Die Schilddrüse – im Kontext Co-Faktoren (Jod, Selen, Zink, Eisen, etc.), L-Thyroxin, Thybon (T3), Hashimoto, Nebennierenschwäche & Co.

By | 28. Juni 2016
Die Schilddrüse - Diagnostik (TSH, fT3, fT4), Hashimoto, Co-Faktoren und vieles mehr.

Die Schilddrüse – Diagnostik (TSH, fT3, fT4), Hashimoto, Co-Faktoren und vieles mehr.

Dieser Artikel befasst sich mit der Schilddrüse und vormals auch Jod. Er wurde über die letzten Jahre deutlich erweitert, wobei die Thematik Jod nun einen eigenen Artikel hat.  Das gesamte Thema ist so komplex, das ich hier nur noch auf die Schilddrüse eingehen möchte, u.a.:

  • Schilddrüsen-Diagnostik
  • Nebenniere und Hormonsystem
  • Hashimoto und Antikörper
  • Blutwerte (TSH, fT3, fT4, rT3, Antikörper & Co.)
  • Kontroverse Diagnostik-Verfahren für die Schilddrüse
  • Andere Co-Faktoren (Selen, Retinol, Zink, Vitamin D, etc.)
  • Dosierung & Aufteilung von T3/T4 (L-Thyroxin und Thybon)
  • Ultraschall-Diagnostik der SD, Knoten und Mindest-Volumen
  • Ernährung
  • etc. pp.

Schon eine ganze Menge, oder?

Vorab möchte ich noch anmerken, das diese Blog-Artikel mal als ein reiner Jod-Artikel entstanden ist, der über die Jahre erweitert wurde. Wichtig ist im Kopf zu haben, das sehr viele Schilddrüsen-Problematiken nicht auf einem Jod-Mangel beruhen:

  • Insofern folgt einem Jodmangel zwar meist ein Problem mit der Schilddrüse
  • aber ein Problem mit der Schilddrüse hat nicht unbedingt etwas mit einem Jod-Mangel zu tun.

Einige Probleme mit der Schilddrüse sind organisch (-> zu kleine Schilddrüse, Knoten, etc.) , andere regulativ (-> Dysregulation von Hypophyse, Hypothalamus z.B. durch Quecksilber bzw. Amalgam) und noch andere können auch durch zu viel Jod ausgelöst werden.

Gesundheitliche Auswirkungen einer Schilddrüsen-Unterfunktion

Ein Schilddrüsen-Unterfunktion hat so viele gesundheitliche Auswirkungen – ich weiß da gar nicht wo ich anfangen sollte. Aus verschiedenen Quellen [13][17] deswegen nur einmal ein kleiner Überblick:

  • Ein Hoher Cholesterin-Spiegel [51] – früher einer der primären diagnostischen Faktoren!
  • Kropfbildung, Knoten in der Schilddrüse, Schilddrüsen- und Brustkrebs.
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Depressionen.
  • Auswirkungen auf den Stoffwechsel:
    • Gewichtszunahme,
    • häufiges Frieren (auch in warmer Umgebung), eher erniedrigte Körpertemperatur,
    • Puls unter 65 Schlägen in der Minute, niedriger Blutdruck,
  • Libidoverlust,
  • trockene Haut.
  • In Bezug auf die Schwangerschaft und bei Neugeborenen:
    • Erhöhte Kindersterblichkeit (Fehl- und Totgeburten),
    • Kretinismus, Entwicklungsstörungen,
    • Einfluss auf den IQ der Kinder (ca. 7-13,5 Punkte weniger).
  • etc.

Das ist jedoch nicht alles – die Schilddrüsenhormone interagieren mit ganz vielen anderen Bereichen und Dingen im menschlichen Organismus. Letztendlich ist jede Zelle im Körper abhängig von von aktiven Schilddrüsenhormonen T3 & T4 [35] – und mit zu wenig dieser Hormone ‘geht dann mal gar nichts’ bzw. nicht viel.

Wie eine Schilddrüsen-Funktionsstörung erkennen?

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co.

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co. Quelle: Wikipedia.

Klassisch hat sich eine Schilddrüsen-Störung, insbesondere eine Mangelversorgung mit Jod , mittels eines Kropfes (unnatürliche Vergrößerung der Schilddrüse) physisch geäußert. So lange sollte man aber nicht warten. Im großen Blutbild wird zur Bestimmung von Problemen mit der Schilddrüse im allgemeinen der so-genannte TSH-Basal [4] (auch Thyreotropin) Wert gemessen. Dieses Hormon wird von der Hirnanhangdrüse produziert und regelt dann die Produktion der aktiven Schilddrüsen-Hormone T4 (Thyroxin, u.a. aus Jod und dem Protein Tyrosin), was dann noch zu T3 (Trijodthyronin) umgebastelt wird und dabei Enzym Dejodase benötigt (was abhängig ist von genug Selen [5][28]).

Das Problem: Im Allgemeinen wird nur der TSH-Wert bestimmt (Norm- bzw. Referenzwert 0,4 bis 2,5 oder teilweise auch 4,0 µU/L – was veraltet ist). Letztendlich sagt dieser Wert jedoch nicht viel über die Schilddrüse aus: Es ist nur das Signal (vom Hypophysen-Vorderlappen) an die Schilddrüse mehr (oder weniger) T4 zu produzieren. TSH ist dann auch wieder von TRH (wird vom Hypothalamus ausgeschüttet) abhängig, wobei die Blutwerte von T3/T4 (-> den aktiven Schilddrüsenhormonen + andere) in einem komplexen Regelkreis auf Hypothalamus und Hypophysen zurückwirken. Im ‘System als Ganzem’ wirkt alles auf alles…

Wichtig jedoch: Ein Jodmangel kann eine der Ursachen dafür sein, das zu wenig T4 bzw. T3 produziert wird – und in Folge der TSH-Wert ‘steigt und steigt und steigt’ – um die Produktion zu stimulieren.

Aber: Eine SD-Unterfunktion (u.a. hoher TSH, niedriges T3/T4) etc. pp. muss nicht am Jodmangel liegen. Teils ‘schützt’ sich der Körper durch eine ‘Unterfunktion’, weil andere Systeme im Körper überlastete sind (Nebenniere, zu viel Belastung, zu viel Sport, Stress, Entzündungen, etc. pp). Dann heißt es für den Körper: ‘Einbremsen’ bzw. die Drehzahl des (wie bei einem Motor) beschränken – auch wenn nicht unbedingt stoffliche Mängel vorliegen (also genug Sprit im Tank ist). Wer dann mit (zu viel) Jod ‘Beschleunigen’ will  – schafft das ggf. zu Anfang – Überstresst jedoch auf die Dauer die Systeme im Körper und fällt ggf. in ein (noch) tieferes Loch (-> totaler Motorschaden). Genau deswegen ist das ‘tiefere Schauen nach den Ursachen’ wichtig – was auch Thema dieses Artikels ist.

Wichtig: TSH alleine gemessen sagt gar nichts aus!

Ein niedriger TSH-Wert bedeutet jedoch nicht, das – wie allgemein noch oft angenommen wird – a) alles o.k. ist, b) genug T4 produziert wird und c) auch nicht, das dann genug T4 in T3 umgewandelt wird. Hingegen kann ein eher unauffälliger TSH-Wert von 0,8-1,2 auch (chronisch) Stressbedingt sein: Der Körper fährt die Schilddrüsenfunktion herunter um das Gesamtsystem zu schützen -> TSH runter -> weniger T4 und T3 -> man wird schlapper und kann weniger ‘rumturnen’. Da nun ein ‘Normalwertiges’, TSH vorliegt fällt die Diagnose ‘Probleme mit der Schilddrüse’ bei der üblichen ‘Nur-TSH-Diagnose’ durch das Raster und unter den Tisch..

