Zu Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Fettsäuren und Vitaminoiden

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Vitamine & Mineralien. Bildquelle, Lizenz: Public Domain

Das Thema der ausreichenden Versorgung mit Vitaminen (z.B. A, B1, B6, Folsäure… B12, C und E) , Mineralien (wie Zink, Kalzium, Magnesium, Jod, etc.), Spurenelementen (Chrom, Mangan, Selen, etc.), Fettsäuren (Omega 3 und 6) sowie Vitaminoiden (Beta-Carotin, Q10, etc.) – auch Mikronährstoffe genannt – war eines der ersten die mich auf meiner (tiefen) Reise in die Ernährung vor ca. 2,5 Jahren begleitet hatten. Inzwischen habe ich darüber mehr gelesen das ich in diesem Blog jemals nachträglich werde aufschreiben können und neue Einsichten und Erkenntnisse reißen nicht ab.

Wir wissen nichts

Vorab: Wenn irgendwer meint oder schreibt es ‘final’ verstanden zu haben – Ich glaube keinem mehr. Das verstehen funktioniert recht gut für so isolierte Prozesse wie die Proteinsynthese. Jedoch die Gesamtheit – von der heranwachsen Pflanze auf bestimmten Böden und der Interaktion mit den Mikroben, Pilzen und Bakterien dort, über Licht-  und Lichtverhältnisse, Ernte (hoffentlich zur richtigen Zeit), Lagerung (meist ohne Licht), Transportwege, Zubereitung & Verarbeitung, Essen, Verdauung inkl. unserem Mikrobiom (Magen- und Darmbakterien) hat so viele Faktoren die interagieren und vieles beeinflussen in Bezug auf die Nährstoffe und die Aufnahme beeinflussen. Und diese Sicht schließt dann noch ganz viele andere Faktoren aus (u.a. Umwelt, soziales und emotionales Umfeld, Licht, etc. pp).

So geht es für mich heute viel mehr um (unnatürliche) Störfaktoren zu identifizieren und natürliches zu potenzieren um genau

An meinem Anfang

Durch das Buch ‘Lass dich nicht vergiften’ von Dr. Med Joachim Mutter bin ich das erste mal aktiv auf die Bandbreite der Mikronährstoffe bewusst und im Detail aufmerksam geworden – weil das Buch Sie  einzeln bespricht und auf die Supplementierung in Bezug auf Entgiftung sowie Auffüllung der körpereigenen Depots eingeht. Auch erwähnt Dr. Mutter konkret was alles nicht in den Supplementen sein sollte und in welchen Kombinationen bzw. Abfolgen sie eingenommen werden sollten um die Aufnahme zu verbessern (Seite 126/127). Das war der Einstieg – denn heute stehe ich einer Supplementierung mit Supplementen, insbesondere Vitaminen, eher kritisch gegenüber – später dazu mehr.

Danach bin ich dann auf Herrn Dr. Volkmann (Orthomonekulare Medizin) über seine Videos gestoßen und lese gerade sein Buch ‘Ökosystem Mensch – Gesundheit ist möglich’. Auch hier das gleiche und in sehr vielen Fallbeispielen: Vitamin-, Mineral-, Spurenelement- sowie Mangel an essentiellen Fettsäuren & Co sind u.a. Beförderer für viele Zivisations-Erkrankungen – oft in Zusammenspiel mit einer (inzwischen erworbenen und) ausgeprägten Magen- und Darmstörung (durch Zusatzstoffe, Mangelernährung & Co.).

Die so genannte ‘Orthomonekulare Medizin’ geht dabei auf Nobelpreisträger Linus Pauling zurück – hier gibts einen sehr guten Überblick auf die Empfehlungen des Linus Pauling Instituts in Bezug auf Vitamine, Mineralstoffe & Co. Auch dort wird viel mit Supplementen gearbeitet – wobei hier schon zu unterscheiden ist was und wie lange supplementiert wird. Die Basis ist für den langfristigen Erfolg ist für Dr. Volkmann in jedem Fall eine biologisch-vollwertige Ernährung und die Supplemente als kurz- bis mittelfristige Intervention.

