Keine Bienen & einsame Hummeln – Ein Garten- und Frühlingsupdate…

Kirschbaumblüte – Detail

… ja genau: Tollstes Wetter, eine super Blüte und keine Bienen weit und breit – einzig ein paar Hummeln, welche die Blüten bestäuben.

Letztes Jahr fiel ein Großteil der Obsternte ja ‘ins Wasser’ weil es genau zur (u.a. Apfel- und Kirschbaum) Blütezeit einen Kälteeinbruch und dann noch eine Regenperiode gab. Da hatten die paar Bienen dann auch keine Lust bzw. konnten in den kurzen Pausen kaum etwas bestäuben. Früher (vor 20-30 Jahren) war das nach Bienenforscher Jürgen Tautz kein Problem: Da gab es so viele Bestäuber (u.a. Bienen), das eine kurze Regenpause und etwas Sonne ausreichte damit genug Bienen einen Baum durchbestäubten [1]. Heute ist das leider alles krass anders… Bienensterben sowie ein Rückgang von 76-82% an Insekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 (27 Jahre)! [2][3].

Wer etwas älter ist, der erinnert sich ggf. noch an verdreckte Scheiben und Stoßfänger an Kfz & Co. Zudem gab es abends auch riesige Schwärme an Insekten um die Straßenlaternen (ein anderes Problem von zu viel Blau- und Tageslichtsimulation in der Nacht – was auch uns betrifft). Natürlich gab es auch weniger Mobilfunkmasten – nach dem Film Resonance ein weiteres Problem für unsere Vögel und auch die Insekten. Die Umwelt hat sich eben Krass geändert… was man ja auch an den Menschen ausmachen kann: Metabolisches Syndrom, Schlaflosigkeit, Burnout, Allergien verbreiten sich immer weiter und sind für mich zum großen Teil auf vorgenannte Stressoren sowie eine immer schlechter werdende Ernährung mit viel oxidierten Fetten, raffinierten Kohlenhydraten, Plastik und Zusatzstoffen zurückzuführen.

Die Vorzucht geht weiter…

GWH Ende April

Apfelblüte

Im Gewächshaus (GwH) gedeihen inzwischen die Setzlinge für Gemüse & Salat weiter. Die Fotos sind alle von ca. Ende April – ab Anfang und Mitte Mai geht es dann an das Auspflanzen. Auf dem nebenstehenden Bild ist dann auch gut zu sehen, wie die Obstbäume grün ansetzten und blühen.

In den paar Jahren in denen ich die Gärtnerei Hobbymäßig betreibe haben sich bei mir einige Favoriten in Bezug auf das Gemüse herauskristalisiert – welche ich gerne anbaue, welche unproblematisch – und / oder ertragreich sind. Und natürlich einiges auf das es zu achten gilt. Hier mal ein kurzer Überblick:

Fenchel

Fenchel

Lässt sich gut vorziehen und anbauen. Zur Ernte können immer nur (wie beim Salat) die äußeren Triebe geerntet werden – so hat man von einer Pflanz schon früh etwas, kann lange ernten und hat nicht alles auf einmal. Optimal ist es wenn man den (bzw. einige) Fenchel auch ausblühen lässt. Das gibt leckeren Fenchelsamen, welchen man, wenn er trocken ist, für die Aussaat im nächsten Jahr, als Gewürz oder für einen Tee ernten kann.

Die Pflanze ist wirklich ein tolles Gewächs – welche inkl. der ‘Blätter’ bzw. Triebe (welche es im Supermarkt nicht mehr gibt) essen kann.

Rote Rübe / Rote Beete

Sellerie, Rote Rübe & Mangold

Diese ziehe ich immer vor – das Ergebnis und die vollen Reihen sind für mich besser. Schön ist das beide auch recht Winterfest sind, so das ich Sie einfach in den Beeten im Boden lasse – und beim ersten Frost nur leicht mit Vlies abdecke. Beide sind auch Top in Bezug auf den NO-Stoffwechsel und gute Nährstoffbomben.

Mangold

Ein grünes Blattgewächs, was ich inzwischen lieber mag als Spinat. Spinat schießt bei Wärme irgendwann und hat eine recht kurze Erntezeit. Bei Mangold kann man von der Pflanze bis zum ersten Frost hingegen die jeweils äußeren Blätter ernten – hat also ca. 5-6 Monate immer frisches auf dem Tisch und das von sehr wenigen Pflanzen! Zudem kann Mangold auch den (milden) Winter überleben und treibt dann das zweite mal im Mai aus – liefert also früh frisches Grün. Danach blüht der Mangold (im zweiten Jahr), wonach man dann auch Samen abnehmen kann.

Knollen- und Stangensellerie

Dieser Lichtkeimer! hat eine unheimlich lange Keimdauer und entwickelt sich dann erst sehr, sehr langsam. Mit dem aussähen im Freiland habe ich wirklich keine gute Erfahrungen gemacht – u.a. da wohl der Boden die ganze Zeit recht feucht sein muss und jedes Beikraut sich deutlich schneller entwickelt als der Sellerie. Den Stangensellerie esse ich jedoch sehr, sehr gerne – auch toll für den Smootie. Der Knollensellerie ist ein klasse Wintergewächs, was lange draussen bleiben kann und dann auch gut lagerfähig ist (z.B. kühle Garage).

Basilkum

Koriander & Basilikum

Basilikum ziehe ich inzwischen auch vor – die Nacktschnecken mögen Ihr so gerne, das er ansonsten sofort ‘weggeschneckt’ wird (wie auch Kopfsalate). Auspflanzen tue ich Ihn gerne zwischen die Tomatenpflanzen (guter Schattenspender und Pflanznachbar). Die Blüte der verschiedenen Varianten sieht toll aus, lockt Bienen an und die ganz kleinen Samen die sich dann bilden können für die Aussaat im nächsten Jahr verwendet werden.

