Fuß- und Nagelpilz: Etwas zu DMSO, (+)-Milchsäure, Kolloidsilber, Wasserstoff-Peroxid, Kalium-Permanganat

Von | 11. November 2020

(Schöne) Fußnägel – Was tun bei krassem Nagelpilz? Quelle: Pixabay

In meinem ersten Teil zu Fuß- und Nagelpilz hatte ich schon eine Menge an Naturheilmitteln und ätherischen Ölen vorgestellt. Allerdings war mein damaliges Fazit, das diese Mittel – bei einem Nagelpilz der bereits den gesamten Nagel bzw. alle Fußnägel fast komplett zerstört hat – kaum helfen dürften.

In einem Rundbrief zu DMSO (Juni 2019) schreibt nun H. Fischer, (Autor des bekannten ‘Grünen-Frosch-Buches’ über DMSO [1]) das es ggf. auch noch eine andere Lösung gibt, die gegen hartnäckigen Nagelpilz helfen könnte. Dem bin ich nachgegangen, woraus dieser Artikel entstanden ist. Insofern geht es hier um:

  • Die Alt-Bekannten Fußpilzmittel
  • Was ist das Problem oder die Limitation an den ‘Alt-Bekannten’?
  • Fischers ‘theorisierte’ Fuß- und Nagelpilz Mischung
  • Weitere Fußbad-Mittel und Oxidantien (ChlordioxidCDS/CDL – ClO2)
  • Beschaffung der Zutaten?

Am Ende folgt mein gewohntes Fazit…

Die Alt-Bekannten Fußpilzmittel…

In meinem ursprünglichen Artikel hatte ich, neben den ätherischen Ölen, effektiven Mikroorganismen (EM) & Co., schon kurz Wasserstoff-Peroxid erwähnt – ein ‘gutes’ Oxidationsmittel, zumindest bei äußerlicher Anwendung. Auch Ozon (schwer im Heimgebrauch herzustellen) und Kalium-Permanganat sind alte Bekannte, wobei letzteres in meiner Jugend noch ein Standard für Fußbäder war. Selbst in Wikipedia steht dazu:

“Wegen der stark oxidierenden Wirkung wird Kaliumpermanganat in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt: Allgemein wird es als Desinfektionsmittel, Deodorant und Algizid verwendet.”

Auch Silber wirkt Anti-Bakteriell + Anti-Mykotisch und steht teils in kolloidaler Form in destiliertem Wasser gelöst bzw. zubereitet zur Verfügung. Trinken würde ich das eher nicht – aber äußerlich ist das wieder eine andere Thematik.

Was ist das Problem oder die Limitation an den ‘Alt-Bekannten’?

Nach Fischer widersetzten sich Pilze und Bakterien – wenn sie sich erst einmal (z.B. im Nagelbett) eingenistet haben den bekannten oxidativen und Anti-Bakteriellen, Anti-Parasitären und Anti-Viralen Strategien. Er schreibt, dass hier ein zusätzliches Mittel zur Schwächung (-> ‘Milieu-Auslenkung’) dieser Plagegeister nötig ist. Fischer nennt hier dann die (+)-Milchsäure und DMSO und beschreibt, dass die (+)-Milchsäuren, zusätzlich zu den positiven Effekten von DMSO auf die Haut [1], noch folgende Effekte haben (in Verweis auf Dr. Fryda [2]):

  • die Zellneubildung anregen,
  • die Entschlackung fördert (wie immer man das nun verstehen mag),
  • die Kapillar-Durchblutung [5] und
  • den Lymph-Fluss verbessere.

DMSO ist bei der ganzen Geschichte dann das ‘Lösungsmittel’, das die anderen Wirkstoffe durch die Epidermis (-> Stratum corneum) transportiert bzw. schleppt [1][4]:

“It is presently scarcely used in dermatology, but given its useful properties as a penetration-enhancing solvent excipient and active anti-inflammatory pharmaceutical agent, dimethyl sulfoxide has the potential to be used in a much broader capacity. [4]”

Das ganze funktioniert (Studien nach) auch mit dem besseren Transport von Antiseptika, um Mikroben besser abzutöten – hier in Zellkulturen [3]:

“The DMSO-containing antiseptic resulted in a 1- to 2-log enhanced killing of Staphylococcus epidermidis and other microbes in vitro compared to the same antiseptic without DMSO.”

