EMF 17: Antennen im Körper – von Auswirkungen auf (Zahn-) Implantate, Schwermetalle, Amalgam, Tattoos & Co.

By | 20. Februar 2019
Metallische Brücken und Blatt-Implantate. 'Gute' EMF-Antennen?

Metallische Brücken und Blatt-Implantate. ‘Gute’ EMF-Antennen? Quelle: Pixabay

Welche Wirkung haben EMFs in Bezug auf metallische Implantate (u.a. Zahnersatz, Brücken), OP-Schrauben, Füllungen (Amalgam), Tattoos, sowie andere (Schwer-) Metalle im Körper?

Mit etwas auskramen der (oft längst vergessenen) Schulphysik wird der Hintergrund der Frage sicher klarer: Wenn ein (metallischer und) elektrisch leitender Gegenstand (-> metallische Implantate, etc.) sich in einem (statischen) Magnetfeld (-> Permanentmagnet) bewegt oder von einem zeitlich veränderlichen Magnetfeld umschlossen ist (-> elektromagnetische Felder, EMF), dann werden in ihm Ströme induziert. Oder anders: Wenn sich der magnetische Fluss um einen elektrischen Leiter ändert, dann wird eine Spannung induziert – die einen Stromfluss hervorrufen kann.

Zu der Thematik habe ich einiges gefunden – und all das ließest sich für mich nicht gut:

  • Metall-Implantate als ‚Antennen‘ für EMF
  • Mehr Amalgam-Ausdampfungen durch EMF
  • EMF öffnet Blut-Gehirn-Schranke, Interaktionen mit Toxinen, Schwermetallbelastung und Autismus
  • Belastungen durch Mobilfunk-EMF bei Piercings, Zahn-Implantaten & Co.
  • EMF von elektrischen Zahnbürsten und Implantat-Korrosion
  • Tattoos – Farben aus (Schwer-)metallen und Nanopartikeln…

So ist sicher für (fast) jeden gut vorstellbar, das Stromflüsse bzw. das Entstehen von Spannungen im Körper – hervorgerufen durch EMF – etwas ist, was eher un-vorteilhaft sein kann bzw. ist. Gerade wenn sich dann noch verschiedene Werkstoffe in einer wässrigen Umgebung mit verschiedenen pH-Werten befinden (u.a. Gewebe, Blut, Mund, etc.) wird es auch elektrochemisch ‚spannend‘.

Hinweis: Für mehr zum Thema EMF, Mobilfunk & Co. schaut mal auf meine Seite zu EMF & Co.

Metalle im Körper?

Aus verschiedensten Gründen sind oder werden Metalle & Implantate in den Körper eingebracht. Einige Beispiele sind:

  • Zahn-Implantate, Brücken, Kronen
    • Titan, Edelstahl, Gold, verschiedenste Legierungen
  • Amalgam-Füllungen
    • Ca. 50% Quecksilber (Hg) sowie Silber, Kupfer, Zink, Indium,, Zinn [3]
  • Schrauben, Drähte, Platten
    • Chrom-Cobalt-Molybdän-Legierungen, chirurgischem Stahl oder Titan (Ti-6Al-4V) [1]
  • Künstliche Gelenke
    • Ebenfalls Chrom-Cobalt-Molybdän-Legierungen, chirurgischem Stahl oder Titan (Legierungen) [2]
  • Aktive Implantate wie Herzschrittmacher, Insulinpumpen, etc.
    • Wobei hier nicht der Fokus des Artikels liegt
  • Verschiedenste Halb- und Schwermetalle
    • Silber, Palladium, Nichel, Kupfer, Cobalt, Blei, Eisen, Aluminium, Mangan, etc. – u.a. durch Umweltbelastungen oder Lebensmittel
  • Tattoos
    • Ganz gruseliges Zeug in den Farben… mehr am Ende des Artikels.

