Etwas zur HPU (Hämopyrrollaktamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie), Entgiftung, Vitamin B6 (P5P), Zink, Mangan, Kupfer & Co.

By | 12. Februar 2019
Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese.

Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese – mit teils schwerwiegenden Folgen. Quelle: Pixabay

Immer wieder hier im Blog schreibe ich über HPU und KPU – speziell im Kontext Entgiftung, BindemittelSchwermetall-Belastungen, der Schilddrüse, Neuro-Transmittern, und einigen Vitaminen (insb. Vitamin B6) sowie Mineralien bzw. Halbmetallen (u.a. Zink, Mangan und Kupfer).

Was all diese Themen mit der HPU zu tun haben – und wie viele Menschen davon meist unerkannt betroffen sind – möchte ich in diesem Artikel anreißen.

Hinweis: Hier gehts zur HPU-Übersichtsseite – dort werden in Zukunft alle weiteren Beiträge im Kontext HPU verlinkt.

Warum ist mir das Thema HPU so wichtig?

Ich halte die HPU – welche ich gleich noch im Detail erkläre – für einen der genetischen (bzw. irgendwie im Leben erworbenen) Faktoren, der ganz entscheidend für die schwere vieler Symptome und/oder Krankheitsverläufe sein kann. Warum? In Kürze: Weil eine HPU wohl einen übermäßigen Verlust (und damit letztendlich einen Mangel) an Zink & aktivem Vitamin B6 (P5P) zu Folge hat.

Viele Ärzte & Co. [1, 2, 3 ,4, 5, 6] sind ebenfalls der Ansicht, das wenn bei vielen Beschwerden, Symptomen oder Krankheiten die HPU (bzw. KPU) nicht erkannt (und entsprechend berücksichtigt) wird – Therapien nicht oder nur schlecht(er) greifen. So haben nach Schätzungen [1] ca. 50% der Menschen in psychotherapeutischer Behandlung gar kein ‘Psycho’-Problem, sondern ein biochemisches -> meint einen Mangel an Zink & Vitamin B6 und damit in Folge oft auch einen Mangel an Neurotransmittern (sowie andere Probleme).

So sollten nicht die Symptome einer (meist unerkannten)HPU als eigenständige Krankheit behandelt werden (was sie nicht sind), sondern die HPU als (Mit-) Ursache. Wie geht das? Primär wohl mit sehr günstigen Mikronährstoffen!

Ist eine HPU ein exotisches Problem? Nein, denn es wird angenommen das (mindestens) ca. 10% der Frauen und ca. 1% der Männer von der HPU betroffen sind [1]. Allerdings gibt es auch Ärzte, wie z.B. Dr. J. Mutter, die eher von 20-30% der Bevölkerung ausgehen. Angesichts der Anzahl positiver Test auf HPU (und auch KPU) die ich kenne und gesehen habe kann ich die erstgenannten Einschätzungen nicht mehr teilen – und bin eher bei den Zahlen von Dr. J. Mutter. Auch sehe ich keine 10-fach höhere Häufung bei Frauen – sondern eher die Tendenz Richtung Gleichstand. Allenfals sind Frauen subjektiv beurteilt bei Ihrer Gesundheit ‘mehr hinterher’ als Männer.

Was ist die HPU? und was die KPU?

Die HPU (Hämopyrrollaktamurie) ist nach aktueller Erkenntnislage wohl eher eine genetisch veranlagte mitochondriale Stoffwechselstörung. Durch die von der HPU ausgelösten Störung kommt es dann zur Fehlbildung des Häm, was dann als eine Form der Porphyrie bezeichnet wird. Die Störung kann aber wohl auch durch Schwermetallbelastung und nitrosativen Stress ausgelöst werden (-> Epi-Genetik). Hier erst mal eine ganz kurze Erklärung zum Fachchinesisch:

  • Genetisch veranlagt / vermittelt -> Vererbbar bzw. durch Vererbung erworben -> Lebenslotto.
  • Mitochondrien -> Den “Energiekraftwerken” unserer Zellen -> Ohne die geht nix.
  • Stoffwechselstörung -> Die pathologischen (krankhaften) Abweichungen der Stoffwechsel­vorgänge -> Etwas geht schief.
  • Häm -> eine Eisenverbindung (Proteingruppe) und z.B. Farbstoff der roten Blutkörperchen -> Sauerstofftransport & Co.
  • Porphyrie -> Störung der Häm-Synthese -> Obergruppe unter die auch eine HPU fällt.

