Vitamin D3 & K2 – Mein aktueller Stand

By | 28. Oktober 2016
Vitamin D3 Strukturformel

Vitamin D3 Strukturformel (Quelle: Wikimedia, Public Domain)

Dieser Blogeintrag versucht meinen aktuellen Stand zu Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin K zusammenzufassen. Das ganze Thema ist sehr umfangreich, so das auch dieser Artikel nur eine erste Orientierung in Bezug auf dieses komplexe Thema geben kann.

Themen die hier im Artikel angesprochen werden:

  • Was ist Vitamin D3?
  • Niedriger Vitamin D3-Wert im Blutplasma und assoziierte Folgen
  • Ein optimaler Vitamin D3-Spiegel (25(OH)D-Wert)?
  • Sollte ich den Aktiven 1,25(OH)2 und Speicher-Wert 25(OH)D messen?
  • ‘Viel hilft viel’ ist auch bei Vitamin D3 nicht angebracht
    • etwas zu EBV, VDR-Blockade, Autoimmun-Krankheiten, Cortisol, etc.
  • Epstein-Barr-Virus (EBV) & VDR-Blockade…
  • Wie am besten (bei Mangel) Supplementieren? Sonne? Solarium? Tablette?
  • Etwas zur Dosierung von Vitamin D3
  • Gibt es ein zu viel an Vitamin D3?
  • Co-Faktor: Vitamin K2
  • Co-Faktor: Magnesium
  • Co-Faktor: Calcium???
  • Andere Co-Faktoren & Interaktionen
  • Von Gen-Polymorphismen & Co.

Sowie mein übliches Fazit.

Was ist Vitamin D3 und wo kommt es her?

Das Vitamin ist eigentlich keines – es ist ein Hormon. Vitamin D3 wird u.a. aus Cholesterin auf der Hautoberfläche gebildet, wenn UV-B Strahlung der Sonne auf die oberen Schichten der menschlichen Haut trifft. Die dafür nötige UV-B Intensität gibt es in Deutschland nur innerhalb der ca. 6 Sommermonate – und Sie ist natürlich um die Mittagszeit (den höchsten Stand der Sonne) konzentriert. Gleichzeitig absorbieren Wolken und Dunst die UV-B Strahlung teils beträchtlich, nicht jedoch im gleichem Ausmaße die UV-A Strahlung.  Diese Sachen sollten beim “Vitamin-D” Sonnenbaden beachtet werden.

Dadurch, das die UV-B Strahlen ab einen Einfallswinkel von unter 50 Grad von der Erdatmosphäre abgelenkt werden ergibt sich, das z.B. in München ab dem 15.4 von 11.30-13 Uhr, ab dem 15.5 von 10-14 Uhr und vom 15.6-15.7 von ca. 10-14.30 Uhr UV-B Strahlen durch die Atmosphäre gelangen. Danach wird es wieder weniger & ab Ende September ist praktisch Schluss. Der Folgeschluss: Optimal ist ein kurzes Sonnenbad zur Mittagszeit um seinen Vitamin D3 Spiegel zu erhöhen und Sonnenenergie zu tanken, wobei 10-20 Minuten (Nacktsonnen) ausreichen sollen (im Hochsommer weniger – im Frühling & Herbst deutlich länger als die angegebenen 15 Minuten).

Es soll zudem bis zu 48 Stunden dauern, bis dass das Hormon durch die Haut in den Blutkreislauf vorgedrungen ist. So soll intensives  Unmittelbares (Warm-)Duschen mit Seife & Co. nach dem Sonnenbaden kontraproduktiv sein. Kaltes Abduschen (ohne Seifen & Co.) nach dem Sonnenbad befördert hingegen die Vitamin-D Produktion (auf die Quantenbiologischen Zusammenhänge gehe ich ggf. später mal ein)..

Niedriger Vitamin D3-Wert im Blutplasma und assoziierte Folgen

Vitamin D – Entstehung, Formen, involvierte Organe und Metabolismus.

Erst einmal muss man hier differenzierten: Das was im Blut gemessen: ’25(OH)D’ — ist nicht das aktive Vitamin D3 (-> 1,25(OH)2), sondern ein Speicherwert, welcher stark mit dem aktiven Vitamin D3-Spiegel in Zusammenhang steht. Ein Mangel an Vitamin D in der 25(OH)D-Speicherform wird in der Regel mit einem Mangel an aktivem Vitamin D3 assoziiert (ohne das aber zu messen) – muss aber nicht der alleinige Grund sein.

Es kann es neben zu wenig Sonne, genetischen Faktoren (weiter unten) z.B. auch an einem Calciummangel liegen, wie Dr. Chris Masterson zu bedenken gibt [22][23] – woran ist jedoch eher nicht glaube. Wenn ich also hier im Artikel über einen niedrigen ‘Vitamin D3-Spiegel’ schreibe, dann müsste es eigentlich heißen: Ein niedriger 25(OH)D-Spiegel.

Ein niedriger D3-Wert im Blutplasma, wie er in Deutschland und generell in den nordischen Ländern eher üblich ist, ist mit teils schwerwiegenden Folgen assoziiert. Mit einem ‘Mangel’ (bzw. niedrigen 25(OH)D-Wert) werden dabei mehr Krebserkrankungen, Osteoporose, Müdigkeit, Energielosigkeit, Depressionen (Serotonin, Dopamin, etc. pp), Erkältungsanfälligkeit, vorzeitige Alterung, brüchige Fingernägel, schlechte Wundheilung, Allergien, etc. pp. zugeschrieben und auch teils klinisch bestätigt.

Warum ist hier bei uns ein niedriger D3-Wert üblich? Wer sonnt sich, wie im letzten Absatz aufgezeigt, ca. 10-20 Minuten zu der Mittagszeit ohne Sonnenschutz & möglichst nackt – jedoch mindestens mit freiem Oberkörper? Historisch gesehen war das normal – heutzutage ist es die Ausnahme, insb. seit dem extrem viel Panik bezüglich Sonne und Sonnenschutz (Achtung: Nanopartikel -> Titandioxid bzw. chemische UV-Blocker) gemacht wird. Dabei kann leicht auf chemischen Sonnenschutz verzichtet werden, wenn z.B. lange Kleidung und ein Hut mit breiter Krempe getragen wird.

