Die Triage Theorie, Dr. Bruce Ames und die Relevanz der Mikronärstoffe

By | 24. Mai 2017

In meinem Beiträgen zu Mikronährstoffen, der orthomonekularen Medizin sowie vielen anderen Beiträgen bin ich nun schon länglich auf die Wichtigkeit der verschiedenen Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Fette und Vitaminoide) eingegangen.

Die ‘Triage Theorie’ Theorie von Bruce Ames (Anm.: ja, der Herr ist schon sehr alt und ein Urgestein in seinem Fachgebiet) besagt in kürze, das der Körper bei Mikronährstoffmangel erst einmal die verfügbaren Ressourcen für das einsetzt was das kurzfristige Überleben sichert – auf Kosten von Langzeitauswirkungen auf und für den Organismus. Das können dann solche Dinge sein, wie chronischen Krankheiten, und insbesondere vorzeitiges Altern.

Hier schon mal eines seiner Videos: ‘Vitamin and Mineral Inadequacy Accelerates Aging-associated Disease’ (Anm.: der Mann ist 88 Jahre alt und Forscht noch immer aktiv und hat Doktoranden unter sich!):

Bruce Ames: Vitamin and Mineral Inadequacy Accelerates Aging-associated Disease

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Makro <-> Mikro – Nicht das gleiche…

Die meisten Ernährungsberater, Angaben und Tabellen fokussieren ja eher auf die so genannten Makronährstoffe, also Kohlenhydrate, Proteine und Fett. Dabei wird oft weder die Art der Proteine unterschieden (u.a. die Menge und Gewichtung der essentiellen Aminosäuren) und auch die Fette werden meist nur in gesättigt und ungesättigt unterteilt. Das dem Körper nur zwei sogenannte essentielle Fettsäuren, Omega 3 und 6, zugeführt werden müssen (und auch dabei noch differenziert werden muss) wird oft vernachlässigt. Bei den Kohlenhydraten gehts dann auch nur um die Kalorien – nicht jedoch um die wichtigen Ballast- und Mikronährstoffe – welche ja gerade Vollkornprodukte ganz krass von raffinierten Produkten (z.B. Standard Pasta aus Hartweizengrieß, 405er Mehl, weißer Zucker, etc. pp) unterscheiden uns essentiell für unser Mikrobiom (also die Magen- und Darmbakterien) sind.

Das Problem mit den Studien in Bezug auf die Mikronährstoffe

Ein zusätzliches Problem nach Ames ist (min. 4), das es zwar viele Studien gibt, aber der Gesundheitsstatus der Probanden nicht genaustens erfasst wird, denn nach Ames haben fast alle Menschen irgendwelche Nährstoffdefizite. So kann am Ende bei den Studien zwar viel Herauskommen – es werden tollste Schlüsse gezogen & Theorien aufgestellt – aber wirkliche Klarheit besteht (so wie ich es verstanden habe) dann dennoch nicht. Das ist u.a. auch mit Supplementen der Fall und fällt mir im Themenbereich bei Vitamin D auch immer auf. Vitamin D ohne Vitamin K2 bzw. genug Verzehr von dunkelgrünen Blattsalaten (Vitamin K1) und tierischen Produkten (Vitamin K2) kann sogar nachteilig sein. Ohne Vitamin K2 (MK4&7) landet das Calcium nicht in den Knochen sondern ggf. im Gewebe. Und die Osteoporosestudien die ich zu Vitamin D kenne beachten oft nicht Vitamin K(2). Ames unterlegt dann seine Aussage mit offiziellen Angaben bez. der Mikronährstoffmängel in der USA (min. 4:45).

Ein anderer Aspekt ist z.B. der Folsäuremangel (min. 13 & min. 21:45). Viele Menschen machen Sich Gedanken um die Strahlung von Röntgen, Fukushima, Tschernobyl & Co. in Bezug auf DNA Schäden und Krebs. Nach aktuellen Studien kann ein Folsäuremangel das gleich und mehr bedeuten – denn ohne genug Folsäure können bestimmte DNA Reparaturmechanismen nicht mehr richtig funktionieren. Das gleiche gilt auch für Vitamin B12 (min. 18:30), wobei es auch wichtig für das Gehirn ist.

