Deuterium abgereichertes Wasser (DDW) – Mittel gegen Krebs?

Deuterium im Atommodell

Deuterium im Atommodell

‘Deuterium Depleted Water’ (DDW) im Deutschen ‘Deuterium abgereichertes Wasser’ ist etwas was gerade durch viele US-Gesundheits Blogs (meist mit Low-Carb Fokus, wovon ich eher wenig halte…) geht. Es soll gegen Krebs helfen, wobei u.a. der Deuterium-Gehalt in den Zellen auch ein Indikator für den (allgemeinen) Gesundheitszustand sein könnte -> Weniger sei grundsätzlich besser.

Beeinflusst wird die Menge an Deuterium wohl über verschiedene Faktoren: Das Wasser das wir trinken, die Nahrung die wird essen, (tiefe) Atmung, ausreichend langer und tiefer Schlaf (Rem) und andere Stressoren wie EMF. Die Forschung steht hier jedoch noch am Anfang.

Ist das alles Humbug?, oder ist da etwas dran? Diese Frage hatte mich bewegt und die Recherche dazu hat einiges zu Tage gefördert.

Was ist Deuterium? Was sind die Argumente? Was ist da ggf. dran?

Ganz vereinfacht: Deuterium ist ein Isotop vom Wasserstoff. Anstatt einem Elektron und einem Proton hat das Deuterium noch ein zusätzliches Neutron. Somit ist es chemisch quasi identisch, hat jedoch das doppelte Atomgewicht durch das zusätzliche Neutron.

Aufmerksam wurde ich auf das Thema durch neuere Podcasts mit (den durchaus kontroversen und polarisierenden) Dr. Jack Kruse, welchen ich ja schon länger verfolge. Dort ist das ganze jedoch auch erst seit Mitte 2017 ein Thema – ggf. weil es Kruse & Co. zusätzliche Argumenten in Bezug auf einer eher (sehr) fettreiche und tierkostbetonte Ernährung liefert…

Wasserstoff im Atommodell

Wasserstoff im Atommodell

Weiter mit Deuterium: Es kommt natürlich im Wasser (und somit allen Lebensmitteln) vor – allerdings in einer sehr geringen Anzahl von in Schnitt ca. 140-150 ppm – also 150 Deuterium-Atome auf 1.000.000 Wasserstoffatome im normalen Wasser. Dabei gibt es jedoch eine Spanne von ca. 90-180 ppm, je nach Herkunft und Komposition des Wassers [7] (Anm.: an den Polen weniger, zum Äquator hin mehr Deuterium). Ein Wassermolekül (H2O) mit Deuterium wird dann schweres Wasser (D2O) genannt. So enthält wohl Gletscherwasser und Wasser von den Polen weniger Deuterium (bzw. schweres Wasser), was wohl auch durch den anderen Gefrierpunkt (ca. 3,82 Grad) im Vergleich zu H2O bedingt ist. Was macht nun den Deuteriumgehalt so interessant? Nach [7]:

“A decrease or an increase of the deuterium concentration in water results in a radical change of its physicochemical and biological properties.”

… das ganze hat wohl massive Auswirkungen auf unsere biologischen Systeme. Schon mal als Vorgeschmack: Die vortragende Gruppe um Laszlo G. Boros, M.D. sagen in einem Video [3] aus, das Sie keine Krebspatienten gefunden haben, bei denen der Deuteriumgehalt in den Zellen unter 130 ppm war. Sie selber behandeln dabei Patienten mit ‘Deuterium abgereichertem Wasser’ (DDW) und optional einer speziellen (ketogenen) Diät. Mehr dazu später….

Was ist das (angebliche) Problem mit Deuterium?

Nach einer Präsentation von Laszlo G. Boros [6, Seite 31] folgende in Kürze:

  • Es ist doppelt so schwer wie Wasserstoff & Chemisch identisch (hatte ich ja schon geschrieben),
  • Deuterium partizipiert in der reduktiven (Bio-) Synthese (wohl insb. PPP),
  • ändert die DNA Methylierung,
  • ändert Genexpressionen und induziert ggf. Aneuploidie (Genom-Mutationen)

und das macht am Ende Krankheit und Krebs – wenn wohl der Deuteriumgehalt in den Zellen nicht durch körpereigene Prozesse im Rahmen gehalten wird. Ein vorsorgliches Ziel sollte, so wie ich es verstehe, es wohl sein nicht zuviel Deuterium mit Wasser und Nahrung aufzunehmen bzw. bei Krankheit (insb. Krebs-Varianten) deuteriumarmes Wasser bzw. Nahrung zu sich zunehmen. Wie das geht und wo da ggf. drauf zu achten ist , dazu später…

Die konkretem Mechanismen wie unser Körper Deuterium bzw. schweres Wasser entsorgt und wann das warum nicht mehr so klappt wie früher scheinen jedoch noch nicht so klar zu sein…

Deuterium stört wohl die ATP(synth)ase -> Die Energiegewinnung in den Mitochondrien

Mitochondria. Quelle: Wikipedia. Lizenz: Gemeinfrei

Bei Jack Kruse im Forum (Backuplink) habe ich dann eine für mich (bildlich) nachvollziehbare Erklärung gefunden: Die ATP(synth)ase (quasi kleine rotierende Nano-Motoren) wird durch die (schweren) Deuterium-Atome gestört und kommt wohl aus dem Tritt – was die Energieproduktion negativ beeinflusst [12]. Kruse dazu:

This form of water has a much higher viscosity and does not allow the ATPase to spin as fast. As a result ATP levels drop.”

