Der Teufelskreislauf des 21sten Jahrhunderts: Oxidativer Stress (u.a. EMF), chronische Entzündungen (u.a. Zähne, Darm) & Entgiftungsblockaden (u.a. HPU)

Von | 16. Juni 2021

Der Teufelskreislauf… Quelle: Pixabay

Lang habe ich gebraucht das weiter unten abgebildete Bild mit dem Teufelskreislauf aus Entzündung, oxidativem Stress, gestörter Entgiftung und (zu hohem) intrazellulärem Calcium, u.a. durch EMF (Elektrosmog) generieren zu können.

Vorausgegangen war dem allem meine Beschäftigung mit Dr. Martin Pall [1] und den spannungsgesteuerten Calcium-Kanälen (u.a. VGCC) sowie Dr. Volker Baehr [2] zu chronischen Entzündungen und oxidativem + nitrosativem Stress. Daraus ist dann ein Bild entstanden – aber ‘irgend etwas’ fehlte. In diesem Beitrag möchte ich nun:

  • mein vereinfachtes Modell von Krankheitsentstehung & Eskalation,
  • basierend auf den Arbeiten von Dr. M. Pall, Dr. V. v. Baehr, C. Shade, Ph.D und insbesondere Thomas E. Levy, MD, JD

präsentieren. Gerade T. Levy hatte bei mir, durch seine Bücher [3][7][8][9] und Vorträge [5][10][11] über Vitamin C, Calcium, Magnesium, Zahnherde, NICO/FDOK, Wurzelbehandlungen & Co., einige ‘Denk-Bruchstücke’ in meinem Kopf zusammengebracht. In diesem Artikel möchte ich nun das Ergebnis dieser Überlegungen präsentieren:

  1. Der vereinfachte Teufelskreislauf aus Entzündung, blockierter Entgiftung und oxidativem Stress
  2. Der erweiterte Teufelskreislauf in Verbindung mit
    • einer HPU und chronischen Entzündungen im Kiefer (NICO/FDOK, CAP, Wurzel-behandelte Zähne) sowie
    • der Rolle von Magnesium und den Antioxidantien

Der erweiterte Teufelskreislauf zeigt dann wie sich andere Problematiken in das grundlegende Bild ‘reibungslos’ integrieren lassen. Ich habe auch noch ein drittes Bild, mit zwei weiteren wichtigen ‘Stress-Faktoren’, doch das ist ggf. mal was für einen zweiten Teil in der Zukunft.

Vorab: Die Entscheidenden Puzzle-Steine

Die 3 Komponenten der selbstverstärkenden Kreisläufe der chronischen Entzündung

Die 3 Komponenten der selbstverstärkenden Kreisläufe der chronischen Entzündung. Bild basierend auf M. Pall und V. v. Baehr [11]

Um das nebenstehende Bild aus einem älterem Artikel von mir weiter zu entwickeln, hatten mir drei kurze Sätze bzw. Zitate geholfen. Das erste war in einem Podcast bzw. Video mit  Chris Shade, Ph.D über Entgiftung [4] zu hören, in dem er folgende Aussage tätigte:

“Inflamation blocks detoxification”

Zu Deutsch: Entzündung blockiert die Entgiftung”. Shade erklärt, dass bei einer Entzündung das Immunsystem die Expression der antioxidativen Systeme (u.a. Nrf2) dämpft, weil es selber, zur Abwehr der Pathogene, vermehrt freie Radikale produziert. Zusätzlich wird jedoch auch die biochemische Entgiftung (Phase 1, 2 und 3) kompromittiert, meint: die Entgiftungsleistung des Organismus wird beschränkt. Der grundlegende Mechanismus ist schon o.k. – wenn die Entgiftungsleistung nur wenige Tage gesenkt wird (-> Grippe, bakterielle Infektion, etc.). Werden die ‘Entgiftungsleistung senkenden’ Entzündungen jedoch chronisch (z.B. Endotoxine im Darm, Leaky-Gut, Zahnherde), dann wird es sehr problematisch.