Ach ja: Stress bedeutet in diesem Kontext z.B.: Zu viel (Extrem-) Sport, zu viel geistiger Stress, eine geschwächte Nebenniere, etc. pp. Hat sich der H.C. ausgedacht? Nein, denn es wird nun auch in einem Editorial eines renommierten Fachmagazins bestätigt [45]. Daraus:

“Although sensitive for primary hypothyroidism, TSH measurement has low specificity and is unable to detect dysfunctions of central origin. Isolated TSH measurements may be misleading in certain physiological and allostatic conditions, including non-thyroidal illness.”

Deswegen ist unbedingt immer TSH zusammen mit dem freien T4 und T3 (fT3 und fT4) zu messen, damit eine erste Basis-Diagnose gestellt werden kann. Ist dann der TSH-Wert eher hoch (z.B. >2,0), die fT3 und fT4 Werte dennoch niedrig, weist dieses im Regelfall auf eine SD-Unterfunktion hin. Ist z.B. der TSH Wert niedrig, fT3/4 aber auch – dann könnten z.B. die Nebennieren das Problem sein (mehr dazu am Artikelende). Das ganze sollte dann jedoch ein Spezialist betrachten & ggf. weitere Werte messen (z.B. Selen, rT3, TPO-AK, TG-AK, etc. pp.). Relevant ist jedoch: Wenn die fT3/4-Werte niedrig (oder sehr hoch) sind, dann besteht Klärungs- & Handlungsbedarf. ‘Niedrig’ ist in Bezug auf die SD-Werte dann im groben Bereich der unteren ‘Normwerte’ (welche ja keine Gesundheitswerte sind).

Ach ja: Für mich gute Werte von fT3/fT4 liegen (in der Regel, also ohne anderweitige Probleme mit Co-Faktoren, Nebenniere & Co.) eher im oberen Bereich der Norm (obere Hälfte bzw. oberes Drittel). Auch hierzu zitiere ich noch eine Passage aus dem Editorial eines Fachmagazins [45]:

“Consequently, the clinical care of thyroid patients faces major challenges, foremost ill-defined reference ranges for TSH and thyroid hormones (THs), and persistently poor quality of life in a substantial subset of treated hypothyroid patients””

Klar ist für mich: Die Referenzbereiche sind keine Gesundheitswerte und nur sehr, sehr grobe Anhanltspunkte für den individuellen Zustand. Zu viel ist jedoch auch nicht gut – dies kann dann z.B. auf einen Entzündungsschub bei Hashimoto hinweisen. Alternativ kann es autonome Bereiche in der SD (‘heisse Knoten’) geben, die ohne Kopplung an das TSH die Hormone produzieren.

Wichtig: TSH immer (zumindest mit) mit fT3 & fT4 messen

Noch mal im Klartext: Bei einem TSH Wert innerhalb der Norm kann trotzdem ein Problem mit den T3 und T4 Werten vorliegen (z.B. Autoimunerkrankung, fehlender Co-Faktor, etc. pp) – denn nur die ‘freien’ Hormonwerte fT3 und fT4 sagen was wirklich Sache mit dem Schilddrüsenhormonen (im Blut) ist. TSH ist quasi das Gaspedal – aber ob der Motor den Wunsch des Gaspedals annimmt und auch in Geschwindigkeit umsetzten kann erfährt man nur wenn man die Drehzahl und die reale Geschwindigkeit auf der Straße misst – eben fT4 und fT3. Sind diese Werte zu niedrig (unterer Bereich der ‘Normwerte’, dann ist das für mich ein (klarer) Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion – sind die Werte sehr hoch, dann weißt dieses ggf. auf eine echte Überfunktion hin (ggf. auch Morbus Basedow). Ist fT4 o.k. aber fT3 zu niedrig, dann kann dieses auf ein Problem mit dem Enzym Dejodase (z.B. Selenmangel) hindeuten. Dies alles muss jedoch noch nichts mit einem Jodmangel bzw. Überschuss zu tun haben.

Von Co-Faktoren, Selen, Zink & Co.

Schilddrüse & Cofaktoren

Schilddrüse & Cofaktoren. Quelle: [6]

Damit das vorgenannte mit der Dejodase funktioniert, also die Wandlung von T4 in T3, braucht es noch Co-Faktoren wie z.B. die Spurenelemente Jod, Selen und Zink. Welche anderen Faktoren eine Rolle spielen gibt die nebenstehende Grafik an.

Wer also ganz konkrete Schilddrüsenprobleme hat, sollte neben TSH, fT3, fT4 (und optimaler Weise auch rT3, TPO-AK, TG-AK, etc.) auch seinen Eisen (also Eisen, Ferritin sowie Transferin-Sättigung), Zink (Volblut), Selen (Vollblut) und (als Veganer) optional den Vitamin A Status (Serum) untersuchen lassen bzw. mal zum Cronometer greifen. Eisen ist dabei ein chronischer Kandidat bei Frauen – und ohne Eisen läuft nix (zu viel ist jedoch auch nicht gut). Da Kupfer und Zink Antagonisten sind sollte bei einer dauerhaft hohen Supplementation mit Zink (bei >>25 mg/Tag) ggf. der Kupfer-Status im Blut bestimmt werden. Allerdings ist eine pauschale Supplementation mit Kupfer mit Vorsicht zu genießen. Vorsichtig deswegen, weil zu viel Kupfer (wie auch Eisen) auch nicht gut ist (Pro-Oxidativ) und viele Menschen einen Kupfer-Überschuss haben (indirekt über Zink-Verluste bei HPU & Quecksilber-Belastung, was wohl die Aufnahme von Kupfer fördert) [28][36].

Schilddrüsen-Antikörper – TPO-AK (TAK), TG-AK (TAK) und TRAK

Diese Autoantikörper richten sich gegen das eigene Schilddrüsengewebe, gegen die Schilddrüsen-Enzyme oder die Hormone (z.B. fT3/fT4). Diese drei Antikörper kann man messen und sie liefern einem bei (ggf. vermuteten) SD-Problemen einen genaueren Überblick über eventuelle Ursachen [37]:

  • TPO-AK (MAK) – Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase. ein Enzym mit dem die SD aus der (Tyrosin basierenden) Aminosäure Thyreoglobulin & Jod u.a. T4 baut.
    • Ist typisch für Hashimoto [38] & zerstört das Schilddrüsengewebe. Hier kommt es nach anfänglicher Überfunktion dann zu einer dauerhaften Unterfunktion der SD.
  • TG-AK (TAK) – Antikörper gegen Thyreoglobulin, welches die Basis für T3 und T4 ist.
    • Folgert eine Unterfunktion der SD (-> zu wenig fT3, fT4). Ggf. Hinweis auf Hashimoto oder Basedow.
  • TRAK – TSH-Rezeptor Antikörper, welche sich dann auf die TSH-Rezeptoren der SD ‘setzten’ und diese zur Verstärkten Produktion von T3 & T4 anregen.
    • Kann ein Hinweis auf Morbus-Basedow sein (-> oft hervorstehende Augäpfel).

Bei einer vermuteten Hashimoto bzw. schlechten fT3/fT4 Werten, empfiehlt es sich also unbedingt TPO-AK ggf. auch TG-AK zu messen. Sind fT3/fT4 hoch (und passt der TSH wert nicht dazu) sollte meiner Ansicht nach auch TRAK gemessen werden.