Koriander

Ist für mich in der Thai und Asia-Küche unverzichtbar – als (scharf-pikanes) Grün und als Samen (bzw. gemahlenes Gewürz). Ziehe ich auch oft vor und lasse Ihn dann auch ausblühen und Samen bilden, welche ich zur Saat und als Gewürz verwenden kann.

Porree

Porrey & Brokkoli

Ein tolles Winter / Zwiebelgewächs. Es keimt recht schnell, hat dann jedoch eine lange Entwicklungszeit und kann erst im Herbst geerntet werden – ist jedoch Frostfest und verbleibt bis zur Ernte im Boden. Den Anbau finde ich einfacher als bei (Steck-)Zwiebeln – welche bei mir irgendwie nie richtig gut wachsen. Zudem sind Zwiebeln im Supermarkt sehr günstig (auch Bio), Bio-Porree jedoch eher teuer.

Brokkoli

Mein Lieblingsgemüse! Leider bekomme ich den nie so hin wie im Supermarkt.. nicht mal im entferntesten. Dieses Jahr ein neuer Versuch mit Samen von meinen Bio-Brokkoli-Keimsaaten. Mal schauen.

Gurke

Gurke

Tomate & Paprika

Wächst gut im Gewächshaus und sollte auch dort vorgezogen werden. Der Geschmack ist unvergleichlich mit den Kauf-Gurken und lohnt für mich alleine schon deswegen. Allerdings stehen Aufwand, Platzverbrauch, Ertrag und Erntedauer für mich in keinem so guten Licht.

Tomate

Hier gilt für mich das gleich wie bei der Gurke – nur das Ertrag und Erntefenster länger sind.  Zudem können Sorten angebaut werden, die es nirgends zu kaufen gibt – und welche dann auch deutlich schmackhafter sind als die üblichen Nährlösungstomaten.

Paprika

Hat auch eine lange Entwicklungszeit. Der Ertrag pro Pflanze ist dann leider auch bescheiden. Dafür schmecken mir die eigenen Paprika deutlich besser als die gekauften, welche wohl oft aus der Kühlung kommen.

Kohlrabi

Kohlrabi

Ein leckerer und knackiger Klassiker. Gerade die Sorte Azur-Star keimt sehr schnell und ist unproblematisch im Anbau. Angesichts der Preise in der Season für das Gemüse – ist der Ertrag im Vergleich zum Aufwand natürlich bescheiden.

Was sonst so im Garten passiert ist

Zwischendurch hat wie schon beschrieben die Blüte an Obstbäumen und auch den Beerensträuchern begonnen. Mal schauen wie viel davon bestäubt wurde. Die Erdbeeren blühen inzwischen auch (tolles Beerenobst – vermehrt sich von alleine über die Ableger) und aktuell treibt der Topinambur auch schon wieder.

Blüte im Detail

Grunköhl Blüte

Mein Winterklassiker, der Grünkohl, blüht gerade und entwickelt langsam die Samenkapseln – für die Aussaat im nächsten Jahr. Das ich mein eigenes Saatgut ernte und wieder verwende ist ganz wichtig für mich: a) ich spare Geld – und b) das Saatgut ist dann angepasster in Bezug auf die Böden und das Mikroklima in meinem Garten. Da Saatgut auch nicht ewig haltbar ist, ist das etwas was regelmäßig gemacht werden sollte bzw. muss um nachhaltig zu gärtnern. Ein Garten ist also nicht nur Spaß wenn man ‘bock’ darauf hat – sondern verlangt auch nach Aufmerksamkeit zwischendurch (insofern man einen Ertrag haben möchte).

Abschluss

Das war es auch schon wieder. Einiges hatte ich auch direkt eingesät (Karotten, Spinat, Pastinaken, Radieschen, Rucola, Zuckererbsen, frühe Bohnen, Mangold, Fenchel, etc. pp) und bin gespannt was davon wie aufläuft und sich entwickelt. Denn gerne würde ich das zeitaufwändige Vorziehen vermeiden. Ggf. sollte ich mal wieder meine Pflanztunnel aktivieren – denn dann trocknet die Erde nicht ganz so schnell aus. Mehr dazu beim nächsten Update.


Links / Quellen

3 Gedanken zu „Keine Bienen & einsame Hummeln – Ein Garten- und Frühlingsupdate…

  1. Hallo Christine,

    leider habe ich das Problem der Nacktschnecken – deswegen habe ich inzwischen das Mulchen aufgegeben und arbeite mit 50% schattierenden Pflanztunneln gegen Austrockung und zur Reduzierung der Sonne beim Anwachsen – bis das Blattwerk für die Beschattung ausreicht.

    Unter Rasenschnitt, in Feuchten ecken, unter meine Bolen die ich als Wege / teiler bei den Beeten nutze, etc. vermehren sich die Nachschnecken abartig – und fressen alles weg.. weswegen ich sogar Bohnen vorziehe. Zumindest kann ich unter den Bolen die Schnecken täglich absammeln.

  2. Christine sagt:

    Die Mulchwurst ist nicht wie flächiges Mulchen mit Grasschnitt. Man schaut täglich kurz drunter und kann dann ganz schnell die Schnecken finden und entfernen. Schau Dir die anderen Beiträge an, da erklärt er es noch etwas ausführlicher (auch, dass das Gras erst getrocknet werden sollte, damit es nicht schimmelt).

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