Das Gesamtbild wurde mir durch das Beschäftigen mit vielen Vorträgen von C. Shade und T. Levy’s aktuellem Buch ‘Magnesium – Reversing Disease’ [3] und ‘Hidden Epidemic’ klar. Levy hat sich u.a. stark mit Vitamin C, Magnesium, den Problemen von Calcium, Wurzelkanälen und chronischen Entzündungen im Kiefer (-> FDOK, NICO) beschäftigt. In seinem aktuellem Buch schrieb er nun:

“Probably the best way to view inflammation is to regard it as the physiological state resulting from the immune response to areas of tissues of the body with substantially increased levels of oxidative stress.” [3, Seite 176]

Zu Deutsch: “Die wahrscheinlich beste Art, Entzündungen zu betrachten, ist es, sie als den physiologischen Zustand zu begreifen, der sich aus der Immunantwort auf Gewebebereiche des Körpers mit wesentlich erhöhten Niveaus von oxidativem Stress ergibt.”. Ein Kernsatz von Levy war für mich jedoch etwas, was mir beim Lesen des Landmark-Papers von Pacher et al. (2007) [6] über Peroxinitrid eigentlich klar war. Allerdings hat es Levy mit vier Wörtern auf den Punkt gebracht:

Excess oxidation IS disease” [3, Seite 173]

Zu Deutsch: “Übermäßiger oxidativer Stress ist Krankheit.”. Die Langversion aus einem älteren Werk von Levy [7] mag für einige ggf. verständlicher sein:

“Alle Faktoren, die chronisch degenerative Krankheiten fördern, haben einen gemeinsamen Nenner: Sie verursachen, fördern, resultieren in: Erhöhtem oxidativem Stress

Für viele Menschen, aber insbesondere auch Ärzte, sind ja Symptome wie Bluthochdruck, Diabetes 2, Krebs die ‘Krankheit’. Die Ursachen (z.B. Fehlernährung, Mikronährstoffmängel, EMF, Zahnherde, Schwermetalle, genetische Faktoren, etc.) werden nicht ergründet. Für Levy, Shade und auch mich ist übermäßiger & chronischer oxidativer Stress die Ursache der Symptom-Krankheiten.

Der Kreislauf aus Entzündung, exzessivem oxidativen Stress, Entgiftungsblockaden und Krankheit

Meine ‘vereinfachte’ Erkenntnis, abgebildet im nachfolgenden Bild, mag trivial aussehen – allerdings habe ich die Thematik noch nie ‘so auf den Punkt gebracht’ gesehen. So wird die Verbindung von blockierter Entgiftung mit (chronischen) Entzündungen und oxidativem Stress in ihrer Gesamtheit kaum thematisiert.

Der multiple Kreislauf aus Entzündung, exzessivem oxidativen Stress, Entgiftungsblockaden und Krankheit nach H.C. Fricke

Wer sich das Bild genauer anschaut, der wird erkennen, das (Achtung: Wiederholungen):

  • Viele externe (exogene) Umwelt-Faktoren das intrazelluläre Calcium erhöhen
    • EMF über die VGCC’s, Chemikalien über den NMDA2-Rezeptor, Entzündungen – und so weiter.
  • Das macht dann oxidativen und nitrosativen Stress über mehr NO, mehr Superoxid
    • und in Folge die Bildung von Peroxinitrid (ONOO) – Peroxinitrid ist denn auch das, was Zellmembranen, Aminosäuren, die DNA und mehr zerstört.
  • Dazu kommen noch interne (endogene) Faktoren, die oxidativen Stresse erzeugen
    • Endotoxine (u.a. Leaky Gut, Fehlernährung),
    • chronische Entzündungen – speziell im Kiefer (u.a. Wurzelbehandlungen, Parodontose, CAP, NICOs/FDOK, etc.),
    • infizierte Mandeln und
    • ggf. ein gereizter Blinddarm (u.a. Fehlernährung).
  • Der oxidative und nitrosative Stress führt auch zu einer Immunantwort -> Entzündungsmediatoren (-> Zytokine) & Co.
    • Das erhöht wieder oxidativen Stress, intrazelluläres Calcium, etc. -> Teufelskreislauf
  • Die Entzündungsmediatoren & Co. (NF-kB, TNF-Alpha & Co.) bremsen die körpereigene Entgiftung und die Antioxidantien (u.a. Nrf2-Expression)
    • Meint: Phase 1: u.a. Cytochrome P450 Enzyme, Phase 2: u.a. GSH-Systeme, Phase 3: MRP1&2, OATP & Co.
    • Dadurch verbleiben mehr Toxine & Entgiftungsmetaboliten im Körper, den Organen, die zusätzlichen oxidativen Stress fördern -> Teufelskreislauf