Wo bei einer HPU das ganze (eher) genetisch vermittelt ist – geht man bei einer KPU (Kryptopyrrolurie) von einer (durch irgendwelche Umweltfaktoren) erworbenen Störung der Häm-Synthese aus, bei der jedoch andere Komplexe betroffen sind ausgeschieden werden.

Was ist so problematisch an der HPU?

Das fehlgebildete Häm wird vom Körper unter Verlust (durchaus) großer Mengen von aktivem Vitamin B6, Zink und auch Mangan über den Urin in Form von Hämopyrrollaktam (HPL-Komplex) ausgeschieden. Je nach schwere der HPU ist der Verlust an diesen Stoffen höher bzw. geringer. (Genug) Häm spielt jedoch eine ganz große Rolle beim Sauerstofftransport in die Zellen (-> Energieproduktion) und ist auch Wichtig für die Bildung von P450-Enzyme, welche essentiell für die (Phase-1)-Entgiftung sind [6].

Warum ist der Verlust so schlimm? Die Entgiftungs-Systeme (und anderes) funktionieren nicht auf ‘normalem’ Level – speziell unter Stress (Psychisch, Physisch), verschärften Umweltbedingungen (u.a. Chemikalien, Luftverschmutzung, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Chemikalien in Körperpflegeprodukten, EMF’s) sowie Vergiftungen (z.B. durch Amalgam).  Kommt dann noch eine Mangel-Ernährung hinzu (also genau dem, was ca. 90% der Menschen machen…) wird es brenzelig.

Das bedeutet in kürze: Die Menschen die eine HPU haben verlieren ganz viel Vitamin B6, Zink und ggf. auch relevante Mengen an Mangan (wobei Mangen ‘tricky’ ist und es nicht immer fehlt – aber eine Supplementierung bei ‘Nichtmangel’ ungut ist). In der Regel verlieren die Menschen (deutlichst) mehr Zink & akttives B6 als Sie je über die Nahrung kompensieren können. Das führt dann (über die Zeit) zu stofflichen Mängeln im Körper -> nicht gut. Über die Jahre und mit dem Alter können sich dann verschiedenste Probleme durch die potentielle Mangelversorgung summieren.

Was sind konkrete Folgen eines Zink-, B6- und (ggf.) Mangan-Mangels?

Ganz einfach: Alles was im Körper biochemisch mit Zink, Vitamin B6 und auch Mangan zusammenhängt funktioniert mangels Versorgung nur noch eingeschränkt:

  • Die Entgiftungssysteme (u.a. Superoxid-Dismutase, Glutathion-Peroxidase, Leber),
  • die ganze Immun- und Infektabwehr (u.a. Zinkmangel),
  • die körpereigene Taurin, Q10, L-Carnitin, Kreatin-Synthese
  • Neurotransmitter-Synthese (Serotonin -> Melatonin, Noradrenalin, Dopamin, Histamin, GABA, SAMe), Cortisol
  • Histamin-Abbau und Magensäurebildung
  • Eiweißverwertung, Um- und Abbau von Amminosäuren
  • Aktivierung von B6 (-> Zink)
  • Homocystein-Abbau
  • Bildung von Schilddrüsen-Hormonen (u.a. T4)
  • etc. pp.