Warum überhaupt (gezielt) supplementieren?

Aber warum sollte irgendwer überhaupt mit (isolierten) Wirkstoffen (z.B. Zink, Magnesium, Kalzium, etc.) supplementieren?

Um einen akuten Mangel zu beheben – wobei langfristig durch eine natürliche Ernährung einem weiteren Mangel vorzubeugen ist.

Der Hintergrund ist, das viele Menschen (oft Ernährungsbedingt) einen Vitalstoff-Mangel haben – und das kann viele Ursachen haben:

  • Falsche Ernährung (wenig Obst/Gemüse/Getreide – viel Fett, Fleisch, Milch, Zucker und Fastfood)
  • Stressoren (Stress, Depression/Burnout, zu wenig Schlaf, Lärm, etc.)
  • Krankheiten (z.B. Magen- und Darmstörungen die die Aufnahme zusätzlich behindern)
  • Heilungsprozesse (welche mehr von diesen Stoffen benötigen)
  • Regionsbedingter Nährstoffmangel in den Böden (z.B. bei Selen und Jod in Deutschland)
  • Züchtungs- und Anbaubedingt immer weniger von diesen Stoffen in unserer Nahrung
  • Ernte unreifer Früchte (insb. bei Südfrüchten) und Unterbrechung des Reifeprozesses
  • Lange Transportwege, Kühlketten und Nährstoffverluste (z.B. in Salaten)
  • Bestrahlung von importierten Südfrüchten (wenn diese nicht Bio sind)
  • Umweltfaktoren (Schwermetall- und Hormonbelastung aus Kunststoffen, etc.)
  • etc.

Wer das alles nicht sofort abstellen bzw. ändern kann – oder schon tief im Mangel ist, der wird um akute Probleme zu behandeln all dies nicht mit einer noch so gesunden Ernährung sofort richten können. Insofern bietet sich hier durchaus eine Supplementierung mittels geeigneter Wirkstoffe und insbesondere mit Unterstützung natürlicher Lebensmittel an (z.B. Algen -> Jod, Paranüsse -> Selen , Kartoffel -> Kalium, Brokkoli -> Kalzium & Vitamin E, K, etc.).

Mittel- bzw. Langfristig sollte meiner Ansicht nach unbedingt die Ernährung und das Leben so gestaltet werden, das eine regelmäßige Supplementierung in Form von isolierten Wirkstoffen, mit Ausnahme von Vitamin B12 und ggf.  D3 und K2 (wobei ich hier auch immer zurückhaltender werde) nicht mehr nötig ist. Einzig Spurenelement- und Mineralstoff-‘Kuren’ können dann ggf. zum auffrischen der körpereigenen Depots bzw. der Beseitigung latenter Mängel gemacht werden, wie es z.B. Dr. Volkmann im Kontext der Orthomonekularen Medizin empfiehlt – z.B. Zink (mehr dazu in Kürze).

Das Dreigespann aus Körper, Geist und Seele

Weil ich es so wichtig finde mache ich noch einen Abstecher in Bezug auf oben kurz aufgeführte ‘Stressoren’. Bei aller Wichtigkeit eines guten Fundamentes und der Pflege unseres Hauses ‘Körper’ möchte ich auch darauf hinweisen das wirkliche ‘Gesundheit’ mehr als Körper ist. Folgendes Zitat hat es mir angetan:

“Gesundheit kann nur erreicht werden, wenn Körper Geist und Seele im eigenen Gleichgewicht und miteinander im Dialog stehen.” (Dr. med M. Prieß)

So definiert auch die WHO Gesundheit umfassender als nur die Abwesenheit von Krankheit:

“Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.”