Dem geneigten Leser wird sicher auch aufgefallen sein, das einige der Metalle nicht gerade ‚untoxisch‘ sind: Insbesondere Quecksilber, aber auch Nickel, Cobalt oder Chrom. Auch Titan ist nicht immer gut – so reagieren wohl inzwischen 15-20% der Bevölkerung hier unverträglich (-> Entzündungen), u.a. hervorgerufen durch die starke Verwendung von Titan(dioxid) in Medikamenten und als Füllstoff. Auch stellen Acrylat- und Antibiotika enthaltende Zemente weitere Problembaustellen dar [4].

Metall-Implantate als ‚Antennen‘ für EMF

Zahn-Implanat. Quelle: Pixabay

Aufmerksam wurde ich auf die Problematik letztens wieder beim Anschauen eines Vortrages zu den Auswirkungen von EMF. C. Reese spiegle in Ihren Vortrag ein Telefonat mit Dr. Thomas Rau, Paracelsus Clinic, Schweiz an, in dem dieser über die Auswirkungen von Wurzel-Füllungen mit Amalgam und Implantaten berichtete, welche nach Ihm Auswirkungen auf das “unbewusste Nervenzentrum” haben. Das EMF auf jeden Fall (durchaus starke) Interaktionen mit Metallen haben ist gut bekannt und nicht bestritten [26-37, etc].

Ein Patient von Dr. Rau hatte dann z.B. mit der Inbetriebnahme einer Mobilfunk-Sendeanlage (von der er da noch nichts wusste) auf einmal starke Probleme mit seiner Gesundheit. Erst durch Entfernung der Wurzelbehandlung und des Amalgam gab es eine deutliche Besserung. So beschreibt Dr. Rau eine ca. 50% Erfolgsquote bei seinen (EHS) Patienten – nach Entfernung der metallischen Füllungen & Implantate. Eine Neuversorgung findet dann erst nach Austestung von neuem (metallfreiem) Material statt. [Min 1:16:00, 1]

Auch Dr. J. Mutter beschreibt als Beobachtung, das EHS oft bei Personen, mit Zahnmetallen, metallhaltige Implantaten, oder Kieferostitis zu finden ist und das eine Besserung erst bei Kiefersanierung und Entgiftung eintritt.

Dr. Dr. Johann Lechner, von dem es auch eine gute Einführungen in Kieferrestostitis [8][9] gibt, schreibt in seinem Buch über Störfelder [7], das eine Metallkrone als Resonator externer Felder (-> EMF) mit Wirkung auf das Neurovegetativum als interner Rezeptor vorzustellen ist (-> Quasi als neuer Sender/Verstärker, der dann auch auf Teile des Gehirns wirkt). Das Ganze ist kein Voodoo – sondern Physik – und wird auch durch das BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) [26] und andere [35] bestätigt:

  • Elektrische Felder: Elektrische Felder dringen kaum in den Körper ein. Es entstehen aber relevante Körperströme aufgrund von Influenz.
  • Magnetische Felder: Magnetische Felder durchdringen den Körper und können Kraftwirkungen auf das Implantat ausüben oder eine Spannung ins Implantat induzieren.
  • Elektromagnetische Felder: Hochfrequente elektromagnetische Felder erzeugen eine Wärmewirkung im menschliche Gewebe und können Energie in das Implantat einkoppeln.

Allerdings hat dies wohl kaum Einfluss auf die ‚offiziellen‘ Grenzwerte gehabt, die Teils bis über 250µT liegen, wobei ja schon ab 50nT Effekte auf Zellen auftreten. Das Problem: Schon bei 10-50µT werden beträchtliche Spannungen bzw. Ströme in metallische Zahnimplantate induziert. So beschreibt McIntosh beschreibt eine möglich Erwärmung von 5-10 °C wenn aktuelle (INCIRP) Grenzwerte (62V/m) ausgeschöpft werden [36]. Das Problem, das ich sehe ist, das diese Thematik bisher nicht allzu stark untersucht ist, wobei mir D.Crouziera (2012) zustimmt (‚only few works dealt with the interactions of electromagnetic waves with passive metallic device implanted in biological system‘) [37] – und viele Forschungen sich nur auf die thermischen Effekte konzentrieren.