Es wird aktuell auch davon ausgegangen, das ein niedriger D3 Status bzw. 25(OH)D-Wert als einer (unter vielen) Indikatoren für den generellen Gesundheitszustand im Körper (u.a. Entzündungen) herangezogen werden kann. Aus einer Studie in der Lancet [1]:

” The discrepancy between observational and intervention studies suggests that low 25(OH)D is a marker of ill health. Inflammatory processes involved in disease occurrence and clinical course would reduce 25(OH)D, which would explain why low vitamin D status is reported in a wide range of disorders.”

Das ist jedoch noch nicht die ganze Geschichte…

Ein optimaler Vitamin D3-Spiegel (25(OH)D-Wert)?

Vitamin D3 Status und Krebsrisiko

Quelle: Vitamin D3 Studie [20]

Für Vitamin D3 (25(OH)D) gibt es einfache Bluttests. Ich lasse das bei seinem Arzt im Rahmen eines kleinen oder großen Blutbild gleich mitmachen (Anm.: Ist ggf. Privatleistung).

Der 25(OH)D Wert wird in “nmol/L” oder “ng/mL” angegeben. der Umrechnungsfaktor zwischen den beiden Werten ist 2.5. Als empfohlene Mindestwerte werden 30 ng/mL bzw. 75 nmol/L angegeben. Alles unter 20 ng/mL gilt als Mangel und unter 10 ng/ml (starker Mangel) sollte unbedingt in Absprache mit der Arzt etwas gemacht und ggf. auch supplementiert werden.

Nun war meine Frage: Welcher 25(OH)D Spiegel ist optimal und nicht “mindestens” – falls es so etwas überhaupt generalisiert auf alle Menschen gibt. Es geht ja um die bestmögliche Gesundheit (bzw. einen Indukator dafür) und nicht um z.B. die minimale Kalorienaufnahme um gerade noch zu überleben. Dazu muss man verstehen, das die empfohlenen 25(OH)D Spiegel (in Deutschland) sich eher an der (akuten) Osteoporose (Vermeidung) orientieren und nicht an der optimalen Gesamtgesundheit (Quelle, ab min 1:00). Schaut man nach Afrika auf traditionell lebenden Menschen, also da wo die Menschheit her kommt + bei Menschen die nicht den ganzen Tag im Büro oder in der Fabrik arbeiten, dann liegt der durchschnittliche Vitamin D Spiegel schon bei 115 nmol/L, was ca. 46 ng/mL entspricht [33]. Im Buch von Dr. Van Helden [4] (was ich nicht mehr empfehle, da es nicht auf die Co-Faktoren eingeht!) werden Serumswerte von 50 bis 90 ng/ml als Normal bei regelmäßigen Sonnenbaden und 100 ng/mL als oberer Wert angegeben. Dafür habe ich jedoch keine Daten gefunden – und halte solche Aussagen für unplausibel.

Alters-Justierte Risiko-Warscheinlichkeit für Sterblichkeit, basierend auf 32 Studien mit Vitamin 25(OH)D Werten (1966–2013)

Alters-Justierte Risiko-Wahrscheinlichkeit für Sterblichkeit, basierend auf 32 Studien mit Vitamin 25(OH)D Werten (1966–2013) Quelle: [31]

Wenn ich dann die Werte der Studie [20] ansetzte aus der das oben stehende Bild in Bezug auf 25(OH)D Spiegel und dem Auftreten verschiedener Krebsarten stammt – dann scheint auf den ersten Blick ein Wert von >= 46 ng/mL erstrebenswert. Eine andere Meta-Studie [31] legt Werte um bzw. knapp über 40 ng/ml dar. Über 50 ng/dl scheint sich dann nicht mehr viel in Bezug auf die Sterblichkeit zu tun. Welche Probleme sich jedoch bei einer hohen Supplementation >50 ng/dl langfristig ergeben ist für mich auch noch nicht geklärt (u.a. Calcium-Metabolismus, Verdrängung von Vitamin A aus der Leber, Immunsystem-Unterdrückung, etc. pp).

Ein Wert ab bzw. um 30 ng/ml ist nach den Meta-Studien jedoch schon ein guter Ausgangswert. Wer diesen ohne extra Vitamin D3 erreichen sollte, und im Winter bzw. Frühjahr nicht unter 20 oder 25 ng/ml rutscht, dem würde ich in der Regel eher keine Supplementierung nahe legen.

Von Werten >=60, 80 oder mehr  ng/mL, welche teils im Internet kursieren, halte ich jedoch im ‘Normalfall’ nichts. Sowas sind für mich pharmazeutische Interventionen, welche nur mit Hilfe von Supplementen erreicht werden können. Letztere können ggf. kurzfristig Ihre Berechtigung haben (u.a. Immunsystem-Unterdrückend) – sollten jedoch meiner Ansicht nach nicht das Ziel einer normalen Vitamin D3-Supplementation als Nahrungs-Ergänzungsmittel sein.

Sollte ich den Aktiven 1,25(OH)2 und Speicher-Wert 25(OH)D messen?

Kurz AntwortWenn irgendwas nicht zu passen scheint, dann würde ich beide messen lassen – wobei im allgemeinen, bei normalen 25(OH)D-Werten und keiner bzw. normaler D3-Supplementierung (<= 5.000 IE) dieses nach meinen Verständnis eher nicht nötig scheint.

Es kann anscheinend jedoch Störungen im Vitamin-D Stoffwechsel geben, bei den zu viel aktives D3 gebildet wird und deswegen der Speicherwert sinkt bzw. nicht ansteigt. Liegt dieses an einer Vitamin-D-Rezeptor (VDR), dann helfen in der Regel keine Vitamin D-Pillen [24][25]. Das angebliche Problem: Das Aktive 1,25(OD)D kann nicht am VDR andocken (-> Blockade) und somit nicht die Konvertierung des 25(OHD) nach 1,25(OH)D herunter regulieren. Aus der ganzen Sache könnten sich dann wohl handfeste Probleme ergeben [25]:

“To date, we have identified a pattern of vitamin D dysregulation which may include elevated 1,25D, depleted 25D, or an elevated D-ratio in a variety of Th1 diseases, including rheumatoid arthritis, Hashimoto’s thyroiditis, lupus pernio, Meniere’s disease, CFS/ME, tertiary Lyme disease, attention deficit hyperactivity disorder, sarcoidosis and fibromyalgia.”

Die Autoren beobachteten (Stand 2006) also gerade bei Hashimoto, CFS, Lupus, ADHS & Co. ein verstärktes Auftreten der VDR-Störung. Wichtig ist hier jedoch, das nach den Autoren:

“In all of these diseases, our clinical experience has been that increasing the availability of 25D to the inflamed tissue decreases the ability of the immune system to kill the intra-phagocytic pathogens.