Weiter gehts mit dem Eisen-Status bei min. 22:20. Dort präsentiert Ames, das es gerade für die Metalle (in diesem Fall Eisen) ein zu wenig und auch ein zu viel gibt – gerade in Hinblick auf oxidativen Stress und DNA-Schäden. Zudem sind auch die Verhältnisse und Interaktionen wichtig – z.B. Salz und Kalium sowie Magnesium und Kalzium. Bei min. 25 gehts dann im Zinkmangel – und dann Biotin sowie Selen (min. 26:45).

Mitochondrien & Vitamin K

Ab min. 27:15 folgt dann ein Einwurf in Bezug auf die Mitochondrien – unsere Zellkraftwerke – und den Einfluss eines Mikronährstoffmangel in Bezug auf die Auswirkungen auf die Mitochondrien, DNA-Schäden, Krebs, etc. pp. Das ganze hat dann Dr. Ames zur Formulierung seiner ‘Triage Theorie’ geführt – in welcher der Organismus einfach ausgedrückt ‘Lebensspanne gegen (kurzfristiges) Überleben tauscht’.

Wichtig um das ganze einordnen zu können: Ein DNA Schaden mit einer nachfolgenden Mutation hat bzw. kann langfristig gesehen schlimme Folgen haben. Jedoch ist das egal, wenn man den nächsten Tag ansonsten nicht überleben würde.

Ab min. 33 gehts dann um Vitamin K. Eine Mitarbeiterin von Ames (Dr. Rhonda Patrick) wollte kritisch seine Theorie untersuchen und hatte mit Vitamin K (Mangel) angefangen & diesen in Bezug auf die abhängigen Proteine im Körper untersucht. Dr. Ames geht dann in diesem Kontext auf den Gerinnungsfaktor und den Kalziumstoffwechsel in Bezug auf Knochen und Blutgefäße ein, welche alle stark Abhängig von Vitamin K(2) sind.

Und noch etwas zu Vitamin D

Ab min. 44. geht es dann um den Zusammenhang zwischen Vitamin-D Mangel und Autismus, den Botenstoffen Oxytocin (Bindungsbotenstoff), Serotonin und Tryptophan – sowie die Melatoninproduktion (min. 50). Ein Thematik an dem die schon erwähnte Mitarbeiterin (Post-Doktorin), Dr. Rhonda Patrick, bei Ihm arbeitet. In anderen Vorträgen bestätigt Frau Patrick dann auch das, was ich mir Über Vitamin D aus den verschiedensten Quellen zusammengereimt hatte: ca. 4000 IE am Tag sollten es für einen gesunden Menschen nordeuropäischer Abstammung (u.a. im Winter in Nordeuropa) schon sein. Zudem bestätigt Sie, wie auch Dr. Ames, den Zusammenhang mit Vitamin K in Bezug auf die Calciumverwertung.

Das Muster steht sich fort. Besteht keine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen, dann gibt es irgendwo Probleme (u.a. DNA-Schäden, Mutationen, Stoffwechselstörungen, ‘Verkalkung’ von Arterien, etc. pp) welche sich mittel- und langfristig Auswirken. Das sind dann u.a. die ganzen schönen so-genannten Alterskrankheiten.

Mein Fazit?

Letztendlich eine breite Bestätigung für das was ich selber in den letzten 3 Jahren herausgefunden, gelesen und am eigenen Körper erfahren habe. Auch wenn die Thematik der Supplementierung mit Tabletten (u.a. Vitamin D, B12 und K2) sicher nie vollends abgesichert und geklärt sein wird – wird das was ich für mich bisher heraus gefunden hatte unterstützt.

 


Quellen /Links

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