Bremsender Faktor: Reverses T3 (rT3)

Das meist nicht bestimmte reverse T3 (rT3) ist dann wieder ein bremsender Faktor – z.B. bei (ggf. unerkannten) Krankheiten, Stress (u.a. auch zu viel Sport!), Entzündungen, unterkalorischer Ernährung (zu wenig Kohlenhydrate!), Schwermetallbelastung, Leber- und Nierenprobleme & Co. – was in Folge die (f)T3-Produktion (als Schutzmaßnahme) herunter reguliert (siehe auch das Schaubild). Wenn fT3 niedrig ist bzw. noch recht gut erscheint, rT3 aber hoch ist – dann ist das also auch nicht gut und der Ursache sollte auf den Grund gegangen werden. Dr. Kharrazian schreibt [43]:

“Zur Bildung von rT3 kommt es typischerweise in Fällen von extremem Stress, zum Beispiel bei einem schweren Trauma, einer Operation oder einer anderen chronischen Belastung. Die erhöhte Bildung von T3 rührt scheinbar daher, dass rT3 nicht ausgeschieden werden kann oder ein erhöhter Cortisolspiegel vorliegt.”

Dazu noch eine eigene Anekdote aus einem freien Labor (Aussage des Laborarztes inhaltlich wiedergegeben):

“rT3 machen wir leider nicht selbst, das schicken wir zu Ganzimmun. Dieser Wert wird kaum verlangt. Früher gab es noch ein paar andere Labore, die aber diesen Parameter aus dem Programm genommen haben. Die meisten Ärzte können den Wert nicht interpretieren und wissen nicht, wie sie ein Problem behandeln könnten.”

Also wird rT3 wirklich kaum gemessen – nicht weil er nicht sinnvoll ist, sondern weil viele Ärtzte dann einen Wert haben – aber trotzdem Ratlos sind, weil Sie nichts damit anfangen können. Tip: Auch gleich noch hsCRP bestimmen lassen – das ist ein allgemeiner und recht guter Entzündungsmarker (sollte definitiv unter 1, besser unter 0,30 sein), welcher ein Hinweis auf entzündliche Prozesse im Körper geben kann. Ist hcCRP hoch, dann beginnt allerdings erst die richtige Suche (nach der Ursache).

Oft vergessen: Co-Faktor Retinol (Vitamin A)

Interessant fand ich auch noch einen Artikel [24], der auf die Wichtigkeit von Vitamin A (Retinol, nicht Provitamin-A) hingewiesen hatte – in einem Kontext, den ich so noch nicht gelesen hatte für den ich dann auch noch Bestätigung bei Pubmed fand [25]: Das Problem nach dem ersten Artikel [24]:

“If the thyroid is underactive, it can’t properly convert beta-carotene into vitamin A. Carotene may accumulate in the body, preventing the formation of the hormone progesterone, which is essential for thyroid function. On the flipside, lack of vitamin A inhibits the production of TSH from the pituitary. The cells that release TSH degenerate with insufficient vitamin A. Lack of vitamin A also reduces thyroid ability to absorb iodine.”

Wenn die Schilddrüse (SD) nicht gut funktioniert, dann klappts wohl nicht mit der Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A (Retinol) und Carotinide akkumulieren sich im Körper und reduzieren die Fähigkeit Progesteron zu bilden – was ebenfalls wichtig für die SD (und das ganze Hormonsystem) ist. Ein zu wenig an Vitamin A (Retinol) verringert dann jedoch auch die Bildung von Pregnenolon und die Bildung von TSH (und damit die Fähigkeit der SD Jod zu absorbieren) – so gesehen ein Teufelskreislauf der bei sich vorwiegend pflanzlich ernährenden Menschen durchaus zuschlagen kann (-> Gen-Polymorphismen). Bei Selfhacked.com [26] gibt es dann noch eine genauere Erklärung bez. einiger biochemischer Abläufe.

Tip: Viel Tiefer in Testung der Blutwerte und der Supplementierung in Richtung Unterstützung der SD geht dann das SD-Protokoll von Life Extension Foundation [7].

Sollte ich Jod einhemmen wenn ich eine Unterfunktion habe?

Das Steroid-Hormonsystem (einfach). Anm.: Graue Kästen sind Hormone die von der Nebenniere gebildet werden.

Nicht so schnell! – Denn das ist nicht so einfach. Je nachdem wo der eigentliche Mangel bzw. das (organische) Problem begründet ist – haben schlechte SD-Werte oft nichts mit einem Jod-Mangel zu tun & zu viel Jod kann dann ‘nach hinten’ los gehen. Es kann:

  • irgend ein Co-Faktor fehlen (Zink, Selen, Eisen, etc.),
  • die Schilddrüse kann selber zu klein oder geschädigt sein,
  • es kann eine Leber-Störung bestehen,
    • denn diese wandelt ja viel vom T4 in das aktive T3,
  • es kann eine latente Schwermetall-Belastung (u.a. Quecksilber) nestehen,
    • welche auch die Hypophysen- und / oder Hypothalamus-Funtion beeinflussen (stören) kann bzw.
  • eine (genetisch bedingte?) Stoffwechselstörung (u.a. KPU/HPU) bestehen [28]
    • welche im falle von HPU zu (starken) Verlusten von Vitamin B6 & Zink (sowie ggf. Mangan) führt
  • oder es gibt ein generelles Problem im (Steroid-)Hormonsystem
    • z.B. durch die Pille,
    • körperlichem bzw. psychischem Stress (-> Nebennierenschwäche), oder auch
    • anderen (umweltbezogenen) Stressoren,
    • dem Altern…
  • etc. pp.

Gerade bei organischen Fehlfunktionen, einer Schwermetall-Belastung (und Entgiftungsstörung -> HPU/KPU [28]) kann es dann ‘stark nach hinten los gehen’ wenn auf einmal der Stoffwechsel, insb. durch hohe Jod-Gaben, hochgefahren wird. Wer sich also mit (hohen Gaben) Jod bei einer SD-Problematik ‘selber heilen’ möchte – der sollte ggf. ganzheitlicher auf seinen Gesundheitsstatus schauen, bevor er irgendwelche Interventionen in Betracht zieht.Natürlich gilt das gleiche auch für die Supplementation von T3 und T4!

Check: Goitrogene Substanzen, Soja, Rauchen, Nitrate…

Das Wort kommt von ‘Goiter’ – also Kropf auf englisch. Es bezeichnet Substanzen die die Funktion der Schilddrüse, bzw. den Transport der Schilddrüsenhormone T3/T4) unterdrücken und z.B. in Kohlgemüsen (u.a. Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi) sowie in Rettich, Soja und Erdnüssen vorhanden sind. Die Kohlgewächse haben viele gesundheitliche Vorteile und die goitrogenen Substanzen werden dort nach allem was ich gelesen habe durch Erhitzen deaktiviert. Bei Soja und Erdnüssen sehe ich jedoch keine positiven Eigenschaften – so das ich diese (ausgesprochenen Allergene) grundsätzlich vermeide!

Auch Rauchen ist ein Risikofaktor – neben anderen (‘unguten’) Halogenen wie Brom, Fluor und Chlor, welche mit Jod um die Resorption konkurrieren [8]. Deswegen ist auch fluoridiertes Jod-Salz ziemlich Unsinn – dann konkurriert das zweifelhafte Fluor noch mit dem (bisschen) Jod um die Aufnahme bzw. behindert diese. Das gleiche gilt auch für fluorhaltige Zahnpasta, bei der bis zu 1500 ppm erlaubt sind – also 1,5mg Fluor pro 1g Zahnpasta! Das Fluor die Schilddrüsenaktivität senkt ist dabei altbekannt [9] – wurde es doch früher als Mittel gegen die Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt.

Wer (starke) Probleme mit einer Unterfunktion hat, sollte hier ggf. ein Auge drauf werfen und z.B. Kohlgemüse generell kochen und/oder nicht (im Übermaß) Roh verzehren. Denn Hitze (Kochen) soll die goitrogenen Substanzen deutlich reduzieren. Dieses Video von Nutritionfacts.org gibt an, das bei einem Verzehr auch von rohen Kohlgemüsen (in “normalen” Mengen) keine großen Gefahren ausgehen sollten. Wer aber Probleme mit der Schilddrüse bzw. den T3/T4 Werten hat sollte hier ggf. den Rohverzehr erst einmal einschränken, schauen was passiert und dann weiter handeln.

