TUDCA (Gallensalz): Für Leber, Gallenfluss, Darm-Flora, „Detox“, gegen Gallensteine & mehr – Überblick, Dosis, Sicherheit & Quellen

Bären waren die Quelle für TUDCA (z.B. in China, TCM) bevor man es synthetisieren konnte.
TUDCA steht für Tauroursodeoxycholsäure, ein hydrophiles (-> Wasser „liebende“) Gallensalz, welches aus der Verbindung von Ursodesoxycholsäure (UDCA) mit Taurin entsteht. Es ist eine chemische Verbindung, die natürlicherweise in geringer Menge im menschlichen Körper vorkommt und auch als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar ist. [1][3][5][14][15] Seit über 1000 [21] Jahren, bevor man es synthetisieren konnte, wurde TUDCA aus der Galle von Bären gewonnen und z.B. in der TCM verwendet [1][14].
Meint: TUDCA ist also a) eine natürliche Verbindung und b) wird schon lange medizinisch verwendet.
Das alleine muss „ja noch nichts bedeuten“, wer jedoch alsbald meinen Grundlagen-Artikel zur Galle, den Gallensäuren und den enterohepatischen Kreislauf lesen wird, der demnächst im Blog als Zweiteiler veröffentlicht wird, der wird spätestens dann wissen, daß TUDCA eine protektives Gallensalz ist.
Die Top 5 der wichtigsten Dinge in diesem Artikel
- TUDCA ist ein Gallensalz die seit >1000 Jahren in der TCM verwendet wird.
Nach allen in diesem Artikeln aufgeführten Referenzen & Studien gilt es als sicher bis 1500 mg / Tag. Mehr haben Studien an Menschen nicht betrachtet. - TUDCA fördert die Lebergesundheit, den Gallenfluss und kann das Darmmilieu verbessern
UDCA, der TUDCA-Vorläufer, wird selber im Darm gebildet – von Bakterien! Sind die nicht da -> kein (T)UDCA - TUDCA kann kleine Gallensteine und Gallengrieß auflösen
Dafür ist UDCA, der TUDCA Vorläufer, sogar klinisch zugelassen. - TUDCA kann Gallensäure-Verluste durch Einnahme von Chitosan ausgleichen
95% der Gallensäuren (und Salze) werden „recycelt“. 500 mg TUDCA / Tag können Defizite ausgleichen. - Dosen von 2 * 250 mg / Tag TUDCA gelten als effektiv für die meisten Belange
u.a. auch in Anbetracht der Kosten. Zudem ist diese Dosis nach Studienlage als extrem sicher zu bezeichnen. Optimal morgens und abends zum Essen.
Gallensäuren & Salze helfen dem Körper Fette in Fettsäuren aufzuspalten, damit diese vom Darm aufgenommen werden können, sowie bei der Ausscheidung von Giftstoffen. Die Gallensäuren werden in der Leber synthetisiert, zuerst als Cholsäure (CA) und Chenodesoxycholsäure (CDCA). Im Darm werden sie durch bakterielle Aktivität in sekundäre Gallensäuren, wie DCA, LDA und UDCA umgewandelt und nachfolgend in der Leber enzymatisch, u.a. an Taurin, zu TUDCA konjugiert.
Das bedeutet jedoch auch: Gibt es Probleme mit der Leber oder der Bakterienbesiedlung des Darms (z. B. durch Antibiotika, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa), dann kommt es auch zu Problemen mit der Herstellung der sekundären Gallensäuren und in Konsequenz auch der UDCA–Synthese im Darm. Ohne UDCA kein TUDCA. Das Problem: UDCA, TUDCA und auch GUDCA (Glycin+UDCA) sind die schützenden Gallensäuren! Diese braucht es als Gegenspieler zu den hydrophoben und „toxischeren“ Gallensäuren wie CDCA, LCA und DCA [14].
Und was macht jetzt TUDCA so „großartig“?
UDCA, TUDCA und GUDCA repräsentieren nur wenige Prozent (<10%) der gesamten Gallensäuren, stellen aber 100% der schützenden Gallensäuren dar. TUDCA kann zudem wieder zu UDCA und GUDCA (aber auch DCA) gewandelt werden, so daß es letztendlich egal ist ob UDCA, TUDCA oder GUDCA ergänzt wird. Gibt es jedoch Probleme mit Leber und/oder Darm, dann stellen sich hier schnell Defizite ein. Die Auswirkungen eines mangels werden klar, wenn man schaut, was schon 500-1000 mg TUDCA als Supplement bewirken können: TUDCA hat (als orales Supplement) positive Effekte auf [1][3][4][5][14][19][21]:
- die Lebergesundheit, bewirkt in Folge die Verbesserung der Leberblutwerte (u.a. GOT, GPT, GGT),
- den Gallenfluss, die Reduktion einer Cholestase bzw. Gallenstauung, löst (kleine) Gallensteine auf,
- fördert die effektive Entgiftung von toxischen Metaboliten und Bilirubin,
- wirkt Zellschützend,
- verbessert die Darmflora,
- fördert potentiell die absorption fettlöslicher Vitamine (EDKA) und
- wird in Bezug auf neuroprotektive Eigenschaften untersucht (u.a. Alzheimer, Parkinson, ALS).
- Nebenbei soll es noch schützend auf die Nieren und auf die Augengesundheit wirken – letzteres zumindest in Tiermodellen.
Diese Informationen hatten mein Interesse an TUDCA geweckt. Das ganze was ich hier präsentieren möchte hat in Konsequenz auch „Auswirkungen“ in Bezug auf das Verständnis von Bindemittel wie Chitosan. Chitosan bindet ja nicht nur schlechtes, wie z.B. Toxine, sondern auch Gallensäuren & Salzen, Cholesterin und Phospholipide. Nun wollte ich noch mehr wissen, was mich zu folgenden Themen bringt:
- Grundlagen: Allgemeines zu UDCA und TUDCA
- Die Biochemie und Wirkweise von TUDCA
- Besser UDCA oder TUDCA?
- Was kann die TUDCA-Produktion einschränken?
- TUDCA und die Leber(erkrankungen): Gallenfluss, Gallensteine und die Cholestase (-> Gallenstauung), Leberzirrhose, Hepatitis
- TUDCA und die Leberenzyme (GOT, GTP, GGT, AP)
- TUDCA und das Darm-Milieu (Mikrobiom): Firmicutes, Bacteroides, Bifido- und Lactobakterien, Leaky-Gut
- TUDCA und das Darm-Milieu (Mikrobiom): SIBO und Biofilme
- TUDCA und neurologisches, u.a. Alzheimer, Parkinson, Huntington, ALS
- TUDCA und die Augengesundheit
- Sonstiges zu TUDCA (u.a. Niere, Insulin, Schilddrüse)
- Sicherheit, Kontraindikationen & Nebenwirkungen
- Sinnvolle Dosierungen von TUDCA
- Chitosan: Implikationen für den Gallensäuren und Salze-Binder
- „Meine“ & andere Erfahrungen
- Mögliche Supplemente?
Am Ende des Artikels folgt wie üblich mein Fazit.
Inhaltsverzeichnis für den Schnellzugriff
Grundlagen: Allgemeines zu UDCA und TUDCA
TUDCA (Tauroursodeoxycholsäure) ist die mit Taurin „ergänzte“ (-> konjugierte) Form von UDCA, einem wasserlöslichen (-> hydrophilem) Gallensalz, welches in der Leber produziert wird. UDCA wiederum wird durch Darmbakterien aus primären Gallensäuren hergestellt, die wiederum in der Leber produziert werden.
Das erscheint zuerst verwirrend, wird aber verständlich, da 95% der Gallensäuren und Salze im so genannten enterohepatischen Kreislauf „recycelt“ werden. Bei jedem Zyklus werden so die primären (-> hydrophoben) Gallensäuren (CA und CDCA) durch Leber und Darm, „umgebaut“ bzw. modifiziert.
