Die Schilddrüse – im Kontext Co-Faktoren (Jod, Selen, Zink, Eisen, etc.), L-Thyroxin, Thybon (T3), Hashimoto, Nebennierenschwäche & Co.

Von | 28. Juni 2016
Die Schilddrüse - Diagnostik (TSH, fT3, fT4), Hashimoto, Co-Faktoren und vieles mehr.

Die Schilddrüse – Diagnostik (TSH, fT3, fT4), Hashimoto, Co-Faktoren und vieles mehr.

Dieser Artikel befasst sich mit der Schilddrüse und vormals auch Jod. Er wurde über die letzten Jahre deutlich erweitert, wobei die Thematik Jod nun einen eigenen Artikel hat.  Das gesamte Thema ist so komplex, das ich hier nur noch auf die Schilddrüse eingehen möchte.

Über die Zeit hat sich in diesem Artikel einiges gesammelt: Diagnostik, Co-Faktoren, Einnahme der SD-Hormone & Co. Alles empfinde ich als relevant – weil der individuelle Teufel und die Fehler bei der Diagnostik, den abgeleiteten Schritten und der Handhabung und Einnahme von L-Thyroxin & Co. im Detail liegen. Ohne genug Wissen und Aufklärung über die Zusammenhänge können so viele Monate – oder sogar Jahre – auf dem Weg der Genesung sinnlos verloren gehen. Insofern möchte ich hier über folgende Themen schreiben:

  • Gesundheitliche Auswirkungen einer Schilddrüsen-Unterfunktion
  • Schilddrüsen-Diagnostik
    • TSH alleine gemessen sagt gar nichts aus!
    • Blutwerte (TSH, fT3, fT4, rT3, Antikörper & Co.)
    • Gute Werte – schlechte Werte: Was ist gut was ist schlecht?
    • Schilddrüsen-Antikörper: TPO-AK (TAK), TG-AK (TAK) und TRAK
    • Bremsender Faktor: Reverses T3 (rT3)
    • Schilddrüsen-Diagnostik mit Ultraschall
      • Und was so im Bericht stehen sollte (Größe, Gewebe…)
    • Kontroverse Diagnostik-Verfahren für die Schilddrüse
  • Von Co-Faktoren, Selen, Zink & Co.
    • Oft vergessen: Co-Faktor Retinol (Vitamin A)
    • Jod-Einnahme bei Unterfunktion?
  • Hashimoto, Schilddrüsenproblematiken & Co. – Liegts nur am Jod?
  • 10 Wichtige Umfeld- und Umweltfaktoren, u.a.:
    • Goitrogene Substanzen, Soja, Rauchen, Nitrate…
    • Die Pille
    • Die Auswirkungen von blauem Licht (LED & Co.) & EMF
    • Mitochondriale Störungen wie HPU/KPU
    • Schwermetalle
  • Die Nebenniere checken – und was zu Cortisol & DHEA!
    • Wichtig vor Gabe von SD-Hormonen!
  • Etwas zur Einnahme von L-Thyroxin (T4) & Thybon (T3)
    • Einschleichen & Aufteilen
    • Thybon (T3) supplementieren – was ist das?
    • Etwas zur (aus meiner Sicht) optimalen Einnahme von L-Thyroxin & Thybon (T3)
    • Suppremiertes (niedriges) TSH bei L-Thyroxin (T4) und/oder Thybon (T3)
    • Was ist mit NDT (Natürlichem Schilddrüsen-Extrakt)?
  • Ernährung, Insulin & Schilddrüsenhormone (insb. Low-Carb, Keto)
  • Mein Fazit & ein paar Anmerkungen & Tips
  • Und ein paar diagnostische Hinweise wenn das alles hier nicht hilft!

Schon eine ganze Menge, oder?

Vorab möchte ich noch anmerken, das diese Blog-Artikel mal als ein reiner Jod-Artikel entstanden ist, der über die Jahre erweitert wurde. Wichtig ist im Kopf zu haben, das sehr viele Schilddrüsen-Problematiken nicht auf einem Jod-Mangel beruhen:

  • Insofern folgt einem Jodmangel zwar meist ein Problem mit der Schilddrüse
  • aber ein Problem mit der Schilddrüse hat nicht unbedingt etwas mit einem Jod-Mangel zu tun.

Einige Probleme mit der Schilddrüse sind organisch (-> zu kleine Schilddrüse, Knoten, etc.) , andere regulativ (-> Dysregulation von Hypophyse, Hypothalamus z.B. durch Quecksilber bzw. Amalgam) und noch andere können auch durch zu viel Jod ausgelöst werden.

Gesundheitliche Auswirkungen einer Schilddrüsen-Unterfunktion

Ein Schilddrüsen-Unterfunktion hat so viele gesundheitliche Auswirkungen – ich weiß da gar nicht wo ich anfangen sollte – weswegen ich an dieser Stelle ein Zitat von Dr. T. Levy bringe [65], dass aus meiner Sicht die Dimension der Wichtigkeit der Schilddrüse zusammenfasst (übersetzt mit deepl.com):

“Therapeutisch bedeutet dies, dass alle anderweitig wirksamen Behandlungsprotokolle für jede Krankheit weit hinter ihrem Erfolgspotenzial zurückbleiben werden, wenn eine verminderte Schilddrüsenhormonfunktion in irgendeinem Ausmaß undiagnostiziert und/oder unbehandelt bleibt”

Auf das, was dann noch direkt von der Schilddrüse abhängig ist, gehe ich hier nur noch kurz ein – weil letztendlich fast alles mit einer verminderten Schilddrüsenfunktion zusammen hängt. Aus [13][17]:

  • Ein Hoher Cholesterin-Spiegel [51] – früher einer der primären diagnostischen Faktoren!
  • Kropfbildung, Knoten in der Schilddrüse, Schilddrüsen- und Brustkrebs.
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Depressionen, ‘Brainfog’.
  • Auswirkungen auf den Stoffwechsel:
    • Gewichtszunahme,
    • häufiges Frieren (auch in warmer Umgebung), eher erniedrigte Körpertemperatur,
    • Puls unter 65 Schlägen in der Minute, niedriger Blutdruck,
  • Libidoverlust,
  • trockene Haut.
  • In Bezug auf die Schwangerschaft und bei Neugeborenen:
    • Erhöhte Kindersterblichkeit (Fehl- und Totgeburten),
    • Kretinismus, Entwicklungsstörungen,
    • Einfluss auf den IQ der Kinder (ca. 7-13,5 Punkte weniger).
  • etc.

Das ist jedoch nicht alles – die Schilddrüsenhormone interagieren mit ganz vielen anderen Bereichen und Dingen im menschlichen Organismus. Letztendlich ist jede Zelle im Körper abhängig von von aktiven Schilddrüsenhormonen T3 & T4 [35] – und mit zu wenig dieser Hormone ‘geht dann mal gar nichts’ bzw. nicht viel.

Wie eine Schilddrüsen-Funktionsstörung erkennen?

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co.

Schilddrüsen-Regelsystem aus Hypophyse, Hypothalamus, TRH, TSH, T4, T3 & Co. Quelle: Wikipedia.

Klassisch hat sich eine Schilddrüsen-Störung, insbesondere eine Mangelversorgung mit Jod , mittels eines Kropfes (unnatürliche Vergrößerung der Schilddrüse) physisch geäußert. So lange sollte man aber nicht warten. Im großen Blutbild wird zur Bestimmung von Problemen mit der Schilddrüse im allgemeinen der so-genannte TSH-Basal [4] (auch Thyreotropin) Wert gemessen. Dieses Hormon wird von der Hirnanhangdrüse produziert und regelt dann die Produktion der aktiven Schilddrüsen-Hormone T4 (Thyroxin, u.a. aus Jod und dem Protein Tyrosin), was dann noch zu T3 (Trijodthyronin) umgebastelt wird und dabei Enzym Dejodase benötigt (was abhängig ist von genug Selen [5][28]).

Das Problem: Im Allgemeinen wird nur der TSH-Wert bestimmt (Norm- bzw. Referenzwert 0,4 bis 2,5 oder teilweise auch 4,0 µU/L – was veraltet ist). Letztendlich sagt dieser Wert jedoch nicht viel über die Schilddrüse aus: Es ist nur das Signal (vom Hypophysen-Vorderlappen) an die Schilddrüse mehr (oder weniger) T4 zu produzieren. TSH ist dann auch wieder von TRH (wird vom Hypothalamus ausgeschüttet) abhängig, wobei die Blutwerte von T3/T4 (-> den aktiven Schilddrüsenhormonen + andere) in einem komplexen Regelkreis auf Hypothalamus und Hypophysen zurückwirken. Im ‘System als Ganzem’ wirkt alles auf alles…

Wichtig jedoch: Ein Jodmangel kann eine der Ursachen dafür sein, das zu wenig T4 bzw. T3 produziert wird – und in Folge der TSH-Wert ‘steigt und steigt und steigt’ – um die Produktion zu stimulieren.

Aber: Eine SD-Unterfunktion (u.a. hoher TSH, niedriges T3/T4) etc. pp. muss nicht am Jodmangel liegen. Teils ‘schützt’ sich der Körper durch eine ‘Unterfunktion’, weil andere Systeme im Körper überlastete sind (Nebenniere, zu viel Belastung, zu viel Sport, Stress, Entzündungen, etc. pp). Dann heißt es für den Körper: ‘Einbremsen’ bzw. die Drehzahl des (wie bei einem Motor) beschränken – auch wenn nicht unbedingt stoffliche Mängel vorliegen (also genug Sprit im Tank ist). Wer dann mit (zu viel) Jod ‘Beschleunigen’ will  – schafft das ggf. zu Anfang – Überstresst auf die Dauer die Systeme im Körper und fällt ggf. in ein (noch) tieferes Loch (-> totaler Motorschaden). Genau deswegen ist das ‘tiefere Schauen nach den Ursachen’ wichtig – was auch Thema dieses Artikels ist.

