Kann man zu wenig Natrium (Salz) zu sich nehmen?

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Natrium im Periodensystem. Quelle/Lizenz: Wikipedia

Ein Thema das mich immer noch beschäftigt ist das Thema Natrium. Einige mögen auch (Koch-)Salz dazu sagen, aber Kochsalz enthält auch Chlorid (Chemisch: Natrium-Chlorid).

Ich schreibe explizit Natrium, weil ich nicht auf die Diskussionen um Himalajasalz versus einfaches Kochsalz hinaus möchte (die einige Menschen führen). Ich sehe den Aspekt praktisch und nutze Steinsalz – das ist günstig und frei von ggf. bedenklichen Rieselhilfen (u.a. Aluminiumhydroxid) – aber auch Fluor (und leider! Jod). Zudem ist das Steinsalz im Gegensatz zu (Atlantik-)Meersalz frei von Umweltverschmutzungen der (aktuellen) Meere. Für mich ist es deswegen schleierhaft warum das Meersalz noch irgendwer kauft – es ist mit das teuerste Salz und dürfte die höchste Belastung haben.

Zu wenig Salz?

Die Frage die sich mir seit der Änderung meiner Koch- und Ernährungsgewohnheiten gestellt hat: Muss ich Natrium (Salz) zwingend supplementieren (also ergänzen / zusalzen)? Und wenn ja, dann unter welchen Umständen und wie viel?

Ich habe diese Frage, da ich faktisch keine verarbeiteten Produkte nutze, (fast) alles selber koche bzw. zubereite – und so das (hinzugefügte) Salz in meiner Nahrung fast komplett kontrolliere. Das verlangen hinzuzusalzen habe ich in der Regel nicht – mir reichen Gewürze und Kräuter allemal. Und so benutz(t)e  ich teils über viele Tage hinweg faktisch kaum (zusätzliches) Salz & achte(te) nur darauf, wenn ich mehr Sport mache oder in die Sauna gehe – also viel schwitze.

Für die meisten Menschen die das hier lesen wird das Thema Salz keines sein – Sie verzehren Mengen die deutlich über den aktuellen Empfehlungen von DGE, WHO & Co. liegen – und sollten deswegen in keiner Weise Mangel-Symptome entwickeln können. Warum? Die Amerikanische Heart Association (AHA) empfiehlt z.B. max. 1500 mg Natrium pro Tag, was unter 3,75 g Salz entspricht (Umrechnungsfaktor 2,5) – also nicht einmal ein TL Salz am Tag (Anm.: 1TL = ca. 5 g Salz). Die DGE liegt nicht weit davon entfernt. Es gibt jedoch sehr viel an Büchern, Forschung, Metastudien & Co., welche die aktuellen (recht restriktiven) Empfehlungen (und insbesondere auch deren teils kontroverses Zustandekommen) stark kritisieren [4][11][12][13][14].

Mindestbedarf an Natrium (Salz)?

Leider finden sich dann auch kaum Angaben zum (gesunden!) Mindestbedarf an Salz. Dies wohl, da sich diese Frage in unserer heutigen Gesellschaft faktisch nicht stellt. Wer auch immer irgend etwas verarbeitetes isst – Fertigessen in Kantine, gut gesalzene ‘Hausmausküche’, aus der Dose oder als TK-Ware, Suppen, Käse, Fleisch, Wurst, Brot, Kekse, aber auch Getränke – der nimmt selbst mit einer Mahlzeit meist schon mehr Salz auf als die empfohlenen max. 3,75 Gramm der AHA.

Verschiedene Referenzwerte für die Na Zufuhr – Was stimmt? Oder stimmt nichts? Quelle: [1], Seite 26.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hingegen empfahl bis Ende 2016 (als Schätzwert) mindestens 550mg Natrium am Tag für einen erwachsenen Menschen (entspricht 1,4g Salz), was ca. einem drittel TL entspricht und auch in einer B.Sc Abschlussarbeit [1] mit Verweis auf das NRC (National Research Council) angegeben wird. Die Höchstmenge nach DGE wird mit 6g Salz angegeben, was die meisten Deutschen überschreiten und auch über der WHO Empfehlung von 5g Salz lag [3]. Aktuell in 2017 empfiehlt die DGE als ‘Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr’ (was immer das auch bedeuten mag) 1500mg Natrium (ab 15 Jahre) – was jedoch bereits die Höchstmenge nach der AHA ist. Eine detaillierte Begründung zur Erhöhung der Referenz- bzw. Schätzwerte wurde im DGE Artikel dazu nicht angegeben. Nach meinem Verständnis soll jedoch diese Menge gesundheitliche Nachteile durch (starken) Natrium-Mangel ausschließen – weiter unten dazu mehr.

Nach meinen Aufzeichnungen bei Cronometer nehme ich mit den naturbelassenen Lebensmittels im Schnitt ca. 500 mg Natrium auf – also faktisch bereits das was die DGE einmal als Mindestmenge ansah (siehe auch nebenstehende Tabelle). Die B.Sc. Abschlussarbeit [1] fasst diesbezüglich zusammen dazu:

“Eine sichere Mindestzufuhr, die zusätzliche Natriumverluste aufgrund von Schwitzen bei körperlicher Aktivität und die große Variationsbreite klimatischer Bedingungen berücksichtigt, wird auf etwa 500 mg Natrium/d veranschlagt (National Research Council 1993).”

wobei dies wohl nicht (bzw. nie) den wissenschaftlichen Tatsachen entsprach [4]. Die Frage ist jedoch: Sind die 500 mg/Tag auch eine optimale Zufuhr – oder ist das nun wirklich das mindeste an Natrium was über einen begrenzten Zeitraum zugeführt werden sollte?

Andere Meinungen und Selbsterfahrungen zum Mindestkonsum an Natrium (Salz)

Im recht bekannten True North Health Center von Dr. Lisle, Goldhammer & Co. (u.a. Autoren von ‘Die Lustfalle‘) wird eine SOS (Salz-Öl-Zucker) freie Diät angeboten um Menschen von Diabetis, Fettleibigkeit, Arterien- und Herzproblemen und anderen Krankheiten zu heilen.  Frau Cand. Med Silke Rosenbusch hatte dort ein Praktikum absolviert und ich hatte Sie diesbezüglich gefragt wie die Meinung von Goldhammer & Co. zum Salz ist. Ihre Antwort war (soweit ich mich erinnere) das Goldhammer & Co. davon ausgehen das das Natrium in der Nahrung genug sei und sich er Körper mit seinem Salzhaushalt entsprechend regulieren würde. Deswegen werden auch die Speisen im True North nicht gesalzen. Auch würden sich Dr. Goldhammer & Co. selber schon lange Salzfrei ernähren.

Nun habe ich selber – bis auf ein bisschen selbst gemachtes Sauerkraut und ein oder zwei Brötchen in der Woche – über ein halbes Jahr auf extra Salz verzichtet (soweit das möglich ist). Ich habe keinen Mangel verspürt und keine Leistungsprobleme beim Sport bemerkt. Auch meine Blutwerte (Na) waren in Ordnung. Was ich allerdings feststellte: Ich hatte faktisch keine ‘weißen Ränder’ mehr an meinen Baseball-Caps bzw. Hüten und mein Schweiß schmeckt nicht mehr salzig – der Körper scheint wirklich den Salzhaushalt sehr effektiv zu regulieren! Die Frage ist nur: Ist das auf die Dauer ggf. doch zu wenig?

Zur Sicherheit dosierte ich deswegen bei großen sportlichen Anstrengungen (z.B. auf Radtouren) oder Saunabesuchen noch ein bisschen Salz über den Tag verteilt dazu – aber auch nicht zu viel auf einmal, so das der Körper seinen Salzausscheidungsprozess über den Schweiß nicht unnötig hochfährt.

Das Natrium/Kalium Verhältnis & die Steinzeit

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Na / K Verhältnis im Laufe der Zeit. Quelle: Dr. Jacobs

Was bei der ganzen Diskussion um Natrium bzw. Salz oft aus dem Fokus gerät ist das Kalium. Der Körper benötigt nicht nur Natrium, sondern (neben anderen Mineralien) auch Kalium – und das in einem bestimmten Gleichgewicht um wichtige Prozesse wie z.B. die Natrium-Kalium-Pumpe in optimaler Funktion zu halten. So erhöht nach Dr. Jacobs ein verschobenes Natrium-Kalium-Verhältnis u.a. das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

So schreibt Dr. Jacobs: “Vor der Entwicklung der Landwirtschaft haben die Menschen täglich nur 0,8 g Natrium (33 mmol), aber 10,5 g Kalium (269 mmol) zu sich genommen (Eaton et al., 1997). Heute dagegen essen wir Deutschen laut der Nationalen Verzehrsstudie II im Schnitt nur ca. 3,4 g Kalium (85 mmol), dafür aber 3,1 g Natrium (Männer 3,6 g, Frauen 2,6 g) laut der korrigierten Daten (Pressemitteilung des MRI vom 26.03.13).

Wie das nebenstehende Bild zeigt haben sich die Verhältnisse von Natrium zu Kalium faktisch verkehrt. Auch ist interessant das historisch (also vor ca. 10.000 Jahren) nach Dr. Jacobs anscheinend nur 800 mg Natrium pro Tag aufgenommen wurden (Ab min 23:03, dieses Video)- wobei das durchaus sehr umstritten ist, weil nach Aussagen von Dr. DiNicolantonio der Salzgehalt u.a. von tierischen Innereien (inkl. Blut), Fisch und Meeresfrüchten nicht entsprechend berücksichtigt wurde [4].

800 mg? Das wäre mit einer rein pflanzlichen Ernährung auch ohne zusalzen erreichbar. Wenn es denn so war…. woran ich inzwischen stark zweifele! Zum Vergleich: Schon ein kleines Brötchen (50 g) enthält alleine bis zu 400 mg Natrium (Anm.: 1,9g Salz auf 100g laut verlinktem Artikel).

Da unsere nahen Vorfahren (>20.000 Jahre) mehr körperlich aktiv waren als wir sollte das Natrium aus der Nahrung im Regelfall ohne Zusalzen ausreichen… wobei keiner genau weiß was unsere Vorfahren gegessen haben. Aufgrund unserer Gehirnentwicklung, welche eng im Zusammenhang mit DHA steht, denke ich das der marine Anteil wichtig war – und so die 800 mg Natrium am Tag eher eine Fabel sein dürften.

Seit Anbeginn unserer Zivilisation (vor ca. 10.000 Jahren) war Salz immer ein wichtiges und teures Handelsgut – selbst römische Soldaten wurden zum Teil in Salz bezahlt. Schaut man in das Tierreich, so ist eine ähnliche Affinität zu Salz zu beobachten. Irgendetwas kann für mich an der 1,5g Natrium-Geschichte nicht stimmen. So schreibt Dr. Jacobs in einem Kommentar zu seinem oben verlinkten Artikel dann noch: “Der Salzbedarf ist bei Leistungssportlern erhöht. Dieser kann jedoch einfach durch das Salzen von Mahlzeiten ausgeglichen werden.” – gibt jedoch keine Mengen an. Die Mengen können jedoch beträchtlich sein, zwischen 1,5g/h in gemäßigten und bis ca. 3g pro Stunde Sport in warmen Klimata [4].

Was ist die wirkliche Wahrheit?

Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen als Funktion der Natriumzufuhr basierend auf [11] & [12].

Im Buch ‘The Salt Fix’ [4] werden Referenzbereiche von ca. 3-5g als optimale Zufuhr an Natrium pro Tag  u.a. in Verweis auf Robert Heaney, MD [11] (und vielen anderen) genannt. 3-4g Natrium soll dann auch der Menge entsprechen in die heutzutage in der Regel – über alle Kulturen, Länder und Kontinente hinweg – verzehrt wird. Jedoch waren es vor 50, 100 und 300 Jahren noch deutlich mehr – insb. vor der Einführung von Kühlschränken und Kühlhäusern.

Aus dem Paper von Heaney (hier auch ein Interview mit Ihm), das meiner Lesart nach wohl auch aufzeigt das die Wissenschaft hinter den aktuellen Empfehlungen zum Salz-verzehr sehr wackelig ist:

“In brief, blood pressure reduction is a reasonable proxy for health outcomes in hypertensive individuals on high sodium intakes, but it simply does not track health outcomes in normotensive individuals at average or below average sodium intakes. Finally, it is important to note that the 2004/2005 IOM task force did not evaluate the risk of adverse health outcomes, if any, produced as a consequence of lowering salt intake in nonhypertensive individuals.”

Was (für mich) heißt, das ein (wirklich) sehr hoher Salzverzehr zwar ein guter Anhaltspunkt für Menschen mit hohem Blutdruck sei, aber nichts mit Menschen zu tun hätte die Salz in normalen Mengen verzehren würden. Zudem wurden (im Rahmen der Festlegung der Empfehlungen) niemals die Risiken eines zu geringen Salzkonsums evaluiert – also in Bezug auf die Menschen, die gar keinen zu hohen Blutdruck haben!

So kommt Heaney auch am Ende seines Papers zu folgender Empfehlung basierend auf einer anderen großen Studie [12]:

“Based on the criterion of the intake that requires least adaptation or compensation by the intact organism, intakes of 3000 to 5000 mg/d seem to be optimal.”

Dazu wird nebenstehende Grafik präsentiert, die auf einer Studie mit über 28000 Individuen basierte [12]. Macht mich doch sehr, sehr nachdenklich. Denn wenn das stimmt, dann wären alle Empfehlungen von AHA, DGE & Co. mehr als ‘unrichtig’…. Wenn ich dann noch diese Rezension und selbst diese Kritische hier mit Selbstversuch zum Buch [4] lese, dann wird mir noch unwohler bei einer geringen Salzzufuhr (Meint: <= 1,5g Natrium / Tag – jedoch auch 2g Natrium).

Was genau die Basis der Massenstudie [12] war lässt sich durch mich nicht feststellen, da ich die Studie nicht einsehen kann. Dort wurde zudem auch nur auf die Entwicklung der Herz-Kreislaufkrankheiten geschaut – nicht auf andere Auswirkungen wie z.B. Osteoporose oder totale Sterblichkeit! Und wie viel das Salz (Natrium) letztendlich mit den Herzkrankheiten zu tun hat ist auch unklar. Genauso könnte es mit dem Gesamtkalorienkonsum oder dem massiven Anstieg des Fett & Zuckerkonsums in den letzten 100-200 Jahren zu tun haben: Je mehr die Menschen essen, je mehr Salz nehmen sie (indirekt) zu sich – aber auch desto ungesünder und fetter sind sie und bekommen ggf. dadurch die Herz- und Kreislaufkrankheiten. So könnte es auch sein, das gerade ältere Menschen mit weniger Nahrung (und weniger Salz) dann auch eher Sterben. Da immer an irgendwas gestorben wird – würde die Studie dann nur aussagen, das alte Menschen sehr wenig und sehr viel Nahrungsaufnahme ein höheres Sterblichkeitsrisiko haben – tollte Wurst, oder?

Letzte Gedanken

Es scheint mir, das es definitiv ein deutliches zu wenig geben kann. Der Konsum von Kaffee, Alkohol und anderen Lebensmitteln führt – wie auch sehr starkes Schwitzen, Durchfall, etc. – ohne (wissenschaftlichen) Zweifel zu einem erhöhten Natriumverlust. Auch eine so-genannte “Low-Carb” Ernährung (u.a. <50g Kohlenhydrate/Tag) ist da wohl besonderst kritisch und kann einen hohen Verlust an Natrium bewirken [4]:

“Higher levels of ketones, greater release of glucagon, and lower levels of insulin, all of which occur on a low-carb diet, increase our excretion of sodium.”

In Bezug auf die aktuellen Referenzwerte (Blutserum) habe ich dann noch eine Studie gefunden [2] welche nahe legt, das bereits Na-Werte unter 139 mmol/l ungünstig in Bezug auf Herz-Kreislauf Krankheiten sein könnten. Aus der Studie:

“Mild hyponatremia even within the normal sodium range and hypernatremia are both associated with increased total mortality and major CVD events in older men without CVD which is not explained by known adverse CV risk factors.”

So wie ich die Zusammenfassung der Studie lese ist wohl ein Bereich von 139-145mmol/l bezogen auf Na optimal. Dabei ist  noch zu bedenken, das der Körper jedoch seine Natriumspeicher plündert um den Blutserumswert (wie auch bei Calcium) in Referenzbereich zu halten – meint: alles sieht scheinbar gut aus, jedoch ist das Kind schon sprichwörtlich in den Brunnen gefallen.

So weißt auch der Trainer & Sportler Scott Abel [5] darauf hin, nicht zu wenig Salz zu sich zu nehmen und den Salzkonsum ganz natürlich über den Tag stattfinden zu lassen – also nicht so etwas wie “Salt-Loading” zu machen, wo sehr viel Salz auf einmal konsumiert wird. Er begründet dies u.a. mit der richtigen Rolle in unserem Elektrolytsystem sowie einem Ausreichendem Na/K-Verhältnis. Denn es gibt auch die Problematik von zu viel Kalium und zu wenig Natrium.

Was jedoch für mich verwirrend ist, das eine Problematik des hohen Salzverzehrs (was ist das jetzt eigentlich?) wohl ist, das bei der Ausscheidung des überflüssigen Salzes über den Urin auch vermehrt Calcium ausgeschieden wird – ca.  10-17 mg Calcium pro 1g Natrium [17]. Gleichzeitig vermindert sich dann noch die Fähigkeit der Nieren Calcium zu reabsorbieren [6][7][8] – wobei der Autor des Buches ‘The Salt Fix’ es genau anders herum interpretiert: Zu wenig Natriumaufnahme führt zur Kanabalisierung des Natriums in den Knochen, wobei dann gleich auch noch Calcium und Magnesium aus den Knochen ausgeschwemmt werden (was sich im Urin zeigt). Was stimmt nun? Was ist zuviel? Was ist zu wenig? Oder sind die 3-5 g Natrium am Tag nach Heaney [11] wirklich der Sweetspot?

… und ein Nachschlag zu Aldosteron (Steroid-Hormonsystem)

Im Buch The Salt Fix [4] ist noch etwas interessantes in Bezug auf die hormonelle Regulierung des Salzhaushaltes zu finden:

„Also, remember that when a person’s intake of dietary salt is on the paltry side, hormones that compensate to help the body retain salt (such as renin, angiotensin, and aldosterone) are released in greater amounts.“

Steroid-Hormon-Synthese (Quelle: Verschiedene)

Damit ist ein Teil des Natrium-Regelsystems gemeint, welches die Ausscheidung bzw. das körpereigene Recycling von Natrium steuert. Wenn zu wenig Natrium zugeführt wird, dann steigt wohl auch der Aldesteron-Spiegel und es führt zu vermehrten Kaliumverlusten [12]:

“Aldosterone is the salt-retaining hormone and is a mineralocorticoid. Excesses of aldosterone leads to high blood pressure and low potassium.” [9]

Aldesteron wiederum hängt an der Progesteron-Achse im Steroid-Hormonsystem und könnte so auch Cortisol beeinflussen (meint: zu viel Aldesteron -> zu wenig Cortisol -> zu wenig Antrieb). Dann merkt dieser Artikel [10] noch an, das genügend (jedoch auch nicht zu viel) Natrium wichtig für eine ausreichende Nebennieren-Funktion ist – welche ja auch ganz stark mit dem Hormonsystem zusammenhängt. Mit zu wenig Natrium könnte man sich also auch ganz gut ‘ins Knie schießen’.

Der ‘wissenschaftliche Konsens’….

… in Bezug zu einer Maximalzufuhr von Natrium scheint jedoch Augenscheinlich sehr klar. Aus [1]:

“Dennoch sind sich alle oben genannten Institutionen einig, dass ein hoher Verzehr von Kochsalz keine gesundheitlichen Vorteile bringt. In Anbetracht der genannten Risiken, die mit einer zu hohen Kochsalzzufuhr einhergehen, lautet deshalb die einhellige Empfehlung für Erwachsene, die tägliche Aufnahme auf eine als angemessene Zufuhr geltende Menge von 6 g/d (entsprechend 2,4 g Natrium) zu begrenzen.”

Und wer sich die Daten aus der Nationalen Verzehrstudie II anschaut, der wird fest stellen, das die durchschnittliche Aufnahme bei Männern in Deutschland zwischen 3 und 3,7 g Natrium pro Tag liegt – also bereits deutlich über dem oberen Grenzwert der Empfehlungen (zum Vergleich: Frauen: 2,4-2,6 g Na/Tag) – jedoch im Einklang mit den weltweiten Mittelwerten nach DiNicolantonio [4].

Unterstützten tut die offizielle Sicht dann auch noch eine ganz neue Studie aus Deutschland in Bezug auf den Salzverzehr und das Mikrobiom im Dickdarm (u.a. auch T17 Helferzellen) [20]. Aus der Pressemitteilung [21]:

“.. überprüften die Forscher die Bakteriengemeinschaft im Verdauungstrakt von zwölf gesunden Männern, welche 14 Tage lang sechs zusätzliche Gramm Kochsalz täglich erhielten.[…] verdoppelten sie damit in etwa ihre tägliche Salzzufuhr. Auch hier reagierten die Darmbakterien der Gattung Lactobacillus empfindlich. Die meisten waren nach 14 Tagen erhöhter Salzaufnahme nicht mehr nachweisbar.”