TUDCA ist nicht neu. Es wird seit > 1000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) therapeutisch eingesetzt, insbesondere bei Leber- und Gallenleiden. Die TCM verschreibt TUDCA überdies zur Entgiftung der Leber, zur Behandlung von „Hitzekrankheiten“ wie Fieber, Krämpfen und Sehstörungen sowie zur Verbesserung vieler anderer Beschwerden. [5] Bärengalle, die zu mehr als 50 % aus TUDCA besteht, wird hier seitens der TCM als TUDCA-Substrat verwendet. Einige Wissenschaftler vermuten, dass es TUDCA ist, was den Bären die Fähigkeit verleiht, über längere Zeiträume Winterschlaf zu halten. [4][21]. Westliche Alternativen wie Rindergalle enthält faktisch kein TUDCA, aber dafür mehr „mitteltoxische“ Gallensäuren wie CA, GCA und TCA – wobei es hier keine einheitlichen Qualitätsstandards bezüglich der Inhaltsstoffe und anderen Gallenbestandteilen gibt.
1956 gelang dann in Japan erstmalig die synthetische Herstellung von TUDCA [6]. Heutzutage wird faktisch alles UDCA und TUDCA synthetisch hergestellt, weil die alternative, Bärengallen in speziellen Farmen „abzuzapfen“ nicht unbedingt tierfreundlich ist [1].
Im Gegensatz zu UDCA (auch als URSO oder Ursodiol bekannt) ist TUDCA kein von der FDA zugelassenes Medikament in den USA. Ich schreibe das in Grün, weil TUDCA damit in der Regel frei, u.a. als Nahrungsergänzungsmittel, verfügbar ist. Da TUDCA und UDCA im Wesentlichen das gleiche darstellen, wirken beide auf ähnlichen zellulären Wegen und unterscheiden sich nur geringfügig in ihrer Löslichkeit und Bioverfügbarkeit im Körper [1].
Obwohl der Mensch nur geringe Mengen von TUDCA bildet, beeinflusst dieses Gallensalz viele Körperfunktionen, vom Gehirn über die Nierenfunktion bis hin zur Gesundheit der Augen und vieles mehr. Sowohl UDCA als auch TUDCA [4][7][21]
- sind potente Apoptosehemmer, über die Inaktivierung von Bcl-2-associated death promoter (BAD).
- reduzieren die Produktion von Sauerstoffradikalen,
- reduzieren den Stress des endoplasmatischen Retikulums (-> ER, ein Organell in der Zelle das u.a. „Proteine bastelt“),
- indem sie die korrekte Faltung und Stabilität körpereigener Proteine durch verhindern von Fehlfaltungen (u.a. im ER) verbessern und wirken so als chemische „Chaperone“ [25],
- zeigen große Wirksamkeit bei der Behandlung von Cholestase (-> Gallensäurestau in der Leber), da die wasserlöslichen Gallensäuren der Toxizität der „normalen“ Gallensäuren entgegenwirken,
- schützen und rehabilitieren die Leber im allgemeinen, was sich in sinkenden Leberenzym-Werten (u.a. GOT, GPT, GGT) zeigt [1][19]
- können kleinere Gallensteine auflösen,
- Gallenstaus verhindern oder sogar auflösen,
- und werden im Zusammenhang mit Alzheimer, Parkinson, Huntington, Schlaganfällen, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gastrointestinale Störungen untersucht bzw. positiv erwähnt.
Als in Studien zur Gallensteinauflösung in den 1980er Jahren festgestellt wurde, dass die Verabreichung von UDCA im Gegensatz zur Chenodeoxycholsäure (CDCA, primäre Gallensäure) nicht mit Lebertoxizität verbunden war, ersetzte UDCA bald CDCA bei der Auflösung von Gallensteinen, da es keine Hepatotoxizität aufweist. Andere Studien zu den positiven Auswirkungen von hydrophilen GS wie (T)UDCA sind neuer (-> letzte 10-20 Jahre), wobei sich der Fokus neben den Hepatozyten (-> Leberzellen) auch auf die Cholangiozyten (-> Epithel, bzw. Auskleidungszellen der Gallenkanäle) erweiterte, welche durch zu hohe Konzentrationen der „toxischen“ und hydrophoben Gallensäuren geschädigt werden können wenn es zu einer Gallenstauung bzw. Gallengangobstruktion, z.B. durch auskristallisiertes Cholesterin, kommt. [14]
Einiges zu den Wirkweisen von TUDCA
Interessant ist, dass nach der oralen Einnahme von TUDCA der Gehalt von UDCA stärker angehoben zu werden scheint, als nach der Einnahme von UDCA. Es wird vermutet, dass die Konjugation mit der Aminosäure Taurin die Bioverfügbarkeit (von TUDCA) zu verbessern scheint [26][27].
Je nach Fokus, Anwendungsdauer und Forschungslage gehen die Aussagen bez. der Funktionsweisen scheinbar etwas durcheinander. Die zwei Hauptwege sind für mich:
- Durch orale Verabreichung von (T)UDCA kann der biliäre Gallensäurepool (GSP) von ca. 2-4 g mit bis zu 40 % durch UDCA & Derivate angereichert werden, was vermutlich die Hydrophobie und Zytotoxizität des GSP verringert und somit die hepatotoxischen Wirkungen reduziert, speziell wenn es zu einem Rückstau der Gallensäuren in den Hepatozyten und Cholangiozyten kommt. [14]
- Untersuchungen von Beuers et al. (1992) zeigten [14], dass die Größe der hydrophoben Gallensäure-Pools während einer kurzen Behandlung mit UDCA stabil blieb. das legt nahe, dass es noch andere Wirkmechanismen geben muss, wie (T)UDCA-induzierte Signalveränderungen in Hepatozyten, welche die hepatobiliäre Sekretion, zellulären Stress und Apoptose modulieren.
Die erste Aussage erklärt den klassischen physikochemischen Mechanismus von UDCA, der auf der Modifikation des Gallensäurepools basiert. Diese Erklärung ist besonders bei langfristiger UDCA-Therapie relevant. Die zweite Aussage berücksichtigt neue Erkenntnisse über zelluläre Signalwege (-> siehe auch den Artikel über die Galle, Abschnitt über FXR, PXR, BSEP) und kurzfristige Effekte von UDCA, die unabhängig von Veränderungen im Gallensäurepool auftreten. In jedem Fall [14]:
- stimuliert (T)UDCA auf der Ebene der Hepatozyten nachweislich den Gallenfluss sowie die Sekretion von organischen Anionen.
- induzierte (T)UDCA eine höhere Flussrate und eine höhere Gesamtgallensalzausscheidung als TCA.
- verhindert (T)UDCA auch die „endozytäre Internalisierung von kanalikulären Transportern„, was meint, dass BSEP, die Gallensalzpumpe der Hepatozyten, weiter „pumpt“.
- blockiert (T)UDCA wohl das Molekül BAX vom Erreichen der Mitochondrien und damit den Zelltod und die Freisetzung von Cytochome C, was wiederum weitere Apoptose- (-> Zelltod) Kaskaden (über Caspasen) auslösen würde. [1][7]
Zudem scheint der Stress im endoplasmatischen Retikulums (ER) ein signifikanter Regulator der Leberzellen in Bezug auf Entzündungen, Verletzungen und teilweise die Insulin-Signanisierung zu sein, welchen (T)UDCA abmildert. [3]
Was kann die (natürliche) TUDCA-Produktion einschränken?
Im Artikel über Gallensäuren wies ich schon auf die Darmflora und das Vorhandensein bestimmter Bakterienstämme, u.a. Firmicutes-Spezies, hin. Die Firma BodyBio [5] weist noch auf andere Baustellen hin, welche die (T)UDCA-Produktion im Körper (weiter) einschränken können:
- Dysbiose des Mikrobioms, verursacht durch „schädliche Bakterien“, Hefeüberwucherung, ggf. Parasiten,
- systemische Entzündungen,
- probleme mit der Funktion der Gallenblase,
sowie „Stress der Leber“, was immer das auch im Detail bedeutet.
