Dopamin & Gehirn – und was DHA, Augen, Schlaf, das Mikrobiom sowie Blau- und UV-Licht damit zu tun haben

Gehirn – Dopamin. Quelle: Pixabay

Dunkel, Kalt, keine Lust und keinen Antrieb? Das ganze wird ja oft als Wintermüdigkeit, Winter- und Frühjahrsdepression beschrieben und dann dem fehlenden Sonnen- und UV-Licht zugeschrieben. Soweit so gut. Jetzt werden viele sicher Denken: Vitamin D3! – und werden damit nur halb richtig liegen. Vitamin D3 hin und her: Motivation & Antrieb kommt u.a. auch von Dopamin.

Womit hängt Dopamin zusammen? Ganz stark mit UV-Licht und noch einigen anderen Faktoren, wie z.B. zu viel:

  • Kunst- & LED-Licht mit hohem Blauanteil (stark Oxidativ, machen DHA im Auge kaputt),
  • Sonnenbrillen, Kontakt- und/oder Katarakt-Linse mit UV-Filter (UV auf der Retina macht Dopamin),
  • Stress, Überbeanspruchung des Belohnungssystems (z.B. zu viel Facebook, Whats-App & Co.),
  • Zucker, Alkohol, Kaffein, gesättigte Fette.

und zu wenig:

  • Sonnenlicht (UV-B) auf der Retina bzw. alternativ zu wenig Kälte (Thermogenese),
  • DHA (Omega-3 Fettsäure, Antioxidant & Elektronentransporter),
  • Schlaf (in der Nacht -> zirkadiane Rhythmen, Melatonin),
  • Tyrosin, Phenylalanin (Aminosäuren als Bausteine für Dopamin),
  • Vitamin B6, B12 und Folat,
  • Magnesium, Eisen oder Kupfer,
  • Bewegung, Sport, Meditation,
  • Ballaststoffe die das Mikrobiom füttern (Bakterien emittieren UV-Licht!).

Wow – eine ganz schöne Liste. Nachfolgend mal mein Versuch das alles für mich zusammenzuführen und ggf. einige Tips und Möglichkeiten zu recherchieren wie der eigenen Dopamin-Produktion ‘natürlich’ nachgeholfen werden kann. Also für den Fall das gerade Winter ist, die lieben und vertrauten Menschen nicht da sind, keine Suchtmittel (u.a. Zucker, Alkohol) benutzt werden (war nie eine Option für mich), wenn es mal keine (externen) ‘Erfolge’ im Beruf, Verein & Co. gibt – und insb. ohne ‘Ablenkungs-‘Technik, also Whats-App, ‘Beep-Beep’, etc. pp., welche das Belohnungssystem nur noch weiter ausreizen & erschöpfen sowie zu Habituationseffekten führen dürften.

Mit geht es hier in diesem Blogpost also vorwiegend um die Identifikation von Mängeln und zerstörerische Effekten (und Gewohnheiten) in Bezug auf die körpereigene Dopaminproduktion – die ggf. leicht vermieden werden können (wenn man Sie denn kennt). Ein anderer Aspekt ist wie man ggf. dem Körper mir noch recht übersichtlichen Mitteln bei der Regeneration von Dopamin-Rezeptoren & Co. mit der Ernährung und anderen Dingen ggf. unterstützen kann – soweit das möglich ist.

Dopamin, DHA die Retina & blaues Licht

Den Anfang macht mal wieder Dr. Jack Kruse, denn er hat mich auf Sachen gebracht, welche die Menschen, welche sich mit Notroopika & Co. beschäftigen und das Dilemma mit Substanzen richten wollen – nicht auf dem Schirm haben. Kruse Schreibt u.a.:

Blue light exposure and lack of DHA also are associated with lowered dopamine in the retina and in the frontal lobes. This alters the reward tracts within the brain.  Dopamine release in the retina has also been tied to the retina’s DHA level.  DHA is found at higher levels in the mammalian retina than in the brain. This means dopamine function in the eye and the brain is also fundamentally tied to DHA levels in the retina.” [1]

In Kürze: Blaues Kunstlicht und zu wenig DHA sind mit niedrigen Dopamin-Werten korreliert, u.a. mit wenig DHA in der Retina. In dem Kontext habe ich auch noch andere Studien (u.a. [19]) gefunden, welche die Wichtigkeit von DHA in Bezug auf Dopamin, GABA, Serotonin, Acetylcholine, Neuroplastizität, etc. pp. bestätigten. DHA scheint fundamental wichtig für eine gute Gehirnfunktion, wie auch schon meine Recherchen zu Omega-3 Fettsäuren bestätigt hatten.