Mehr Amalgam-Ausdampfungen durch EMF

Amalgam im Zahn

Amalgam im Zahn. Quelle: Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei

Quecksilber ist das am meisten toxische nicht-radioaktive Element, wobei Amalgam zu 50% aus Quecksilber besteht [12]. Verschiedene (ältere) Studien legen nahe, das EMF (speziell Wechselfelder,), mit der Amalgam Verbindung interagieren und diese chemisch verändern:

“Results demonstrated that dental amalgams exposed to a specific AC magnetic field underwent morphologic and chemical changes in the superficial amalgam layers.” [10]

und die Ausgasung von Quecksilber (im Mund) forcieren (Anm.: hier noch beim Sitzen vor Röhren-Monitoren bzw. Fernsehern):

“Results and Conclusion: 2 of the CRT−screens significantly increased the mercury vapor release from all three types of amalgam.”[11]

Eine aktuellere iranische Studie [12] hat dann die Auswirkung von MRT (-> starke Magnetfelder bis zu 5 Tesla) und Mobiltelefonie (-> Mikrowelle) auf die Ausgasung von Amalgam-Füllungen untersucht. Dabei wurde eine statistisch signifikante (p<0.05) höhere Konzentration von Quecksilber bei den Studenten gefunden, die mobil telefonierten. Die Studie schloss mit:

“Conclusion: It appears that MRI and microwave radiation emitted from mobile phones significantly release mercury from dental amalgam restoration.”

Ebenfalls aus Iran eine Studie, welche den Zusammenhang von Autismus und erhöhten Quecksilber im Blut von neugeborenen analysierte. Auch diese Studie kam zu einem ähnlichen Schluss – also das EMF das Problem wohl verstärken [31]:

“…maternal exposure to electromagnetic fields in mothers with dental amalgam fillings may cause elevated levels of mercury and trigger the increase in autism rates.”

Auf andere Wirkungen die EMF auf das ungeborene bzw. das Baby haben gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein.

EMF öffnet Blut-Gehirn-Schranke, Interaktionen mit Toxinen, Schwermetallbelastung und Autismus

EMF scheinen in Zusammenhang mit bestehenden Schwermetallbelastungen – meiner Erfahrung nach insbesondere mit Quecksilber – die Symptomatik zu verstärken. Dieses geht überein mit zahlreichen Studien, die der Environmental Health Trust zur Erhärtung dieser Vermutung anführt – also das EMF synergistisch die schädlichen Effekte von Toxinen vergrößern kann [13].

Ob die Metalle direkt als Empfänger (Antennen) bzw. Resonatoren dienen, oder vermehrt in das Gehirn eintreten – oder beides – das scheint mir nicht klar. Das es auch (chemische) Toxine betrifft – spricht auf jeden Fall für den Weg über die Blut-Hirnschranke – denn diese wird durch EMF geöffnet! Hier mal einiges an Veröffentlichungen dazu [13]:

  • EMF verstärken Toxine (nach WHO). In einem Report der WHO Gruppe für die Forschungen an Krebs ((IARC) aus 2013 steht: “Four of six co-carcinogenesis studies showed increased cancer incidence after exposure to RF-EMF in combination with a known carcinogen…” (Seite 2, der WHO/IARC Presse-Mitteilung [15]. Die Tabellen mit den Forschungsberichten gibt es dann auf Seite 279 des ‚IARC Monograph on Non-Ionizing Radiation, Part 2: Radiofrequency Electromagnetic Fields‘ [16].
  • Die Blut-Gehirnschranke wird durchlässiger. Ziemlich viele Studien haben konsistent festgestellt, dass die Blut-Gehirnschranke bei Exposition mit EMF durchlässiger wird [17][19][20][21][22][23][25].
    • Auch schon bei niedrig dosierten EMF <=1mW/KG (Anm.: SAR erlaubt 1600mW bzw. 2000mW/KG bei Mobiltelefonen)
    • Bekannt ist der Effekt seit mindestens 1977 [24] bzw. der US-Navy Studie von 1971[18]