TUDCA und die Leber(erkrankungen): Gallenfluss, Gallensteine und die Cholestase (-> Gallenstauung), Leberzirrhose, Hepatitis
Daß TUDCA als orales Supplement positiv auf die Leber wirkt, bezweifele ich nicht. Die Studienlage dazu ist aus meiner Sicht eindeutig und erschlagend. Nebenwirkungen werden faktisch nicht berichtet, speziell nicht bei gemäßigten Dosierungen um 500 mg über bis zu 6 Monate. So führte TUDCA
- zu einer verminderten Fettleber, weniger Entzündungsreaktionen in Leber und Darm, weniger inflamatorische Zytokine (bei Mäusen). Auch die Barrierefunktion des Darms verbesserte sich. [31]
- klinisch bestätigt zu Verbesserungen bei [15]:
- Biliärer Cholangitis (-> Entzündung der Gallenkanäle),
- Cholesterin-Gallensteinen und
- Cholestase in der Schwangerschaft, welche hauptsächlich im dritten Schwangerschaftsdrittel auftritt und durch Juckreiz und erhöhte Gallensäurespiegel gekennzeichnet ist [14].
Zudem ist (T)UDCA (höchst) wahrscheinlich wirksam bzw. hilfreich bei [14]:
- der Vorbeugung von Gallensteinen nach schnellem Gewichtsverlust oder bariatrischen Operationen,
- bei Phospholipid-assoziierter Cholelithiasis (LPAC) -> Meint: Wohl fehlendes Phosphatidylcholin,
- bei progressiver familiärer intrahepatischer Cholestase (-> verringerter Gallenfluss) Typ 3 (PFIC3),
- bei Cholestase welche durch eine Leberschädigung aufgrund mangelnder Durchblutung verursacht wird [1],
- der Vorbeugung von Lebererkrankungen bei zystischer Fibrose,
- der Vorbeugung von Leberschäden nach einer Stammzelltransplantation (HSCT)
Gerade bei der Auflösung von Gallensteinen <5 mm ist UDCA wohl effizient, wobei TUDCA dem nicht nachstehen dürfte [14]. So erhöht TUDCA, je nach Dosis, den Gallenfluss wohl um bis zu 250% in einer Tierstudie [5][19]. In einer anderen Tierstudie Verhinderte TUDCA die Bildung von Cholesterin-Gallensteinen bei fettreicher Ernährung (von Mäusen), und erhöhte Firmicutes/Bacteroides-Ratio in der TUDCA-Gruppe um Faktor 3, sowie reduzierte die Cholesterinspiegel. [15]
Zwar positive Daten, aber zu wenig um eine klinische Wirksamkeit zu bestätigen existieren für [1]:
- die Leberzirrhose, dass Endstadium chronischer Leberkrankheiten mit akuten Zerstörungen des Gewebes. TUDCA offeriert hier jedoch positivere Unterstützung als UDCA [30], wobei beide wirken [11] und Dosierungen um 10 mg / Kg Körpergewicht nahegelegt werden, 500 mg jedoch schon wirksam waren [12].
- die Folgen einer Hepatitis, wobei TUDCA zumindest einige Leber-Werte verbesserte [9].
Für mich ergibt sich aus allem, dass TUDCA bei Lebererkrankungen und Störungen faktisch immer einen Vorteil hat, sowie keinen erkennbaren Nachteil – soweit sich die Dosierungen im physiologischen Rahmen von 500-1500 mg / Tag bewegen [11][12][30].
TUDCA und die Leberenzyme (GOT, GTP, GGT, AP)
Der wichtigste Punkt einer TUDCA-Ergänzung ist sicherlich die Verbesserung der Leberfunktion sowie der Leber-Blutwerte, wenn letztere deutlich erhöht sind. Grundsätzlich lässt sich wohl aussagen, dass TUDCA, wie auch UDCA, erhöhte Leberenzymwerte bei Menschen mit Gallen- und/oder Leberstörungen anscheinend senken. Dazu ein paar Studien:
- 150 Menschen, chronische Hepatitis (Leberentzündung), dann TUDCA in einer Tagesdosis von 250, 500 und 1000 mg für 6 Monate bzw. Placebo [9]
- Die Serumspiegel von GPT (Aminotransferase) und Gamma-Glutamyl-Transpeptidase (GGT) sanken mit jeder TUDCA-Dosis im Vergleich zu den Kontrollen (P<0,001).
- Nach einer Dosis von 1000 mg kam es zu einer deutlicheren Verbesserung im Vergleich zu 250 mg (P<0,05).
- Eine progressive Verbesserung der Alanin-Aminotransferase (GPT bzw. ALT) mit der Zeit (P<0,05) wurde nur bei den beiden höheren Dosen (500, 1000 mg) festgestellt.
- In Bezug auf eine chronische Hepatitis wurden Dosen von mindestens 500 mg empfohlen.
- 23 Patienten, Vergleich von TUDCA (n=12) und UDCA (n=11), Leberzirrhose, Doppelblindstudie, je 750 mg für 9 Monate [30]
- Die GPT (ALT), GOT (AST) und AP (ALP) Serumwerte in der TUDCA-Gruppe und die AST-Werte in der UDCA-Gruppe waren im Vergleich zum Ausgangswert signifikant reduziert (P<0,05).
- Die Serumalbuminwerte waren sowohl in der TUDCA- als auch in der UDCA-Gruppe signifikant erhöht (P<0,05). Meint: Höher bedeutet hier gut, niedriger, ungut.
- Beide Behandlungen wurden gut vertragen, und kein Patient klagte über Nebenwirkungen.
- 12 Frauen, Biliäre Zirrhose [10], TUDCA und danach UDCA, 750 mg über 2 Monate, Randomisierte Crossover-Studie [10] wie im letztend Abschnitt erwähnt. [10]
- Die prozentuale Verringerung der Leberenzyme betrug bei TUDCA dann GPT: ~ 51, GOT: ~55 %, GGT: ~51 %, AP: 48 %, wobei die Werte von UDCA kaum unterschiedlich davon ausfielen.
- 5 Patienten, Hepatitis-C assozierte chronische Lebererkrankung, nur 10-13 mg TUDCA, 2 Monate [8]
- Volltext leider nicht zu finden, sehr kleine Gruppe, sicherlich viele offene Fragen.
- GPT (ALT) verbesserte sich (sank) bei allen Patenten, der Knodell-Score, ein histologischer Index, der den Schweregrad der Lebererkrankung misst, sank und PCNA-LI (Proliferating Cell Nuclear Antigen Labeling Index, ein Marker für Zellproliferation, der den Anteil regenerierender Zellen in einem Gewebe anzeigt, stieg ebenfalls bei allen Patienten.
- Nochmal: Bei nur 10-13 mg / Tag!
- Auch bei anderen Studien [11][12] verbesserten sich alle Leberenzym-Werte schon ab 500 mg / Tag (T)UDCA (jeweils niedrigste Dosis in den Vergleichen) bei faktisch allen (vor-erkrankten) Teilnehmer.
Die Daten und Angaben, auch in Foren und Produktbewertungen (u.a. iHerb) sind für mich konsistent. Zudem habe ich ähnliche Rückmeldungen bekommen, welche mein Interesse an TUDCA begründeten. Teils wurde hier sogar von „einstelligen“ Leberwerten gesprochen, wobei das eigentlich auch schon wieder „irre“ in die andere Richtung ist. Punkt ist jedoch: Wir kennen die Leberwerte von Menschen ohne eine „chemisch verschmutzte“ Umgebung gar nicht (mehr)!
TUDCA und das Darm-Milieu (Mikrobiom): Firmicutes, Bacteroides, Bifido- und Lactobakterien, Leaky-Gut

Verteilung von Darmbakterien im GanzImmun „Intestinales Mikrobiom“ Test mit Vergleich der Referenz. Man sieht: Firmicutes dominieren im Normalfall.