Wer sich ggf. schon länger mit Vitaminen, Mineralstoffen & Co. beschäftigt, der wird hier hellhörig: Denn ohne (genug) Neurotransmitter sind schnell Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Depressionen & Co. auf dem Plan. Denn wenn es mit der Entgiftung nicht mehr so richtig klappt, dann sammelt sich ‘viel Müll’ in den Zellen und im Körper an bzw. wird nicht ordentlich entsorgt. Wie wichtig genug Taurin, Kreatin und Carnitin sind – darüber habe ich ja schon einen eigenen Artikel hier im Blog verfasst. Das ohne ausreichend Zink dann auch noch die Aktivierung von Vitamin B6 kompromittiert wird – ist dann schon ein Teufelskreislauf. Viel Homocystein (-> Blutwerte) muss also nicht unbedingt an einem B12 oder Folsäure-Mangel liegen.

Wichtig: Auch die Häm-Synthese ist kompromittiert – und Häm ist wiederum für die NO-Synthase(n) (NOS) relevant. Funktionieren die NOS nicht richtig, dann gibt es vermehrt nitrosativen Stress -> mit in der Folge weiteren Entgleisungen des Stoffwechsels, der vermehrten Bildung von freien Radikalen -> u.a. Peroxinitrid (ONOO). So schreibt Dr. Strienz [5], das gerade HPU- und KPU’ler seiner Erfahrung nach Elektrosensibel sind – was natürlich 1:1 zu den Theorien von Dr. M. Pall in Bezug auf den Nitrostress und NO-Synthase-Entgleisung passt. Das Thema Elektrosmog wird leider von fast allen – auch den Betroffenen verdrängt….

Etwas zur (grundsätzlichen) Behandlung einer HPU

Hierzu finden sich im Internet allerlei ‘Rezepte’. Allerdings bedenken viele dieser Vorschläge nicht den jeweils individuellen Status der Menschen mit HPU und empfehlen wirklich (für mich) teils absurd hohe Dosen an aktiven Vitamin B6 (P5P), teils sehr viel Zink und auch hohe Mengen an Mangan. Dazu gibt es dann auch noch eine Reihe von HPU/KPU-Spezifisch vermarkteten Kombi-Präparaten – die jedoch die individuellen Umstände gleich mal gar nicht adressieren bzw. berücksichtigen (können).

Grundsätzlich jedoch basiert die Behandlung einer HPU auf folgenden Mikronährstoffen in Form von Supplementen [1]:

  • Zink
  • Aktives Vitamin B6 (P5P)
  • Magnesium
  • Mangan (… meiner Erfahrung nach mit maximaler Vorsicht zu geniessen, nur nach Kontrolle durch Blutwerte!),
  • fast immer Taurin (und andere B6-abhängige Substanzen und Aminosäuren wie z.B. 5-HTP),
  • etc.

… wobei bei Zink & B6 in der Regel niedrige Einstiegsdosierungen gewählt werden. Warum? Weil durch die Gabe von Zink & B6 die Entgiftungssysteme aktiviert werden – und z.B. Quecksilber aus den Zellen mobilisieren kann. Zu viel ‘Mobilisierung’ auf einmal ist hier in keinem Falle gut, speziell wenn dieses nicht gebunden werden kann (-> Zeolith, Pektine / MCP, Huminsäure, etc.). Je nach den ‘restlichen’ Baustellen kommen dann natürlich noch Sachen dazu – z.B. bei einer Belastung mit Quecksilber… (-> andere B’s, Molybdän, Selen, bestimmte Aminosäuren, teils auch Chrom, etc.)

Das eine Optimierung der Ernährung (und der Lebensgewohnheiten) die langfristige Basis für den Behandlungserfolg ist, das versteht sich für mich von selber. Die Wichtigkeit der Zufuhr von Mikronährstoffen über die Lebensmittel stellt für mich einen fundamentalen Schritt zur Genesung dar, dessen Wichtigkeit meist nicht stark genug betont wird. Zudem vermeidet man über entsprechende Ernährung auch eine weitere Vermüllung des Körpers (u.a. Pestizide & Co – in allem was nicht Bio ist) und reduziert u.a. Stoffe deren Verarbeitung und Ausscheidung für den Körper viel Stress bedeutet. Viele Tips dazu habe ich denn auch hier zusammengefasst.