Interessant ist, das grundsätzliche die Nutzung dieser Effekte auch bei der Chemo diskutiert wird um die Toxine der Chemo über die Blut-Gehirnschranke zu transportieren – auch wenn die z.T. diskutierten Feldstärken in der Arbeit die ich (mal eben) gefunden habe sehr hoch sind [59].

Auch Autismus (aber auch AHDS & Co.) ist ein Thema das meiner Lesart nach immer wieder im Kontext Schwermetall und EMF genannt wird. Dabei hat die Verbreitung seit 1970 wohl um ca. den Faktor 60 zugenommen, speziell in den letzten 2 Dekaden (Anm.: Ende der 1990er Jahre) [14]. So kommt denn auch ein australischer Forschungsbericht zu den Schlüssen, das (übersetzt):

“… die Wirksamkeit der Schwermetallentgiftung wurde dramatisch erhöht, wenn EMF eliminiert wurde…”

und das (Schlussfolgerung):

“…EMF spielen eine große Rolle als Ursache von Autismus und bei therapeutischen Interventionen. EMF kann zu einem früheren Beginn der Krankheit, oder zu einem Festhalten der in den Zellen abgelagerten Schwermetalle führen…”

Wer also eine Schwermetall-Entgiftungskur machen möchte – der sollte auf unnötige EMF’s verzichten.

Belastungen durch Mobilfunk-EMF bei Piercings, Zahn-Implantaten & Co.

OP-Schauben in Knochen - gute EMF-Antennen?

OP-Schauben in Knochen – gute EMF-Antennen? Pixabay

In diesem Bereich gab es zu meiner Überraschung recht viele Studien mit sehr eindeutigen Ergebnissen. So schreibt eine Zahnklinik [27], mit Verweis auf Studien, das sich durch die Antennenwirkung von Implantaten Spannungsfelder aufbauen, die das zentrale Nervensystem sensibel stören (können). So kann der SAR-Wert (Specific Absorption Rate), mit der u.a. Emissionen von GSM-Mobiltelefonen gemessen werden, durch die Nutzung eines solchen Telefons (bei 900 bzw. 1800 MHz) in Kombination mit Metallen am Körper bzw. im Mund lokal um bis zu 400-700fach ansteigen (‚Worst-Case‘) [29]:

“The local peak SAR values increased even by a factor of 400-700 due to a pin or a ring.”

Dabei bestimmen u.a. Implantat-Größe, Material, Ausrichtung, Signal-Frequenz sowie die angrenzenden Gewebe den Spitzenwert der Absorption. So stiegen dann auch die gemittelten SAR-Belastungswerte um bis zu dem Faktor 2-3 [29]:

“Mass averaged SAR(1 g) and SAR(10 g) values increased due to the implant even by a factor of 3 and 2, respectively.”

Auswirkungen? In einer klinischen Studie (Fujii) untersuchte dieser Patienten mit Titanimplantaten, welche Balanceprobleme hatten – nach aller Wahrscheinlichkeit ausgelöst durch eine Verstärkung er elektromagnetischen Felder durch die dentalen Titanimplantate [28]. Aus der Studie:

“In the current case studies, balance difficulties were found to occur when the patients had titanium dental implants.” sowie die daraus folgende These: “These implants seemed to be acting as antennae and collecting harmful electromagnetic waves.”