Bevor es jedoch mit Augen, DHA & Co. bei Dr. Kruse weiter geht, erst einmal das was man so allgemein zu Dopamin in Forschung & Co. findet.

Die Stoffliche Seite: (L-)Tyrosin, B-Vitamine Mineralien & Co.

Cronometer zu meinen Phenylanin-Quellen

Cronometer zu meinen Tyrosin-Quellen

Damit der Körper Dopamin bauen kann bedarf es Protein (Eiweiß), verschiedener Enzyme, Mineralien und Vitamine, u.a.: (L-)Phenylalanin, (L-)Tyrosin, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Magnesium, Folat, Vitamine B6 & C. [3, 4, 12, 20 ,21 ,22 ,23, 30].

Die Artikel von Edubily (‘Ich kann nicht mehr’) [4] und Foodlinx [23] geben einen guten Überblick über die Syntheseschritte – und der Blog von Selfhacked (’54 Natural Supplements and Drugs to Increase Dopamine’) [3] hat noch viele zusätzliche Tips in Bezug auf Lifestyle-Änderungen sowie stoffliche Möglichkeiten, Antagonisten und Inhibitoren mit Links auf Quellen (u.a. PubMed).  Was ist, wenn es doch nicht so klappt? Chris Michalk (Edubily.de) schreibt [4]:

“Der allerallersicherste Zugang zu Dopamin/Noradrenalin ist das Eiweiß und insbesondere Tyrosin bzw. Phenylalanin.”

Nebenstehend dann auch noch mal die (pflanzlichen) Quellen für die beiden Aminos auf Basis meines Referenz-Tages bei Cronometer. Nach WHO reichen für mich 1,75g/Tag der beiden Aminos (addiert) – mit meinen fast 5g sollte ich da stark im grünen Bereich liegen! Wer für sich versuchen möchte mit den L-Formen [24, 25] in Form von supplementen ‘nachzuhelfen’ sollte die Aminos wohl in deutlichem Abstand (min 1h) zu den Mahlzeiten einnehmen, nicht jedoch bei Bluthochdruck, Migräne, manischen Depressionen und bipolaren Störungen, Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion in Behandlung und Melanomen [4] – bzw. generell seinen Arzt konsultieren. Für (zusätzliches) B12, B6 und Folat gibt es B12 Produkte die genau diese Kombination enthalten (u.a. Jarrows). Der Rest findet sich in der Nahrung bzw. in Supplementen. Ob das nachhelfen mit Supplementen etwas bringt – das muss jeder selber ausprobieren. In einem eher kurzen Selbsttest habe ich zumindest nichts bemerkt – außer das es wohl auf die Regelmäßigkeit meines Stuhlgangs Einfluss hatte. Ich führe jedoch nach Cronometer die Bausteine für genug Dopamin bereits zu, so das das Ergebnis für mich so passt.

Wichtig: Beim Supplementieren wenn, dann L-Tyrosin und nicht N-Acetyl-L-Tyrosin (NALT) verwenden [53]. Warum? L-Tyrosin oral eingenommen erhöht die Tyrosinwerte im Plasma bis zu 8 Stunden um ca 200% [54] (Bandbreite 130-276% [53]). N-Acetyl-Tyrosin ist wegen der Acetyl-Gruppe sehr wasserlöslich und wird gerne für Infusionen benutzt. Eine gute Wasserlöslichkeit bedeutet nun jedoch nicht automatisch das es auch Bioverfügbar ist. So herhöht die Acetyl-Version selbst Intravenös die Plasmawerte wohl nur um 25% [55] oder gar nicht [56]. Das Problem: Der Körper kann wohl NALT nicht nach Tyrosin konvertieren:

“We conclude that under these conditions the usefulness of NAT (N-Acetyl L-Tyrosine) and NAC (N-Acetyl L-Cysteine) as precursors for the corresponding amino acids in humans is not apparent.” [55]

Und auch die Blut-Gehirn-Schranke passiert NALT wohl nicht (zumindest in Mäusen) [56]. Klasse, oder?