Die Zufuhr von zusätzlichen Gallensäuren und Salzen, egal ob Ochsengalle, CA, UDCA oder TUDCA verändert die Verhältnisse der einzelnen Gallensäuren und damit auch die Auswirkungen auf die Darmbakterien. Weiter unten gehe ich noch auf potentielle Auswirkungen und weitere Überlegungen in Bezug auf diese Veränderungen ein. Hier möchte ich mich mehr auf die allgemeine Studienlage konzentrieren. Caberra et al. [14] schreiben (deepl.com):
„In der Tat besteht eine enge und bidirektionale Wechselwirkung zwischen dem GS-Stoffwechsel und der Darmmikrobiota, und die Cholestase kann die Bakterienpopulation im Darm verändern„
Die Autoren [14] schreiben weiter, dass UDCA die Bakterienpopulationen im Darm beeinflusst und zu einer deutlichen Abnahme der Abundanz von Bifidobacterium, Lactobacillus und Lactobacillaceae führt und offen ist, ob dies für die therapeutische Wirkung von UDCA von Bedeutung ist. Sie geben eine andere Studie an (Tang et al. 2018a), in der signifikante Reduktion der individuellen mikrobiellen Diversität bei einer primären Zirrhose festgestellt wurde, welche durch die Verabreichung von UDCA teilweise aufgehoben (also verbessert) wird. Eine andere Studie gab an, dass (in Mäusen) die Ratio Firmicutes / Bacteroides in der TUDCA-Gruppe 3x-Fach erhöht war (-> mehr Firmicutes) [15]. Das kann sicherlich helfen, wenn man zu wenig davon hat (-> siehe Bild oben).
Eine Übersicht von BodyBio [5] gibt an, dass TUDCA als chemisches Chaperon Protein-Botenstoffe im Darm fördern, die „Tight Junctions“ regulieren, u.a. diesen signalisieren sich zu öffnen oder zu schließen, was dazu beiträgt die Integrität der tight junctions aufrechtzuerhalten und Bakterien und andere unerwünschte Elemente daran zu hindern, in den Blutkreislauf zu gelangen [32]. Zudem gibt die Zusammenfassung an, dass TUDCA außerdem nachweislich die Gesundheit des Darmmikrobioms unterstützt, indem es eine gesunde Entzündungsreaktion fördert.
Eine andere Arbeit [29] zeigte, dass die Gabe von TUDCA die experimentelle Auslösung von Colitis bei den Tieren verhindern konnte, während ca. 40 % der Tiere in der Placebogruppe starben, jedoch keines in der TUDCA-Gruppe. Als Grund für die hohe Mortalität wurde der Zelltod des Darmepithels angegeben, bei dem durch Entzündungsvorgänge Apoptose-Vorgänge in Gang gesetzt wurden. Bei TUDCA sahen die Forscher den Grund im Überleben in der Verhinderung der Aktivierung von Caspasen (Caspase-3), welche die Zell-Apoptose einleiten. Die Wirkungen von TUDCA in Bezug auf den Darm gehen also weit über die Modulation des Darm-Mikrobioms hinaus.
Ein Überblick über TUDCA [19] gibt an, dass Studien darauf hinzudeuten scheinen, daß TUDCA zum Schutz vor dem „Leaky-Gut-Syndrom“ beitragen kann, einem Zustand, bei dem die Barriere zwischen dem Darm und dem Blutkreislauf teilweise zusammenbricht, so dass Bakterien und Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen können. Ein weiterer möglicher Weg, auf dem TUDCA die Darmgesundheit unterstützen kann, ist die Unterstützung der Darmmikrobiota durch einen erhöhten Zustrom von primären Gallensäuren in den Darm, wobei hier nur wenige Studien vorliegen [33].
TUDCA und das Darm-Milieu (Mikrobiom): SIBO und Biofilme
Im Folgenden nur einige Überlegungen, da dies nicht im Fokus der vorliegenden Recherche stand: Praktischer Weise kann orales TUDCA im Darm zu UDCA dekonjugiert werden (-> über Gallensalz-Hydrolasen) und UDCA im Dickdarm, durch bakterielle 7α-Dehydroxylasen, u.a. in Deoxycholsäure (DCA). DCA ist eine hydrophobe Gallensäure, die technisch gesehen gut geeignet ist
- über ihre detergierenden und zytostatischen Eigenschaften das Wachstum bestimmter grampositiver Bakterien zu modulieren, bzw. direkte antimikrobielle Effekte auszuüben.
- Zudem könnte direkt und indirekt die bakterielle Fermentation sowie die Gasproduktion (Methan, Wasserstoff) beeinflusst werden, was zur Linderung typischer SIBO-Symptome beitragen könnte.
- TUDCA selbst, könnte über Rezeptoren wie FXR und insbesondere TGR5, die intestinale Motilität regulieren, wodurch die bakterielle Überwucherung im Dünndarm zusätzlich gehemmt werden könnte.
Alle Effekte zusammen könnten unter Umständen auch das intestinale Milieu verändern und damit die Biofilmbildung indirekt beeinflussen.
TUDCA und Neurologisches, u.a. Alzheimer, Parkinson, Huntington, ALS
Nach einer Übersichtsarbeit [16] haben mehrere Studien gezeigt, dass TUDCA eine neuroprotektive Wirkung in verschiedenen Modellen neurodegenerativer Erkrankungen (ND) hat, darunter die Alzheimer-Krankheit, die Parkinson-Krankheit und die Huntington-Krankheit, und zwar aufgrund seiner starken Fähigkeit, die Apoptose zu hemmen, den oxidativen Stress abzuschwächen und den Stress des endoplasmatischen Retikulums in verschiedenen experimentellen Modellen dieser Krankheiten zu reduzieren. Selfhacked [1] gibt an, dass die klinische Gesamtevidenz jedoch nicht für eine Bewertung ausreiche.Selfhacked [1] bewertet jedoch die Evidenz für ALS als ungenügend, wie auch eine Studie [13] zu TUDCA bei ALS im Vergleich zu einem Placebo. Zwar verbesserten sich Leber-Biomarker, aber nicht das Fortschreiten der Krankheit. Eine andere Studie zu TUDCA und ALS [22] meinte, einen leicht verminderten Verlauf von ALS im Vergleich zur Placebogruppe festzustellen.
Die Übersichtsarbeit [16] gibt spezifischer an, dass bei
- Alzheimer die In-vitro- und In-vivo-Ergebnisse die Wirksamkeit von TUDCA bei der Verringerung der Apoptose, der Abschwächung der Aβ-Produktion und -Ablagerung, der TAU-Hyperphosphorylierung, der Glia-Aktivierung, der Neuroinflammation und des Verlusts der synaptischen Funktion zeigen.
- Parkinson in experimentellen In-vitro- und In-vivo-Modellen von Parkinson TUDCA neuroprotektive Wirkungen hat, u.a. die mitochondriale Dysfunktion, die ROS-Produktion und die Neuroinflammation abzuschwächen, sowie die Hemmung mehrerer Proteine, die an der Apoptose und der Hochregulierung von Zellüberlebenswegen beteiligt sind.
- Huntington neuroprotektiven Wirkungen von TUDCA in transgenen und pharmakologisch induzierten Huntington-Mäusen darauf hindeuten, dass diese Gallensäure eine neuartige und wirksame Behandlung für Patienten mit Huntington darstellen könnte.
Allerdings nutzt die Studie viele Begriffe wie „Vielversprechend“, „Obwohl noch weitere intensive Untersuchungen erforderlich sind“, sowie spekulatives bzw. allgemeine Erklärungen, etc.
Mein Reim ist: TUDCA schadet bei neurologischen Problemen nicht und unterstützt die Leber die es „für alles“ sowieso braucht. Deswegen kann es insb. denen helfen, die Stress mit der Leber haben, ist jedoch nichts wovon man einen speziellen und vor allem keinen allgemeinen „Durchbruch“ in diesen Fällen erwarten sollte.
TUDCA und die Augengesundheit
Dies war für mich ein sehr interessanter Aspekt, da mit nicht klar war, wie ein Gallensalz, ohne indirekt über die Verbesserung der Leber zu wirken, die Augengesundheit verbessern soll. Was ich weiß, ist, dass die Aufnahme von Vitamin A, als fettlöslichem Vitamin, einen guten Gallenfluss benötigt und natürlich eine „flutschende“ Leber und ein gesunder Darm für alles mögliche wichtig sind.
