Selen – Ein wichtiger Co-Faktor (für die Schilddrüse)

By | 14. Dezember 2016
Paranüsse - viel Selen & viel Radium + Barium!

Paranüsse – viel Selen & viel Radium + Barium! Foto: H.C.

In meinem Artikel zu Jod hatte ich ja schon auf das Spurenelement Selen hingewiesen: Selen ist für den Jod-Stoffwechsel, aber auch viele andere Prozesse im Körper (u.a. Reproduktion und Entgiftung -> Superoxid-Dismutase, SOD), unerlässlich und muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Deutschland = Selen Mangel-Land

Leider ist Deutschland ein Selen-Mangelgebiet, so das selbst bei Verzehr von großen Mengen an Gemüse, Getreide und Samen leicht ein Mangel oder eine Unterversorgung bei einer rein bzw. vorwiegend pflanzlichen Ernährung entstehen kann.

Ich selber hatte mal meinen Tagesverzehr bei Cronometer eingegeben und hatte mit ach-und-krach meist gerade so den angegebenen mindestbedarf an Selen von 55 µg (FDA) erreicht. Die DGE gibt hingegen als Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr für erwachsene Männer 70 µg und für Frauen 60 µg an [1]. Und es darf bezweifelt werden das diese Werte in jedem Fall optimal – also z.B. bei starker Belastung des Körpers durch Stress, Umweltgifte, Krebs, etc. pp.

Der mit ach-und-krach erreichte Wert basierte dann natürlich noch auf US-Amerikanischen Lebensmittelangaben – und es darf davon ausgegangen werden das in deutschem Gemüse & Co. weniger Selen steckt. Wer also nicht unterversorgt sein möchte, der tut wohl gut daran sich diesbezüglich ein paar Gedanken über seine Ernährung machen oder integriert dort am besten (fetten) Fisch oder ggf. tierische Leber.

Selen und Gesundheit

Das National Institute of Health (NIH) [7] in den USA listet Selen als präventiv vorteilhaft u.a. für folgende Dinge bzw. Organe:

  • Krebsprävention. Dies wegen der Effekte von Selen bezüglich der DNA Reparaturmechanismen, des programmierten Zelltodes (Apoptose) sowie seiner Wirkung auf das Hormon- (Endokrin) und Immunsystem, sowie seine antioxidative Wirkung.
  • Herz-Kreislaufsystem. Proteine des Selens helfen die das Fettsäuren nicht oxidieren, sie reduzieren Entzündungen und verhindern das Blutplättchen verklumpen.
  • Gehirnleistung. Es wird vermutet das der fallende Selen-Status im Alter im dem Niedergang der Gehirnfunktion in Zusammenhang steht – möglicherweise wegen seiner antioxidativen Wirkung.
  • Schilddrüsenfunktion. Die Selen-Konzentration in der Schilddrüse ist höher als anderswo im Körper. Und genauso wie Jod hat Selen eine sehr wichtige Rolle in der Hormonsynthese der Schilddrüse.

Selen ist sogar so wichtig, das die amerikanische FDA [6]  Selen auf die Liste der nötigen Zugaben für Babynahrung gesetzt hat. Das ließt sich doch alles sehr gut. Ggf. trägt ja auch der Selen-Mangel dazu bei, das gefühlt ein drittel der Deutschen angeblich Hashimoto (eine Schilddrüsenerkrankung) haben soll.

Selengehalt von verschiedenen Lebensmitteln

Wo ist nun Selen enthalten? Selen findet sich u.a. in Fisch, Leber, Ei, Käse und Fleisch. Allerdings sind die zu verzehrenden Mengen da schon etwas größer: z.B. 1 Ei + 100 g Fleisch und 2 Scheiben Käse bringen ca. 70 µg Selen – zumindest in den USA. Allerdings überschreitet man damit selbst die Empfehlungen der DGE bezüglich der Zunahme tierischer Produkte (max. 2-3 Eier/Woche und 35 g Fleisch am Tag). Zu bedenken ist zudem, das in Deutschland auch das Futter der Tiere Selenarm ist – wobei es seit 1992 angereichert werden darf, aber nicht muss (kostet ja Geld und der Verbraucher merkt es nicht…). So ist es schwer zu schätzen, was in Tierprodukten enthalten ist. So ist wenn überhaupt hier (fangfrischer) Fisch zu empfehlen.

Interessant fand ich auch, das sich nach neueren Forschungs-Berichten (UK) die Selenzufuhr wohl in den letzten 3-4 Jahrzehnten ca. halbiert hat – und das die finnische Regierung schreibt bereits seit den 1980er Jahren einen Mindestgehalt an Selen für Düngemittel festgesetzt hat [19].