Meint: Das eine (hohe) Gabe von Vitamin D3 (Cholecalciferol) zu einer Dämpfung der der Immunreaktion geführt habe. Dies würde zwar kurzfristig (vom Patienten) als Erleichterung wahrgenommen werden, verschlechtere jedoch nach den Autoren mittel- und langfristig ggf. die Situation. Die Dämpfung des Immunsystems wird auch anderweitig beschrieben [34][36].

Wichtig: ‘Viel hilft viel’ ist auch bei Vitamin D3 nicht angebracht (EBV, VDR-Blockade, Autoimmun-Krankheiten, Cortisol, etc.)

Serumspiegel von 1,25(OH)2 im Vergleich zum Standardbereich und 25(OH)D Werten (Kohorte von 100 Patienten signifikant mit Autoimmunkrankheiten). Quelle: [41]

Joe Cohen von Selfhacked (eine Top Seite!) hat eigene Tests mit der ‘Mega-Dosierung’ von Vitamin D gemacht sowie etwas in den Studien gebuddelt. Das was ich daraus entnehme, ist, das ein 25(OH)D Spiegel von > 40 ng/ml keinen Vorteil in Bezug auf das aktive Vitamin D 1,25(OH)D hat. [9].

Dies bestätigt dann auch eine weitere Studie [41], welche sich zwar auf Menschen mit Autoimmun-Krankheiten (u.a. AIDS, Candida, rheumatoide Arthritis, Wegerner, Hodgkin, Lymphom, Leukämie und Myelom) bezieht – jedoch ist dort ersichtlich, das bei Spiegeln von > 40 ng/ml es keine Ausreißer beim aktiven Vitamin D, also 1,25(OD)2, mehr gab. Zudem wird wohl auch das aktive Vitamin D deutlich enger reguliert – unabhängig vom Jahreszeitlichen Verlauf des 25(OH)D.

Viel aktives Vitamin D3 wird also mit Autoimmunen Problemen assoziiert [41]. Aber was ist mit dem Coimbra-Vitamin D3 Hochdosis-Protokoll? Ja, Vitamin D wirkt dämpfend auf das (ggf. zu aktive) Immunsystem [34]:

“Vitamin D affects the immune system at many levels and by a number of mechanisms…. Vitamin D has multiple immunosuppressant properties…. On the whole, vitamin D confers an immunosuppressive effect. ” [36]

Vitamin D kann also ein überschießendes Immunsystem (-> u.a. Zytokin-Ausstoß) dämpfen – was in vielen Fällen gut ist. Aber was bedeutet das auf die lange Sicht? Die betroffenen Menschen leiden sicher nicht alle unter einem Vitamin D3-Mangel. Marshal et al. [34][37] sehen dann auch die Ursachen und Behandlung in Bezug auf Autoimmunkrankheiten anders. Aus einem Beitrag bei Edubily [16]:

Autoimmunerkrankungen, so besagt die Hypothese, seien das Resultat einer Vitamin-D-Rezeptor-Dysfunktion, wobei die Vitamin-D-Gabe an sich das Problem nicht bessert, sondern verschlechtert – im Gegenteil: Vitamin D müsse gemieden und ein Vitamin-D-Rezeptor-Agonist (der die Vitamin-D-Bindung verhindert) könne die VDR-Dysfunktion umkehren.”

Joe Cohen schreibt dann auch einiges in Bezug auf Vitamin-D Rezeptor (VDR) Störungen und die Probleme von zu viel aktiven Vitamin D auf verschiedene andere Hormon-Regulationssysteme, u.a. T3 (Schilddrüsen), Cortisol und Testosteron [9]:

“According to Dr. Marshall, too much active D can compete with other important receptors and prevent the binding of thyroid hormones (T3), cortisol and testosterone to their receptors, which cause resistance to these hormones [8].” [9]

Cohen schließt sich dann den Überlegungen von Marshall insoweit an, das er schreibt, das VDR und Schilddrüsen-Rezeptoren sehr ähnlich sind und er nicht überrascht wäre, wenn dem allen so wäre. Insofern rät auch er vor längerfristigen hohen Dosen an Vitamin D, Spiegeln über 40 ng/ml und Dosen, von in der Regel über 4000 IE ab ab. Das Vitamin D bzw. viel aktives 1,25(OH)D dann CYP21A2 herunter reguliert [50], also das Enzym was für die Cortisol-Produktion zuständig ist, das ist dann vielen nicht klar. Wenig Cortisol macht aber wieder andere immunologische Probleme – wenn der entsprechende Menschen schon zu wenig davon hat (z.B. bei Problemen mit den Nebennieren).

Ach ja: Ratet mal was der Marshal noch rausgefunden hat? Das der VDR-Pfad wohl sehr empfindlich für Elektrosmog (EMF) ist [48]. Quecksilber (Amalgam), EBV, chronisch niedrige 25(OH)D Vitamin-D Spiegel, etc. pp. – für mich passt da sehr viel zusammen! Ob die ‘üblichen’ Theorien zur VDR-Blockade (oder dieses Syndrom als solches) überhaupt haltbar sind – oder die Therapeuten und Forscher mal wieder Ursache und Wirkung verwechseln – wer weiß… gerade bei autoimmunen Thematiken.

Epstein-Barr-Virus (EBV) & VDR-Blockade…

Selbstverstärkender Kreislauf der chronischen Entzündung durch nitrosativen Stress, basierend auf Umwelt-Faktoren und u.a. VGCC, NMDA2-Rezeptor Aktivierung.

Selbstverstärkender Kreislauf der chronischen Entzündung durch nitrosativen Stress, basierend auf Umwelt-Faktoren und u.a. VGCC, NMDA2-Rezeptor Aktivierung und erhöhung des intrazellulären Calciums. Bild basierend auf M. Pall und V. v. Baehr

Dr. Retzek ergänzt, das bei einer chronischen EBV-Infektion (irgendwie) mehrere Rückkopplungs-Bremsen im Vitamin D Stoffwechsel fehlen und so das ganze 25(OH)D direkt in das 1,25(OH)D gewandelt wird und dann ein Missverhältnis zwischen beiden besteht. Dadurch aber wird das Treg Immunsystem stark dysreguliert bzw. geschwächt, was die Ausbreitung von Bakterien, Viren und EBV fördert. Eine hohe Vitamin-D-Gabe sei hier nach Retzek Kontra-Induziert. Retzek schließt mit dem Hinweis [47]:

Daher: immer messen: 25OH-D3 sowie 1,25(OH)2-D3. Wenn das  1000 x 1,25D3 > 25D3 ist, dann liegt VDR-Blockade vor und höhere Dosen Vitamin D wirken immunsuppresiv, besonders bei chron. persist. CMV / EBV oder andere Coinfektionen.”