Cohen von Selfhacked schreibt, dass es ungenügende Evidenz für TUDCA in Verbindung mit Augenkrankheiten gibt [1], wobei er 7 Studien anführt, welche sich damit beschäftigt haben. Alle Studien wurden an Ratten oder Mäusen durchgeführt, meistens welche mit speziell angezüchteten Defekten. Interessant: TUDCA hat eine choroidale Neovaskularisierung der Augen in einem mit Laser behandelten Rattenmodell unterdrückt. Bei dieser Krankheit versucht der Körper die Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen zu umgehen und bildet dazu kleine Blutgefäße im Auge aus. [34] Ansonsten wurden eine Retina-Verschlechterung sowie eine Retinitis pigmentosa, eine vererbbare Netzhauterkrankung,in Mäusen und / oder Ratten verlangsamt, wobei einmal Mäuse mit Diabetes eingesetzt wurden.
Alle anderen Quellen und Zusammenfassungen verweisen dann immer wieder auf die gleichen 7 Maus- und Ratten-Studien und leiten daraus mal mehr, mal weniger ab. Der vorteilhafte Aspekt von TUDCA scheint in allen Fällen darin zu liegen, dass es die Apoptose reduziert und Schutz vor Zellschäden bietet. [19]
Sonstiges zu TUDCA (u.a. Niere, Insulin, Schilddrüse)
Nun wird es „dünn“ in der Studienlage. Nicht, weil es keine Studien dazu gibt, sondern weil es hier mal eine und dort mal eine gibt. Das bedeutet jedoch nicht viel.
- Insulin-Sensitivität
- Bei Labortieren, denen ein chemisch induzierter hoher Blutzucker verabreicht wurde, wurde beispielsweise in einer Studie eine 43%ige Senkung des Blutzuckerspiegels bei Behandlung mit TUDCA festgestellt.
- Insulin-Clearance
- TUDCA könnte einer durch Fettleibigkeit verursachten Hyperinsulinämie entgegenwirken, indem es die Insulin-Clearance erhöht, wahrscheinlich durch eine verstärkte IDE-Expression in der Leber, die von der Aktivierung des S1PR2-Insulinwegs abhängt. [18]
- Nieren-Schutz
- Kann die Nieren vor natriuminduzierten Schäden schützen. Die Forscher [35] schrieben „TUDCA schützt vor der Entwicklung glomerulärer und proximaler tubulärer Schäden, verringert das Absterben von Nierenzellen und Entzündungen in der Nierenrinde“ bei chronisch zu hohem Salzgehalt (durch die Ernährung) in Ratten.
- Schutz vor Keimen / Pathogenen
- Gallensäure trägt dazu bei, unerwünschte Bakterien oder andere Krankheitserreger zu vernichten, die mit der Nahrung in den Verdauungstrakt gelangen. Insofern ist ein normalisierter Gallenfluss durch TUDCA protektiv. Darauf gehe ich weiter unten noch einmal ein.
- Schilddrüsenhormone
- Positive Effekte auf die T3-Produktion in Ratten [36] über höhere Aktivierung der Typ-II-Deiodinase (DIO2), welches eine zentrale Rolle im Stoffwechsel von Schilddrüsenhormonen spielt, indem es Thyroxin (T4), in seine biologisch aktivste Form, Triiodthyronin (T3), umwandelt. Das erscheint mir logisch, weil ein relevanter Teil der Umwandlung T4->T3 in der Leber geschieht!
Ansonsten gibt es noch vereinzelte Studien zu Verbessrungen nach Herzinfakt (Ratten), verhindertem Muskelschwund nach Dexamethason induzierter Muskelatrophie, Osteoporose (Mäuse) welche verbesserte Knochenstrukturen, Dichte & Volumen in der Behandlungsgruppe zeigte, sowie eine Arbeit zu Hörverlust (Ratten) welche wieder auf die Verhinderung der Apoptose durch TUDCA zurückgeführt wurden. [7]
Meine zusätzlichen Überlegungen: Ist es gut, wenn sich die Gallensäure-Zusammensetzung langfristig „dramatisch“ ändert?
Ganz klar: TUDCA verbessert eine Darmflora in dem Falle, dass die Galle nur noch bescheiden fließt bzw. (T/G)UDCA unterrepräsentiert ist. Aber kann es bei einem bereits guten Gallenfluss durch viel TUDCA auch zu nachteiligen Änderungen in der Darmflora kommen? Und wenn ja, was ist „viel“?
Wenn der Gallensäurepool von 2-4 g nun durch 500-1500 mg TUDCA am Tag (Oral) ergänzt wird, dann verändert dies die Zusammensetzung des Gallensäure-pools durchaus enorm. Was bedeutet das nun für den Darm, u.a. „böse“ Mikroorganismen? haben weniger „toxische“ Gallensäuren im Darm ggf. auch Nachteile, oder nicht?
Dazu etwas Hintergrund: Der Anteil von UDCA an den Gallensäuren- und Salzen wird zw. 1-3% [14] geschätzt. TUDCA könnte sich in ähnlichen Bereichen bewegen, wobei auch etwa 3% angegeben werden [6], was jedoch nicht plausibel erscheint, da es ein 1:3 Verhältnis zwischen TUDCA und GUTCA (-> an Glycin konjugiertes UDCA) gibt [21]. Cohen [1] gibt sogar an, dass TUDCA nur in „trace amounts“ vorkomme. So gehe ich von 3-5% GUDCA, 1-2% TUDCA und 1-3% UDCA aus. Die Menge der gesamten Gallensauren liegt bei geschätzt ca. 2-4, ggf. 6 g, so das es in der Regel maximal ~ 400 mg der (T/G)UDCA-Varianten Körper geben sollte. Also, wenn alles gut läuft!
Ein Beispiel: Bei angenommenen 2 g eigener Gallensäuren ergeben sich in Folge maximal 200 mg (T/G)UDCA. Werden hier 1000 mg TUDCA als Supplement ergänzt, können schnell bis zu 50% des Gallenpools aus (T/G)UDCA bestehen. Natürlich wird die Leber die Neuproduktion von primären Gallensäuren (u.a. FXR) entsprechend herunterregulieren, was zu weniger CA, CDCA, LCA und DCA führt. Die Funktion von BSEP (Bile Salt Export Pump) und anderen kanalikulären Transportern sollte hingegen verbessert werden.
„Toxische“ (hydrophobe) Gallensäuren, wie CDCA, Desoxycholsäure (DCA) und Lithocholsäure (LCA), spielen wichtige Rollen im Ökosystem des Darms und der Immunregulation, trotz ihrer potenziellen Schädlichkeit [28]:
- Antimikrobielle Wirkung: Hydrophobe Gallensäuren können die Membranen von Mikroorganismen destabilisieren, was eine antibakterielle Wirkung hat. Dies ist Ggf. wichtig, um das Gleichgewicht der Darmflora aufrechtzuerhalten und das Wachstum pathogener Mikroben zu verhindern.
- Modulation der Darmflora: Gallensäuren beeinflussen die Zusammensetzung des Mikrobioms, indem diese das Wachstum bestimmter Bakterien fördern oder hemmen. Zum Beispiel begünstigen hydrophobe Gallensäuren die Vermehrung von Bakterien, die resistent gegen die Wirkung der Gallensäuren sind (z. B. Bacteroides und Clostridium-Arten).
- Regulation von Entzündungen: Hydropobe Gallensäuren können über Rezeptoren wie FXR und TGR-5 entzündungshemmende oder immunmodulierende Effekte auslösen.
Aber es wird noch komplexer:
- So veränderten sich bei der Gabe von weniger toxischen Gallensäuren (u.a. CA) die Anteile der Darmbakterien recht stark – wobei die Forscher hier nicht bewerteten ob dies gut oder schlecht gewesen sei.
- Ganz klar ist, dass die übermäßige Hydrophilie des Gallensäurepools mit vielen Krankheiten und negativen Auswirkungen in Verbindung gebracht wird.