Die Selen-Rangliste der pflanzlichen & tierischen Nahrungsmittel

Sehr Selenhaltige pflanzliche Nahrungsmittel

Sehr Selenhaltige pflanzliche Nahrungsmittel

Schauen wir doch einfach mal was die Natur sonst noch so zu bieten hat. Alle Angaben pro 100 g Lebensmittel, jedoch alles sehr stark schwankend – weil abhängig vom Selen in den Böden bzw. Futtermitteln [7][8]:

  • 1 Paranuss: 68–91 ug pro Nuss! (Achtung: ggf. nur mit Schale – sonst wohl weniger + Radium)
    • Wobei die DGE hier nur von ca. 11-20µg pro Nuss ausgeht [12]!
  • Sonnenblumenkerne: ca. 100 µg
  • Rosenkohl: 18µg
  • Bohnen, Weiß: 14µg
  • Haferflocken, gekocht: ca. 10-16 µg
  • Brauner Reis, gekocht: ca. 10-11 µg
  • Linsen: 10µg (bis zu 40µg nach [12])
  • Weizen-Vollkornbrot: 8 µg
  • Zwiebelgewächse (Knoblauch, etc.) [12].
Sardinen - Eine gute tierische Selenquelle.

Sardinen – Eine gute tierische Selenquelle. Foto: H.C.

Zum Vergleich die tierischen Produkte (je 100g, ca.) nach [8][9]:

  • Thunfisch: 74-130 µg (leider auch hoch belastet -> Raubfisch)
  • Sardine: 60-85µg (auch viel DPA und etwas Jod)
  • Lachs:  26-46 µg
  • Schweineleber: 58 µg
  • Hering: 50-55 µg
  • Rinderfleisch: 35 µg
  • Kotelett: 20-30 µg
  • Alaska Seelachs:  20 µg
  • Ei: 20 µg
  • Emmentaler: 11 µg

Eine einzige Paranuss pro Tag könnte den Bedarf an Selen alleine abdecken – das ließt sich ja erst einmal praktisch. Wer zudem noch ein Müsli mit Haferflocken und Sonnenblumenkernen isst – der kann faktisch nichts falsch machen, würde man denken. Hier wird sogar berichtet das Paranüsse auch noch helfen den Cholesterinspiegel zu senken. Wahnsinn! Leider ist das noch nicht die ganze Wahrheit…

Radioaktivität und Paranüsse

Ja, leider hat der Paranussbaum einen Nachteil: Er akkumuliert Radium! So schreibt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) [2]:

“Eine Sonderstellung unter den Lebensmitteln nehmen Paranüsse ein. Mit spezifischen Aktivitäten von einigen 10 Becquerel Radium-226 beziehungsweise Radium-228 pro Kilogramm Frischmasse können Paranüsse rund 1.000-fach höhere Radiumgehalte als die Gesamtnahrung in Deutschland aufweisen.”

Becquerel (Bq)? War da nicht mal was mit Tschernobyl – und war damals der Grenzwert nicht bei 600 Bq pro Kilo bei Wildfleisch? Ja – in Bezug auch Cäsium 137. Leider ist die Einheit Bq in Bezug auf die Risikobewertung für den ‘Popo’. ScienceBlogs dazu [3]:

“Die Zahl sagt nur, wie viele Atome pro Sekunde zerfallen. Sie sagt aber nichts darüber, was sie danach im Körper anrichten könnten. Und da gehört Cs-137 noch zu den relativ harmlosen Vertretern.”

Im Artikel geht es dann noch weiter. Relevant sind jedoch die spezifischen Nano-Sievert Werte pro Bq der Radium-Isotope:

  • Cs-137 -> 13 nSv/Bq
  • Ra-226 -> 280 nSv/Bq
  • Ra-228 -> 700 nSv/Bq

Nach diesen Daten und der Interpretation von ScienceBlogs hat 1 Bq Radium-226 also 20 mal starke Auswirkungen wie 1 Bq Cs-137. Radium-228 dann sogar 50 mal so gefährlich. Wo ist das Problem? Das sich das Radium was nicht ausgeschieden wird wohl in den Knochen sammelt – für ein Leben [4]:

“Since radium behaves like calcium, it can be incorporated into bones and remain there for a person’s lifetime, and this represents the greatest risk from ingestion of radium.”