Weniger ATP bedeutet dann vereinfacht: mehr Krankheit. Kruse dazu:

“Every second the ATPase needs to be loaded with 1500 H+ protons. It cannot work with deuterium version of hydrogen and the fraction is what slows the spinning Fo head.”

Kruse führt (zumindest seine Perspektive) in seinen Blog-Kommentaren und aktuellen Podcasts noch weiter aus. Das problem an der einfachen Erklärung ist jedoch: Das ganze ist erst mal eine These…

Wie kommt das Deuterium in den Körper? Wo ist es enthalten?

Zu diesem Thema habe ich einen interessanten Vortrag (weiter unten) von Dr. Laszlo Boros (mitte Rechts), Dr. Que Collins (links), and Dr. Anne Cooper (mitte links) welche zusammen Signature Health gegründet haben gefunden [3]. Dr. Boros hat denn auch sehr viele zum Thema Deuterium veröffentlicht (siehe Links unten). Grundsätzlich geben Sie an [2], das Deuterium durch unser Essen, Trinken – jedoch auch durch die Feuchtigkeit der Luft die wir Atmen in unseren Körper gelangt.

In Bezug auf das Essen, eine Variable die wir wohl noch am besten kontrollieren können, geben die Forscher an das [2]:

  • grüne Pflanzen Deuterium abreichern – also Gemüse weniger Deuterium enthält.
    • Soll wohl an den Chloroplasten liegen, die Deuterium ab bzw. ausscheiden [22]
  • Pflanzen das Deuterium in Ihre Kohlenhydrate (‘sugar store’) einbauen
    • und so Obst, Kartoffeln und Getreide in Relation viel Deuterium enthalten
  • Nüsse weniger Deuterium enthalten, da sie aus vielen Fetten und Proteinen bestehen.
  • grasgerütterte Tiere enthalten wenig Deuterium, Mastvieh (Getreide, Soja, etc.) deutlich mehr.
  • mit dem Alter der Nahrung Deuteriumgehalt zunimmt,
    • da die Pflanzen oder Tiere wie wir die Fähigkeit verlieren Deuterium abzureichern.
  • Trinkwasser (Flüsse, Seen, Bäche) viel Deuterium enthalten.
  • Fette von Pflanzen und mit Gras gefütterten Tieren am wenigsten Deuterium enthält.

Zudem gibt es wohl noch die Unterscheidung von verschiedenen Photosynthesetypen von Pflanzen: C3, C4 und CAM – welche sich dann in der Anreicherung von Deuterium unterscheiden. C3 und C4 sind wohl dabei recht identisch – mit leichten Vorteilen für C3, CAM lagert jedoch deutlich mehr Deuterium ein [23][24]. Aus einer sehr kompakten Zusammenfassung [25]:

  • C3-Pflanze: z.B. Weizen, Reis, Kartoffel, Zuckerrübe (gemäßigtes Klima)
  • C4-Pflanze: z.B. Mais, Hirse, Zuckerrohr (eher tropische Gebiete)
  • CAM-Pflanze: z.B. Ananas, Kakteen, Sukkulenten, Kürbisgewächse (sehr heißes trockenes Klima)

Wenn ich die Angabe bei Wikipedia zu den Kürbisgewächsen richtig interpretiere dann sind können Kürbis, Gurke, Melone alles CAM-Pflanzen sein (müssen sie jedoch nicht unbedingt). Daten zu Gemüse habe ich dann überhaupt nicht gefunden… Jack Kruse schreibt hingegen:

“C3 plants make the most deuterium in them that drives growth and if one eats too much it become inflammation. C4 plants (grasses) have the least on a relative basis. CAM plants are in between and they are most tropical and need strong solar light for the animal who eats them.”

Was irgendwie gar nicht zu den Sachen passt die ich gefunden habe. So ist denn für mich auch nicht klar, auf welche Pflanzenteile sich hier wer bezieht. Denn es kann ja sein, das es im Grün abgereichert und im Samen angereichert wird.

Metabolisches DD-Wasser nur aus Fett?

Im gleichen Zusammenhang geben die gleichen Forscher u.a. an, das der Körper dann aus dem Fett DDW als ‘Nebenprodukt’ metabolisiert (Anm.: Im Mensch läuft ja faktisch die Photosynthese rückwärts). Sie geben hier an, das aus 1 Kg Fett ca. 1,1 DDW produziert werden und legen nahe, das dies mehr sei als aus den Kohlenhydraten. Dabei zitieren die Folien von Boros [6] fast Wortgenau eine Forschungsarbeit von 1942 in der steht [15] :

“As the complete combustion of 100 gm. of fat produces about 110 gm. of metabolic water, whereas 100 gm. of carbohydrate yields only 55 gm.”

Nun ist das Problem: 1g Fett = 9 Kalorien und 1g KH = 4 Kalorien. Vergleicht man das ganze Kalorisch (worauf es bei der Ernährung letztendlich ankommt), dann ergeben:

  • 1000 Kalorien Fett 122 g Wasser und
  • 1000 Kalorien KH 137 g Wasser!

Ein gewichtiger Unterschied zwischen Fett und KH ist denn auch, das der Körper Fett auf lange Zeit speichern kann (was man ja oft sieht) und KH eben nicht. Auch ist die Umwandlung von KH in Fett sehr ineffizient und findet wohl wirklich nur bei einer Kalorienmast statt – meist keine gute Idee.

DDW und Fettanteil in der Nahrung

Spielt der (zusätzliche) Fettanteil in der Nahrung (bei Low-Carb & Keto) wirklich eine große Rolle?

