Jod & die Schilddrüse – im Kontext Co-Faktoren (Selen, Zink, Eisen, etc.), L-Thyroxin, Thybon (T3), Hashimoto, Nebennierenschwäche & Co.

By | 28. Juni 2016
Jod

Jod als Element. Bild Lizenzsiert unter CC BY SA 2.5

Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema Jod & der Schilddrüse. Er wurde über die letzten Jahre deutlich erweitert und befasst sich außer mit Jod und der Schilddrüse mit vielen weiteren und wichtigen Details im Kontext Schilddrüse & Co. u.a.:

  • Schilddrüsen-Diagnostik
  • Nebenniere und Hormonsystem
  • Hashimoto und Antikörper
  • Jod-Quellen (Algen, Lugolsche Lösung, Jodsalz)
  • Jod-Mengen (was ist zu viel, was zu wenig)
  • Blutwerte (TSH, fT3, fT4, rT3, Antikörper & Co.)
  • Kontroverse Diagnostik-Verfahren für die Schilddrüse
  • Andere Co-Faktoren (Selen, Retinol, Zink, Vitamin D, etc.)
  • Dosierung & Aufteilung von T3/T4 (L-Thyroxin und Thybon)
  • Ultraschall-Diagnostik der SD, Knoten und Mindest-Volumen
  • Ernährung
  • etc. pp.

Schon eine ganze Menge, oder?

Dentschland = Jodmangelgebiet

Deutschland ist immer noch ein Jodmangelgebiet [1]. Da Jod zu den lebensnotwendigen Spurenelementen zählt und vom Organismus nicht selbst gebildet werden kann, muss es regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden.

Im verlinkten BfR Artikel wird ein Wert von 60-120µg/Tag als minimaler Referenzwert der WHO angegeben. Nach DGE [2] sollten es 200µg/Tag als sicherer Wert sein, da es auch Substanzen (weiter unten dazu mehr) gibt, die die Jodaufnahme behindern. Hingegen werden nach der WHO bei einer durchschnittlichen Ernährung in Deutschland nur ca. 60µg/Tag zugeführt wenn kein extra Jod supplementiert wird.

Wer sich nun pflanzlich & vollwertig ernährt, nicht jodiert, ‘zusaltzt’ und/oder kaum oder keine (Jod-) salzhaltigen (verarbeiten) Produkte verzehrt (z.B. Brot und Fertiggerichte) oder dabei auf Produkte ausweicht die kein jodiertes Salz verwenden (z.B. nicht jodiertes Stein-, Himalaja- oder Meersalz) – der kann in Deutschland durchaus einen Jodmangel entwickeln.

Nach vielen klassischen Empfehlungen soll Jod über jodiertes Salz (mittels Kaliumjodat, ca. 15-25µg pro g [3] – was aber mit der Zeit oder beim Kochen verloren geht), Milchprodukte (Anm.: Jod wird dort zur Reinigung eingesetzt – die Reste landen in der Milch) oder Fisch zugeführt werden. Für sich (vorwiegend) pflanzlich ernährenden Menschen sind Milchprodukte (viele gesättigte Fette, IGF-1 -> Krebs fördernd, Dioxine & PCB’s, allergiefördernd, etc.) meist keine sinnvollen Alternative. So bieten sich dann nur noch (begrenzt) Fisch und/oder Meeresalgen oder NEM an – später im Text mehr dazu.

Gesundheitliche Auswirkungen eines Jodmangels bzw. einer Schilddrüsen-Unterfunktion?

Ein Jodmangel hat so viele gesundheitliche Auswirkungen – ich weiß da gar nicht wo ich anfangen sollte. Aus verschiedenen Quellen [13][17] deswegen nur einmal ein kleiner Überblick:

  • Ein Hoher Cholesterin-Spiegel [51] – früher einer der primären diagnostischen Faktoren!
  • Kropfbildung, Knoten in der Schilddrüse, Schilddrüsen- und Brustkrebs.
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Depressionen.
  • Auswirkungen auf den Stoffwechsel:
    • Gewichtszunahme,
    • häufiges Frieren (auch in warmer Umgebung), eher erniedrigte Körpertemperatur,
    • Puls unter 65 Schlägen in der Minute, niedriger Blutdruck,
  • Libidoverlust,
  • trockene Haut.
  • In Bezug auf die Schwangerschaft und bei Neugeborenen:
    • Erhöhte Kindersterblichkeit (Fehl- und Totgeburten),
    • Kretinismus, Entwicklungsstörungen,
    • Einfluss auf den IQ der Kinder (ca. 7-13,5 Punkte weniger).
  • etc.

Das ist jedoch nicht alles – die Schilddrüsenhormone interagieren mit ganz vielen anderen Bereichen und Dingen im menschlichen Organismus. Letztendlich ist jede Zelle im Körper abhängig von von aktiven Schilddrüsenhormonen T3 & T4 [35] – und mit zu wenig dieser Hormone ‘geht dann mal gar nichts’ bzw. nicht viel.

Einen Jodmangel bzw. Schilddrüsenstörung erkennen?

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co.

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co. Quelle: Wikipedia.

Klassisch hat sich ein Jodmangel (neben vielen anderen Symptomen) mittels eines Kropfes (unnatürliche Vergrößerung der Schilddrüse) physisch geäußert. So lange sollte man aber nicht warten. Im großen Blutbild wird zur Bestimmung von Problemen mit der Schilddrüse im allgemeinen der so-genannte TSH-Basal [4] (auch Thyreotropin) Wert gemessen. Dieses Hormon wird von der Hirnanhangdrüse produziert und regelt dann die Produktion der aktiven Schilddrüsen-Hormone T4 (Thyroxin, u.a. aus Jod und dem Protein Tyrosin), was dann noch zu T3 (Trijodthyronin) umgebastelt wird und dabei Enzym Dejodase benötigt (was abhängig ist von genug Selen [5][28]).

Das Problem: Im Allgemeinen wird nur der TSH-Wert bestimmt (Norm- bzw. Referenzwert 0,4 bis 2,5 oder teilweise auch 4,0 µU/L – was veraltet ist). Letztendlich sagt dieser Wert jedoch nicht viel über die Schilddrüse aus: Es ist nur das Signal (vom Hypophysen-Vorderlappen) an die Schilddrüse mehr (oder weniger) T4 zu produzieren. TSH ist dann auch wieder von TRH (wird vom Hypothalamus ausgeschüttet) abhängig, wobei die Blutwerte von T3/T4 (-> den aktiven Schilddrüsenhormonen + andere) in einem komplexen Regelkreis auf Hypothalamus und Hypophysen zurückwirken. Im ‘System als Ganzem’ wirkt alles auf alles…

Wichtig jedoch: Ein Jodmangel kann eine der Ursachen dafür sein, das zu wenig T4 bzw. T3 produziert wird – und in Folge der TSH-Wert ‘steigt und steigt und steigt’ – um die Produktion zu stimulieren.

Aber: Eine SD-Unterfunktion (u.a. hoher TSH, niedriges T3/T4) etc. pp. muss nicht am Jodmangel liegen. Teils ‘schützt’ sich der Körper durch eine ‘Unterfunktion’, weil andere Systeme im Körper überlastete sind (Nebenniere, zu viel Belastung, zu viel Sport, Stress, Entzündungen, etc. pp). Dann heißt es für den Körper: ‘Einbremsen’ bzw. die Drehzahl des (wie bei einem Motor) beschränken – auch wenn nicht unbedingt stoffliche Mängel vorliegen (also genug Sprit im Tank ist). Wer dann mit (zu viel) Jod ‘Beschleunigen’ will  – schafft das ggf. zu Anfang – Überstresst jedoch auf die Dauer die Systeme im Körper und fällt ggf. in ein (noch) tieferes Loch (-> totaler Motorschaden). Genau deswegen ist das ‘tiefere Schauen nach den Ursachen’ wichtig – was auch Thema dieses Artikels ist.

Wichtig: TSH alleine gemessen sagt gar nichts aus!

Ein niedriger TSH-Wert bedeutet jedoch nicht, das – wie allgemein noch oft angenommen wird – a) alles o.k. ist, b) genug T4 produziert wird und c) auch nicht, das dann genug T4 in T3 umgewandelt wird. Hingegen kann ein eher unauffälliger TSH-Wert von 0,8-1,2 auch (chronisch) Stressbedingt sein: Der Körper fährt dann die Schilddrüsenfunktion herunter um das Gesamtsystem zu schützen – was meist auch niedrige fT3- und fT4-Werte zur folge haben kann. Ach ja: Stress bedeutet in diesem Kontext z.B.: Zu viel (Extrem-) Sport, zu viel geistiger Stress, eine geschwächte Nebenniere, etc. pp. Hat sich der H.C. ausgedacht? Nein, denn es wird nun auch in einem Editorial eines renommierten Fachmagazins bestätigt [45]. Daraus:

“Although sensitive for primary hypothyroidism, TSH measurement has low specificity and is unable to detect dysfunctions of central origin. Isolated TSH measurements may be misleading in certain physiological and allostatic conditions, including non-thyroidal illness.”

Deswegen ist unbedingt immer TSH zusammen mit dem freien T4 und T3 (fT3 und fT4) zu messen, damit eine erste Basis-Diagnose gestellt werden kann. Ist dann der TSH-Wert eher hoch (z.B. >2,0), die fT3 und fT4 Werte dennoch niedrig, weist dieses im Regelfall auf eine SD-Unterfunktion hin. Ist z.B. der TSH Wert niedrig, fT3/4 aber auch – dann könnten z.B. die Nebennieren das Problem sein (mehr dazu am Artikelende). Das ganze sollte dann jedoch ein Spezialist betrachten & ggf. weitere Werte messen (z.B. Selen, rT3, TPO-AK, TG-AK, etc. pp.). Relevant ist jedoch: Wenn die fT3/4-Werte niedrig (oder sehr hoch) sind, dann besteht Klärungs- & Handlungsbedarf. ‘Niedrig’ ist in Bezug auf die SD-Werte dann im groben Bereich der unteren ‘Normwerte’ (welche ja keine Gesundheitswerte sind).