Dabei ist zu beachten, das die Radium-Konzentration nicht überall gleich ist. Teils ist (zusätzlich!) auch noch mehr oder weniger Barium (Ba) und Cäsium-137 (Cs) enthalten [11]:

“The concentration range of Se (2–20 μg/g) and that of Ba (96–1990 μg/g) each varied by more than an order of magnitude in the nuts, while 226Ra (17–27 mBq/g) and 228Ra (18–31 mBq/g) activities were comparable and within a factor of two of one another. The greatest concentrations of the elements were measured in nuts from Bolivia, for Ba; Brazil, for Ra; and northern South America, for Se. Only the northern South American nuts contained 137Cs.”

Ein weiteres Problem ist wohl auch, das Paranüsse wohl oft ein Problem mit Schimmel haben – das ist dann ganz schlecht. Auch dazu lässt sich viel im Internet finden – und ich selber hatte damals auch immer wieder “Muffige” schmeckende Paranüsse erwischt.

Mein Zwischenfazit: Paranüsse scheinen also eine eher ‘suboptimale’ Lösung für die Selenfrage zu sein. Mir ist der Appetit auf diese Nüsse schon länger vergangen…. 🙁

Verschiedene Selenformen

Für Menschen die keine Paranüsse mögen (oder zu Risikoreich finden) bietet sich nach Dr. Volkmann Selenhefe als Supplement an, da da ist das Selen an Aminosäuren gebunden, so dass das Spurenelement leichter in die Zelle gelangen kann. Es gibt aber noch andere Selenformen wie z.B. [10][22]:

  • Natriumselenit
  • L-Selenomethionin
  • Selen-Methyl L-Selenocysteine
  • Selenhefe (enthält wohl viel Selenomethionin (ca. 80-90%), wobei wohl nicht alle Menschen die inaktiven Hefen vertragen)

wobei die verschiedenen Selenformen wohl verschieden im Körper interagieren. Von einem reinen Natriumselenit-Supplement würde ich angesichts dieses Artikels [14] absehen:

“Für (Natrium-)Selenit wurden allerdings mehrere nachteilige Wirkungen dokumentiert inklusive einer Depletion von Glutathion, pro-oxidative Eigenschaften und einer Inhibition der RNA-Synthese (64 Caffrey et al., 1991; 65 Shen et al., 1999; 66 Frenkel et al., 1989).”.

Ein zusätzliches Problem ist wohl auch, das Natriumselenit zusammen mit Quecksilber ggf. HgSe-Komplexe bildet, die wohl sehr schlecht (oder kaum) auszuleiten sind [15]. Auch Entgiftungs-Profi A. Cuttler rät von Natriumselenit wegen seiner Toxizität ab (wird nach Cuttler für die Erzeugung von Katarakten in Versuchs-Ratten verwendet) und legt Selen-Methionin sowie Selen-Hefe nahe [23].

Eine andere Studie [13] die ich gefunden hatte vergleicht dann Paranüsse direkt mit Selenomethionin. Dabei waren dann zwei Paranüsse anscheinend genauso effektiv wie 100 µg Selenomethionin – wobei das Risiko durch Radium außen vor blieb. Das BfR sieht es (zumindest in 2004) anders [17]:

“Unabhängig davon empfiehlt das BfR, Selenomethionin und Selenhefe vorerst nicht zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln zuzulassen. Für Selenhefe kann bislang keine gleichbleibende Qualität gewährleistet werden. Darüber hinaus lassen die bisherigen Studienergebnisse nicht erkennen, dass es vorteilhaft wäre, in Nahrungsergänzungsmitteln Selenite durch Selenomethionin oder Selenhefe zu ersetzen.”

Aber Methionin nur deswegen nicht nehmen weil das mit dem Natriumselenit “irgendwie klappt?” Ich selber will nicht irgendwie – sondern möglichst optimal und ohne Neben- und Seiteneffekte. Von Uwe Gröber hatte ich mal gelesen das der Hauptvorteil an Natriumselenit wohl ist, das damit nicht so leicht überdosiert werden kann. Das ZRT Lab, welche sich viel mit Jod, Selen, der Schilddrüse & Co. beschäftigen (Diagnostik), empfiehlt dann auch Selen-Methionin [22]. Ich selber folge also der Empfehlung des BfR nicht, weil ich keinen Vorteil von dem Natrium-Selenit über dem Methionon sehe – welches ja auch natürlich zu einem hohen Anteil in der Selen-Hefe vorkommt.

Dosierung – Wann ist es viel des Guten?