Meinetwegen enthält das metabolische Wasser aus dem Fett dann etwas weniger Deuterium (130 ppm ?). Dem gegenüber stehen jedoch ca. 2,5 Liter Wasser die wir trinken (ca. 150 ppm) und sicher 1,5-2 Kg Wasser aus Gemüse das wir essen (130 ppm ?) – also wenn man wirklich viel Gemüse isst, wie es meine Ernährung und zumindest die besseren Paleo-Low-Carber nahelegen. Ich finde jedoch diesen Punkt in der Präsentation und dem Video weiter unten (suggestiv) verzerrend dargestellt.

Gibt es auch konkrete Angaben zu Deuterium in der Nahrung?

Um mal zu wissen welche Nahrung überhaupt wie viel Deuterium enthält wären Angaben dazu sinnvoll. Das einzige was ich hier gefunden habe ist aus einer Präsentation von Boros [6, Seite 27/28]. Er listet dort folgendes auf (gemessen mit ‘Isotope ratio mass spectrometry as VSMOW, Vienna Standard Mean Ocean Water (~155 ppm)‘:

  • Mehl ~150 ppm (parts per million)
  • (Haushalts-) Zucker ~146 ppm
  • Trockener Hüttenkäse ~136 ppm
  • Olivenöl ~130 ppm
  • Butter ~124 ppm
  • Fettsäuren von tierischen Fetten ~118 ppm
  • Ungesättigtes Fett ~110 ppm
  • Einfach ungesättigtes Pflanzenfett ~102 pp

Spannend, das Zucker (100 KH) weniger Deuterium enthält als Mehl (KH, Fett, Protein & Wasser). Konzentriert Getreide mehr Deuterium im Samen und reichert es dafür ggf. im Blattgün ab? Warum aber passiert bei Zucker aus eine Rübe bzw. Zuckerrohr nicht gleiches? bzw.was passiert beim Prozess der Raffinerierung? Sehr viele unbeantwortete Fragen für mich – welche ich auch durch viel Recherche und Anschauen von Videos nicht klären konnte.

Hat der Urmensch wirklich einen Großteil seines Wasserhaushaltes aus Fett bestritten?

Die gleiche Präsentation von Boros enthält jedoch noch eine Aussage, welche ich für sehr verwirrend halte – und die meinem Plausibilitäts-Check nicht stand hält. Ich gehe darauf ein, weil die Aussage im nachfolgend präsentierten Video mehrfach aufgegriffen wird:

“The body makes 1.1 kg of deuterium depleted water for every kg of fat consumed – ancient man likely derived most of his water from fat as many animals still don’t – camels don’t need to drink because they make water from the fat on their backs.”

Das Problem (mit einfachen Erklärungen): Wenn ein Urmensch das meiste Wasser aus dem Fett bezog, dann müsste er über 1Kg Fett am Tag gegessen haben. Wildtiere haben ca. 10% – 20% Körperfettanteil und 1Kg Fett hat 9000 Kalorien. Ich bezweifele stark das ein Urmensch 5-10Kg Fleisch pro Tag gegessen hat bzw. 9000 Kalorien benötigte…

Zudem: Wie ich weiter oben berechnet habe – metabolisiert der Körper (bezogen auf die Kalorienaufnahme) sogar mehr Wasser aus den Kohlenhydraten… Wer als (Ernährungs-) Wissenschaftler Fett und KH auf Gewichtsbasis vergleicht…. naja.

Wer aufgepasst hat wird Fragen haben…

Die Forscher sagen, das Pflanzen das Deuterium in den Fetten abreichern und in den Kohlenhydraten anreichern – wie auch immer sie das machen.  Demnach müsste ja das Fett einer Nuss abgereichert sein, die KH der Nuss jedoch angereichert – und die ganze Nuss dann ggf. neutral sein. Oder wird das Deuterium anderweitig (vom Nussbaum) ausgeschieden bzw. landet in Ästen und Blattwerk? Der genaue Mechanismus ist mir (noch nicht) nicht klar.

Im Video sagen Sie dann auch das Gras, von dem sich die mit Gras gefütterten Kühe ernähren, weniger Deuterium enthält – weil es im Schatten oder Winter wächst (also weniger starkem Sonnenlicht ausgesetzt ist). Das ganze muss also irgendetwas mit den Licht-Photonen bzw. der UV-Strahlung zu tun haben die auf die Pflanze trifft. Der Mechanismus ist mir jedoch auch unklar. Das was Sie (und Jack Kruse) sagen ist jedoch, das Tiere das Deuterium aus der Nahrung in Ihren Fettgewebe abreichern – wobei es den Tieren wohl hilft eine an Deuterium arme Ernährung zu haben.

Was davon Hypothese ist und was davon wissenschaftlich nachgewiesen wurde bleibt (für mich) allerdings im unklaren.

Auswirkungen und Erfahrungen mit DDW – Ein Interview mit Dr. Boros & Co.

Dies ist das für mich das aktuell am besten verständliche Video zu Deuterium & Deuterium abgereichtem Wasser (DDW) das ich ausmachen konnte – weil hier Dr.’s in gut verständlicher Sprache berichten, welche Patienten begleiten und wohl auch selber entsprechende Diagnostik(mit-) entwickelt haben. Am spannendsten fand ich die Aussage das Krebs bei einer Deuterium-Konzentration von <130 ppm  in den Zellen faktisch nicht vorkommt.

Der Beigeschmack: Sie verkaufen ein Deuterium-Abgereichertes Wasser: ‘Preventa’ und haben sicher auch kommerzielle Interesse. Diesen Hintergedanken sollte man beim Anschauen des Videos sicher im Kopf haben… also wenn alles zu schön klingt um ggf. wahr zu sein – denn einige Aussagen in dem Video werfen auch mehr Fragen auf, also sie scheinbar beantworten – insb. wenn immer wieder eine ketogene Ernährung im gleichen Kontext wie DDW erwähnt wird.

