Etwas zur HPU (Hämopyrrollaktamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie), Entgiftung, Vitamin B6 (P5P), Zink, Mangan, Kupfer & Co.

By | 12. Februar 2019
Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese.

Bei HPU kompromitiert: Die Häm-Synthese – mit teils schwerwiegenden Folgen. Quelle: Pixabay

Immer wieder hier im Blog schreibe ich über HPU und KPU – speziell im Kontext Entgiftung, BindemittelSchwermetall-Belastungen, der Schilddrüse, Neuro-Transmittern, und einigen Vitaminen (insb. Vitamin B6) sowie Mineralien bzw. Halbmetallen (u.a. Zink, Mangan und Kupfer).

Was all diese Themen – und mehr – mit der HPU zu tun haben – und wie viele Menschen davon meist unerkannt betroffen sind möchte ich in diesem Artikel anreißen.

Hinweis: Hier gehts zur HPU-Übersichtsseite – dort werden in Zukunft alle weiteren Beiträge im Kontext HPU verlinkt.

Warum ist mir das Thema HPU so wichtig?

Ich halte inzwischen die HPU – welche ich gleich noch im Detail erkläre – für einen der genetischen (bzw. im Leben erworbenen) Faktoren, der ganz entscheidend für die schwere vieler Symptome und/oder Krankheitsverläufe sein kann.

Dabei gehe ich mit der Meinung vieler Ärzte & Co. mit [1, 2, 3 ,4, 5, 6], das wenn bei vielen scheinbaren Beschwerden, Symptomen oder Krankheiten die zu Grunde liegende HPU (bzw. KPU) nicht erkannt wird – Therapien nicht oder schlecht(er) greifen. So sind nach Schätzungen [1] ca. 50% der Menschen in psychotherapeutischer Behandlung kein ‘Psycho’-Problem, sondern ein biochemisches!

So sollten nicht die Symptome einer (meist unerkannten und zu Grunde liegenden) HPU als eigenständige Krankheit behandelt werden (was sie nicht sind), sondern die HPU als Ursache: Mit Mikronährstoffen!

HPU ein exotisches Problem? Nein, denn es wird angenommen das (mindestens) ca. 10% der Frauen und ca. 1% der Männer von der HPU betroffen sind [1]. Allerdings gibt es auch Ärzte, wie z.B. Dr. J. Mutter, die eher von 20-30% der Bevölkerung ausgehen. Angesichts der Anzahl positiver Test auf HPU (und auch KPU) die ich kenne und gesehen habe kann ich die erstgenannten Einschätzungen nicht mehr teilen und bin eher bei den Zahlen von Dr. J. Mutter. Auch sehe ich keine 10-fach höhere Häufung bei Frauen – sondern eher einen Gleichstand.

Was ist die HPU? und was die KPU?

Die HPU (Hämopyrrollaktamurie) ist nach aktueller Erkenntnislage wohl primär eine genetisch veranlagte mitochondriale Stoffwechselstörung. Durch die Störung kommt es zur Fehlbildung des Häm, was dann als eine Form der Porphyrie bezeichnet wird. Die Störung kann aber wohl auch durch Schwermetallbelastung und nitrosativen Stress ausgelöst werden. Hier erst mal eine ganz kurze Erklärung zum Fachchinesisch:

  • Genetisch veranlagt / vermittelt -> Vererbbar bzw. durch Vererbung erworben -> Lebenslotto.
  • Mitochondrien -> Den “Energiekraftwerken” unserer Zellen -> Ohne die geht nix.
  • Stoffwechselstörung -> Die pathologischen (krankhaften) Abweichungen der Stoffwechsel­vorgänge -> Etwas geht schief.
  • Häm -> eine Eisenverbindung (Proteingruppe) und z.B. Farbstoff der roten Blutkörperchen -> Sauerstofftransport & Co.
  • Porphyrie -> Störung der Häm-Synthese

Wo bei einer HPU das ganze genetisch vermittelt ist – geht man bei einer KPU (Kryptopyrrolurie) von einer (durch irgendwelche Umweltfaktoren) erworbenen Störung der Häm-Synthese aus, bei der jedoch andere Komplexe betroffen sind ausgeschieden werden.

Was ist so problematisch an der HPU?