Ein anderer Arzt [42][43] schließt, das eine potentielle ‘VDR Blockade’ kompetitiv zu sein scheint – also das diejenige Substanz das Rennen um den Rezeptor gewinnt, die in der höchsten Konzentration vorliegt. Folglich wäre eine Gabe von Vitamin D3 bei erniedrigten bzw. niedrigen Calcidiol (Anm: 25(OH)D) – richtig und notwendig (was auch zu Retzeks Anmerkung passt).

Ich werde jedenfalls aus den vielen Interpretationen und Möglichkeiten (noch) nicht schlauund vermute, mal ganz hypothetisch, dass die Probleme bei diesen Menschen woanders liegen. Denn was macht ein hohes intrazelluläres Calcium? Elektrosmog, Quecksilber, Toxine, Chemikalien, Bakterien, Entzündungen (Wurzelkanäle, NICOs & Co.) und so weiter – wie im nebenstehenden Bild zu sehen – zu dem es auch einen Artikel gibt. Wo nun die ganze Geschichte mit Ca in den Zellen und im Serum, dem VDR-Rezeptor, der ja auch über EMF de-reguliert wird, anfängt und aufhört? Wer will das genau sagen können?…. vor allem in einer allgemeinen Theorie…

Wie am besten (bei Mangel) Supplementieren? Sonne? Solarium? Tablette?

Wie komme ich nun also auf einen vernünftigen Vitamin D bzw. 25(OH)D Serumspiegel – oder gibt es den überhaupt in einer generalisierten Form? Der von mir geschätzte Dr. John McDougal [5] rät ganz klar von Supplementen ab und sagt: Mehr Sonne. Er führt seine Kritik auch hier noch mal im Detail aus. Ein niedriger 25(OH)D-Spiegel ist nach im ein Zeichen für zu wenig Sonne (UV-B), was nicht mit einer Pille kuriert werden kann. Diese Logik ist auch für mich ganz klar nachvollziehbar.

Dem steht jedoch (scheinbar) viel Erfahrung mit sehr positiven Wirkungen von Vitamin D3-Gaben [3] sowie hunderte (oder sogar tausende) von wissenschaftlichen Studien gegenüber die anderes vermuten lassen. Die ungeklärte Frage: Ist das eine kurzfristige Wirkung – also das Gaspedal trotz fast leerem Tank noch mal durchdrücken – oder ist Sonnenlicht als D3-Pillen wirklich supplementierbar? Von meinem Geschmack der Sache her gebe ich grundsätzlich hat McDougal recht -> die natürliche Sonne ist nicht zu ersetzten & Vitamin-D Supplemente sollten die (temporäre) Notlösung sein.

Bei Nutritionfacts.org gab es letztens auch noch einmal einen Video-Beitrag zu dem Thema.  Dort wurde u.a. vor Sonnenbank & Co. gewarnt (zu hohes Risiko das dort UV-A und insg. eine zu hohe Strahlung eher Hautkrebs verstärkt). So sollte (im richtigen Maß) die Sonne im Sommer gesucht werden – aber nicht die von Solarien. Vitamin D3 Supplemente schneiden nach dem Video dort in der Risikoabwägung besser als Solarien ab um einen akuten Mangel zu beheben. Es gibt jedoch auch neue Solarien die in Bezug auf die UV-A / UV-B Strahlung & kombiniert mit IR-Licht besser sein sollen.

McDougal hat jedoch noch einen weiteren wichtigen Punkt: Er meint (zusammengefasst) das die meisten Probleme mit einem niedrigen Vitamin D3 Spiegel ggf. durch Co-Faktoren begünstigt werden, insb. schlechter Lebenswandel (viel im Haus, Kunstlicht, raffinierter Zucker in Süßigkeiten und Getränken, Milchprodukte, wenig Sport, Alkohol, Rauchen, etc. pp). Wer also trotz Sonne und/oder Vitamin D3 in Tablettenform niedrige Werte hat – sollte ggf. auch seinen gesamten Lebenswandel einmal überdenken und andere Risikofaktoren ausschließen… Wie schon weiter oben angeführt gibt Chris Masterson, PhD zu bedenken das es auch noch viele andere Ursachen für einen niedrigen 25(OH)D-Wert geben kann [22] – das passt dann wunderbar zu dem was Dr. McDougal schreibt!

Etwas zur Dosierung von Vitamin D3

Das ist sicher der größte und verwirrenste Aspekt für den Einsteiger: Die DGE-Empfehlungen [6] liegen bei max. 800 IE (Internationale Einheiten) Vitamin D3 pro Tag. Deswegen steht auch auf allen Vitamin D-Präparaten aus Deutschland, mit z.B. 5000 IE, das dieses die Wochendosis ist. Dies wird deswegen gemacht um findigen Abmahnanwälten keine Steilvorlage zum Abmahnen zu bieten und auch kein Stress mit dem Verbraucherschutz zu bekommen.

Das (nicht nur) aus meiner persönlichen Sicht bestehende Problem: Diese ‘Minidosen’ richten nicht viel aus und die Wissenschaft scheint deutlich weiter als diese ‘alten’ Empfehlungen. Mit 800 IE pro Tag kann so auch kaum (bzw. nie?) ein Vitamin D3 Spiegel von um die 35 ng/mL im Winter erreicht werden. Denn der D3-Bedarf pro Tag kann je nach Ausgangsspiegel, Alter, Geschlecht und Körpergewicht bis zu 4000 IE (oder mehr) betragen – und im nordeuropäischem Winter kommt faktisch nichts dazu, also zumindest nicht durch UV-B Strahlung der Sonne.

Da manche Menschen bestimmte Genvarianten haben, welche bedingen das die Körpersynthese der Vitamin D Vorstufe in aktives D3 ineffektiv läuft (worauf auch Dr. Rhonda Patrick hinweist), kann eine Supplementation für sehr viele Menschen durchaus (präventiv) sinnvoll sein. Weiter unten im Text dazu mehr. In jedem Falle macht es Sinn vor der Supplementierung seinen D3-Blutserumsspiegel zu messen – und ggf. als Kontrolle einige Monate nach der erfolgten Einnahme. Eine Supplementation ohne Mangel (oder bei bereits hohen Werten) halte ich denn auch nicht für sinnvoll.