Der ganze oxidative & nitrosative Stress, oben drauf ‘noch eine Schippe’ Peroxinitrid (aus vermehrter Superoxid und NO-Bildung), macht dann Krankheit – wie es Pacher et al. in (2007) ausführlichst beschrieben haben [6]. Durch diese Mechanismen entgleisen dann andere Systeme, die wieder andere Probleme erzeugen.

Der Teufelskreislauf in Verbindung mit HPU, chronischen Entzündungen im Kiefer (NICO/FDOK, Wurzel-behandelte Zähne), Magnesium und Antioxidantien

Der Teufelskreislauf lässt sich aus meiner Sicht beliebig erweitern – sei es um eine HPU, um Zahn-Herde, zu wenig Antioxidantien wie Vitamin C, Mineralien wie Magnesium, etc. All diese Dinge tragen dazu bei ,die Abläufe im Teufelskreislauf noch zu verstärken. Letztendlich wirken alle chronischen Entzündungen, ‘Viren’, Bakterien, EMF, Chemikalien, EMF & Co. immer in der gleichen Weise:

  • Sie erhöhen direkt oder indirekt (z.B. über mehr intrazelluläres Calcium -> u.a. VGCC und NMDA2-Rezeptor) dem oxidativen bzw. nitrosativen Stress und
    • erschöpfen Antioxidantien bzw. wichtige Enzyme wie Glutathion (GSH), SOD, NAD+, NADPH, Q10, etc.
  • Sie tragen direkt oder auch indirekt (über den oxidativen Stress) zu chronischen Entzündungsprozessen bei.
    • z.B. Zahnherde, Darmentzündungen.
  • Sie reduzieren die Entgiftungsleistung bzw. sorgen zusätzlich für (toxische) Metaboliten die auch noch entgiftet werden müssen.
    • z.B. durch Endotoxine um Darm.

Umso mehr Chaos – desto mehr Bedarf an Grundstoffen: Essentielle Mineralien, Vitamine, Vitaminoide und Aminosäuren, die von außen zugeführt werden müssen. Das meint: Über die Zeit führt der Mangel an Mikronährstoffen zusätzlich zu (multiplen) Krankheiten und schlussendlich zu einem vorzeitigen, also nicht dem biologischen Potential entsprechendem, Tod.

Der multiple Kreislauf aus Entzündung, exzessivem oxidativen Stress, Entgiftungsblockaden und Krankheit – Ergänzt um HPU, Zahnherde und Antioxidantien nach H.C. Fricke

Ich denke, das Bild braucht kaum weitere Kommentare, außer, dass es die Wichtigkeit von Magnesium und Vitamin C unterstreicht – meine und Levys #1 und #2 Supplemente. Dabei ist Magnesium wichtiger als Vitamin C [11], weil ohne Magnesium viele biochemische Prozesse gar nicht (im ausreichenden Maße) stattfinden können. Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin C kann zumindest zu Teilen von anderen Antioxidatien kompensiert werden – wobei auch diese wieder von Magnesium abhängig sind.

Wer die Rolle von Calcium versteht, dem wird hier sicher auch klar, warum nach Levy die Supplemente #3 & #4 Vitamin D & K2 sind: Beide haben einen fundamentalen Einfluss auf den Calcium-Stoffwechsel und senken, richtig dosiert, die Sterblichkeit durch alle Ursachen. Vitamin C hingegen ist nach Levy [10][11] der ultimative Elektronendonator, welcher direkt gegen oxidativen Stress wirken kann, andere Antioxidantien recycelt bzw. ‘einspart’ und wichtige Biomoleküle vor Oxidation durch Toxine schützt. Da Vitamin C der Glukose sehr ähnlich ist, wird es gut aufgenommen (u.a. GLUT1 und SVC-Transporter) und erreicht sogar die Mitochondrien. Vitamin C hat aber keine ungünstige bzw. toxische Dosis. Zudem ist Vitamin C im Vergleich extrem günstig.