Das fehlgebildete Häm wird vom Körper unter Verlust (durchaus) großer Mengen von aktivem Vitamin B6, Zink und auch Mangan über den Urin in Form von Hämopyrrollaktam (HPL-Komplex) ausgeschieden. Je nach schwere der HPU ist der Verlust an diesen Stoffen höher bzw. geringer. (Genug) Häm spielt jedoch eine ganz große Rolle beim Sauerstofftransport in die Zellen (-> Energieproduktion) und ist auch Wichtig für die Bildung von P450-Enzyme, welche essentiell für die (Phase-1)-Entgiftung sind [6].

Warum ist der Verlust so schlimm? Wer meinen Artikel zu Zink gelesen hat, der weiß ggf. noch, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) früher mal 15 mg Zink pro Tag empfohlen hat – bis Sie festgestellt hat das dieses kaum zu schaffen ist, wenn man nicht ganz bewusst isst. Heute empfiehlt die DGE nur noch 10 mg / Tag als Mindestzufuhr – aber nicht unbedingt, weil das ausreichend ist, sondern weil sie ansonsten die Empfehlungen stark überarbeiten müsste und keiner mehr behaupten könnte das man durch eine ‘normale’  Ernährung (Kantine & Co. lassen Grüßen) ausreichend versorgt wäre.

Die Situation sieht bei Vitamin B6 nicht viel besser aus und bei Mangan je nachdem was gegessen wird – aber wer ist schon alle paar Tage Kichererbsen für ausreichend Mangan?

Das bedeutet in kürze: Die Menschen die eine HPU haben verlieren ganz viel Vitamin B6, Zink und ggf. auch relevante Mengen an Mangan. In der Regel (deutlichst) mehr als Sie je über die Nahrung kompensieren können. Das führt dann zu stofflichen Mängeln im Körper, so das nicht mehr alles was diese Stoffe braucht 100% versorgt ist.

Hinweis: Messen kann man das ganze mit dem 24h Urin-Test von Keac.

Was sind konkrete Folgen eines Zink-, B6- und Mangan-Mangels?

Ganz einfach: Alles was im Körper biochemisch mit Zink, Vitamin B6 und auch Mangan zusammenhängt funktioniert mangels Versorgung nur noch eingeschränkt:

  • Die Entgiftungssysteme (u.a. Superoxid-Dismutase, Glutathion-Peroxidase, Leber),
  • die ganze Immun- und Infektabwehr (u.a. Zinkmangel),
  • die körpereigene Taurin, Q10, L-Carnitin, Kreatin-Synthese
  • Neurotransmitter-Synthese (Serotonin -> Melatonin, Noradrenalin, Dopamin, Histamin, GABA, SAMe), Cortisol
  • Histamin-Abbau und Magensäurebildung
  • Eiweißverwertung, Um- und Abbau von Amminosäuren
  • Aktivierung von B6 (-> Zink)
  • Homocystein-Abbau
  • Bildung von Schilddrüsen-Hormonen (u.a. T4)
  • etc. pp.

Wer sich ggf. schon länger mit Vitaminen, Mineralstoffen & Co. beschäftigt, der wird hier hellhörig: Denn ohne (genug) Neurotransmitter sind schnell Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Depressionen & Co. auf dem Plan. Denn wenn es mit der Entgiftung nicht mehr so richtig klappt, dann sammelt sich ‘viel Müll’ in den Zellen und im Körper an bzw. wird nicht ordentlich entsorgt. Wie wichtig genug Taurin, Kreatin und Carnitin sind – darüber habe ich ja schon einen eigenen Artikel hier im Blog verfasst. Das ohne ausreichend Zink dann auch noch die Aktivierung von Vitamin B6 kompromittiert wird – ist dann schon ein Teufelskreislauf. Viel Homocystein (-> Blutwerte) muss also nicht unbedingt an einem B12 oder Folsäure-Mangel liegen.

Wichtig: Auch die Häm-Synthese ist kompromittiert – und Häm ist wiederum für die NO-Synthase(n) (NOS) relevant. Funktionieren die NOS nicht richtig, dann gibt es vermehrt nitrosativen Stress -> mit in der Folge weiteren Entgleisungen des Stoffwechsels, der vermehrten Bildung von freien Radikalen -> u.a. Peroxinitrid (ONOO). So schreibt Dr. Strienz [5], das gerade HPU- und KPU’ler seiner Erfahrung nach Elektrosensibel sind – was natürlich 1:1 zu den Theorien von Dr. M. Pall in Bezug auf den Nitrostress und NO-Synthase-Entgleisung passt. Das Thema Elektrosmog wird leider von fast allen – auch den Betroffenen verdrängt….