- Verminderte Gallensäurespiegel im Darm, also die Summe aller Gallensäuren- und Salze, werden mit bakterieller Überwucherung und Entzündungen korreliert.
- Eine (zu stark) reduzierte Konzentration hydrophober Gallensäuren ist mit einem veränderten Mikrobiom assoziiert ist, welches potenziell weniger resistent gegen pathogene Keime ist [28].
Und ganz wichtig:
- TUDCA und UDCA werden von Darmbakterien jedoch zum Teil zu DCA & CA „umgewandelt“ und können so auch den Pool der hydrophoben Gallensäuren erhöhen. Natürlich nur dann, wenn diese Bakteriuen auch vorhanden sind.
Für mich bedeutet dies, das die Wirkungen auf den Darm durchaus individuell sein können! Deswegen nutze ich für mich folgenden Dosierungen:
- „Höhere“ Dosen an TUDCA (>= 750 mg / Tag): Bei spezifischen Leiden, oder Intervallweise für einige Wochen.
- „Normale“ Dosen an TUDCA (250-500 mg / Tag): Durchaus auch längerfristig bzw. chronisch bei „Leberschwäche“, deutlich erhöhten bzw. stark verminderten Leber-Enzymen ohne direkten Zusammenhang.
Letztendlich bleibt eine ausgewogene Zusammensetzung des Gallensäurepools entscheidend für die Aufrechterhaltung der Gesundheit. Ggf. könnte hier auch eine Ergänzung mit Ochsengalle sinnvoll sein, weil diese zwar kein TUDCA, aber die anderen „toxischeren“ Gallensäuren enthält. Letztendlich hängt alles daran, was im eigenen Darm wie und in welcher Menge zu was umgewandelt wird.
Sicherheit, Kontraindikationen & Nebenwirkungen
Grundsätzlich habe ich während meiner Recherchen faktisch nie etwas „Relevantes“ in Bezug auf Nebenwirkungen bei üblichen Dosen von TUDCA bis 1500 mg / Tag gelesen und wenn, dann leicht. Einzig Selfhacked gibt mehr an [1], wobei diese sich auf eine Packungsbeschreibung eines pharmazeutischen UDCA-Medikamentes beziehen [20], welches u.a. PEG enthält (ungut). Weiteres aus Studien und Zusammenfassungen:
- Bei Dosierungen von 1.000 – 1.500 mg TUDCA wurde (vereinzelt) über Durchfall berichtet [12].
- Bei mehr als 1500 mg täglich berichten einige Menschen und Studien Durchfall [5].
- Bei Untersuchungen an Probanden nach einer Lebertransplantation konnten mit der Gabe von 500 Milligramm TUDCA pro Tag über ein Jahr keine negativen Begleiterscheinungen festgestellt werden [37].
Das Medikament (pms-URSODIOL), was UDCA enthält und welches für die Auflösung von Gallensteinen, u.a. nicht kalzifizierten Steinen < 20 mm Durchmesser bestimmt ist, gibt folgendes an, wobei bedacht werden muss, dass sich der Hersteller hier nach allen Seiten absichern will und muss. Deswegen schließt er die Gabe bei anderen Gallenwegserkrankungen auch explizit aus. Ich gebe deswegen alles nur so wieder, wie ich meine, dass es im Kontext eines Nahrungsergänzungsmittels hilfreich ist:
- Kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Gallensäuren
- Anm: Wer hätte es gedacht 🙂 Sollte jedoch selten sein.
- Interaktionen mit Gallensäure-Sequestrierungsmittel wie Cholestyramin oder Colestipol können die Wirkung von Ursodiol beeinträchtigen, indem sie seine Absorption verringern.
- Schwangerschaft: Es gibt keine ausreichenden oder gut kontrollierten Studien an schwangeren Frauen in Bezug auf teratogene Wirkungen
- Allerdings wird angegeben: „Die versehentliche Exposition von 4 Frauen gegenüber therapeutischen Dosen des Arzneimittels im ersten Trimester der Schwangerschaft während der Ursodiol-Studien führte jedoch zu keinen Hinweisen auf Auswirkungen auf den Fötus oder das Neugeborene.“
- Zudem wird auf Reproduktionsstudien an Ratten und Kaninchen hingewiesen, bei denen mit Ursodiol-Dosen bis zum 200-fachen der therapeutischen Dosis gearbeitet wurde und (deepl.com) „keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder eine Schädigung des Fötus bei Dosen, die dem 20- bis 100-fachen der Humandosis bei Ratten und dem 5-fachen der Humandosis (höchste getestete Dosis) bei Kaninchen entsprachen.“
- Nebenwirkungen ohne Angabe von Häufigkeit: Verschlimmerung einer bereits bestehenden Psoriasis, Hautausschlag, Urtikaria, trockene Haut, Schwitzen, Ausdünnen der Haare, Gallenschmerzen, Cholezystitis, Verstopfung, Stomatitis, Blähungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen, Arthralgie, Myalgie, Rückenschmerzen, Husten, Rhinitis.
- Anm.: Wobei dies zum Teil auch durch PEG bzw. Zusatzstoffe verursacht sein könnte oder einfach nur zur Absicherung im Beipackzettel steht.
- In verschiedenen klinischen Studien wurden 648 Patienten mit Ursodiol behandelt.
- Sechs von 648 (1,0 %) hatten gastrointestinale Beschwerden:
- 4 hatten Durchfall (0,6 %) und
- 2 Dyspepsie (0,3 %). Darüber hinaus hatte
- 1 Patient vermutlich Juckreiz,
- 1 Fußschwellung und
- 4 andere verschiedene Beschwerden.
- Meint aus meiner Sicht: Top!
Generell wird jedoch davon ausgegangen das TUDCA-Ergänzungen als (sehr) sicher gelten, wenn sie innerhalb der empfohlenen Dosierungsmengen (bis 1500 mg / Tag) eingenommen werden. [5] Bei schweren Problemen mit der Leber, dem Gallenfluss, Gallensteinen, Leber-Zirrhose, sowie der ärztlichen Behandlung dieser Indikationen würde ich jedoch jede Einnahme vorher mit dem behandelnden Therapeuten vorsichtshalber absprechen.
Besser UDCA oder TUDCA?
Interessant ist, dass nach der oralen Einnahme von TUDCA der Gehalt von UDCA stärker angehoben zu werden scheint, als nach der Einnahme von UDCA. Es wird vermutet, dass die Konjugation mit der Aminosäure Taurin die Bioverfügbarkeit (von TUDCA) zu verbessern scheint [26][27].
Eine vergleichende Studie [10] schaute sich an, was bei 12 Frauen mit primärer biliärer Zirrhose (PBC) passiert, wenn diese 750 mg / Tag UDCA oder TUDCA über 2 Monate einnahmen. Das interessante an dieser Studie war, dass es eine Crossover-Studie war. Also eine, in der alle, zeitversetzt und randomisiert mit UDCA und TUDCA behandelt wurden. Die Gallensäuren wurden dabei im Serum, in der Duodenalgalle, im Urin und in den Exkrementen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) gemessen. Großes Kino! 🙂
Das Ergebnis: Die Anreicherung von UDCA in der Galle war bei der Verabreichung von TUDCA höher (32,6 % gegenüber 29,2 % bei UDCA; P <.05). Zudem war die zytotoxische LCA-Gallensäure bei UDCA-Verabreichung in allen biologischen Flüssigkeiten, also auch im Serum, höher. Die Forscher folgerten, dass TUDCA gegenüber UDCA erhebliche Vorteile aufweist, die für die Langzeittherapie der PBC von Nutzen sein könnten. [10] Auch andere Studien legen ebenfalls nahe, dass TUDCA besser [30] oder zumindest identisch gut ist [11][12].
Letztendlich ist das alles egal, weil nur TUDCA als Nahrungsergänzungsmittel (u.a. ohne Zusatzstoffe) verfügbar ist und das auch noch recht günstig – zumindest im Vergleich zum rezeptpflichtigen UDCA. So kosten 100 Tabletten von Ursochol mit 150 mg UDCA (Rezeptpflichtig) ca. 40€! Im Angebot bei iHerb sind 60 * 250 mg TUDCA-Kapseln (NutriCost) jedoch für ca. 22€ zu haben.