Worauf bei der HPU-Behandlung unbedingt zu achten ist!

Stop! Quelle: Pixabay

Viele allgemeine Empfehlungen vergessen, das gerade viele Menschen mit einer HPU – gerade mit zunehmenden Lebensalter – spezifische Probleme (angesammelt) haben. Diese müssen nach meiner Ansicht unbedingt – und individuell – berücksichtigt werden und umfassen u.a. [12]:

  • Eine Schwermetallbelastung (u.a. durch Zahn-Amalgam -> Quecksilber)
    • Das Problem: Es hat sich über die Jahre der Unterfunktion der Entgiftungssysteme viel ‘Müll’ angesammelt.
    • Hier sollte dann ggf. auch auf Molybdän (als Supplement) geachtet werden.
  • Eine Kupfer-Überladung der Zellen durch den jahrelangen Mangel an Zink
    • Welche sich nicht so einfach (nur) durch einen Serums- oder Vollblutwert nachweisen lässt.
    • Gerade Menschen mit einer hohen Quecksilber-Belastung haben oft einen (ausgeprägten) Zink-Mangel
    • Aber zu wenig Kupfer ist auch nicht gut – also messen!
    • Tip: Serum oder Vollblut reicht alleine nicht – das ganze sollte Coeruloplasmin-Korreliert werden -> ‘Freies Kupfer’ und wird optimaler Weise durch eine Haar-Analyse ergänzt, die der Therapeut aber auch ‘lesen & deuten’ können muss…
      • Allerdings verzerren hohe Entzündungs-, schlechte Leber- und Schilddrüsenwerte die Kupferdiagnostik.
  • Das zu viel Mangan auch Pro-oxidativ wirken kann.
    • Denn nicht allen Menschen mit einer HPU fehlt auch wirklich Mangan!
    • und zu viel Mangan (z.B. 10 mg/Tag) kann auch (Vergiftungs-) Symptome hervorrufen!
      • oft werden Dosen im 1-2 mg schon nicht vertragen und
      • auch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) warnt vor der Gabe von Mangan ohne diagnostizierten Mangel.
    • Mangan also nur bei nachgewiesenem Bedarf supplementieren (-> Blutwerte)!
  • Das hohem Histaminspiegel bzw. Probleme mit dem Histaminstoffwechsel vorab geklärt werden sollten
    • Wobei Vitamin B6-P5P beim Histaminabbau hilft bzw. notwendig ist.
  • Das ohne eine gut funktionierende Schilddrüse (u.a. T3/4) die Zell-Entgiftung

Das Problem: Denn werden einfach auf ‘Hau-Ruck’ hohe Mengen an B6-P5P und Zink zugeführt, so können auf einmal Stoffwechselvorgänge (re-)aktiviert bzw. verbessert werden, welche Jahrelang ‘brach’ lagen. Dies kann dann ggf. zu Entgiftungskrisen führen, da die (vielen) aus den Zellen und Organen freigesetzten Schwermetalle & Co. nicht effektiv gebunden und ausgeleitet werden. Durch eine hohe Zufuhr von Zink kann dann auch (ggf. zu viel vorhandenes) Kupfer (auf einmal) aus dem Zellen freigesetzt werden – und (zumindest meinem Wissens nach) zu einer Kupferüberlastung führen (-> viel freies Kupfer im Blut). Nicht Gut!

Wichtig: Eine umfassende Diagnose (inkl. Blutwerte, Schilddrüse, Hormonsystem, Neurotransmitter & Co.)

Der Gabe und individuellen Dosierung von B6 und Zink, ggf. auch Mangan, sollte aus meiner Sicht also erst einmal eine Anamnese durch den Therapeuten vorausgehen, in der das Schwermetall-Risiko bzw. die potentielle Belastung abgeschätzt wird. Zudem sollte der Kupfer-Status, Bioaktives B6, Aminosäuren (insb. Taurin), Zink-, Mangan– und Selen-Spiegel im Vollblut gemessen werden. Wichtig sind jedoch auch die Schilddrüse (plus Ultraschall), die Nebenniere, das Steroid-Hormonsystem und optimaler Weise auch die Neurotransmitter (NeuroSpot 24h Test) zu überprüfen.