Etwas zur (grundsätzlichen) Behandlung einer HPU

Hierzu finden sich im Internet allerlei ‘Rezepte’. Allerdings bedenken viele dieser Vorschläge nicht den jeweils individuellen Status der Menschen mit HPU und empfehlen wirklich (für mich) teils absurd hohe Dosen an aktiven Vitamin B6 (P5P), teils sehr viel Zink und auch hohe Mengen an Mangan. Dazu gibt es dann auch noch eine Reihe von HPU/KPU-Spezifisch vermarkteten Kombi-Präparaten – die jedoch die individuellen Umstände gleich mal gar nicht adressieren bzw. berücksichtigen (können).

Grundsätzlich jedoch basiert die Behandlung einer HPU auf folgenden Mikronährstoffen in Form von Supplementen [1]:

  • Zink
  • Aktives Vitamin B6 (P5P)
  • Magnesium
  • Mangan (… mit Vorsicht, nur nach Blutwerten),
  • fast immer Taurin (und anderen B6-Abhängigen Aminos),
  • ggf. auch Biotin und Chrom [8],
  • etc.

… wobei bei Zink & B6 in der Regel niedrige Einstiegsdosierungen gewählt werden. Warum? Weil durch die Gabe von Zink & B6 die Entgiftungssysteme aktiviert werden, Zink mit Quecksilber konkurriert – und dieses auch aus den Zellen mobilisieren kann. Zu viel auf einmal ist hier in keinem Falle gut. Je nach den ‘restlichen’ Baustellen kommen dann natürlich noch Sachen dazu – z.B. bei einer Belastung mit Quecksilber… (-> andere B’s, Molybdän, Aminosäuren. Selen, oft Chrom, etc.)

Das eine Optimierung der Ernährung quasi die langfristige Basis für den Behandlungserfolg ist, das versteht sich für mich von selber. Die Wichtigkeit der Zufuhr von Mikronährstoffen über die Lebensmittel stellt für mich einen fundamentalen Schritt zur Genesung dar, dessen Wichtigkeit meist nicht stark genug betont wird. Zudem vermeidet man über entsprechende Ernährung auch eine weitere Vermüllung des Körpers (u.a. Pestizide & Co – in allem was nicht Bio ist) und reduziert u.a. Stoffe deren Verarbeitung und Ausscheidung für den Körper viel Stress bedeutet. Viele Tips dazu habe ich denn auch hier zusammengefasst.

Worauf bei der HPU-Behandlung unbedingt zu achten ist!

Viele allgemeine Empfehlungen vergessen, das gerade viele Menschen mit einer HPU – gerade mit zunehmenden Lebensalter – spezifische Probleme (angesammelt) haben. Diese müssen nach meiner Ansicht unbedingt – und individuell – berücksichtigt werden und umfassen u.a. [12]:

  • Eine Schwermetallbelastung (u.a. durch Zahn-Amalgam -> Quecksilber)
    • Das Problem: Es hat sich über die Jahre der Unterfunktion der Entgiftungssysteme viel ‘Müll’ angesammelt.
    • Hier sollte dann ggf. auch auf Molybdän (als Supplement) geachtet werden.
  • Eine Kupfer-Überladung der Zellen durch den jahrelangen Mangel an Zink
    • Welche sich nicht so einfach (nur) durch einen Serums- oder Vollblutwert nachweisen lässt.
    • Gerade Menschen mit einer hohen Quecksilber-Belastung haben oft einen (ausgeprägten) Zink-Mangel
    • Aber zu wenig Kupfer ist auch nicht gut – also messen!
  • Das zu viel Mangan auch Pro-oxidativ wirken kann.
    • Denn nicht allen Menschen mit einer HPU fehlt auch wirklich Mangan
    • und zu viel Mangan (z,.B. 10 mg/Tag) kann auch (Vergiftungs-) Symptome hervorrufen!
  • Das hohem Histaminspiegel bzw. Probleme mit dem Histaminstoffwechsel vorab geklärt werden sollten
    • Wobei natürlich B6-P5P beim Histaminabbau hilft.
  • Das ohne eine gut funktionierende Schilddrüse (u.a. T3/4) die Zell-Entgiftung