Sinnvolle Dosierungen von TUDCA

Quelle: Pixabay
Zu den Dosierungen findet sich faktisch immer das gleiche. Keine Studie an Menschen hat die 1750 mg / Tag überschritten, wobei allgemein nicht mehr als 1500 mg / Tag (aufgeteilt) empfohlen werden. Hier die für mich wichtigsten Erkenntnisse:
- In den humanen Studien und klinischen Versuchen werden, soweit ich es überblicke, grundsätzlich nur Dosen zwischen 250-1500 mg / Tag verwendet [11][12][30].
- Eine Studie leitet daraus 10 mg / Kg Körpergewicht als Empfehlung ab [12].
- Eine Studie folgert, dass der beste Kosten-Nutzen-Faktor bei 500 Milligramm zu liegen scheint [12].
- Bereits die dreimonatige Gabe von nur 10 bis 13 Milligramm / Tag TUDCA bei chronischer Lebererkrankung hatte Verbesserungen gezeigt [8].
- Bei ansonsten gesunden fettleibigen Personen wurden Dosen von 1.750 mg täglich bis zu vier Wochen lang vertragen. [38]
- In einer anderen Studie an Patienten mit Zirrhose wurde festgestellt, dass 1500 mg TUDCA täglich über einen Zeitraum von sechs Monaten ebenfalls gut verträglich sind. [27]
Die Firma BodyBio [5] schreibt, dass TUDCA mit oder ohne Nahrung eingenommen werden kann, empfehlt jedoch es mit einer Mahlzeit einzunehmen, um die Aufnahme zu unterstützen. Auch hier wird darauf hingewiesen die 1500 mg / Tag nicht zu überschreiten.
Vorab hatte ich bereits abgeschätzt, dass es in der Regel maximal ~ 400 mg der (T/G)UDCA-Varianten im Gallenpool des Körpers geben sollte, wenn kein Supplement eingenommen wird. Mir erscheint es nicht sinnvoll das natürliche Verhältnis von Gallensäuren dramatisch zu verändern, was bedeutet, dass ich in der Regel nur 2 * 250 mg TUDCA / Tag und maximal 3 * 250 mg TUDCA am Tag nutzen würde. Höhere Dosierungen brachten zudem kaum Vorteile und kosten dramatisch mehr. Bereits 500 mg TUDCA / Tag kosten in der Regel ca. 0,8-1€ / Tag – in der günstigsten Variante von iHerb!
Mir scheint es (nach eigenen Versuchen) zudem eine „adaptive“ Anpassung des Körpers auf die TUDCA-Zufuhr zu geben. Dies kann es ggf. sinnvoll machen „mal pausen einzubauen“, oder bei „großen Problemen“ eben auch mehr zuzuführen bzw. die Dosis während der Einnahme zu variieren.
Der Hintergrund: Gallensäuren regulieren „ihre eigene Synthese“ über den Farnesoid X Receptor (FXR) und eine exogene Gallensäure-Zufuhr (via Ergänzung) wird sicherlich über negative Rückkopplungen die endogene Gallensäureproduktion dämpfen [39]. Dies geschieht u.a. über die Hemmung der CYP7A1-Expression, welches aus macht aus Cholesterin das 7α-Hydroxycholesterol, eine Vorstufe der Gallensäuren, macht.
Chitosan: Implikationen für den Gallensäuren und Salze-Binder
In meinem Bindemittel-Artikel und anderswo erwähne ich oft Chitosan, was eine „natürliche Version“ der teuren Gallensalzbinder wie Colestyramin (Anionenaustauscherharz) oder Colesevelam ist. Letztere werden, z.B. bei einer Hypercholesterinämie, Cholestatischem Pruritus (-> Juckreiz) und Gallenstauungs-bedingten Erkrankungen im klinischen Einsatz verwendet, da sie an stark an Gallensäuren binden. Das ist jedoch auch für ein „Detox“ interessant, weil ja auch Toxine in den Gallensäurenkomplexen gebunden sind!
Die Wirkung von Chitosan ist in Bezug auf Gallensäuren jedoch abhängig von der chemischen Struktur, dem Molekulargewicht und der so genannten Deacetylierungsrate des Chitosans. So kann mit Chitosan auch Gallensäure gebunden werden, wobei die Affinität von Chitosan auch von pH-Wert der Umgebung abhängt, der ja überall im Magen & Darm anders ist. Grundsätzlich bindet Chitosan:
- Gallensalze: Mittels elektrostatischer Bindung zwischen den Aminogruppen des Chitosans und den Gallensalzen.
- Phospholipide: Durch hydrophobe und elektrostatische Interaktionen, wenn diese in freier Form in der Galle vorliegen, jedoch nicht so effizient wie Gallensalze. Zudem indirekt über die Gallensäurenbindung von Phospholipiden.
- Toxische Substanzen: Einige Toxine, die über die Galle ausgeschieden werden können von Chitosan durch hydrophobe oder ionische Wechselwirkungen gebunden werden. Andere, z.B. PCBs und Dioxine, welche in Gallensäure„mizellen“ eingebettet sind, kann Chitosan indirekt binden, indem es die gesamte Mizellenstruktur einfängt.
- Cholesterin: Chitosan kann freies Cholesterin in der Galle durch elektrostatischen Wechselwirkungen, hydrophoben Interaktionen und physikalischer Adsorption binden.
Nun wird es noch mal komplex, denn Chitosan zeigt, natürlich wieder umstandsbedingt und Abhängig von der genauen Chitosan-Komposition, insgesamt die stärkste Bindung zu konjugierten und hydrophilen Gallensäuren, während die Affinität zu hydrophoben sekundären Gallensäuren geringer ist. Im Detail (nur Abschätzungen!):
- Stärkste Bindung (hohe Anionenladung, bessere Löslichkeit) an: Konjugierte primäre (z.B. TCDCA) und theoretisch bzw. teilweise tertiäre Gallensäuren (TUDCA, GUDCA)
- Moderate Bindung (da nur teilweise ionisiert bzw. je nach pH): Weniger hydrophile sekundäre Gallensäuren (z. B. DCA)
- Schwächere Bindung (bzw. elektrostatische Wechselwirkung): Hydrophobe sekundäre (z. B. LCA) und unkonjugierte tertiäre (UDCA) Gallensäuren.
Das bedeutet: Chitosan sollte auf keinen Fall gleichzeitig zusammen mit TUDCA-Supplementen eingenommen werden! Jedoch kann es sich anbieten TUDCA zu ergänzen wenn Chitosan eingenommen wird um den Verlust an protektiven Gallensäuren auszugleichen. Ich würde hier die Einnahme von TUDCA um mindestens 6 Stunden nach der von Chitosan tätigen.
Abschließend ist Chitosan ist aus meiner Sicht ein effektiver, wenn auch milder Ansatz zur Gallensäuren- und Cholesterinsenkung im Vergleich zu pharmazeutischen Therapien. Gerade während Phasen einer höheren Toxinfreisetzung durch eine forcierte Schwermetall-Ausleitung, Ankurbelung des Metabolismus, zu hohem Cholesterin kann Chitosan aus meiner Sicht hilfreich sein. Ich nutze es in solchen Phasen.
Tipp: Hier gibt es noch einen extra Artikel.
„Meine“ & andere Erfahrungen
Ganz klar: Da funktioniert was! Sofort nach Einnahme von 2 * 250 mg TUDCA (zum Frühstück und zum Mittag) wurde der Stuhl dunkler. Nicht, dass der Stuhl davor „hell“ war, was auf zu wenig Galle(nfluss) bzw. weniger Bilirubin in der Gesamtgalle die ausgeschieden wird, hinweisen würde. Aber der Stuhl war und blieb auch bis heute klar dunkler, was u.a. bedeutet: Tendenziell mehr Gallenfluss.