Deuterium and Health with Dr. Laszlo Boros, Dr. Que Collins, and Dr. Anne Cooper.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
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Warum jedoch bei Krebspatienten der Deuterium-Siegel so hoch ist, welche Co-Faktoren das außer den schon weiter oben genannten beeinflussen (u.a. Sonne, EMF, Kunstlicht, etc.) – das bleibt auch im Video unklar. Denn eines ist für mich sicher: An einer eher fettarmen Ernährung alleine kann es nicht liegen – ansonsten würden die Menschen in den BlueZones, die alles andere als eine Keto- bzw. Low-Carb Diät praktizieren, nicht so lange und unbeschwert leben.

Zumindest scheint DDW (den Aussagen der Wissenschaftlern im Video nach) bei Krebs-Patienten, aber auch solchen mit Erschöpfungssyndrom, Depressionen, etc. pp. zu helfen – und das sehr schnell. Das ganze erinnert mich an Dr. Douglace Wallce in Bezug darauf, das 80% alle Krankheiten Mitochondrial vermittelt sind. Wenn nun die ATP Produktion in den Mitochondrien durch zu viel D2O negativ beeinflusst wird – dann passt das genau in das vorgestellte Konzept. Hmmmm…

Was macht Deuterium-Abgereichertes Wasser (DDW)?

DDW und Körpergewicht

Übergewichtige Menschen brauchen mehr DDW für den gleichen Effekt.

Dazu greife ich auf ein anderes Video von Dr. Gabor Somlyai [10] zurück . In seinen Folien [11] steht zu DDW:

  • reduces the migration of tumor cells on dose dependent manner
  • has an impact on the metabolism of cancer cells
  • inhibits the expression of genes having role in tumor development
  • may become the very first drug which is dedicated to prevent cancer without causing toxic effect

Die positiven Effekte von DDW im Bezug auf Krebs werden dann auch in anderen Studien angeführt [17][18][19][21][22].

Spannend fand ich jedoch bei Min 16:53 die Aussage von Somlyai, das bei übergewichtigen Menschen >100 Kg die durchschnittliche Überlebenszeit bei Krebserkrankungen (Median survival time, MST) deutlich geringer ist – so viel, das diese Menschen bei seinen klinischen Tests mit DDW ausgeschlossen werden.

In diesem Bezug wurde auch erklärt wie die DDW-Dosis berechnet wird: Es geht nach Körpergewicht und dem aktuellem Wert an Deuterium in den Zellen (bzw. Blutserum) – denn ein Körper mit mehr Masse benötigt mehr DDW um das Deuterium-Niveau in den ‘mehr Zellen’ zu senken. Das ist sehr wichtig – weil ich das später noch einmal aufgreifen werde…. Jetzt erst einmal das Video:

Gabor Somlyai – Deuterium depletion results in several fold increases in the median survival

Dieses Video ansehen auf YouTube.
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Das ganze Video von Somlyai war für mich sehr interessant, weil er bzw. seine Forschungsgruppe ziemlich krasse Erfolge mit DDW erzielt haben will. Mir persönlich kommt die Präsentation von Somlyai deutlich neutraler & auf den Punkt vor, als das Video mit Boros & Co. So denke ich denn auch nicht, das der Gehalt von DDW im Blutserum groß etwas mit Low-Carb & Co. zu tun hat – dazu später jedoch mehr.

Das Problem jedoch: Eine seiner Studien [33] hat keine Kontrollgruppe (menschliche Patienten) und die Mäusestudie hatte nur 6 Mäuse pro Gruppe. Alle Patienten bekamen wohl die gleiche DDW-Dosis verabreicht – also auch hier keine Unterscheidung möglich. Verglichen wurden die Überlebensraten nur mit den durchschnittlichen Überlebensraten und daraus (teilweise) Vorteile für DDW abgeleitet. Hmmm….

Gedanken: 130 ppm Deuterium und Krebs – Ursache oder Symtpom?

Hier möchte ich vorab auf diese Kernaussage der Forscher zu den 130 ppm eingehen. Ein mir lieb gewonnenes Zitat ist: ‘Corelation does not indicate causation’ – also ‘Korrelation muss nichts mit der Ursache zu tun haben’. 

Ich habe schon viel gelesen – Alle Patienten mit Krebs haben einen Jod-Mangel (Brownstein), alle die X haben haben einen D3 Mangel, alle die Y haben haben einen Mangel an Z. Wer sich dann tiefer in die Materie einarbeitet – der stellt dann fest, das die Realität nicht ganz so einfach ist und im besten Falle die selbst-ernannte Food-Gurus, Doktoren & Forscher auch blinde Flecken haben. Der Körper, die Genetik, die Summe der Umwelteinflüsse, der eigene Lebenswandel und mentale Zustand sind komplexe Dinge. Und ob dann X, Y, und Z wirklich etwas mit einander zu tun haben und was die wirklich Ursache ist… viele Fragen…

Also: DDW kann scheinbar helfen. Warum jedoch die körpereigenen ‘Abreicherungsprozesse’ nicht mehr funktionieren – ja das ist doch die eigentliche Frage (für mich)! Und die wird von den Forschern nicht geklärt – außer das Sie nun eine Dauer-Ketose (-> Hungerstoffwechsel) als Lösung empfehlen. Für mich greift das mehr als zu kurz. So sagt selbst der kontroverse Jack Kruse:

“Boros however, doesn’t appear to know much about water and sunlight and how they interact and how they link to this effect he has found in cancer patients.”