Weitere Co-Faktoren: Cholin, B12, CoEnzym Q10, Rosenwurz

Die beste DHA-Quelle: Frischer fettreicher Fisch!

Das ganze in Bezug auf die Dopamin hört jedoch mit den unmittelbaren Vorstufen nicht auf. Das DHA eine wichtige Rolle spielt hatte ich ja schon in Verweis auf Dr. Kruse angeführt [1, 2], jedoch bestätigen dies auch zahlreiche Studien [28, 29]. Doch gibt es noch eine Reihe von weiteren Faktoren:

  • DHA alleine kann wohl schon in Folge den Dopamin-Level bis zu 40 % [40] erhöhen (Ratten), als auch eine deutliche bessere Fähigkeit des Rezeptors, Dopamin zu binden, bewirken [13, 39]. Gleichzeitig ist DHA (neben Phospholipiden -> Cholin) auch noch Bestandteil der Myelinschicht, welche auch stark durch nnEMF (mensch-gemachte elektromagnetische Strahlung) in Mitleidenschaft gezogen werden kann [41].
  • Vitamin B12 ist wohl nicht direkt in die oben genannte Dopamin-Synthesekette Kette involviert – ein Mangel daran kann sich u.a. anscheinend negativ auf den Folatspiegel [21] und Co-Faktoren [12] auswirken. Auch für die körpereigene Synthese von Cholin ist B12 wichtig.
  • Cholin, als Vorstufe für den wichtigen Neurotransmitter Acetylcholin, ist wohl auch im Kontext Dopamin wichtig [6], wobei bei langfristiger Supplementierung mit größeren Mengen (zumindest als Lecitin) wohl Vorsicht geboten ist (ggf. Supersensitivierung der Dopamin-Rezeptoren) [7] oder Bildung von TMAO in Verbindung mit Carnitin.
  • Coenzym Q10, was ja direkt an der Elektronen-Transportkette (ETC) in den Mitochondrien und an der Zellatmung beteiligt ist, schützt wohl auch gegen Dopaminverlust [27] und ist nebenbei ja noch Antioxidant und Radikalenfänger.
  • Rosenwurz (Rhodiola Rosea) als natürliches Pflanzenextrakt, soll die Sensibilität der Neuronen im Gehirn auf das Vorhandensein von Dopamin und Serotonin verbessern. Es sollte jedoch nicht mit Medikamenten kombiniert und vorsichtig eingesetzt werden [26, 31]. Aus [26]: “It has sedative, anti-depressive, drive-enhancing and stress-modulated properties stimulating the distribution of dopamine and serotonin; in combination with other drugs, an increase of side effects and risk profile has to be expected.”.

Ansonsten findet man auch noch etwas zu N-Acetyl-Cystein [42] (Tip: Anmerkung von Dr. Kruse in bez. auf die Einnahme zusammen mit Nahrung), Acetyl-L-Carnitin und Kreatin bei PubMed & Co. in Bezug auf Dopamin und Verbesserung der kognitive Funktion. Selber Googeln!

Wichtig: Acetyl-L-Carnitin (ALCAR) ist nach dem was ich gelesen habe besser für das Gehirn (u.a. Beförderung der Bildung von Acetylcholin) & Energie, L-Carnitin primär für den Energiestoffwechsel und weniger für das Gehirn. In Bezug auf die Bildung von (schädlichem)  TMAO würde ich an Tagen mit viel ALCAR dieses nicht unbedingt zur gleichen Zeit mit Cholin-Präparaten kombinieren – geben zumindest die Studien zu bedenken.

Auf Basis dieser Substanzen bzw. Supplements…

Q10. Foto: H.C.

… sind dann im Internet viele Vorschläge zur Verbesserung der Dopaminproduktion bzw. zum begrenzen eines Dopaminverlustes [27] zu finden [z.B. 4, 23, 30]. Die meisten basieren auf der Gabe von L-Tyrosin und L-Phenylalanin, kombiniert mit verschiedenen Vitaminen (z.B. B6) um Oxidation zu verhindern und die Wirkung zu erhöhen. In Bezug auf die Dosierungen unterscheiden sich die verschiedenen Quellen jeweils – wobei dies wohl auch stark von der individuellen Lage & körperlichen Verträglichkeit bestimmt wird.

