Palmöl & Palmitinsäure – fördern Metastasen & Co.

Palme. Autor: Jose Mesa, Lizenz: CC BY-SA 2.0, Quelle: Wikimedia

Da ich ja gerade beim Thema Fette & Öle bin hier noch einmal ein Nachschlag zur Palmitinsäure (langkettige, gesättigte Fettsäure) – insb. zu finden in Palmöl. Darunter auch noch eine Information, wo selbst die Europäische Food and Safety Authority (EFSA) warnt.

(Palm-)fett fördert Metastasen

Das Portal DocCheck berichtet über eine Studie in Nature [1] die sich mit Metastasen von Zellen beschäftigt hat. Im Nature Artikel geht es darum, das bisher unklar war welche welche Zellen eines Tumors metastasieren können. Offenbar sind dafür nun bestimmte fett-empfindliche Rezeptoren notwendig, welche die metastasierende Zellen in ihrer Membran tragen. So soll insb. eine fettreiche Kost – und vor allem Palmfett die Metastasenbildung fördern.

In der Studie behandelten die die Forscher Mundtumoren zwei Tage lang mit Palmitinsäure (kommt insb. in Palmfett bzw. Öl vor und ist eine gesättigte Fettsäure) und injizierten diese dann in Mäuse. Das erschreckende Ergebnis was das die Metastasenhäufigkeit von 50 auf 100 Prozent anstieg.

Das ganze ist so wichtig weil Palmöl in sehr vielen verarbeiteten Produkten vorkommt – z.B. auch in vegetarischen Keksen die keine Butter enthalten. Palmöl ist zudem billig (weswegen es gerne verwendet wird) – und Palmöl tragt auch zur Rodung der Urwälder bei, welche für die Palmen abgeholzt bzw. abgebrannt werden.

Wo ist Palmitinsäure enthalten?

Bei Wikipedia habe ich folgende Tabelle gefunden:

ProduktGehalt an Palmitinsäure
Stillingiaöl60–70 %
Palmöl41–46 %
Rindertalg23–29 %
Butterfett24–32 %
Schweineschmalz24–30 %
Kakaobutter23–30 %
Baumwollsaatöl21–27 %
Avocadoöl10–26 %

Nach dieser Webseite hat Kokosöl ca. 8% Palmitinsäure. Spannend ist das ein Hersteller [2] für die Palmitinsäure in seinem Olivenöl die Spanne von 7,5-20% angibt – je nach Olivensorte. Sonnenblumenöl ist da wohl etwas besser: Nach Wikipedia, welche sich auf das BEML bezieht, gibt 5,0-7,6% an – es soll aber auch Sonnenblumenöl mit deutlich mehr Palmitinsäure geben (hat aber leider auch sehr viel Omega-6 Fette).

Palmöl (z.B. in Palmin oder auch recht viel in Nutella!), das tierische Bratfett Butterschmalz und ein ordentliches Schmalzbrot – sind also sehr gut um Tumore bzw. Metastasenbildung zu fördern.

Noch was? Ja, Fettsäureester, Insulinresistenz, Entzündungsfördernd, Krebs…

Heilpraxis.net meldet in Bezug auf das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) das bei der industriellen Erhitzung von Palmfett sich noch zusätzliche gefährliche Schadstoffe bilden [3]: So genannte Fettsäureester – welche den menschlichen Organismus nach dem Artikel bereits in geringen Mengen erheblichen Schaden zufügen können.1

Lebensmittelexperte Alfonso Lampen vom BfR wird in Bezug auf die Fettsäureester folgend zitiert: „Sie sind toxisch für die Niere, Leber und den Hoden“. Weiterhin können auch noch andere Fettsäuren wie Glycidyl-Fettsäureester entstehen, welche dann sogar Krebserregend sind. Lampen dazu: „Hier gibt es keinen Grenzbereich, der sicher ist.“

Die EFSA wird da genauer und meldet [4]: Prozesskontaminanten in Pflanzenölen und Lebensmitteln: “Prozesskontaminanten auf Basis von Glycerin, die in Palmöl, aber auch anderen Pflanzenölen, Margarinen und einigen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, geben Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken für Verbraucher in jüngeren Altersgruppen, die durchschnittliche Mengen dieser Lebensmittel verzehren, sowie für sämtliche Altersgruppen bei großen Verzehrmengen.”

Die relevanten Stoffe bilden sich nach EFSA während der Lebensmittelverarbeitung, also vor allem bei der Raffination (hatte ich ja schon bei Rapsöl angesprochen) von Pflanzenölen bei hohen Temperaturen (ab ca. 200°C).

Wem das noch nicht reicht: Ein Artikel auf edubily.de [5] bespricht die Risiken der Palmitinsäure auf Basis neuster Studien und listet u.a. auf:

  • induziert Insulin-Resistenz im Muskel und im Hypothalamus,
  • wirkt toxisch („Lipotoxizität“) auf ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse,
  • „dämpft“ die Rate der Fettsäure-Oxidation, (und damit den Energieumsatz [6])
  • induziert – zumindest getesteten an Leberzellen – pro-inflammatorische (= entzündungsfördernde) Signalwege ([7]),
  • hemmt die PGC1-alpha Expression,
  • hemmt die Freisetzung von NO in den Gefäßen (Schutzmechanismus),
  • erhöht LDL-Cholesterin,
  • reduziert die Stoffwechselrate von Fettsäuren (Oxidation) um ca. 200 Kalorien.

Weiterhin weißt C. Michalk von Edubily darauf hin, das wohl das historische Verhältnis beim Konsum von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren 2:1 war – ja, auch bei Fleischessern – weil Wild sehr wenig Fett hat(te). Genau das 2:1 Verhältnis findet sich auch in unserem (gesunden) Fettgewebe – ein Zufall? Insofern ist eine ‘Diät’ mit (zu viel) Butter, Sahne, Rinder- und Schweineschmalz nicht vorteilhaft. Aber wem sag ich das…

Fazit

Wie ich es schon anderweitig geschrieben hatte: Wer unbedingt mit Fett braten will – oder meint zu müssen – der sollte Kokosöl bzw. Kokosfett als Heißöl benutzen. Das ist zwar auch nicht optimal (dazu gleich) – aber Temperaturstabil und enthält auch recht wenig Palmitinsäure. Als Kaltöl empfiehlt sich dann für mich nur noch Olivenöl (u.a. im Bezug auf das Preis/Leistungsverhältnis und die Lagerfähigkeit).

Ansonsten scheinen die Informationen in diesem Artikel wieder (mal) eine Unterstützung für meinen Grundsatz zu sein sehr wenig (raffinierte) Fette zu verwenden – sich also vollwertig zu ernähren. Denn warum die Öle Essen – anstatt die Früchte, Samen und Saaten aus denen Sie hergestellt werden? Warum anbraten und nicht Dünsten oder im Wasserbad die Zwiebeln anschwitzen? Welchen Vorteil haben diese hohen Temperaturen? Kruste und Röstaromen? Sind die Gesund? Muss das immer sein – oder tun es auch gute Gewürze und eine andere (geschickte) Zubereitung?

Mein Grundsatz ist: Wenn ich den Topf oder die Pfanne nur noch mit Stahlwolle oder dem Topfschwamm, Einweichen und viel Spüli sauber bekomme – dann habe ich unterwegs irgend etwas falsch gemacht 😉

 


Quellen