Deuterium abgereichertes Wasser (DDW) – Mittel gegen Krebs? Begründung für Keto & Low-Carb?

By | 11. Juni 2018
Deuterium im Atommodell

Deuterium im Atommodell

‘Deuterium Depleted Water’ (DDW) im Deutschen ‘Deuterium abgereichertes Wasser’ ist etwas was gerade durch viele US-Gesundheits Blogs (meist mit Low-Carb Fokus, wovon ich eher wenig halte…) geht. Es soll gegen Krebs helfen, wobei u.a. der Deuterium-Gehalt in den Zellen auch ein Indikator für den (allgemeinen) Gesundheitszustand sein könnte -> Weniger sei grundsätzlich besser.

Beeinflusst wird die Menge an Deuterium wohl über verschiedene Faktoren: Das Wasser das wir trinken, die Nahrung die wird essen, (tiefe) Atmung, ausreichend langer und tiefer Schlaf (Rem) und andere Stressoren wie EMF. Die Forschung steht hier jedoch noch am Anfang.

Ist das alles Humbug?, oder ist da etwas dran? Diese Frage hatte mich bewegt und die ‘tiefen’ Recherche dazu hat einiges zu Tage gefördert.

  • Welche Auswirkungen Deuterium wohl auf die ATP(syn)thase hat
  • Wer die Protagonisten der Deuterium-Theorie sind
  • Wie Keto & Low-Carber mit Deuterium Ihre Ernährung begründen (und wohl eher falsch abbiegen…)
  • Welche Lebensmittel arm an Deuterium sind
  • Wie man Deuterium-Armes Wasser selber herstellen kann – oder auch nicht
  • Was das alles mit Mobilfunk & EMF zu tun hat.

… und wie in jedem sehr umfangreichen Artikel hier im Blog am Ende meine ausführliche Kritik bzw. Meinung zum ganzen Thema.

Was ist Deuterium? Was sind die Argumente? Was ist da ggf. dran?

Ganz vereinfacht: Deuterium ist ein Isotop vom Wasserstoff. Anstatt einem Elektron und einem Proton hat das Deuterium noch ein zusätzliches Neutron. Somit ist es chemisch quasi identisch, hat jedoch das doppelte Atomgewicht durch das zusätzliche Neutron.

Aufmerksam wurde ich auf das Thema durch neuere Podcasts mit (den durchaus kontroversen und polarisierenden) Dr. Jack Kruse, welchen ich ja schon länger verfolge. Dort ist das ganze jedoch auch erst seit Mitte 2017 ein Thema – ggf. weil es Kruse & Co. zusätzliche Argumenten in Bezug auf einer eher (sehr) fettreiche und tierkostbetonte Ernährung liefert…

Wasserstoff im Atommodell

Wasserstoff im Atommodell

Weiter mit Deuterium: Es kommt natürlich im Wasser (und somit allen Lebensmitteln) vor – allerdings in einer sehr geringen Anzahl von in Schnitt ca. 140-150 ppm – also 150 Deuterium-Atome auf 1.000.000 Wasserstoffatome im normalen Wasser. Dabei gibt es jedoch eine Spanne von ca. 90-180 ppm, je nach Herkunft und Komposition des Wassers [7] (Anm.: an den Polen weniger, zum Äquator hin mehr Deuterium). Ein Wassermolekül (H2O) mit Deuterium wird dann schweres Wasser (D2O) genannt. So enthält wohl Gletscherwasser und Wasser von den Polen weniger Deuterium (bzw. schweres Wasser), was wohl auch durch den anderen Gefrierpunkt (ca. 3,82 Grad) im Vergleich zu H2O bedingt ist. Was macht nun den Deuteriumgehalt so interessant? Nach [7]:

“A decrease or an increase of the deuterium concentration in water results in a radical change of its physicochemical and biological properties.”

… das ganze hat wohl massive Auswirkungen auf unsere biologischen Systeme. Schon mal als Vorgeschmack: Die vortragende Gruppe um Laszlo G. Boros, M.D. sagen in einem Video [3] aus, das Sie keine Krebspatienten gefunden haben, bei denen der Deuteriumgehalt in den Zellen unter 130 ppm war. Sie selber behandeln dabei Patienten mit ‘Deuterium abgereichertem Wasser’ (DDW) und optional einer speziellen (ketogenen) Diät. Mehr dazu später….

Was ist das (angebliche) Problem mit Deuterium?