Wichtig: TSH alleine gemessen sagt gar nichts aus!

(Vereinfachtes) Beispiel wie die Schilddrüsen-Regulierung über den Hypothalamus (TRH) , die Hypophyse (TSH) & Rück-Kopplung aus den aktiven Hormonen T3/T4 geschieht.

(Vereinfachtes) Beispiel wie die Schilddrüsen-Regulierung über den Hypothalamus (TRH) , die Hypophyse (TSH) & Rück-Kopplung aus den aktiven Hormonen T3/T4 geschieht.

Ein niedriger TSH-Wert bedeutet jedoch nicht, das – wie allgemein noch oft angenommen wird – a) alles o.k. ist, b) genug T4 produziert wird und c) auch nicht, das dann genug T4 in T3 umgewandelt wird. Hingegen kann ein eher unauffälliger TSH-Wert von 0,8-1,2 auch (chronisch) Stressbedingt sein: Der Körper fährt die Schilddrüsenfunktion herunter um das Gesamtsystem zu schützen -> TSH runter -> weniger T4 und T3 -> man wird schlapper und kann weniger ‘rumturnen’. Da nun ein ‘Normalwertiges’, TSH vorliegt fällt die Diagnose ‘Probleme mit der Schilddrüse’ bei der üblichen ‘Nur-TSH-Diagnose’ durch das Raster und unter den Tisch. TSH ist nur das Gaspedal für die Schilddrüse – und das funktioniert auch nur, wenn das Organ in Ordnung ist, die Co-faktoren bereit stehenh – und auch der Zentralcomputer (-> Hypophyse & Hypothalamus) nicht defekt sind.

Ach ja: Stress bedeutet in diesem Kontext z.B.: Zu viel (Extrem-) Sport, zu viel geistiger Stress, eine geschwächte Nebenniere, etc. pp. Habe ich mir nur ausgedacht? Nein, denn es wird nun auch in einem Editorial eines renommierten Fachmagazins bestätigt [45]. Daraus:

“Although sensitive for primary hypothyroidism, TSH measurement has low specificity and is unable to detect dysfunctions of central origin. Isolated TSH measurements may be misleading in certain physiological and allostatic conditions, including non-thyroidal illness.”

Auch Frau Prof. Dr. Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen und Zentrallabor – Bereich Forschung und Lehre am Universitätsklinikum Essen sagt in einem Interview [60]:

“Wir haben früher sehr apodiktisch erzählt bekommen, dass jeder TSH-Wert über 2,5 mU/l pathologisch sei. Jetzt dürfen wir nicht ins andere Extrem verfallen nach dem Motto, alles unter einem TSH Wert von 10,0 mU/l sei harmlos. So einfach ist das nicht. Das klinische Bild ist es, was den Patienten als Individuum auszeichnet, dieses steht im Vordergrund und eben nicht ein Laborwert!

Wem das nicht reicht, der schaue in eine aktuelle Studie von Fitzgerald aus 2020 [62], in der ausgesagt wird, das fT4 Spiegel mehr Aussagekraft haben als TSH, worauf dann auch Prof. Helmut Schatz, der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, positiv eingeht [63][64]. Zwar ist das noch nicht das ganze Bild – aber immerhin schon mal ein Ansatz beim Umdenken in Bezug auf das was ich hier schreibe. Deswegen ist unbedingt immer TSH zusammen mit dem freien T4 und T3 (fT3 und fT4) zu messen, damit eine erste Basis-Diagnose gestellt werden kann.

Noch mal im Klartext: Bei einem TSH Wert innerhalb der Norm kann trotzdem ein Problem mit den T3 und T4 Werten vorliegen (z.B. Autoimunerkrankung, fehlender Co-Faktor, etc. pp) – denn nur die ‘freien’ Hormonwerte fT3 und fT4 sagen was wirklich Sache mit dem Schilddrüsenhormonen (im Blut) ist.

TSH ist quasi das Gaspedal – aber ob der Motor den Wunsch des Gaspedals annimmt und auch in Geschwindigkeit umsetzten kann erfährt man nur wenn man die Drehzahl und die reale Geschwindigkeit auf der Straße misst – eben fT4 und fT3. Sind diese Werte zu niedrig (unterer Bereich der ‘Normwerte’, dann ist das für mich ein (klarer) Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion – sind die Werte sehr hoch, dann weißt dieses ggf. auf eine echte Überfunktion hin (ggf. auch Morbus Basedow). Ist fT4 o.k. aber fT3 zu niedrig, dann kann dieses z.B. auf ein Problem mit dem Enzym Dejodase (z.B. Selenmangel) hindeuten. Dies alles muss jedoch noch nichts mit einem Jodmangel bzw. Überschuss zu tun haben.

Gute Werte – schlechte Werte: Was ist gut was ist schlecht?

Schilddrüsenwerte eines Blog-Lesers mit Thybon und T-Thyroxin Ergänzung.

Schilddrüsenwerte eines Blog-Lesers mit Thybon und T-Thyroxin Ergänzung – dadurch TSH-Suppremierung. Allerdings sind die freien Werte eher Unterkante.

Das ist alles nicht so einfach. Für mich gute Werte von fT3/fT4 liegen (in der Regel, also ohne anderweitige Probleme mit Co-Faktoren, Nebenniere & Co.) eher im oberen Bereich der Norm (obere Hälfte bzw. oberes Drittel). Auch hierzu zitiere ich noch eine Passage aus dem Editorial eines Fachmagazins [45]:

“Consequently, the clinical care of thyroid patients faces major challenges, foremost ill-defined reference ranges for TSH and thyroid hormones (THs), and persistently poor quality of life in a substantial subset of treated hypothyroid patients””

Klar ist für mich: Die Referenzbereiche sind keine Gesundheitswerte und nur sehr, sehr grobe Anhaltspunkte für den individuellen Zustand. Zudem sinken die “Referenzwerte” ständig – weil es wohl dem Schnitt der Bevölkerung, welche ‘zum Arzt rennt’, auch immer schlechter geht – auch bei dem Labor aus dem nebenstehende Werte kommen, die aus meiner Sicht zwar nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht ‘prickelnd’ sind. Zu viel ist jedoch auch nicht gut – dies kann dann z.B. auf einen Entzündungsschub bei Hashimoto hinweisen. Alternativ kann es autonome Bereiche in der SD (‘heisse Knoten’) geben, die ohne Kopplung an das TSH die Hormone produzieren.

Hier einige Beispiele für Wertekonstellationen:


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Teils ist das TSH aber auch supprimiert, weil der Körper in einen Schutzmodus geht (siehe Nebennieren, weiter oben in dieser Liste) um das Gesamtsystem nicht zu überlasten. Das ganze sollte also von einem wirklichen Spezialisten betrachten werden – mit relevanten anderen Symptomen des Klienten bzw. Patienten, was natürlich etwas Zeit in Anspruch nimmt. Dann sind ggf. weitere Werte zu messen (z.B. Selen, rT3, TPO-AK, TG-AK, etc.) und andere Faktoren zu identifizieren.

Relevant ist jedoch: Wenn die fT3/4-Werte niedrig (oder sehr hoch) sind, dann besteht Klärungs- & Handlungsbedarf. ‘Niedrig’ ist in Bezug auf die SD-Werte dann für mich grob im Bereich der mittleren bis unteren ‘Normwerte’ – wobei jedes Labor diese selbst auswürfelt. Ach ja:Wer Werte in der pmol/l-Einheit hat und diese auf pg/ml (fT3) und ng/dl (fT4) umrechnen will, der teilt für ft3 den pmol/l Wert durch mit 1,536 und für fT4 durch 12,87.

Schilddrüsen-Antikörper: TPO-AK (TAK), TG-AK (TAK) und TRAK

Diese Autoantikörper richten sich gegen das eigene Schilddrüsengewebe, gegen die Schilddrüsen-Enzyme oder die Hormone (z.B. fT3/fT4). Diese drei Antikörper kann man messen und sie liefern einem bei (ggf. vermuteten) SD-Problemen einen genaueren Überblick über eventuelle Ursachen [37]:

  • TPO-AK (MAK) – Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase. ein Enzym mit dem die SD aus der (Tyrosin basierenden) Aminosäure Thyreoglobulin & Jod u.a. T4 baut.
    • Ist typisch für Hashimoto [38] & zerstört das Schilddrüsengewebe. Hier kommt es nach anfänglicher Überfunktion dann zu einer dauerhaften Unterfunktion der SD.
  • TG-AK (TAK) – Antikörper gegen Thyreoglobulin, welches die Basis für T3 und T4 ist.
    • Folgert eine Unterfunktion der SD (-> zu wenig fT3, fT4). Ggf. Hinweis auf Hashimoto oder Basedow.
  • TRAK – TSH-Rezeptor Antikörper, welche sich dann auf die TSH-Rezeptoren der SD ‘setzten’ und diese zur Verstärkten Produktion von T3 & T4 anregen.
    • Kann ein Hinweis auf Morbus-Basedow sein (-> oft hervorstehende Augäpfel).

Bei einer vermuteten Hashimoto bzw. schlechten fT3/fT4 Werten, empfiehlt es sich also unbedingt TPO-AK ggf. auch TG-AK zu messen. Sind fT3/fT4 hoch (und passt der TSH wert nicht dazu) sollte meiner Ansicht nach auch TRAK gemessen werden.

