Molybdän – Wichtig in Bezug auf die Entgiftung (Sulfid-, Aldehyd- und Xanthan-Oxidase) & Quecksilber

By | 20. November 2019
Molybdän

Molybdän. Quelle: Wikimedia. Autor: Alchemist-hp, Lizenz: Art Libre – Copyleft.

Molybdän ist ein Metall bzw. Spurenelement das essentiell für den Menschen ist, weil es Teil des so- genannten Molybdän-Cofaktors (MoCo) ist. MoCo ist ein essentieller Bestandteil von 4 sehr wichtigen Enzymen die mit der Entgiftung bzw. Metabolisierung von Stoffwechsel-Produkten betraut sind. Wer z.B.

  • Alkohol nicht verträgt,
  • probleme mit schwefelhaltigen Lebensmitteln hat,
    • u.a. geschwefelte Trockenfrüchte, Kohlgewächse, Wein, …
  • Schwermetall- und Quecksilber-Chelatoren nicht verträgt,
  • eine relevante Quecksilber-Belastung mit Kupfer-Überschuss aufweist,
    • u.a. durch Amalgam, Thunfisch oder ‘gestreckte Hanfprodukte’…
  • ggf. auch einer HPU betroffen ist
  • oder einfach nur eine Kupfer-Überladung hat,
    • z.B. Morbus-Willson oder zu viel Kupfer-Supplemente, Leber, etc.

dem mangelt es ggf. an Molybdän.

Was dieses Artikel zu Molybdän von anderen, z.B. bei Selfhacked [2] oder dem Linus-Pauling Institut [8] unterscheidet, ist das mein Fokus u.a. darauf liegt klar zu machen das durchaus viele Menschen von einem Mangel an Molybdän betroffen sein mögen. Ich habe inzwischen viele Dutzend Haar-Tests ausgewertet und das Muster ist oft das Gleiche: Hohes Kupfer (u.a. durch Quecksilber-Belastung und/oder HPU) folgert oft niedrige Zink & Molybdän Werte – welche beides Antagonisten zu Kupfer sind. Gleiches schrieb auch der Biochemiker meines geringsten Misstrauens, A. Hall Cutler, Ph.D., schon vor ca. 20 Jahren [1]. Insofern umfasst dieser Artikel folgendes:

  • Die 4 wichtigen Enzyme an denen Molybdän beteiligt ist (u.a. die Sulfit-Oxidase)
  • Von Genetischen Faktoren (MOCS1, MOCS2) und Problemen bei Mangel
  • Nochmal, warum mir das Thema so wichtig ist!
  • Wo Molybdän in Lebensmitteln vorkommt
  • Welcher Bedarf an Molybdän geschätzt wird
  • Welche Supplemente es gibt – und welche Formen sinnvoll erscheinen
  • Welche Dosen an Molybdän ‘so gehandelt’ werden.

sowie mein übliches Fazit 🙂

Molybdän: Als MoCo sehr wichtig für 4 ganz wichtige Enzyme im Körper

Noch mal von vorne: Ein Molybdän-Ion bildet zusammen mit Molybdopterin den Molybdän-Cofaktor (MoCo), wobei hier auch Kupfer und Eisen eine wichtige Rolle spielen [17]. Dieser Co-Faktor ist ein sehr wichtiger Bestandteil von 4 Enzymen, der für die Entgiftung (-> Entschärfung, Metabolisierung) von verschiedenen Stoffwechsel-Produkten (-> Salopp könnte man ‘Abfall’ sagen – was aber so nicht richtig ist) verantwortlich sind. Die Enzyme sind [2][4][8] die:

  • Sulfit Oxidase
    • Diese katalysiert die Umwandlung von Sulfit in Sulfat, eine Reaktion, die für den Stoffwechsel schwefelhaltiger Aminosäuren (Methionin und Cystein) notwendig ist. Zudem trägt Sie zur Erzeugung von ATP bei.
  • Xanthin Oxidase
    • Konvertiert Purine wie Xanthin (aber auch Nukleotide -> Vorläufer von DNA und RNA) in Harnsäure, die zur Plasma-Antioxidationsfähigkeit des Blutes beiträgt und über den Urin ausgeschieden wird.
  • Aldehyd Oxidase
    • Wandelt u.a. schädliche Aldehyde wie Acetaldehyd (ein Nebenprodukt von Alkohol) in harmlose Säuren um. Macht dieses zusammen mit der Xanthan-Oxidase aber auch für andere Chemikalien und auch Stoffe von Arzneimitteln.
  • Mitochondriale Amidoxim Reduzierende Komponente (mARC)
    • Ein kürzlich entdecktes Enzym, und obwohl seine genaue Funktion unbekannt ist, entgiftet es N-hydroxylierte Basen, die DNA-Mutationen verursachen. Erste Studien zeigten, dass mARC mit Cytochrom b5 und der NADH Cytochrom b5 Reduktase ein Drei-Komponenten-Enzymsystem bildet (was die N-hydroxylierten Basen katalysiert).

Wer sich nicht genau vorstellen kann, was hier ein Molybdän-Mangel bedeutet, der lese weiter.

Von genetischen Faktoren (MOCS1, MOCS2) und Mangel-Symptomen

Nicht nur wenig Molybdän ist ein Problem, auch Mutationen im Biosyntheseweg des Molybdän-Kofaktors (MoCo) führen zu einem kombinierten Mangel aller molybdänabhängigen Enzyme [6]. Dabei gibt es mehrere MoCo-Mängel (A, B, C), welche u.a. auf Mutationen der Gene MOCS1 und MOCS2 zurückzuführen sind. Insb. durch die Einschränkung der Sulfit-Oxidase kommt es wohl zu schweren neurologischen Störungen und (unbehandelt) einem frühen Tod [8].

Das mit wenig Molybdän nicht zu spaßen ist, zeigt auch, das sie Variation der Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs mit dem Molybdängehalt in Böden und den Lebensmitteln in Verbindung gebracht wird [8]. Wenig Molybdän -> Viel Krebs -> wegen ‘zu wenig’ Xanthan Oxidase [9].

Cutler schreibt dann noch zu Molybdän, das zu wenig davon grundsätzlich zu

  • niedrigem Sulfat und niedrige Harnsäure,
  • einer Alkohol-Intoleranz (und andere Substanzen),
  • sowie wenig Tolleranz gegenüber Sulfiten, Sacrylaten & Phenolen im Essen (Beeren, Gurke, Tomaten, Obst…)

führt. Klar – weil all das mit den MoCo-Abhänigen Oxidasen zusammenhängt. Selfhacked.com ergänzt zudem [2]:

  • das Harnsäure auch als starkes Antioxidans wirkt und reaktive Sauerstoffspezies (ROS) abfängt.
  • das niedrige Harnsäurewerte aufgrund von Xanthinoxidase-Dysfunktion Krankheiten verschlimmern können, wie z.B.:
    • Multiple Sklerose,
    • Alzheimer,
    • Huntington und
    • Parkinson
  • Das Molybdän zur Verbesserung der Durchblutung beiträgt
    • weil es als kritischer Bestandteil der Nitratreduktase fungiert, einem Enzym, das Nitrat abbauen kann, was für die Stickoxidproduktion entscheidend ist.
    • Merker: Nitrat wird zu Stickstoffdioxid abgebaut, einem direkten Vorläufer von Stickoxid (NO -> Durchblutung)

Speziell wer eine Sulfit-Sensitivität hat, sollte aufpassen – weil zu wenig Molybdän zu einer Sulfit-Anreicherung im Körper führen kann. Worauf aufpassen? [7]:

  • Möglichst keine sulfithaltigen Arzneimittel.
  • Bestimmte Lebensmittel, insb.:
    • Wein, Melasse, Sauerkraut, Zitronensaft (nicht gefroren),
    • Trockenfrüchte (ausgenommen dunkle Rosinen und Pflaumen),
    • Lebensmittel Zusätze: E220-E228 (Sulfite),
    • sowie E150 (Sulfidhaltiger Farbstoff)

Alternativ kann hier natürlich auch versucht werden mit Molybdän als Nahrungsergänzung den Baustoff für MoCo zu liefern.

Nochmal, warum mir das Thema so wichtig ist!

Ausschnitt aus einer Haar-Analyse.

Ausschnitt aus einer Haar-Analyse.

Quecksilber, HPU, Kupfer-Überladung und in Folge ein Zink- und Molybdän-Mangel!

Nebenstehend habe ich mal einen Ausschnitt aus einer Haar-Analyse angefügt. Zwar sieht das Kupfer recht niedrig aus – aber dies ist nach Cutler (und eigenen Messungen des Freien Kupfers) kein sicherer Indikator. Hohes Kupfer im Haar bedeutet meist, das das (intrazelluläre) Kupfer wirklich hoch ist. Ist das Kupfer im Haar jedoch niedrig – muss das (intrazelluläre) Kupfer ist dies kein sicherer Indikator für ein niedriges (intrazelluläres) Kupfer. Die Dynamik von Kupfer im Mensch zu Verstehen bzw. Messen ist nicht so einfach…. und Haar-Analysen richtig zu interpretieren auch nicht.

Zink wurde ordentlich Supplementiert – deswegen fällt es ganz gut aus – aber Molybdän ist (trotz  geringer Supplementierung im Bereich der Maximal-Empfehlungen des BfR) unter der Nachweisgrenze – aus meiner Sicht keine Gute Idee. Das hier ggf. noch Probleme mit Mangan und Chrom existieren sind noch andere Baustellen.

Das Problem aus meiner Sicht: Eine ordentliche Belastung mit Quecksilber (Hg). Hg stört nach Cutler [1] den Mineralstoff-Haushalt im Körper, so das es in der Regel zu einem (intrazellulärem und schlecht messbarem) Kupfer-Überschuss und dadurch oft zu einem Zink- und Molybdän-Mangel kommt. Allerdings muss das nicht immer so sein. So merkt auch Dr. Mutter in einem Brief an ein Forumsmitglied bei Symptome.ch an:

“Dazu kommt noch, dass Quecksilber dieses Enzym (Anm.: Molybdänpterin) auch noch hemmt. Oft kann dann eine erhöhte Neopterin-Ausscheidung im Urin festgestellt werden.”

Cutler schreibt es nach meiner Lesart ähnlich [1]. Ich verstehe es so: Wenn eine Hg-Intoxikation Molybdänpterin hemmt, dann gibt es weniger MoCo – unabhängig vom Molybdän. Letzteres könnte, da es weniger ‘ge- bzw. verbraucht’ wird – dann sogar noch ganz gut im Haar und / oder Blut vorhanden sein und den Therapeuten fälschlicherweise Sicherheit ‘vorgaukeln’. Fehlt Molybdän jedoch – dann ist aus meiner Sicht das Chaos für den betroffenen komplett.

Molybdän in Lebensmitteln

Molybdän findet sich in niedrigen bzw. moderaten Mengen wohl in vielen Lebensmitteln, am meisten wohl aber in Hülsenfrüchten, Getreide mittel und eher wenig in Milch- und Fleischprodukten sowie Obst und Gemüse [8]. Da gerade die pflanzlichen Produkte wie Soja auch viel Phytinsäure enthalten, ist nicht immer alles Molybdän auch gut verfügbar (z.B. nur 57% Absorption von Soja, aber 88% von Grünkohl) [2]. Anbei mal eine kleine Übersicht [16]:

LebensmittelMolybdän in µg pro 100g
Buchweizen485 (Anm.: Glaub ich kaum)
Soja-Bohnen210 / Selfhacked [2]: 33 µg
Rotkohl127
Knoblauch70
Grüne Erbsen70
Hafer70
Spinat53
Erdnüsse43 / Selfhacked [2]: 21 µg
Ziebeln32
Naturreis31
Rindfleisch28
Weizenvollkornbrot23
Ei14
Porree10
Mais-Cornflakes8
Möhren8
Pflaumen6
Vollmilch 3,5%4,2
Schweinefleisch3

Problematisch fand ich jedoch, das mein Nährstoff-Bilanz-Liebling Cronometer faktisch keine Daten zu Molybdän in den Lebensmitteln hat – nicht einmal den Grundnahrungsmitteln. In wie weit nun das Molybdän je nach Herstellung, Zubereitung, Herkunft, Bodenqualität & Co. schwankt? Keine Ahnung.

Die EFSA [12] und auch das Linus Pauling Institute [8] merkten jedoch an, das der Molybdän-Gehalt auch bei ‘gleichen’ Lebensmitteln signifikant schwankt und von Bodenqualität & Co. abhängig sei. Das LPI dazu [8]:

“Because the molybdenum content of plants depends on the soil molybdenum content and other environmental conditions, the molybdenum content of foods can vary considerably”

Insofern sollten die Angaben in der Tabelle mit Vorsicht genossen werden – und nur als ganz grober Indikator dienen. Die unterschiedlichen Angaben von Vitalstoff-Lexikon [16] und Selfhacked [2] zeigen dies aus meiner Sicht auf.

Der täglich Bedarf – welche Mengen braucht der Mensch?

Zum täglichen Bedarf an Molybdän habe ich viele Schätzwert-Angaben im Bereich von 80 bis zu 250 µg gefunden:

  • Die European Food Safety Authority (EFSA) gibt Studien mit Zufuhrmengen in Bereichen von 80-250 µg am Tag an,
    • sowie eine WHO 11-Länder-Studie mit durchschnittlich ca. 100 µg / Tag. [12]
  • Das SCF folgerte 1993 wohl, das There are no reliable estimates of human requirements for Mo – also das keiner so richtig weiß, wie viel Molybdän der Mensch am Tag braucht [12].
  • Die EFSA empfiehlt als tägliche Zufuhrmengen (AI) 65 µg / Tag für Erwachsene, wobei Sie schreibt, das Sie sich damit am unteren Ende orientiert. [13]
  • Das NIH (USA) setzt als Empfehlung (Recommended Dietary Allowances, RDA) für Molybdän 45 µg (Erwachsene) bzw. 50µg (Schwanger, Stillend) an.

Meine Meinung? Ich werde aus den Empfehlungen nicht schlau. Keiner weiss was in den Lebensmitteln drin ist – und Studien zur ‘natürlichen’ Zufuhr über Lebensmittel haben Mengen >= 100 µg ergeben. Dann schreibt auch die EFSA [12]:

Intakes of 25-50 µg Mo/day were reported to cause no clinical signs of Mo-deficiency but were associated with biochemical changes suggestive of functional deficiency of XO activity, e.g. a doubling of xanthine excretion, a 20% decrease in uric acid excretion after purine load. Decrease in AO activity was noted because of nicotinamide metabolism abnormalities”

Was? 50µg, der Wert des NIH, erzeugen nach EFSA keine Mangelversorgung – sind aber assoziiert mit einer eingeschränkten Xanthan-Oxidase Aktivität? Klingeliningeling! Jeder mag meinen Gedanken selber zu Ende denken.

Supplementierung: Dosis, Verbindungen, Interaktionen und ‘Negatives’

Das ganze bringt mich dann zur Nahrungsergänzung. In der EU sind meines Wissens nach nur 2 Molybdän-Verbindungen zugelassen, wobei eine davon eher nicht verwendet werden sollte:

  • Natriummolybdat (Molybdän (VI))
  • Ammoniummolybdat (Molybdän (VI))

Im US-Bereich gibt es dann noch oft:

  • Molybdän-(Bis)Glycinat (z.B. Albion)
  • Molybdän-Glukonat
  • Molybdän-Picolinat
  • Molybdän-Aspartat
  • etc.

Als Arzneimittel zur Behandlung des Morbus Willson (Kupfer-Speicher Krankheit) gibt es dann noch [8]:

  • Tetrathiomolybdat

was dann in einstelligen Milligramm-Dosen zu den Mahlzeiten zur Unterdrückung der Kupfer-Resporption im Magen- und Darmtrakt zugeführt wird. ‘Nach Bauchgefühl’ würde ich selber zum Glycinat tendieren, ansonsten zum Natrium-Molybdat.

Dosierung von Molybdän als NEM

Upper Limits (UL) für Molybdän nach NIH.

Upper Limits (UL) für Molybdän nach NIH. Quelle: [14]

Dieses ist aus meiner Sicht ein Punkt an dem sich viele Geister streiten und wo ich angaben von 45-1000 µg pro Tag gefunden habe.

  • Das LPI ist sehr zurückhaltend und orientiert sich an der US-RDA von 45 µg als tägliche zusätzliche Supplementierung. [8]
  • Das BfR empfiehlt (2004) als Höchstmenge bei Nahrungsergänzungsmitteln 80 µg pro Tag, wobei bei dieser Menge eindeutig zu kennzeichnen sei, dass derartige Produkte für Kinder bis einschließlich 10 Jahren ungeeignet sind [11].
  • Die EFSA [12] schreibt das das LD50 bei Mo (Ratten) zwischen 101-330 mg Mo/kg (Patty’s, 1981) liegt und setzt das Tollerable Upper Limit (UL) bei 500 µg / Tag für Jugendliche ab 15 Jahren an [12].
  • Das NIH (USA) setzt das Upper Limits (UL) nach bei 2000 µg / Tag für Erwachsene an [14].
  • Eine Studie gibt an, das Oral zugeführtes Mo (zw. 22-1490 µg /Tag) gut absorbiert wird (88-93%) und für Erwachsene Männer ‘Safe’ (sicher) sei [5].
  • Cutler empfiehlt bei (starker) Hg-Belastung mit Molybdän-Mangel zwischen 250-1000 µg / Tag zu jeder Mahlzeit für die Phase der Schwermetall-Chelatierung [1], wobei diese Angabe schon 20 Jahre alt ist.
  • Life Extension (LEF) hat  in seinem sehr lange am Markt verfügbaren Multivitamin-Produkt ‘Mix’ 125 µg (als Molybdän-Aminosäure-Chelat) enthalten.

Jeder mag sich aus diesen Daten & Vorschlägen seine eigenen Schlüsse ziehen. Ich für mich finde in Anbetracht der Upper Limits (UL), der Mengen, die alleine durch die Nahrung zugeführt werden können einige Empfehlungen für diskussionswürdig. Insbesondere bedenken die Empfehlungen nicht die Hg-Belastung vieler Menschen denen auch heute noch Amalgam in den Zähnen ‘eingebaut’ wird. Gerade letzteres ist ja kein Einzelfall – sondern auch für die Menschen in Deutschland > 40 Jahre ein gruseliges ‘Massenphänomen’.

Nebenwirkungen und Seiteneffekte

Im Gegensatz zu anderen Schwermetallen, wie Eisen, Kupfer und Mangan, weist Molybdän wohl nur eine relativ geringe Toxizität (Giftigkeit, LD50 ) auf [15]. Die EFSA schreibt mit Bezug auf eine Studie aus 1981 (Patty’s), das berichtet wurde, das [12]:

  • chronische kleine Dosen von Molybdat die Glutaminasen von Gehirn und Leber inaktivieren könnten, was zu einem Rückgang der Ammoniakfreisetzung führt und
  • geringe Mengen an Molybdat die intestinale Verwertung von Carotinen zu beeinträchtigen und so den Vitamin-A Status senken könnten.

Selfhacked schreibt, das [2]:

  • hohe Dosen von Molybdän wohl die Verarbeitung von Acetaminophen (Tylenol) blockieren können,
  • ein hoher Molybdänspiegel aufgrund eines Anstiegs des Harnsäuregehalts gichtähnliche Symptome verursachen kann,
  • und einige Menschen ‘Aerophonie’ (Flatulenz), Durchfall und Magenverstimmung ab Dosen von 100 μg / Tag berichteten.

Cutler ergänzt noch in Bezug auf wirklich hohe Molybdän-Spiegel [1]:

  • Schwäche, Durchfall, Haarpigmentverlust,
  • bei den Blutwerten: MCV, MCH und HB – alle erniedrigt,
  • Reduzierter Apetit, niedrige Sex- (Steroid) Hormone,
  • Ggf. Kupfer-Mangel und dadurch andere Symptome – ohne das dieses an zu hohem Mo liegt.

Molybdän-Status messen: Blut-, Urin & Haarwerte

Die EFSA [12] schreibt, das Plasma (Blut)-Werte eher die längerfristige Molybdän-Zufuhr wiederspiegeln, die 24h Urin-Werte die aktuelle(re) Zufuhr. In Bezug auf den Körper-Status an Molybdän folgert das Panel der EFSA jedoch das es keine nützlichen Biomarker gibt [12]:

“The Panel concludes that there is no useful biomarker of molybdenum status.”

Zumindest kann die Zufuhr einigermaßen gut bestimmt werden. Das ganze reiht sich in die eher unbefriedigende Diagnostik für Chrom (generell), Retinol (nur momentaner Blut-, aber nicht Speicherwert), Kupfer (ganz gruselig), ein. Wer Molybdän im Serum oder Vollblut bestimmen lassen möchte, kann dies ja mal beim IMD Berlin machen lassen.

Interessant ist jedoch, das Cutler zu bedenken gibt, das es hohes Sulfat im Blut die Re-Absorption von Molybdän in den Nieren reduziert (bzw. auf diesen Umstand hinweist). In diesem Fall müsse nach Cutler bei niedrigen Molybdän-Spiegel die Tagesdosis erhöht werden.

Schlussendlich scheinen für mich die Haar-Analyse-Werte ein gutes Maß um den Körperbestand in Bezug auf Molybdän abzuschätzen – aber wohl nur bei normalem Mineralstoff-Transport (NMT) und wenn man weiß welche Dynamik und Grenzen hier anzulegen sind. So schreibt Cutler, das die Haar-Werte ein guter Anhaltspunkt sind und die Körpervorräte gut reflektieren (NMT), aber nicht unbedingt wenn eine Hg-Belastung vorliegt – hier sollten dann die Blutwerte herangezogen werden. Auch Dr. Mutter rät u.a. mit einer Hg-Chelatierung erst anzufangen, wenn die Molybdän-Werte im Haar-Test im Bereich über dem 50sten Perzentil sind.

Mein Fazit

Molybdän schein ein ähnliches Thema zu sein wie Chrom: Richtige Referenzwerte sind Mangelware, die (eher niedrigen) Empfehlungen passen nicht zur durchschnittlichen Tagesaufnahme durch Lebensmittel und die ‘Upper Limits’ (UL) von NIH (USA) und EFSA (EU) divergieren um Faktor 4.

Das der individuelle Bedarf grundverschieden sein kann, zeigen aus meiner Sicht die Arbeiten zu Hg-Intoxikationen von Cutler auf – welcher ja, je nach Fall, Ergänzungen im Bereich von ca. 500-2000 µg / Tag während der Chelatierung mit DMSA, DMPS bzw. ALA empfiehlt [1]. Der Fall weiter oben – mit  faktisch ‘ohne’ – Molybdän im Haar zeigt für mich auf, dass das was Cutler schreibt [1] kein Spaß oder die Laune eines einzelnen ist und das die 80µg des BfR in solchen Fällen eher ‘nett’ sein dürften. In der von mir durchgelesenen Literatur geht jedoch kaum einer auf den Mehrbedarf von Molybdän bei ‘viel Kupfer’ und / oder Hg-Intoxikation ein. Und wer sich mal wirklich mit Haar-Analysen und Menschen mit (teils ehemals) 3-16 Amalgam-Füllungen im Mund beschäftigt hat – der wird Bauklötze staunen. Und das sind sicher >=40-50% der Menschen über 45 Jahre in Deutschland.

Wichtig jedoch: Ohne vorheriges Messen würde ich für mich nicht einfach so höhere Dosen an Molybdän (oder anderen Dingen) ‘blind’ supplementieren!

Die Probleme und leichten Beschwerden die vereinzelt beschrieben werden, müssten aus meiner Sicht auf die Menge von Nutzern ‘runtergebrochen’ werden – und es müsste klar sein wie die Menschen, die Probleme hatte ‘drauf waren’. Einige Menschen bekommen ja schon bei einem saurem Apfel Magenbeschwerden – die anderen bei Weizenbrot, die nächsten bei Milch. So sind auch viele Menschen glücklich mit Magnesium-Citrat – bei mir ist das eher ein effektives Abführmittel. So verschieden können Menschen sein.


Links / Quellen

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