  • L-Tyrosin: Hier habe ich Angaben von 500-1500mg/Tag aufgeteilt in bis zu drei Dosen gefunden. Der Vorteil an der L-Form ist, das es die Blut-Hirn-Schranke überwindet, wo es dann zu Dopamin umgebaut wird.
  • L-Phenylalanine: Diese Aminosäure ist eine direkte Vorstufe von Tyrosin. Hier habe ich Angaben von bis zu 1000mg/Tag gefunden – jedoch auch welche die nur bis 500mg/Tag reichten, teils verteilt auf 3 Gaben. Jeder muss für sich schauen ob er mit einer Kombi aus Tyrosin – oder dem entweder-oder besser fährt.
  • Rhodiola Rosea: Dieses Pflanzenextrakt verringert wohl die Zerstörung von Dopamin (und auch Serotonin)  durch die Inhibierung des Enzyms COMT. In Bezug auf Dosierungen (Standardisiert auf 3% Rosavine) habe ich Angaben zwischen 200-500mg/Tag gefunden, wobei ich die 500mg/Tag schon recht hoch finde.
  • DHA & EPA: Wer nicht genug Fisch isst um diese Fettsäuren zu sich zu nehmen, der könnte ggf. mit Fischölkapseln supplementierem wobei auch diese Nachteile haben. Der empfohlene Bereich ist breit – je nach individuellem Status und/oder Mangel von min. 250mg bis über 1000mg DHA&EPA je Tag.
  • B-Vitamine: Meist finden sich hier Angaben in Bezug auf Vitamin B6 (was ja essentiell für die Produktion von Dopamin ist) in recht hohen Dosen (bis zu 2500% des empfohlenen Tagesbedarfs), sowie optional Folat (B9) und B12. Da muss jeder selber wissen was er macht. Es gibt jedoch auch viele Multivitaminsupplements, welche gerade die (wasserlöslichen) B-Vitamine recht hoch dosieren (z.B. LEF, ‘2 Per Day’). Mit hoch dosierten Vitamin-B Multis würde ich jedoch vorsichtig sein. Nicht nur ich habe da meine Zweifel…
  • Coenzym Q10: Hier habe ich Angaben im Bereich der üblichen Dosen von Supplements um 100mg/Tag gefunden.

Die Daten zu Zeitpunkt und Art der Einnahme bitte ich selber zu ergoogeln. Soweit ich mich erinnere sollte die Einnahme nicht mit Essen kombiniert werden und (min. 1h) vor dem Essen auf nüchternen Magen am Morgen (bzw. 2-3h Abstand zur letzten Mahlzeit) erfolgen.

Wichtig: All diese Supplemente können Nebenwirkungen auslösen und sind individuell zu kombinieren. Zwar sollen Sie nicht die Dopamin-Speicher entleeren (was folgerichtig erscheint), jedoch kann es zu Gewöhnungseffekten (Habituation) kommen. Deswegen mag es angezeigt erscheinen diese Supplemente (insb. Rhodiola Rosea, L-Tyrosin, L-Phenylalanine) nicht über längere Zeiträume bzw. dauerhaft zu verwenden. Konsultieren Sie in diesem Bezug Ihren Arzt und Apotheker. Die Alternative zu Supplementen ist (wie immer in diesem Blog vorgeschlagen) seine Ernährung (-> Lebensmittel) in Bezug auf die benötigten Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe & Co. zu optimieren.

Tip: Brokkoli enthält viel Cholin, Proteine (Aminos), viele B-Vitamine, Ca, Mg und auch Q10.

Dopamin-Rezeptoren ‘reparieren’?

Die Quellen meiner Folsäure (Cronometer).