Das Problem: Denn werden einfach auf ‘Hau-Ruck’ hohe Mengen an B6 und Zink zugeführt, so können auf einmal Stoffwechselvorgänge (re-)aktiviert bzw. verbessert werden, welche Jahrelang ‘brach’ lagen. Dies kann dann ggf. zu Entgiftungskrisen führen, da die (vielen) aus den Zellen und Organen freigesetzten Schwermetalle & Co. nicht effektiv gebunden und ausgeleitet werden. Durch eine hohe Zufuhr von Zink kann dann auch (ggf. zu viel vorhandenes) Kupfer (auf einmal) aus dem Zellen freigesetzt werden – und zu einer Kupferüberlastung führen (-> freies Kupfer im Blut).

Wichtig: Eine umfassende Diagnose (inkl. Blutwerte, Schilddrüse, Hormonsystem, Neurotransmitter & Co.)

Der Gabe und individuellen Dosierung von B6 und Zink, ggf. auch Mangan, sollte also erst einmal eine Anamnese vorausgehen, in der das Schwermetall-Risiko bzw. die potentielle Belastung abgeschätzt wird, der Kupfer-Status, B6, Aminosäuren (insb. Taurin), Zink- und Selen-Spiegel im Vollblut gemessen werden. Wichtig sind jedoch auch die Schilddrüse (plus Ultraschall), die Nebenniere, das Steroid-Hormonsystem und optimaler Weise auch die Neurotransmitter (NeuroSpot 24h Test) zu überprüfen.

Danach kann in Verbindung mit einem informierten Arzt ein Plan ausgearbeitet werden wie zu verfahren ist. Hier wird dann in der Regel auch auf geeignete Bindemittel geachtet (-> u.a. Bindung von ggf. freigesetzten Schwermetallen nach Stoffwechselaktivierung durch B6 und Zink) – aber auch auf begleitende Supplemente wie z.B. Q10, Magnesium, Taurin, Selen, essentielle Aminosäuren (L-Formen), andere B-Vitamine, etc. pp. – damit alle Systeme im Körper (je nach individuellem Mangel oder Defizit) gut versorgt sind [12].

In Bezug auf die Bindemittel wird es noch einige Beiträge geben. Hier gibt es ein breites Spektrum (u.a. Huminsäuren, Zeolithe, Pektine), wobei insbesondere darauf geachtet werden sollte, das diese Stoffe nicht selber Schwermetalle mobilisieren aber gleichzeitig nicht richtig binden und ausleiten können (wie u.a. Chlorella, MSM, NAC, exogenes Gluthation, etc.)

Bei Zink und auch Vitamin B6 (P5P) wird dann eher zurückhaltend mit der Dosis angefangen und langsam (bis auf einen Zielwert) gesteigert. Wichtig für mich dabei:

  • Ich würde von hohen Dosen an Vitamin B6 P5P (> 20-25 mg) [10][11] und Zink (>30-50 mg) in der Regel klar absehen – und deutlich darunter anfangen.
  • Bei B6 halte ich max. 10 mg / Tag (optimal verteilt über den Tag) in Kombination mit sinnvollen Mengen der begleitenden Supplemente für ausreichend. Steigern würde ich hier erst einmal nicht.
  • Bei Zink sind 10-15 mg/Tag für mich selber ein sinnvoller Wert zum Starten – optimal zu der Mahlzeit mit den wenigsten Phytinsäuren. Denn auch hier wird die (Zell-)Entgiftung verbessert bzw. beschleunigt.

Das Problem wenn B6 und Zink zu schnell zu hoch dosiert werden: Die Entgiftungssysteme des Körpers könnten überfordert werden. So wird optimaler Weise vorher die Ernährung und der Lifestyle verbessert und min. 2-4 Wochen vorab der Einnahme von Zink und B6-P5P mit den Bindemitteln begonnen. Bei Biotin (auch wichtig für die Häm-Synthese [9]) werden Mengen im Grammbereich wohl gut vertragen, ein paar hundert mg reichen jedoch auch und finden sich auch in den meisten (lieber niedrig dosierten!) B-Komplexen. Da Biotin im Magen mit den Transportern für B12 und B5 konkuriert sind hier Mega-Dosen für mich nicht sinnvoll – von fast fast keinem NEM, denn alles hat Interaktionen mit irgend etwas anderem im Körper…