Und das sollte sicher Nachdenklich machen…

Kann man auch zu wenig Deuterium in den Zellen haben?

Wie bei allem kann man es dann wohl auch übertreiben – wenig Deuterium (<130 ppm) im Blutserum ist dann wohl nicht gut für Kinder die sich im Wachstum befinden bzw. wenn man speziell die Muskeln aufbauen möchte (Kraft- und nicht Ausdauersport) [Video 3, ab ca. 1:06h und 1:20h]. Wie bei allem: Viel muss nicht unbedingt viel helfen – alles Funktioniert in einem größeren Kontext!

Ketogene Ernährung als Lösung für weniger Deuterium – bei Krebs und Co.? Wirklich?

Im Video weiter oben mit Dr. Laszlo Boros (mitte Rechts), Dr. Que Collins (links), and Dr. Anne Cooper (mitte links) wird immer wieder die ketogene Diät als Lösung (für sehr viele Probleme) erwähnt – insb. in Bezug mit einer geringeren Aufnahme an Deuterium über die Nahrungsfette. Boros macht das auch bei Vorträgen [32], wobei da für mich sehr viel Hypothese bei ist und er andere Ursachen (u.a. Licht, EMF & Co.) nicht thematisiert.

Für mich ist da jedoch einiges nicht plausibel – denn die Erfolge über die Boros & Co. berichten werden:

  • vorwiegend mit DDW erzielt,
  • Dr. Gabor Somlyai [10] geht gar nicht auf die Ernährung ein,
  • wie auch andere Studien die ich gefunden habe [17][18][19]20][21][22].
  • Fett (bzw. Ketose beim Fasten) kann zudem auch Tumore ernähren [13][14][15]

und die Vorteile einer ketogenen Ernährung gegenüber einer vorwiegend pflanzlichen und (wirklich) fettarmen Ernährung (Fett <20%) wurden bisher meines Wissens nach nicht klinisch untersucht. Das eine ketogene Ernährung mit viel Pflanzen und Grünzeug besser ist als die SAD (Standard American Diet – also das was die US-Amerikaner in der Praxis essen) das bezweifele ich nicht einmal. Ich denke jedoch das dass Thema der Makronährstoffe (Fett/KH) eher ein Nebenschauplatz ist.

Relevanz der unterschiedlichen Fettaufnahme: Keto / HCLF im Kontext

Um zu berechnen wie viel Deuterium über die Nahrung aufgenommen oder nicht aufgenommen wird, welche Rolle welche Lebensmittel spielen fehlen mir jedoch angaben wie viel Deuterium in (dunkelgrünen) Blattgemüsen und auch Wurzelgemüsen stecken. Selbst bei der Firma der drei Forscher findet sich nicht einmal eine Angabe in Bezug auf den Deuteriumgehalt von Kokosöl – was die drei ja empfehlen. Auch ‘Tieren’ bezieht sich die Deuteriumangabe ja nur auf die Fettsäuren – und nicht auf die Proteine und das Wasser im Fleisch.

Wenn ich mal meine 2500 Kalorien ansetzte pro Tag ansetze, sind davon ca. 70% davon Kohlenhydrate (~ 1750 Kal). Wenn ich nun annehme, das ein Mensch in Ketose (-> Hungerstoffwechsel) nur 50 g KH (~ 200 Kal.) zu sich nimmt, dann müsste dieser den Unterschied von ca. 1550 Kalorien als Fleisch und Fett verzehren. Da Fleisch auch viel Protein enthält nimmt er ggf. 1300 zusätzliche Fett-Kalorien zu sich, wenn er auch Öle konsumiert – was ca. 144 g mehr Fett wären als ich zu mir Nehme. Je nach Fettquelle gibt es unterschiedliche Deuteriumgehalte.

Im besten Fall werden aus diesen 144 g Fett jedoch ca. 155 ml metabolisches Wasser mit 120-130 ppm Deuterium gebildet – so wie ich die Sache verstehe. Dem gegenüber stehen 2,5 Liter Wasser mit 145-150 ppm und ca. 1,5-2 Kg Wasser aus verschiedenen Gemüse mit ‘wenig(er)’ Deuterium (120-130 ppm?).

Welche (prozentuale) Relevanz hat hier – in Bezug auf Deuterium – schlussendlich die ketogene Ernährung? Das viel Fett, Fleisch und Protein ja auch andere Nebeneffekte haben – also welche die nicht nur gut sind – hatte ich ja schon oft hier im Blog diskutiert und auseinander genommen.

Beim Video mit Boros aufgepasst?

Wer beim Video aufgepasst hat, der hat sicher bemerkt, das Dr. Que Collins (links) nicht gerade der schlankeste Vertreter ist. Er selber hatte schon Krebs und ernährt sich nach seinen Aussagen seit einigen Jahren ketogen. Auch Dr. Boros hatte Krebs im Vorstadium, ernährt sich nun Ketogen und scheint auch nicht unbedingt vollschlank.

Ich bezweifele nicht, das diese Menschen durch eine ketogene Ernährung mit viel Pflanzen und Gemüse Ihren Gesundheitszustand verbessert haben – denn im Vergleich zu einer SAD (dem was US-Amerikaner in der Praxis essen) ist das ‘unendlich’ besser. Das heißt jedoch nicht, das eine ketogene Ernährung gesund ist bzw. der Grund ist warum Menschen dadurch scheinbare Verbesserungen erreichen. Ich denke der Grund dieser Verbesserungen liegt a) im Weglassen von ‘viel Mist’ und b) der Hinzunahme von viel Gutem -> Gemüse und Grünzeug.

