Weißkohl zum Frühstück – oder doch besser Brokkoli (bzw. Zucchini)?

Weisskohl. Quelle: Pixabay

Die, die hier schon länger lesen wissen das ich Gemüse zum Frühstück esse – oft Brokkoli, Zucchini und neuerdings auch Weißkohl. Das ganze ist von Dr. DesMaisons inspiriert und hat den Zweck viel Protein zu liefern und vor dem ‘Laden’ von Kohlenhydraten einen Puffer zu schaffen, damit die Insulinantwort deutlich ausgeglichener und man länger satt ist.

Nun ist nicht immer Brokkoli-Zeit und auch Zucchini gibt es nicht das ganze Jahr. Wer meine Beiträge zu Jack Kruse verfolgt hat, der wird auch gelesen haben, das es zudem wohl weniger gut für unseren Körper ist, wenn wir Lebensmittel essen, die nicht in unserem Breitengrad angebaut wurden. Weißkohl ist jedoch sehr gut verfügbar, kommt aus Deutschland, ist gut lagerfähig, braucht kein Tiefkühlfach, ist auch ohne Bio von guter Qualität – und vor allem ist Weißkohl ‘spotten billig’ (ca. 50-60 Cent pro Kg).

Nur macht das Essen von Weißkohl im Vergleich zu Brokkoli auch Sinn? – also verglichen in Bezug auf die Inhaltsstoffe die man für sein Geld bekommt?

Nährstoffprofil im Vergleich zu Brokkoli

Was mich zuerst interessiert hat, ist wie es mit dem Nährstoffprofil von Weißkohl so aussieht – also Makronährstoffe in Bezug auf Protein, Ballaststoffe (KH), Mineralien und Vitamine. Ich habe dann mal bei Cronometer geschaut was 400g Weißkohl, Brokkoli und Zucchini so enthalten (Angaben für rohe Version). Hier mal die Übersicht:

InhaltsstoffeWeißkohlBrokkoliZucchini
Kalorien (Kal.)10013665
Kohlenhydrate (g)232712
Protein (g)5115
Fett (g)0,41,51,3
Ballaststoffe (g)9104
Aminosäuren (Auszug)
Arginin (g)0,300,760,20
Cystein (g)0,040,110,05
Glutamin (g)1,182,170,52
Lysin (g)0,180,540,27
Tryptophan (g)0,040,130,04
Tyrosin (g)0,080,20,13
Mineralien (Auszug)
Calcium (mg)16018864
Eisen (mg)1,872,941,48
Kalium (mg)68012641044
Kupfer (mg)0,080,20,21
Magnesium (mg)488472
Zink (mg)0,721,641,28
Vitamine (Auszug)
B1 (mg)0,240,280,18
B2 (mg)0,160,470,38
B3 (mg)0,942,561,80
B5 (mg)0,852,290,82
B6 (mg)0,500,700,65
Cholin (mg)427438
Folat (ug)17225296
Vitamin C (mg)14635671
Vitamin E (mg)0,65,760,48
Vitamin K (ug)30040817

Unschwer zu erkennen ist, das Brokkoli bei faktisch allem wichtigem der Spitzenreiter ist – oft 2-3 mal mehr relevante Mikronährstoffe und doppelt so viel Protein. Ganz krass: Vitamin E – an das recht schwer heranzukommen ist, ist bei Brokkoli ca. 10 mal mehr. Weißkohl und Zucchini sind mal hier oder da besser, unterliegen jedoch Brokkoli in jeder Weise.

Mein Fazit?

Weißkohl mit Zwiebel, Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Pfeffer und etwas Kokosmuß

Weißkohl mit Zwiebel, Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Pfeffer und etwas Kokosmuß

Ganz klar: Zucchini esse ich wohl nur noch in der (deutschen) Season!

Wer nicht gerade Probleme mit einer Schilddrüsenunterfunktion hat, hier sind Kohlgewächse nicht so optimal (zumindest Roh), der fährt mit den beiden Kohlvarianten wohl deutlich besser. Zwar unterscheiden sich Zucchini und Weißkohl nicht so stark, jedoch ist der Weißkohl deutlich günstiger und lokal verfügbar. Bei dem was an Zucchini aus Italien oder Spanien nach Deutschland kommt ist mir nicht klar was da alles so drinn ist – außer, das es sicher belasteter sein dürfte. Bei Greenpeace hatte zumindest spanische Zucchini nicht gut angeschnitten (im Vergleich zu Deutschland). Für den Preis von Zucchini in Bio kann man lieber gleich (Bio) Brokkoli kaufen. Nach Greenpeace ist dann auch konventioneller Brokkoli weniger belastet – auch aus Italien und Spanien.

Meine Frage als ich den Artikel gestartet hatte war ob Weißkohl im Vergleich zu Brokkoli o.k. abschneidet. Mein Ergebnis ist  hier klar ein Nein, wenn ich rein die Nährstoffe pro 400g betrachte. In Bezug auf das Preis/Leistungsverhältnis muss dann jedoch die Nährstoffdichte einbezogen werden. Brokkoli hat oft 2-3 mal so viel Protein, Mineralien & Co. – im Vergleich zu Kohl und Zucchini. Zudem enthält Brokkoli auch noch Sulforaphan. Der Preis von Brokkoli ist im konventionellen Bereich zwar ca. 3 mal und im Bio-Bereich ca. 2 mal höher als der von Kohl – in Anbetracht der deutlich höheren Nährstoffdichte kann der Kohl hier also auch im Bezug auf den Preis (mich) nicht so ganz überzeugen.

Was hat mich überrascht?

Interessanter war für mich die Feststellung, das die Zucchini gegenüber dem Kohl nicht so ‘der Bringer’ zu sein scheint. Deutsche Zucchini (in der Season -> Frisch) sind o.k. – Spanische oder Italienische sind es für mich nicht mehr (-> Transport, Lagerung, Kühlung, ggf. Nährstoffverluste). Zucchini bietet für den höheren Preis aus meiner Sicht kaum irgendwo einen Vorteil gegenüber Kohl aus Deutschland, der besser lagerfähig ist und weniger belastet sein dürfte als Import-Zucchini.