung zusammen mit Dr. Mercola von 2001 an [2], wobei es damals sonst ziemlich Dünn um Chlorella aussah. Nur aus 1984 in Bezug auch Chloredecone hatte ich noch was gefunden [12] – wo eine Veröffentlichung vor 2001 lag.

Dann bin ich dann über ein Video [16] gestolpert, welches mir das Problem mit Chlorella transparent gemacht hat. Nicht das ich das komplett verifizieren kann – dazu reichen meine Chemie-Kenntnisse nicht – jedoch hat es zu dem gepasst was ich bisher über die Funktionsweise von Chlorella gelesen hatte und von Chelatbildnern wie DMSA und DMPS kenne.

Nur eine Thiol- (SH-) Gruppe bei Chlorella

DMSA. Quelle: Wikipedia

DMPS. Quelle: Wikipedia

Die Vortragende erklärt in Ihrem Video, das es zur sicheren Ausleitung von Quecksilber (Hg) richtige Chelatbildner (-> Chelat => Griechisch: ‘Klaue’) wie z.B. DMPS oder DMSA braucht, welche das Hg (halbwegs) “sicher binden können. Dies geschieht über so-genannte Thiol-Gruppen bzw. ‘SH’-Liganden (-> Schwefel-Wasserstoff). Im Kontrast zu richtigen Chaltbildnern, wie u.a. DMPS und DMSA (siehe auch die nebenstehenden Strukturformeln), habe Chlorella jedoch nur eine und nicht zwei SH-Verbindung und könne das Hg so nicht sicher binden und damit auch Hg nicht sicher ausleiten.

Hinweis: Ich mag hier anmerken, das auch DMSA und DMPS nur je mit einer SH-Gruppe an ein Hg-Atom binden. Allerdings scheint die Bindungsstärke bzw. die Halbwertzeit der Chelatoren größer zu sein. Alternativ müsste bei der Einnahme von Chlorella müsste auf dessen Halbwertzeit (-> nach Cutler-Schema) geachtet werden, welche mir jedoch nicht bekannt ist.

Chlorella mobilisiert wohl Quecksilber – bindet jedoch schlecht

Schlimmer noch: Chlorella könne bei Menschen die eine (ggf. nicht bekannte) Quecksilbervergiftung haben das Hg mobilisieren und dann neu im Körper verteilen, so das es anstatt einer Ausleitung zu einer noch (schlimmeren) Neuvergiftung mit Hg kommen kann – mit allen (ggf. auftretenden) negativen Folgen [17]. Leider ist die Diagnose bez. Quecksilber nicht so ganz einfach, denn viel Hg ist in Geweben gebunden und taucht in Bluttests bzw. dem Urin nicht ohne vorherige Mobilisation (u.a. mit DMPS, DMSA) auf.

Ein mir wichtiges Anliegen: Ich würde selber keinen DMSA/DMPS-Provokationstest im Urin machen – denn das kann bei starker Belastung “nach hinten los gehen” (-> Mobilisiere nie, was Du nicht binden kannst). Eine (bzw. die Richtige…) Haaranalyse ist da – auch ohne DMPS/DMSA aufschlussreicher und deutlich sicherer – und kann auch selber von Zuhause aus gemacht werden (ca. 100€). Leider kann diese (meiner Erfahrung nach) kaum ein Labor, Arzt oder Heilpraktiker diese richtig auswerten – weil je nach Belastung im Testergebnis alles “durcheinandergewürfelt” erscheint oder kaum/kein Hg auftaucht (was nichts zu bedeuten hat). Für die Auswertung braucht es Erfahrung bzw. Kenntnis der Thematik, welche leider oft nur vorgeblich und nicht wirklich vorhanden ist. Anmerkung: Ich mag das hier aus dem Grund schreiben, weil ich mich viele Monate mit dem Haar-Analyse-Buch von A. Hall Cutler beschäftigt habe und zudem einiges an Haar-Analysen + zugehörige Blutwerte aus 1ster und 2ter Hand gesehen habe.

Meine Chlorella-Kritik: Blödsinn? – nicht nach Dr. Mutter!