Auch wenn man zur Risikogruppe (Büroarbeit, dunkler Hauttyp in Nordeuropa, wenig draußen bzw. wenig Sonne auf die ganze Körperhaut sowie dauernd Schlaffheit, Müdigkeit bzw. Frühjahrs- oder “Winterdepression“) gehört – kann es sinnvoll sein, seinen Vitamin D3-Spiegel bei Arzt feststellen zu lassen und bei erkanntem Mangel ggf. (temporär) zu supplementieren. Einige schlagen hier mit Gaben von ca. 10.000 IE/Tag über 4 Wochen zum Auffüllen der Depots vor, wobei dann (im Winter) mit 3000-5000 IE/Tag der Vitamin D3 Spiegel gehalten wird. Das vorgehen sollte jedoch dem individuell Bedarf angepasst werden, denn diese Mengen könne auch individuell schon zu viel sein. Ggf. macht das hoch- und Runter im Sommer und Winter ja auch physiologisch Sinn.

Beachtet werden sollte immer: Ein künstlich höherer Wert an D3 im Blutplasma (-> Hormon = Signalgeber, Tankanzeige) – ist nicht das gleiche wie die Sonnenexposition!

Gibt es ein zu viel an Vitamin D3?

Von sehr hohen (täglichen dauer-) Dosierungen würde ich in jedem Falle abraten, wie schon unter ‘Viel hilft viel’ (eher nicht) ausgeführt. So hat eine aktuelle Studie [2] ergeben, das sich bei einer wöchentlichen Supplementation mit 70.000 IE (anstatt 35.000 IE) das aktive Vitamin D3 (1,25(OD)D) verringert. Aus dem Bereicht bei Vitamindcouncil.org:

“According to these findings, blanket high dose supplementation of 70,000 IU/week generated a threshold effect. Although 25(OH)D levels remained in the healthy range, this large dose caused the body to start increasing production of the enzyme that degrades vitamin D in an effort to maintain balance in the body. As a result, the higher supplementation group experienced a subsequent decrease in activated vitamin D, thereby inhibiting its availability to carry out important biological functions in the body.”

Der Artikel folgert das eine Dosis von maximal 5000 I.E./Tag am sinnvollsten erscheint. Das bestätigt (wie weiter oben schon erwähnt) auch der Autor der sehr interessanten Webseite für Selbstoptimierung Selfhacked, in Bezug auf ein Selbstexperiment mit sehr hohen Dosen an Vitamin D3 pro Tag [9]. Das heißt nicht, das mit hohen Einzeldosen nichts erreicht werden kann – jedoch spricht für mich sehr viel gegen hohe Dauerdosen, welche ja auch mit vielen anderen Co-Faktoren und Stoffwechselprozessen interagieren. Zumindest haben Studien gezeigt, das auch Dosen von 10.000 IE / Tag über 5 Monate keine toxischen Effekte haben [3] – was mich auch wundern würde.

Oft vergessen die Menschen (und Autoren) jedoch, das sehr hohe (einzel-) Dosen an Vitamin D3 den Stoffwechsel massiv ankurbeln können – weswegen das erst mal viel Energie gibt & man sich gut fühlt. Sie vergessen jedoch eines: Das dies ebenfalls Entgiftungsprozesse (massiv) ankurbeln kann. Nicht das das grundsätzlich schlecht ist, jedoch kann dies bei Menschen mit einer Schwermetallvergiftung (oder vielen Giftstoffen im Fettgewebe) Prozesse auslösen, die der Körper bzw. die Leber und / oder die Niere nicht packen. Dies, weil sie schlechte Entgifter sind (u.a. genetisch bedingt -> HPU-Test) und/oder sich zusätzlich so ernähren das die mobilisierten Giftstoffe nicht gebunden und zügig ausgeleitet werden (-> zu wenig Ballaststoffe, langsame Darmpassage der Nahrung, fehlende richtige Chelatbildner).

Co-Faktor: Vitamin K2

Wenn D3 supplementiert wird, sollte (werden wenig Tierprodukte (Vitamin K2 MK4) und/oder auch wenig ‚Grünzeugs‘ (K1) bzw.  Natto & Käse (K2 MK7) verzehrt) optimaler weise wohl auch mit Vitamin K supplementiert werden. Vitamin K2 wird im Zusammenhang mit einem hohem Vitamin D3-Spiegel benötigt damit der Calciumstoffwechsel optimal funktioniert. Fehlt (ausreichend) Vitamin K2, dann landet das ggf. zu viele Calcium aus der Milch & Co. an den Gefäßwänden und nicht in den Knochen – und das wäre nicht gut (u.a. Arterienverkalkung).

Jedoch scheint es nicht ganz so einfach: Je nach der Menge der Calcium-Zufuhr scheint K2 (zumindest in Ratten) anders zu wirken: Bei viel Calcium in der Ernährung ist es vorteilhaft, bei eher wenig wohl eher nachteilig [30]:

“Vitamin K2 administration in rats fed a low calcium diet stimulated renal calcium reabsorption, retarded the abnormal elevation of serum PTH level, increased cancellous bone mass, and retarded cortical bone loss, while vitamin K2 administration in rats fed a normal calcium diet stimulated intestinal calcium absorption by increasing serum 1,25(OH)2D level, and increased cortical bone mass.”

Was nun beim Menschen weniger bzw. viel ist – ist die Frage. Ich selber empfinde ca. 550-700 mg als optimal bzw. ausreichend. Die DGE-Empfehlung liegt bei 1000 mg – für mich eher viel und auch eher nur in Milch-See-Ländern anzutreffen.

Vitamin K2 & Mitochondrien

Die Einnahme von Vitamin K2 zusammen mit D3 soll nicht nur Vorbeugend in Hinblick auf die Calciumaufnahme bzw. den Calciumstoffwechsel (u.a. Arterien, Zähne, Knochen, Nierensteine, etc.) sein, sondern hat ggf. auch das Potential mehr Energie zu liefern. Ein Beitrag bei edubily.de [7] verweist in Bezug auf Vitamin K2 (MK4) als Mitochondrien-Booster (das sind die Zellkraftwerke). Basierend auf den im Artikel referenzierten Studien ist eine Wirkung ähnlich der von Co-Enzym Q10 (alle drei, K1, K2 und Q10, gehören der Quinon-Familie an): Anstieg der ATP-Produktion und ein deutlicher Anstieg der Sauerstoffverwertung. Was bedeutet das? Mehr Energie.