Wer also den Dialog zu sich selber verliert, seinen Körper (Haus) verlebt – und nicht als Lebensgrundlage begreift, sein Energiekonto plündert – weil er nur noch ‘funktioniert’, der wird es mit der Ernährung alleine nicht richten können. Die körperliche Basis ist aber eine wichtige Säule – vergleichbar mit der Hege und Pflege eines Hauses. Denn auch ein Hause kann man einfach nur ‘ver’leben, also 2-3 Jahrzehnte einfach nur dort ‘ab’wohnen – aber mit dem schleichenden Zerfall kommt irgendwann die Rechnung.

Wie kann ich nun einen Mangel an Mikronärstoffen feststellen?

Im schlechtesten Falle in dem Sie (chronisch) krank werden – dann ist aber die Ursache noch lange nicht klar. Im zweit schlechtesten Fall irgendwann mal mittels eines Blutbildes beim Checkup – hoffentlich war es zumindest ein großes Blutbild inkl. Schilddrüsen (TSH & fT3), Zink, Selen, Magnesium, Kupfer, Folsäure, Ferritin, Vitamin D3 & B12 Status. Wer dann noch ein bisschen tiefer einsteigt, der kann oft schon einige Nährstoffmängel (soweit vorhanden) aus dem Blutbild ableiten.

Geht es auch einfacher (und günstiger) – also bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist? Ja, na klar!

Kennen Sie Cronometer oder FDDB?

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Mineralstoffübersicht bei Cronometer (Mein Essen für einen Tag)

Cronometer.com und fddb.info sind zwei Webseiten / Portale die es einem anbieten die individuell gegessenen Lebens- und Nahrungsmittel einzugeben – wobei dann eine Analyse der enthaltenen Dinge + die Energiebilanz erfolgt. Enthalten ist u.a. eine Aufschlüsslung in:

  • Kohlenhydrate (Fruktose, Glukose, Sachrose, Laktose, …)
  • Fette (Omega3/6, ungesättigt, gesättigt, Transfette)
  • Proteine (unterteilt in einzelne Aminosäuren)
  • Mineralien (Zink, Magnesium, Kalzium, Kalium,…)
  • Vitamine (A, B, C, D, E und K-Vitamine)
  • Spurenelemente (Chrom, Molybdän, etc.)

Beide Portale enthalten eine Unmenge an Produktgruppen und sogar Fertigprodukten, so das jeder der seine Zutaten abwiegt (z.B. 120g Vollkornreis) oder nach Art/Größe eingeben möchte (z.B. 2 mittelgroße Tomaten, 1 Paranuss) – dies schnell und einfach erledigen kann.

Ich selber nutze das englische Portal Cronometer – da dieses eine bessere Aufschlüsslung bezüglich der Inhaltsstoffe, insb. Vitamine und einzelnen Proteine liefert. Wer es lieber in Deutsch mag, der sollte FDDB benutzen. Ggf. mache ich auch noch mal einen eigenen Blogeintrag dazu.

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Vitaminübersicht bei Cronometer

Wie im Bild oben rechts zu sehen gibts bei Cronometer dann auch eine schöne Übersicht der Nährstoffaufnahme (hier mal auszugsweise die Mineralstoffe). Die Prozentangaben beziehen sich auf die empfohlene Mindestverzehrmenge – und die zu erreichen wird schwierig mit wenig Gemüse und viel Weissmehlprodukten und viel Fett! Wenn diese Daten dann auf dem Bildschirm (oder der App) angezeigt werden, dann lernt man recht schnell was man essen muss um nicht zu viele Kalorien zu sich zu nehmen und gleichzeitig den (angenommenen) Mindestbedarf an Vitalstoffen zu erreichen.