Für mich nicht. Aus der bekannte Schwermetall- und Entgiftungs-Arzt Dr. Mutter, der selber auch zusammen mit Dr. Klinghard referierte [18], berichtet in einer Veröffentlichung zu Vitamin B12 & Detox [7]:

“Mir sind genügend Fälle bekannt, bei denen z.B. durch die Einnahme von nur zwei Tabletten Chlorella massive Quecksilbervergiftungssymptome (der Beginn einer Multiplen Sklerose), Berufsunfähigkeit, schwere Depressionen oder Blutdruckanstieg über 220 mm Hg aufgetreten sind. Bei hohen Dosen (z.B. 100-200 Presslingen) gab es dagegen Verbesserungen. Dr. Klinghardt erklärt dies damit, dass niedrige Chlorellamengen Quecksilber aus den Körperdepots herauslösen aber nicht vollständig binden können. Hohe Dosen würden zwar nicht viel mehr Quecksilber aus dem Körper freisetzen, doch dafür dieses vollständig binden und ausleiten können.”

In einer anderen Veröffentlichung zu Detox-Protokollen schreibt Dr. Mutter [8]:

“Die Süßwasseralge Chlorella enthält einige vielversprechende Substanzen (u.a. Sporopollein), die eine unspezifische Bindungsfähigkeit für Schwermetalle, aber auch für andere Gifte, enthält”…. “Bei zu niedriger Dosierung sind aber auch Entgiftungskrisen beobachtet worden.

Für mich spiegelt das wieder, was Dziwetzki (und auch Cutler) in Bezug auch Chlorella bemängelt: Chlorella kann Hg ggf. mobilisieren – jedoch nicht genügend ‘stark’ an sich binden. Das Problem: Übliche Dosen für Smoothie & Co. bewegen sich eher bei 1-5g/Tag und können die Entgiftungskrisen hervorrufen. Die von Dr. Mutter angegebenen ‘hohen Dosen’ (100-200 Presslinge am Tag) entsprechen dann grob 50-100 g! Das ist eine Menge an Chlorella…

Meine Chlorella-Kritik: Blödsinn? – nicht nach Dr. Retzek!

Dr. Helmut Retzek bläst dann ins gleiche Horn und schreibt [4]: 1) Chlorella-Ausleitung ist sehr langsam und auch Nebenwirkungs-anfällig” und ganz wichtig habe er in seinem Klientel nun:

“eine Patientin die nach einer Chlorella-Ausleitung jetzt im Rollstuhl sitzt, eine hypothetische Vergiftung wurde durch einen Kinesiologen diagnostiziert und mit Chlorella ausgeleitet. Sie war vorher ziemlich beschwerdefrei.”

“ein Patient, welcher eine periphere Polyneuropathie seit der Chlorella-Ausleitung hat, Handschuhartige Gefühls-Störung der Hände.”

Nicht so schön… das mögen jetzt Einzelfälle sein – jedoch will ich nicht zu diesem Einzelfall gehören oder einem zukünftigen Einzelfall Chlorella empfohlen haben. Zudem geht es überein mit dem was auch Dr. Mutter sowie Berichte auf CuttlerSucessStories berichten [17]. Doch Dr. Retzek wird noch konkreter in einer aktuellen Präsentation [27]:

  • bei ca. 100 Empfehlungen: nur 1 Verbesserung 
  • bei 30% der Patient Nebenwirkungen bei der Einnahme 
  • bei 10% der Patienten Verschlechterungen 

Herr Dr. Retzek äußert sich dann auch noch vorsichtig-differenziert im Bezug auf Selen zum Entgiften, kritisch zum Cutler-Protokoll (wobei ich das nicht nachvollziehen kann – wenn richtig gemacht!), kritisch in Bezug auf eine forcierte DMSA-Ausleitung mit Kapseln (Anm.: Die Dosierung sollte nie über 25 mg alle 3 h über min 72 h liegen), schreibt das Alpha-Liponsäure keine First-in-line Therapie sein sollte (Anm.: Absolute Zustimmung!) – befindet jedoch DMSA und DMPS (richtig verwendet) als hervorragende Ausleitungsmittel – dem ich zustimme, wenn es richtig gemacht wird.

Was sagt die Wissenschaft so in Bezug auf Chlorella?

Bei meiner Literaturrecherche (PubMed) bin ich in Bezug auf Chlorella nur so-lala fündig geworden. Richtig interessant waren:

  • Eine Zusammenfassung von ca. 100 Studien zu Quecksilber: ‘Current approaches of the management of mercury poisoning: need of the hour’ und etwas zu Chlorella [6].
  • Recht guter Übersicht über Detox: ‘Chelation: Harnessing and Enhancing Heavy Metal Detoxification—A Review’ [3].

Im spezifischen Bezug auf Chlorella fand ich:

  • Kein Effekt von Chlorella auf Cadmium-Detox [9].
  • Weniger Dioxin in Brustmilch durch Chlorella [10].
  • Schutzeffekte bei Bleivergiftung durch Chlorella in Mäusen [11].
  • Chlorella effektiv bei Entgiftung von Chlordecone, aber nur die Form C. Protothecoides nicht Vulgaris (also die Marktgängige Variante) [12].
  • Chlorella kann wohl die Absorption von Strontium im Blut inhibieren und im Darm eliminieren, wobei der pH-Wert eine Rolle spielt [25].
  • Es gibt jedoch viele Arten von Chlorella – mit verschiedenen Eigenschaften und einige sind Pseudo-Arten (u.a. C. Pyrenoidosa welche eigentlich zu C. Vulgaris gehört bzw. nie eigenständig war) [26]

Also: immer genau in die Studie schauen – und selbst diese geben teils nicht die genaue Chlorella-Variante an. Im ‘Internet’ wird dann oft viel ‘unsinn’ ohne Angaben von dedizierten Quellen behauptet.

Zwischenfazit: Das alles ließt sich nicht so wahnsinnig ‘toll’ für mich.

Was macht eigentlich Quecksilber so giftig?

Glutathion (GSH). Quelle: Wikipedia

Auch mal eine gute Frage… denn wenn mir klar ist warum und wie etwas schädlich ist, verstehe ich oft auch die Zusammenhänge besser. Aus einer Beschreibung in Englisch [19]:

“The most important mechanism by which mercury causes toxicity appears to be mitochondrial damage via depletion of GSH (Nicole et al. 1998), coupled with binding to thiol groups (-SH), which generates free radicals.”

Hg bindet sich an die SH-Gruppe von Glutathion (GSH) einem sehr, sehr wichtigen Antioxidanz im menschlichen Körper und deaktiviert dieses damit. Weiter im Text:

“Mercury has a high affinity for thiol groups (-SH) and seleno groups (-SeH) that are present in amino acids as cysteine and N-acetyl cysteine, lipoic acid, proteins, and enzymes”

Daher kommt dann auch auch die Bindungsfreudigkeit mit Selen und der Grund, warum Selen akute Hg-Symptome lindern kann. Weiter im Text:

“Mercury and methylmercury induce mitochondrial dysfunction, which reduces ATP synthesis and increases lipid, protein and DNA peroxidation”

Und wenn die Mitochondrien nicht mehr mögen oder nicht optimal arbeiten dann sind Krankheit und Elend nicht mehr weit entfernt. Wer hier tiefer in die Arten und Nebenwirkungen von Hg hinabsteigen mag, den verweise ich auf meinen Quecksilber-Artikel.

Was ist mit N-Acetyl-Cystein und anderen Supplementen?

N-Acetyl-Cystein. Quelle: Wikipedia

Worüber ich hingegen bei der ganzen Recherche immer wieder gestolpert bin ist N-Acetyl-Cystein (NAC). NAC ist auch in ACC-Akut als Schleimlöser enthalten und ein der Komponenten die für die Synthese von Glutathion (GSH), unserem Masterantioxidanz, benötigt wird [19]. Wer hier sucht, der wird schnell fündig, z.B.:

  • NAC als Gegenmittel bei Hg-Vergiftung (in Mäusen) [13], aus der Studie: “The present study demonstrates that oral administration of N-acetylcysteine (NAC), a widely available and largely nontoxic amino acid derivative, produces a profound acceleration of urinary methylmercury excretion in mice.”
  • Eine Behandlung mit NAC reduziert Hg-erzeugte Neurotoxizität im Hippocampus (in Ratten) [14]. Daraus: “…these results suggest that MeHg toxicity in the perinatal brain can be ameliorated by using NAC, opening potential avenues for therapeutic intervention.”
  • Und noch eine Studie zu Arsen… [15]

Allerdings liegt auch hier der Teufel im Detail: Cystein ist nicht nur Baustoff für Glutathion (GSH), sondern kann mit seiner einen SH-Gruppe schwach an Quecksilber binden, dieses im Körper, u.a. auch über die Blut-Gehirn-Schranke, verschleppen. Externe Gaben von zu viel L-Cystein (ganz schlecht) oder NAC (besser) sollten nach Cutler verwendet werden, wenn das Cystein bzw. Methionin (Aminosäuren) im Blut gering ist. Auch Clemens (Heilpraktiker) [5] schreibt dazu mit Bezug auf eine Studie [23]:

“Das Problem ist, dass die Bindung alleine noch nicht zur Ausscheidung führt. Cystein kann als Träger für MeHg über die Blut-Hirn-Schranke fungieren und so das giftige Quecksilber ins Zentralnervensystem verschieben (Chapman, 2000).” 

Insofern würde ich auch nie Cystein oder Methionin ergänzen, sondern nur NAC in geringen Dosen – bei geringen Spiegel an Cystein im Blut (-> Aminogram). Aber auch B12 als Methyl-Colbalamin, Selen und Vitamin D sollen bei einer hohen Hg Belastung nach Clemens ihre Tücken haben [6].

Dziwetzki rät deswegen auch von der intravenöse Gabe von DMPS, DMSA, Alphaliponsäure, EDTA, Corianderextrakt, Glutathion, MSM oder DMSO,, der hochdosierten Einnahme von echten Ausleitungsstoffen wie DMPS, DMSA oder Alphaliponsäure und der Einnahme von o.g. Ausleitungsstoffen außerhalb deren Halbwertszeiten, d.h. ein oder paar Mal am Tag,” sowie MSM – DMSA – Glutathion – Chlorella – Coriander – DMPS – Methionin ab [16]. So wie ich Sie verstehe sind richtige Diagnose, Menge und die zeitlichen Abstände der Einnahme der verschiedenen Ausleitungsstoffe wichtig.

Update: Alles Sachen die in inzwischen bestätigen kann – wer mehr wissen möchte beschäftige sich mit dem Cutler Protokoll.

Ist wenigstens ‘richtiges’ B12 in Chlorella?

Nein – und wenn, dann absolut minimal und sehr unbestimmt – eventuell auch nur als B12-Analoga, welche nicht zu unserem B12-Haushalt beitragen, jedoch beim Bluttest (Serum) falsche Werte erscheinen lassen. Sage nicht ich, sondern schreibt Frau Brenda Davis (RD) in der (wissenschaftlich fundierten) Rohkost-Bibel ‘Becoming Raw’ [20].

Mein Fazit

Chlorella kann wohl Hg und andere ungewünschte Stoffe binden und ausleiten – nur eben nicht sicher, sondern irgendwie und ab und zu eben auch mal nicht.  Wenn eine relevante Hg-Belastung vorliegt, dann kann alles wohl auch sehr ‘nach hinten’ los gehen. Das im Zusammenhang mit Chlorella noch Bärlauch und Koriander (Extrakt bzw. Tinkturen) empfohlen wird, macht alles nicht besser, denn das Resultat scheint noch übler ist als Chlorella alleine zu sein.

Würde ich selber jemanden Chlorella empfehlen? Nein, denn ich kenne den Gesundheitsstatus der jeweiligen Menschen in Bezug auf Hg & Co. nicht.

Zudem: Wenn Chlorella aus fragwürdigen Quellen bezogen wird, z.B. Anlagen mit offenen Becken [8] in Asien, dann ist es ggf. ‘gut’ für eine Extra-Portion Schwermetalle & Co. Ich hatte mir damals mal Rückstandsanalysen schicken lassen – nur macht das kaum einer – und das Chlorella-Pulver aus Asien (von einem deutschen Premium-Marken Vertrieb) waren dann ca. 10 mal mehr belastet als das (wirklich hervorragende) aus Deutschland (Hersteller bei Klötze). Was sonst so in braunen Tüten günstig verkauft wird… ich mag es gar nicht wissen wollen.

Ich denke abschließend, das das Geld für Chlorella & Co. besser folgenden Dingen angelegt ist:

  • Einer vorwiegend pflanzlichen 99% Bio-Ernährung mit viel Gemüse und Ballaststoffen,
  • gutes Magnesium und Vitamin C,
  • sowie sinnvolle Bindemittel.

Irgendwann, wenn sich richtig informiert wurde, auch mal richtiges Detox und eine Zahn-(Herd-)Sanierung mit allem drum und dran.

Wirkliches Detox – bitte nicht leichtsinnig sein!

Wer wirkliches Detox machen will (oder braucht) – der begibt sich meiner Ansicht besser in (wirklich) professionelle Hände. Leider ist das wohl auch nicht so einfach… denn meine Recherche hat mir auch gezeigt, wie verschieden die einzelnen Ansätze sind – und auch die Meinungen zu dem, was gut, schlecht oder hilfreich ist. Jedoch scheinen hier eher DMPS, DMSA, das Cutler-Protokoll & Co. angesagt [21, 22].

Das Problem: Wenn eine (unerkannt) starke Belastung u.a. mit Schwermetallen besteht und ggf. noch eine HPU/KPU vorliegt, dann muss erst einmal diese Baustelle angegangen werden. Sind solche Probleme unerkannt, dann kann auch ein Schwermetall-Test mit ‘einmaliger’ Ausleitungsaktivierung (insb. Infusion) nach hinten losgehen. So sollte z.B. bei einer HPU erst einmal das Gesamtsystem stabilisiert werden bevor irgend etwas mit Ausleitung & Co. gestartet wird.

Tipp: Wenn also ein Arzt oder HP vor Beginn jedweder Intervention kein gesamtheitliches Blutbild inkl. Schilddrüsen- und Hormonwerte (so ab 500€) und auch keinen HPU-Test durchführt – würde ich lieber weiter schauen… Das ist jedoch nur meine Sicht auf dieses durchaus komplexe Thema.

Ganz wichtig: Ich möchte darauf hinweisen, das “nur, weil hier ggf. ein Arzt oder Heilpraktiker referenziert oder im positiven Zusammenhang benannt wird” dies nicht bedeutet das dieser in allen Fragen kompetent sein muss bzw. ich diesen empfehle oder empfehlen würde.

Mein letztes Wort zu Chlorella

Um noch die Frage aus der Artikelüberschrift zu beantworten: Chlorella mag kein Bullshit sein, jedoch finde ich, das es a) aufgrund des Risikos (in Bezug auf die Hg-Mobilisierung), b) der unspezifischen Vorteile wegen und c) angesichts des recht hohen Preises – ein Produkt ist, das ich mit Umsicht nutzen würde.

Guten Appetit!


Quellen


Anm.: Auch wenn ich hier Heilpraktiker verlinke empfehle ich nicht alleinig einen Heilpraktiker für ein Hg-Detox-Vorhaben, da diese Systembedingt keine Schilddrüsen-Hormone, Hydro-Cortison, DMPS, etc. verschreiben können – was u.a. für das Cutler-Protokoll wichtig ist. Wenn ein Therapeut nicht mindestens die Haar-Analyse leisten kann, die Basics ‘drauf hat’ und mit einem sehr kompetenten biologischen Zahnarzt zusammen arbeitet (-> NICO/FDOK-Entfernung mit Ozon & (A)PRGF), dann würde ich ebenfalls sehr, sehr vorsichtig sein). Speziell wenn auf einmal Ärzte oder HP’s was von Chlorella, Bärlauch, Koriander, DMPS & DMSA-Infusionen, Carnivore-Ernährung, LOGI-Kost oder Low-Carb Ernährung erzählen – würde ich selber schnell aus der Praxis flüchten.


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