(Natürliche) Quellen und Dosierung von Vitamin K1 & K2

In einem Artikel von Dr. Schweighart [8] über Vitamin K(2) wird das Thema, die Quellen von Vitamin K, die Dosierung und die Auswirkungen von Mangel & Co. ausführlich besprochen. So ist bei pflanzlicher Ernährung eine Versorgung mit K1 (Grünzeug) kein Thema. Vitamin K2 kommt bis auf Natto (fermentierte Sojabohnen) und z.B. Käse (K2-MK7) primär in tierischen Produkten (K2-MK4) vor. Es wird davon ausgegangen das bei einer gesunden Darmflora im Menschen auch K2 (MK4) aus K1 und K2-MK7 gebildet wird [10]. Wie viel das ist und wovon das abhängt ist jedoch noch nicht genau klar, weswegen z.B. hier die Supplementierung von MK4&7 (insb. Veganer) nahegelegt wird [11]. Dies kann sehr entscheidend sein, denn die Umwandlung von K1 nach K2 bzw. Bildung von K2 im Darm [12] benötigt eine funktionierende Darmkultur (Mikrobiom) – und ob diese vorhanden ist (Achtung: Antibiotika!), ist eher unklar.

Im Zweifel, bzw. bei einer veganen Ernährung ohne Natto, werden in vorgenannten Quellen 100-200 µg Vitamin K2 pro Tag in der Form MK7 empfohlen – für einige Menschen scheint jedoch MK4 besser zu funktionieren. So gibt es auch viele Vitamin D3 & K2-MK7 Kombiprodukte, die genau diese Mengen an K2-MK7 enthalten.Warum MK7? Weil ein Teil von MK7 wohl in MK4 gewandelt werden kann – wobei Menge und Mechanismen noch nicht genau klar sind. Wer sicher gehen möchte nimmt (wie oben schon angesprochen) ein MK4/7 Kombiprodukt ein. Für mehr Information bitte bei Masterjohn [11] nachlesen.

Ach ja: Ein Argument das die MK7-Form eine längere Halbwertszeit im Blut hat (ca. 72h) als MK4 (1,5h) ist insofern ggf. nicht stichhaltig als das es auch sein kann, das MK4 gut aufgenommen wird und MK7 nicht – weswegen es im Blut lange nachweisbar ist. Zudem ist Vitamin K lichtempfindlich und Fettlöslich – K2 sollte also optimaler weise zu der fettreichsten Mahlzeit eingenommen werden [11].

Vitamin K2, Gluthation und blaues Licht

UV bzw. insb. blaues Licht zerstören wohl Vitamin K2 [11] – so das es absolut Dunkel gelagert werden sollte. Ein anderer Aspekt ist natürlich ein potentieller Mehrbedarf bei starkter Nutzung von (LED-)Kunstlicht & Monitoren/Displays, welche ebenfalls sehr viel Blaulichtanteil emittieren – denn blaues Licht dringt recht tief in die Haut ein. Vitamin K1 & K2, schützen dann wohl auch viele verschiedene Zelltypen vor einem Glutathion-Abbau (‘depletion’) [27]. Glutathion ist dabei ein sehr wichtiges Antioxidans im Körper.

Noch ein wichtiger Hinweis: Menschen die Cumarin einnehmen sollten nur in Absprache mit Ihrem Arzt mit Vitamin K supplementieren.

Co-Faktor: Magnesium

Wer unter Magnesiummangel leidet (z.B. Krämpfe als Mangelsymptom) der sollte unbedingt auch über die Supplementation mit Magnesium nachdenken. Magnesium (und nicht Calcium) ist in Verbindung mit dem D3 Stoffwechsel sehr wichtig. Das Pulver kann z.B. einfach in das Müsli gegeben werden und lässt sich individuell und leicht dosieren. Optimal ist natürlich Magnesiumreich (also u.a. dunkles grünes Blattgemüse) zu essen. Das liefert dann neben Magnesium gleich noch Vitamin K(1).

Co-Faktor: Calcium???

Was unbedingt zu beachten ist: Viel Vitamin D = viel Calcitriol (aktives Vitamin D) und damit Ankurbelung des Calciumstoffwechsels. Mehr Calcitriol senkt dann wohl die intrazelluläre Ca-Konzentration – was gut wäre [35].

Wenn aber nun zu viel D3 und zu wenig K2 ergänzt dann kann es wohl zur Knochenresorption kommen. Das meint Knochenabbau und Calcium-Freisetzung [13] – was vermieden werden sollte.

Wie schon zu K2 geschrieben scheint es hier keine einfachen Antworten zu geben, weil K2 je nach Calcium-Zufuhr anders zu wirken scheint [30]. Wo genug Vitamin K2 bei hoher Calcium-Zufuhr gut zu wirken scheint, ist es bei geringer Ca-Zufuhr ggf. (in zu hohen Dosen) ggf. Kontraindiziert. Ähnliches gilt wohl für vermehrtes Ausscheiden von Calcium über den Urin (Hyperkalziurie). Eine einfache Sache um die Calcium-Zufuhr über die Nahrung abzuschätzen ist Cronometer.  Ein unterer Wert von ca. 550 mg sollte es mindestens sein. Allerdings gibt es wohl schnell auch ein zu viel an Calcium (für mich > 1000 mg) – weil dieses in der Regel mit mehr Osteoporose assoziert wird.

So besteht wohl auch das Coimbra-Protokoll (Vitamin D3 in Hochdosis – was ich durchaus ambivalent sehe) – auf einer an Calcium-Armen Ernährung (und auch wenig oder kein K2), ggf. um die Calcifizierung der Blutgefäße zu vermeiden. Verwirrend? Für mich durchaus!

Deswegen: Nichts übertreiben, speziell nicht mit Calcium. Warum? Weil einige Bücher und Seiten im Internet:

  • sehr hohe Dosen an Vitamin D3 (z.B. >=50.000 IE am Tag und über längere Zeit) und
  • hohe Vitamin D3 Serumspiegel (>=60 ng/mL).

empfehlen. Nicht das das unbedingt schlecht sein muss – nur sollte man dann auch (hoffentlich) wissen was man tut und sich mit dem Thema Vitamin D3 und Co-Faktoren (also insb. Vitamin K2, aber z.B. auch Magnesium, Retinol & Co.) ausgiebig beschäftigt haben und ständig seine Blutwerte kontrollieren lassen. Ist der Calcium Spiegel (Serum) über 11-12 mg/dL (2.8-3 mmol/L) dann kann bereits eine (relative) Vitamin-D Überdosierung und daraus folgende Hyperkalzämie vorliegen [14] – oder eben zu viel/zu wenig Calcium oder K2.