Natürlich sind die Angaben bei Cronometer und FDDB nur Mittelwerte. Wer jetzt Gemüse aus der Dose isst, oder das konventionelle aus ausgelaugten Boden mit viel Dünger und Spritzmitteln, den Eisbergsalat der Wochenlang unterwegs war, unreif gepflückte Südfrüchte – der wird diese Werte sicher nicht erreichen. Deswegen hier nochmal die Info: Bio immer – bzw. wo es geht. Saisonal wenn immer möglich, Frisch vor Bio (wenn die Herkunft bekannt ist) und möglichst niemals Dose (u.a. wegen dem Plastik in der Dose). Weiterhin ist wichtig das dieses nur einige der Stoffe sind die wir bzw. unser Organismus benötigen – und die die Wissenschaft bisher identifiziert hat. Cronometer ist also ein Hilfsmittel zur Unterstützung – nicht mehr, nicht weniger. Wer jedoch viel Gemüse, Obst und pflanzliche Frischkost isst – der isst quasi nebenbei das Gesamtpaket und noch viel mehr.

P.S.: Zur Vitamin A Angabe bei Cronometer – die ist ggf. irreführend. Hier muss auf jeden Fall das Retino-Äquivalent beachtet werden. Denn die körpereigene Umwandlung von den Provitaminen zu Retinol läuft bedarfsorientiert ab – also keine Angst wegen ‘Möhrenvergiftung’ 😉 Denn ansonsten gibts das ‘richtige’ Vitamin A (Retinol) nur aus Tierprodukten.

Wie kommen die ’empfohlenen Referenzwerte’ eigentlich zu Stande?

Wer sich ein bisschen mehr mit den Empfehlungen bezüglich der Dosen für die gängigsten Vitalstoffe beschäftigt, der erkennt schnell das dies alles keine ‘statische’ Kunst ist.  Je nach Land weichen die Empfehlungen teilweise voneinander ab – und über die Zeit ändern sich die Empfehlungen. Zudem berücksichtigen die Empfehlungen, mit Ausnahme der Schwangerschaft, keine Krankheiten oder individuelle Umstände wie das Pensum an Sport bzw. Arbeitsbelastung und weiter oben schon aufgeführte Stressoren. Dann gibt es noch die Kategorien Schätzwerte, Richtwerte und empfohlene Zufuhr – der optimalen (individuelle) Zufuhr muss dies jedoch nicht entsprechen. Wichtig ist als Anhaltspunkt: Werden diese Werte zumindest erreicht oder übertroffen – und das mit pflanzlicher Frischkost: Dann stimmt’s zumindest halbwegs auch mit den Substanzen welche die Wissenschaft noch gar nicht in Ihrer Wirkung abschätzen kann, nicht kennt, etc. pp.

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Historisches Na-K-Verhältniss. Quelle: Dr. Jacobs

Im Artikel zu Natrium hatte ich ja schon mal kurz das Kalium/Natrium Verhältnis angesprochen. Historisch wurden bis zu 10g Kalium aber nur 800mg Natrium zu sich genommen – was ich mit meiner Ernährung auch in etwa so schaffe. Heute ist es umgekehrt – die Menschen essen bis zu 4g Natrium aber nur 2g Kalium. So empfiehlt die DGE hier auch nur Mindestwerte: 0,55g Natrium und min. 2g Kalium – seit 2017 aber nun 4g Kalium und 1500mg Natrium. Von historischen Optimal ist das dann auch weit weg (das ganze auch hier als Video, direkt von Dr. Jacob). Und historisch dürfte auch noch viel mehr an Mikronährstoffen in der Nahrung gewesen sein, wie schon hier berichtet.

So stehen auch die Vitamin D Empfehlungen der DGE mit 800 I.E. in der Kritik viel zu niedrig zu sein. Beim Jod mit 200ug kann ähnliches vermutet werden. Wer sich meinen Vitaminstatus anschaut sieht das ich die empfohlenen Referenzwerte oft um ein vielfaches überschreite. Lebe ich mit einem 2200-2500 Kalorienmix aus Obst, Gemüse, Getreide, Samen, Saaten, Nüssen und Kartoffeln also gefährlich oder übergesund? Ich denke nein – und die Referenzwerte der bekannten Vitamine und Mineralstoffe sind nur eine grobe Orientierungshilfe einer eher reduktionistisch orientierten Wissenschaft. Auch Kalorien sind nichts statisches und nur eine grobe Orientierung – denn sie sagen nichts darüber aus, wie z.B. die Kohlenhydrate in unserem Körper metabolisiert werden. Immerhin bieten all diese Werte eine erste Orientierung – und um die geht es ja in diesem Artikel.