Auf die Einnahme von Kupfer (u.a. in vielen Multivitaminpräparaten) sollte jedoch in der überwiegenden Regel verzichtet werden – ebenso wie (erst einmal) auf Jod bei Menschen mit autoimmunen Störungen der Schilddrüse (-> weswegen auch hier eine vorherige Bestandsaufnahme wichtig ist) [1][12]. Auch Eisen ist nicht unproblematisch (-> Pro-Oxidativ): Ferritin-Serumswerte >über 70 halte ich in der Regel für unnötig, speziell mit dem Hintergrund von Schwermetallbelastungen. Bei zu geringen Werten (z.B. <30) sollte natürlich was getan werden [12].

Wichtig: Dieser Text-Beitrag ist keine Anleitung für eine Eigentherapie – Die genaue Vorgehensweise ist in jedem Falle mit dem Arzt oder (einem wirklich qualifizierten) Heilpraktiker (der kein Chlorella nutzt -> sonst gleich weiter schauen…) individuell auf Basis einer umfangreichen Anamnese und Diagnostik abzusprechen. Dazu gehört dann auch ein umfangreiches Blutbild – das schon mal ein paar hundert Euro kostet. Deswegen nenne ich hier auch nur Anhaltspunkte, aber keine konkreten Mengen und Regeln für eine Dosierung von Supplementen, welche es auch nicht ‘pauschal’, sondern oft nur Fall-Spezifisch geben kann.

Mein Fazit

Ich halte die HPU (aber auch zu die KPU) für einen der essentiellen Faktoren der Pathogenese vieler Krankheiten (bzw. Symptome). Dabei kann eine HPU systemische Entgleisungen durch Nitrostress (u.a. Chemikalien, EMF & Co.), ein umbalanciertes Hormonsystem (z.B. Schilddrüse, Nebennieren, Cholesterinsenker) oder auch fehlende Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Melatonin & Co.) massiv befördern. Wird die (eventuelle zu Grunde liegende) HPU übersehen, dann können meiner Ansicht nach viele Therapien nicht richtig greifen.

Das Tolle: Die Behandlung einer HPU ist in der Regel wohl mit einfachen Mikronährstoffen sehr gut möglich [1, 2, 5] – ohne krasse Neben- oder Wechselwirkungen wie bei vielen pharmazeutischen Medikamenten. Nicht so schön ist, das diese Supplementierung dann eine Dauereinrichtung für die betroffenen wird – denn so wie ich die Sachlage verstehe geht der mitochondriale Gen-Defekt, der zur Fehlbildung des Häm führt, nicht mehr weg. Aus meiner Sicht ist das so aber alles gut – weil die Alternative (nichts zu tun) eben auch keine richtige Alternative ist.

Und eine Bitte: Lasst die Finger von Chlorella (Bärlauch & Koriander), Gluthation (GSH) und Alpha-Liponsäure (ALA) – Oral, Liposomal und Intravenös wenn eine Belastung mit Schwermetallen (insb. Quecksilber) nicht Tip-Top abgeklärt ist und zu 100% ausgeschlossen werden kann! Die Einnahme von ALA unterliegt dann noch weiteren Einschränkungen und Rahmenbedingungen, auf welche ich in zukünftigen Artikeln noch im Detail eingehen werde.

HPU & Co. – und die ‘Standard-Medizin’

Das ‘Problem’ das ich bei dem ganzen sehe: Eine HPU kann mit einfachen Mikronährstoffen, ganz ohne Pharmazeutika behandelt werden. Das mag sich paradox für einige Leser ‘lesen’ – welche ich bitte einmal etwas mehr darüber nachzudenken. Mehr schreibe ich hier nicht dazu – obwohl ich es könnte. Es mag jeder seine eigenen Gedanken kreisen lassen.

Was ich am Ende noch sehr interessant fand ist das Biochemiker(innen) [1], Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin [1], Psychotherapeuten [4], Allgemeinärzte [5], Heilpraktiker [4, 6] das ganze dann noch deutlich anders sehen als die “Kommission ‘Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin'” des Robert-Koch-Institutes (RKI) das uns jedes Jahr u.a. die (Grippe-) Impfungen empfiehlt.