Schlussendlich ist mir das ganze Zusammenspiel von D3, Calcium und K2 nicht komplett klar. Ich habe hier einfach zu viel Gegensätzliches in zu vielen Artikeln gelesen… von denen jeder immer nur ein Teil der Gleichung betrachtet und so zu Ergebnissen kommt die sich nicht verallgemeinern lassen bzw. immer irgendwelche Co-Faktoren ausblenden. Deswegen übertreibe ich einfach mal nichts, bis wir in 5-10 Jahren hoffentlich schlauer sind. Calcium als NEM nehme ich jedoch nicht ein und würde das (absehbar) auch nicht pauschal machen.

Andere Co-Faktoren & Interaktionen

Es gibt noch andere Co-Faktoren zu Vitamin D & K u.a. in Bezug auf den Calcium-Stoffwechsel: Zink, insbesondere Vitamin A (als Retinol), Phosphor und Bor. Auch ist zu beachten, wie schon geschrieben, das sehr hohe Dosen an Vitamin K2 und / oder D3 aus meiner Sicht ein krasser Eingriff in den ganzen Vitamin D, K & Calcium-Stoffwechsel sind – viel hilft also nicht immer viel!

Gleichzeitig verdrängt Vitamin D wohl das Retinol (Vitamin A) aus der Leber, was dann die Bildung von Ceruloplasmin beeinträchtigt. Letzteres ist jedoch für die Ferroxidase-Aktivität wichtig, welche bei Mangel zu Kupfer- und Eisenüberladung in den Zellen, gleichzeitig jedoch zu einem Kupfer- und Eisenmangel im Blutplasma führen kann [29].

Was ist nun richtig? Wie soll ich das alles richtig dosieren? Ich denke, das solange man ‘auf dem Teppich’ Bleibt, also die 5.000 IE/Tag nicht überschreitet und etwas K2 hinzufügt o.k. ist. Aber klar: Alle Menschen sind verschieden jeder bringt andere Grundvoraussetzungen in Bezug auf genetische Ausstattung, Ernährung und Exposition in Bezug auf die Sonne (-> ala ‘Dachdecker oder Bürohengst’) mit.

Von Gen-Polymorphismen & Co.

Menschen sind unterschiedlich, haben verschiedene Ausgangsbasen (z.B. nicht funktionierende Margen-Darm Flora), Alter, Krankheiten, Leber- und Niereninsuffizienz, etc. pp. Gerade letztere verhindern wohl die körpereigene Synthese von D3 25(OH)D (über die Niere) nach 1,25(OH)2, also die aktive Form von Vitamin D. Im Alter ist zu bedenken, das die Synthese über die Haut bei 70-Jährigen um ca. 75% gegenüber jungen Menschen (20 Jahre) verringert ist. Aber auch die Nierenfunktion geht wohl um ca. 10% pro Jahrzehnt über 40 Jahre zurück.

Weiterhin gibt es einige Gen-Polymorphismen, welche die Vitamin D-Synthese negativ beeinflussen können, wie z.B.:

  • Rs2282679(A;C) – Vitamin D binding protein (mögliches genetisches Risiko für Vitamin D Mangel)
  • Rs2282679(A;G) – CYP2R1 – (genetisches Risiko für Vitamin D Mangel)
  • Rs2282679(G;T) – Vitamin D binding protein – (mögliches genetisches Risiko für Vitamin D Mangel)
  • etc.

Eine andere kritische Variante kann (wie eingangs schon erwähnt) eine Vitamin D Rezeptor Blockade (VDR) sein, bei dem das 1,25(OH)2 (Aktives D) nicht in die Zellen kommt [24][25]. Dadurch wird dann wohl der Regelkreislauf gestört, noch mehr 1,25(OH)2 aus dem 25(OH) produziert, was dessen Speicher leert. Dadurch kommt es zu niedrigen 25(OH) Werten im Blutest – und zu un-physiologisch hohen 1,25(OH)2 Werten. Deswegen sollten (bei Unstimmigkeiten & weiter oben bereits erwähnt) eigentlich immer beide Vitamin D-Werte gemessen werden.

Wer von mehreren dieser Faktoren betroffen ist, der kann ggf. so viel Sonne suchen wie er will, jedoch alles ohne seinen Status weit über 35 ng/ml am Ende des deutschen Sommers steigern zu können.

Noch ein bisschen dies und das…

Wer des englischen mächtig ist: Hier ein Video (‘Micronutrients for the Prevention of Age-Related Diseases and Brain Dysfunction’) von Dr. Rhonda Patrick (forscht unter Dr. Bruce Ames) mit sehr viel Details zu Vitamin D, Depressionen, Gehirnfunktion und Entwicklung (Serotonin, Dopamin, Tryptophanbildung in Zusammenhang mit Vitamin D), Alterung und Interaktionen von Vitamin D mit vielen anderen Prozessen im Körper u.a. im Magen- und Darmtrakt. Sie berichtet auch über zahlreiche Studien, optimalen Vitamin D Status sowie die Rolle von Omega 3 Fettsäuren [19].

Mein Fazit

Sonne – die beste Quelle für Vitamin D. Quelle: Pixabay

Ich weiß nun das ich a) weiß: Raus in die Sonne! bzw. im Winter ggf. auch eine richtige UV-A/B-Lampe.

Dann weiß ich nun b) das Vitamin D(3) ein Hormon ist – quasi eine Art Signalisierung (Tankanzeige) über das was an Sonnenstrahlung auf die Haut gelangte. Die einzige Methode um das (langfristig) wieder in das richtige Gleichgewicht zu bringen ist (anscheinend) : Sonne! Dies, da die UV-Strahlung nicht in Tabletten gepackt werden kann (zumindest noch nicht). Natürlich sollten wir auch viel Grünzeug essen – wo dann genug Calcium enthalten ist (Brokkoli, Brennesel, dunkelgrüne Salate, etc. pp).

Klar für mich: Bei Unterversorgung supplementiere ich auf jeden Fall – aber übertreibe nichts!

Bei einem relativ angenommenem Mangel bzw. Unterversorgung (<20 ng/mL im Blutserum ggf. auch  <30 ng/ml) und entsprechenden Symptomen supplementiere ich. Dies, da der Status dieses Hormonwertes zu wichtig für wahnsinnig viele biochemische Prozesse im Körper scheint [21]. Auch A. Hall Cutler schreibt in seinem Standardwerken zur Amalgam-Entgiftung gleiches – das Vitamin D nicht nur auf Basis von Blutwerten, sondern auf Basis von Symptomen gegeben werden sollte [44][45].