Bei den Blutwerten ist zu beachten, das es Vitamin B6 in vielen Varianten gibt. Herkömmliche Spiegel-Bestimmungen erfassen nur einen der Metabolite (Varianten), weswegen es sinnvoll sein kann alle bioaktiven Varianten zu erfassen (-> ‘B6 Bioaktiv’, z.B. IMD-Berlin) [14]. Zumindest sollte jedoch das aktive B6 in der Form P5P erfasst werden.

Weiterhin gibt es toxische Antagonisten in Bezug auf die verschiedenen Mikronährstoffe – welche bei einer Schwermetall-Belastung relevant sein können (u.a. weil Sie sich Transporter teilen oder mit den Mikronährstoffen verbinden und letztere dann nicht mehr zur Verfügung stehen) [14]:

  • Cadmium wirkt dem Zink entgegen (verdrängt Zink aus Bindungsstellen)
    • Sehr relevant bei der HPU
  • Nickel senkt Magnesium
  • Blei lagert sich statt Calcium (als Blei-Phosphat) im Knochen ein.
  • Aluminium verdrängt Eisen aus seinen Bindungsstellen
    • fördert u.a. die Fenton-Reaktion und mehr freie Radikale.
  • Quecksilber & Arsen binden an Selen (was dann nicht mehr zur Verfügung steht)
    • und fördern u.a. dessen Ausscheidung.

Insofern kann es auch sinnvoll sein, die Belastung an Schwermetallen zu erfassen um die Ursache von A-Typischen Mikronährstoff-Mangeln aufzudecken. Ich selber nutze dafür lieber einen (ganz bestimmten) Haar-Test und keine Blutwert-Diagnostik (welche ihre eigenen Probleme hat).

Dann Entgiftungs-Organe (Leber & Co. ) stabilisieren…

Nach der Anamnese kann in Verbindung mit einem informierten Arzt ein Plan ausgearbeitet werden wie zu verfahren ist. Hier wird dann in der Regel erst mal aufgebaut & stabilisiert (z.B. die Leber mit Taurin und Mariendistel) und vorab mit der Einnahme von geeigneten Bindemitteln begonnen.

Letzteres ist wichtig für die spätere Bindung von dann ggf. freigesetzten Stoffwechsel-Metaboliten, Schwermetallen – denn B6-P5P aktiviert (nach langem Mangel) den Stoffwech – wie auch Zink. Begleitende Supplemente sind dann oft z.B. Q10, Magnesium, Taurin, essentielle Aminosäuren (L-Formen), andere Mikronährstoffe damit alle Systeme im Körper (je nach individuellem Mangel oder Defizit) gut versorgt sind [12] und oft erst später aktivierende Dinge wie z.B. Selen,

In Bezug auf die Bindemittel wird es noch einige Beiträge geben – aus meiner Sicht sind diese aber zwingend notwendig. Hier gibt es ein breites Spektrum (u.a. Huminsäuren, Zeolithe, Pektine), wobei insbesondere darauf geachtet werden sollte, das diese Stoffe nicht selber Schwermetalle mobilisieren und ggf. umverteilen (wie z.B. Chlorella!). Wichtig ist  – wie schon geschrieben – im ersten Schritt zu stabilisieren, zu binden und erst dann zu aktivieren – sonst werden die Entgiftungssysteme ‘überrannt’. Pickel sind dann oft das kleinste Problem.

… und erst danach mit B6-P5P und Zink anfangen!