(Alternativ- und )Orthomonekularmediziner Dr. Volkmann, der viel mit hochkonzentrierten Vitalstoffgaben bei seinen Patienten arbeitet schreibt dann auch:

“Die allgemeinen Empfehlungen der DGE sind auch bei den Vitaminen in der Regel viel zu niedrig angesetzt, um optimale Körperfunktionen sicherzustellen. Zwischen Mangel und Optimum liegen bekanntlich Welten.”

Das kann durchaus sein – wobei auch dieses Bild ungenauer ist als es vorgibt zu sein. Was der Körper über den Magen- und Darmtrakt von den Stoffen aufnimmt, die in der Nahrung vorhanden sind ist ein komplett anderes Thema: Lebensmittel interagieren, behindern oder befördern die Aufnahme von Stoffen. Wer einen kaputten Darm hat – der wird wohl möglich nur sehr wenig aufnehmen und kann in dieser Zeit von Nahrungsergänzungsmittel durchaus sehr stark profitieren. Wie schon geschrieben: Zumindest sind die Referenzwerte ein erster Anhaltspunkt.

Und die Referenzwerte beim Blutbild?

Herr Dr. Volkmann äußert sich dann auch sehr kritisch darüber wie die Empfehlungen für die Referenzwerte beim Blutbild (teilweise) zustande kommen:

“Normalwerte sind ermittelt aus Massenseeren… da kommen überall Serumproben zusammen… der eine Patient hat Hepatitis B, der zweite hat eine Virusinfektion, der Dritte meinetwegen AIDS… das heißt wir haben das Serum von 100.000 und noch mehr Kranken…. und dann sagen wir das was 100.000 Kranke (Anm.: Im Durchschnitt) haben, das ist jetzt als Gesundheit gesetzt.”

Eigentlich müssten die Serumsproben von sehr gesunden Menschen als Basis dienen – aber woher bekommt man noch mal schnell 100.000 & ihr Leben lang sehr gesunde Menschen die sich auch wirklich durchgehend Top Ernähren, sich viel Bewegen, etc.?

In seinen Videos berichtet Volkmann auch, wie Werte die früher als schlecht galten heute Normalwerte wurden – weil diese eben wohl an den Durchschnitt einer immer kränkeren Bevölkerung angepasst werden. Der neue (gesenkte) Referenzwert für Cholesterin ist da schon eine gute Entwicklung, wie ich in meinem Blogpost berichtete. Nur leider ist der untere Wert von 140mg/dl totaler Quark, denn das würde für den Laien ja bedeuten, das niedrige Werte nicht optimal(er) wären (was sie hingegen sind). Und der obere Wert von 190mg/dl ist immer noch recht hoch.

Also: Die Referenzwerte sind ein guter Anhaltspunkt – nur sind Sie bei weitem keine (individuellen) Optimalwerte.

Was sind denn nun gute Empfehlungen für die Supplementation?

Tja, das ist ein spannendes Thema, denn das ist sehr individuell und abhängig von eingangs aufgelisteten Kriterien. In jedem Fall ist eine Supplementierung mit Vitamin B12 bei Vegetariern, Veganern und mit zunehmenden Alter stark angezeigt. Da über 50% der Deutschen einen Vitamin D3 Mangel haben sollte man auch hier eine Vitamin D3/K2 Supplementation in Betracht zu ziehen – mindestens aber mal einen Bluttest machen. Die beste Alternative ist natürlich das Verhalten zu ändern und im Sommer jeden Tag in der Mittagssonne ein 15-20 min. Sonnenbad zu nehmen – ohne Sonnencreme und ohne Duschen mit Seife die nächsten 24h danach.