Bremsender Faktor: Reverses T3 (rT3)

Das meist nicht bestimmte reverse T3 (rT3) ist dann wieder ein bremsender Faktor – z.B. bei (ggf. unerkannten) Krankheiten, Stress (u.a. auch zu viel Sport!), Entzündungen, unterkalorischer Ernährung (zu wenig Kohlenhydrate!), Schwermetallbelastung, Leber- und Nierenprobleme & Co. – was in Folge die (f)T3-Produktion (als Schutzmaßnahme) herunter reguliert (siehe auch das Schaubild). Wenn fT3 niedrig ist bzw. noch recht gut erscheint, rT3 aber hoch ist – dann ist das also auch nicht gut und der Ursache sollte auf den Grund gegangen werden. Dr. Kharrazian schreibt [43]:

“Zur Bildung von rT3 kommt es typischerweise in Fällen von extremem Stress, zum Beispiel bei einem schweren Trauma, einer Operation oder einer anderen chronischen Belastung. Die erhöhte Bildung von T3 rührt scheinbar daher, dass rT3 nicht ausgeschieden werden kann oder ein erhöhter Cortisolspiegel vorliegt.”

Dazu noch eine eigene Anekdote aus einem freien Labor (Aussage des Laborarztes inhaltlich wiedergegeben):

“rT3 machen wir leider nicht selbst, das schicken wir zu Ganzimmun. Dieser Wert wird kaum verlangt. Früher gab es noch ein paar andere Labore, die aber diesen Parameter aus dem Programm genommen haben. Die meisten Ärzte können den Wert nicht interpretieren und wissen nicht, wie sie ein Problem behandeln könnten.”

Also wird rT3 wirklich kaum gemessen – nicht weil er nicht sinnvoll ist, sondern weil viele Ärtzte dann einen Wert haben – aber trotzdem Ratlos sind, weil Sie nichts damit anfangen können. Tip: Auch gleich noch hsCRP bestimmen lassen – das ist ein allgemeiner und recht guter Entzündungsmarker (sollte definitiv unter 1, besser unter 0,30 sein), welcher ein Hinweis auf entzündliche Prozesse im Körper geben kann. Ist hcCRP hoch, dann beginnt allerdings erst die richtige Suche (nach der Ursache).

Schilddrüsen-Diagnostik mit Ultraschall

Verschiedene Größen der Schilddrüse – vergrößert durch Gewebevermehrung (z.B. Jodmangel, Knoten, etc,), verkleinert (z.B. durch Anlage) und ‘Normalgröße’. Quelle: smart.servier.com. Lizenz: CC BY SA 3.0

Der Suche nach den den Ursachen einer Schilddrüsen Unter- oder Überfunktion und insbesondere jedem Versuch die Aufnahme von Jod dramatisch zu steigern (also über ca. 200-400 µg/Tag) sollte (aus meiner Sicht) ein Check der Schilddrüse voraus gehen. Wissen sollte man dann:

  • Ist Gewebebeschaffenheit o.k. (keine Knoten, etc.). Stichworte für den Befund sind oft:
    • Homogen / Inhomogen
    • Echonormal / Echoarm
  • Ist die Größe o.k.?  (Angaben nach Strienz [43])
    • Frau: 12-18 ml (beide Seiten zusammen),
      • Bei 12 ml sollte dann wohl die Jodversorgung & alles andere Top sein!
    • Mann: 15-25 ml  (beide Seiten zusammen)
      • Wobei 15 ml je nach Größe / Masse schon etwas klein sein könnte…

Schilddrüsen-Volumens gemessen mit Ultraschall in Jod-'Repleted' Kindern im Altersbereich von 6-15 Jahren als Funktion des Alters.

Oberes Limit des normalen Schilddrüsen-Volumens gemessen mit Ultraschall in Jod-‘Repleted’ Kindern im Altersbereich von 6-15 Jahren als Funktion des Alters. Quelle: [48]

Wichtig: Die Standard-Medizin kennt nur eine obere Größe der Schilddrüse die ungut ist – nach unten gibt es keine Schwelle. Aus Sicht vieler Therapeuten ist dann auch an einer Schilddrüse <10 ml für den Mann kein Alarmzeichen. Wie Plausibel eine das sein soll erschließt sich mir nicht. Dies speziell wenn ich mir die Daten der WHO [48] zu den oberen (gesunden) Limits des Schilddrüsen-Volumens für Kinder bis zu 15 Jahren anschaue (Tabelle nebenstehend).

Zwar gibt es auch Studien die bei Frauen nur Durchschnitts-Volumen von 10,46 ml angeben [58] – aber auch dort gingen die oberen Bereich bis ca. 18 ml und die Standardabweichung war ca. +/- 4,36 – zudem hatte die Frauen mit mehr SD-Volumen mehr T3. Die WHO-Studie gibt dann noch als ‘Durchschnitt’ (50stes Perzentil) für Jungen und Mädchen 8 ml an – bei 15 Jährigen! [48] Ich orientiere mich also für Erwachsene dann erst einmal an Strienz – aber sicher nicht an den ganz unteren Werten… bzw. in Abhängigkeit der Körpergröße & Masse [42].

Zur Berechnung der Größe der Schilddrüse (wenn das der diagnostizierende Therapeut nicht macht) verweise ich auf Wikibooks – falls der Arzt nur die Millimeter (Länge, Breite, Höhe) angibt [42]. Bei Wikibooks steht dann in einer Tabelle zu den Normalwerten bei Erwachsenen (je links und rechts):

  • Breite 1,4 – 2 cm
  • Tiefe 1,4 – 2 cm
  • Länge 3 – 4,5 cm

Zur Berechnung des Volumens (unter der Annahme, dass es sich bei einem Schilddrüsenlappen um ein Rotationsellipsoid handelt):

Volumen [ml] =Tiefe [cm] * Breite [cm] * Höhe [cm] *0,478

Wobei dann natürlich die rechte & die linke Seite addiert werden müssen.

Symbolische Darstellung für Krebs an der Schilddrüse.

Symbolische Darstellung für Krebs an der Schilddrüse. Quelle: smart.servier.com. Lizenz: CC BY SA 3.0

Ist das alles (Größe, Gewebe) nicht Supergrün, dann würde ich mehr als vorsichtig mit irgendwelchen Jod-Eigenversuchen ohne weitere Messwerte sein (u.a. fT3, fT4, TPO, rT3, Selen, check anderer Co-Faktoren sowie Werte vom Steroid-Hormonsystem). Dann ist es meiner Ansicht nach Zeit auf die Suche nach anderen Faktoren zu gehen – wobei Jod natürlich immer noch einer dieser Faktoren sein kann. Es muss ja kein Krebs an der Schilddrüse sein – aber wenn da ggf. schon Knoten oder Zysten an der Schilddrüse sind…. hmmm….

Ach ja & ganz wichtig: Bevor irgendwie Jod aufgefüllt wird oder ein ‘Jod-Sättigungstest’ gemacht wird ist anscheinend zwingend Selen zu kontrollieren und ggf. aufzufüllen – optimaler Weise wohl anhand von Serumswerten (Vollblut). Frau Dr. Ritter empfiehlt hier min. 100 µg/l, besser >120µg/l und für Menschen mit Hashimoto ca. 200 µg/l. [28].

Noch etwas zu kontroversen (und auch schulmedizinschen) Tests

Bei einer Reihe von (schulmedizinischen) Diagnostik-Verfahren würde ich etwas Vorsicht walten lassen – bzw. diese selber komplett ablehnen. Worum gehts?

  • Wenn mit jemand ein Szintigramm zur Untersuchung der SD vorschlagen würde – dann würde ich das nur erwägen wenn vorab per Ultraschall-Diagnose ‘autonome Knoten und/oder Areale’ oder ‘nicht klar/eindeutig definierbaren Knoten’ festgestellt werden.
    • Die Szintigrafie arbeitet mit (recht kontroversen) Kontrastmitteln – und ist aus meiner Sicht eine Diagnostik die nur in Spezial- bzw. Ausnahmefällen ggf. gerechtfertigt wäre.
  • Den TSH bzw. T3-Suppressionstest: Hier wird schnell mit T4 oder T3 gesteigert mit dem Ziel TSH zu unterdrücken. Es wird jedoch auch schnell abgesetzt.
    • Was das bringen soll ist mir unklar – es bringt auf jeden falle ein abrupt suppremiertes (gesenktes) TSH was zur Folge hat, das danach die SD kaum noch T3/4 Produziert und das ganze Regulationssystem (und der betroffene Mensch) in den Seilen hängt. Aus meiner Sicht schmeißt man SD-Hormone nicht mal eben ein – oder setzt sie ‘mal eben’ ab.
    • Ausnahme: Soll das ganze zur Bestimmung eines autonomen Knotens oder Areals diesen, dann sollte die SD-Diagnostik dieses mittels ‘Farb-Doppler’ feststellen können – alternativ per Szintigramm. Erst wenn dann noch etwas unklar ist…
  • Vor einem so-genannten 24 Stunden Jod-Sättigungstest bzw. Belastungstest (nach Brownstein & Abraham) – wo 50 mg Jod (Iodoral) eingenommen werden und dann der Urin auf die Menge des ausgeschiedenen Jod untersucht wird.
    • Die Annahme ist, das innerhalb von 24h >90% des Jod über den Urin wieder ausgeschieden werden, wenn eine gute Jodversorgung vorliegt.
    • Leider entbehrt diese Annahme (und der Test) wohl jeder Grundlage [49] – so das der Test to 98-99% immer eine Jod-Unterversorgung anzeigt (nach Zahlen von Brownstein und Flechas bei >8000 Patienten).
    • Wer meine Ansicht dazu lesen will: Hier Klicken!