Bei Zink und auch Vitamin B6 (P5P) würde ich selber dann eher zurückhaltend mit der Dosis angefangen und langsam (bis auf einen Zielwert) steigern. Wichtig für mich dabei:

  • Ich würde (zu Anfang) von hohen Dosen an Vitamin B6 P5P (> 10 mg) [10][11] und Zink (>15-30 mg) in der Regel klar absehen – und deutlich darunter anfangen.
  • Bei B6 halte ich für mich um die 10 mg / Tag (optimal verteilt über den Tag) in Kombination mit sinnvollen Mengen der begleitenden Supplemente als Endwert in der Regel für ausreichend.
    • Steigern über die 10 mg würde ich hier erst einmal nicht -> den Therapeuten fragen.
    • Anfangen würde ich deutlich darunter….
  • Bei Zink sind 10-15 mg/Tag für mich selber ein sinnvoller Wert zum Starten – optimal zu der Mahlzeit mit den wenigsten Phytinsäuren. Denn auch hier wird die (Zell-)Entgiftung verbessert bzw. beschleunigt.

Das Problem wenn B6 und Zink zu schnell zu hoch dosiert werden: Die Entgiftungssysteme des Körpers könnten überfordert werden. So wird optimaler Weise vorher die Ernährung und der Lifestyle verbessert und min. 2-4 Wochen vorab der Einnahme von Zink und B6-P5P mit den Bindemitteln begonnen. Auch auf Co-Faktoren wie Biotin (auch wichtig für die Häm-Synthese [9]) sollte geachtet werden – wobei dieses in vielen (besser niedrig dosierten) B-Komplexen enthalten ist. Da Biotin im Magen mit den Transportern für B12 und B5 konkurriert sind hier Mega-Dosen von Einzel-NEMs für mich nicht sinnvoll – denn alles hat Interaktionen mit irgend etwas anderem im Körper…

Auf die Einnahme von Kupfer (u.a. in vielen Multivitaminpräparaten) sollte jedoch in der überwiegenden Regel verzichtet werden – ebenso wie (erst einmal) auch Jod bei Menschen mit autoimmunen Störungen der Schilddrüse (-> weswegen auch hier eine vorherige Bestandsaufnahme wichtig ist) [1][12]. Auch Eisen ist nicht unproblematisch (-> Pro-Oxidativ): Ferritin-Serumswerte >über 70 halte ich in der Regel für unnötig, speziell mit dem Hintergrund von Schwermetallbelastungen. Bei zu geringen Werten (z.B. <30) sollte natürlich was getan werden [12].

Wichtig: Dieser Text-Beitrag ist keine Anleitung für eine Eigentherapie – Die genaue Vorgehensweise ist in jedem Falle mit dem Arzt oder (einem wirklich qualifizierten) Therapeuten (der kein Chlorella nutzt -> sonst gleich weiter schauen…) individuell auf Basis einer umfangreichen Anamnese und Diagnostik abzusprechen. Dazu gehört dann auch ein umfangreiches Blutbild – das schon mal ein paar hundert Euro kostet. Deswegen nenne ich hier auch nur Anhaltspunkte, aber keine konkreten Mengen und Regeln für eine Dosierung von Supplementen, welche es auch nicht ‘pauschal’, sondern oft nur Fall-Spezifisch geben kann. Wichtig ist, das es später wirklich ein Behandlungskonzept gibt!

Weitere Meinungen & Ergänzungen zu HPU/KPU?

Mein lieblings-kontroverser Arzt, Dr. Jack Kruse, hat auch eine Meinung zu HPU / KPU und den ganzen Krankheiten & Symptomen die mit dieser Verbunden sind – und warum die Verbesserung auch mit supplementierung irgendwo stoppt. Kruse schreibt [13]:

“All are related to the destruction of the melanopsin/retinol mechanism. The reason why HPU/KPU people eventually stall on reversals is that they never fully treat their environmental deficits that cause melanopsin/retinol defects to persist. Their doctors never recommend this because they do not know anything about how melanopsin works to control the peripheral clock gene mechanism linked to the mtDNA defects”.