Insofern finde ich es nicht professionell wenn die 3 Wissenschaftler DDW und Keto in einem Kontext nennen und hier nicht unterscheiden. Denn die Erfolgen von denen Sie aus Ihrer Praxis (bzw. Firma) berichten beziehen sich ja auch die Gabe von DDW. Eine ketogene Ernährung ist hier eher unterstützend und erst einmal nur als ‘weniger schlecht’ also die SAD zu werden – was nicht unbedingt ein Kunststück ist 😉

Deuterium Depleted Water (DDW) selber machen?

Zum Schluss möchte ich noch ganz kurz aus dieses Thema eingehen. Dazu geistern einige Blogs und Diskussionen im Internet herum: z.B.:

  1. hier in Jack Kruses Forum (How to make deuterium depleted Water)
  2. hier mittels eine ‘Gefriertechnik’ bei YouTube (How To Make Deuterium Depleted Water DDW)
  3. hier noch eine Gefriertechnik (The health benefits of frozen water)

sowie die Angabe das destiliertes Wasser wohl ca. 4% ppm weniger Deuterium haben soll [3], wobei ein Kommentator des Youtube-Videos [2] anmerkt, das Heim-Destilliergeräte wohl nur 1-2 ppm pro Durchlauf schaffen (‘home water distillers can at best reduce deuterium concentration by 1 or 2 PPM per pass’).

Ich sehe bei den vorgestellten Methoden jedoch mehrere Probleme. Erstens müsste für die Gefriertechnik eine stabile Temperatur von 1-2 Grad geschaffen werden – wie dann jedoch die Eismoleküle (ein Bruchteil des Wasser) herausgefiltert werden sollen ist mir unklar. Wird der Eisschrank benutzt, dann gefriert meiner Ansicht nach erst einmal das EZ-Wasser an den hydrophilen Außenflächen der Flasche – das wäre dann ganz schlecht, weil dieses dann gerade nicht das schwere Wasser wäre. Im flüssigen Rest würde das Deuterium sogar noch angereichert.

Die Destillation ist sehr Energie (Strom) Aufwändig – und bei 1-2ppm pro Durchlauf ist es ein teures, langwieriges und langsames Verfahren.

Ursachensuche für zu viel Deuterium im Citrat-Zyklus und der ETC

Warum frage ich mich, ist bei einigen Menschen der Deuterium-Spiegel bzw. die Anreicherung von Deuterium im Citrat-Zyklus so hoch? Einiges wurde ja schon genannt was den Deuterium-Gehalt im Körper senken soll – aber gibt es noch andere Faktoren?

Mobilfunk, EMF & Co.

Mobilfunk-Sendemast. Quelle: Wikipedia. Autor: Erwin Krauß, Lizenz: GNU

In einem dreiteiligen Podcast [26] spricht Dr. Jack Kruse das Thema EMF (Mobilfunk, WLAN & Co. an), welches definitiv Auswirkungen auf Zellebene hat (u.a. Krebs) im Kontext von Deuterium an. Das EMF (u.a. Mobilfunk / WLAN) Krankheit & Krebs auslösen ist aus meiner Sicht nun endgültig und abschließend durch die neue NIEHS/NTP-Studie (der US Toxilogiebehörde) belegt [27][28][29][39]. Vieles anderes was keinen Krebs macht finde ich fast noch schlimmer…

Zurück zu Kruse: Er führt die Mechanismen, die seiner Sicht auf mitochiondrialer Ebene passieren im Podcast weiter aus und verweist zudem auf einige seiner Blog-Essays. In einem Post [31] kommt er dann auf den Punkt:

“The major non thermal effect of nnEMF is a net increase of deuterium in the TCA cycle with a change in the pool of hydrogen in the NADPH pool and a loss of melatonin which causes more deuterium into the cells.

Kruse schreibt hier, das mensch-gemachte EMF (u.a. Mobilfunk, Magnetfelder, etc.) das Deuterium im Citrat-Zyklus (macht ATP) erhöht, was zur Folge hat das der Wasserstoff im NADPH Vorrat geändert und Melatonin verloren geht, was wiederum mehr Deuterium in den Zellen bedeutet. Kruse schreibt weiter das dadurch aus Zellmembranen zerstört werden, also da wo sich das DHA befindet. DHA ist wiederum wichtig für den Elektronentransport – und das fehlen von DHA hätte dann Auswirkungen auf Retina und SCN – und damit auf unsere zirkadianen Rhythmen -> worauf ich schon in einem Beitrag zu Dopamin und die Retina eingegangen bin.

Zumindest ist das für mich schon mal eine ganz interessante Erklärung auf welcher sehr tiefen Ebene EMF Krebs auslösen könnten. Und die meisten Menschen tragen ja heute den Mobilfunkmasten 24h bei sich…

Wir brauchen Deuterium – nur nicht im Zitrat-Zyklus und der ATPase

Eine ganz wichtige Sache noch zum Schluss: Deuterium ist nicht nur schlecht und ist sogar wichtig für uns – anscheinend jedoch eher nicht im Citrat-Zyklus und der ETC. In zukünftigen Beiträgen hier im Blog werde ich versuchen noch auf diesen Aspekt einzugehen und Ihn zu vertieren. Eines möchte ich vorweg nehmen: Es hat wohl mal wieder mit (Sonnen-)Licht, UV-A, B und C zu tun.

Fazit

Nichts genaues weiß man nicht: viele Hypothesen, viele Ungereimtheiten, wenig Daten & Fakten, teils wohl komische Studien, neuer Low-Carb Spin & etwas neues zum verkaufen (DDW).