Denkt immer daran: Die Wundergeschichten anderer Menschen werden meist nichts mit eurer (speziellen) Situation zu tun haben und Jod ist nur einer der ganz vielen Faktoren der mit den SD-Werten zu tun hat. Natürlich kann Jod auch in größeren Mengen fehlen – viele Menschen berichten von guten Erfolgen mit hohen Dosen an Jod. Hohe Dosen an Jod sollten meiner Ansicht nach auf jeden Fall von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden, denn aufgrund der vielen möglichen individuellen Problematiken der Schilddrüse kann hier kein eher allgemeiner Rat gegeben werden – wie z.B. bei Dingen wie Magnesium, Vitamin D3 & Co.

Von Co-Faktoren, Selen, Zink & Co.

Schilddrüse &amp; Cofaktoren

Schilddrüse & Cofaktoren. Quelle: [6]

Damit die Herstellung von T4 und auch die Dejodase funktioniert, also die Wandlung von T4 in T3, braucht es noch Co-Faktoren wie z.B. die Spurenelemente Jod, Selen und Zink. Welche anderen Faktoren noch eine Rolle spielen – darüber gibt u.a. die nebenstehende Grafik Auskunft.

Wer also ganz konkrete Schilddrüsenprobleme hat, sollte neben TSH, fT3, fT4 (und optimaler Weise auch rT3, TPO-AK, TG-AK, etc.) auch seinen Eisen (also Eisen, Ferritin sowie Transferin-Sättigung), Zink (Volblut), Selen (Vollblut) und (als Veganer) optional den Vitamin A Status (Serum) untersuchen lassen bzw. mal zum Cronometer greifen. Eisen ist dabei ein chronischer Kandidat bei Frauen – und ohne Eisen läuft nix (zu viel ist jedoch auch nicht gut). Da Kupfer und Zink Antagonisten sind sollte bei einer dauerhaft hohen Supplementation mit Zink (bei >>25 mg/Tag) ggf. der Kupfer-Status im Blut bestimmt werden. Allerdings ist eine pauschale Supplementation mit Kupfer mit Vorsicht zu genießen. Vorsichtig deswegen, weil zu viel Kupfer (wie auch Eisen) auch nicht gut ist (Pro-Oxidativ) und viele Menschen einen Kupfer-Überschuss haben (indirekt über Zink-Verluste bei HPU & Quecksilber-Belastung, was wohl die Aufnahme von Kupfer fördert) [28][36].

Oft vergessen: Co-Faktor Retinol (Vitamin A)

Interessant fand ich auch noch einen Artikel [24], der auf die Wichtigkeit von Vitamin A (Retinol, nicht Provitamin-A) hingewiesen hatte – in einem Kontext, den ich so noch nicht gelesen hatte für den ich dann auch noch Bestätigung bei Pubmed fand [25]: Das Problem nach dem ersten Artikel [24]:

“If the thyroid is underactive, it can’t properly convert beta-carotene into vitamin A. Carotene may accumulate in the body, preventing the formation of the hormone progesterone, which is essential for thyroid function. On the flipside, lack of vitamin A inhibits the production of TSH from the pituitary. The cells that release TSH degenerate with insufficient vitamin A. Lack of vitamin A also reduces thyroid ability to absorb iodine.”

Wenn die Schilddrüse (SD) nicht gut funktioniert, dann klappts wohl nicht mit der Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A (Retinol) und Carotinide akkumulieren sich im Körper und reduzieren die Fähigkeit Progesteron zu bilden – was ebenfalls wichtig für die SD (und das ganze Hormonsystem) ist. Ein zu wenig an Vitamin A (Retinol) verringert dann jedoch auch die Bildung von Pregnenolon und die Bildung von TSH (und damit die Fähigkeit der SD Jod zu absorbieren) – so gesehen ein Teufelskreislauf der bei sich vorwiegend pflanzlich ernährenden Menschen durchaus zuschlagen kann (-> Gen-Polymorphismen). Bei Selfhacked.com [26] gibt es dann noch eine genauere Erklärung bez. einiger biochemischer Abläufe.

Tip: Viel Tiefer in Testung der Blutwerte und der Supplementierung in Richtung Unterstützung der SD geht dann das SD-Protokoll von Life Extension Foundation [7].

Jod: Liegt es an einem Jod-Mangel?

Das Steroid-Hormonsystem (Einfach). Anm.: Blaue Kästen sind Hormone die von der Nebenniere gebildet werden.

Das Steroid-Hormonsystem (Einfach). Anm.: Blaue Kästen sind Hormone die von der Nebenniere gebildet werden.

Nicht so schnell! – Das ist nicht so einfach. Je nachdem wo der eigentliche Mangel bzw. das (organische) Problem begründet ist – haben schlechte SD-Werte oft nichts mit einem Jod-Mangel zu tun & zu viel Jod kann dann ‘nach hinten’ los gehen. Es kann:

  • irgend ein Co-Faktor fehlen (Zink, Selen, Eisen, etc.).
    • hatten wir ja eben schon…
  • Die Schilddrüse kann selber zu klein oder geschädigt sein,
  • Bei zu wenig fT3 kann eine Leber-Störung bestehen,
    • denn diese wandelt ja viel vom T4 in das aktive T3.
  • Es kann eine latente Schwermetall-Belastung (u.a. Quecksilber) bestehen,
    • welche auch die Hypophysen- und / oder Hypothalamus-Funktion beeinflussen (stören) kann, welches dann auch oft andere Hormone des Steroid-Hormonsystems betrifft.
  • Eine (genetisch bedingte?) Stoffwechselstörung (u.a. KPU/HPU) kann indirekt zu Mikronährstoff-Mängeln führen [28]
    • welche im Falle von HPU zu (starken) Verlusten von Vitamin B6 & Zink (sowie ggf. Mangan) führt.
  • oder es gibt ein generelles Problem im (Steroid-)Hormonsystem
    • z.B. durch die Pille,
    • körperlichem bzw. psychischem Stress,
    • anderen (umweltbezogenen) Stressoren oder Giften (z.B. Quecksilber -> Amalgam) ,
    • dem Altern…
  • etc. pp.

Gerade bei organischen Fehlfunktionen, einer Schwermetall-Belastung (und Entgiftungsstörung ala -> HPU/KPU [28]) kann es dann ‘stark nach hinten los gehen’ wenn auf einmal der Stoffwechsel, insb. durch hohe Jod-Gaben, hochgefahren wird. Wer sich also mit (hohen Gaben) Jod bei einer SD-Problematik ‘selber heilen’ möchte – der sollte ggf. ganzheitlicher auf seinen Gesundheitsstatus schauen (und vom Therapeuten schauen lassen), bevor er irgendwelche Interventionen in Betracht zieht. Natürlich gilt das gleiche auch für die Gabe von T3 und T4! Auch hier sollte der verschreibende Arzt die Begleitumstände untersucht haben.

Check 1: Goitrogene Substanzen, Soja, Rauchen, Nitrate, Fluor…

Das Wort kommt von ‘Goiter’ – also Kropf auf englisch. Es bezeichnet Substanzen die die Funktion der Schilddrüse, bzw. den Transport der Schilddrüsenhormone T3/T4) unterdrücken und z.B. in Kohlgemüsen (u.a. Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi) sowie in Rettich, Soja und Erdnüssen vorhanden sind. Die Kohlgewächse haben viele gesundheitliche Vorteile und die goitrogenen Substanzen werden dort nach allem was ich gelesen habe durch Erhitzen deaktiviert. Bei Soja und Erdnüssen sehe ich jedoch keine positiven Eigenschaften – so das ich diese (ausgesprochenen Allergene) grundsätzlich vermeide!

Auch Rauchen ist ein Risikofaktor – neben anderen (‘unguten’) Halogenen wie Brom und Fluor, welche mit Jod um die Resorption konkurrieren [8]. Deswegen ist auch fluoridiertes Jod-Salz ziemlich Unsinn – dann konkurriert das zweifelhafte Fluor noch mit dem (bisschen) Jod um die Aufnahme bzw. behindert diese. Das gleiche gilt auch für fluorhaltige Zahnpasta, bei der bis zu 1500 ppm erlaubt sind – also 1,5mg Fluor pro 1g Zahnpasta! Das Fluor die Schilddrüsenaktivität senkt ist dabei altbekannt [9] – wurde es doch früher als Mittel gegen die Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt.

Wer (starke) Probleme mit einer Unterfunktion hat, sollte hier ggf. ein Auge drauf werfen und z.B. Kohlgemüse generell kochen und/oder nicht (im Übermaß) Roh verzehren. Denn Hitze (Kochen) soll die goitrogenen Substanzen deutlich reduzieren. Dieses Video von Nutritionfacts.org gibt an, das bei einem Verzehr auch von rohen Kohlgemüsen (in “normalen” Mengen) keine großen Gefahren ausgehen sollten. Wer aber Probleme mit der Schilddrüse bzw. den T3/T4 Werten hat sollte hier ggf. den Rohverzehr erst einmal einschränken, schauen was passiert und dann weiter handeln.

Ach ja, Nitrat (u.a. in belastetem Trinkwasser, roten Rüben, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Spinat, Mangold und stark gedüngten bzw. Nährlösungs-Salat und insb. Ruccola aus dem konventionellen Bereich) hemmt ebenfalls die Aufnahme von Jod. Hier noch ein Überblick zu Nitratbelastungen [10]. Die Vermeidung von gechlortem Trinkwasser versteht sich von selber – das ist in Deutschland hingegen in der Regel selten ein Problem. Das alles sollte jedoch im Normalfall alles nicht ‘die’ Rolle spielen – kann jedoch für Menschen mit sehr ernsthaften Schilddrüsenproblemen hilfreich sein.

Check 2: Hashimoto, Autoimmune Thematiken, EBV & Co.

Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit und chronische Entzündung der Schilddrüse (bzw. des Gewebes). Warum die Krankheit auftritt ist nicht genau bekannt. Oft tritt Hashimoto jedoch gehäuft mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo [38]. Aus der Eppstein-Barr-Virus (EBV) kann wohl ein beitragender Faktor für eine Hashimoto sein [59]. Insofern hat es aus meiner Sicht viel mit Autoimmunen Prozessen zu tun – die umso schwerer wiegen dürften, je schwächer das körperliche Gesamtsystem ist.

Vor einer oft propagierten ‘Kur’ mit Jod würde ich in jedem Fall eine ordentliche Schilddrüsen-Diagnostik voranstellen (-> zumindest Ultraschall, TSH, fT3, fT4, rT3, TPO-AK). Denn einfach so nur Jod ‘reinschütten’ – bei einer autoimmunen Problematik, das kann arg nach hinten los gehen. Denn damit wird indirekt über T3/4 der Stoffwechsel angekurbelt, was bei unterliegenden Autoimmunproblemen und Schwermetallbelastungen viele neue Probleme bescheren kann. Ist die Schilddrüse schon zu klein (-> weiter unten mehr dazu), das Gewebe inhomogen, Knoten da, etc. pp. – dann ist Jod ‘draufkippen’ oft ein sehr schlechter Ratgeber und kann zu weiteren Zerstörungen der SD führen bzw. autoimmune Schübe auslösen.

Check 3: Andere hormonähnliche Substanzen?

Weiterhin – und darauf geht nicht einmal das Jod-Buch ein – steht unser gesamtes Hormonsystem unter dem Einfluss und der täglichen Belastung von so genannten ‘Endokrinsystem-Disruptoren’. Dies sind Stoffe die unser Hormonsystem stark (negativ) beeinflussen – insbesondere (aber nicht nur) die Pille (bei der Frau), aber auch Weichmacher wie Bisphenol A (BPA) und Phatalate aus verschiedensten Plastik. Ganz stark betroffen in Bezug auf Plastik sind hier dann säure– und insb. fetthaltige & flüssige Nahrungsmittel die in Plastik verpackt sind, z.B. Suppen in Dosen, Milch in Tetra-Paks, Sahne, Jogurt, etc. in Plastikbechern, Käse & Wurst in Plastikverpackung, Tomaten in Dosen mit Plastikbeschichtung, Mineralwasser (Kohlensäure!) & Säfte (Fruchtsäure!) in Plasteflaschen, Tupper & Co., etc. pp.

Je mehr ich mich jedenfalls mit dem Thema beschäftigt habe beschleicht mich der Verdacht, das die das Hormonsystem störenden Weichmacher aus dem Plastik & Co. nicht unschuldig sind + natürlich das viele Menschen einen effektiven Jod- aber auch Selen-Mangel haben dürften (-> Selen, wenn z.B. fT4 o.k. ist, fT3 jedoch nicht).

Check 4: Die ‘Pille’?

Bei ‘Frau’ kommt dann ja noch die Pille dazu (-> unbedingt den hier verlinkten Artikel lesen!). Gerade die langfristigen Auswirkung der Pille und die Wirkung dieses ‘synthetischen Hormonsystem-Disruptors’ unterschätzen viele Frauen und auch deren Männer…

Anm.:  Die Pille enthält natürlich keine Hormone oder ‘Östrogene’ (falscher Begriff), sondern künstliche und auf das menschliche Hormonsystem wirksame Stoffe, welche sich (einfach geschrieben) auf die natürlichen Rezeptoren legen und diese für die körpereigenen Botenstoffe blockieren. Damit wird jedoch das ganze Hormonsystem bzw. die Regulation durcheinander gebracht -> Junge Frauen haben damit z.B. oft Hormonwerte wie alte Frauen und / oder ‘gehen auf’ wie ein ‘Hefekuchen’. Zudem baut sich das Zeug im Abwasser nicht ab, akkumuliert sich in der Umwelt – und kommt so wieder zurück zu Mensch & Tier, etc. pp.

Check 6: Stress & Nebenniere o.k?

Unser heutiger ‘Lifestyle’ (-> psychischer & seelischer Stress, kognitive Be- und Überlastung, zu viel Sport, falsche Ernährung, etc.) führt bei immer mehr Menschen zu einer Nebennieren-schwäche (bzw. Schädigung) – insbesondere sind dadurch hoch sensible Personen (HSP) betroffen. Zuerst bedeutet viel Stress viel Cortisol, was TRH suppremiert – und damit die TSH und in Folge die T3/T4 Produktion. Da mag der (alleine nichts aussagende) TSH-Wert o.k. aussehen – weil durch hohes Cortisol suppremiert, wobei er eigentlich höher sein würde. In der Realität sind dann die oft nicht gemessenen fT3 und fT4 auf niedrigstem Niveau. Denn gerade wenn TSH nicht zu fT3/4 passt – ja, auch das ist sehr wichtig – kann es besonders kritisch sein.

Tip: Dazu weiter unten gleich mehr im Beitrag.

Check 7: Ernährung o.k.?

Als ich las, das Hashimoto oft zusammen mit Diabetes I, Zöliakie und Vitiligo  auftritt  – da konnte ich mir nicht verkneifen an Milchprodukte (-> machen wohl Diabetes Type I aufgrund von Autoimmunprozessen) und Proteine von glutenhaltigem Getreide (-> insb. Weizen) zu denken. So schreibt Dr. Datis Kharrazian [42]:

“Markieren die Antikörper Gluten, um es abzubauen, stimulieren sie auch die Bildung von Antikörpern gegen die Schilddrüse (weil sie einander strukturell so ähnlich sind). Mit anderen Worten, jedes Mal, wenn Gluten aufgenommen wird, löst das Immunsystem einen Angriff nicht nur auf das Gluten, sondern auch auf die Schilddrüse aus.”

In diesem Falle ist nach Kharrazian auch von geringsten Mengen abzuraten.

Check 8: Auswirkungen von blauem Licht (LED & Co.) & EMF

Nach Dr. Jack Kruse ist blaues Kunstlicht, das auf die Schilddrüse bzw. den ganzen Körper trift nicht vorteilhaft für Hashimoto bzw. kann dieses Symptom-Bild (seiner Meinung nach) auch auslösen. Er führt in einem anderen Blogpost aus:

Light controlled organs: uterus, … thyroid…., parathyroid glands, pituitary, and pineal glands all undergo blue light stress because all of them contain strong blue light chromophores and this is why oncogenesis in these organs is always associated with low melatonin levels and low vitamin D3 levels.”

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse.

Platzierung von Antennen in Mobiltelefonen (über die verschiedenen Typen) im Verhältnis zur Schilddrüse. Quelle: [27]

Also Blaulicht (Monitor, Smartphone, TV, LED-Licht, etc.) als zusätzliche Ursache für Schilddrüsen- (und andere) Probleme. Niedrige Melatonin- und D3-Spiegel sind dann nur zusätzliche Symptome…

Auch die steigende Nutzung von Mobilfunk & Co. kann zu Problemen mit der Schilddrüse (u.a. Krebs) führen [27]. Wie lange gibt es das exzessive Blaulicht? Wie lange nutzen die Menschen in dem heutigen Maße Mobilfunk und neuste Smartphones? Und seit wann haben so viele Menschen Probleme mit Hashimoto und Schilddrüse? Lest mal meine Artikel zu Blaulicht, jedoch auch Mobilfunk & Co.

Check 9: Mitochondriale Störungen wie HPU/KPU

Ganz wichtig – und kaum einer hat es auf dem Schirm: Sehr viele Menschen mit Hashimoto bzw. Problemen der Schilddrüse haben eine mitochondriale Stoffwechselstörung: HPU bzw. KPU [28]. Hier gibt es eine Fehlbildung des Häm (auch wichtig für die Schilddrüse) und in der Folge einen teils dramatischen Verlust an aktivem Vitamin B6 (P5P), Zink und Mangan – weil der Körper diese Stoffe an das fehlerhafte Häm bindet um es auszuleiten. Der Verlust an diesen Mikronährstoffen hat das so viele Folgen… das es einem gruselt. Deswegen ist für mich ein Test auf HPU bei starken Problemen mit der SD auf jeden Fall angesagt. Was hier Henne bzw. Ei ist kann ich nicht sagen – eine HPU/KPU kann kann für mich jedoch ein deutlicher Verstärker bei und für Schilddrüsen-Thematiken sein.

Ach ja: Interessant ist, das ca. 10% der Frauen und 1% der Männer von der HPU betroffen sein sollen [28], wobei Dr. J. Mutter von 20-30% aller Menschen (verschiedene Schweregrade) ausgeht und deutlich mehr (als die 1%) Männer betroffen sein dürften.

Check 10: Schwermetallbelastungen (Amalgam & Co.)?

Welche ja massivste Auswirkungen auf unser Immunsystem, Hypophyse, Hypothalamus & Co. haben. Ich schreibe hier nur: Zahn-Amalgam! Wer mehr lesen mag – hier gibts den ersten Artikel der Detox-Serie.

Check 11: (Andere) Chronische Entzündungen

Generell können chronische Entzündungen mit Ihren hohen inflamatorischen Zytokinen (TNF-alpha, INF-gamma, IL1, etc.) können ebenfalls THS suppremieren [61] und damit Probleme erzeugen. Die Ursachen sind mannigfaltig und können von allerlei Umweltproblematiken, Schwermetallen, EMF, Entzündungen im Zahn-Bereich (u.a. Wurzeln, FDOKs) und vielem mehr hervorgerufen werden.