Was bedeutet das in Kürze? oder Deutsch? Dazu noch ein anderer Auszug von Kruse:

“Melanopsin works directly with the Vitamin A cycle (retinol) in the retina/ brain to allow neurons in the non visual imaging pathways to create a timing mechanism to tell about the photoperiod of the environment”

In Kürze: Mit viel Kunstlicht, zu viel künstlichem Blaulicht, hinter Glas-Scheiben, ohne das Morgenlicht draußen in der Natur + einem Mangel an Retinol wird die HPU nicht besser werden oder verschwinden. Kann das sein? Klar, warum nicht? Lest dazu gerne auch meine Artikel über Licht.

Mein Fazit

Ich halte die HPU (aber auch zu die KPU) für einen der essentiellen Faktoren der Pathogenese vieler Krankheiten (bzw. Symptome). Dabei kann eine HPU systemische Entgleisungen durch Nitrostress (u.a. Chemikalien, EMF & Co.), ein umbalanciertes Hormonsystem (z.B. Schilddrüse, Nebennieren, Cholesterinsenker) oder auch fehlende Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Melatonin & Co.) massiv befördern. Wird die (eventuelle zu Grunde liegende) HPU übersehen, dann können meiner Ansicht nach viele Therapien nicht richtig greifen!

Dabei ist die HPU aus meiner Sicht oft nur ein kleiner Faktor – der aber für das Therapie-Konzept entscheidend ist. Besteht eine HPU, dann muss vorher das Programm mit der Stabilisierung, dem Aufbau, den Bindemitteln und dem Einschleichen von B6-P5P und Zink begonnen werden. Einfach “hau-Drauf” mit Zink, SD-Hormonen, einem B-Komplex & Co. ist da für mich nicht angesagt. Alles ganz sachte…

Das Tolle: Die Behandlung einer HPU ist in der Regel wohl mit einfachen Mikronährstoffen sehr gut möglich [1, 2, 5] – ohne krasse Neben- oder Wechselwirkungen wie bei vielen pharmazeutischen Medikamenten. Nicht so schön ist, das diese Supplementierung dann eine Dauereinrichtung für die betroffenen wird – denn so wie ich die Sachlage verstehe geht der mitochondriale Gen-Defekt, der zur Fehlbildung des Häm führt, nicht mehr weg. Aus meiner Sicht ist das so aber alles gut – weil die Alternative (nichts zu tun) eben auch keine richtige Alternative ist.

Und eine Bitte: Lasst die Finger von Chlorella (Bärlauch & Koriander), Gluthation (GSH) und Alpha-Liponsäure (ALA) – Oral, Liposomal und Intravenös wenn eine Belastung mit Schwermetallen (insb. Quecksilber) nicht Tip-Top abgeklärt ist und zu 100% ausgeschlossen werden kann! Die Einnahme von ALA unterliegt weiteren Einschränkungen und Rahmenbedingungen, auf welche ich in zukünftigen Artikeln noch im Detail eingehen werde. ALA sollte ohne Abklärung einer Schwermetallbelastung mit Quecksilber, Rest-Amalgam im Mund, etc. pp aus meiner Sicht nicht als NEM oder als Bestandteil in NEM eingenommen werden. Mehr könnt Ihr zwischenzeitlich auch hier lesen.

Exkurs vor Toresschluss: HPU & Co. – und die ‘Standard-Medizin’

… für es eine HPU (eher) nicht gibt….

Das ‘Problem’ das ich bei dem ganzen sehe: Eine HPU kann mit einfachen Mikronährstoffen, ganz ohne Pharmazeutika behandelt werden. Das mag sich paradox für einige Leser ‘lesen’ – welche ich bitte einmal etwas mehr darüber nachzudenken. Mehr schreibe ich hier nicht dazu – obwohl ich es könnte. Es mag jeder seine eigenen Gedanken kreisen lassen.