Cholinquellen (Pflanzlich)

Auch hier lässt sich einiges Finden, wobei es dann nach meinem Gefühl etwas experimenteller wird, da die Studienlage nicht so gut und eher auf Ratten beschränkt scheint [u.a. 32, 33, 37]. Grundsätzlich scheinen diese Vorgehen auf Uridin (u.a. Uridin Monophosphat, UMP) zu basieren, wobei Uridin die Dopaminaktivität auf dem Rezeptor-Level stabilisieren und gleichzeitig die Bildung neuer Dopamin-Rezeptoren anregen soll [34]. In meinem Artikel zu Cholin hatte ich dann jedoch etwas (kritisches) in Bezug auf Fettleber [35] und Tumorgenese [36] in Verbindung auf (die chronische) Einnahme von Uridin gefunden. Nicht so schön. Corpina.com gibt dann in Bezug auf den Uridin-Stack folgende Elemente an [34]:

  • Uridine in bioverfügbarer form
  • DHA 
  • Eine Choline-Quelle
  • Hoch verfügbare B vitamine, speziell B12 (Cobalamin) und B9 (Folat)

… wobei die sublinguale Aufnahme von Uridine (UMP) wohl 5-10 mal effektiver sein soll als die orale. Bis auf Uridin sollten die anderen Komponenten auch als sehr sicher gelten – und werden ja auch (hoffentlich) täglich über die Nahrung aufgenommen. In Bezug auf eine ‘vorgeschlagene’ Dosierung von UMP (Uridin-Monophosphat) gibt Corpina.com [34] folgendes an: “The standard oral dosage is 250mg”. Weitere Informationen zum Zeitpunkt und Art der Einnahme bitte ich selber zu ergoogeln. Ein guter Start ist sicher Selfhacked [49], wo es auch weitere Verweise auf Studien sowie positive Effekte und eventuelle Nebenwirkungen gibt.

BioHack Schlafen (aus dem BioHackers Handbuch)

Rotlicht am Abend – um die Melatonin-Produktion nicht zu unterbrechen.

Wenns denn mit dem Schlafen nicht so richtig klappen sollte – denn die zirkadiane Rhythmen sind sehr wichtig für die Regeneration, Melatonin, Dopamin & Co. – dann ist ggf. das Schlaf-Kapitel aus dem BioHackers Handbook [5] interessant. Absolute Dunkelheit, Kühle, Ruhe verstehen sich (hoffentlich?) von selber. Im Handbuch findet sich dann noch eine Liste wie man ‘stofflich’, also mit Mineralien, Aminosäuren, Pflanzen und Gewürzen nachhelfen bzw. optimieren könnte. (Anm.: Bitte das ganze ggf. vorher mit Arzt- und oder Apotheker in Bezug auf individuelle Unverträglichkeiten besprechen):

  • Magnesiumcitrat (für sedativen, relaxenden Effekt), bis 400 mg [16][22].
  • Kaliumcitrat (als Mg Verstärker) [38], keine Dosis angegeben – habe ich nicht ausprobiert.
  • (L-)Taurin (Stressabbau und GABA Verstärker), 500-1500 mg [15].
  • Ashwaganda (Adaptogen, sollen Relaxen) [17].
  • L-Tryptophan (Nach den Bio-Hackern nur, wenn es ‘nicht mehr’ anders geht [18]), Dosis dann: 500-1000 mg.
    • Nicht in der Schwangerschaft, nicht Langzeit, angegebene Studie lesen!
    • Ggf. geringere Mengen sublingual für individuell bessere Wirkung.
  • Theanin (soll Alphawellen verbessern und den Schlaf befördern) [52].
  • Generell genug Zink in der Ernährung (auch als Testo-Booster gut).
  • Auch auf genug Folat und Vitamin B6  in der Ernährung achten.
  • Ggf. ein ganz bisschen Kardamom (als Koffein-Antagonist -> Tee, Kaffee)

Das ganze soll dann, nach den BioHackers, ca. 1-2h vor dem zu Bett gehen eingenommen werden. Der Hintergrund ist, das Tryptophan ein früher Vorläufer des ‘Reparatur – & Schlafhormons’ Melatonin ist (Synthese: Tryptophan -> 5-HTP -> Serotonin -> Acetyl-Serotonin -> Melatonin) [47]. Zwar könnte (theoretisch) auch 5-HTP anstatt L-Tryptophan genutzt werden (nächste Stufe in der Synthesekette nach Melatonin [47]) – über die Nebenwirkungen und Dosierung habe ich jedoch nichts recherchiert -> da ich selber keine (Ein-) Schlafprobleme habe. Mir erscheint (wenn überhaupt dazu gegriffen wird) es immer am ‘natürlichsten’ möglichst weit unten in der Stoffwechsel-Kette zu ergänzen um dann den Körper selber machen zu lassen.