Ganz wichtig vor SD-Hormonen: Die Nebenniere checken!

Vorab, also vor der Einnahme von Schilddrüsen-Hormonen ala L-Thyroxin und ggf. Thybon, sollten aus meiner Sicht zumindest noch DHEA-S und Cortisol überprüft werden um eine Nebennierenschwäche (NNS) bzw. insuffizient auszuschließen (-> siehe auch Beipackzettel L-Thyroxin [33]). Im ersten Schritt geschieht dies über Blutwerten in Bezug auf das Steroidhormonsystem (also zumindest Pregnenolon, Progesteron, Cortisol, freies Testosteron, Estradiol E2 und SHBG) – weil die Schilddrüse ja nicht alleinig da steht und es oft einen (systemischen) Grund für die Unterfunktion gibt (-> die Schilddrüse ist nur ein kleiner Teil in einem großen Regelsystem mit vielen Rückkopplungen).

Eine Variante des Verlaufs von Cortisol, Adrenalin und der Steroidhormone im Verlaufe einer Nebennierenschwäche

Eine Variante des Verlaufs von Cortisol, Adrenalin und der Steroidhormone (DHEA / Pregnenolon) im Verlaufe einer so-genannten ‘Nebennierenschwäche’ durch viel Stress (-> Cortisol-Anstieg) & später hohes Adrenalin (-> Kompensation niedriges Cortisol) bis gar nichts mehr geht.

Ist das Cortisol (dauerhaft) zu niedrig, dann bietet sich Abnahme eines Cortisol-Tagesprofils inkl. DHEA, (Nor-)Adrenalin und Dopamin (-> NeuroSpot 24h – Urin & Speicheltest) an, denn Adrenalin, DHEA & Cortisol stehen in Wechselbeziehung. Ein grober Leitfaden ist:

  • Cortisol tief, DHEA hoch = NNS, wobei das DHEA wohl ein Versuch ist, das Cortisol auszugleichen
  • Cortisol hoch, DHEA tief = NNS oder starker Stress
  • Beide tief = ggf. starke NNS.

Achtung: So wie ich es (und den Beipackzettel [33]) verstanden habe, sollte auf jeden Fall sicher gestellt werden, das die Nebenniere vernünftig arbeitet bzw. behandelt wird – bevor mit der Einnahme von L-Thyroxin begonnen wird.

Noch was zur (Behandlung) der Nebenniere…

In Bezug auf die Unterstützung der Nebenniere würde ich bei einer Therapie meinerseits, also wenn dieses angezeigt wäre, immer auf Menschen-Identische Hormonersatzstoffe wert legen  – also z.B. Hydrocortison (HC) Creme & Tabletten (nicht so gut, weil Dosis auf einmal angegeben) [29], Plenadren [31][34] und nicht anderen (z.B. Prednisolon [30][31]). Dazu auch Dr. med. Goischke zu Plenadren im Ärzteblatt [31]:

“Eine Glukokortikoid-Substitution durch Hydrocortison-Tbl. mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Plenadren) führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität, des Blutdrucks, der metabolischen Stoffwechsellage und imitiert die physiologischen Cortisol-Spiegel am ehesten nach (10).” sowieDie Substitution mit Prednisolon ist wissenschaftlich nicht vertretbar.” mit Verweis auf [32].

Die Behandlung, Einstellung der richtigen Dosis (z.B. Plenaren & HC-Creme), etc. pp. gehört auf jeden Fall in die Hand eines kompetenten Spezialisten. Optimal ist hier aus meiner Sicht die Creme, welche morgens, Vormittags und am frühen Nachmittag appliziert wird. Hier möchte ich in dem Kontext NNS nur auf die wichtigsten Begriffe hingewiesen haben. Allerdings gibt es hier auch einige pflanzliche Substanzen die ggf. helfen können, da sie wohl u.a. positiv auf regulative Prozesse im Organismus wirken.

Dr. med. Strienz empfiehlt bei NNS (u.a. im Kontext HPU/KPU) regelmäßigen Schlaf (spätestens 22 Uhr), Vermeidung von Stress, regelmäßige Mahlzeiten (3), genug Salz, immer ein eiweißreiches Frühstuck, sowie Vitamin C und B5 (über den Tag verteilt) [36]. Das liest sich fast wie das Buch ‘Im Teufelskreis der Lust’ von Dr. Schymanski – in dem es über Burnout, Neurotransmitter & Co. geht.

Achtung: Bei Provokation der Nebenniere (z.B. mit ACTH-Test). Sich immer Fragen: Welche praktische Relevanz soll das Ergebnis haben? Ich würde denn auch auf einen daniederliegenden (-> die NN) nicht noch (weiter) einprügeln wollen – zumindest nicht ohne klaren Grund und Zweck. ACTH ist denn auch ein Hormon, das wie TSH, von der Hypophyse ausgeschüttet wird und die Nebenniere anregt [30]. Jedoch würde keiner auf die Idee kommen bei einer SD-Unterfunktion diese mit (einer hohen Gabe an) TSH zu provozieren – nur um zu schauen ob da noch (irgend-)was funktioniert… um dann bei einer ‘irgendwas-Funktions-Diagnose’ nichts zu tun bzw. daraus zu schließen.

Überlegungen zu L-Thyroxin (T4), Thybon (T3) – Einnahme & Einschleichen

Wenn Selen, Jod & Co. nicht helfen, die fT3/4 Werte & Co. jedoch weiterhin schlecht bleiben (-> unter dem bzw. im unteren ‘Referenzbereich liegen), dann ist eine Supplementierung mit L-Thyroxin und ggf. Thybon (wenn auch mit mehr T4 die fT3 Werte nicht steigen wollen…) aus meiner Sicht eine angezeigte Handlungs-Option für den Therapeuten.

Natürlich sollte geschaut werden, das wirklich alle Co-Faktoren für die Dejodase (T4->T3) da sind, denn sonst kann es sein, das auch viel L-Thyroxin den fT3-Wert nicht sinnvoll bewegen wird. Im Falle das es keine Schilddrüse mehr gibt (oder Sie viel zu klein ist), wäre für mich selber eine Supplementierung mit T4 und T3 angezeigt. Wo soll es auch sonst her kommen bzw. gebildet werden?

Und eine bitte: Lest euch mal durch, wie die Referenz- und Normwerte entstehen! Normwerte sind keine Gesundheitswerte – und wenn ihr in diesem Fall am Rande der unteren Norm ‘metabolisiert’, dann wundert euch nicht, wenn ‘nichts mehr geht’ – meint: Keine Energie, depressive Verstimmungen, keine klare Rübe bzw. Watte im Kopf, etc. pp. Ich meine damit: Untere Normwerte sind nicht immer optimale Gesundheitswerte. Wo ich bei Ferritin (Eisen) eher die untere Mitte der Normwerte suchen würde – ist dies bei den Schilddrüsen-Werten eher das oberste Drittel – oder höher (-> je nach Labor-Referenzwerten & eigenem Empfinden und ‘Wohl-Befinden’).

Thybon (T3) supplementieren – Was ist das überhaupt?

Thybon (T3) ist das primäre aktive Schilddrüsenhormon, was aus T4 gebildet wird. Oft funktioniert die Umwandlung nicht (-> zu wenig Selen, Probleme mit der Leber, andere Faktoren, etc.). Wenn also im Falle einer Gabe / Einnahme von T4 auch nach Monaten die fT3-Werte nicht steigen wollen, sollte aus meiner, und auch aus Sicht eines Berichtes in der Ärztezeitung, ggf. mit Thybon (T3) ergänzt werden [44]. Ich erwähne die Ärztezeitung hier explizit, da der Artikel recht ‘einfach geschrieben’ ist – und so auch inhaltlich zugänglich für Ärzte ‘unter Zeitdruck’ sein sollte.

Das ‘Problem’ mit Thybon ist denn auch nicht, das dieses Hormon nicht wirkt – sondern kaum ein Arzt damit Erfahrung hat. Durch die Verwendung als Dopingmittel für Leistungssportler ist es mal in ‘Verrufenheit’ geraten – Letztendlich zeigt aber genau diese Verwendung, wie wichtig T3 für den Energie- und Zellstoffwechsel ist. Zu wenig fT3 ist für mich keine Option – zu viel (-> Doping) allerdings auch nicht: Weil das auf Dauer die Systeme im Körper stressen kann (-> wie bei einer Überfunktion).

Ein praktisches Problem bei der Verwendung von Thybon ist denn auch, das es dies nur in Dosen von min. 20 µg pro Tablette gibt. Das ist recht viel – weswegen die Tablette meist zerteilt werden muss (vierteln, achteln, etc.) um auf sinnvolle Dosierungen zu kommen, welche dann verteilt über den Tag eingenommen werden. Dies, da die Halbwertszeit von T3 recht gering ist.

Ach ja: Bitte mit dem im Ärztezeitungs-Artikel [44] angegebenen Novothyral vorsichtig sein – denn bei einem T3/4 Kombi-Präparat kann T3 und T4 nicht unabhängig (-> also individuell) dosiert werden! Ich, für mich, würde da eher Einzelpräparate nutzen.