Positiv: DDW & Krebs

Das Wichtige zuerst: Ja, DDW kann ggf. bei Krebs bzw. der Krebsbehandlung helfen – wenn man den Forschern glauben mag. DDW könnte dann sogar Krebs-Präventiv wirken, wie Somlyai ausführt [10]. DDW ist angesichts des für mich aktuell nicht erkennbaren Gefährdungspotentials etwas das ich trinken würde wenn ich eine Krebs-Diagnose hätte.

Ob es etwas bringt? Dafür würde ich gerne mal Doppelblindstudien der Forscher sehen wollen.

Zudem stellen andere Forscher Hypothesen auf  das ‘schweres Wasser’ also Deuterium auch nützlich sein könnte [34][35].

Negativ: Deuterium und Low-Carb

Was mir (negativ) aufgestoßen ist, ist das die Ärzte um Boros im Video, Jack Kruse und andere aus der Keto, Low-Carb & Paleo Szene die Deuterium-Thematik dafür benutzen Ihre sehr Ernährung damit (zusätzlich) zu begründen. Korrelation im Dreisprung (mehr Fett = ggf. wenig Deuterium in der Nahrung = ggf. weniger Deuterium in den Zellen = ggf. ein Krebsauslöser weniger) muss dabei nichts mit der Ursache zu tun haben. Und Fett nährt auch Krebs…

Auch hinkt ein Beispiel in dem die Forscher Fett mit KH auf Gewichtsbasis vergleichen – erklärt wird das jedoch nicht. Auch Kruse hat das mal in Bezug auf den für Ihn so wichtigen Pentosephosphatweg (PPP) gemacht (weiter unten im verlinkten Artikel erklärt). Eine nachgeschobene Erklärung von Kruse basiert dann wieder auf der Produktion von ROS (Radikalen) pro Gram Fett – er vergleicht die ROS-Produktion jedoch nicht kalorisch und im Kontext anderer Effekte. Für mich ist das alles suggestives ‘Cherry-Picking’ um die eigene Fett-These zu stützen, wobei der Laie mit vielen komplizierten Begriffen zu verwirrt und abgelenkt wird.

Relevanz von ein paar Gramm mehr Fett am Tag für die Deuterium-Gesamtbilanz?

Wie relevant der Konsum von ggf. 150 Gramm ‘mehr’ Fett am Tag – unter Verzicht auf fast alle KH – für die Deuterium-Bilanz im Vergleich zu (vollwertigem) High-Carb Erährung mit viel Gemüse und Grünzeug-Konsum (Salate, Grünkohl, etc.), gutem Schlaf, richtiger Atmung (durch Sport / Bewegung) ist – das wird jedoch für mich aus den Daten und dem Video weiter oben nicht klar. Wenn ich bedenke, das ich am Tag ca. 2,5 Liter Wasser trinke und 1,5-2 Kg  Gemüse und Obst verzehre – dann stellen die ca. 150-160g DDW aus den 150g ‘mehr Fett’ sicher nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtbalance.

Welche andere metabolischen Seiteneffekte durch einen höheren Fett-, Tier- und Proteinkonsum ausgelöst werden – und was das unter dem Strich bedeutet ist ebenfalls nicht komplett klar. Ich erwähne hier nur mal Glykotoxine und Schwefelwaserstoff durch zu viel Methionin. Von den PCB’s und Dioxinen in Fettgeweben und anderen tierischen Fetten will ich gar nicht erst anfangen. Die reine Fokussierung auf Vorteile und das Ausblenden von systemischen Nachteilen einer Ernährungsform bringt mich bei der Bewertung nicht weiter. Das gilt natürlich für alle Formen, weswegen ich z.B. auch beim Keimen immer beide Seiten betrachte.

Was jedoch klar sein sollte ist das in Fett (z.B. Kokosöl) faktisch keine Ballaststoffe, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente sind – die Sind im Fruchtfleisch mit den ‘bösen’ Kohlendytraten (Siehe auch meinen Beitrag zu Kokosmus). Die Frage ist, bis zu welchem Punkt man sich mit einer sehr Fett- und Proteinbasierten Keto oder Low-Carb Ernährung einen Gefallen tut. Entweder muss man die Mikronährstoff befreiten (Fett-) Kalorien durch mehr Gemüse & Grünzeug ausgleichen – oder es tuen sich andere Defizite auf. Von oxidiertem LDL Cholesterin durch gebratene Eier & Co. will ich gar nicht anfangen…

Update: In einem aktuellen Video [37] stellt Herr Boros die These auf, das die Glykolyse so viele Schritte hat um dabei in jedem Schritt (der auch mit H zu tun hat) zu checken ob sich nicht doch irgendwo ein Deuterium–Atom eingeschlichen hat. Wie das Deuterium dann allerdings entfernt wird, darauf ist er nicht eingegangen. Ggf. hilft dem interessierten Leser ja eine Veröffentlichung von Boros, welche etwas tiefer auf den Energiestoffwechsel eingeht [38].

‘Fett’ zählt in anderer Weise…

Was ich dann interessant fand, war die ‘Nebeninformation’ das übergewichtige (>100 Kg) viel schneller an Krebs sterben als andere, eher schlanke Menschen. 100Kg – dafür muss man mit einem BMI von 25 (die Grenze zur Übergewichtigkeit) schon 2 Meter groß sein – optimaler Weise 2,15 Meter!

Ich denke mal, das das heute eines der Hauptprobleme ist: also Übergewicht -> metabolische Entgleisung -> schlechter Stoffwechsel -> und dadurch eine ‘Mitochondriopathie’. Klar, das dann natürlich das Deuterium in den Zellen und Blutplasma hoch ist… also Deuterium >130 als Marker für das Siechtum – nicht jedoch die (eigentliche) Ursache.