Zwar war der Stuhlgang in der ersten Woche der Einnahme nicht mehr so regelmäßig wie sonst, aber in der zweiten Woche hat sich das normalisiert. Nun ist er dauerhaft dunkler und von der Konsistenz her tendenziell fester, aber immer noch „geschmeidig“. Da sich durch die Einnahme auch das Darmmilieu ändert (-> u.a. Firmicutes/Bacteroides-Ratio [15]) sowie der Gallenfluss verbessert wird, war das zu erwarten.
Ganz krass: Fast jeder Toilettengang ist nun ein „Glücks-Sch*ss“, meint: Das Klopapier bleibt sauber!
Das Experiment lief bei zwei Menschen (n=2) identisch ab. Leber-Blutwerte, also GOT, GPT, GGT, AP und Bilirubin werden folgen. In einem zukünftigen Beitrag werde ich über die Verläufe, auch bei jemand Dritten mit hohem Bilirubin, berichten.
Mögliche Supplemente?
Zu den Produkten bei iHerb, auch den Preisen (z.B. 25 g Pulver von Nutricost mit 20% Rabatt, die es oft gibt, ca. 20€) kenne ich keine Alternativen irgendwo. Auch die günstigsten Bulk Versender aus den USA wollen immer noch 90€ (inkl. 19% MwSt) pro 100 g haben – ohne Versand. Die BodyBio Kapseln sind sehr teuer – aber dafür ist die Marke für gute Qualität bekannt und die Kapseln enthalten keine Zusatzstoffe. Das ist im Kontext von TUDCA bemerkenswert, weil sich dieses Pulver nur schwer verkapseln lässt. Insofern bedeutet dies auch atypische und höhere Aufwände in der Produktion.
- Pulver
- Nutricost (25 g) – Keine Zusatzstoffe!, Preiswert – optimal zum Selberverkapseln! – ergibt 100 Kapseln a 250 mg – aber teurer als die 250 mg Kapseln von NutriCost!
- Kapseln
- Nutricost (250 mg, 60 Kapseln) – Gelatinekapsel, leider mit Siliciumdioxid, sehr Preiswert!
- Nutricost (500 mg, 30 Kapseln) – Gelatinekapsel, leider mit Siliciumdioxid, teurer als 60*250 mg Kapsel, lieber 2 * 250 mg!
- Nature’s Craft (250 mg, 60 Kapseln) – Vegetarische Kapsel, leider mit Siliciumdioxid, noch guter Preis
- BodyBio (250 mg, 60 Kapseln) – Vegetarische Kapsel, sonst nur noch Reismehl! Leider im Vergleich teuer.
- ALLMAX (250 mg, 60 Kapseln) – Gelatinekapsel, Kein Siliciumdioxid, mit Cholin-Bitartrat – Mediumpreisig
Das ALLMAX Produktt funktioniert definitiv. wobei ich die Cholin-Bitartrat Beigabe wegen der TMAO-Problematik nicht mag. Die menge ist jedoch eher winzig und aus meiner Sicht auch nicht problematisch. Die familiengeführte Firma BodyBio fällt mir auch durch ihr scheinbar sehr gutes Phosphatidylcholin (PC) auf. Zudem hat die Firma ein sehr eng fokussiertes Angebot, was auch Buttersäure (Butyrate) umfasst, welches ebenfalls positiv wirken kann, wenn die Darmflora gestört ist. Das BodyBio TUDCA funktioniert auch. Das von NutriCost, einer iHerb Eigenmarke, teste ich demnächst.
Ach ja: Wenn Ihr bei iHerb etwas bestellen solltet, dann gebt bitte den 5% Rabatt-Code “HER2060“ an – und tut mir damit einen kleinen Gefallen.
Mein Fazit
TUDCA sehe ich als unproblematisches und generell ziemlich hilfreiches Ergänzungsmittel an, wenn es im Bereich bis 750 mg / Tag verwendet wird. Da TUDCA als Bärengalle schon seit > 1000 Jahren in der TCM verwendet wird und ein natürlicher Bestandteil der Galle ist, sehe keine Problem bei der Zufuhr im physiologischen Maßstab.
Im Kern, egal was alle möglichen Studien sagen oder schreiben oder vermuten, steht für mich die Verbesserung
- des Gallenflusses, u.a. auch durch Förderung von BSEP,
- der Gallenzusammensetzung,
- des Darm-Mikrobioms sowie
des allgemeinen Schutze der Leber, der ihr innewohnenden Hepatozyten und der Gallengänge (Cholangiozyten) vor zu vielen zytotoxischen Gallensäuren im Vordergrund. Sekundär wird auch die Niere geschützt, speziell in den Fällen, in welchen die Leber die Toxine zum Teil wieder in das Blut „zurückpumpt“, weil der Gallenweg „verstopft“ ist. Diese Problematik erkläre ich in meiner zukünftigen Serie zum enterohepatischen Kreislauf.
Alles zusammen zeigt sich in Bezug auf die Verbesserung Leberenzym-Werte (-> Blutwerte) und der Modulation verschiedenster Transkriptionsfaktoren (u.a. BAX). Ob das ganze nun über die Hemmung der Apoptose, der Caspasen bzw. BAD geschieht bzw. zusätzlich befördert wird ist mir egal. Ich denke, das hier ganz viele Wirkungseffekte zusammenkommen ggf. auch eine bessere Umwandlung von T4 zu T3.
Daß es den Gallenfluss für das „Detox“ der Leber braucht, weil Gallensäuren & Salze ein Teil der „Leber-Spülung“ sind, habe ich in diesem Artikeln nicht noch einmal „extra“ erwähnt. Ohne Galle & genug Gallensäuren & Salze kein Leber-Detox, keine „Phase 3,5 der Entgiftung“. Diese „Phase 3,5“ ist natürlich nur Sinnbildhaft, eine „H.C.“-Worterfindung, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Galle ist.
Da kaum jemand die Gallensäuren in seinem Stuhl bzw. dem Blut bestimmen lässt, die Leberwerte nichts über den Gallenfluss bzw. dessen Zusammensetzung aussagen ist für mich eine „präventive“ Ergänzung von TUDCA bei Leberenzym-Werten (GOT, GPT, GGT) >= 30-40 bzw. schlechten Nierenwerten (-> erhöhtes Cystatin C, GfR < 80) eine überlegenswerte Sache.
Warum die Niere? Weil die Niere das „weg schaffen muss“, was die Leber nicht „packt“. Als „pauschale“ Ergänzung, ohne spezifische Symptome, würde ich selber bei 250 mg (eine typische Kapsel) belassen. Sind die Leberwerte im rotem Bereich oder die GFR aus Cystatin C < 75 dann würde ich selber 2 * 250 mg / Tag TUDCA präventiv nutzen.
Ach ja: Wie schon angemerkt, sollte zwischen der Anwendung von Chitosan (-> Gallensalz-Binder) und TUDCA möglichst eine Pause von 6 Stunden eingehalten werden. Zudem würde ich TUDCA bei der Anwendung von Chitosan unbedingt ergänzen, um Verluste auszugleichen.
Links / Quellen
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- [2] TUDCA, Examine.com, 1.2.2024
- [3] Tauroursodeoxycholsäure – Wirkung, Nebenwirkungen, Dosierung und mehr, Gannikus.de, 11.5.2019
- [4] What is Tudca? – Information & Faq, Everyone,org, 2.7.2024
- [5] What Is TUDCA, What are its Benefits, & Why Does it Matter for My Health?, BodyBio.com, 15.8.2024
- [6] TUDCA-Studie gestartet, Charite – Ambulanz für ALS und andere Motoneuroerkrankungen, 04.11.2019
- [7] TUDCA – Die Tauroursodeoxycholsäure – Was kann die?, HP Rene Gräber, 08.05.2022
- [8] Does tauroursodeoxycholic acid (TUDCA) treatment increase hepatocyte proliferation in patients with chronic liver disease?, C Panella et al., Ital J Gastroenterol, 1995 Jun;27(5):256-8.
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- [12] Tauroursodeoxycholic acid for treatment of primary biliary cirrhosis. A dose-response study, A Crosignani et al., Dig Dis Sci, 1996 Apr;41(4):809-15. doi: 10.1007/BF02213140.
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