Nach einer Präsentation von Laszlo G. Boros [6, Seite 31] folgende in Kürze:

  • Es ist doppelt so schwer wie Wasserstoff & Chemisch identisch (hatte ich ja schon geschrieben),
  • Deuterium partizipiert in der reduktiven (Bio-) Synthese (wohl insb. PPP),
  • ändert die DNA Methylierung,
  • ändert Genexpressionen und induziert ggf. Aneuploidie (Genom-Mutationen)

und das macht am Ende Krankheit und Krebs – wenn wohl der Deuteriumgehalt in den Zellen nicht durch körpereigene Prozesse im Rahmen gehalten wird. Ein vorsorgliches Ziel sollte, so wie ich es verstehe, es wohl sein nicht zuviel Deuterium mit Wasser und Nahrung aufzunehmen bzw. bei Krankheit (insb. Krebs-Varianten) deuteriumarmes Wasser bzw. Nahrung zu sich zunehmen. Wie das geht und wo da ggf. drauf zu achten ist , dazu später…

Die konkretem Mechanismen wie unser Körper Deuterium bzw. schweres Wasser entsorgt und wann das warum nicht mehr so klappt wie früher scheinen jedoch noch nicht so klar zu sein…

Deuterium stört wohl die ATP(synth)ase -> Die Energiegewinnung in den Mitochondrien

Mitochondria. Quelle: Wikipedia. Lizenz: Gemeinfrei

Bei Jack Kruse im Forum (Backuplink) habe ich dann eine für mich (bildlich) nachvollziehbare Erklärung gefunden: Die ATP(synth)ase (quasi kleine rotierende Nano-Motoren) wird durch die (schweren) Deuterium-Atome gestört und kommt wohl aus dem Tritt – was die Energieproduktion negativ beeinflusst [12]. Kruse dazu:

This form of water has a much higher viscosity and does not allow the ATPase to spin as fast. As a result ATP levels drop.”

Weniger ATP bedeutet dann vereinfacht: mehr Krankheit. Kruse dazu:

“Every second the ATPase needs to be loaded with 1500 H+ protons. It cannot work with deuterium version of hydrogen and the fraction is what slows the spinning Fo head.”

Kruse führt (zumindest seine Perspektive) in seinen Blog-Kommentaren und aktuellen Podcasts noch weiter aus. Das problem an der einfachen Erklärung ist jedoch: Das ganze ist erst mal eine These…

Wie kommt das Deuterium in den Körper? Wo ist es enthalten?

Zu diesem Thema habe ich einen interessanten Vortrag (weiter unten) von Dr. Laszlo Boros (mitte Rechts), Dr. Que Collins (links), and Dr. Anne Cooper (mitte links) welche zusammen Signature Health gegründet haben gefunden [3]. Dr. Boros hat denn auch sehr viele zum Thema Deuterium veröffentlicht (siehe Links unten). Grundsätzlich geben Sie an [2], das Deuterium durch unser Essen, Trinken – jedoch auch durch die Feuchtigkeit der Luft die wir Atmen in unseren Körper gelangt.

In Bezug auf das Essen, eine Variable die wir wohl noch am besten kontrollieren können, geben die Forscher an das [2]:

  • grüne Pflanzen Deuterium abreichern – also Gemüse weniger Deuterium enthält.
    • Soll wohl an den Chloroplasten liegen, die Deuterium ab bzw. ausscheiden [22]
  • Pflanzen das Deuterium in Ihre Kohlenhydrate (‘sugar store’) einbauen
    • und so Obst, Kartoffeln und Getreide in Relation viel Deuterium enthalten
  • Nüsse weniger Deuterium enthalten, da sie aus vielen Fetten und Proteinen bestehen.
  • grasgerütterte Tiere enthalten wenig Deuterium, Mastvieh (Getreide, Soja, etc.) deutlich mehr.
  • mit dem Alter der Nahrung Deuteriumgehalt zunimmt,
    • da die Pflanzen oder Tiere wie wir die Fähigkeit verlieren Deuterium abzureichern.
  • Trinkwasser (Flüsse, Seen, Bäche) viel Deuterium enthalten.
  • Fette von Pflanzen und mit Gras gefütterten Tieren am wenigsten Deuterium enthält.

Zudem gibt es wohl noch die Unterscheidung von verschiedenen Photosynthesetypen von Pflanzen: C3, C4 und CAM – welche sich dann in der Anreicherung von Deuterium unterscheiden. C3 und C4 sind wohl dabei recht identisch – mit leichten Vorteilen für C3, CAM lagert jedoch deutlich mehr Deuterium ein [23][24]. Aus einer sehr kompakten Zusammenfassung [25]:

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