Meine ersten Erfahrungen mit ‘Magnesiumöl’

By | 11. Dezember 2016
Magnesiumhydrat Hexachlorid als Salz und gelöst in Wasser als Magnesiumöl.

Magnesiumhydrat Hexachlorid als Salz und gelöst in Wasser als Magnesiumöl. Foto: H.C.

Was bringt mich auf dieses Thema? Ich hatte mir irgendwie nach einer kurze (5-Tage) Fahrradtour ende September eine Zerrung im Bereich der Achillessehne zugezogen, die auch nach 4 Wochen nicht verschwinden wollte. Jede Belastung – beim Schwimmen wie auch beim Gehen mit Stiefeln im Garten – vergrößerte die Schmerzen wieder. Wirklich nervig.

Da ich mit meiner Mütter über Ihre Wadenkrämpfe in Bezug auf eine Supplementierung mit Magnesium sprach, welche Ihr sehr geholfen hatte, erinnerte ich mich wieder an das so genannte ‘Magnesiumöl’. Dabei ist das mit dem ‘Öl’ eher irreführend, denn das ganze ist letztendlich nichts anderes ist, als in Wasser gelöstes Magnesiumchlorid Hexahydrat (MgCl2 · 6 H2O).

So ist denn auch die Versorgung mit Magnesium – wie auch mit Zink & Co. – für eine Vielzahl an Prozessen im Körper eine sehr wichtige Basis und heutzutage oft nicht mehr optimal. Hier setzt nun die Idee des ‘Magnesiumöls’ an, um Magnesium transdermal (über die Haut) schnell da hin zu bringen wo es benötigt wird.

Ob dem so ist, darauf möchte ich in den nächsten Absetzten etwas mehr eingehen.

Hat es mir geholfen?

Ja, ‘subjektiv wahrgenommen’ glaube ich das wda was war (n=1). Beschwerden waren kurz nach dem Auftragen mit dem Pumpzerstäuber (30%ige Lösung) und einem ein-massieren deutlich abgemildert. Da die Beschwerden bei (starker) Belastung wieder kamen (aber schwächer) hatte ich dann zwei mal ein Fußbad in 3%iger Lösung gemacht – das half dann gefühlt besser. Im Vergleich dazu blieben die Beschwerden die 4 Wochen davor gefühlt konstant. Ob das nun gerade Zufall war? Wer weiß…

Meine Mutter hat jedoch auch von positiven Wirkungen bei Ihren (akuten) Wadenkrämpfen berichten – wobei die Intensität und die Anzahl der Krämpfe schon vorab durch eine Magnesium-Supplementierung schon deutlich reduziert werden konnte. Zufall? Keine Ahnung…

Magnesium und die Aufnahmeformen

Es gibt grob gesagt zwei Wege auf denen Magnesium in unseren Körper kommen kann: Oral (über den Magen), oder transdermal (über die Haut). Dabei hat die transdermale Aufnahme nach der Literatur zwei Vorteile:

  • Die Magnesiumaufnahme kann direkt und schnell an den Stellen durch lokale Anwendung erfolgen an denen ein Mangel herrscht (z.B. örtlich nahe dem Muskelgewebe an den Waden oder z.B. Füßen)
  • Die Resorbtionsrate bei der Oralen Einnahme (also über den Magen- und Darmtrakt) liegt – je nach Magnesiumquelle – nur bei ca. 30%. Es werden also 70% des Magnesiums wieder ausgeschieden, wobei zu hohe Dosen hier Durchfall hervorrufen können (was transdermal so nicht passiert).

Anwendung & Dosierung

Das Internet ist voll mit Informationen zu diesem Thema – auch gibt es einige Bücher dazu. In der Regel wird eine Magnesiumchlorid Hexahydrat (MgCl2 · 6 H2O) haltige Wasserlösung über einen Pumpzerstäuber auf die entsprechenden Hautstellen gesprüht (z.B. 30%ige Lösung) oder es wird z.B. ein Voll- bzw. Fußbad in einer 1%igen (Vollbad) bzw. 3-5%igen (Fußbad) Lösung genommen.

Für ein Fußbad werden z.B. folgende Konzentrationen in 37 Grad warmen Wasser empfohlen (z.B. ‘Das Magnesium Buch’):

  • 3%ige Lösung: 120g reines Magnesiumchlorid Hexahydrat in ca. 4l Wasser
  • 4%ige Lösung: 160g reines Magnesiumchlorid Hexahydrat in ca. 4l Wasser
  • 5%ige Lösung: 200g reines Magnesiumchlorid Hexahydrat in ca. 4l Wasser

Für ein Vollbad ergeben sich:

  • 1%ige Lösung: 500g Magnesiumchlorid Hexahydrat in ca. 50l Wasser

Die Fußbad bzw. Badedauer sollte zwischen 20-30 Minuten liegen.

Studienlage zu Magnesiumöl

Hier wird es recht dünn. Sehr dünn. Im Pharmawiki wird die Anwendung von Magnesiumchlorid in der alternativen Medizin mit ‘Indikationslyrik‘ beschrieben. Eine Studie [2], welche nicht Peer-Reviewed ist (also nicht in einem Journal veröffentlicht und von 3ten geprüft wurde) beschreibt Magnesiumchlorid als effektiv in Bezug auf Steigerung der Magnesiumwerte im Körper:

“This study confirms that transdermal application of magnesium in the chloride form will raise magnesium levels within the body over a relatively short period of time.”
Eine weitere (Peer-Reviewed) Studie [3] beschreibt Magnesiumchlorid als durchaus effektiv bei Fibromyalgie – wobei die Anwendung nur örtlich und nicht als Bad erfolgte:
“This pilot study suggests that transdermal magnesium chloride applied on upper and lower limbs may be beneficial to patients with fibromyalgia.”
Kritisch ist hingegen eine Studie aus 2017 [4], welche auch auf möglich Gefahren hinweist – u.a. deswegen, weil das (transdermal) aufgenommene Magnesium nicht über das Regulierungssystem im Magen- & Darmtrakt aufgenommen wird – sondern direkt über/auf das lymphatische System wirken kann. Weil die Gesamtheit der Effekte unklar ist, raten die Forscher aktuell (noch) von der Anwendung von transdermalen Magnesium ab. Aus der Studie [4]:
“Magnesium might be able to get into the lymphatic system beneath the dermis and enter the circulatory system, bypassing the regulation through the GI tract and hereby increasing serum magnesium [,,]. However, we cannot yet recommend the application of transdermal magnesium.”

Licht und Schatten möchte man meinen.

Bezugsquellen und Preise

Magnesiumchlorid Hexahydrat (MgCl2 · 6 H2O) ist schon ab ca. 8€/Kg in Pharmaqualität im Internet zu bekommen. Sets mit Sprühflasche und brauner Glasflasche gefüllt mit MgCl2 · 6 H2O – welche dann nur noch mit Wasser aufgefüllt werden muss – kosten um die 15€.

Nebenwirkungen?

Das Pharmawiki.ch [1] gibt an das Magnesium (generell) bei Niereninsuffizienz, Anurie, bei Störungen der kardialen Erregungsleitung und Exsikkose kontraindiziert ist. Die vollständigen Vorsichtsmaßnahmen finden sich dabei in der Arzneimittel-Fachinformation. Speziell zu Bädern mit Magnesiumchlorid sei auch noch auf kritische Studie [4] verwiesen.

Mein Fazit

Für mich scheint das ‘Magnesiumöl’ eine durchaus interessante und sehr preiswerte Behandlungalternative für Muskel- und Wadenkrämpfe – welche schnell bei mir scheinbar wirkte und einfach anzuwenden war/ist. Da ich kein regelmäßiger Anwender von Mg-Öl bin, kann ich nichts über Nebenwirkungen, etc. pp. hier schreiben. In Anbetracht der auch kritischen Studie [4] würde ich zumindest bei Versuchen mit Vollbädern die Dosierung (Lösung) langsam steigern und es ausprobieren bzw. auf meinen Körper hören.

 


Links / Quellen

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