Wie am besten (konventionelles) Obst & Gemüse waschen?

By | 7. Juni 2017

Salz. Autor: Poyraz 72, Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wenn ich konventionelles und ggf. mit Spritzmittel belastetes Gemüse habe – wie wasche ich es am besten und was wäscht am besten die Pestizide ab?

Nach Nutritionfacts.org [1] ist die beste Möglichkeit das Gemüse bzw. Obst in einer 10% Wasser-Salzlösung zu Waschen. Es kann aber auch mit einer 5% Wasser-Essiglösung geschehen.

Werden z.B. Kartoffeln in Wasser eingeweicht und gewaschen, so sollen zwischen 2-13% der Pestizide entfernt werden können. Geschieht dies aber in Essigwasser – dann werden bis zu 100% der Pestizide entfernt. Gleich bzw. noch besser (und sicher auch geschmacklich vorteilhafter) ist dann nur noch die schon angeführte 10%ige Salzlösung.

Kommerzielle Produkte die das gleiche machen sollen waren nach Nutritionfacts nicht effektiv und natürlich viel teurer als Salz.

Wo sind die Grenzen des Abwaschens?

Wo Obst und Gemüse einfach gewaschen werden können – ist dies bei Fleisch, Milch, Käse und Gebäck schwer möglich. Eine Studie aus 2012 fasst so zusammen [2]:

” consuming organically produced dairy and selected fruits and vegetables to reduce pesticide intake,consuming less animal foods (meat, dairy, and fish) to reduce intake of persistent organic pollutants and metals, and consuming lower quantities of chips, cereal, crackers, and other processed carbohydrate foods to reduce acrylamide intake.

Also: a) Eher Bio-Zeugs um Pestizide zu vermeiden, b) weniger Tierprodukte um POP’s (Dioxin, PCB, etc.) und Schwermetalle zu reduzieren sowie c) weniger verarbeitete und gebackene Produkte aus Stärken um Acrylamid zu reduzieren.

Gerade die stärkehaltigen und hoch erhitzten Produkte (Chips, Kuchen, Kekse, Knäcke-Brot, Brötchen, Brat- & Back-Kartoffeln) enthalten Acrylamide – welche auch nicht abgewaschen werden können und bei Temperaturen ab 120 Grad entstehen, wobei es ganz krass ab 180 Grad wird (-> also die üblichen Backofen-Temperaturen, insb. auf der Seite, was auf dem Blech liegt). Hier hilft letztendlich nur die Reduktion bzw. der Verzicht.

Wer meint das erhitzen (also, braten, backen oder abkochen) auch toxische Stoffe reduziert – dem ist leider nicht (immer) so [3]. Aus der Studie:

“The results of this study show that, in general, cooking processes are only of a limited value as a means of reducing PBDE (polybrominated diphenyl ethers), HCB (hexachlorobenzene) and PAH (16 polycyclic aromatic hydrocarbons) concentrations in food.”

Viel schlimmer noch: Das Braten mit hohen Temperaturen hatte sogar noch die Konzentration von HCBs (in Fisch) erhöht und die Mengen von PAHs waren bei dieser Zubereitungsmethode die höchsten. Speziell beim Erhitzen von Tierprodukten bilden sich ja auch noch Glykotoxine. Deswegen backe ich meinen Fisch auch nur kurz (ca. 10-15 Minuten) und bei eher geringen Temperaturen (ca. 130 Grad) im Backofen.

Mein Fazit

Den konventionellen Einkauf von Obst- und Gemüse in Abhängigkeit der Pestizidampel in Salzwasser zu waschen – kann also durchaus Sinn manchen.

Gerade bei Südfrüchten, Weintrauben und Paprika kann sich dieses anbieten – also dort wo nicht geschält oder gepellt werden kann oder es nicht getan wird. Anderes Gemüse wie Brokkoli oder Blumenkohl kann z.B. über Nacht in einer Salzlösung eingeweicht werden.

Meine eigene Lösung war nach dem Lesen des Greenpeace-Berichtes nur noch Bio-Obst zu kaufen und auf Südfrüchte außerhalb der EU komplett zu verzichten (mit Ausnahme der Avocado). Bei Gemüse ist mir dann wichtig das es möglichst aus Deutschland kommt, regional und/oder Bio ist. Alternativ muss ich es zumindest schälen können bzw. die äußeren Blätter großzügig entfernen können (u.a. Weiß- und Rotkohl). Blattgemüse, Brokkoli, Grünkohl, Blumenkohl & Co. kaufe ich jedoch nur noch Bio oder gar nicht.

Wichtig zum Abschluss: Waschen kann nicht die Pestizide entfernen, welche schon durch die Schale in das innere diffundiert sind. Es ist auch kein Mittel um über den Boden aufgenommene Pestizide zu entfernen.


Links/Quellen

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