Weitere Anhaltspunkte gibt u.a. die Webseite von Herrn Dr. Volkmann zu Vitaminen, Vitaminoiden, Mineralstoffen, Fetten und Spurenelementen. Zuguterletzt geben auch der Cronometer bzw. FDDB sehr gute Hinweise auf latente oder chronische Mängel.

Wer Tagelang nacheinander nicht einmal auf die empfohlenen Mindestwerte für einzelne oder mehrere Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitaminoide kommt – der sollte sich wirklich grundsätzlich Gedanken über seine Ernährung machen. Das Vorgehen ist aber auch hilfreich um (aktuelle) Mängel festzustellen und dann z.B. gezielt für ein paar Wochen Zink und andere Mineralstoffe einzunehmen um die Depots mal wieder richtig aufzufrischen, wie es Dr. Volkmann vorschlägt. Ggf. gehen dann auch viele Probleme ‘von selbst’ weg.

Zu einigen Sachen habe ich ja hier im Blog schon was geschrieben:

Und wie/wo man Supplemente recht günstig bestellen kann.

Das Schöne ist, das auch Dr. Jacob auch genau diesen Sachen einen Fokus legt (siehe u.a. dieser Vortrag bei min 28:18).

Dosierung von Supplementen?

Dazu möchte ich hier weniger schreiben und auf die DGE-Empfehlungen als Mindeststandard verweisen. Interessant fand ich dazu auch einen Beitrag von Dr. Volkmann zur Dosierung bei Spitzensportlern die er betreut. Im verlinkten Artikel gibt er folgendes zu den (maximalen) Dosierungen an:

Substrat Maximale Tagesdosis Substrat Maximale Tagesdosis
Zink 250 bis 500 mg Kalium bis 1000 mg
Selen 600 bis 1000 μg Magnesium bis 1500 mg
Mangan Bis 50 mg Pro-Vitamin A bis 60 mg
Chrom 600 bis 1000 μg B-Vitamine z.T bis 30-fache DGE-Empf.
Omega-3-Fss. Ca. 3,0 g Vitamin D 3 natürlich bis 40000 IE

Die Dosierungen beziehen sich dabei auf reine Supplemente ohne jegliche Zusatzstoffe sowie eine Gabe über einige Tage. Ich habe sie hier aufgelistet, so das überhaupt einmal Werte zur Diskussion stehen, die anscheinend (kurzfristig) problemlos aufgenommen werden können. Im Beitrag steht dann auch etwas zur Leistungssteigerung der Sportler sowie zur verbesserten Infektabwehr.

Ich selber wäre insb. bei den meisten A, B, C und E-Vitaminen (mit Ausnahme von B12) vorsichtig – da gibts eine Reihe von Studien die sagt das in vielen Fällen gar nicht gut ist, insb. weil hier oft chemische Ersatzstoffe zur Anwendung kommen, es viele verschiedene Formen gibt die alle verschiedenste Auswirkungen im Detail haben (u.a. C und E). Bei der 30-fachen Dosis in Bezug auf die B-Vitamine gehe ich davon aus, das es sich hier speziell um B12 handelt – und das wäre dann o.k., da hier im allgemeinen oft Dosen von 500-1000ug / Tag (Methylcolbalmin) zur Supplementation bzw. Auffrischung der Depots empfohlen werden. Ansonsten vertraue ich für die Pro- bzw. A-Vitamine auf Karotte & Kürbis, bei den B-Vitaminen lieber auf angekeimtes Getreide und bei Vitamin E auf Brokkoli und gewässerte Mandeln.

Bei den Mineralien habe ich grundsätzlich ein deutlich besseres Gefühl und bediene mich auch selber an dem Fundus. Bei Omega-3 Fetten aus Fischölkapseln währe ich vorsichtig – und esse selber lieber fettreichen Fisch.

Worauf ist bei Supplementen zu achten?

Das habe ich bereits hier zusammengefasst. Konkrete Produktempfehlungen (Hersteller) kann ich und werde ich nicht nennen bzw. geben.

Ganz wichtig in diesem Kontext: Dr. Volkmann weißt in seinem Buch (S. 170)  auch noch einmal auf die Risiken von chemisch veränderten Vitaminen hin, welche unser Körper nicht kennt und für die es keine entsprechenden Entgiftungssysteme im Körper gibt. Ähnliches gilt für die Mineralstoffe und Spurenelemente – er verwendet dabei nur Verbindungen die auch in der Nahrung bzw. dem Körper vorkommen. Gerade deswegen finde ich die Supplementierung mit (isolierten) Vitaminen kritisch – weil es für den normalen Verbraucher sehr schwierig ist zwischen den ggf. wirksamen Formen (z.B. Folat und nicht Folsäure, natürlicher und synthetischer Quelle) zu unterscheiden und oft viele schädliche Zusatzstoffe zugesetzt werden. Weiß man halbwegs was man macht – dann können auch die Vitamine sehr hilfreich sein.

Grundsätzlich würde ich jedoch von einer Dauer-Supplementierung mit Vitaminen (außer dem Hormon D3 und Vitamin B12) absehen und anstreben dieses über eine pflanzliche Ernährung mit Keimkost zu mir zu nehmen. Unkritischer sehe ich wie schon erwähnt die Mineralstoffe & Spurenelemente.

Multivitamin- & Mineralstoffprodukte & überhaupt?

Die Kombiprodukte, die ich mir mal angeschaut habe fand ich alle gruselig – einzig die Two-Per-Day von LEF wären für mich eine temporäre Option – in Bezug auf kritischen Phasen oder bei Mangelernährung. Meist jedoch enthalten die Supplemente viel zu viele Zusatzstoffe, Folsäure anstatt Folat, zu viele chemisch erzeugte Vitamine und ungünstige Dosierungen & Formen bei den Mineralstoffen und Spurenelementen. So sind oft nur die ‘billigen’ Formen von bestimmten Wirkstoffen, die dann vom Körper aber nicht optimal aufgenommen werden können. Oft sind einige Vitalstoffe auch stark unterdosiert und andere meines erachtens zu hoch dosiert (z.B. einzelne B-Vitamine oder Eisen, das bei Fleisch- und Mischköstlern oft schon viel zu viel vorhanden ist).

Ich würde da eher die Finger von lassen und viel Gemüse & Obst (min. 1Kg/Tag) & Vollwertig (Naturbelassen) essen – weil das nicht gemacht wird, kommt es doch meist erst zum Nährstoffmangel und dem ausgehungerten Mikroben im Darmtrakt.

Abschluss

Letztendlich ist das ganze ein sehr komplexes Thema – ich bin kein Experte in Biochemie und der (eventuelle) Glauben das irgendwer das ganze komplexe System in unserem Körper versteht ist verwegen. Optimal ist eine abwechslungsreiche pflanzlich-vollwertige Kost – das ist das was ziemlich sicher ist (u.a. das Buch ‘China Study’ oder Dr. Jacobs sehr gutes Buch ‘Dr. Jacobs Weg‘).

Auf dem Weg dahin – oder bei spezifischen Mängeln, Krankheiten und Leiden – können einzelne oder eine Kombination von Mikronährstoffen als Supplemente durchaus Helfen. Vitamin B12, Jod, Selen, Magnesium, Zink und ggf. auch Bor sehe ich hier als die Klassiker an. Vitamin D3 und K2 können sehr hilfreich sein.

Ich hoffe ich konnte dem geneigten Leser einige Anregungen in diese Thematik geben 🙂


Links

 


Wichtig: ‘Supplementieren’ meint im Kontext dieses Artikels nicht unbedingt in Form von Pulvern oder Tabletten – die Mikronährstoffe können (bzw. sollten insb. Langfristig) auch elegant über Lebensmittel zugeführt werden.

Ein Gedanke zu „Zu Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Fettsäuren und Vitaminoiden

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