Selen ist ein Spurenelement – wir brauchen es ebenfalls nur in Spuren – und es kann es auch überdosiert werden! Das NIH gibt 400 µg als maximale (dauerhafte) Selendosis pro Tag für Erwachsene an. Bei einer Überdosierung stellen sich u.a. folgende Syptome ein: Knoblauchgeruch im Atem sowie metallischer Geschmack im Mund. Klinische Diagnosen von dauerhaft hoher Selenzufuhr sind u.a. Haar und Nagelverlust bzw. brüchige Nägel. Andere Symptome sind Läsionen der Haut, Durchfall bzw. Verdauungsstörungen, juckende Haut, fleckige Zähne bzw. Anfälligkeit für Karies, Erschöpfung, Störungen des Nervensystems.

Schmiedel weißt auf therapeutische Höchstdosen von 300µg am Tag über einen begrenzten Zeitraum von Wochen bzw. wenigen Monaten hin – unter Kontrolle der Blutwerte, da Selen ein enges therapeutisches Fenster hat [24]. Normale Erhaltungsdosen liegen eher um die 50µg / Tag.

Also: Viel hilft nicht immer viel…. nichts übertreiben!

Selen und Entgiftung bzw. Interaktion mit Quecksilber (Hg)

Selen bildet zusammen mit (durch die Nahrung zugeführten oder ggf. auch durch die Entgiftung mobilisierten) Quecksilber das Quecksilberselenid (HgSe), was nicht mehr im Organismus aufgenommen werden kann, so der Toxikologe Dr. Hermann Kruse (wie weiter oben schon einmal kurz angerissen).

Spannend fand ich dann auch noch einen Artikel von Chris Kresser [16], welcher sich mit Quecksilber und Fischkonsum befasst. Guter (fettreicher) Fisch enthält ja neben Selen, Jod und den Omega-3 Fetten EPA & DHA auch Quecksilber. Nun ist es wohl so, wenn Fisch mehr Se als Hg enthält, dass das ganze dann nicht mehr “so” problematisch zu sein scheint – weil Hg und Se eine Bindung eingehen. Ein Problem von zu viel Hg für das Gehirn scheint jedoch dies zu sein, das Hg die Selenenzym-Aktivität im Gehirn unterbindet – weil es eben diese Bildung eingeht.

Problematisch sind also unter diesem Aspekt dann auch eher Raub- und Süßwasser sowie Zuchtfische, die ggf. viel Quecksilber mitbringen – aber kein Selen und der Gesundheit zuträgliche DHA Fettsäuren.

Leider wird das HgSe dann ggf. schwer löslich im Gewebe fixiert – zumindest wird das freie Quecksilber vom Selen in den Geweben gebunden und kann dann wohl nicht mehr bzw. nur schlecht mit DMPS / DMSA ausgeleitet werden. Wichtig: Anscheinend hat das HgSe in Gehirn und Niere dann doch negative Auswirkungen, weswegen Dr. Med Helmut B. Retzek [15] eine Schwermetallausleitung bzw. Fixierung mit (hohen) Selendosen nur unter sehr begrenzten Rahmenbedingungen (u.a. Krebs) empfiehlt:

“Wir wissen nichts über die Langzeit-Effekte des Selen-Quecksilber-Komplexes im Gewebe.”.

Es gibt jedoch auch andere Stimmen bzw. Studien das bei hohem Hg bzw. MeHg Konsum anders sehen [5]. Zumindest merkt Retzek in seinem Artikel noch an, das die HgSe-Komplexbildung ggf. besondern beim Natrium-Selenit zum tragen kommen könnte – nicht jedoch so stark bei Selen-Methionin. Wie ich mal wieder sehe wissen ‘wir’ mal wieder nichts so richtig 😉

Selen aus Sicht der orthomonekularen Medizin

Auf der Webseite von Dr. Volkmann ist zu lesen: “Der mittlere Selen – Tagesbedarf wird mit 0,05 bis 0,4 mg angegeben. Die tägliche Aufnahme in Mitteleuropa in Normalkost liegt bei ca. 0,04 bis 0,06 mg. Daraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit für eine regelmäßige zusätzliche Aufnahme von Selen.

Er empfiehlt dann auch 4 Wochen lang mit Selen zu supplementieren (200-400 µg), dann 4 Wochen auszusetzten – und dann das ganze zu wiederholen. Dies insbesondere im Zusammenhang mit Schwermetallbelastungen wie z.B. Amalgamfüllungen. Da Quecksilber nach seinen Angaben eine Halbwertszeit im Gewebe von 20-25 Jahren hat, kann dieses nach Volkmann auch noch Jahrzehnte nach dem entfernen der Füllungen relevant sein.