Ein anderer Stoff der ggf. noch positiv auf den Schlaf, Entspannung [50] und auch gegen Depressionen [51] wirken soll und der Gruppe der B-Vitamine zugeordnet wurde, ist:

  • Inositol (u.a. als GABA-Verstärker), 500 mg – 2g nach [50]. Höhere Dosierungen für andere Zwecke möglich [51].

Auf Stimulanzien (Vitamin D, Koffein, Schokolade, Alkohol, etc.) sollte am Abend (bei Schlafproblemen) auf jeden Fall verzichtet werden. Deswegen trinke ich meinen letzten (grünen) Tee auch am Nachmittag. Ich würde jedoch vor dem einkippen der Supplemente einmal versuchen eine BlueBlocker Brille auszuprobieren!

In eher kürzeren Selbstversuchen über ein paar Wochen konnte ich bei gutem Schlaf meine Änderungen bemerken. Wichtiger war es eine ‘Mind’-Hygiene beizubehalten – also den Kopf frei von komplexen Gedankengängen zu halten, Dinge erledigt oder aufgeschrieben zu haben und so nicht mit in den Schlaf zu nehmen. Auch ein Stop des Internet-Konsums 1-2h vor dem Schlaf, spätestens um 22 Uhr im Bett zu liegen sowie das nutzen einer BlueBlocker Brille und IR/Rotlicht am Abend haben subjektiv deutlich mehr Auswirkungen auf meine Schlafqualität.

Noch ein Tip: Tryptophan kann ggf. auch zur Stimmungshebung verabreicht werden. Nach Dr. med. Detlef Nachtigall [48] ist bei der Einnahme (Zeit & Dosierung) folgendes wichtig:

“… sind 1,5 – 3 g tägliche Tryptophan-Gabe nur dann ausreichend, wenn die Einnahme im nüchternen Zustand, d.h. > 3 Std. nach der letzten und frühestens 2 Std. vor der nächsten Mahlzeit erfolgt.”

Zudem dauert es wohl eine Woche bis sich die Verbesserungen zeigen. Wichtig finde ich jedoch den Hinweis auf die zeitlichen Abstände und das Tryptophan nicht mit einer (proteinreichen) Mahlzeit eingenommen werden sollte.

Dr. Kruse: Dopamin, UV- und IR-Licht und Neuroprotectin D1

In Ergänzung zum Einstieg beschreibt Dr. Kruse hier das die Erzeugung von Dopamin in der Retina UV [14] und IR-Licht benötigt – also das Licht was nicht in unserem Kunstlicht enthalten ist:

Dopamine is the neurohormone made from UV/IR light exposure that supports the development of the DC electric current in the retina.”

Genau das ist das Dilemma in der aktuell nach wachsenden Generation – welche viel künstlichen Blaulicht, viel EMF (Smartphone) und wenig Sonnenlicht ausgesetzt ist. In Bezug auf DHA merkt er dann noch aktuelle Entdeckungen in der Forschung an: Die Entdeckung von Neuroprotectin D1 – was DHA-basiert ist:

“In fact, using this model, we discovered that the lipid mediator neuroprotectin D1 (D1) remarkably protects the neuronal architecture. We took advantage of MPP+ damaged dopaminergic neurons, as well as other toxins. NPD1 rescued cells from apoptosis induced by MPP+ and rotenone, and it counteracted the effects of MPP+ on the dendritic arborization by preventing neurite retraction, an early event occurring in neuronal degeneration.” [9] in Bezug auf [8].

Für mich unterstreicht das noch einmal die Wichtigkeit von genug DHA ‘in der Birne’.

Dr. Kruse: Dopamin aus unserem Magen- und Darmtrakt?

Cronometer zu meinen Ballaststoff-Quellen

In einem anderen Post von Dr. Kruse geht dieser darauf ein, das Dopamin wohl auch in unserem Darmtrakt erzeugt wird:

“Dopamine is made in the eye by sunlight and it can be made in the gut by your microbiome. People forget that bacteria release 5000 times more light than eukaryotic cells and this light is capable of making dopamine from the aromatic amino acids in the gut.