Etwas zur (aus meiner Sicht) optimalen Einnahme von L-Thyroxin & Thybon (T3)

Bitte beachten: Mit der Einnahme von T4 und ggf. T3 wird oft nach langer Zeit der Stoffwechsel wieder aktiviert – hier kann es u.a. zur (Schwermetall-) Entgiftung der Zellen und Organe kommen – so das sich eine begleitende Einnahme von Bindemitteln (bitte kein Chlorella!) empfiehlt (-> ein Artikel dazu ist in Planung). Im Falle das eine HPU-Stoffwechselstörung vorliegt (-> bei Verdacht würde ich immer Testen!) sind ggf. noch andere ‘Vorarbeiten’ zu erledigen – was jedoch Umfang und Ziel dieses Artikels übersteigt.

Zu Beginn der ganzen Medikation sollte das T4 (und später ggf. T3) – so weit ich es verstehe (-> Siehe auch den Beipackzettel) – ‘eingeschlichen’ werden.

Meint: Nicht mit großen Dosen starten (z.B. Start-Dosis je 12,5 µg oder 25 µg Morgens und Abends) und alle ‘x’ Wochen bzw. nach Bedarf langsam die Dosis erhöhen (z.B. immer um 12,5 µg) [33]. Dabei immer ein Tages-Protokoll anfertigen und führen – in dem notiert wird wie es einem geht. Ca. 2-4 Wochen nach dem die jeweilige Zieldosis erreicht ist, sollten (unbedingt) die SD-Werte kontrolliert werden.

Wichtig: Welche Dosierungen sinnvoll sind, in welchen Intervallen gesteigert & kontrolliert wird – das festzulegen und zu begleiten ist die Aufgabe eines verantwortungsvollen & kompetenten Arztes. Auf jeden Fall sollte mit einer Kontrolle der Blutwerte nicht 3-6 Monate gewartet werden.

Tip: Als Schritte in Bezug auf Dosis-Steigerung und Absenkung sind aus meiner Sicht 2,5 µg bei Thybon und 12,5 µg bei L-Thyroxin praktikabel. Und ja: Die 20 µg Thybon (T3) Tabletten kann man auch ‘achteln’.

Hinweis: Die Gabe von T4 erniedrigt meist den TSH, so das es zu einer geringeren endogenen Produktion von T4 kommen kann. Mini-Dosen von T4 (z.B. 25 µg / Tag) können so nach ein paar Tagen bzw. Wochen dazu führen das effektiv noch weniger T4 im Körper zur Verfügung steht. Mit einer Erhöhung bzw. Kontrolle der Werte sollte aus meiner Sicht nicht zu lange gewartet werden. Passiert nach initialer Einnahme von T4 wenig oder fühlt man sich noch bzw. nach kurzer Zeit wieder Schlapper ist dies aus meiner Erfahrung ein Zeichen das die T4-Dosis ggf. noch zu niedrig sein könnte. Das ganze ist jedoch alles sehr individuell und lässt sich nicht (komplett) in ein allgemeines Schema verallgemeinern. Deswegen auch die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte!

Wichtig: T3 ist neben T4 immens wichtig für viele Körperfunktionen [39][41][41]. Bleiben die Blutwerte von T3 auch nach der Gabe von T4 (L-Thyroxin) sowie ggf. Supplementierung von Selen und anderen Co-Faktoren weiter niedrig, so würde ich – wenn es mich betreffen würde – mit dem behandelnden Arzt über die Gabe/Verschreibung von T3 sprechen.

Noch wichtiger (Wiederholung): T4 & insbesondere T3 fahren den (mitochondrialen Zell-) Stoffwechsel hoch – und damit auch die ‘Zellentmüllung’. Optimaler Weise wird also die Diagnose einer SD-Unterfunktion mit einem Check auf eine Schwermetallbelastung (optimal Haar-Analyse – wobei man die auch auswerten können muss… und das können nicht viele) kombiniert und nichts übertrieben. Bei zu viel Gas geben kann dieses auch Pro-Oxidativ wirken und die Gluthation-Vorräte (und mehr) des Körper erschöpfen. Insofern sollte der ganze Lifestyle überprüft und verbessert werden – auch Bindemittel helfen oft. Zu wenig T3 scheint mir aber auch keine Option.

Teile T3/4 und herrsche… und noch ein paar Tips zur Einnahme

Ein anderer, aus meiner Sicht relevanter Aspekt ist, das ich die Einnahme der SD-Hormone (also T4/L-Thyroxin und ggf. T3/Thybon) auf ca. 2-3 Dosen über den Tag verteile. Ein längerer Artikel ist dann hier zu lesen (Link clicken), hier nur die Kurzversion:

  • T4 in zwei Dosen morgens & abends (‘auf der Bettkante’ – als das erste und letzte Tätigkeit am Tag)
    • Dosis jeweils ca. 1/2 Tagesdosis.
    • Die Halbwertszeit von T4 wird oft mit 190 h [58] angegeben, ist aber in der Praxis im Blut gemessen eher bei 12 h, speziell bei Dosen im Bereich 100 µg [48].
  • T3 in 3 Dosiseinheiten morgens mit T4, mittags und abends mit T4
    • Dosis morgens meist 50%, mittags 25% und abends ebenfalls 25% der Tagesdosis.
    • Die kürzere Halbwertszeit wird oft mit 19 h [58] angegeben, teils auch 1 Tag, etc. – ist aber in der Praxis wohl eher um die 6-8 Stunden, speziell bei normalen Dosen um 5-10 µg. [48]

Warum? Die Schilddrüse schüttet die Hormone auch nicht in ‘einem Schwall’ am Morgen aus – sondern kontinuierlich und nach Bedarf. Zudem kann es starke (falsche) Rückkopplungen im ganzen Regulationssystem für die Hormone geben – weil auf einmal hohe ‘Spitzen’ bei T3/4 auftauchen – was meiner Einschätzung nach nicht wünschenswert ist. Als Dipl. Ing. mit Hintergrund in Regelungstechnik scheint es für mich hier klar geboten (bzw. sinnvoll) den natürlichen Mechanismus des Körpers zu nach zu empfinden. Aber das ist meine ganz persönliche Sicht der Sache…

Die Bioverfügbarkeit von oralem T4 soll bei ca. 80% und die von T3 bei ca. 90% liegen. Eine fettige Mahlzeit senkt die T4-Absorption um 40%, und selbst das Trinken von Kaffee senkt ihre Absorption um 27% bis 36%. Daher sollte T4 im Fastenzustand, mit Wasser – am besten wirklich gleich nach dem Aufstehen und kurz vorm zu Bett gehen eingenommen werden. Das T4 erreicht dann 2-4 Stunden nach Einnahme seinen Höhepunkt im Serum, das T3 nach ca. 1-2 h. [58].

Suppremiertes (niedriges) TSH bei L-Thyroxin (T4) und/oder Thybon (T3) Supplementierung – Ungut?

Ein starkes absinken des TSH, auch auf Werte um ‘0,0x’, ist nicht unüblich und bekannt – was sogar mal im Beipackzettel von z.B. Novothyral (T3/4-Kombipräparat) stand. Warum ist das eher normal? Ganz einfach: Das Regelsystem aus Hypophyse und Hypothalamus will ja den T3/T4-Wert im Körper bzw. Blut in einem bestimmten (ggf. zu niedrigen) Bereich halten. Wird nun endlich mal gut (oder adäquat) versorgt, dann regelt das körpereigene System gegen – was der Schilddrüse durch ein niedriges TSH signalisiert wird.

Allerdings ist dies aus meiner Sicht kein Grund die Supplementierung mit T3/T4 abzubrechen oder zu vermindern. Relevant sind für mich die (hoffentlich guten) fT3/fT4 Werte, welche regelmäßig im Blut gemessen werden sollten, damit sichergestellt ist das diese Werte nicht zu weit nach oben gehen (also aus dem Referenzbereich heraus) aber auch nicht zu weit unten liegen.

Die Kernfrage ist indes: Warum reguliert das System überhaupt so weit herunter? Liegt eine Organstörung vor? Ist diese eventuell induziert durch Quecksilber (Amalgam) – oder andere Schwermetalle (-> stören die Regulation der Hypophyse und des Hypothalamus)? Gibt es eine systemische Entzündung? Autoimmune Prozesse oder Krankheiten bzw. Symptome? Sind die Entzündungsmarker im Blut hoch bzw. wenigstens mal gemessen worden (u.a. hsCRP, TNF-alpha, IL10)? Viele Fragen… und oft keine befriedigenden Antworten.

Ach ja, TSH kann auch noch erniedrigt sein, wenn: Wenn eine HPU/KPU vorliegt, durch Fasten, Rauchen, Mangelernährung, schwere Erkrankungen, Depressionen, Hyperkaliämie, Hyperkortisonismus, viele Glucocorticoide, Catecholamine, Somatostatin, chronische Gaben von hochdosiertem Jod >0,5 mg / Tag, Laborproblemen!, Interferenz mit HCG. Eine A-Typische Erhöhung kann dann durch Jod > 1 mg, Vitamin A-Mangel, Östrogene (Hormon-Obergruppe), Dopaminantagonisten, Psychopharmaka, Hypercorticoidismus, Nebennieren-Insuffizienz, Hypocalcemie, Schlafentzug, Erholungsphasen nach schweren Krankheiten, HIV, etc. pp. entstehen.

Was ist mit NDT (Natürlichem Schilddrüsen-Extrakt)?

NDT steht für ‘Natural Desiccated Thyroid’ und ist letztendlich gefriergetrocknetes Schilddrüsenextrakt -in der Regel vom Schwein, aber auch vom Rind, Pferd oder Schaf. Dieses enthält nicht nur T4, sondern auch T3, T2, T1 und Calcitonin – ggf. auch noch mehr [46][47]. Es schlägt aus meiner Sicht wohl oft deswegen ‘besser an’, da u.a. auch das T3 (Thybon) enthalten ist (was viele Patienten die L-Thyroxin nehmen nicht verschrieben bekommen bzw. einnehmen).