Allerdings weise ich hier darauf hin, das DMSO eben alles mögliche über die Epidermis schleppen kann – auch Verunreinigungen, und Schädliches. Deswegen sind für mich Reinlichkeit und auch Zutaten in Pharma-Qualität (Ph. Eur) obligatorisch. Wichtig: Als Lösungsmittel kann DMSO auch einige Kunststoffe anlösen und diese Bestandteile ggf. in die Haut verschleppen. PE und PP [6] scheinen o.k. zu sein, wobei Glas fast immer der beste Berater ist. Ein bisschen Vorsicht bei der Verwendung ist also angesagt… das Studium von Fischers Buch [1] ist für mich sinnvoll bzw. obligatorisch.

Fischers ‘theorisierte’ Fuß- und Nagelpilz Mischung

Nachfolgend schildere ich mal meine theoretische Überlegungen und führe einiges in Ergänzung zu Fischers Überlegungen aus. Ich mache darauf aufmerksam, dass ich keine Haftung für Selbstversuche des Nach-genannten übernehme und das ganze als Gedanken-‘theoretische’ Übung verstehe. Wie schon erwähnt, empfehle  ich das Studium von Fischers Buch zu DMSO [1] vor jedweder ggf. unüberlegten Handlung.

Der Teil 1 der Mischung ist (nach Fischer) eine Kombination folgender Zutaten:

  • 3 Teile DMSO (Ph. Eur. 99,9%)
  • 3-5 Teile (+) Milchsäure 21%
  • 2-4 Teile Verdünnungsflüssigkeit z.B. Kolloid-Silber 25 ppm

Also z.B. 30 ml DMSO, 40 ml Milchsäure und 30 ml Kolloid-Silber. Da DMSO mit einigen Kunststoffen reagieren kann, sollte das alles in einem HD-PE-Pump-Zerstäuber, optimaler Weise jedoch eine Braunglas-Flasche mit Zerstäuber aus HD-PE, aufbewahrt werden. Einmal-Pipetten 5-25 ml (zum Abmessen) aus PP gibt es im 100er Pack – einen 100 ml Messkolben auch bei vielen Anbietern (Links weiter unten). Ein Glas-Trichter ist hilfreich.

Zur (hypothetischen) Anwendung: Zuerst werden die Füße ordentlich gebadet, gesäubert und optimal eingeweicht. Nach dem Reinigen (und leichten Abtrocknen) der Füße – würde dann die Lösung aufgetragen bzw. aufgesprüht werden. Dabei würde ich (theoretisch) folgendes beachten:

  • Vorsicht mit dem DMSO-Sprühnebel (u.a. Kleidung),
  • Ich würde meine Füße dann auf frisches Küchenpapier setzen um Verunreinigungen zu vermeiden, die DMSO ggf. mitschleppen könnte.

Einige Minuten danach würde dann (rein theoretisch) Teil 2 auf die Füße bzw. Zehen als Oxidanz aufgesprüht:

  • Wasserstoff-Peroxid (H2O2) mit 11,9%
    • Achtung: Die 11,9%ige Lösung kann – je nachdem – schon Haut-irritierend sein. Also nicht einatmen, nicht auf Kleidung sprühen, ggf. vorher verdünnt testen.
  • oder alternativ Kalium-Permanganat-Lösung 1%
    • Achtung: Macht Flecken!

Ich würde dann alles trocknen lassen und würde, wie geschrieben, immer eine saubere (neue) Unterlage aus Küchenpapier verwenden, mit dem Überschüssiges abgetupft wird. Bevor ich in irgendwelche Schlappen oder Strümpfe schlüpfen würde – würde ich sicher stellen, dass meine Füße 1a trocken sind.

Nochmaliger Hinweis: 11,9%iges H2O2 ist schon eine ziemlich aggressive Sache, macht Bleichflecke. Unbedingt mit Vorsicht verwenden und ggf. verdünnen bzw. nur einen feinen Nebel auf die ggf. noch feuchten Füße auftragen. Ich selber hatte nie Probleme mit etwas fein aufgesprühtem 11,9%igem H2O2 – aber das muss nicht bedeuten, das es bei anderen auch & immer so ist.

Weitere Fußbad-Mittel und Oxidantien (Chlordioxid – CDS/CDL – ClO2) – und etwas zu Ihrer Herstellung

Ein weiteres Mittel könnte eine Chlordioxid-Lösung (CDL), im englischem CDS (Chlor Dioxide Solution), sein. Chlordioxid (ClO2) ist ein Gas, was in Wasser gelöst werden kann. Diese Lösung kann sehr leicht auch zu Hause, z.B. mittels einer Mischung aus Natriumchlorit-Lösung (NaClO2) (-> nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid -> Kochsalz, NaCl) und Salz-Säure (HCl) hergestellt werden, wobei das Gas in Wasser gebunden wird. Diese Lösung, die u.a. auch zur Desinfektion von Trinkwasser und Schwimmbädern benutzt wird (-> Viren, Bakterien), könnte potentiell auch für die Desinfektion unserer Füße verwendet werden – natürlich in der richtigen Dosis.