Zwar gibt es viele Videos von Ärzten im Internet, die in Vitamin D das Panacea für alles sehen (u.a. Antje Rössler [40]) – aber übertreiben sollte man es meiner Sicht nach hier auch nicht. Klar: Die klinischen Daten & Co. die für eine Supplementation mit Vitamin D3 bei einem niedrigen 25(OH)D Serumsspiegel sprechen sind für mich eindeutig. Aber all diese Daten, speziell wenn es nicht um einen wirklichen Mangel geht, sollten auch mit Vorsicht genossen werden wie Dr. Ruth McQuillan (Universität Edinburgh) [39] und die Webseite zum Marshal-Protokoll [38] bemerken:

“There have been lots of observational studied showing an association between various diseases and vitamin D deficiency, but there is not any evidence yet that that is a casual relationship… it may be that vitamin D deficiency is a marker of ill health.” [39]

In Deutsch: Es gibt viele Studien die Assoziationen zwischen dem Gesundheitszustand und Vitamin-D Spiegeln aufzeigen – jedoch fehlen bis jetzt (2011) noch die Nachweise, das dies auf kausalen Faktoren beruht. So messen denn auch wohl die meisten Studien nicht das aktive Vitamin D, 1,25(OH)2, was wohl gerade in Patienten mit chronischen Krankheiten erhöht ist (wobei schon Werte über 60 pg/ml – je nachdem – als Erhöht gelten). Retzek gibt ja hier auch klare Hinweise auf die Zusammenhänge, insbesondere mit EBV [47]. Alles nicht so einfach!

Also: Bei der täglichen Dosis, wenn supplementiert wird, würde ich es nicht übertreiben. Lieber gemäßigt anstatt ‘Hammerdosen’, welche den Stoffwechsel auf einmal zu stark ankurbeln und ggf. unerwünschte Prozesse lostreten. Ich selber belasse es so – wenn ich ergänze – bei ca. 2.400, maximal aber 4800, IE am Tag als präventive Dosis. Damit strebe ich an einen ausgesprochenen Mangel bzw. Spiegel unter 30-40 nl/ml zu vermeiden. Diese Dosis kann aber je nach Typ, Genetik [46], Wohnort & Co. deutlich variieren.

Aber ich bin auch nicht Dumm – und achte auf die Co-Faktoren & Co.

Auf jeden Fall sollten aus meiner Sicht die Co-Faktoren: Vitamin A & K, sowie Magnesium nicht vergessen werden. Ohne Genug Vitamin A können hohe Dosen von Vitamin D sehr ungünstig sein. Der Vitamin D-Metabolismus (ver-)braucht auch Magnesium – ein Mangel ist hier grundsätzlich keine gute Idee. Und ohne Vitamin K geht nichts in Bezug auf die Calcium-Verwertung. Hohe Dosen an D – ohne genug Vitamin K(2) können dann auch daneben gehen, wie auch Dr. Walsh in einem sehr ausführlichen Artikel bemerkt [32]. Aber auch einfach immer mehr D3 einzunehmen, wenn die Werte nicht Steigen ist ggf. eine dumme Idee – denn es braucht die Leber & Niere für die richtige Umwandlung – und einen funktionierenden Vitamin-D Rezeptor (VDR). Wenn der 25(OH)2 Wert nicht steigen will – dann mal etwas breiter schauen…

Hohe Dosen (>5000 bzw. 10.000 IE in der Auffüllphase) würde ich eher mit Vorsicht nicht nutzen. Coimbra-Protokoll? Ggf. ist das o.k. – aber da gehört ganz viel anderes dazu – inklusives regelmäßiges Überprüfen + ärztliche Begleitung! Und die dieses Protokoll auf die Dauer funktioniert – und was die eigentlichen Hintergründe der Symptome sind – ist aus meiner Sicht auch nicht geklärt. Hier wird aus meiner Sicht mal wieder ‘krass’ an einer Schraube gedreht – nicht an der Ursache. Sicher werden die Menschen nicht wegen einem Mangel an Vitamin D-Pillen krank… sondern z.B. wegen EMF, einer Schwermetall -Belastung (Amalgam, Quecksilber), Umweltchemikalien, organischen Problemen, einer kranken Schilddrüse, Probleme mit den Hormonen, einer ‘abgeschossenen’ Hypophyse, etc. pp.

Und gerade EMF hat teils dramatische Auswirkungen auf den Calcium-Haushalt bzw. die Konzentration in Zellen (u.a. über VGCC’s) und Co. Aus Sicht von Dr. Kruse ist neben dem fehlenden Sonnenlicht EMF (-> WLAN, Smartphone & Co.) eines der Hauptgründe für die Krise bei den Vitamin-D-Spiegeln…

Pillen sind nicht alles…

Mir ist auch irgendwie bewusst, das ich den Körper nicht dauerhaft mit Pillen ‘bescheißen’ kann, sondern auch die Natur und die Sonne suchen muss + auch auf meinen Lifestyle achten sollte. Denn irgendwann ist der Reservetank des Körpers (meint Bildlich gesprochen: ‘gespeichertes’ UV-Licht in den Zellen [17][18]) leer – egal wie ich die Tankanzeige manipuliere. Deswegen scheint es für mich wichtig, bei einem schlechten D3-Status darauf zu achten, andere Stressoren (Funk/EMF, Blaulicht, Rauchen, etc.) zu minimieren und ordentlich gutes Essen (Gemüse & Vollwertig + viel Wasser & ausreichend DHA) zuzuführen. Gerade letztgenanntes DHA ist dann (unter anderem) wieder mal wichtig für den Energiestoffwechsel. Schließen möchte ich deswegen auch mit einem Zitat von Dr. Jack Kruse [18]:

“Vitamin D3 is just the chemical signal made after unpolarized light is captured by our skin and in the pill form, it does not the power of the sun’s light or photons. Taking supplemental vitamin D3 is like trying to hire someone else to do your push-ups for you.

Die Biologie lässt sich eben nicht (langfristig) bescheißen… wir sind gemacht um unter der Sonne zu leben. Tun wir dieses nicht gibt es die bekannten Zivilisationskrankheiten…. D3-Tabletten hin oder her… dazu habe ich hier noch mehr geschrieben.


Quellen

Links

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