Ach ja: Für mich gute Werte von fT3/fT4 liegen (in der Regel, also ohne anderweitige Probleme mit Co-Faktoren, Nebenniere & Co.) eher im oberen Bereich der Norm (obere Hälfte bzw. oberes Drittel). Auch hierzu zitiere ich noch eine Passage aus dem Editorial eines Fachmagazins [45]:

“Consequently, the clinical care of thyroid patients faces major challenges, foremost ill-defined reference ranges for TSH and thyroid hormones (THs), and persistently poor quality of life in a substantial subset of treated hypothyroid patients””

Klar ist für mich: Die Referenzbereiche sind keine Gesundheitswerte und nur sehr, sehr grobe Anhanltspunkte für den individuellen Zustand. Zu viel ist jedoch auch nicht gut – dies kann dann z.B. auf einen Entzündungsschub bei Hashimoto hinweisen. Alternativ kann es autonome Bereiche in der SD (‘heisse Knoten’) geben, die ohne Kopplung an das TSH die Hormone produzieren.

Wichtig: TSH immer (zumindest mit) mit fT3 & fT4 messen

Noch mal im Klartext: Bei einem TSH Wert innerhalb der Norm kann trotzdem ein Problem mit den T3 und T4 Werten vorliegen (z.B. Autoimunerkrankung, fehlender Co-Faktor, etc. pp) – denn nur die ‘freien’ Hormonwerte fT3 und fT4 sagen was wirklich Sache mit dem Schilddrüsenhormonen (im Blut) ist. TSH ist quasi das Gaspedal – aber ob der Motor den Wunsch des Gaspedals annimmt und auch in Geschwindigkeit umsetzten kann erfährt man nur wenn man die Drehzahl und die reale Geschwindigkeit auf der Straße misst – eben fT4 und fT3. Sind diese Werte zu niedrig (unterer Bereich der ‘Normwerte’, dann ist das für mich ein (klarer) Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion – sind die Werte sehr hoch, dann weißt dieses ggf. auf eine echte Überfunktion hin (ggf. auch Morbus Basedow). Ist fT4 o.k. aber fT3 zu niedrig, dann kann dieses auf ein Problem mit dem Enzym Dejodase (z.B. Selenmangel) hindeuten. Dies alles muss jedoch noch nichts mit einem Jodmangel bzw. Überschuss zu tun haben.

Von Co-Faktoren, Selen, Zink & Co.

Schilddrüse & Cofaktoren

Schilddrüse & Cofaktoren. Quelle: [6]

Damit das vorgenannte mit der Dejodase funktioniert, also die Wandlung von T4 in T3, braucht es noch Co-Faktoren wie z.B. die Spurenelemente Seelen und Zink – denn Jod ist also nur ein (wichtiger) Faktor für die Schilddrüsenfunktion! Welche anderen Faktoren eine Rolle spielen gibt die nebenstehende Grafik an.

Wer also ganz konkrete Schilddrüsenprobleme hat, sollte neben TSH, fT3, fT4 (und optimaler Weise auch rT3, TPO-AK, TG-AK, etc.) auch seinen Eisen (also Eisen, Ferritin sowie Transferin-Sättigung), Zink (Volblut), Selen (Vollblut) und (als Veganer) optional den Vitamin A Status (Serum) untersuchen lassen bzw. mal zum Cronometer greifen. Eisen ist dabei ein chronischer Kandidat bei Frauen – und ohne Eisen läuft nix (zu viel ist jedoch auch nicht gut). Da Kupfer und Zink Antagonisten sind sollte bei einer Supplementation mit Zink (bei >=20 mg/Tag) auch der Kupfer-Status im Blut bestimmt werden und ggf. vorsichtig (bei niedrigen und Ceruloplasmin-Korrigierten Kupfer-Wert) mit ca. 1-2 mg Kupfer pro 20-30 mg Zink (wenn dieses nicht an Aminosäuren cheliert ist) ergänzt werden. Vorsichtig deswegen, weil zu viel Kupfer (wie auch Eisen) auch nicht gut ist (Pro-Oxidativ). Speziell bei der oft unerkannten Stoffwechselstörung HPU können dann zusätzliches Kupfer und hohe Zinkdosen auch problematisch sein [28][36].

Schilddrüsen-Antikörper – TPO-AK (TAK), TG-AK (TAK) und TRAK

Diese Autoantikörper richten sich gegen das eigene Schilddrüsengewebe, gegen die Schilddrüsen-Enzyme oder die Hormone (z.B. fT3/fT4). Diese drei Antikörper kann man messen und sie liefern einem bei (ggf. vermuteten) SD-Problemen einen genaueren Überblick über eventuelle Ursachen [37]:

  • TPO-AK (MAK) – Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase. ein Enzym mit dem die SD aus der (Tyrosin basierenden) Aminosäure Thyreoglobulin & Jod u.a. T4 baut.
    • Ist typisch für Hashimoto [38] & zerstört das Schilddrüsengewebe. Hier kommt es nach anfänglicher Überfunktion dann zu einer dauerhaften Unterfunktion der SD.
  • TG-AK (TAK) – Antikörper gegen Thyreoglobulin, welches die Basis für T3 und T4 ist.
    • Folgert eine Unterfunktion der SD (-> zu wenig fT3, fT4). Ggf. Hinweis auf Hashimoto oder Basedow.
  • TRAK – TSH-Rezeptor Antikörper, welche sich dann auf die TSH-Rezeptoren der SD ‘setzten’ und diese zur Verstärkten Produktion von T3 & T4 anregen.
    • Kann ein Hinweis auf Morbus-Basedow sein (-> oft hervorstehende Augäpfel).

Bei einer vermuteten Hashimoto bzw. schlechten fT3/fT4 Werten, empfiehlt es sich also unbedingt TPO-AK ggf. auch TG-AK zu messen. Sind fT3/fT4 hoch (und passt der TSH wert nicht dazu) sollte meiner Ansicht nach auch TRAK gemessen werden.

Bremsender Faktor: Reverses T3 (rT3)

Das meist nicht bestimmte reverse T3 (rT3) ist dann wieder ein bremsender Faktor – z.B. bei (ggf. unerkannten) Krankheiten, Stress (u.a. auch zu viel Sport!), Entzündungen, unterkalorischer Ernährung (zu wenig Kohlenhydrate!), Schwermetallbelastung, Leber- und Nierenprobleme & Co. – was in Folge die (f)T3-Produktion (als Schutzmaßnahme) herunter reguliert (siehe auch das Schaubild). Wenn fT3 niedrig ist bzw. noch recht gut erscheint, rT3 aber hoch ist – dann ist das also auch nicht gut und der Ursache sollte auf den Grund gegangen werden. Dr. Kharrazian schreibt [43]:

“Zur Bildung von rT3 kommt es typischerweise in Fällen von extremem Stress, zum Beispiel bei einem schweren Trauma, einer Operation oder einer anderen chronischen Belastung. Die erhöhte Bildung von T3 rührt scheinbar daher, dass rT3 nicht ausgeschieden werden kann oder ein erhöhter Cortisolspiegel vorliegt.”

Dazu noch eine eigene Anekdote aus einem freien Labor (Aussage des Laborarztes inhaltlich wiedergegeben):

“rT3 machen wir leider nicht selbst, das schicken wir zu Ganzimmun. Dieser Wert wird kaum verlangt. Früher gab es noch ein paar andere Labore, die aber diesen Parameter aus dem Programm genommen haben. Die meisten Ärzte können den Wert nicht interpretieren und wissen nicht, wie sie ein Problem behandeln könnten.”

Also wird rT3 wirklich kaum gemessen – nicht weil er nicht sinnvoll ist, sondern weil viele Ärtzte dann einen Wert haben – aber trotzdem Ratlos sind, weil Sie nichts damit anfangen können. Tip: Auch gleich noch hsCRP bestimmen lassen – das ist ein allgemeiner und recht guter Entzündungsmarker (sollte definitiv unter 1, besser unter 0,30 sein), welcher ein Hinweis auf entzündliche Prozesse im Körper geben kann. Ist hcCRP hoch, dann beginnt allerdings erst die richtige Suche (nach der Ursache).

Oft vergessen: Co-Faktor Retinol (Vitamin A)

Interessant fand ich auch noch einen Artikel [24], der auf die Wichtigkeit von Vitamin A (Retinol, nicht Provitamin-A) hingewiesen hatte – in einem Kontext, den ich so noch nicht gelesen hatte für den ich dann auch noch Bestätigung bei Pubmed fand [25]: Das Problem nach dem ersten Artikel [24]:

“If the thyroid is underactive, it can’t properly convert beta-carotene into vitamin A. Carotene may accumulate in the body, preventing the formation of the hormone progesterone, which is essential for thyroid function. On the flipside, lack of vitamin A inhibits the production of TSH from the pituitary. The cells that release TSH degenerate with insufficient vitamin A. Lack of vitamin A also reduces thyroid ability to absorb iodine.”

Wenn die Schilddrüse (SD) nicht gut funktioniert, dann klappts wohl nicht mit der Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A (Retinol) und Carotinide akkumulieren sich im Körper und reduzieren die Fähigkeit Progesteron zu bilden – was ebenfalls wichtig für die SD (und das ganze Hormonsystem) ist. Ein zu wenig an Vitamin A (Retinol) verringert dann jedoch auch die Bildung von Pregnenolon und die Bildung von TSH (und damit die Fähigkeit der SD Jod zu absorbieren) – so gesehen ein Teufelskreislauf der bei sich vorwiegend pflanzlich ernährenden Menschen durchaus zuschlagen kann (-> Gen-Polymorphismen). Bei Selfhacked.com [26] gibt es dann noch eine genauere Erklärung bez. einiger biochemischer Abläufe.

Tip: Viel Tiefer in Testung der Blutwerte und der Supplementierung in Richtung Unterstützung der SD geht dann das SD-Protokoll von Life Extension Foundation [7].

Wann sollte ich also Jod supplementieren?

Steroid-Hormon-Synthese (Quelle: Verschiedene)

Nicht so schnell! – Denn das ist nicht so einfach. Je nachdem wo der eigentliche Mangel bzw. das (organische) Problem begründet ist – haben schlechte SD-Werte oft nichts mit einem Jod-Mangel zu tun & zu viel Jod kann dann ‘nach hinten’ los gehen. Es kann:

  • irgend ein Co-Faktor fehlen (Zink, Selen, Eisen, etc.),
  • die Schilddrüse kann selber zu klein oder geschädigt sein,
  • es kann eine Leber-Störung bestehen,
    • denn diese wandelt ja viel vom T4 in das aktive T3,
  • es kann eine latente Schwermetall-Belastung (u.a. Quecksilber) nestehen,
    • welche auch die Hypophysen- und / oder Hypothalamus-Funtion beeinflussen (stören) kann bzw.
  • eine (genetisch bedingte?) Stoffwechselstörung (u.a. KPU/HPU) bestehen [28]
    • welche im falle von HPU zu (starken) Verlusten von Vitamin B6 & Zink (sowie ggf. Mangan) führt
  • oder es gibt ein generelles Problem im (Steroid-)Hormonsystem
    • z.B. durch die Pille,
    • körperlichem bzw. psychischem Stress (-> Nebennierenschwäche), oder auch
    • anderen (umweltbezogenen) Stressoren,
    • dem Altern…
  • etc. pp.

Gerade bei organischen Fehlfunktionen, einer Schwermetall-Belastung (und Entgiftungsstörung -> HPU/KPU [28]) kann es dann ‘stark nach hinten los gehen’ wenn auf einmal der Stoffwechsel, insb. durch hohe Jod-Gaben, hochgefahren wird. Wer sich also mit (hohen Gaben) Jod bei einer SD-Problematik ‘selber heilen’ möchte – der sollte ggf. ganzheitlicher auf seinen Gesundheitsstatus schauen, bevor er irgendwelche Interventionen in Betracht zieht.Natürlich gilt das gleiche auch für die Supplementation von T3 und T4!

Goitrogene Substanzen

Das Wort kommt von ‘Goiter’ – also Kropf auf englisch. Es bezeichnet Substanzen die die Funktion der Schilddrüse, bzw. den Transport der Schilddrüsenhormone T3/T4) unterdrücken und z.B. in Kohlgemüsen (u.a. Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi) sowie in Rettich, Soja und Erdnüssen vorhanden sind. Die Kohlgewächse haben viele gesundheitliche Vorteile und die goitrogenen Substanzen werden dort nach allem was ich gelesen habe durch Erhitzen deaktiviert. Bei Soja und Erdnüssen sehe ich jedoch keine positiven Eigenschaften – so das ich diese (ausgesprochenen Allergene) grundsätzlich vermeide!

Auch Rauchen ist ein Risikofaktor – neben anderen (‘unguten’) Halogenen wie Brom, Fluor und Chlor, welche mit Jod um die Resorption konkurrieren [8]. Deswegen ist auch fluoridiertes Jod-Salz ziemlich Unsinn – dann konkurriert das zweifelhafte Fluor noch mit dem (bisschen) Jod um die Aufnahme bzw. behindert diese. Das gleiche gilt auch für fluorhaltige Zahnpasta, bei der bis zu 1500 ppm erlaubt sind – also 1,5mg Fluor pro 1g Zahnpasta! Das Fluor die Schilddrüsenaktivität senkt ist dabei altbekannt [9] – wurde es doch früher als Mittel gegen die Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt.

Wer (starke) Probleme mit einer Unterfunktion hat, sollte hier ggf. ein Auge drauf werfen und z.B. Kohlgemüse generell kochen und/oder nicht (im Übermaß) Roh verzehren. Denn Hitze (Kochen) soll die goitrogenen Substanzen deutlich reduzieren. Dieses Video von Nutritionfacts.org gibt an, das bei einem Verzehr auch von rohen Kohlgemüsen (in “normalen” Mengen) keine großen Gefahren ausgehen sollten. Wer aber Probleme mit der Schilddrüse bzw. den T3/T4 Werten hat sollte hier ggf. den Rohverzehr erst einmal einschränken, schauen was passiert und dann weiter handeln.

Ach ja, Nitrat (u.a. in belastetem Trinkwasser, roten Rüben, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Spinat, Mangold und stark gedüngten bzw. Nährlösungs-Salat und insb. Ruccola aus dem konventionellen Bereich) hemmt ebenfalls die Aufnahme von Jod. Hier noch ein Überblick zu Nitratbelastungen [10]. Die Vermeidung von gechlortem Trinkwasser versteht sich von selber – das ist in Deutschland hingegen in der Regel selten ein Problem. Das alles sollte jedoch im Normalfall alles nicht ‘die’ Rolle spielen – kann jedoch für Menschen mit sehr ernsthaften Schilddrüsenproblemen hilfreich sein.

Hashimoto, Schilddrüsenproblematik & Co. – Liegts nur am Jod?

Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit und chronische Entzündung der Schilddrüse (bzw. des Gewebes). Warum die Krankheit auftritt ist nicht bekannt. Oft tritt Hashimoto jedoch gehäuft mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo [38]. Einiges mehr gibt es hier im Blog in der Buchkritik ‘Jod – Schlüssel zur Gesundheit’ zu lesen, wobei ich das Buch in einigen Teilen auch kritisch sehe. Wer genau ließt, der wird ggf. mitnehmen das zumindest nach den Autoren des Buches die meisten (bzw. viele) angeblich Hashimoto-Diagnostizierten teils unter einem eklatanten Jodmangel leiden (solange die Schilddrüse noch nicht zerstört ist). Diese Sicht wird auch von Ortomonekularmediziner Herrn Dr. Volkmann geteilt, welcher hier (min 67:20) angibt, das er bisher keinen (angeblichen) Hashimotopatienten “länger als ein Jahr behandelt hat” – mit Jod.

Ob das alles so stimmt weiß ich nicht. Vor einer ‘Kur’ mit Jod würde ich in jedem Fall eine ordentliche Schilddrüsen-Diagnostik voranstellen (-> zumindest Ultraschall, TSH, fT3, fT4, rT3, TPO-AK). Denn einfach so nur Jod ‘reinschütten’ kann arg nach hinten los gehen (-> damit wird indirekt über T3/4 der Stoffwechsel angekurbelt, was bei unterliegenden Autoimmunproblemen und Schwermetallbelastungen viele neue Probleme bescheren kann).

… oder auch an anderen hormonähnlichen Substanzen?

Weiterhin – und darauf geht nicht einmal das Jod-Buch ein – steht unser gesamtes Hormonsystem unter dem Einfluss und der täglichen Belastung von so genannten ‘Endokrinsystem-Disruptoren’. Dies sind Stoffe die unser Hormonsystem stark (negativ) beeinflussen – insbesondere (aber nicht nur) die Pille (bei der Frau), aber auch Weichmacher wie Bisphenol A (BPA) und Phatalate aus verschiedensten Plastik. Ganz stark betroffen in Bezug auf Plastik sind hier dann säure– und insb. fetthaltige & flüssige Nahrungsmittel die in Plastik verpackt sind, z.B. Suppen in Dosen, Milch in Tetra-Paks, Sahne, Jogurt, etc. in Plastikbechern, Käse & Wurst in Plastikverpackung, Tomaten in Dosen mit Plastikbeschichtung, Mineralwasser (Kohlensäure!) & Säfte (Fruchtsäure!) in Plasteflaschen, Tupper & Co., etc. pp.

Je mehr ich mich jedenfalls mit dem Thema beschäftigt habe beschleicht mich der Verdacht, das die das Hormonsystem störenden Weichmacher aus dem Plastik & Co. nicht unschuldig sind + natürlich das viele Menschen einen effektiven Jod- aber auch Selen-Mangel haben dürften (-> Selen, wenn z.B. fT4 o.k. ist, fT3 jedoch nicht).

… und der ‘Pille’?

Bei ‘Frau’ kommt dann ja noch die Pille dazu… die Östrogenbombe mit vielen (Langzeit-) Nebenwirkungen… (Siehe auch das Video von D. Knebel dazu – unten in den Links). Gerade die langfristigen Auswirkung der Pille unterschätzen viele…

Anm.: Die Pille enthält natürlich keine Hormone oder ‘Östrogene’ (falscher Begriff), sondern künstliche und auf das menschliche Hormonsystem wirksame Stoffe, welche sich (einfach geschrieben) auf die natürlichen Rezeptoren legen und diese für die körpereigenen Botenstoffe blockieren. Damit wird jedoch das ganze Hormonsystem bzw. die Regulation durcheinander gebracht -> Junge Frauen haben damit z.B. oft Hormonwerte wie alte Frauen und / oder ‘gehen auf’ wie ein ‘Hefekuchen’. Zudem baut sich das Zeug im Abwasser nicht ab, akkumuliert sich in der Umwelt – und kommt so wieder zurück zu Mensch & Tier, etc. pp.

… oder an einer geschrotteten Nebenniere?

Unser heutiger ‘Lifestyle’ (psychischer & seelischer Stress, kognitive Be- und Überlastung, zu viel Sport, falsche Ernährung, etc.) führt bei immer mehr Menschen zu einer Nebennieren-schwäche (bzw. Schädigung) – insbesondere sind dadurch Hochsensible Personen (HSP) betroffen. Das ganze kann dann auch auf die Regulierung der Schilddrüse u.a. durch Hypophyse und Hypothalamus zurückschlagen. Da mag der (alleine nichts aussagende) TSH-Wert o.k. aussehen – die Realität von fT3 und fT4 aber auf niedrigstem Niveau verharren. Denn gerade wenn TSH nicht zu fT3/4 passt – kann es besonders kritisch sein.

… und an einer mistigen Ernährung?

Als ich las, das Hashimoto oft zusammen mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo  auftritt  – da konnte ich mir nicht verkneifen an Milchprodukte (-> machen wohl Diabetes Type I aufgrund von Autoimmunprozessen) und einen schlechten Darm durch (überzüchtetes) glutenhaltiges Getreide (-> insb. Weizen) und komplette Fehlernährung mit zu wenig Gemüse und zu viel hoch verarbeiteten (Schweine-)fleisch, Süßigkeiten, Zucker, Zusatzstoffen & Co. zu denken. So schreibt Dr. Datis Kharrazian [42]:

“Markieren die Antikörper Gluten, um es abzubauen, stimulieren sie auch die Bildung von Antikörpern gegen die Schilddrüse (weil sie einander strukturell so ähnlich sind). Mit anderen Worten, jedes Mal, wenn Gluten aufgenommen wird, löst das Immunsystem einen Angriff nicht nur auf das Gluten, sondern auch auf die Schilddrüse aus.”

In diesem Falle ist nach Kharrazian auch von geringsten Mengen abzuraten.

… und Auswirkungen von blauem Licht (LED & Co.) & EMF

Nach Dr. Jack Kruse ist blaues Kunstlicht, das auf die Schilddrüse bzw. den ganzen Körper trift nicht vorteilhaft für Hashimoto bzw. kann dieses Symptom-Bild (seiner Meinung nach) auch auslösen. Er führt in einem anderen Blogpost aus:

Light controlled organs: uterus, … thyroid…., parathyroid glands, pituitary, and pineal glands all undergo blue light stress because all of them contain strong blue light chromophores and this is why oncogenesis in these organs is always associated with low melatonin levels and low vitamin D3 levels.”

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse.

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse. Quelle: [27]

Also Blaulicht (Monitor, Smartphone, TV, LED-Licht, etc.) als zusätzliche Ursache für Schilddrüsen- (und andere) Probleme. Niedrige Melatonin- und D3-Spiegel sind dann nur zusätzliche Symptome…

Auch die steigende Nutzung von Mobilfunk & Co. kann zu Problemen mit der Schilddrüse (u.a. Krebs) führen [27]. Wie lange gibt es das exzessive Blaulicht? Wie lange nutzen die Menschen in dem heutigen Maße Mobilfunk und neuste Smartphones? Und seit wann haben so viele Menschen Probleme mit Hashimoto und Schilddrüse? Lest mal meine Artikel zu Blaulicht, jedoch auch Mobilfunk & Co.

… und mitochondrialen Störungen wie HPU/KPU?

Ganz wichtig – und kaum einer hat es auf dem Schirm: Sehr viele Menschen mit Hashimoto bzw. Problemen der Schilddrüse haben eine mitochondriale Stoffwechselstörung: HPU bzw. KPU [28]. Hier gibt es eine Fehlbildung des Häm (auch wichtig für die Schilddrüse) und in der Folge einen teils dramatischen Verlust an aktivem Vitamin B6 (P5P), Zink und Mangan – weil der Körper diese Stoffe an das fehlerhafte Häm bindet um es auszuleiten. Der Verlust an diesen Mikronährstoffen hat das so viele Folgen… das es einem gruselt. Deswegen ist für mich ein Test auf HPU bei starken Problemen mit der SD auf jeden Fall angesagt. Was hier Henne bzw. Ei ist kann ich nicht sagen – eine HPU/KPU kann jedoch ein deutlicher Verstärker sein.

Ach ja: Interessant ist, das ca. 10% der Frauen und 1% der Männer von der HPU betroffen sein sollen [28], wobei Dr. J. Mutter von 20-30% aller Menschen (verschiedene Schweregrade) ausgeht und deutlich mehr Männer betroffen sein dürften.

Jod – nur in der Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist bei der ganzen Geschichte nur ein Organ das Jod benötigt – und dabei wohl nicht einmal das mit der größten Jod-Einlagerung im Körper. Einer Präsentation von MD J. Flechas in Bezug auf Abraham, G.E. [11] nach sieht es so aus folgend aus –  1500 mg verteilen sich auf folgende Organe:

  • 35 % Jod für das Körperfett
  • 32% Jod für die Muskeln
  • 20% Jod für die Haut
  • 2% Jod für die Schilddrüse!

Ein Jodmangel hat also weitreichende Folgen – und die Unterfunktion der Schilddrüse (wenn es auf einem Jodmangel basiert) sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Jod Supplementieren? – wie?

Eine Supplementation ist z.B. mit Kaliumjodit-Tabletten möglich und wird z.B. bei schwangeren Frauen oft empfohlen. Diese Möglichkeit scheidet für viele (u.a. mich) aber aus – außerdem liefert diese Art der Supplementierung kein elementares Jod. Wer auf natürliche Quellen zurückgreifen möchte, der kann dieses z.B. über Meeresalgen tun, wie es z.B. die Japaner machen. Dies u.a. auch , da Jod in den Algen mit Aminochelaten vorliegt was wohl die natürliche Aufnahme begünstigt. Auch enthalten Algen elementares Jod sowie Jodid.

Bei den Algen ist aber der teils extrem unterschiedliche Jodgehalt der einzelnen Arten zu beachten. Weiterhin unterscheidet sich der Jodgehalt der Algen nach Wachstumsort und Jahreszeit der Ernte. So hat z.B. Kelp bis zu 8mg Jod pro Gramm Algen, so das man bei Supplementierung von z.B. 200µg/Tag (die DGE-Empfehlung) eine digitale Feinwage benötigt bzw. Kelp sich eher für die Abfüllung in Kapseln eignet. Besser zu dosierende Alternativen sind z.B. Wakame bei denen die Jodkonzentration deutlich geringer ist als bei Kelp (100-200µg/g – siehe unten stehende Tabelle, wobei es auch weniger sein kann -> 42µg/g Algen [12]). Da hier andere Mengen verzehr werden müssen, sollte man die Algen vor Großbestellungen ausprobieren – nicht alle mögen Algen essen. Eine sehr gute Übersicht zu den Algen gibt es in einem Video von Nutritionfacts.org – Avoiding Iodine Deficiency, wobei auch erwähnt wird, das die WHO das sichere obere Limit für Jod mit 1mg/Tag angibt – also 5 mal so viel wie die DGE Empfehlung für die empfohlene (mindest-)Zufuhr an Jod.

Hier habe ich dann noch eine andere Tabelle zu Jod in den Algen gefunden. Leider gibt es keine Quellenangabe, die Zahlen scheinen grob mit den anderen Angaben und denen auf Nutritionfacts zu harmonieren. Auf jeden Fall sieht man, das die Werte in den Algen sehr stark variieren können:

Algenart

Jodgehalt (Orientierungswerte) [mg/100 g getrocknete Algen]

Nori5 – 8
Dulse8
Meeresspaghetti15
Meeressalat25
Wakame10-20
Hijiki30-50
Arame60-80
Kombu (Kelp)100-500

Zu guter letzt bieten sich auch noch viele Fischsorten an um Jod zu supplementieren. Dabei hat Fisch auch in Hinblick auf Omega3-Fette (EPA/DHA) und einige Proteine viele Vorteile, welche andere Fleischsorten (z.B. Huhn, Rind oder Schwein) nicht haben.

Welche Dosis? Und welche Risiken?

Das ist die Frage bei Jod. Auch im Buch ‘Jod – Schlüssel zur Gesundheit’ kommt genau diese Frage immer wieder auf. Grundsätzlich wird in vielen Artikeln spekuliert, das die Empfohlenen 150 bzw. 200 µg (DGE und FDA) wohl gerade die Menge sind, bei welcher es keinen Kropf mehr gibt.

Ist diese Menge jedoch ausreichend und insbesondere optimal? Jod wird ja noch an vielen anderen Stellen des Körpers gebraucht, wie z.B. den Drüsengeweben – und nicht nur in der Schilddrüse. Zudem wirken sich auf den Jodverbrauch noch anderen Faktoren aus, wie: Alter, Schwangerschaft, Sport, Ernährung, Umweltbelastung, etc. pp. So haben wohl viele Mädchen genau in der Pubertät Schilddrüsenprobleme – weil die Brüste (Drüsengewebe!) sich hier entwickeln und dort dann sehr viel Jod benötigen (das oben genannte Buch vertieft diese Aspekte).

Ach ja & ganz wichtig: Bevor irgendwie Jod aufgefüllt wird oder ein ‘Jod-Sättigungstest’ gemacht wird ist anscheinend zwingend Selen aufzufüllen und optimaler weise anhand von Serumswerten (Vollblut) zu überprüfen. Frau Dr. Ritter empfiehlt hier min. 100 µg/l, besser >120µg/l und für Menschen mit Hashimoto ca. 200 µg/l. [28].

Zu den empfohlenen 200 µg/Tag

So wie ich die Aussagen im Jod-Buch und andere Quellen verstehe sind die 200 µg/Tag also wirklich das untere Maß an Jod was in der Regel & von gesunden Erwachsenen Menschen zugeführt werden sollte – und nicht eine Menge, welche (ggf. individuell) optimal ist und in keiner Weise eine Menge, welche vorherige Mangelzustände beheben könnte. So gibt das oben genannte Jod-Buch oft Japan, wo die tägliche Aufnahme von Jod nach im Bereich von 1-13 mg (Milligramm, nicht Mikrogramm!) liegen soll – leider ohne Referenz. Diese Angaben (und wohl ‘Urbane Mythen’) basieren wohl auf Veröffentlichungen mit falschen Annahmen von Brownstein und Flechas, was jedoch wiederlegt ist [18]

Das 13 oder auch nur 5 mg pro Tag auf die Dauer gut sind – das bezweifele ich sehr, sehr stark! Das Linus Pauling Institut (LPI) gibt denn auch maximal 3 mg als Tagesaufnahme bei Japanern an und weißt darauf hin, das es in Japan angesichts der hohen Dosen aus Algen auch Schilddrüsenerkrankungen gibt (jedoch nicht wie viele im Vergleich zu DE oder den USA) [13]. Ich selber konnte nur 1-3mg/Tag für Japan in einer PubMed Recherche validieren [18]. Ob dann jedoch bis zu 3 mg/ Tag dann auf die Dauer noch gesund sind – ist eine andere (und offene) Frage.

Verlust von Jod über den Schweiß

Ach ja: Auch über das Schwitzen verlieren wir Menschen nicht nur Salz – sondern auch Jod. Der Autor des Buches ‘The Salt Fix’ [16] weißt darauf hin, das z.B. Sportler, die 3-5 Liter Flüssigkeit in Form von Schweiß verlieren, auch zwischen 111 und 185 µg Jod ausscheiden. Zusammen mit den Verlusten über den Urin können so Gesamtverluste von 195-270 µg Jod auftreten – mehr als die täglich empfohlene Zufuhr… (Seite 132). Ich denke mal, das dieses bei der Jod-Zufuhr beachtet werden müsste…

Was sind die Höchstmengen – wo wird es Kritisch?

Achtung - Stop! Wichtiges zur Dosierung von Jod!

Achtung – Stop! Quelle: Pixabay

Leider wird es bei den ‘offiziell’ empfohlenen Höchstmengen dann generell dünn. Ich konnte keine Empfehlung dafür finden – selbst das Jod-Buch nennt dahingehend nichts und auch DGE und FDA schweigen sich dazu aus – alles nur ‘mindest’ – nie ‘optimal’ und kaum ‘maximal’. Im Jod-Buch wird dann noch die National Academy of Medicine in den USA angegeben, welche als (dauerhafte) Tageshöchstdosis für Erwachsene ca. 1,1 mg nennt – also ca. 5-6 mal mehr als die DGE Mindestempfehlung. Heilpraktiker Gräber weißt ebenfalls auf die (empfohlene) Höchstmenge von 1 mg/Tag (WHO) hin – und speziell auch auf die Risiken einer Überdosierung insb. von elementarem Jod (u.a. Lugolsche Lösung) [14]. Das LPI schließt sich den Höchstmengen von 1,1 mg an – verweist zudem darauf, das auch schon deutlich geringere Dosen Probleme bereiten können, nicht jedoch ob dies auch für Menschen mit gesunder SD gilt.

In einem Artikel von Don Bennet zu Jod [20] wird die Dosierung auch nicht geklärt. Bennet weißt jedoch in einem zusätzlichen Post [19] darauf hin, das die Menge an Jod, die zugeführt werden kann, soll oder darf! absolut individuell ist. Vor einer Gabe über den Empfehlungen sollte nach seiner Ansicht auf jeden Fall mit einem Arzt der Status der Schilddrüse (Blutwerte, Knoten, etc. pp) geklärt werden. Ins gleiche Horn bläst J. Cohen von der Webseite Selfhacked.com [21] – er schreibt das mehr als 400 µg Jod (pro Tag) Problematisch sein können und empfiehlt so höchstens 400 µg Jod zusammen mit min. 50 µg Selen einzunehmen. Dies, da zu viel Jod die Immunantwort verstärkt (Th1 & Th17), was zu höheren Entzündungswerten und in Folge Autoimmunproblemen führen kann. Cohen schließt dann im Artikel das bei niedrigem T3-Wert auch Chrom, Zink, Eisen, Kupfer, Vitamin A und die B-Vitamine 2, 6 und 12 wichtig sind. Dr. Strienz [42] weißt dann noch darauf hin, das wohl nach einigen Studien zu folge Hashimoto & Co. bei Werten von über 200 µg / Tag zunahm. Wie diese Studien (teils aus den 1920’ern und von 1966) zu interpretieren sind kann ich nicht sagen.

Hochdosis-Jod im Milligramm-Bereich – ich bin da (noch) vorsichtig!

Viel ist teils zu lesen über das Jod-Protokoll von Brownstein & Co. mit täglichen Einnahmen im Bereich >12,5 mg. Auch bei Symptome.ch gibt es dazu eine interessante Diskussion [50]. Was halte ich selber davon? Also, ob das gut ist? Ich selber habe da so meine Zweifel.. und halte von diesen Hoch-Dosis-Irgendwas Geschichten im allgemeinen nichts. Hochdosis-Irgendwas setzt für mich immer ein genaues Verständnis der Situation voraus und ist nicht etwas was man mal ‘eben’ macht. Wenn die Rahmenbedingungen passen kann so etwas sehr sinnvoll und förderlich sein – wenn nicht, dann kann es (arg) nach hinten losgehen…

Denn oft vergessen die Menschen (und auch viele Autoren) jedoch, das ein mehr bzw. (individuelles) zu viel an Jod den Stoffwechsel aktivieren kann und damit auch die Entgiftungsprozesse ankurbelt. Nicht das das grundsätzlich schlecht ist, jedoch kann dies bei Menschen mit einer Schwermetallvergiftung (oder vielen Giftstoffen im Fettgewebe) Prozesse auslösen, die der Körper nicht packt – speziell, wenn nicht vorab und zeitgleich Bindemittel zugeführt werden. Dies, weil sie schlechte Entgifter sind (u.a. genetisch bedingt -> HPU-Test) und/oder sich zusätzlich so ernähren das die mobilisierten Giftstoffe nicht gebunden und zügig ausgeleitet werden (-> zu wenig Ballaststoffe, langsame Darmpassage der Nahrung, fehlende Chelatbildner).

Einen sehr ausführlichen Artikel zu den Vor- und Nachteilen von hohen Jodgaben findet man dann noch bei der Weston A. Price Foundation (WPF) [22]. Einige Auszüge davon habe ich in meinem Blogpost über das Jod-Buch von Hoffman in der Kritik aufgeführt. Auch dieser Artikel legt nahe das es ja nach Person auch schon bei Jod-Dosen über 200 µg und unter 1 mg zu Problemen kommen kann und historisch (u.a. native Völker) 50-150 µg eine normale Tagesdosis waren (bzw. sind). Dosen von >= 1 mg/Tag könnten dann auch nur mit dem Verzehr von (jodhaltigen) Algen überschritten werden – etwas was eher wenige Menschen regelmäßig machen und wohl auch im historischen Kontext (abseits der Küstenregionen) eher die Ausnahme gewesen ist.

Eine aktuelle Studie aus 2016 [23] beobachtete bei Ratten die mit 100 bzw. 500 mal mehr Jod als normal über 30 bzw. 60 Tage gefüttert wurden Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsorgane, der Testosteron-Spiegels und mehr Bildung von Sauerstoffradikalen (ROS), etc. pp. – ebenfalls nicht gut. Zudem gibt es auch Youtube-Blogger, welche sich mit Jod-Hochdosis-Experimenten (Lugolsche Lösung im Milligramm-Bereich) veritable Probleme mit der Schilddrüse (u.a. Knoten) zugezogen haben. Jedoch hört man wohl auch auch von Gynäkomastien und anderen Entgleisungen des Stoffwechsel- und Hormonhaushalts. Die Probleme gab es wohl jedoch auch deswegen, weil bei diesen Menschen Selen nicht vorher aufgefüllt wurde und ggf. auch andere Mikronährstoffmängel existierten.

Allerdings sind auch positive Berichte zu hohen Dosen an Jod zu lesen, welche sich u.a. auf (vorgenannten) Dr. Brownstein und Dr. J. Flechas berufen [48]. Hier wird u.a. angegeben das es wohl eine kritische Dosis von Jod gibt (ca. 15 mg) die überschritten werden muss (inkl. der Einnahme von anderen Supplementen) damit die negativen Effekte (u.a. stark oxidativ) nicht überwiegen. Das ganze ließt sich durchaus spannend – ich selber habe jedoch keine Erfahrung damit und dieses aktuell auch noch nicht weiter recherchiert. Für mich wäre Hochdosis-Jod auf jeden Fall keine First-In-Line Therapie. Hätte ich selber eine vermutete Schwermetallbelastung, Problemen mit der Schilddrüse oder z.B. den Nebennieren – dann würde ich zumindest solange davon Abstand nehmen bis diese Punkte geklärt sind.

Bitte checkt die Schilddrüse vor Eigenversuchen > 200 µg / Tag

Jedem Versuch die Aufnahme von Jod dramatisch zu steigern (also über ca. 200-400 µg/Tag) sollte ein Check der Schilddrüse voraus gehen. Wissen sollte man dann:

  • Ist Gewebebeschaffenheit o.k. (keine Knoten, etc.). Stichworte für den Befund sind oft:
    • Homogen / Inhomogen
    • Echonormal / Echoarm
  • Ist die Größe o.k.?  (Angaben nach Strienz [42] – wobei wohl je 3 ml mehr nicht schaden)
    • Frau: 12(15)-18 ml (beide Seiten zusammen), 12 ml sollen wohl auch reichen – wobei dann die Jodversorgung o.k. sein sollte
    • Mann: 15(18)-25 ml (beide Seiten zusammen)

Ist das alles nicht Supergrün, dann würde ich mehr als vorsichtig mit irgendwelchen Jod-Eigenversuchen ohne weitere Messwerte sein (u.a. fT3, fT4, TPO, rT3, Selen, check anderer Co-Faktoren sowie Werte vom Steroid-Hormonsystem). Zur Berechnung der Größe der Schilddrüse verweise ich auf Wikibooks – falls der Arzt nur die Millimeter (Länge, Breite, Höhe) angibt [42]. Bei Wikibooks steht dann in einer Tabelle zu den Normalwerten bei Erwachsenen (je links und rechts):

  • Breite 1,4 – 2 cm
  • Tiefe 1,4 – 2 cm
  • Länge 3 – 4,5 cm

Zur Berechnung des Volumens (unter der Annahme, dass es sich bei einem Schilddrüsenlappen um ein Rotationsellipsoid handelt):

Volumen [ml] =Tiefe [cm] * Breite [cm] * Höhe [cm] *0,478

Wobei dann natürlich die rechte & die linke Seite addiert werden müssen.

Noch etwas (Warnung) zu kontroversen (und auch schulmedizinschen) Tests

Bei einer Reihe von (schulmedizinischen) Diagnostik-Verfahren würde ich etwas Vorsicht walten lassen – bzw. diese selber komplett ablehnen. Worum gehts?

  • Wenn mit jemand ein Szintigramm zur Untersuchung der SD vorschlagen würde – dann würde ich das nur erwägen wenn vorab per Ultraschall-Diagnose ‘autonome Knoten und/oder Areale’ oder ‘nicht klar/eindeutig definierbaren Knoten’ festgestellt werden.
    • Die Szintigrafie arbeitet mit (recht kontroversen) Kontrastmitteln – und ist aus meiner Sicht eine Diagnostik die nur in Spezial- bzw. Ausnahmefällen ggf. gerechtfertigt wäre.
  • Den TSH bzw. T3-Suppressionstest: Hier wird schnell mit T4 oder T3 gesteigert mit dem Ziel TSH zu unterdrücken. Es wird jedoch auch schnell abgesetzt.
    • Was das bringen soll ist mir unklar – es bringt auf jeden falle ein abrupt suppremiertes (gesenktes) TSH was zur Folge hat, das danach die SD kaum noch T3/4 Produziert und das ganze Regulationssystem (und der betroffene Mensch) in den Seilen hängt. Aus meiner Sicht schmeißt man SD-Hormone nicht mal eben ein – oder setzt sie ‘mal eben’ ab.
    • Ausnahme: Soll das ganze zur Bestimmung eines autonomen Knotens oder Areals diesen, dann sollte die SD-Diagnostik dieses mittels ‘Farb-Doppler’ feststellen können – alternativ per Szintigramm. Erst wenn dann noch etwas unklar ist…
  • Vor einem so-genannten 24 Stunden Jod-Sättigungstest bzw. Belastungstest (nach Brownstein & Abraham) – wo 50 mg Jod (Iodoral) eingenommen werden und dann der Urin auf die Menge des ausgeschiedenen Jod untersucht wird.
    • Die Annahme ist, das innerhalb von 24h >90% des Jod über den Urin wieder ausgeschieden werden, wenn eine gute Jodversorgung vorliegt.
    • Leider entbehrt diese Annahme (und der Test) wohl jeder Grundlage [49] – so das der Test to 98-99% immer eine Jod-Unterversorgung anzeigt (nach Zahlen von Brownstein und Flechas bei >8000 Patienten).
    • Wer meine Ansicht dazu lesen will: Hier Klicken!

Denkt immer daran: Die Wundergeschichten anderer Menschen werden meist nichts mit eurer (speziellen) Situation zu tun haben und Jod ist nur einer der ganz vielen Faktoren der mit den SD-Werten zu tun hat. Natürlich kann Jod auch in größeren Mengen fehlen – viele Menschen berichten von guten Erfolgen mit hohen Dosen an Jod. Hohe Dosen an Jod sollten meiner Ansicht nach auf jeden Fall von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden, denn aufgrund der vielen möglichen individuellen Problematiken der Schilddrüse kann hier kein eher allgemeiner Rat gegeben werden – wie z.B. bei Dingen wie Magnesium, Vitamin D3 & Co.

Noch was zu L-Thyroxin (T4), Thybon (T3), Einnahme & Einschleichen

Wenn Selen, Jod & Co. nicht helfen, die fT3/4 Werte & Co. jedoch weiterhin schlecht bleiben (-> unter dem bzw. im unteren ‘Referenzbereich liegen), dann ist bei solch einer Problematik eine Supplementierung mit L-Thyroxin und ggf. Thybon (wenn die fT3 Werte nicht steigen wollen…) eine Option. Und eine bitte: Lest euch mal durch, wie die Referenz- und Normwerte entstehen! Normwerte sind keine Gesundheitswerte – und wenn ihr in diesem falle am Rande der unteren Norm ‘metabolisiert’, dann wundert euch nicht, wenn ‘nichts mehr geht’ – meint: Keine Energie, depressive Verstimmungen, keine klare Rübe bzw. Watte im Kopf, etc. pp.

Natürlich sollte geschaut werden, das alle Co-Faktoren für die Dejodase (T4->T3) da sind, denn sonst kann es sein, das auch viel L-Thyroxin den fT3-Wert nicht sinnvoll bewegen wird. Im Falle das es keine Schilddrüse mehr gibt (oder Sie viel zu klein ist), wäre für mich selber eine Supplementierung mit T4 und T3 angezeigt.

Thybon (T3) supplementieren – was ist das?

Thybon (T3) ist das neben T4 andere (noch wichtigere) Schilddrüsenhormon. T3 wird aus T4 hergestellt – wobei das teils nicht mehr funktioniert (-> zu wenig Selen, andere Faktoren, etc.). Im Falle, das bei einer Gabe von T4 die fT3-Werte nicht steigen wollen, sollte auch einem altem Bericht der Ärztezeitung nach T3/Thybon ergänzt werden [44]. Ich erwähne die Ärztezeitung hier explizit, da der Artikel recht ‘einfach geschrieben’ ist – und so auch inhaltlich zugänglich für Ärzte unter Zeitdruck sein sollte.

Das Problem mit Thybon ist denn auch nicht das Hormon an sich, sondern das es früher mal als Dopingmittel für Leistungssportler genutzt wurde und so in Verrufenheit geraten ist. Letztendlich zeigt aber genau diese Verwendung, wie wichtig T3 für den Energie- und Zellstoffwechsel ist. Ein weiteres Problem ist, das es Thybon nur in Dosen von 20 µg pro Tablette gibt. Das ist sehr viel – weswegen die Tablette meist zerteilt werden muss (vierteln, achteln, etc.) um auf sinnvolle Dosierungen zu kommen, welche dann verteilt über den Tag eingenommen werden.

Ach ja: Bitte mit dem im Artikel [44] angegebenen Novothyral vorsichtig sein – denn bei einem Kombi-Präparat kann T3 und T4 nicht unabhängig dosiert werden! Ich für mich würde da eher Einzelpräparate nutzen.

Etwas zur L-Thyroxin & Thybon (T3) Einnahme

Bitte beachten: Mit der Einnahme von T4 und ggf. T3 wird oft nach langer Zeit der Stoffwechsel wieder aktiviert – hier kann es u.a. zur (Schwermetall-) Entgiftung der Zellen und Organe kommen – so das sich eine begleitende Einnahme von Bindemitteln (bitte kein Chlorella!) empfiehlt (-> ein Artikel dazu ist in Planung). Im Falle das eine HPU-Stoffwechselstörung vorliegt sind ggf. noch andere ‘Vorarbeiten’ zu erledigen – was jedoch Umfang und Ziel dieses Artikels übersteigt.

Zu Beginn der ganzen Medikation sollte das T4 (und später ggf. T3) – so weit ich es verstehe (und den Beipackzettel) – ‘eingeschlichen’ werden. Meint: Nicht mit großen Dosen starten, sondern alle ‘x’ Wochen bzw. nach Bedarf langsam die Dosis erhöhen [33] – und immer schön ein Protokoll anfertigen in dem notiert wird wie es einem geht (z.B. Start-Dosis je 12,5 µg Morgens und Abends) . Ca. 4 Wochen nach dem die Zieldosis erreicht ist, sollten die SD-Werte kontrolliert werden. Welche Dosierungen sinnvoll sind, in welchen Intervallen gesteigert & kontrolliert wird – das festzulegen und zu begleiten ist die Aufgabe eines verantwortungsvollen & kompetenten Arztes. Auf jeden Fall sollte mit einer Kontrolle der Blutwerte nicht 6 Monate gewartet werden.

Tip: Als Schritte in Bezug auf Dosis-Steigerung und Absenkung sind aus meiner Sicht 2,5 µg bei Thybon und 12,5 µg bei L-Thyroxin praktikabel. Und ja: Die 20 µg Thybon (T3) Tabletten kann man auch ‘achteln’.

Hinweis: Die Gabe von T4 erniedrigt meist den TSH, so das es zu einer geringeren endogenen Produktion von T4 kommen kann. Mini-Dosen von T4 (z.B. 25 µg / Tag) können so nach ein paar Tagen bzw. Wochen dazu führen das effektiv noch weniger T4 im Körper zur Verfügung steht. Mit einer Erhöhung bzw. Kontrolle der Werte sollte also nicht zu lange gewartet werden. Passiert nach initialer Einnahme von T4 wenig oder fühlt man sich noch bzw. nach kurzer Zeit wieder Schlapper ist dies aus meiner Erfahrung ein Zeichen das die T4-Dosis ggf. noch zu niedrig sein könnte. Das ganze ist jedoch alles sehr individuell und lässt sich nicht (komplett) in ein allgemeines Schema verallgemeinern.

Wichtig: T3 ist neben T4 immens wichtig für viele Körperfunktionen [39][41][41]. Bleiben die Blutwerte von T3 auch nach der Gabe von T4 (L-Thyroxin) sowie ggf. Supplementierung von Selen und anderen Co-Faktoren weiter niedrig, so würde ich – wenn es mich betreffen würde – mit dem behandelnden Arzt über die Gabe/Verschreibung von T3 sprechen.

Noch wichtiger: T4 & T3 fahren den (mitochondrialen) Stoffwechsel hoch – und damit die ‘Zellentmüllung’. Optimaler Weise wird also die Diagnose einer SD-Unterfunktion mit einem Check auf eine Schwermetallbelastung (optimal Haar-Analyse – wobei man die auch auswerten können muss… und das können nicht viele) kombiniert und nichts übertrieben. Bei zu viel Gas geben kann dieses auch Pro-Oxidativ wirken und die Gluthation-Vorräte (und mehr) des Körper erschöpfen. Zu wenig T3 scheint aber auch keine Option.

Teile T3/4 und herrsche…

Wichtig ist für mich auch, das die Medikation (mit T4/L-Thyroxin und ggf. T3/Thybon) in ca. 2-4 Dosen über den Tag verteilt werden sollte -> T4 eher morgens & abends (‘auf der Bettkante’ – als das erste und letzte Tätigkeit am Tag) und T3 in 3 oder 4 Dosiseinheiten (wegen der kürzeren Halbwertszeit). Warum? Die Schilddrüse schüttet die Hormone auch nicht in ‘einem Schwall’ am Morgen aus – sondern kontinuierlich. Zudem kann es starke (falsche) Rückkopplungen im ganzen Regulationssystem für die Hormone geben – weil auf einmal hohe ‘Spitzen’ bei T3/4 auftauchen – was meiner Einschätzung nach nicht wünschenswert ist. Als Dipl. Ing. mit Hintergrund in Regelungstechnik scheint es für mich hier klar geboten (bzw. sinnvoll) den natürlichen Mechanismus des Körpers zu nach zu empfinden. Aber das ist meine ganz persönliche Sicht der Sache…

Suppremiertes (niedriges) TSH bei L-Thyroxin (T4) und/oder Thybon (T3) Supplementierung?

Ein starkes absinken des TSH, auch auf Werte um ‘0,0x’, ist nicht unüblich und bekannt – was sogar mal im Beipackzettel von z.B. Novothyral (T3/4-Kombipräparat) stand. Warum ist das eher normal? Ganz einfach: Das Regelsystem aus Hypophyse und Hypothalamus will ja den T3/T4-Wert im Körper bzw. Blut in einem bestimmten Bereich halten. Wird nun punktuell Supplementiert (also 1-2 mal am Tag eine Dosis) dann kommt das Regelsystem ggf. 2-fach durcheinander: Eigenproduktion + Exogene (punktuelle) Zufuhr. Die Senkung der eigenen Produktion – was der Schilddrüse durch ein niedriges TSH signalisiert wird – ist für mich durchaus folgerichtig bzw. erklärbar. Allerdings ist dies aus meiner Sicht kein Grund die Supplementierung mit T3/T4 abzubrechen oder zu vermindern. Relevant sind für mich die fT3/fT4 Werte, welche regelmäßig im Blut gemessen werden sollten – damit sichergestellt ist das diese Werte nicht zu weit nach oben gehen (also aus dem Referenzbereich heraus).

Die Kernfrage ist indes: Warum reguliert das System überhaupt vorher schon wo weit herunter? Liegt eine Organstörung vor? Ist diese eventuell induziert durch Quecksilber (Amalgam) – oder andere Schwermetalle? Gibt es eine systemische Entzündungen? Viele Fragen… und oft keine befriedigenden Antworten. Warum Schwermetalle? Weil Quecksilber die Regulation der Hypophyse und des Hypothalamus stört.

Was ist mit NDT (Natürlichem Schilddrüsen-Extrakt)?

NDT steht für ‘Natural Desiccated Thyroid’ und ist letztendlich gefriergetrocknetes Schilddrüsenextrakt -in der Regel vom Schwein, aber auch vom Rind, Pferd oder Schaf. Dieses enthält nicht nur T4, sondern auch T3, T2, T1 und Calcitonin – ggf. auch noch mehr [46][47]. Es schlägt aus meiner Sicht wohl oft deswegen ‘besser an’, da u.a. auch das T3 (Thybon) enthalten ist (was viele Patienten die L-Thyroxin nehmen nicht verschrieben bekommen bzw. einnehmen).

Was spricht für mich gegen NDT?

  • Der (höhere) Preis
  • Das T4 und T3 nicht (nach Bedarf) individuell dosiert werden können.
    • Das dazu unterschiedliche Chargen ggf. unterschiedlich dosiert sein können.
    • bzw. zwar Menschen-kompatibel aber anderer Herkunft sind.
  • Die ggf. leicht unterschiedlichen tierischen Hormone.

Allerdings ist bei NDT bzw. Schilddrüsen-Extrakt von Rindern für mich die Vorstellung durchaus interessant das hier mit einem SD-Hormon-Mix gearbeitete wird, der nicht nur T4 bzw. T3 enthält [46]. Ggf. ist ja auch eine unterstützende Dosierung zu dem klassischem T3 / T3 eine Variante? Bei Fragen würde ich diese Optionen mit meinem behandelnden Arzt absprechen – da die Ausgangslagen jedes Menschen wie immer individuell und unterschiedlich sind.

Begleitende Diagnosen (u.a. Steroidhormone & Nebenniere)

Vorab (also vor der Einnahme von L-Thyroxin und ggf. Thybon) sollten natürlich zumindest noch DHEA-S und Cortisol überprüft werden um eine Nebennierenschwäche (NNS) auszuschließen (-> siehe auch Beipackzettel L-Thyroxin [33]). Im ersten Schritt geschieht dies über Blutwerten in Bezug auf das Steroidhormonsystem (also zumindest Pregnenolon, Progesteron, Cortisol, freies Testosteron, Estradiol E2 und SHBG) – weil die Schilddrüse ja nicht alleinig da steht und es oft einen (systemischen) Grund für die Unterfunktion gibt (-> die Schilddrüse ist nur ein kleiner Teil in einem großen Regelsystem mit vielen Rückkopplungen).

Ist das Cortisol (dauerhaft) zu niedrig, dann bietet sich Abnahme eines Cortisol-Tagesprofils (NeuroSpot – Urin & Speicheltest) an, welcher auch gleich noch die Neurotransmitter & DHEA checkt, denn DHEA & Cortisol stehen in Wechselbeziehung. Ein grober Leitfaden ist:

  • Cortisol tief, DHEA hoch = NNS, wobei das DHEA versucht das Cortisol auszugleichen
  • Cortisol hoch, DHEA tief = NNS oder starker Stress
  • Beide tief = Starke NNS (Buch-Empfehlung z.B.: ‘Grundlos Erschöpft’ von Dr. med. James L. Willson).

So wie ich es (und den Beipackzettel [33]) verstanden habe, sollte auf jeden Fall sicher gestellt werden, das die Nebenniere vernünftig arbeitet – bevor mit der Einnahme von L-Thyroxin begonnen wird.

Noch was zur Nebenniere…

In Bezug auf die Nebenniere würde ich bei einer Therapie immer auf Menschen-Identische Hormonersatzstoffe wert legen (z.B. Hydrocortison (HC) Creme & Tabletten [29], Plenadren [31][34]) und nicht anderen (z.B. Prednisolon [30][31]). Dr. med. Goischke schreibt zum Plenadren im Ärzteblatt [31]:

“Eine Glukokortikoid-Substitution durch Hydrocortison-Tbl. mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Plenadren) führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität, des Blutdrucks, der metabolischen Stoffwechsellage und imitiert die physiologischen Cortisol-Spiegel am ehesten nach (10).” sowie “Die Substitution mit Prednisolon ist wissenschaftlich nicht vertretbar.” mit Verweis auf [32].

Die Behandlung, Einstellung der richtigen Dosis (z.B. Plenaren & HC-Creme), etc. pp. gehört auf jeden Fall in die Hand eines kompetenten Spezialisten. Hier möchte ich in dem Kontext NNS nur auf die wichtigsten Begriffe hingewiesen haben.

Dr. med. Strienz empfiehlt bei NNS (u.a. im Kontext HPU/KPU) regelmäßigen Schlaf (spätestens 22 Uhr), Vermeidung von Stress, regelmäßige Mahlzeiten (3), genug Salz, immer ein eiweißreiches Frühstuck, sowie Vitamin C und B5 (über den Tag verteilt) [36]. Das liest sich fast wie das Buch ‘Im Teufelskreis der Lust’ von Dr. Schymanski – in dem es über Burnout, Neurotransmitter & Co. geht.

Achtung: Bei Provokation der Nebenniere (z.B. mit ACTH-Test). Sich immer Fragen: Welche praktische Relevanz soll das Ergebnis haben? Ich würde denn auch auf einen daniederliegenden nicht noch (weiter) einprügeln. ACTH ist denn auch ein Hormon, das wie TSH, von der Hypophyse ausgeschüttet wird und die Nebenniere anregt [30]. Jedoch würde keiner auf die Idee kommen bei einer SD-Unterfunktion diese mit (einer hohen Gabe an) TSH zu provozieren – nur um zu schauen ob da noch (irgend-)was funktioniert… um dann bei einer ‘irgendwas-Funktion’ nichts zu tun.

Ernährung, Insulin & Schilddrüsenhormone (insb. Low-Carb, Keto)

Die Umwandlung von T4 nach T3 braucht ausreichend Insulin. Wer nun eine Ketogene bzw. ausgesprochene Low-Carb Ernährung durchführt, der kann sich auch Probleme in Bezug auf die Umwandlung von T4 nach T3 bereiten [53][54]. Aber eine Low-Carb Ernährung bereitet wohl auch der HPA-Achse (Hypophyse-Hypothalamus-Nebenniere) Probleme [54]:

“HPA axis dysregulation, also known as adrenal fatigue, is another condition where a moderate carb intake is important for general health. “

Eine Low-Carb Ernährung erhöht Cortisol – was im Kontext (psychischer) Stress (erhöht auch Cortisol) – die Nebenniere zusätzlich belastet. Kommt es dann zu einer Nebennierenschwäche, denkt sich der eine oder andere das ein höheres Cortisol durch Low-Carb hier ggf. vorteilhaft wäre – aber weit gefehlt. Der ‘Stress’ den die Low-Carb oder Keto-Ernährung macht, belastet die Nebenniere dann noch zusätzlich (-> ein ‘Halbtoter’ soll noch extra Arbeit verrichten).

Ach ja: Calcium vermindert auch die Aufnahme von L-Thyroxin, wie auch Eisen. Das Milchprodukte (mit viel Calcium) nicht gesund sind weiß man heute. Viele wissen aber nicht, das Eisenpräparate am besten mit 2 Stunden Abstand zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollten – am besten nach dem Mittagessen – so das es dann es auch keine (negative) Interaktion mit L-Thyroxin & Co gibt. Das Soja & Tofu (überhaupt) keine gute Idee bei Schilddrüsen-Problemen sind – sollte sich ja auch rumgesprochen haben.

Tip: Hier im Blog finden sich an vielen Stellen noch Sachen zu Low-Carb & Co. – und warum solch eine Ernährung aus meiner Sicht eine eher ungute Idee ist – z.B. hier, hier oder hier.

Mein Fazit

Jod & die Schilddrüse sind ein komplexes Thema! Zu den Hauptproblemen bzw. (ursächlichen) Auslösern, speziell wenn es zu Entgleisungen mit der SD, Hashimoto und Co. kommt, zählen & erwähnen andere Menschen und ich (neben genetischen Faktoren) folgendes:

  • HPU – Oft unerkannte und nicht behandelt
  • Hormonelle Umstellungen des Körpers – Pubertät, Wechseljahre, Menopause, etc.
  • Exogene Hormone – die Pille, hormonell wirkende Substanzen aus der Umwelt.
  • Stress in vielfältigsten Formen – durch den (heutigen) Lebensstil vermittelt.
  • Eine beschi**ene Ernährung – ein großes Thema in diesem Blog 😉

Zu vielen dieser Themen gibt es Beiträge in diesem Blog…

Noch was zur Supplementierung von Jod…

Die Supplementierung von Jod bzw. der Algenkonsum sollte an die individuelle Situation & Ernährung angepasst sein. So nutze ich z.B. kein Jodsalz, ernähre mich vorwiegend Pflanzlich und esse faktisch keine verarbeiteten Produkte die (Jod-)Salz enthalten. Ich gehe davon aus, das ich auf natürlichem Wege nur ca. 60 µg Jod pro Tag (siehe die Eingangs erwähnte BfR/WHO Schätzung für Deutschland) zu mir nehme und entsprechend supplementieren sollte. Die 200 ug Jod/Tag im Schnitt zu erreichen ist für mich persönlich das tägliche Ziel. Ich achte jedoch auch darauf die 400-500 µg pro Tag (Einzeldosis) in nicht grob zu überschreiten – bzw. baue dann auch Tage ohne zusätzliches Jod ein.

Jodsalz ist für mich jedoch keine sichere Quelle für die Jodversorgung. Wird Sie genutzt, so sollte das Salz am besten nach dem Kochen über die Speisen gegeben werden. Mit den max. empfohlenen 2-3 g / Kochsalz am Tag können (in Deutschland) jedoch in keiner Weise (insb. bei schwangeren) die empfohlenen 200 µg Jod/Tag erreicht werden – und auch dann nicht wenn einmal in der Woche möglichst jodhaltiger Fisch verzehrt wird. Eine Supplementierung mit Algen habe ich deswegen in meine Ernährung integriert. Eine (stark verdünnte!) Lugolsche Lösung wäre ggf. eine Option um genauer zu dosieren bzw. Geld gegenüber Wakame zu sparen.

Was mache ich in Bezug auf Jod?

Ich selber nutze für die Jodversorgung u.a. Wakame-Algen (von Algamar in BIO Qualität – welche aktuell mit 16 mg Jod pro 100 g Algen angegeben werden) – wobei hier Risiken in Gezug auf Schwermetalle bestehen – aktuell überdenke ich diese Form der Jod-Zufuhr. Die aufgedruckte Verzehrempfehlung ist 1 g pro Tag (~ 160 µg). Algen sind dabei keine exakte Wissenschaft sondern ein Naturprodukt mit schwankendem Jodgehalt – wie auch alle anderen Pflanzen. Wakame Algen können leicht in Wasser eingeweicht (min. 10-15 min.) und dann z.B. zum Salat hinzugegeben werden. Wichtig: Ich achte immer auch auf die entsprechende Selen-Zufuhr!

Für die Reise nutze ich meist Kelp (Algen) als Pulver – weil es sehr kompakt ist. Alternativ gibt es auch Kelp in Kapselform für alle die den Geschmack nicht mögen – die Dosierungen sind für mich jedoch in der Regel viel zu hoch! Wie auch bei den Wakamealgen sollte auf die Herkunft geachtet und ein Analysezertifikat bez. der Schwermetalle (insb. in Bezug auf Arsen) vom Hersteller bzw. Vertrieb angefordert werden.

Zudem gibt es auch noch die Lugolsche Lösung (LL), welche elementares Jod und Kaliumjodid enthält. Preislich und in Bezug auf eine mögliche Belastung der Algen mit Arsen, Schwermetallen & Co. ist die LL natürlich eine durchaus interessante Alternative.

Aber Achtung!: selbst die 5% Lösung so hoch dosiert mit Jod, das ein Tropfen dann ca. 2,5 mg elementares Jod und 3,75 mg Jodid enthält. Die 5%-Lösung erscheint mir (wenn überhaupt!) etwas für eine gezielte Jod-Therapie unter ärztlicher Aufsicht. Teilweise ist auch eine 0,5%ige Lösung zu bekommen – bei welcher die Dosierung dann besser handhabbar würde (dann ca. 625 µg Jod pro Tropfen) – aber immer noch recht hoch dosiert ist. Natürlich kann die 5%ige Lösung selber im Verhältnis von 1:10 oder besser 1:30 zur genaueren Dosierbarkeit verdünnt werden. Und: Falls es dann mal einen Reaktorunfall in der Nähe geben sollte, können so im Notfall auch ‘mal schnell’ 65 mg Jod zugeführt werden – wie es die Bundesministerium für Reaktorschutz [15] empfiehlt (meint: Falls man bei der Verteilung der offiziellen Tabletten leer ausgehen sollte…).

Mein Praktischer Tip: Eigenes Jodsalz

Eigenes Jod-Salz?

Eigenes Jod-Salz? Autor: Poyraz 72, Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wem das alles zu kompliziert ist, der könnte sich auch sein eigenes Jodsalz machen: Einfach Steinsalz entsprechend dem gewünschten Verhältnis (Anm.: bezogen auf die tägliche Salzaufnahme und die gewünschte Jodzufuhr) mit Kelp oder gemahlener Wakame (besser) mischen. Fertig ist das eigene Jodsalz ohne komische Zusätze!

Wichtig: Die Mischung sollte jedoch den spezifischen Jodgehalt der Kelp- oder Wakame-Charge und den individuellen Verzehr an Salz pro Tag berücksichtigen. Ein bisschen Dreisatz schadet hier nicht. Ein wichtiges Hilfsmittel ist hier genaue Wage mit Auflösung im Milligramm-Bereich beim wiegen von Kelp.

Noch ein paar zusätzliche Tips zu den Co-Faktoren

Die Dejodase (Schritt T4->T3) benötigt wie weiter oben beschrieben genug Selen – und da Deutschland auch ein Selen-Mangelgebiet ist, kann es sinnvoll sein auch hier nachzuhelfen und z.B. eine (oder max. 2 -> Radium!) Paranüss(e) am Tag zu essen bzw. mit Selen zu supplementieren. Mit was supplementiert werden könnte, steht im verlinkten Selen-Artikel.

Und auch die anderen Co-Faktoren wie Zink, Vitamin A (u.a. Möhren, Spinat, Kürbis, tierische Leber, …) und der Eisen-Status (u.a. Grünzeug, Getreide + Vitamin C zur Aufnahmesteigerung) sollten nicht vernachlässigt werden, wie auch das LPI betont. Genug Vitamin D versteht sich ja schon fast von selber und genug Vitamin E ist recht einfach über Walnüsse und/oder ein paar extra (24h gewässerte) Mandel zu beschaffen. Die B-Vitamine (2, 3, 6) gehen in der regel gut über Getreide, Hülsenfrüchte, Blatt- und Grünzeug sowie gekeimtes.

Wichtig für ein vernünftig funktionierendes (Schilddrüsen-)Hormonsystem sind auch die beiden Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin, welche u.a. über den Skikimisäureweg im menschlichen Darm (von Bakterien -> Mikrobiom gebildet werden). Ein gut funktionierender Darm bzw. eine ausreichende Zufuhr an Proteinen ist also auch wichtig.

Mit zu wenig Natrium (Salz) in der Nahrung tut man sich anscheinend auch keinen gefallen in Bezug auf Hormonsystem und die Schilddrüse – so zumindest mein aktueller Schluss in meinem Blog-Post zu Natrium.

Ach ja, ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel ist Mist, weil weniger T4 wird in T3 und mehr T3 wird in das bremsende rT3 gewandelt wird. Was macht mehr Kortisol? Neben Stress u.a. den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein Blaulicht aus den meisten Energiespar- und LED-Lampen sowie dem Hintergrundlicht der Displays (Monitor, Smartphone, Tablet, Fernseher, eBook-Reader mit Backlight, etc.).

Speziell bei Frauen sollte beachtet werden das die Pille (oder eine etwaige Einnahme in der Vergangenheit) das ganze Hormonsystem bzw. dessen Regulierung (über Hypophyse und Hypothalamus) durcheinander gebracht haben kann. Ein einfaches Absetzten reicht hier oft nicht um alles wieder in Gang zu bringen, insb. nicht wenn die Pille schon in sehr jungen Jahren (z.B. ab der Pubertät) eingenommen wurde. Jod ist in der ganzen Gleichung dann nur ein Faktor.. und monokausale Erklärungen führen dann oft nicht zum Ziel.

Alles nicht so einfach mit der Schilddrüse und dem Jod, oder?


Quellen

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