Was spricht für mich gegen NDT?

  • Der (höhere) Preis
  • Das T4 und T3 nicht (nach Bedarf) individuell dosiert werden können.
    • Das dazu unterschiedliche Chargen ggf. unterschiedlich dosiert sein können.
    • bzw. zwar Menschen-kompatibel aber anderer Herkunft sind.
  • Die ggf. leicht unterschiedlichen tierischen Hormone.

Allerdings ist bei NDT bzw. Schilddrüsen-Extrakt von Rindern für mich die Vorstellung durchaus interessant das hier mit einem SD-Hormon-Mix gearbeitete wird, der nicht nur T4 bzw. T3 enthält [46]. Ggf. ist ja auch eine unterstützende Dosierung zu dem klassischem T3 / T3 eine Variante? Bei Fragen würde ich diese Optionen mit meinem behandelnden Arzt absprechen – da die Ausgangslagen jedes Menschen wie immer individuell und unterschiedlich sind.

Ernährung, Insulin & Schilddrüsenhormone (insb. Low-Carb, Keto)

Die Umwandlung von T4 nach T3 braucht ausreichend Insulin. Wer nun eine Ketogene bzw. ausgesprochene Low-Carb Ernährung durchführt, der kann sich auch Probleme in Bezug auf die Umwandlung von T4 nach T3 bereiten [53][54]. Aber eine Low-Carb Ernährung bereitet wohl auch der HPA-Achse (Hypophyse-Hypothalamus-Nebenniere) Probleme [54]:

“HPA axis dysregulation, also known as adrenal fatigue, is another condition where a moderate carb intake is important for general health. “

Eine Low-Carb Ernährung erhöht Cortisol – was im Kontext (psychischer) Stress (erhöht auch Cortisol) – die Nebenniere zusätzlich belastet. Kommt es dann zu einer Nebennierenschwäche, denkt sich der eine oder andere das ein höheres Cortisol durch Low-Carb hier ggf. vorteilhaft wäre – aber weit gefehlt. Der ‘Stress’ den die Low-Carb oder Keto-Ernährung macht, belastet die Nebenniere dann noch zusätzlich (-> ein ‘Halbtoter’ soll noch extra Arbeit verrichten).

Ach ja: Calcium vermindert auch die Aufnahme von L-Thyroxin, wie auch Eisen. Das Milchprodukte (mit viel Calcium) nicht gesund sind weiß man heute. Viele wissen aber nicht, das Eisenpräparate am besten mit 2 Stunden Abstand zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollten – am besten nach dem Mittagessen – so das es dann es auch keine (negative) Interaktion mit L-Thyroxin & Co gibt. Das Soja & Tofu (überhaupt) keine gute Idee bei Schilddrüsen-Problemen sind – sollte sich ja auch rumgesprochen haben.

Tip: Hier im Blog finden sich an vielen Stellen noch Sachen zu Low-Carb & Co. – und warum solch eine Ernährung aus meiner Sicht eine eher ungute Idee ist – z.B. hier, hier oder hier.

Mein Fazit

Die Schilddrüse ist ein komplexes Thema! Zu den Hauptproblemen bzw. (ursächlichen) Auslösern, speziell wenn es zu Entgleisungen mit der SD, Hashimoto und Co. kommt, zählen & erwähnen andere Menschen und ich (neben genetischen Faktoren) folgendes:

  • HPU – Oft unerkannte und nicht behandelt
  • Hormonelle Umstellungen des Körpers – Pubertät, Wechseljahre, Menopause, etc.
  • Exogene Hormone – die Pille, hormonell wirkende Substanzen aus der Umwelt.
  • Stress in vielfältigsten Formen – durch den (heutigen) Lebensstil vermittelt.
  • Eine Schwermetall-Belastung –  Quecksilber durch Amalgam ist hier einer der Klassiker…
  • Eine beschi**ene Ernährung – ein großes Thema in diesem Blog 😉

Zu vielen dieser Themen gibt es Beiträge in diesem Blog…

Wer denkt, das er Probleme mit der Schilddrüse hat (oder auch nicht) sollte unbedingt die minimal nötigen Werte prüfen lassen (TSH, fT3, fT4) sowie auf eine Ultraschall-Untersuchung bestehen. Worauf dann zu achten ist – ist im Artikel beschrieben. Vor einer potentielle Behandlung mit Schilddrüsen-Hormonen sollte jedoch die Nebennierenfunktion geprüft und ggf. behandelt werden – so wie es im Beipackzettel von L-Thyroxin steht.

Noch ein paar zusätzliche Tips zu den Co-Faktoren (neben dem Jod)

Die Dejodase (Schritt T4->T3) benötigt wie weiter oben beschrieben genug Selen – und da Deutschland auch ein Selen-Mangelgebiet ist, kann es sinnvoll sein auch hier nachzuhelfen und z.B. eine (oder max. 2 -> Radium!) Paranüss(e) am Tag zu essen bzw. mit Selen zu supplementieren. Mit was supplementiert werden könnte, steht im verlinkten Selen-Artikel.

Und auch die anderen Co-Faktoren wie Zink, Vitamin A (u.a. Möhren, Spinat, Kürbis, tierische Leber, …) und der Eisen-Status (u.a. Grünzeug, Getreide + Vitamin C zur Aufnahmesteigerung) sollten nicht vernachlässigt werden, wie auch das LPI betont. Genug Vitamin D versteht sich ja schon fast von selber und genug Vitamin E ist recht einfach über Walnüsse und/oder ein paar extra (24h gewässerte) Mandel zu beschaffen. Die B-Vitamine (2, 3, 6) gehen in der regel gut über Getreide, Hülsenfrüchte, Blatt- und Grünzeug sowie gekeimtes.

Wichtig für ein vernünftig funktionierendes (Schilddrüsen-)Hormonsystem sind auch die beiden Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin, welche u.a. über den Skikimisäureweg im menschlichen Darm (von Bakterien -> Mikrobiom gebildet werden). Ein gut funktionierender Darm bzw. eine ausreichende Zufuhr an Proteinen ist also auch wichtig.

Mit zu wenig Natrium (Salz) in der Nahrung tut man sich anscheinend auch keinen gefallen in Bezug auf Hormonsystem und die Schilddrüse – so zumindest mein aktueller Schluss in meinem Blog-Post zu Natrium.

Ach ja, ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel ist Mist, weil weniger T4 wird in T3 und mehr T3 wird in das bremsende rT3 gewandelt wird. Was macht mehr Cortisol? Neben Stress u.a. den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein Blaulicht aus den meisten Energiespar- und LED-Lampen sowie dem Hintergrundlicht der Displays (Monitor, Smartphone, Tablet, Fernseher, eBook-Reader mit Backlight, etc.).

Speziell bei Frauen sollte beachtet werden das die Pille (oder eine etwaige Einnahme in der Vergangenheit) das ganze Hormonsystem bzw. dessen Regulierung (über Hypophyse und Hypothalamus) durcheinander gebracht haben kann. Ein einfaches Absetzten reicht hier oft nicht um alles wieder in Gang zu bringen, insb. nicht wenn die Pille schon in sehr jungen Jahren (z.B. ab der Pubertät) eingenommen wurde. Jod ist in der ganzen Gleichung dann nur ein Faktor.. und monokausale Erklärungen führen dann oft nicht zum Ziel.

Wenn das alles nicht hilft…..

Kurzum: Wir wissen noch nicht viel über die Schilddrüse und alle Zusammenhänge! Im Hashimoto-forum.de gibt es noch eine Zusammenfassung des Interviews mit Dr. Prof. Führer [60], was ich hier kurz auszugsweise zusammenfasse:

  • Die Vorstellung, die Hormone T4 und T3 würden einfach so aus dem Blut in die Zellen kommen sei überholt.
    • Es gäbe eine “Kontrolle” der Zellen durch ein Transporter-Protein namens MCT8
      • Wenn dieses defekt ist, hat diese erhebliche Auswirkungen für den Betroffen.
      • Weswegen die heutige SD-Diagnostik bei einigen Patienten nicht ausreiche.
  • Große Bedeutung haben wohl auch die sogenannten Thyronamine,
    • welche man auch als kalte Hormone aus der Schilddrüse (->chemisch Abkömmlinge dieser) bezeichnet.
    • Diese hätten häufig einen gegensteuernden Charakter zu den normalen Schilddrüsenhormonen.
      • Aber dieser Mechanismus ist äußerst kompliziert und noch nicht restlos geklärt.
  • Die Thyronamine zeigen ihre Wirkung an den G-Protein gekoppelten Rezeptoren (GPCR) der Zellmembran,
    • und dies extrem schnell in der Wirkung im Vergleich zu den langsameren klassischen SD-Hormonen.
  • Die ‘Organhyperthyreose’ wird erwähnt (Ersbeschreiber Prof. Hesch, Konstanz).
    • Einflussfaktoren: Alter, Geschlecht, etc.
    • Neben dem Alter gibt es auch die Zunahme der Autoimmunthyreopathie und der SD-Autonomie.
  • Auch die Schilddrüsenhormon-Metaboliten spiegeln für die zukünftige Diagnose eine Rolle
    • Also T4, T3, T2, T1 und T0 (Prof. Josef Kohrle aus Berlin nennt diese Thyronome) und auch TSH.

Vieles davon kann aktuell mit der Labordiagnostik nicht mal gemessen werden. Insofern sollte man aus meiner Sicht jedoch (bei Problemen) nicht unter den heutigen Möglichkeiten, welche hier im Artikel beschrieben werden, bleiben.

Alles nicht so einfach mit der Schilddrüse, oder?


Quellen

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