Mehr dazu in meinem Artikel über CDS/CDL.

Beschaffung der Zutaten?

Die vorgestellten Zutaten gibt es im Kaufhaus, der Apotheke oder dem Chemie(groß)handel. Keine Angst, das alles sind ganz normale Sachen des Alltags, welche ohne irgendwelche speziellen Beschränkungen abgegeben werden – auch das H2O2 mit 11,9% und das DMSO. Natürlich wird der verantwortungsvolle Apotheker sicher kein DMSO oder 11,9%iges H2O2 an Minderjährige verkaufen.

H2O2 kann verdünnt (meist 0,5%) auch als Mundpülung genutzt werden – ‘ganz harte’ schaffen auch 3%, wobei ich das nicht empfehle. L(+)-Milchsäure 21% wird als Rechtsregulat oft verdünnt mit Wasser getrunken (-> meist 10-20 Tropfen auf ein großes Glas Wasser). Die Menge macht eben das Gift. Nachfolgend eine Liste mit direkten Links auf preiswerte, aber nicht billige, Zutaten in pharmazeutischer Qualität (Ph. Eur) aus dem Chemie-Handel. Wer billigt kauft – kauft zwei mal.


Hinweis: Wer hier nicht weiterlesen kann, logge sich ein.


Mein Fazit

Nach regelmäßiger Verwendung der Mischung ist mein Feedback, ‘das es nicht schlechter geworden ist’ und das ganze Geschehen stabilisiert hat. Negative Interaktionen konnte ich selber denn auch nicht beobachten, eher eine tendenzielle Verbesserung. In jedem Falle war der Status mit allen anderen Mittel(che)n nicht besser. Bei der Anwendung und den Erfolgen ist zudem der individuelle Status des Befalls bzw, der (vorherigen) Zerstörung der Fußnägel und des Nagelbetts zu beachten. Optimal mag es sein, die trockenen Fuße dann mit Mittelchen aus meinem erstem Teil (-> Öle & Co.) zu versorgen. Liegen auch Durchblutungsstörungen vor, könnte ggf. ein Fußbad mit Senfmehl (gelb) in betracht gezogen werden (bis 3 EL, max. 15 Minuten).


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Links/Quellen:

  • [1] Das DMSO-Handbuch: Verborgenes Heilwissen aus der Natur, Dr. rer. nat. Hartmut Fischer, Daniel-Peter-Verlag ISBN 978-3-9815255-1-9
  • [2] Diagnose: Krebs: Wie entsteht Krebs? Wie kann er behandelt werden? Eine Hypothese und erfolgversprechende Therapie, Heinz J. Eimer und Waltraut Fryda, Selbstverlag, ISBN-10: 3833410213
    • Anm.: Buch nicht gelesen – habe ich hier aufgeführt, weil Fischer [1] darauf verweist. Wer mehr über Krebs wissen will, der schaut hier und hier und demnächst noch in einem Artikel zum oxidativem Stress als Grundlage (faktisch) aller Krankheiten sowie einer Buchkritik zu oralen Infektionen & Zahnkrams.
  • [3] Dimethyl Sulfoxide Enhances Effectiveness of Skin Antiseptics and Reduces Contamination Rates of Blood Cultures, Jeffrey J. Tarrand, Paul R. LaSala, Xiang-Yang Han, Kenneth V. Rolston, Dimitrios P. Kontoyiannis, J Clin Microbiol. 2012 May; 50(5): 1552–1557., doi: 10.1128/JCM.05106-11
  • [4] Dimethyl Sulfoxide – History, Chemistry, and Clinical Utility in Dermatology, Kara Capriotti, MDcorresponding authora and Joseph A. Capriotti, MDb, J Clin Aesthet Dermatol. 2012 Sep; 5(9): 24–26.
  • [5] DMSO: Applications in Plastic Surgery, V. Leroy Young, MD, C.B. Boswell, MD, Robert F. Centeno, MD, Marla E. Watson, Aesthetic Surgery Journal, Volume 25, Issue 2, March 2005, Pages 201–209, https://doi.org/10.1016/j.asj.2005.01.015
  • [6] DMSO Solubility Data, Gaylord Chemical

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