Angesichts der DGE und FDA Empfehlungen (ca. 70µg)  sowie der Höchstmenge von 400 µg des NIH sind die Empfehlungen von Herrn Volkmann sicher mit Vorsicht zu genießen, insb. da (hohe) Selengaben auch freies Quecksilber (im Gewebe) binden können, wenn nicht gleichzeitig auf eine Ausleitung geachtet wird. Eine schlagartigen Erhöhung der dauerhaften Selenzufuhr über 4 Wochen, z.B. vom ‘natürlichen Mangel’ ala 50 µg auf 400 µg, würde ich zumindest nicht empfehlen. Die (unteren) 200 µg/Tag von Volkmann erscheinen mir als Maximum für eine zeit-beschränkte Intervention angemessener. Das sind jedoch nur meine Gedanken dazu.

Selen – Serumswerte und etwas zur Interaktion mit Jod

Frau Dr. Ritter [18] empfiehlt hier min. 100 µg/l, besser jedoch >120 µg/l und für Menschen mit Hashimoto ca. 200 µg/l (Vollblut) [18, Seite 100]. Dr. Strunz schreibt, das der Mittelwert in den USA ca. 160 µg/l, in Kanada ca. 190 µg/l und in Guatemala 240µg/l sei (nach der WHO). Auch die Ärzte Zeitung verweist auf eine US-Studie in der Lancet [21], wo Patienten mit einen Serumselen Spiegel zwischen 130 und 150 µg/l die niedrigsten Mortalitätsraten aufwiesen [20] und schreibt:

“Europäer dagegen, die oft einen niedrigeren Selenspiegel haben, könnten ggf. von einer Supplementation profitieren.” [20]

Anm.: In jedem Fall würde ich das Selen jedoch im Vollblut und nicht im Serum messen.

Ganz wichtig: Bevor irgendwie Jod aufgefüllt wird oder ein ‘Jod-Sättigungstest’ gemacht wird sollte anscheinend zwingend Selen aufgefüllt und optimaler weise anhand von Serumswerten (Vollblut) überprüfen werden.

Noch wichtiger: Das Auffüllen von Selen – kann nach nach einer längeren Mangel-Phase dazu führen das die Schilddrüse wieder mehr ‘Gas’ gibt, mehr T4 und insbesondere T3 produziert wird. Dieses kann dann auch Nebenwirkungen haben – weil indirekt Stoffwechsel und die körpereigene Entgiftung aktiviert werden. Menschen mit Problemen (u.a. MCS, CFS), Schwermetall-Belastung & Co. sollten auch hier vorsichtig sein – und nicht einfach 200 µg Dosen ‘einschmeissen’. Die Einnahme von Bindemitteln ist aus meiner Sicht auch nicht verkehrt.

Mein Fazit

Ich  je nach Größe meist eine Paranuss pro Tag, wobei ich das nach der Information mit dem Radium eingestellt habe. Auch sind Paranüsse in letzter Zeit sehr teuer geworden (aktuell ca. 4€/200g bei DM), so das Selen als Supplement inzwischen eine deutlich günstigere und ggf. auch ‘sichere’ Alternative in Bezug auf die Belastung mit Radium erscheint.

Übertreiben würde ich es damit jedoch auch nicht – wenn kein akuter Mangel besteht. Angesichts der Referenzwerte scheint mir ein Extra von 50 bis 100 µg pro Tag genug um einen guten Selen-Spiegel zu erhalten. Dabei nutze ich selber Selen-Methionin oder Selen-Hefe.

Um aus einem Mangel einen guten Wert zu erreichen ist meiner Erfahrung nach deutlich mehr als 50-100 µg pro Tag notwendig, wobei ich gute Erfahrungen mit 200µg am Tag für 2-3 Monate gemacht habe. Im Zweifelsfall würde ich immer nachmessen – vor der Einnahme und hinterher zur Kontrolle, denn jeder Mensch ist unterschiedlich. Bei Werten im Serum orientiere ich mich dann eher am oberen Referenzbereich (>= 150 µg/l.).

Wer Fisch mag – wie ich – der ist ggf. mit Sardinen oder Hering recht gut bedient – wobei hier die Quecksilber- und Schwermetallproblematik zu beachten ist. Eine weitere Übersicht zu Jod, Selen sowie EPA & DHA in Fisch findet sich auch noch hier im Blog (am Ende der Buchkritik).

 


Links

Quellen

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