Für das ganze gibt er auch eine Studie an, welche u.a. folgert das bis zu 50% des Dopamins von Darm & Co. gebildet werden – und außerhalb des Nervensystems:

“The results show that mesenteric organs produce close to half of the dopamine formed in the body, most of which is unlikely to be derived from sympathetic nerves but may reflect production in a novel nonneuronal dopaminergic system.” [10]

Das würde auch zu den Erfahrungen mit meiner Ernährung passen – wo ich jede Form von Mensch gemachten Zusatzstoffen eher vermeide und viele Ballaststoffe als Nahrung für die Darmbakterien zuführe. Ich selber denke, das die (sich subtil addierenden und) nachteiligen Wirkungen von verarbeiteten Produkten unterschätzt werden.

Also: heute schon das Mikrobiom gefüttert (Anm.: Siehe auch nebenstehende Quellen für Ballaststoffe!)?

Dr. Kruse: Dopamin und Extreme Low Frequency UV Licht

Mit Verweis auf Roeland van Wijk’s Buch [43] schreibt Dr. Kruse folgendes:

“Well you should always seek a real human connection because the human face releases ELF UV light and that light is discussed in Roeland van Wijk’s book, Light shaping Life. ELF-UV light can build dopamine. That light is sampled by us, from our friends can be used to make dopamine.”

Ich hab es erst nicht verstanden, jedoch über Recherche eine Studie aus 2015 gefunden, welche die Dopamin-Produktion auf Basis von UV-Licht unter Einfluss niederfrequenter elektromagnetischer Felder (ELF) analysiert und eine Veränderung festgestellt hatte [44]. So wie ich Kruse verstehe emittieren Menschen ebenfalls ELF und UV-Licht (ggf. UwPE -> Ultra Weak Photon Flux Emissions, siehe auch den vorherigen Absatz). In Verbindung mit einer anderen Studie [11], welche die Entdeckung gemacht hat das Neuronen die Dopaminproduktion kontrollieren können, schließt er das dieses auch in Bezug auf Partnerschaften, Freunde und ‘sich riechen können’ Einfluss hat.

Dr. Kruse: Noch mal UV- & IR-Licht, die Retina, Dopamin & Schlaf

In seinem Time #6 Essay [2] geht Kruse auf die Verbindung von Schlaf und dem Dopamin-Status ein und schreibt:

“The more dopamine we have the less sleep we need to regenerate. The less we have the more sleep we need. As we age, we lose dopamine because the lens of the human eye does not allow UV free passage as it did in youth. When this occurs, less dopamine is made. As a result, less ocular melatonin is made and older humans cannot sleep long enough to regenerate and diseases of aging manifest.”

In anderen Essays von Kruse wird dies in Bezug auf Katarakt-OPs und den UV-Licht blockierenden Ersatz-Linsen ausgeführt. Kruse folgert weiter das mit zu wenig Dopamin unser Quantencomputer ‘Gehirn’ nicht mehr voll-effizient funktioniert. Aber das ist noch nicht alles: Weniger UV-Licht -> Weniger Dopamin und das hat damit nach Kruse auch Auswirkung auf unser Auge:

Anytime dopamine is lowered, it also changes the size and shape of the globe and the ciliary muscles in our eye that control our lens shape. Anything that affects the lens affects the wavelengths that enter the retina. This changes the circadian entrainment mechanism and alters the amount of sleep needed to regenerate the SCN.”

… und die Linse und indirekt dann auf unsere zirkadianen Rhythmen. Fehlendes Dopamin habe so eine Verlängerung des Augapfels zur Folge. Um in diesem Kontext noch mal die Wichtigkeit des UV-Lichtes zu betonen schreibt Kruse:

“Barreto et al. [45] have shown that in the presence of Fe(NO3)3 two broad bands of dopamine absorbance appear, with a minimum at 270 nm and maxima at 437 and 740 nm. 437 nm is in the blue/purple range just below melanopsin’s key frequency window’s. The UV range is completely missing in all artificial lights today. It is also misisng IR-A light too.”