Wenn es Skuril wird….

Den ‘Vogel abschießen’ tut für mich dann leider Dr. Jack Kruse, wenn er z.B. folgendes (sicher überspitzt) in einem Podcast sagt und mehrfach wiederholt [8]:

“…that means that a Cucumber is a fruit and it’s designed by nature to have more deuterium in it than a health food, which is like pork-belly or bacon – which shocks people” (Min 18:25).

Klar, die Gurke aus Spanien im Winter ist keine gute Idee – sehr viel Wasser, ggf. mehr Deuterium und ‘Information’ aus einem anderen Breitengrad (welche Auswirkung das konkret auch immer haben mag). Aber Schweinebauch und Schinken? – letzteres ein Kategorie 1 Karzinom nach WHO – als ‘Health Food’ zu bezeichnen?, ich denke damit steht er recht alleine da. Ein Lebensmittel nur auf den Deuteriumgehalt (und die darauf aufbauende These) zu reduzieren greift meiner Ansicht nach einfach zu kurz. In seinen Forum kommen dann die (kritischen) Fragen welche ich hier aufgeworfen habe leider nicht auf.

Wo Kruse jedoch einen guten Punkt hat, ist wenn er schreibt das es wichtig ist natürliche Lebensmittel zu konsumieren, welche unter der Sonne gewachsen und möglichst unverarbeitet sind:

“Your ketosis has to be built by the sun because chloroplast also favor light hydrogen. Man made processed food mix in a ton of deuterium. This is really why Omega 6 oils and fake fod is bad for us.”

Keto-Snack Riegel, einfach nur Fett bzw. verarbeitete Öle, zu wenig Gemüse und Grünzeug  (<1 – 1,5 Kg/Tag) und Mastfleisch bringen es dann auch nicht. Zumindest sind sich Kruse und Ich in diesen Punkten einig. Kruse schreibt jedoch noch viel mehr zu diesem Thema – wobei ich jedoch nach dem Lesen seines Buches (‘Epi-Paleo-Rx’) vorsichtiger geworden bin seine Interpretationen von Daten und Fakten ohne eigene Recherche abzunehmen.

Was bleibt?

Viel These und anderen (Gegen-) Thesen [34][35] – weil wie so oft der Blick auf einen potentiellen Effekt sich Sicht auf andere, gegenteilig wirkende Effekte, verdecken kann. Was am Ende unterm Strick übrigt bleibt? Sicher ist mir da nur eines: Geld in den Taschen der Produzenten von DD-Wasser.

An meiner Ernährung und meinem Lebenswandel werde ich in Bezug auf diese Analyse denn auch nichts ändern. Wenn ich mal große Probleme haben sollte (so Krebs & Co.), dann würde ich definitiv DDW ausprobieren – denn ein großes Risiko kann ich derzeit nicht erkennen. Ein ketogene Ernährung sehe ich jedoch eher wie das Fasten: Ein gezielter Hungerstoffwechsel – was dann auch nur eine temporäre Sache ist, die aus meiner Sicht gut geplant und begleitet werden sollte. Denn das ganze kann auch arg nach hinten los gehen – also auf die Dauer (Nierensteine, Knochenbrüche, hoher Cholesterinspiegel, etc.) [36].

Wichtig scheint in Bezug auf den Deuteriumspiegel in den Zellen & wenn man den Forschern glauben kann a) ausreichend Bewegung, b) gute bzw. tiefe Atmung c) wenig dauerhafte psychische Stressoren d) wenig nnEMF, also Mobilfunk & Co. und e) auch kein Übergewicht zu haben! Das ist jedoch irgendwie nichts neues…

Wenn ich mir da nun Dr. Que Collins und auch Dr. Kruse (mit 260 Pfund geschätzter BMI von 29) anschaue, dann haben die beiden sicherlich noch deutliches Optimierungspotential. Eventuell liegt es ja an dem vielen Fett das diese Menschen essen 😉

All das was ich gelesen habe unterstützt jedoch einen (wichtigen) Punkt, welchen ich auch in meinen 3ZU Artikel thematisiert hatte: Mehr Gemüse – insbesondere grünes Blattgemüse und (heimische) Kohlgewächse! Und genau das mache ich: Zum Frühstück, zum Mittag und zu Abend! Als zusätzlichen Tip könnte man noch raffinierte, (hoch) verarbeitete und erhitzte Fette jeder Art vermeiden.

Was man sicher machen kann um das ganze zu optimieren: a) Vorwiegend heimisches Obst – und nur in der Season, und b) Südfrüchte im Winter reduzieren bzw.  als Süßigkeit ansehen, welche es selbst vor 50 Jahren in Deutschland nicht bzw. kaum gab c) ggf. im (deutschen) Winter ggf. etwas fettreicher essen – was ich auch schon länger so handhabe (im Winter ca. 10% mehr Fett-Kalorien als im Sommer). Mir scheint es jedoch übertrieben Lebensmittel auf den Deuterium- und damit indirekt den Fettgehalt zu reduzieren.

Enden möchte ich diesen Beitrag mit einem Zitat von Nobelpreisträger Szent Gyorgyi in Bezug auf die Sonne, Energie, Elektronen und ATP:

“We live by a small trickle of electricity from the sun. The green of our garden, the algae in our water, the trees, grasses and herbs on our lands are the transforming agents that harvest the sun’s light via the process of photosynthesis. When we consume these foods, this stored sun energy is released into our bodies as electrons and protons; it is then transformed into ATP, adenosine triphosphate, the biological energy necessary for all cellular function.”


Quellen

Links