So braucht der Bericht des RKI ca. 7 Seiten und viel hin- und her um am Ende zum Schluss zu kommen, das es so etwas wie eine HPU oder KPU bzw. ‘Pyrrole’ zwar durchaus geben könnte – aber eine Diagnose bzw. Untersuchung des Urins zum Nachweis letztendlich keinen Sinn macht und nicht zu empfehlen sei:

“Untersuchungen zur Diagnose der Pyrrolurie können demnach beim gegenwärtigen Stand der Wissenschaft nicht empfohlen werden.”

Das RKI rät also von einer einfachen Urin-Untersuchung ab. Dies, weil nach den Autoren:

“keine ausreichenden, dies begründenden Untersuchungsergebnisse vorliegen [keine eindeutige Identität der Substanz und kein Bezug zu Erkrankungen] und theoretische Überlegungen [sehr breites Symptomenspektrum] gegen eine Anwendung sprechen“

Es ist nur komisch das viele Ärzte in der Praxis eine deutliche Korrelation zischen den Testergebnissen, den Symptomen und der Behandlung sehen. Zwar sagt das RKI-Dokument nicht, das niedrig dosiertes Zink, Vitamin B6, Magnesium & Co. – welche man in jedem Drogeriemarkt und jeder Apotheke einfach und frei kaufen kann – nicht wirken würden, die Autoren machen jedoch  mit Ihrer Empfehlung (aus meiner Sicht) den ersten Schritt in eine Behandlung madig: Die Diagnose.

Das die Pyrrole im Urin mit verschiedenen Verfahren festgestellt werden (u.a. Kryptopyrrol, Hämopyrrol) wird dann noch als negativ dargestellt – wobei hier einfach zwei (oder mehr) verschiedene Dinge gemessen werden: Eine HPU ist eben etwas anderes wie eine KPU – wobei beide mit einander eine ähnliche Symptomatik teilen. Das eine über Pyrrole im Urin diagnostizierte HPU, etc. letztendlich multisystemische Folgen haben kann (was Biochemisch mit jedem einschlägigen Fach- und Lehrbuch leicht erklärbar ist) wird im RKI-Dokument dann sogar (indirekt) noch als Kritikpunkt hervorgestellt (-> “sehr breites Symptomenspektrum“).

Der ‘Hit’ im RKI-Dokument ist für mich jedoch die Tabelle 1 mit den Obere tolerierbare tägliche Zufuhrmengen (Ul) von Vitaminen und Mineralstoffen für Erwachsene‘ wo dann maximal 250 mg Magnesium, 25 mg Zink oder 2000 IE Vitamin D3 angegeben sind. Wer hier im Blog schon länger ließt der wird ggf. nachdenklich und fragt sich ob das Ziel des Dokuments eher das ist, den Lesern Angst vor Mikronährstoffen zu machen. Zumindest wirkt das ganze so auf mich…

Fazit Fazit 😉

Jeder mag selber entscheiden welchen Weg er zuerst bzw. komplementär gehen möchte: a) auf eine mögliche HPU zu testen – und in Zusammenarbeit mit einem Arzt oder HP dann ggf. erst einmal Mikronährstoffe & Co. zu ergänzen oder b) ausschließlich zu versuchen die ggf. multiplen Krankheits-Symptome (nur) mit der Standard-Medizin unter Einsatz von z.B. (aber nicht nur) pharmazeutischen Medikamenten, Blutdruck- und Cholesterin-Senkern, Psychopharmaka & Co. zu lindern.

Das Ding das ich für mich sehe: Mikronährstoffe sind nicht patentierbar… und wenn auf einmal ganz viele Krankheiten so billig ‘weg zu machen’ bzw. zu lindern sind – dann ist das (leider) nicht im (finanziellen) Interesse aller. Wer meint, das diese These (oder Anspielung) weit her geholt ist – der soll es meinen: Jeder ist seines Glückes (und Gesundheit) eigener Schmied….


Anm.: Normal verlinke ich hier keine Produkte – jedoch ist der HPU-Test von Keac der einzige in Europa den ich kenne, der allem Anschein nach konkret eine HPU bestimmt. So wird der Keac-Test auch ausdrücklich von Frau Dr. Ritter (HPU-Buch) empfohlen [1], welche ich als Biochemikerin in diesem Zusammenhang als sehr kompetent einstufe.


Links / Quellen