Wobei es aber auch hier Kritik an den Aussagen der (Tier-)Studie gibt “müsse erst noch nachgewiesen werden, ob es eine ursächliche Beziehung zwischen der Lactobacillus-Keimzahl und dem Ausmaß des Blutdruckanstiegs gibt.” (David Relman von der Stanford University) [22]. Es scheint das es nie jemand richtig macht  und alle nur auf einen isolierten Teil der Auswirkungen schauen – das große und ganze jedoch nicht im Blick haben.

… ignoriert für mich jedoch die Risikofaktoren von zu wenig Natrium

Denn diese werden, wie Heaney [11] in seinem Paper meines aktuellen Erachtens korrekt anführt faktisch nie thematisiert. Nach Dr. James DiNicolantonio [4] wären dieses dann u.a.:

  • Osteoporose durch Kanabalisierung von Natrium aus den Knochen bei gleichzeitiger Freisetzung von Ca/Mg. [4]
  • Zu viel Aldesteron (sowie Renin & Angiotensin) was Stress für das Steroidhormionsystem bedeutet. [4][9]
  • Belastung bzw. Erschöpfung der Nebenniere(nrinde), welche u.a. Aldesteron produziert. [4]
  • Vermehrte Kaliumausscheidung und niedriges Kalium im Blutserum trotz sehr guter Zufuhr. [9][12]
  • Auswirkungen auf die Leistung der Nieren (erhöhte Glomeruläre FiltrationsrateGLT bzw. Glom Filt Rate). [4]
  • Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung mit Überlastung der Nieren (u.a. sind T3 & T4 auch für die Regulierung der Na-K Pumple verantwortlich). [4][15]
  • Herabgesetzte bzw. Infertilität (natürliche Verhütung), erektile Dysfunktionen, Schlafprobleme, etc. [4].

… was mich sehr nachdenklich macht, wobei dieses Problem eher wenige Menschen betreffen dürfte…

Und um die Verwirrung noch kompletter zu machen gibt es hier noch die Yanomamo Indianer, welche kein extra Salz zu sich genommen haben und auch erhöhte leicht Aldosteronwerte haben. Jedoch folger(te)n die Wissenschaftler daraus, das dies das historische Normal gewesen sein könnte und der aktuelle Natriumkonsum hingegen die Werte unnormal erniedrigt [16].

Diese Schlussfolgerungen wird wohl auch von ähnlichen Studien bestätigt, wie zumindest Nutritionfacts.org angibt. Verschwiegen wird hier nach DiNicolantonio [4, Seite 30] jedoch, das die Frauen der Yanomamo-Indianer nur alle 4 bis 6 Jahre schwanger werden…

Fazit

Die Eingangs gestellte Frage war: “Kann man zu wenig Natrium (Salz) zu sich nehmen?” – Meine inzwischen gewonnene Meinung dazu ist : Ja.

So ist mir durch die Recherche, u.a. das Buch ‘The Salt Fix’ [4], klar geworden, das es definitiv ein zu wenig Salz gibt. So wie ich die Aussagen in dem Buch und die referenzierten Studien deute, liegt das Minimum an Zufuhr von Natrium – also ab dem sich für gesunde bereits nachteilige Effekte zeigen können – zwischen 2,3g-2,6g Natrium / Tag (was grob dem Höchstwert der DGE entspricht). Natürlich gibt es auch ein zu viel Salz, wobei, wenn die Nieren richtig funktionieren, das nicht dauerhafte ‘wohl wirklich zu viel’ (>20g/Tag) in der Regel ausgeschieden werden kann. Bei (mittel bzw. langfristig) zu wenig Salz können jedoch u.a. die Speicher in den Knochen geplündert werden (-> Osteoporose)… das währe eine durchaus schlechte Strategie. Und das ist nur einer der Nachteile von zu wenig Salz die im Buch beschrieben werden.

Wer meine Buchkritiken zu ‘Plant Paradox’ und ‘Essen gehen den Herzinfarkt’ gelesen hat, der wird festgestellt haben das beide Ärzte (mit komplett verschiedenen Erklärungen der Ursachen) nie primär das Salz für die Herz- & Kreislaufprobleme verantwortlich gemacht haben! Beim einem war es das Fett das Ablagerungen macht – beim anderen war es die Autoimmunreaktionen in Bezug auf Lektine. Bei beiden verengen sich dann die Gefäße, weswegen der Blutdruck im System erhöht wird um die gleiche Menge Blut pro Minute durch den Körper zu pumpen. Was oder wie viel hat also wirklich viel Salz mit dem Blutdruck zu tun? 5, 10, oder 20%? Das wäre für mich dann irrelevant und eine Ablenkung von den Hauptursachen, wie es auch das Buch ‘The Salt Fix’ [4] nahelegt.

Für mich folgere ich (aktuell) daraus, das ein kompletter Verzicht auf zusätzliches Salz in der Nahrung mittelfristig keine gute Idee ist. Menschen die jedoch weniger Fett (<25%) essen kommen jedoch mit deutlich weniger Salz klar als ‘Low-Carber’. Jedoch scheint es empfehlenswert, das jeder Mensch der sehr, sehr viel ‘zu-salzt’, viel verarbeitete und/oder Fertigprodukte bzw. Kantinenessen isst – sich Gedanken macht wie er seinen Salzkonsum ggf. in Richtung maximal 7,5-10 g pro Tag (3-4 g Natrium) bewegen kann. Damit liegt er deutlich zwar über den Empfehlungen der DGE (6 g Salz maximal) – jedoch noch im ‘optimalem Bereich’ nach Heaney [11].

Was ich jedoch auch aus dem Buch ‘The Salt Fix’ [4] sowie meiner Recherche zu Kalium ziehe ich, das ggf. nicht das ‘zu viel Salz’ das (Kern-)Problem ist – sondern eher das ‘zu wenig Kalium’ in der Nahrung.  Auch Dr. Jacob zeigt ja (wie weiter oben angeführt) das heutige Missverhältnis zwischen Natrium und Kaliumaufnahme auf. Deswegen: Wer ordentlich Salz isst, der sollte das Kalium nicht vergessen. Cronometer hilft dabei!

Ich selber strebe aktuell eine Gesamtzufuhr von ca. 1,5 g Natrium pro Tag an (gemäß der Empfehlung der DGE und dem Maximalwert der AHA), wobei ich mich mit meinem Maximum eher an den (unteren) 3g Natrium (pro Tag) von Hearny (und vielen anderen) orientieren werde. Bei Sauna, Sport, viel Aktivität, darf es dann auch mal mehr sein. Für mich mag das passen, da ich eher wenig Fett esse und ich keine mir bekannten Risikofaktoren in Richtung Blutdruck oder Nierenfunktion aufweise – eher einen niedrigen Blutdruck und sehr niedrigen Ruhepuls habe. Aber die ganze Blut(hoch)druck-Hyphothese in Bezug auf Salz scheint ebenfalls mehr als Wackelig [4]. So werde ich mal schauen wie sich meine Blutwerte (u.a. Na, K, GLT, T3, T4) entwickeln und davon dann die nächsten Schritte abhängig machen.

Noch ein Tip zum zusalzen….

In Bezug auf das Buch ‘The 4th Phase of Water’ (Seite 97) [18] sollte Salz (NaCl) nicht in das Trinkwasser gegeben werden, weil sich sonst die Exclusion Zone (EZ) verkleinert. Die positiv geladenen Na+ Ionen reagieren mit den OH- Ionen im EZ-Gitter um NaOH zu bilden (wegen höherer Bindungsaffinität) – das zerstört das EZ Gitter (im Original: “The EZ erodes and adds a water molecule to the bulk water. Wherever the lattice is open, positive ions of any sort can enter and cause EZ erosion.”). Gleiches schreibt auch (der durchaus kontroverse) Jack Kruse in seinem Redox Rx Beitrag [19]:

Avoid any exogenous salts in your drinking water if you can.  This is not an axiomatic rule.  Why?  Salts. In addition to metals, salts can also conduct electricity. In cells we do not want a salt disturbing semiconducting flow of electrons or protons. This creates loss of efficiency for energy transfers because it creates a smaller exclusion zone in water in a cell.”

… und führt dieses in seinem Beitrag noch weiter aus. Salz sollte also am besten immer zum festen Essen gegeben werden…


Quellen

Ein Gedanke zu „Kann man zu wenig Natrium (Salz) zu sich nehmen?

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