Hinweisen möchte ich noch auf mein Supplement #7: Phosphatidylcholin. Dies fördert (neben Glycin, Taurin und Vitamin C) den Gallenfluss (bzw. seine Verdünnung) und damit die Leberfunktion sowie die körpereigene (biochemische) ‘Entgiftung’.

Mein Fazit

Wer sich mit dem hier abgebildeten Kreislauf beschäftigt, dem wird sicher langsam klar, wie wichtig es ist, jede Form von unnötigen und unnatürlichen (externen) Stressoren zu vermeiden:

  • Endotoxine im Darm (u.a. Leaky-Gut, LPS)
  • Chronische Entzündungen im Kieferbereich – speziell im Bereich Wurzelbehandelter- und gezogener (Weisheits-) Zähne (u.a. CAP, NICO/FDOK).
  • Oft auch infizierte Mandeln
  • Ein gereizter Magen & Darmtrakt (u.a. zu wenig Magensäure und Gallensäfte + falsche Ernährung, Fäulniss und zu wenig Stuhlgang)
  • Eine schlecht funktionierende Entgiftung – u.a. (Epi-) Genetik, Mikronährstoffmängel, zu wenig Gallenfluss, fehlende Bindemittel
  • Schlechte Ernährung und dadurch zu wenig Mikronährstoffen, eine schlechte Verdauung und z.B. nur alle 3-5 Tage ‘Kacken’
  • Toxine & Chemie im Essen (-> Spritzmittel, Biozide, Pestizide), in der Kleidung (-> Farbstoffe), im Haus (-> Lacke, Baumaterialien, Schimmel), in Waschmittel, etc.
  • Schwermetalle, speziell Quecksilber aus Amalgam oder auch vielen Fischen.
  • EMF aus WLAN, Bluetooth, Smartphone, allem Funk-Krams und anderem.
  • Seelischer und psychischer Stress – Dysregulierungen im GABA / Glutamat System – u.a. eskaliert durch Quecksilber & Endotoxine.
  • Zirkadiane Entgleisungen durch unregelmäßige Schlafzeiten und Blaulicht-Verschmutzung.
  • Etc.

Nach Levy sind dann folgende 5 Faktoren die Treiber bei unseren Krankheiten [7] – welche sich faktisch mit meinen überschneiden:

  1. Infektionsbezogene Toxine (statistisch gesehen Faktor #1) u.a. im oralen Bereich (-> Zähne, Wurzelbehandlungen, infizierte Mandeln, etc.),
    • Anm.: Dr. Shade nennt hier auch Endotoxine – und meint, dass diese in der Regel häufiger auftreten als die oralen Infektionen.
  2. Andere Toxine ohne Zusammenhang mit Infektionen
  3. Unzureichende Aufnahme von Antioxidantien & Nährstoffen
  4. Erhöhter oxidativer Stress durch beeinträchtigte Stoffwechselwege sekundär zu genetischen Mängeln
  5. Hormonelle Defizite & Ungleichgewichte u.a. Schilddrüse (u.a. Energiestoffwechsel), Steroid-Hormone (u.a. Calcium-Metabolismus), Nebennieren (Cortisol, Immunsystem & Co.)

Ich könnte die Liste(n) noch lange Fortsetzten – das Prinzip ist hoffentlich klar geworden. Die wichtigsten 3 Punkt in der Liste: Chronische Entzündungen im Kiefer und Darm (-> Endotoxine), die Ernährung sowie täglicher Stuhlgang sollten aus meiner Sicht unbedingt beachtet werden. Die Vermeidung von unnötigen EMF halte ich zudem heutzutage für ebenfalls überlebenswichtig.


Links / Quellen

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