Erst nach der Entfernung der Implantate – verschwanden auch die Beschwerden [34]. So merkt Mishra [32] an, das die EMF u.a. den zerebralen Blutfluss beeinflusst und so die systemischen Effekte auslöst (‘effect the cerebral blood flow in the patients and caused systemic effects‘). In einer anderen Studie von Mishra [33] kam dieser zum Schluss, das EMF von Mobiltelefonen Effekte auf Speicheldrüsen, Mundschleimhautzellen und Gesichtsnerven zeige und der Speichelfluss bei starker Nutzung von Mobiltelefonen verändert sei (Anm.: Veränderung des Zytokin-Expressionsprofils der Speicheldrüsen). Eine weitere Studie (Virtanen, 2006) ergänzt, das das ‚leitende Objekte‘ in Geweben elektromagnetische Felder deutlich verstärken können [30]:

„A summary of results indicates that a conductive object in tissues may cause notable local enhancement of the EM field and thus enhanced power absorption.”

Zudem kommt die Studie zum Schluss, dass die aktuellen (Anm.: INCIRP- und SAR-) Grenzwerte Menschen mit Implantaten nicht berücksichtigen (‚does not cover persons with implanted devices’).

EMF von elektrischen Zahnbürsten und Implantat-Korrosion

Elektrische Zahnbürste. Quelle: Pixabay

Dieses Themenfeld –was sicher für alle Träger von dentalen Metall-Implantaten wichtig ist – möchte ich hier nur kurz Anreißen, denn dazu wird es noch einen gesonderten Artikel geben.

Eine recht groß angelegte Untersuchung von verschiedenen sehr marktgängigen und bekannten elektrischen Zahnbürsten in Bezug auf die generierten Magnetfelder (Kameda, 2012) [38] stellte fest, dass diese nicht unerhebliche niederfrequente Magnetfelder produzieren, welche relevante Ströme und Spannungen in Zahnersatz und Co. induzieren:

“In this study, we showed that electric toothbrushes generate low frequency (1-2000 Hz) magnetic fields and induce electric current in dental appliances

Dabei wurden Felder von bis zu ~ 70-90µT bei der Peak-Frequenz von 4-5 Hz gemessen. Gerade die niederfrequenten Felder gelten dabei als kritisch, wobei die Studie darauf hinweist, dass das mit Krebsrisiko das mit magnetischen Felder assoziiert ist schon ab 0,4-0,5µT deutlich steigt. Die Autoren weisen darauf hin, dass die induzierten Spannungen bzw. Ströme im Zahnersatz Werte bis zu 860±13µV und 537±26 µA erreichten (1 cm Abstand vom Gerät) . Die Autoren geben zu bedenken, dass dadurch Schmerzen und auch Korrosion der Implantate erfolgen könne [38]:

“Electric current in oral appliances (i.e. galvanic current) is known to induce pain, discomfort and corrosion of metallic dental appliances)”

In einer Folgestudie geht Kameda der Korrosion von Implantaten nach – und bestätigt diese (im Zusammenhang mit den elektr. Zahnbürsten) für chirurgischen Stahl [39]:

“we showed that electric toothbrushes generated low-frequency magnetic fields (MFs) and induced electric currents in orthodontic appliances in artificial saliva (AS), which accelerated corrosion in stainless steel (SUS) appliances, but not in titanium (Ti) appliances”

Die Korrosion könne dann auch Allergien auslösen [39]. In einer Folgearbeit bestätigt Kameda seine Thesen und Beobachtungen [40] und legt den Verzicht auf Geräte nahe, welche schädlichen EMF Emissionen haben. In jedem Fall ist die Korrosion – auch von Titanimplantaten – als Auswirkung von Stromflüssen vielfach beschrieben [u.a. 41, 42]. Das Problem ist, das hierbei elektrochemische Produkte entstehen können [41] und die Knochenheilung bzw. das Wachstum von Oestoblasten beeinflusst werden [42]. Zudem kann das Metall von den Implantaten im gesamten Körper nachgewiesen werden [43] – wobei unklar ist, in wie weit EMF und Korrosion diese Problematik noch vergrößern.

Tattoos – Farben aus (Schwer-)metallen und Nanopartikeln…

Tattoo & Schwermetalle - nicht unproblematisch.