Ach ja, Nitrat (u.a. in belastetem Trinkwasser, roten Rüben, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Spinat, Mangold und stark gedüngten bzw. Nährlösungs-Salat und insb. Ruccola aus dem konventionellen Bereich) hemmt ebenfalls die Aufnahme von Jod. Hier noch ein Überblick zu Nitratbelastungen [10]. Die Vermeidung von gechlortem Trinkwasser versteht sich von selber – das ist in Deutschland hingegen in der Regel selten ein Problem. Das alles sollte jedoch im Normalfall alles nicht ‘die’ Rolle spielen – kann jedoch für Menschen mit sehr ernsthaften Schilddrüsenproblemen hilfreich sein.

Check: Hashimoto, Schilddrüsenproblematik & Co. – Liegts nur am Jod?

Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit und chronische Entzündung der Schilddrüse (bzw. des Gewebes). Warum die Krankheit auftritt ist nicht bekannt. Oft tritt Hashimoto jedoch gehäuft mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo [38]. Einiges mehr gibt es hier im Blog in der Buchkritik ‘Jod – Schlüssel zur Gesundheit’ zu lesen, wobei ich das Buch in einigen Teilen auch kritisch sehe. Wer genau ließt, der wird ggf. mitnehmen das zumindest nach den Autoren des Buches die meisten (bzw. viele) angeblich Hashimoto-Diagnostizierten teils unter einem eklatanten Jodmangel leiden (solange die Schilddrüse noch nicht zerstört ist). Diese Sicht wird auch von Ortomonekularmediziner Herrn Dr. Volkmann geteilt, welcher hier (min 67:20) angibt, das er bisher keinen (angeblichen) Hashimotopatienten “länger als ein Jahr behandelt hat” – mit Jod.

Ob das alles so stimmt weiß ich nicht. Vor einer ‘Kur’ mit Jod würde ich in jedem Fall eine ordentliche Schilddrüsen-Diagnostik voranstellen (-> zumindest Ultraschall, TSH, fT3, fT4, rT3, TPO-AK). Denn einfach so nur Jod ‘reinschütten’ kann arg nach hinten los gehen (-> damit wird indirekt über T3/4 der Stoffwechsel angekurbelt, was bei unterliegenden Autoimmunproblemen und Schwermetallbelastungen viele neue Probleme bescheren kann).

… oder auch an anderen hormonähnlichen Substanzen?

Weiterhin – und darauf geht nicht einmal das Jod-Buch ein – steht unser gesamtes Hormonsystem unter dem Einfluss und der täglichen Belastung von so genannten ‘Endokrinsystem-Disruptoren’. Dies sind Stoffe die unser Hormonsystem stark (negativ) beeinflussen – insbesondere (aber nicht nur) die Pille (bei der Frau), aber auch Weichmacher wie Bisphenol A (BPA) und Phatalate aus verschiedensten Plastik. Ganz stark betroffen in Bezug auf Plastik sind hier dann säure– und insb. fetthaltige & flüssige Nahrungsmittel die in Plastik verpackt sind, z.B. Suppen in Dosen, Milch in Tetra-Paks, Sahne, Jogurt, etc. in Plastikbechern, Käse & Wurst in Plastikverpackung, Tomaten in Dosen mit Plastikbeschichtung, Mineralwasser (Kohlensäure!) & Säfte (Fruchtsäure!) in Plasteflaschen, Tupper & Co., etc. pp.

Je mehr ich mich jedenfalls mit dem Thema beschäftigt habe beschleicht mich der Verdacht, das die das Hormonsystem störenden Weichmacher aus dem Plastik & Co. nicht unschuldig sind + natürlich das viele Menschen einen effektiven Jod- aber auch Selen-Mangel haben dürften (-> Selen, wenn z.B. fT4 o.k. ist, fT3 jedoch nicht).

… und der ‘Pille’?

Bei ‘Frau’ kommt dann ja noch die Pille dazu… die Östrogenbombe mit vielen (Langzeit-) Nebenwirkungen… (Siehe auch das Video von D. Knebel dazu – unten in den Links). Gerade die langfristigen Auswirkung der Pille unterschätzen viele…

Anm.: Die Pille enthält natürlich keine Hormone oder ‘Östrogene’ (falscher Begriff), sondern künstliche und auf das menschliche Hormonsystem wirksame Stoffe, welche sich (einfach geschrieben) auf die natürlichen Rezeptoren legen und diese für die körpereigenen Botenstoffe blockieren. Damit wird jedoch das ganze Hormonsystem bzw. die Regulation durcheinander gebracht -> Junge Frauen haben damit z.B. oft Hormonwerte wie alte Frauen und / oder ‘gehen auf’ wie ein ‘Hefekuchen’. Zudem baut sich das Zeug im Abwasser nicht ab, akkumuliert sich in der Umwelt – und kommt so wieder zurück zu Mensch & Tier, etc. pp.

… oder an einer geschrotteten Nebenniere?

Unser heutiger ‘Lifestyle’ (psychischer & seelischer Stress, kognitive Be- und Überlastung, zu viel Sport, falsche Ernährung, etc.) führt bei immer mehr Menschen zu einer Nebennieren-schwäche (bzw. Schädigung) – insbesondere sind dadurch Hochsensible Personen (HSP) betroffen. Das ganze kann dann auch auf die Regulierung der Schilddrüse u.a. durch Hypophyse und Hypothalamus zurückschlagen. Da mag der (alleine nichts aussagende) TSH-Wert o.k. aussehen – die Realität von fT3 und fT4 aber auf niedrigstem Niveau verharren. Denn gerade wenn TSH nicht zu fT3/4 passt – kann es besonders kritisch sein.

… und an einer mistigen Ernährung?

Als ich las, das Hashimoto oft zusammen mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo  auftritt  – da konnte ich mir nicht verkneifen an Milchprodukte (-> machen wohl Diabetes Type I aufgrund von Autoimmunprozessen) und einen schlechten Darm durch (überzüchtetes) glutenhaltiges Getreide (-> insb. Weizen) und komplette Fehlernährung mit zu wenig Gemüse und zu viel hoch verarbeiteten (Schweine-)fleisch, Süßigkeiten, Zucker, Zusatzstoffen & Co. zu denken. So schreibt Dr. Datis Kharrazian [42]:

“Markieren die Antikörper Gluten, um es abzubauen, stimulieren sie auch die Bildung von Antikörpern gegen die Schilddrüse (weil sie einander strukturell so ähnlich sind). Mit anderen Worten, jedes Mal, wenn Gluten aufgenommen wird, löst das Immunsystem einen Angriff nicht nur auf das Gluten, sondern auch auf die Schilddrüse aus.”

In diesem Falle ist nach Kharrazian auch von geringsten Mengen abzuraten.

… und Auswirkungen von blauem Licht (LED & Co.) & EMF

Nach Dr. Jack Kruse ist blaues Kunstlicht, das auf die Schilddrüse bzw. den ganzen Körper trift nicht vorteilhaft für Hashimoto bzw. kann dieses Symptom-Bild (seiner Meinung nach) auch auslösen. Er führt in einem anderen Blogpost aus:

Light controlled organs: uterus, … thyroid…., parathyroid glands, pituitary, and pineal glands all undergo blue light stress because all of them contain strong blue light chromophores and this is why oncogenesis in these organs is always associated with low melatonin levels and low vitamin D3 levels.”

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse.