Was ich am Ende noch sehr interessant fand ist das Biochemiker(innen) [1], Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin [1], Psychotherapeuten [4], Allgemeinärzte [5], Heilpraktiker [4, 6] das ganze dann noch deutlich anders sehen als die “Kommission ‘Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin'” des Robert-Koch-Institutes (RKI) das uns jedes Jahr u.a. die (Grippe-) Impfungen empfiehlt.

So braucht der Bericht des RKI ca. 7 Seiten und viel hin- und her um am Ende zum Schluss zu kommen, das es so etwas wie eine HPU oder KPU bzw. ‘Pyrrole’ zwar durchaus geben könnte – aber eine Diagnose bzw. Untersuchung des Urins zum Nachweis letztendlich keinen Sinn macht und nicht zu empfehlen sei:

“Untersuchungen zur Diagnose der Pyrrolurie können demnach beim gegenwärtigen Stand der Wissenschaft nicht empfohlen werden.”

Das RKI rät also von einer einfachen Urin-Untersuchung ab. Dies, weil nach den Autoren:

“keine ausreichenden, dies begründenden Untersuchungsergebnisse vorliegen [keine eindeutige Identität der Substanz und kein Bezug zu Erkrankungen] und theoretische Überlegungen [sehr breites Symptomenspektrum] gegen eine Anwendung sprechen“

Es ist nur komisch das viele Ärzte in der Praxis eine deutliche Korrelation zischen den Testergebnissen, den Symptomen und der Behandlung sehen. Zwar sagt das RKI-Dokument nicht, das niedrig dosiertes Zink, Vitamin B6, Magnesium & Co. – welche man in jedem Drogeriemarkt und jeder Apotheke einfach und frei kaufen kann – nicht wirken würden, die Autoren machen jedoch  mit Ihrer Empfehlung (aus meiner Sicht) den ersten Schritt in eine Behandlung madig: Die Diagnose.

Das die Pyrrole im Urin mit verschiedenen Verfahren festgestellt werden (u.a. Kryptopyrrol, Hämopyrrol) wird dann noch als negativ dargestellt – wobei hier einfach zwei (oder mehr) verschiedene Dinge gemessen werden: Eine HPU ist eben etwas anderes wie eine KPU – wobei beide mit einander eine ähnliche Symptomatik teilen. Das eine über Pyrrole im Urin diagnostizierte HPU, etc. letztendlich multisystemische Folgen haben kann (was Biochemisch mit jedem einschlägigen Fach- und Lehrbuch leicht erklärbar ist) wird im RKI-Dokument dann sogar (indirekt) noch als Kritikpunkt hervorgestellt (-> “sehr breites Symptomenspektrum“).

Fazit Fazit 😉

Jeder mag selber entscheiden welchen Weg er zuerst bzw. komplementär gehen möchte: a) auf eine mögliche HPU zu testen – und in Zusammenarbeit mit einem Arzt oder HP dann ggf. erst einmal Mikronährstoffe & Co. zu ergänzen oder b) ausschließlich zu versuchen die ggf. multiplen Krankheits-Symptome (nur) mit der Standard-Medizin unter Einsatz von z.B. (aber nicht nur) pharmazeutischen Medikamenten, Blutdruck- und Cholesterin-Senkern, Psychopharmaka & Co. zu lindern.

Das Ding das ich für mich sehe: Mikronährstoffe sind nicht patentierbar… und wenn auf einmal ganz viele Krankheiten so billig ‘weg zu machen’ bzw. zu lindern sind – dann ist das (leider) nicht im (finanziellen) Interesse aller. Wer meint, das diese These (oder Anspielung) weit her geholt ist – der soll es meinen: Jeder ist seines Glückes (und Gesundheit) eigener Schmied….


Anm.: Normal verlinke ich hier keine Produkte – jedoch ist der HPU-Test von Keac der einzige in Europa den ich kenne, der allem Anschein nach konkret eine HPU bestimmt. So wird der Keac-Test auch ausdrücklich von Frau Dr. Ritter (HPU-Buch) empfohlen [1], welche ich als Biochemikerin in diesem Zusammenhang als sehr kompetent einstufe.


Links / Quellen