Tattoo & Schwermetalle – nicht unproblematisch. Quelle: Pixabay

Es muss nicht ein mal ein großes Implantat sein, das seine metallische Partikel an den Körper abgibt [43] – auch ein Tattoo reicht aus – oder ist sogar noch effektiver den Körper mit allerlei Farbstoffen und Schwermetall zu belasten [49-53].

So reichen schon die Eisenoxid-partikel in größeren Tattoos, gekoppelt mit entsprechenden Feldstärken (MRT), um Verbrennungen zu erzeugen [44]. Warum? Weil Metalle in Form von Pulvern Mikrowellen wohl besser absorbieren, ein Effekt der auch industriell genutzt wird [45]:

“Metal in the form of powder will absorb microwaves at room temperature and will be heated very effectively and rapidly”

Klar, um Metalle zu schmelzen nutzen die Mikrowellen mit richtig Leistung – dennoch werden die Kleinstpartikel auch die Energie von schwächeren Mikrowellen wie einem Mobiltelefon, WLAN und Co. absorbieren. Ob das alles gut ist? Ich wage das zu bezweifeln.

Das Problem: die Farben in Tattoos sind nicht (stark) reguliert, oft werden wohl industrielle Farben bzw. Pigmente benutzt, die niemals für die Verwendung am bzw. im Menschen gedacht waren – nicht in den USA und auch nicht un der EU. So gibt es nach Ärzteblatt zwar in der EU erste Überlegungen hier strenger zu regulieren, welche jedoch noch nicht in gesetzliche Regelungen verabschiedet wurden [49]. Aktuell gibt es in Deutschland seit Ende 2008 die TätoV(erordnung) [62], welche zumindest Azo-Farbstoffe und darüber hinaus auch Stoffe in Tattos ausschließt, welche auch in Kosmetika verboten sind [63, Anhang II].

Die Pigmente, die wohl sogar Blei (Orange) und Quecksilber (Grau) enthalten können [51] und auch aus Nano-Partikeln bestehen (<100 nm) [50], wandern dann insbesondere in das Lymphsystem und Fibroblasten [50, 53]. So haben den Berichten nach ca. 12% der europäischen und 24% der US-Bevölkerung Tattoos [49], wobei 36% der US-Bevölkerung zwischen 25-29 schon in 2003 mindestens ein Tattoo hatten [52]. Zumindest sind Substanzen wie Blei, Quecksilber, Arsen & Co. in deutschen Tattoos seit Ende 2008 verboten. Ob das alles jedoch immer sofort wortgetreu umgesetzt wurde oder wird – das ist eine andere Frage.

Auf die weiteren gesundheitlichen Risiken von Tattoos will ich hier gar nicht eingehen – also das ca. 40% der Farben die in Europa verwendet werden nicht einmal eine Zulassung für die Verwendung auf der Haut haben und einmal für die Verwendung als Druckerfarben & Co. entwickelt wurden [52]. Auf jeden Fall ist für mich klar, das durch die Tattoos ein massiver Eintrag von (Schwer-)metallen und chemischer Stoffe in kleinster Partikel-Form in den Körper erfolgt bzw. erfolgen kann. Diese Partikel setzten sich dann im Gewebe, den Organen und insbesondere den Lymphen fest und verursachen aus meiner Sicht neben der toxischen Wirkung auch eine potentielle Interaktion bzw. Verstärkung von EMF-induzierten Effekten.