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse. Quelle: [27]

Also Blaulicht (Monitor, Smartphone, TV, LED-Licht, etc.) als zusätzliche Ursache für Schilddrüsen- (und andere) Probleme. Niedrige Melatonin- und D3-Spiegel sind dann nur zusätzliche Symptome…

Auch die steigende Nutzung von Mobilfunk & Co. kann zu Problemen mit der Schilddrüse (u.a. Krebs) führen [27]. Wie lange gibt es das exzessive Blaulicht? Wie lange nutzen die Menschen in dem heutigen Maße Mobilfunk und neuste Smartphones? Und seit wann haben so viele Menschen Probleme mit Hashimoto und Schilddrüse? Lest mal meine Artikel zu Blaulicht, jedoch auch Mobilfunk & Co.

… und mitochondrialen Störungen wie HPU/KPU?

Ganz wichtig – und kaum einer hat es auf dem Schirm: Sehr viele Menschen mit Hashimoto bzw. Problemen der Schilddrüse haben eine mitochondriale Stoffwechselstörung: HPU bzw. KPU [28]. Hier gibt es eine Fehlbildung des Häm (auch wichtig für die Schilddrüse) und in der Folge einen teils dramatischen Verlust an aktivem Vitamin B6 (P5P), Zink und Mangan – weil der Körper diese Stoffe an das fehlerhafte Häm bindet um es auszuleiten. Der Verlust an diesen Mikronährstoffen hat das so viele Folgen… das es einem gruselt. Deswegen ist für mich ein Test auf HPU bei starken Problemen mit der SD auf jeden Fall angesagt. Was hier Henne bzw. Ei ist kann ich nicht sagen – eine HPU/KPU kann jedoch ein deutlicher Verstärker sein.

Ach ja: Interessant ist, das ca. 10% der Frauen und 1% der Männer von der HPU betroffen sein sollen [28], wobei Dr. J. Mutter von 20-30% aller Menschen (verschiedene Schweregrade) ausgeht und deutlich mehr Männer betroffen sein dürften.

Schilddrüsen-Diagnostik mit Ultraschall

Der Suche nach den den Ursachen einer Schilddrüsen Unter- oder Überfunktion und insbesondere jedem Versuch die Aufnahme von Jod dramatisch zu steigern (also über ca. 200-400 µg/Tag) sollte (aus meiner Sicht) ein Check der Schilddrüse voraus gehen. Wissen sollte man dann:

  • Ist Gewebebeschaffenheit o.k. (keine Knoten, etc.). Stichworte für den Befund sind oft:
    • Homogen / Inhomogen
    • Echonormal / Echoarm
  • Ist die Größe o.k.? (Angaben nach Strienz [42] – wobei wohl je 3 ml mehr nicht schaden)
    • Frau: 12(15)-18 ml (beide Seiten zusammen), 12 ml sollen wohl auch reichen
      • wobei dann die Jodversorgung o.k. sein sollte
    • Mann: 15(18)-25 ml (beide Seiten zusammen)

Wichtig: Die ‘Standard-Medizin kennt nur eine obere Größe der Schilddrüse die ungut ist – nach unten gibt es keine Schwelle. Aus sicht der meisten Therapeuten ist dann auch an einer Schilddrüse <10 ml für den Mann nichts auszusetzten. Wie Plausibel das sein soll, das zu bewerten überlasse ich dem Leser hier….

Zur Berechnung der Größe der Schilddrüse (wenn das der diagnostizierende Therapeut nicht macht) verweise ich auf Wikibooks – falls der Arzt nur die Millimeter (Länge, Breite, Höhe) angibt [42]. Bei Wikibooks steht dann in einer Tabelle zu den Normalwerten bei Erwachsenen (je links und rechts):

  • Breite 1,4 – 2 cm
  • Tiefe 1,4 – 2 cm
  • Länge 3 – 4,5 cm

Zur Berechnung des Volumens (unter der Annahme, dass es sich bei einem Schilddrüsenlappen um ein Rotationsellipsoid handelt):

Volumen [ml] =Tiefe [cm] * Breite [cm] * Höhe [cm] *0,478

Wobei dann natürlich die rechte & die linke Seite addiert werden müssen.

Ist das alles (Größe, Gewebe) nicht Supergrün, dann würde ich mehr als vorsichtig mit irgendwelchen Jod-Eigenversuchen ohne weitere Messwerte sein (u.a. fT3, fT4, TPO, rT3, Selen, check anderer Co-Faktoren sowie Werte vom Steroid-Hormonsystem). dann ist es meiner Ansicht nach Zeit auf die Suche nach anderen Faktoren zu gehen – wobei Jod natürlich immer noch einer dieser Faktoren sein kann.

Ach ja & ganz wichtig: Bevor irgendwie Jod aufgefüllt wird oder ein ‘Jod-Sättigungstest’ gemacht wird ist anscheinend zwingend Selen aufzufüllen und optimaler weise anhand von Serumswerten (Vollblut) zu überprüfen. Frau Dr. Ritter empfiehlt hier min. 100 µg/l, besser >120µg/l und für Menschen mit Hashimoto ca. 200 µg/l. [28].

Wichtig: Die Nebenniere checken!

Vorab, also vor der Einnahme von Schilddrüsen-Hormonen ala L-Thyroxin und ggf. Thybon, sollten aus meiner Sicht zumindest noch DHEA-S und Cortisol überprüft werden um eine Nebennierenschwäche (NNS) bzw. insuffizient auszuschließen (-> siehe auch Beipackzettel L-Thyroxin [33]). Im ersten Schritt geschieht dies über Blutwerten in Bezug auf das Steroidhormonsystem (also zumindest Pregnenolon, Progesteron, Cortisol, freies Testosteron, Estradiol E2 und SHBG) – weil die Schilddrüse ja nicht alleinig da steht und es oft einen (systemischen) Grund für die Unterfunktion gibt (-> die Schilddrüse ist nur ein kleiner Teil in einem großen Regelsystem mit vielen Rückkopplungen).

Eine Variante des Verlaufs von Cortisol, Adrenalin und der Steroidhormone im Verlaufe einer Nebennierenschwäche

Eine Variante des Verlaufs von Cortisol, Adrenalin und der Steroidhormone (DHEA / Pregnenolon) im Verlaufe einer so-genannten ‘Nebennierenschwäche’ durch viel Stress (-> Cortisol-Anstieg) & später hohes Adrenalin (-> Kompensation niedriges Cortisol) bis gar nichts mehr geht.

Ist das Cortisol (dauerhaft) zu niedrig, dann bietet sich Abnahme eines Cortisol-Tagesprofils inkl. DHEA, (Nor-)Adrenalin und Dopamin (-> NeuroSpot 24h – Urin & Speicheltest) an, denn Adrenalin, DHEA & Cortisol stehen in Wechselbeziehung. Ein grober Leitfaden ist:

  • Cortisol tief, DHEA hoch = NNS, wobei das DHEA wohl ein Versuch ist, das Cortisol auszugleichen
  • Cortisol hoch, DHEA tief = NNS oder starker Stress
  • Beide tief = ggf. starke NNS.

So wie ich es (und den Beipackzettel [33]) verstanden habe, sollte auf jeden Fall sicher gestellt werden, das die Nebenniere vernünftig arbeitet bzw. behandelt wird – bevor mit der Einnahme von L-Thyroxin begonnen wird.

Noch was zur Nebenniere…

In Bezug auf die Nebenniere würde ich bei einer Therapie, wenn dieses angezeigt ist, immer auf Menschen-Identische Hormonersatzstoffe wert legen (z.B. Hydrocortison (HC) Creme & Tabletten [29], Plenadren [31][34]) und nicht anderen (z.B. Prednisolon [30][31]). Dr. med. Goischke schreibt zum Plenadren im Ärzteblatt [31]:

“Eine Glukokortikoid-Substitution durch Hydrocortison-Tbl. mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Plenadren) führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität, des Blutdrucks, der metabolischen Stoffwechsellage und imitiert die physiologischen Cortisol-Spiegel am ehesten nach (10).” sowieDie Substitution mit Prednisolon ist wissenschaftlich nicht vertretbar.” mit Verweis auf [32].

Die Behandlung, Einstellung der richtigen Dosis (z.B. Plenaren & HC-Creme), etc. pp. gehört auf jeden Fall in die Hand eines kompetenten Spezialisten. Hier möchte ich in dem Kontext NNS nur auf die wichtigsten Begriffe hingewiesen haben. Allerdings gibt es hier auch einige pflanzliche Substanzen die ggf. helfen können, da sie wohl u.a. positiv auf regulative Prozesse im Organismus wirken.

Dr. med. Strienz empfiehlt bei NNS (u.a. im Kontext HPU/KPU) regelmäßigen Schlaf (spätestens 22 Uhr), Vermeidung von Stress, regelmäßige Mahlzeiten (3), genug Salz, immer ein eiweißreiches Frühstuck, sowie Vitamin C und B5 (über den Tag verteilt) [36]. Das liest sich fast wie das Buch ‘Im Teufelskreis der Lust’ von Dr. Schymanski – in dem es über Burnout, Neurotransmitter & Co. geht.

Achtung: Bei Provokation der Nebenniere (z.B. mit ACTH-Test). Sich immer Fragen: Welche praktische Relevanz soll das Ergebnis haben? Ich würde denn auch auf einen daniederliegenden (-> die NN) nicht noch (weiter) einprügeln wollen – zumindest nicht ohne klaren Grund und Zweck. ACTH ist denn auch ein Hormon, das wie TSH, von der Hypophyse ausgeschüttet wird und die Nebenniere anregt [30]. Jedoch würde keiner auf die Idee kommen bei einer SD-Unterfunktion diese mit (einer hohen Gabe an) TSH zu provozieren – nur um zu schauen ob da noch (irgend-)was funktioniert… um dann bei einer ‘irgendwas-Funktions-Diagnose’ nichts zu tun bzw. daraus zu schließen.

Noch etwas (Warnung) zu kontroversen (und auch schulmedizinschen) Tests

Bei einer Reihe von (schulmedizinischen) Diagnostik-Verfahren würde ich etwas Vorsicht walten lassen – bzw. diese selber komplett ablehnen. Worum gehts?

  • Wenn mit jemand ein Szintigramm zur Untersuchung der SD vorschlagen würde – dann würde ich das nur erwägen wenn vorab per Ultraschall-Diagnose ‘autonome Knoten und/oder Areale’ oder ‘nicht klar/eindeutig definierbaren Knoten’ festgestellt werden.
    • Die Szintigrafie arbeitet mit (recht kontroversen) Kontrastmitteln – und ist aus meiner Sicht eine Diagnostik die nur in Spezial- bzw. Ausnahmefällen ggf. gerechtfertigt wäre.
  • Den TSH bzw. T3-Suppressionstest: Hier wird schnell mit T4 oder T3 gesteigert mit dem Ziel TSH zu unterdrücken. Es wird jedoch auch schnell abgesetzt.
    • Was das bringen soll ist mir unklar – es bringt auf jeden falle ein abrupt suppremiertes (gesenktes) TSH was zur Folge hat, das danach die SD kaum noch T3/4 Produziert und das ganze Regulationssystem (und der betroffene Mensch) in den Seilen hängt. Aus meiner Sicht schmeißt man SD-Hormone nicht mal eben ein – oder setzt sie ‘mal eben’ ab.
    • Ausnahme: Soll das ganze zur Bestimmung eines autonomen Knotens oder Areals diesen, dann sollte die SD-Diagnostik dieses mittels ‘Farb-Doppler’ feststellen können – alternativ per Szintigramm. Erst wenn dann noch etwas unklar ist…
  • Vor einem so-genannten 24 Stunden Jod-Sättigungstest bzw. Belastungstest (nach Brownstein & Abraham) – wo 50 mg Jod (Iodoral) eingenommen werden und dann der Urin auf die Menge des ausgeschiedenen Jod untersucht wird.
    • Die Annahme ist, das innerhalb von 24h >90% des Jod über den Urin wieder ausgeschieden werden, wenn eine gute Jodversorgung vorliegt.
    • Leider entbehrt diese Annahme (und der Test) wohl jeder Grundlage [49] – so das der Test to 98-99% immer eine Jod-Unterversorgung anzeigt (nach Zahlen von Brownstein und Flechas bei >8000 Patienten).
    • Wer meine Ansicht dazu lesen will: Hier Klicken!

Denkt immer daran: Die Wundergeschichten anderer Menschen werden meist nichts mit eurer (speziellen) Situation zu tun haben und Jod ist nur einer der ganz vielen Faktoren der mit den SD-Werten zu tun hat. Natürlich kann Jod auch in größeren Mengen fehlen – viele Menschen berichten von guten Erfolgen mit hohen Dosen an Jod. Hohe Dosen an Jod sollten meiner Ansicht nach auf jeden Fall von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden, denn aufgrund der vielen möglichen individuellen Problematiken der Schilddrüse kann hier kein eher allgemeiner Rat gegeben werden – wie z.B. bei Dingen wie Magnesium, Vitamin D3 & Co.

Noch was zu L-Thyroxin (T4), Thybon (T3), Einnahme & Einschleichen

Wenn Selen, Jod & Co. nicht helfen, die fT3/4 Werte & Co. jedoch weiterhin schlecht bleiben (-> unter dem bzw. im unteren ‘Referenzbereich liegen), dann ist bei solch einer Problematik eine Supplementierung mit L-Thyroxin und ggf. Thybon (wenn die fT3 Werte nicht steigen wollen…) eine Option. Und eine bitte: Lest euch mal durch, wie die Referenz- und Normwerte entstehen! Normwerte sind keine Gesundheitswerte – und wenn ihr in diesem falle am Rande der unteren Norm ‘metabolisiert’, dann wundert euch nicht, wenn ‘nichts mehr geht’ – meint: Keine Energie, depressive Verstimmungen, keine klare Rübe bzw. Watte im Kopf, etc. pp.

Natürlich sollte geschaut werden, das alle Co-Faktoren für die Dejodase (T4->T3) da sind, denn sonst kann es sein, das auch viel L-Thyroxin den fT3-Wert nicht sinnvoll bewegen wird. Im Falle das es keine Schilddrüse mehr gibt (oder Sie viel zu klein ist), wäre für mich selber eine Supplementierung mit T4 und T3 angezeigt.

Thybon (T3) supplementieren – was ist das?

Thybon (T3) ist das neben T4 andere (noch wichtigere) Schilddrüsenhormon. T3 wird aus T4 hergestellt – wobei das teils nicht mehr funktioniert (-> zu wenig Selen, andere Faktoren, etc.). Im Falle, das bei einer Gabe von T4 die fT3-Werte nicht steigen wollen, sollte auch einem altem Bericht der Ärztezeitung nach T3/Thybon ergänzt werden [44]. Ich erwähne die Ärztezeitung hier explizit, da der Artikel recht ‘einfach geschrieben’ ist – und so auch inhaltlich zugänglich für Ärzte unter Zeitdruck sein sollte.

Das Problem mit Thybon ist denn auch nicht das Hormon an sich, sondern das es früher mal als Dopingmittel für Leistungssportler genutzt wurde und so in Verrufenheit geraten ist. Letztendlich zeigt aber genau diese Verwendung, wie wichtig T3 für den Energie- und Zellstoffwechsel ist. Ein weiteres Problem ist, das es Thybon nur in Dosen von 20 µg pro Tablette gibt. Das ist sehr viel – weswegen die Tablette meist zerteilt werden muss (vierteln, achteln, etc.) um auf sinnvolle Dosierungen zu kommen, welche dann verteilt über den Tag eingenommen werden.

Ach ja: Bitte mit dem im Artikel [44] angegebenen Novothyral vorsichtig sein – denn bei einem Kombi-Präparat kann T3 und T4 nicht unabhängig dosiert werden! Ich für mich würde da eher Einzelpräparate nutzen.

Etwas zur L-Thyroxin & Thybon (T3) Einnahme

Bitte beachten: Mit der Einnahme von T4 und ggf. T3 wird oft nach langer Zeit der Stoffwechsel wieder aktiviert – hier kann es u.a. zur (Schwermetall-) Entgiftung der Zellen und Organe kommen – so das sich eine begleitende Einnahme von Bindemitteln (bitte kein Chlorella!) empfiehlt (-> ein Artikel dazu ist in Planung). Im Falle das eine HPU-Stoffwechselstörung vorliegt sind ggf. noch andere ‘Vorarbeiten’ zu erledigen – was jedoch Umfang und Ziel dieses Artikels übersteigt.

Zu Beginn der ganzen Medikation sollte das T4 (und später ggf. T3) – so weit ich es verstehe (und den Beipackzettel) – ‘eingeschlichen’ werden. Meint: Nicht mit großen Dosen starten, sondern alle ‘x’ Wochen bzw. nach Bedarf langsam die Dosis erhöhen [33] – und immer schön ein Protokoll anfertigen in dem notiert wird wie es einem geht (z.B. Start-Dosis je 12,5 µg Morgens und Abends) . Ca. 4 Wochen nach dem die Zieldosis erreicht ist, sollten die SD-Werte kontrolliert werden. Welche Dosierungen sinnvoll sind, in welchen Intervallen gesteigert & kontrolliert wird – das festzulegen und zu begleiten ist die Aufgabe eines verantwortungsvollen & kompetenten Arztes. Auf jeden Fall sollte mit einer Kontrolle der Blutwerte nicht 6 Monate gewartet werden.

Tip: Als Schritte in Bezug auf Dosis-Steigerung und Absenkung sind aus meiner Sicht 2,5 µg bei Thybon und 12,5 µg bei L-Thyroxin praktikabel. Und ja: Die 20 µg Thybon (T3) Tabletten kann man auch ‘achteln’.

Hinweis: Die Gabe von T4 erniedrigt meist den TSH, so das es zu einer geringeren endogenen Produktion von T4 kommen kann. Mini-Dosen von T4 (z.B. 25 µg / Tag) können so nach ein paar Tagen bzw. Wochen dazu führen das effektiv noch weniger T4 im Körper zur Verfügung steht. Mit einer Erhöhung bzw. Kontrolle der Werte sollte also nicht zu lange gewartet werden. Passiert nach initialer Einnahme von T4 wenig oder fühlt man sich noch bzw. nach kurzer Zeit wieder Schlapper ist dies aus meiner Erfahrung ein Zeichen das die T4-Dosis ggf. noch zu niedrig sein könnte. Das ganze ist jedoch alles sehr individuell und lässt sich nicht (komplett) in ein allgemeines Schema verallgemeinern.

Wichtig: T3 ist neben T4 immens wichtig für viele Körperfunktionen [39][41][41]. Bleiben die Blutwerte von T3 auch nach der Gabe von T4 (L-Thyroxin) sowie ggf. Supplementierung von Selen und anderen Co-Faktoren weiter niedrig, so würde ich – wenn es mich betreffen würde – mit dem behandelnden Arzt über die Gabe/Verschreibung von T3 sprechen.

Noch wichtiger: T4 & T3 fahren den (mitochondrialen) Stoffwechsel hoch – und damit die ‘Zellentmüllung’. Optimaler Weise wird also die Diagnose einer SD-Unterfunktion mit einem Check auf eine Schwermetallbelastung (optimal Haar-Analyse – wobei man die auch auswerten können muss… und das können nicht viele) kombiniert und nichts übertrieben. Bei zu viel Gas geben kann dieses auch Pro-Oxidativ wirken und die Gluthation-Vorräte (und mehr) des Körper erschöpfen. Zu wenig T3 scheint aber auch keine Option.

Teile T3/4 und herrsche…

Wichtig ist für mich auch, das die Medikation (mit T4/L-Thyroxin und ggf. T3/Thybon) in ca. 2-4 Dosen über den Tag verteilt werden sollte -> T4 eher morgens & abends (‘auf der Bettkante’ – als das erste und letzte Tätigkeit am Tag) und T3 in 3 oder 4 Dosiseinheiten (wegen der kürzeren Halbwertszeit). Warum? Die Schilddrüse schüttet die Hormone auch nicht in ‘einem Schwall’ am Morgen aus – sondern kontinuierlich. Zudem kann es starke (falsche) Rückkopplungen im ganzen Regulationssystem für die Hormone geben – weil auf einmal hohe ‘Spitzen’ bei T3/4 auftauchen – was meiner Einschätzung nach nicht wünschenswert ist. Als Dipl. Ing. mit Hintergrund in Regelungstechnik scheint es für mich hier klar geboten (bzw. sinnvoll) den natürlichen Mechanismus des Körpers zu nach zu empfinden. Aber das ist meine ganz persönliche Sicht der Sache…

Suppremiertes (niedriges) TSH bei L-Thyroxin (T4) und/oder Thybon (T3) Supplementierung?

Ein starkes absinken des TSH, auch auf Werte um ‘0,0x’, ist nicht unüblich und bekannt – was sogar mal im Beipackzettel von z.B. Novothyral (T3/4-Kombipräparat) stand. Warum ist das eher normal? Ganz einfach: Das Regelsystem aus Hypophyse und Hypothalamus will ja den T3/T4-Wert im Körper bzw. Blut in einem bestimmten Bereich halten. Wird nun gut versorgt (Extern) dann regelt das Körpereigene System gegen – was der Schilddrüse durch ein niedriges TSH signalisiert wird.

Allerdings ist dies aus meiner Sicht kein Grund die Supplementierung mit T3/T4 abzubrechen oder zu vermindern. Relevant sind für mich die fT3/fT4 Werte, welche regelmäßig im Blut gemessen werden sollten – damit sichergestellt ist das diese Werte nicht zu weit nach oben gehen (also aus dem Referenzbereich heraus).

Die Kernfrage ist indes: Warum reguliert das System überhaupt vorher schon wo weit herunter? Liegt eine Organstörung vor? Ist diese eventuell induziert durch Quecksilber (Amalgam) – oder andere Schwermetalle? Gibt es eine systemische Entzündungen? Viele Fragen… und oft keine befriedigenden Antworten. Warum Schwermetalle? Weil Quecksilber die Regulation der Hypophyse und des Hypothalamus stört.

Ach ja, THS kann auch noch erniedrigt sein, wenn: Wenn eine HPU/KPU vorliegt, durch Fasten, Rauchen, Mangelernährung, schwere Erkrankungen, Depressionen, Hyperkaliämie, Hyperkortisonismus, Glucocorticoide, Catecholamine, Somatostatin, chronische Gaben von hochdosiertem Jod >0,5mg / Tag, Laborprobleme!, Interferenz mit HCG.

Eine A-Typische Erhöhung kann dann durch Jod > 1 mg, Vitamin A-Mangel, Östrogene (Hormon-Obergruppe), Dopaminantagonisten, Psychopharmaka, Hypercorticoidismus, Nebennieren-Insuffizienz, Hypocalcemie, Schlafentzug, Erholungsphasen nach schweren Krankheiten, HIV, etc. pp.

Was ist mit NDT (Natürlichem Schilddrüsen-Extrakt)?

NDT steht für ‘Natural Desiccated Thyroid’ und ist letztendlich gefriergetrocknetes Schilddrüsenextrakt -in der Regel vom Schwein, aber auch vom Rind, Pferd oder Schaf. Dieses enthält nicht nur T4, sondern auch T3, T2, T1 und Calcitonin – ggf. auch noch mehr [46][47]. Es schlägt aus meiner Sicht wohl oft deswegen ‘besser an’, da u.a. auch das T3 (Thybon) enthalten ist (was viele Patienten die L-Thyroxin nehmen nicht verschrieben bekommen bzw. einnehmen).

Was spricht für mich gegen NDT?

  • Der (höhere) Preis
  • Das T4 und T3 nicht (nach Bedarf) individuell dosiert werden können.
    • Das dazu unterschiedliche Chargen ggf. unterschiedlich dosiert sein können.
    • bzw. zwar Menschen-kompatibel aber anderer Herkunft sind.
  • Die ggf. leicht unterschiedlichen tierischen Hormone.

Allerdings ist bei NDT bzw. Schilddrüsen-Extrakt von Rindern für mich die Vorstellung durchaus interessant das hier mit einem SD-Hormon-Mix gearbeitete wird, der nicht nur T4 bzw. T3 enthält [46]. Ggf. ist ja auch eine unterstützende Dosierung zu dem klassischem T3 / T3 eine Variante? Bei Fragen würde ich diese Optionen mit meinem behandelnden Arzt absprechen – da die Ausgangslagen jedes Menschen wie immer individuell und unterschiedlich sind.

Ernährung, Insulin & Schilddrüsenhormone (insb. Low-Carb, Keto)

Die Umwandlung von T4 nach T3 braucht ausreichend Insulin. Wer nun eine Ketogene bzw. ausgesprochene Low-Carb Ernährung durchführt, der kann sich auch Probleme in Bezug auf die Umwandlung von T4 nach T3 bereiten [53][54]. Aber eine Low-Carb Ernährung bereitet wohl auch der HPA-Achse (Hypophyse-Hypothalamus-Nebenniere) Probleme [54]:

“HPA axis dysregulation, also known as adrenal fatigue, is another condition where a moderate carb intake is important for general health. “

Eine Low-Carb Ernährung erhöht Cortisol – was im Kontext (psychischer) Stress (erhöht auch Cortisol) – die Nebenniere zusätzlich belastet. Kommt es dann zu einer Nebennierenschwäche, denkt sich der eine oder andere das ein höheres Cortisol durch Low-Carb hier ggf. vorteilhaft wäre – aber weit gefehlt. Der ‘Stress’ den die Low-Carb oder Keto-Ernährung macht, belastet die Nebenniere dann noch zusätzlich (-> ein ‘Halbtoter’ soll noch extra Arbeit verrichten).

Ach ja: Calcium vermindert auch die Aufnahme von L-Thyroxin, wie auch Eisen. Das Milchprodukte (mit viel Calcium) nicht gesund sind weiß man heute. Viele wissen aber nicht, das Eisenpräparate am besten mit 2 Stunden Abstand zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollten – am besten nach dem Mittagessen – so das es dann es auch keine (negative) Interaktion mit L-Thyroxin & Co gibt. Das Soja & Tofu (überhaupt) keine gute Idee bei Schilddrüsen-Problemen sind – sollte sich ja auch rumgesprochen haben.

Tip: Hier im Blog finden sich an vielen Stellen noch Sachen zu Low-Carb & Co. – und warum solch eine Ernährung aus meiner Sicht eine eher ungute Idee ist – z.B. hier, hier oder hier.

Mein Fazit

Die Schilddrüse ist ein komplexes Thema! Zu den Hauptproblemen bzw. (ursächlichen) Auslösern, speziell wenn es zu Entgleisungen mit der SD, Hashimoto und Co. kommt, zählen & erwähnen andere Menschen und ich (neben genetischen Faktoren) folgendes:

  • HPU – Oft unerkannte und nicht behandelt
  • Hormonelle Umstellungen des Körpers – Pubertät, Wechseljahre, Menopause, etc.
  • Exogene Hormone – die Pille, hormonell wirkende Substanzen aus der Umwelt.
  • Stress in vielfältigsten Formen – durch den (heutigen) Lebensstil vermittelt.
  • Eine Schwermetall-Belastung –  Quecksilber durch Amalgam ist hier einer der Klassiker…
  • Eine beschi**ene Ernährung – ein großes Thema in diesem Blog 😉

Zu vielen dieser Themen gibt es Beiträge in diesem Blog…

Wer denkt, das er Probleme mit der Schilddrüse hat (oder auch nicht) sollte unbedingt die minimal nötigen Werte prüfen lassen (TSH, fT3, fT4) sowie auf eine Ultraschall-Untersuchung bestehen. Worauf dann zu achten ist – ist im Artikel beschrieben. Vor einer potentielle Behandlung mit Schilddrüsen-Hormonen sollte jedoch die Nebennierenfunktion geprüft und ggf. behandelt werden – so wie es im Beipackzettel von L-Thyroxin steht.

Noch ein paar zusätzliche Tips zu den Co-Faktoren (neben dem Jod)

Die Dejodase (Schritt T4->T3) benötigt wie weiter oben beschrieben genug Selen – und da Deutschland auch ein Selen-Mangelgebiet ist, kann es sinnvoll sein auch hier nachzuhelfen und z.B. eine (oder max. 2 -> Radium!) Paranüss(e) am Tag zu essen bzw. mit Selen zu supplementieren. Mit was supplementiert werden könnte, steht im verlinkten Selen-Artikel.

Und auch die anderen Co-Faktoren wie Zink, Vitamin A (u.a. Möhren, Spinat, Kürbis, tierische Leber, …) und der Eisen-Status (u.a. Grünzeug, Getreide + Vitamin C zur Aufnahmesteigerung) sollten nicht vernachlässigt werden, wie auch das LPI betont. Genug Vitamin D versteht sich ja schon fast von selber und genug Vitamin E ist recht einfach über Walnüsse und/oder ein paar extra (24h gewässerte) Mandel zu beschaffen. Die B-Vitamine (2, 3, 6) gehen in der regel gut über Getreide, Hülsenfrüchte, Blatt- und Grünzeug sowie gekeimtes.

Wichtig für ein vernünftig funktionierendes (Schilddrüsen-)Hormonsystem sind auch die beiden Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin, welche u.a. über den Skikimisäureweg im menschlichen Darm (von Bakterien -> Mikrobiom gebildet werden). Ein gut funktionierender Darm bzw. eine ausreichende Zufuhr an Proteinen ist also auch wichtig.

Mit zu wenig Natrium (Salz) in der Nahrung tut man sich anscheinend auch keinen gefallen in Bezug auf Hormonsystem und die Schilddrüse – so zumindest mein aktueller Schluss in meinem Blog-Post zu Natrium.

Ach ja, ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel ist Mist, weil weniger T4 wird in T3 und mehr T3 wird in das bremsende rT3 gewandelt wird. Was macht mehr Cortisol? Neben Stress u.a. den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein Blaulicht aus den meisten Energiespar- und LED-Lampen sowie dem Hintergrundlicht der Displays (Monitor, Smartphone, Tablet, Fernseher, eBook-Reader mit Backlight, etc.).

Speziell bei Frauen sollte beachtet werden das die Pille (oder eine etwaige Einnahme in der Vergangenheit) das ganze Hormonsystem bzw. dessen Regulierung (über Hypophyse und Hypothalamus) durcheinander gebracht haben kann. Ein einfaches Absetzten reicht hier oft nicht um alles wieder in Gang zu bringen, insb. nicht wenn die Pille schon in sehr jungen Jahren (z.B. ab der Pubertät) eingenommen wurde. Jod ist in der ganzen Gleichung dann nur ein Faktor.. und monokausale Erklärungen führen dann oft nicht zum Ziel.

Alles nicht so einfach mit der Schilddrüse, oder?


Quellen

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