Was ich noch nicht zusammenbringe ist wie weit UV-Licht in Bezug auf die Unterstützung der weiter oben aufgeführten Protokolle zur stofflichen Unterstützung der Dopamin-Produktion wichtig ist. Denn im Winter gibts ja kein (direktes) UV-Licht. Wie funktioniert dann die Dopamin-Produktion? Kruse führt dazu ohne Quelle aus:

“Dopamine is built by UV light stored in carotenoids and melanin in different tissues to act as a battery in proteins to do work.”

.. Ooohhkkaaaeeyyy…. also gespeichertes UV-Licht (Elektronen-Spin?) in Melatonin und ggf. auch in Nahrungsmitteln? Im Winter seien es nach Kruse dann die Kälteeffekte (kalte Thermogenese), welche die Dopaminproduktion deutlich (>250%) effizienter machen können [46]. Zum Schluss möchte ich noch einen Satz von Kruse wiedergeben – falls jemand Abkürzungen wählen möchte:

When dopamine is made any other way chemically or substrate substituted the brain and cells cannot control its concentration properly and many side effects result.”

So kann Dopamin wohl nicht sinnvoll direkt supplementiert werden (u.a. L-DOPA oder Dopamin direkt) bzw. dies wäre eine sehr, sehr schlechte Idee.

Mein Fazit

Dieser Artikel hat wohl eine der längsten Referenz-Listen aller meiner Blogposts. Dies, da viele Webseiten auf die ich verlinkt hatte nicht entsprechend referenziert waren und ich in diesem Post, wo ich schon konkreter auf verschiedenste Supplemente eingehe etwas sicher sein wollte, dass das was ich gelesen habe auch anderweitig zumindest grob bestätigt wird.

Aminosäuren, Supplemente & Co. hin und her. Das worüber kaum einer – mit Ausnahme von Kruse – in Bezug auf Dopamin schreibt sind: DHA & oft fehlendes UV-Licht – sowie die Schädlichkeit von (künstlichem) Blaulicht um 450nm! Und das finde ich schon krass…

Ich selber würde noch auf ausreichend Cholin (in der Nahrung) achten und ab ca. 50 Jahren ggf. mal Q10 als Supplement versuchen -> wenn zu wenig über die Nahrung aufgenommen wird bzw. der Blutwert zu niedrig ausfällt. Warum ab 50 Jahre? Weil dann nach Dr. Kruse auch die körpereigene Dopamin-Produktion allmählich nachlässt [2]. Das ganze ist jedoch sehr, sehr gut über viel Gemüse & Co. erreichbar. So ist u.a. Brokkoli eine hervorragende Quelle für Protein, Calcium, Vitamin K, Cholin, Q10, Vitamin E, Ballaststoffen, etc. pp. Und wer aufgepasst hat, der wird auch die gute alte Kartoffel nicht übersehen haben!

Ich denke die (fett markierten) drei Faktoren, insb. jedoch (fehlendes) UV- und (künstliches) Blaulicht, werden bei Problemen und/oder einer Behandlung oft ausgeblendet & vernachlässigt – könnten für mich jedoch mehr in Bezug auf Winter-Depressionen und Frühjahrsmüdigkeit erklären als die Geschichte von Vitamin D3. Die anderen ‘Life-Style’-Faktoren hatte ich ja schon Eingangs erwähnt – Sie sind jedoch nicht Fokus dieses Artikels.

Was ich noch erwähnenswert halte: Kruse schließt damit, das wir ohne UV-Licht unakzeptable niedrige Dopamin-Spiegel entwickeln und wir fügsam und leicht zu kontrollieren sind. Vielleicht steckt ja hinter dem allen ein großer Plan? Den das Wissen das künstliches Blaulicht schädlich ist – und wir UV-Licht brauchen – ist schon sehr alt…  😉

Wichtiger Hinweis

Alle Angaben zu Supplementen in Bezug auf Dopamin & Co. in diesem Artikel sind reine Beispiele und Überlegungen meinerseits auf Basis der referenzierten Quellen.

Konsultieren Sie in jedem Falle vor der eigen-verantworteten Einnahme von einem oder mehreren der in diesem Artikel genannten Supplementen oder Stoffe Ihren Arzt und Apotheker – und prüfen Sie individuelle Unverträglichkeiten oder Ausschlusskriterien (z.B. Schwangerschaft, Einnahme anderer Medikamente, Krankheiten, etc.) vorab.


Quellen

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