Mein Fazit

Elektromagnetische Felder, hier insb. niederfrequente magnetische Felder (u.a. E-Motoren, Netzteile, Bahnanlagen und Züge) bzw. Mikrowellen von Mobiltelefonen können – wenn diese nahe dem Körper wirken bzw. die Feldstärken hoch genug sind – mit metallischen Implantaten, Werkstoffen und kleinsten metallischen Partikeln im Körper interagieren und negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Gerade die Metalle in Partikelform (u.a. aus der Luft, von Tattoos oder Implantaten), aber auch eine Kupfer- bzw. Eisenüberladung der Zellen (u.a. viel tierisches Essen) können aus meiner Sicht als Induktionskörper in Bezug auf elektromagnetische Felder dienen – ein Effekt, der so noch nicht breit diskutiert wird. Interessant ist jedoch, das im Bereich der Krebsforschung genau hier – also der Manipulation von metallischen Nano-Partikeln durch EMF – geforscht wird, auch wenn die diskutierten Feldstärken dort sehr hoch sind [54]. Wenn zudem bedacht wird, das ca. 17% der Bevölkerung schon allergisch auf Nickel reagiert, 9,4% auf Palladium, 7,9% auf Kobalt, 6% auf Gold, etc. pp. – dann wird auch sicher die potentielle Problem-Dimension von metallischen Implantaten klarer [55]. Bezeichnend ist es auch, das versucht wird die Energie, die durch WLAN’s & Co. emittiert wird zu ‘ernten’ (Harvesting) – um damit Sensoren und & Co. quasi drahtlos zu betreiben [59][60].

Ganz Wichtig: Vor 30 Jahren gab es all diese Probleme noch nicht – bzw. nicht in dem heutigen Ausmaß. Was damals noch halbwegs o.k. war (z.B. Metallische Brücken, Implantate) wird heute für die Träger zu einem Problem u.a. auch, weil immer mehr Züge elektrifiziert sind. Tattoos waren schon damals keine gute Idee – aber heute ist das potentielle Risiko für die Träger noch größer geworden.

Von Relevanz & Karl Popper

Manche mögen meine eigenen Schlussfolgerungen, hier genannte Quellen, etc. pp. anzweifeln oder Ihnen die Relevant in Bezug auf die Frage von EMF geringer Intensität absprechen. In der Tat – es gibt viele systemische Fehler die sich einschleichen können bzw. Zusammenhänge die übersehen werden können. Der Wissenschaftsbetrieb ist hart – und jeder mag gerne ‘positive’ Ergebnisse in Bezug auf seine Theorie ermitteln [56][57]. Aber die schiere Masse an Studien die immer wieder die gleichen Problem aufdecken ist einfach erschlagend. Wer das ignorieren möchte – gerne – ich kann es jedoch nicht.

Dr. M. Pall merkt denn auch an, das der (sehr bekannte) Wissenschaftsphilosoph Karl Popper argumentiert, das die stärkste Art von Beweisen Beweise sind, die eine Theorie wiederlegen (-> Falsifizierbarkeit) [46] – und angesichts der vielen Aspekte die ich in diesem Beitrag aufgeführt habe wird es sicher schwer sein, einen Einfluss auch ‘relativ’ schwacher EMF (-> unterhalb der ‘offiziellen’ Grenzwerte) zu wiederlegen.

So wird oft (meist?) jede Evidenz in Bezug auf die Schädlichkeit von EMF (von der Industrie) unterhalb der geltenden Grenzwerte als ‘nicht schlüssig’ oder ‘schwach’ abgetan, in der Regel jedoch nicht von dieser verifiziert bzw. überprüft (auch wenn sehr viele Studien auf ein Problem hindeuten bzw. dieses sehr, sehr nahe legen).

Zu beachten ist aus meiner Sicht, das all die hier beschrieben Effekte und meine Schlussfolgerungen in diesem Artikel ja noch additiv (‘oben drauf’) zu denen kommen, welche auf der Wirkung über die VGCCs beruhen – welche von Dr. M. Pall beschrieben und auch teils kausal bestätigt sind [46][47]. In wie weit das in Folge alles multiplikativ bzw. synergistisch noch ‘negativer’ wirkt – das kann ich nicht beurteilen. Das was ich aus den vielen Informationen und Studien herauslese – reicht mir in Bezug auf das Vorsorgeprinzip [59] aus um zu handeln.

 


Links/Quellen: